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04. Oktober 2012
Zum Auftakt wurde in Dreiergruppen diskutiert.

Zum Auftakt wurde in Dreiergruppen diskutiert.

Im nächsten Schritt geht es nach draußen

Von: pkh

Bistumsweites Dialogtreffen in Hannover

Keine drei Wochen nach dem bundesweiten Gesprächstreffen war Hannover schon wieder Ort des Dialogs. Diesmal trafen sich die Mitglieder des Priesterrates und des Diözesanrates, der die Anliegen der Laien im Bistum Hildesheim vertritt, mit der Bistumsleitung zu einer Standortbestimmung. Im Lauf eines Jahres haben die Vertreter der Bistumsleitung alle Dekanate besucht, um mit den Aktiven vor Ort über zwei Fragen zu diskutieren: Einerseits ging es um die Kultur des Sonntags in einer Zeit, in der nicht mehr an jedem Kirchort ein Priester Gottesdienst mit der Gemeinde feiern kann. Andererseits wurden Antworten auf die Frage gesucht: „Wie kann die Kirche als Ort der Glaubensverkündigung in einer säkularen Gesellschaft präsent sein?“ Jetzt haben Delegierten die Ergebnisse aus den 17 Dekanaten zusammengetragen und über das weitere Vorgehen diskutiert.

Ein Anliegen war für die Gläubigen in den meisten Dekanaten am wichtigsten: Wenn die Eucharistiefeier am Sonntag entfällt und stattdessen eine Wort-Gottes-Feier von Laien gestaltet wird, möchten sie trotzdem die Kommunion empfangen. Bischof Norbert Trelle sagte zu, dass er mit einer Arbeitsgruppe verbindliche Kriterien entwickeln will, nach denen das möglich sein wird. Vielfach geäußert wurde, was die Moderatoren als „Bedürfnis nach Begeisterung“ beschreiben: Nicht jeden Sonntag ein Event, aber ein bewusstes Erleben von Gemeinschaft, Inspiration und Stille im Gottesdienst.  Solche Erfahrungen, bemerkt Ailine Horn, Vertreterin im Diözesanrat aus Hannover, macht sie oft eher in den experimentellen, kleineren Gottesdienstformen an Wochentagen, zum Beispiel in den monatlich gefeierten Exodus-Gottesdiensten. Trotzdem, sagt die 25-jährige Sonderpädagogin, ist ihr der Sonntag wichtig: „Nach einer stressigen Woche komme ich im Gottesdienst zur Ruhe.“  Sie freut sich über das positive Signal des Bischofs, die Kommunion dann auch ohne Eucharistiefeier möglich zu machen. In den Dekanaten wurde aber auch angemahnt, dass der Sonntag nicht nur der Tag des Herren, sondern für viele der Tag der Familie ist. Das in Einklang zu bringen, ist nicht immer leicht. 

Die Frage nach der Präsenz der Kirche in der Gesellschaft wird die Dialogteilnehmer auch künftig weiter beschäftigen, kündigte Generalvikar Werner Schreer an.  „Bisher ist es uns nicht gelungen, den Domhof zu verlassen. Die Diskussionen laufen immer unter denselben Leute ab“, kritisierte ein Diskutant. Viele äußerten den Wunsch, des Kreis zu erweitern, zum Beispiel um Vertreter anderer Konfessionen oder der neunzig Prozent der Katholiken, die kaum Kontakt zur Kirche pflegen. „Der nächste Schritt muss sein, nach außen zu gehen“, bekräftigte die Diözesanratsvorsitzende Elisabeth Eicke. 

Der Gastgeber in Hannover, Propst Martin Tenge, lobte die „gute Kultur des Miteinanders“ an diesem Tag: „Der Auftakt war voller Energie. Die Mitglieder der verschiedenen Gremien sind gleich zu einer großen Gruppe zusammengewachsen.“ Er erlebt es als großen Fortschritt, dass in dieser Runde auch eine  Auseinandersetzung mit den heißen Eisen der Kirche möglich ist, die auf Bistumsebene zwar nicht entschieden, aber immerhin diskutiert werden können. „Die Taufgnade macht uns alle zu Spielern der ersten Reihe“, kommentiert er. Auf keinen Fall dürften sich Laien als Ersatzspieler fühlen.