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12. Januar 2012
Ewa Karolczak beim Aufbau der Ausstellung.

Ewa Karolczak beim Aufbau der Ausstellung.

Jedes Leben ist es wert, erzählt zu werden

Am Freitag wird die Ausstellung „Mitten im Leben - FrauenLebensKunst“ im ka:punkt eröffnet

Schlesische Bockwurst, unverbrüchliche Treue zum Papst und immer wieder Kopfschütteln über die liberalen Ansichten der Nachbarn: Eine Kindheit als Tochter oberschlesischer Vertriebener in Hannover. Am Ende der Kindheit dann die Überraschung: Elisabeth ist gut in der Schule und schafft zum Erstaunen der Nachbarn Abitur und Studium.

„Jedes Leben ist es wert, erzählt zu werden“, ist die Pastoralreferentin Ewa Karolczak überzeugt. Deswegen hat sie eine Schreibwerkstatt im Katholischen Internationalen Zentrum Hannover organisiert, in der Frauen mit und ohne Migrationshintergrund Texte über ihr Leben verfasst haben. Ergebnisse der Schreibwerkstatt sind unter dem Titel „Mitten im Leben - FrauenLebensKunst“ ab Freitag, 13. Januar im ka:punkt, dem katholischen Treffpunkt in der Grupenstraße 8, zu entdecken. Die sieben Autorinnen haben zu ihren Texten Fotos, Grafiken und Collagen geschaffen, die im Cafébereich des ka:punkt ausgestellt sind.

Unter Anleitung der Historikerin Dr. Kirsten Plötz haben sich die Teilnehmerinnen die Frage nach dem roten Faden in ihrem Leben gestellt. Solche roten Fäden können Erfahrungen mit Krankheit sein, das Verlassen des Heimatlandes, Krieg oder der Aufstieg durch Bildung. Bei einem Wochenende im Kloster Helfta in Sachsen-Anhalt haben die Frauen daran gearbeitet, aus diesen Lebensthemen Geschichten zu machen. Anregungen holten sie sich aus der Bibel. „Die Bibel beschreibt das Leben in allen Facetten“, erklärt Ewa Karolczak. Hier werden Menschen geschildert, die oft nicht vorbildlich, sondern ganz alltäglich sind. Zum Beispiel Sara, die Frau Abrahams und wahrscheinlich die erste Migrantin der Literaturgeschichte. „Es ging nicht darum, die Frauen aus der Bibel nachzuahmen oder sich mit ihnen zu identifizieren“, sagt die Theologin. Vielmehr wollte sie den Teilnehmerinnen die Gewissheit vermitteln: „Ich bin Gott genauso wichtig wie die Frauen der  Bibel – und mein Leben hat die gleiche Beachtung verdient.“

Die Ausstellung „FrauenLebensKunst“ ist bis 21.2. zu den Öffnungszeiten des ka:punkt (Grupenstr. 8) zu sehen: Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr. Eröffnung am Freitag, 13. Januar, um 19 Uhr

Am 10. Februar, 19-21.30 Uhr gibt es einen Schreibworkshop für Frauen mit Dr. Kirsten Plötz. 

Von: Annedore Beelte