Der Welfe, der katholisch wurde
Gottesdienst und Vortrag zu Herzog Johann Friedrich
Vor 400 Jahren wurde Herzog Johann Friedrich geboren. Das Wiederbegründen katholischen Lebens nach der Reformation ist eng mit seiner Geschichte verbunden. | Gottesdienst und Vortrag von Prof. Dr. Hans-Georg Aschoff am Dienstag, 13. Mai. Beginn ist um 18:30 Uhr in der Basilika St. Clemens in Hannover.
2025 jährt sich der 400. Geburtstag von Herzog Johann Friedrich von Braunschweig und Lüneburg. Der Welfe war 1651 mit 26 Jahren bei einem Aufenthalt in Assisi zum Katholizismus übergetreten, bevor er 1665 die Regentschaft im Fürstentum Calenberg mit der Residenz Hannover übernahm. Aus diesem Grund feiert die Katholische Kirche in der Region Hannover am Dienstag, 13. Mai, einen Gottesdienst in der Basilika St. Clemens. Beginn ist um 18:30 Uhr. Im Anschluss wird zu einem Vortrag und Diskussion mit dem Historiker Professor Dr. Hans-Georg Aschoff ins benachbarte Tagungshaus der Katholischen Akademie eingeladen.
Das Wiederbegründen katholischen Lebens nach der Reformation ist eng mit Herzog Johann Friedrich verbunden. So wird im Jahr seiner Thronbesteigung am Weihnachtstag erstmals wieder im großen Saal des Leineschlosses ein katholischer Gottesdienst gefeiert. Auf sein Betreiben errichtete Papst Alexander VII. 1667 das Apostolische Vikariat der Norddeutschen Missionen und ernannte den Geheimsekretär von Johann Friedrich, den italienischen Priester Valerio Maccioni, zum ersten Apostolischen Vikar. 1670 wurden erstmals wieder in der Karwoche und zu Fronleichnam öffentliche Prozessionen durchgeführt, an dem der Herzog mit seinem Hofstaat teilnahm. Die katholische Gemeinde im Umkreis des Hofes bildeten zu diesem Zeitpunkt vor allem zumeist italienische Künstler, Musiker, Sänger und Hofmaler mit ihren Familien, aber auch bestallter ausländischer katholischer Diener.
Johann Friedrich war es auch, der den jungen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz als Hofhistoriographen und Bibliothekar nach Hannover berief und die spätere Königliche Bibliothek begründete. Zudem ließ Johann Friedrich das Leineschloss und schuf mit der Planung des Großen Gartens die Grundlagen für die Herrenhäuser Gärten.
Zum Referenten: Prof. Dr. Hans-Georg Aschoff hat viele Jahre an der Leibniz-Universität Hannover Neuere Geschichte und Kirchengeschichte gelehrt. Seine Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind die neuzeitliche Kirchengeschichte (insbesondere die Geschichte konfessioneller Minderheiten), staatskirchenrechtliche Problematiken, Parteiengeschichte (insbesondere konservative und christliche Parteien) sowie die niedersächsische Landesgeschichte der Neuzeit. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen von gehört die „Geschichte des Bistums Hildesheim von der Reformation bis zur Säkularisation“. Aschoff gehört auch zu den Herausgebern des Sammelbandes „Katholisch in Hannover: Menschen – Geschichten – Lebenswelten“, das 2018 zum 300. Weihejubiläum der Mutterkirche der Katholikinnen in der Region, der Basilika St. Clemens, erschien.
- Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Verein für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim durchgeführt. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.
pkh/Wala


