Glaube. Liebe. Widerstand

Ein Abend zu Bertolt Brecht in der Basilika St. Clemens am 10. Februar

"Glaube, Liebe, Widerstand. Texte, Songs und Exegesen": Unter diesem Titel beschäftigt sich die Katholische Kirche in der Region Hannover am Freitag, 10. Februar, mit Gedichten, Songs und anderen Texten  von Bertolt Brecht. Anlass ist der 125. Geburtstag des die Literatur verändernden Dramatikers und Lyrikers. Beginn ist um 20 Uhr in der Basilika St. Clemens.

„Sie werden lachen, die Bibel“: Bertolt Brecht überraschte mit seiner Antwort auf die Frage, welches Buch er mit auf eine einsame Insel nehmen würde. Wobei es dem Sohn eines Katholiken (und selbst evangelisch getauft), es dabei auf den ersten Blick weniger um die Religion ging: Die Bibel, so Brecht, ist ein „Sammlung von aufregenden Geschichten, Generationskonflikten, Mord und Totschlag, gipfelnd im Hohelied der Liebe.“

Brechts umfangreiches Werk ist durchzogen von einem oftmals sarkastischen Spielen mit biblischen Worten und kirchlichen Traditionen. Vor allem legt er im Umgang mit Bibel, Kirche und Religion stets einen Finger in die Wunde, wo Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.

Das ist für Thomas Harling, Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover, einer der Anknüpfungspunkte für eine Annäherung in diesem Fall an die Lyrik Bertolt Brechts: „Seine Hartnäckigkeit, trotz katastrophaler Umstände am Menschlichen, am Hoffnungspotential festzuhalten und Widerstand zu leisten.“ Ein Leitgedanke, der sich auch durch die Geschichten der Bibel zieht. Zweiter Ansatzpunkt für Harling: „Als Vertriebener schreibt er gehen Unrecht und Entmenschlichung an - eine sehr zeitgemäße Situation.“

Der Ablauf des Abends orientiert sich an Brechts Gedichtband "Hauspostille", erläutert Harling: „Die Hauspostille ist im Großen und Ganzen die einem liturgischen Stundengebet nachempfunden“. Sowohl in der Form – von Bitten über Exerzitien zu Psalmen ¬ auch als in inhaltlicher Sicht: „In den Texten geht es um Glaube, Liebe und Hoffnung - Eigenschaften, die angesichts globaler Krisen mehr denn je gefragt sind, um Gerechtigkeit, Widerstand.“

Die Texte werden am Veranstaltungsabend von Alrun Hofert, Schauspielerin und seit der Spielzeit 2019/20 Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover, vorgelesen. Ausgelegt wird jeweils ein Gedicht von:

  • Marlis Drevermann, ehemalige Kulturdezernentin der Landeshauptstadt und SPD-Mitglied
  • Rüdiger Wala, Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in der Diözese Hildesheim
  • Dr. Christian Wirz, Propst an St. Clemens und Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover

Die Idee und die Konzeption liegt bei Regionalkantor Francesco Bernasconi, Alrun Hofert und Thomas Harling.

  • Hinweis: Die Veranstaltung findet auf der Empore in der Basilika St. Clemens statt. Der Zugang ist nicht barrierefrei, sondern erfolgt über eine schmale Wendeltreppe. Die Platzzahl ist begrenzt. Daher ist eine Reservierung unter kultur(ät)kath-kirche-hannover.de empfohlen.