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26. Mai 2015
Vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg konnte St. Maria noch mit einer Turmspitze aufwarten, wie diese alte Postkarte zeigt. © privat

Vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg konnte St. Maria noch mit einer Turmspitze aufwarten, wie diese alte Postkarte zeigt. © privat

St. Maria feiert 125- jähriges Jubiläum

Die Kirche St. Maria hat dieses Wochende einen besonderen Geburtstag gefeiert und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: Vom Ausdruck des katholischen Selbstbewusstseins zu Zeiten Ludwig Windthorsts bis zum Internationalen Katholischem Zentrum des 21. Jahrhunderts.

Hell und freundlich ist sie. Geräumig und doch gleichzeitig ein Ort zum Wohlfühlen. Eröffnet 1890, prunkvoll von innen und bescheiden von außen. Denn auf keinen Fall durfte der rote Klinkerbau höher und prachtvoller als die Marktkirche werden. Das waren die Bedingungen, unter denen vor 125 Jahren die Kirche St. Maria in der Marschnerstraße in Hannover errichtet wurde. Denn der Kulturkampf zwischen dem protestantisch orientiertem preußischen Staat, der damals Hannover fest in seiner Hand hielt, und der katholischen Kirche war gerade erst beendet worden. Wirkliches Glück hatte St. Maria zu dieser Zeit aber auch, wie ihr jetziger Pfarrer Bernd Langer berichten kann: „Ludwig Windthorst, der als Politiker während des Kulturkampfes ein katholischer Vorkämpfer gewesen war, feierte das damals noch sehr seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Und dazu wünschte er sich anstatt von Geschenken Geldspenden für St. Maria.“ Und so wurde Windthorst nach seinem Tod im Jahr 1891 auch in der Kirche begraben.

Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde seine Totenruhe dort nicht gestört, denn während der Industrialisierung kamen zwar immer mehr Katholiken zur Gemeinde hinzu, die Wirren des Ersten Weltkrieges überstand die Kirche aber unbeschadet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche dann in Schutt und Asche gelegt. Doch schon bald begann der Wiederaufbau. Die Kirche erlebte eine neue Blütezeit durch die Aufnahme von vielen katholischen Flüchtlingen und das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. „Deutschland wurde im Zuge des Wirtschaftwunders, was Kultur und Religion angeht, internationaler“, sagt Pfarrer Langer. „Neben dem Kirchengebäude entstand das damals sogenannte ‚Gastarbeiterzentrum‘.“ Eine neue Erfolgsgeschichte für St. Marien, die 1956 mit der Gründung der Italienischen Katholischen Mission begann. Heute finden sich im Schatten der Kirche auch die kroatische und die spanischsprachige Mission im Internationalen Katholischen Zentrum wieder. Und am Pfingstsonntag feierte die Gemeinde St. Maria zusammen mit den Missionen ein internationales Pfingst- und Gemeindefest. Auch hoher Besuch war dabei: Der Nuntius des Papstes, selbst Kroate, besuchte die Gemeinde zu Pfingsten.

Von: Marie Kleine