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20. April 2014

Osterwege

Das Leben ist kein Irrgarten, es ist ein Labyrinth, meint Propst Martin Tenge

Oft genug steht man auf seinem Lebensweg an einem Punkt, wo man nicht weiß, wie es weitergehen soll. Werde ich meinen Weg finden? Werde ich alles richtig machen? Manchmal fühlt man sich wie in einem Irrgarten und erkennt nicht, wo der richtige Weg ist, verbunden mit der Angst, in einer Sackgasse zu landen.
Für Gott ist das Leben von uns Menschen aber kein Irrgarten, sondern ein Labyrinth. Man startet an einem Punkt und dann geht es los, dem Ziel entgegen, auf einer einzigen Wegführung. An den Punkten der Unsicherheit und Entscheidung bleiben wir stehen und gehen dann doch irgendwann
weiter. Damit gehört dieser Schritt zum Weg des Lebens.
Geht man im Labyrinth voran, kann man seinen Blick auf das Ziel richten. Der Weg aber geht meist nicht gradlinig darauf zu. So müssen unsere Augen oft schauen, wohin die nächsten Schritte gehen, um den Kurven des Lebens gut zu folgen.
Manchmal fühlt es sich an, als ob man sich vom Ziel entfernt. Doch auch diese Wegetappen sind nötig, um ans Ziel zu gelangen. Gott weiß darum und
begleitet uns gerade auf diesen Abschnitten des Lebens besonders intensiv.
In den Außenkreisen kann es sich anfühlen, als ob man auf großer Distanz zum Ziel, ja vielleicht auch von Gott ist. Dann kann man spüren, wie Gott Freiheit schenkt – ohne seine Liebe zurückzuziehen.
Und irgendwann kommt man an. Im Zentrum. Am Ziel. Im Licht, das sich speist aus der Erfahrung des Lebens und der unendlichen Liebe Gottes. Unsere Lebenswege werden so zu Osterwegen, zu Wegen, die zum Licht führen.
Und im ewigen Ostern werden wir unseren Lebensweg „von oben“ sehen – und entdecken, wie kostbar alle Etappen, wie wertvoll die Menschen auf unserem Weg und wie wichtig die Kurven und scheinbaren Umwege waren …

Propst Martin Tenge und das Team der Katholischen Kirche in der Region Hannover wünschen Ihnen gesegnete Ostertage!