Erinnerung an die Vergangenheit

Gedenkwallfahrt zum ehemaligen KZ Bergen-Belsen wird von der Region Hannover gestaltet

Am 13. September 2009 findet zur Eröffnung der Kreuzwoche im Bistum Hildesheim wieder die Gedenkwallfahrt in das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen statt. In diesem Jahr sind besonders die Gemeinden des Regionaldekanates Hannover zur Teilnahme eingeladen.
In Bergen-Belsen starben ab 1941 ungefähr 30 Tausend russische Kriegsgefangene. Nach der Umwandlung in ein Konzentrationslager kamen geschätzte 50 Tausend KZ-Häftlinge unter qualvollen Bedingungen ums Leben.
Eines der Opfer war das 15-Jährige jüdische Mädchen Anne Frank. Durch ihr Tagebuch wurde sie für viele Menschen zum Symbol für die Entrechtung der Juden und die Verbrechen während des Nationalsozialismus. In diesem Sommer wäre Anna Frank 80 Jahre geworden.
Wir wollen an der Gedenkwallfahrt teilnehmen, um aus der Erinnerung an die Vergangenheit die Kraft zur Gestaltung der Zukunft zu gewinnen.  
Um 15 Uhr beginnt Hl. Messe mit Bischof Norbert Trelle am Lagerkreuz, danach erfolgen Gebetsstationen auf dem ehemaligen Lagergelände. Um 17.30 Uhr ist  Abschluss am Lagerkreuz.
Bereits um 13 Uhr besteht die Gelegenheit zur Besichtigung des neuen Dokumentationszentrums mit anschließender Stärkung in der Cafeteria der Gedenkstätte.
Nähere Informationen zur Gedenkwallfahrt gibt es in jedem Pfarrbüro oder bei Pastoralreferent Gregor Branahl, Telefon (05137) 877811 oder per E-Mail an "g.branahl(ät)kath-kirche-hannover.de".

(pkh)

 

Stichwort: KZ Bergen-Belsen

1940 richtete die Wehrmacht in der Heide bei Belsen ein kleines Kriegsgefangenenlager ein, das bereits im Juli 1941 mit 20 000 sowjetischen Kriegsgefangenen überbelegt war. Die Mehrheit von ihnen starb an Hunger, Kälte und Krankheiten. In einem Lagerteil richtete die SS ein Aufenthaltslager für die Juden ein, die gegen im Ausland internierte Deutsche ausgetauscht werden sollten. Ab März 1944 wurden hier auch kranke Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern un­tergebracht.

1944 begann man mit der Einlieferung von weiblichen Häftlingen vor allem aus dem KZ-Auschwitz-Birkenau. Ab Januar 1945 war das Lager völlig überfüllt durch die Evakuierung von KZ-Häftlingen aus frontnahen KZs. Es kam zum Massensterben, das auch nach der Befreiung am 15. April durch britischeTruppen andauerte. Die bekanntesten Häftlinge im KZ Bergen-Belsen waren Anne Frank und ihre Schwester, die beide hier starben.

1961 ließ Bischof Heinrich Maria Janssen die Sühnekirche als kirchIiches Mahnmal in Bergen-Belsen errichten. Er richtete auch die Bistumswallfahrt nach Bergen-Belsen ein, die sich von der ursprünglichen Sühnewallfahrt im Laufe der Jahre zu einer Gedenkwallfahrt gewandelt hat. Sie wird immer im jährlichen Wechsel von einer der Regionen des Bistums Hildesheim gestaltet und bildet den Auftakt der Kreuzwoche, die dann einen Sonntag später mit der Kreuzwallfahrt nach Ottbergen endet.

(pkh)