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08. Mai 2014

Lob zum Mitnehmen

Der Benediktiner David Damberg verteilt „Lobkarten“

„Das hast du gut gemacht!“ Wer findet, dass er diesen Satz viel zu selten hört, sollte in der Cella St. Benedikt, dem Stadtkloster der Benediktiner in Hannover-List, vorbeischauen. Von Bruder David Damberg bekommt man dieses Lob sogar schriftlich. Er verteilt „Lobkarten“ – in seiner „Praxis für existentielle Beratung und Begleitung“, aber auch im Alltag, wann immer er findet, dass jemand ein Wort der Anerkennung gebrauchen kann. Wer Interesse hat, kann die Lobkarten auch zum Weitergeben bei ihm bestellen. „Die ersten 1.000 Karten sind schon weg“, erzählt der Mönch und Sozialpädagoge:  „Und sie locken jedes Mal ein Lächeln hervor.“  

In seine Praxis kommen Menschen, deren Schicksale sich nicht zum Guten wenden werden:  Sie leiden unter unheilbaren Krankheiten, Verlusten, Traumata… „Was ich tun kann, ist: Das unterstützen, was in ihrem Leben gut läuft“, sagt Bruder David. Sein Tipp: Ein Lob ist nur dann hilfreich, wenn es absichtslos geschieht. Also keine „Fleißkärtchen“ verteilen mit der Erwartung, dass sich jemand danach noch mehr anstrengt. Unzugänglich für Lob sind Menschen, die sich ohnehin gerade im „Flow“, im Einklang mit sich selbst und ihrem Tun befinden. Hier sind ermunternde Worte nur hinderlich.  Selbst den heiligen Benedikt trieb schon im 6. Jahrhundert die Frage um, wie er bei seinen Mitbrüdern die Motivation für das manchmal harte Klosterleben wach halten  sollte, weiß Bruder David: „Als Kind seiner Zeit hat er eher an Strafen gedacht als an Lob. Aber die Frage war schon damals aktuell: Wie kriegt man Menschen dazu, das zu tun, was gut für sie ist?“

David Damberg selbst ist bereits mit 20 Jahren in den Orden eingetreten. „In dem Alter ist man etwas radikaler“, sagt der heute 47-Jährige schmunzelnd. Viele seiner Klienten haben sich bewusst für einen Mönch als Coach entschieden.  Auf der Rückseite der Lobkarten sind die Kontaktdaten seiner Praxis zu finden. „Dafür lobe ich mich selbst“, sagt Bruder David augenzwinkernd. „Leute fragen mich, ob sie meine Visitenkarte haben dürfen – was könnte mir Besseres passieren?“

Hinweis:
Beim Tag der Offenen Klöster am Samstag, 10. Mai, steht die Cella St. Benedikt von 8 bis 18.30 Uhr Besuchern offen: Voßstr. 36. 30161 Hannover

Außerdem sind in Hannover dabei:
Congregatio Jesu (Hildesheimer Str. 30)
Karmel St. Josef (Milanstr. 1)
Kleine Schwestern Jesu (Canarisweg 11)
Salesianer Don Boscos (Göttinger Chaussee 145)
Haus Katharina (Lange-Feld-Straße 31)

Gesamtes Programm unter: www.tag-der-offenen-kloester.de