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25. April 2014
Vor 51 Jahren wurde im Vatikan das Konzil eröffnet. Am Sonntag wird sein Initiator Johannes XXIII. hier heiliggesprochen. Foto: pfarrbriefservice.de/ Peter Geymayer

Vor 51 Jahren wurde im Vatikan das Konzil eröffnet. Am Sonntag wird sein Initiator Johannes XXIII. hier heiliggesprochen. Foto: pfarrbriefservice.de/ Peter Geymayer

Katholiken feiern die Heiligsprechung zweier Päpste

Polnische Gemeinde reist nach Rom – Propst Martin Tenge: „Beide Päpste haben mich geprägt“

Am Sonntag werden zwei bedeutende Päpste heiliggesprochen: Johannes XXIII. (1958–1963) und Johannes Paul II. (1978–2005). Dies bewegt auch die Katholiken in Hannover. Pfarrer Tadeusz Kluba und 44 Gemeindemitglieder der Polnischen Katholischen Mission sind nach Rom gereist, um die Heiligsprechung ihres Landmanns Karol Wojtyla persönlich mitzuerleben. Bereits Ende vergangenen Jahres wurde die Statue des polnischen Papstes vor der Kirche Maria Frieden aufgestellt. Hier wird die Gemeinde am Sonntagabend mit Liedern und Gebeten feiern. Der Abend beginnt mit dem feierlichen Appell der Madonna von Tschenstochau um 21 Uhr. 

Die „Gemeinde Johannes XIII.“, die sich sonntags um 11.30 Uhr in der Basilika St. Clemens zum Gottesdienst trifft, hat eine CD zu Ehren ihres Namenspatrons herausgebracht. Ihr Titel ist ein Zitat des neuen Heiligen: „Ich ein Papst? Gott bewahre!“ Sie bietet Originaltöne von Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das Johannes’ XXIII. einberufen hat und das die Kirche grundlegend verändern sollte. Außerdem sind Erinnerungen und Musik aus der Gemeinde „Johannes XXIII.“  zu hören. Die CD ist in der Reihe „Edition Hörscheiben“ erschienen und kann nach dem Gottesdienst am 27. April erstmals erworben werden. In seiner Predigt wird  Pfarrer Norbert Anrtz aus Kleve, der lange in Lateinamerika tätig war und dort den heutigen Papst kennenlernte, den Bogen von Johannes XXIII. zu Franziskus schlagen.

Auch für Propst Martin Tenge haben beide Päpste eine ganz persönliche Bedeutung: Im Jahr 1989, als er zum Priester geweiht wurde, fiel die Mauer. „Dieses Ereignis hat aus meiner Sicht zweifellos mit dem polnischen Papst Johannes Paul II. zu tun, der eine neue, gesamteuropäisch und global geprägte Sicht der Kirche eröffnet hat. Mit ihm hat sich die Kirche noch stärker als zuvor in die Weltpolitik eingemischt und insbesondere im Verhältnis von West- und Osteuropa für radikale Veränderungen gesorgt.“  Daraus hat Tenge ein Programm für seine Tätigkeit als Priester abgeleitet: „Wir leben als Kirche in dieser Welt. Es ist nicht unsere vorrangige Aufgabe, für ein internes, abgeschottetes Kirche-Wohl-Gefühl zu sorgen, sondern die Kirche ist für die Menschen da.“

Prägend, sagt Tenge, war für ihn auch die Begründung, mit der Johannes XXIII. das  Zweite Vatikanische Konzil einberief: „Wir müssen die Fenster der Kirche aufmachen, um frischen Wind hineinkommen zu lassen!“ Der Regionaldechant von Hannover ist überzeugt: „ Wir brauchen eine immer neu auszulotende Balance zwischen Tradition und Aufbruch. Die Frage, wie der frische Wind in die Kirche kommen kann, ist so aktuell wie vor 50 Jahren. So freue ich mich über die Heiligsprechung und hoffe, dass damit ein Impuls in die Weltkirche und in die Gesellschaft ausgeht. “

Kontakt zur Polnischen Katholischen Mission: Stilleweg 12, 30655 Hannover, (05 11) 6 49 85 04, buero(at)pmk-hannover.de

Kontakt zur Gemeinde Johannes XXIII.: spaetmesse(at)gmx.de