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16. Juni 2013
In der Südstadt wird der Event-Kiosk in Schuss gebracht.

In der Südstadt wird der Event-Kiosk in Schuss gebracht.

Auftakt im Tabor

Auftakt im Tabor

Bloß nicht die Dämpfe einatmen: Zahier (Mitte) und Virginia lernen zu sprayen.

Bloß nicht die Dämpfe einatmen: Zahier (Mitte) und Virginia lernen zu sprayen.

Uns schickt der Himmel

Mehr als 200 junge Christen aus der Region Hannover machen mit bei der bundesweiten 72-Stunden-Aktion des BDKJ

Ok, am Freitag gab es dafür schulfrei. Aber das ist nicht der Grund, warum Nathalie und Katharina bei der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) dabei sind: „Weil es cool ist“, sind sich die beiden 13-Jährigen einig. Bundesweit engagieren sich an diesem Wochenende junge Menschen für einen guten Zweck und stellen sich dabei einem Wettlauf gegen die Zeit. Denn in 72 Stunden muss ihr Projekt abgeschlossen sein. „Uns schickt der Himmel“, lautet das Motto der Aktion, die noch bis Sonntag, 17 Uhr läuft. In der Region Hannover sind mehr als 200 Jugendliche in zehn Projekten dabei. Mit mehr als 170.000 Aktiven ist die 72-Stunden- Aktion die bislang größte Jugend-Sozialaktion Deutschlands.

Musik aus dem Ghettoblaster, Brausebonbons satt und ein Skateboard griffbereit, um zwischendurch ein paar Runden zu drehen – so lässt es sich arbeiten. Nathalie, Katharina und etwa zwanzig andere Jugendliche bringen den Event-Kiosk am Bertha-von-Suttner-Platz wieder in Schuss. Seit 2012 wird der  ehemalige Verkaufskiosk von der Sozialräumlichen Koordinierungsrunde Hannover-Südstadt (Soko) für die Jugendarbeit genutzt. Die Jugendeinrichtungen der Südstadt haben sich zusammengetan und organisieren hier abwechselnd Kunst- oder Sport-Workshops. Ein Termin, den Katharina und Nathalie fest im Blick haben: Die School’s Out-Party zu Ferienbeginn wird ebenfalls hier steigen. 

Von innen leuchtet der Kiosk seit Freitag frisch verspachtelt und gestrichen. Als nächstes nehmen sich die Jugendlichen die Unterseite des Daches und die Theke vor. „Das Dach müsste auch mal sauber gemacht werden“, überlegen Katharina und Nathalie. „Wir erledigen, was wir schaffen in 72 Stunden“, mischt sich Mareike Schlote, Bildungsreferentin im Jugendpastoralen Zentrum Tabor, ein – und lobt die Jugendlichen, dass sie einen Blick dafür entwickelt haben, was noch zu tun ist. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele mitmachen würden“, gibt sie zu. Aber auf Facebook, an der St.-Ursula-Schule, in der Lernwerkstatt und in den anderen Gruppen des Tabor sprach sich das Projekt herum – und plötzlich waren alle neugierig und planten wenigstens ein paar Stunden an diesem Wochenende ein, um mitzuhelfen.

In Davenstedt werden inzwischen die Spraydosen aus dem Bulli geladen. Eine der leichtesten Übungen für die Pfadfinder der Gemeinde Zu den Heiligen Engeln in Hannover-Kirchrode, die hier nur „die Engel“ genannt werden.  Sie bilden eine Kette mit den Jungen aus dem Jugendtreff „Desperados“ der Arbeiterwohlfahrt. Gemeinsam bringen sie die Container in Schuss, die auf dem Außengelände des Jugendtreffs auf der Fössewiese als Unterstand dienen. Nach der Knochenarbeit am Freitag, dem Reinigen der Containerwände, kommt jetzt der große Moment: Es darf gesprayt werden.  Nicht wild mit der Spraydose herumfuchteln, lernen die etwa zwanzig Jugendlichen, sondern sorgfältig kleine Quadrate abteilen und mit Farbe ausfüllen. Die Zusammenarbeit klappt reibungslos. „Erst waren wir schüchtern“, erzählen die Zwillinge Zahier und Samier von den „Desperados“. Aber als Pfadfinderin Virginia ihre Höheangst besiegte und mutig vom Containerdach sprang, brach das Eis. „Wir sprayen Begriffe auf die Container, die uns allen wichtig sind“, erklärt Pfadfinderin Merle: Frieden, Gleichheit, Akzeptanz… „Und weil wir international sind und das cooler klingt,  machen wir das auf Englisch.“ 

Einen Film über die Sanierung des Event-Kiosks finden Sie hier.