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29. Oktober 2015
Herzlich willkommen in der renovierten Burse – Sebastian Hirth und Rebecca Jetter freuen sich über den Umbau. © pkh

Herzlich willkommen in der renovierten Burse – Sebastian Hirth und Rebecca Jetter freuen sich über den Umbau. © pkh

Neben den Gemeinschaftsräumen wie den Bädern und den Küchen wurden auch die Zimmer für die Bewohner saniert. Sebastian Hirth wohnt erst seit zwei Wochen in der Burse. © pkh

Neben den Gemeinschaftsräumen wie den Bädern und den Küchen wurden auch die Zimmer für die Bewohner saniert. Sebastian Hirth wohnt erst seit zwei Wochen in der Burse. © pkh

Horst Vorderwülbecke, Beate Lach und Gerhard Mönch- Tegeder (v.l.n.r.) vom Verein Clemensburse e. V. und die Heimleiterin Petra Büscher (r.) sind froh, dass die Sanierung wie geplant fertig wurde und die Studierenden rechtzeitig einziehen konnten. © pkh

Horst Vorderwülbecke, Beate Lach und Gerhard Mönch- Tegeder (v.l.n.r.) vom Verein Clemensburse e. V. und die Heimleiterin Petra Büscher (r.) sind froh, dass die Sanierung wie geplant fertig wurde und die Studierenden rechtzeitig einziehen konnten. © pkh

Clemensburse für 1,1 Millionen Euro saniert

Von: Marie Kleine

Das katholische Studentenwohnheim in Hannover, die Clemensburse, hat 34 ihrer 82 Wohneinheiten einer Generalüberholung unterzogen: Für knapp 1,1 Millionen Euro wurden die Zimmer, Bäder und Küchen grundsaniert und mit neuen Möbeln ausgestattet.

„Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden“, sagt Gerhard Mönch- Tegeder vom Trägerverein Clemensburse e. V., dem 21 Mitglieder angehören und der gemeinsam mit einer hauptamtlichen Mitarbeiterin die Clemensburse betreibt. Nicht nur die helle und moderne Gestaltung der Räumlichkeiten sei ganz nach Vorstellung des Vereines. „Vor allen Dingen, dass wir rechtzeitig im Oktober zum Start des Semesters nach einer nur fünfmonatigen Bauphase unsere Zimmer für die Studierenden wieder bezugsfertig haben, freut uns riesig“, erklärt Mönch- Tegeder. „Uns als Verein ist wichtig, dass die Bewohner in den neuen Gemeinschaftsküchen ihr Miteinander pflegen und Kontakte untereinander aufbauen können, so wie das auch im alten baulichen Zustand möglich war.“

Notwendig geworden war die Sanierung von den 34 Wohneinheiten, da sie in einem Teil der Burse liegen, der seit 1968 nicht mehr grundlegend saniert worden war. „Alle Leitungen, Rohre, Böden, Wände und Türen mussten erneuert werden“, sagt Mönch- Tegeder. Im Gegensatz zu dem anderen Gebäudeteil der Burse, in dem die restlichen 48 Wohneinheiten des Heimes lägen und der bereits in den 90er Jahren renoviert worden war. „Die Burse hat jetzt nicht nur den Charme der 68er Jahre abgelegt, sondern ist auch für die zukünftigen Generationen von Studierenden attraktiver geworden“, ist sich Mönch- Tegeder sicher. Und dies sei wichtig: Schließlich habe man für die Grundsanierung einen hohen Kredit bei der DKM- Bank aufgenommen, der in den kommenden 20 Jahren über die Mieten abbezahlt werden müsse.

Studierende wie Rebecca Jetter profitieren von dem schnellen und grundlegenden Umbau. „Ich habe seit März bei 24 Wohngemeinschaften in Hannover vorgesprochen“, erzählt die 21 Jahre alte Studentin des Wirtschaftsingenieurswesens. „Die wollten für ein 10- Quadratmeter- Loch ohne Fenster zum Teil 350 Euro haben – eindeutig zu teuer. Und bei den schönen Wohnungen hat es einfach nicht geklappt, weil die Konkurrenz zu groß war.“ In der Burse gefalle es ihr dagegen super, eine frisch renovierte Wohnung mit neuen Möbeln für 260 Euro warm mit Internet – und eine Gemeinschaft, mit der man Kochabende und Musikabende zusammen veranstalten kann, noch als kleines Extra dazu. Diesen guten Eindruck kann auch Sebastian Hirth nur bestätigen: Der 22- jährige studiert im dritten Semester Wirtschaftsgeografie an der Universität in Hannover und wohnt erst seit zwei Wochen in der Clemensburse. Empfohlen hatte die Burse ihm seine Cousine. „Hier lernt man im Vorbeigehen ganz unkompliziert neue Menschen kennen, was ja gerade, wenn man aus einem anderen Land oder Stadt kommt, sehr wichtig ist“, sagt er.

Doch viele Studierende wie Rebecca und Sebastian seien in Hannover immer noch auf der Suche nach einer Wohnung, meint die Leiterin der Clemensburse, Petra Büscher. „Gerade Studienanfänger müssen zum Teil von weit weg pendeln, weil sie keine Kontakte in der Stadt haben. Natürlich klingelt da oft das Telefon bei mir und es wird nach freien Zimmern gefragt, aber wir sind zur Zeit leider ausgebucht“, sagt sie. Sie ist froh, dass trotz des Umbaus die Mieten nur wenig erhöht wurden: „Unsere Preise müssen erschwinglich bleiben, weil das hier Wohnraum ist, der am meisten gebraucht wird."

 

Die Clemensburse wurde 1959 als Verein gegründet mit dem Ziel, ein Zuhause für die angehenden katholischen Akademiker zu schaffen, die hauptsächlich aus dem Emsland und der Grafschaft Bad Bentheim in die protestantische Enklave Hannover zum Studieren kamen. 1961 zogen die ersten Bewohner ein und bereits 1968 expandierte die Burse auf die heutige Größe. Schon kurz darauf öffnete die Burse sich auch gegenüber anderen Konfessionen und Konfessionslosen. Anfang der 90er Jahre wurden dann auch junge Frauen als Bewohnerinnen aufgenommen, mittlerweile ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Derzeit wohnen in der Clemensburse 82 Studierende, von denen 68 Prozent katholisch sind. Etwa ein Drittel der Bewohner kommt aus dem Ausland. Besonderen Wert legen die Betreiber der Burse darauf, dass unter den Bewohnern ein Gemeinschaftsgefühl entsteht und das alltägliche Leben im Sinne der Nächstenliebe miteinander geteilt wird. Darum werden freie Zimmer erst nach einem Bewerbungsgespräch durch die Heimleiterin vergeben.