Jetzt mit Wappen von Leo XIV.
Das päpstliche Wappen über dem Portal der Basilika St. Clemens wurde erneuert und gesegnet
Rückblick 12. März 1998 – mit dem Apostolischen Schreiben Inter sacras wird die Propsteikirche St. Clemens von Papst Johannes Paul II. zusätzlich zur Basilica minor (kleine Basilika) erhoben. Der Titel ist Ausdruck der Verbundenheit des Papstes mit aus seiner Sicht bedeutenden Kirchen.
Bisher hing das Wappen des ernennenden Papstes Johannes Paul II. über dem großen Portal der Basilika. Jetzt wurde es „getauscht“ – gegen das Wappen des amtierenden Papstes Leo XIV. Möglich macht das die Acta Domus ecclesiae de titulo basilicae minoris, mit der seit November 1989 das Verfahren zur Ernennung, aber auch die Rechte und Pflichten, die damit verbunden sind, geregelt sind. Nach der Acta darf eine Basilika auch das Wappen des amtierenden Papstes an einer markanten Stelle der Kirche zeigen.
„Für uns ist es ein Ausdruck der Verbundenheit mit Papst Leo, wenn wir sein Wappen über dem Portal anbringen“, betont Propst Wolfgang Semmet als „Hausherr“ (kirchlich: Rector ecclesiae) der 1717 geweihten Mutterkirche der Hannoveraner Katholik*innen. „Uns haben schon seine ersten Worte nach der Wahl beeindruckt“, sagt Semmet weiter: „Seine Sehnsucht nach Frieden, die Hoffnung, dass das Böse nicht die Oberhand gewinnt.“ Mit seinem Wirken sei er eine Hoffnungsgestalt für eine zerrissene Welt geworden.
Das am 14. Mai letzten Jahres veröffentlichte Wappen von Papst Leo XIV. folgt den Gedanken der „Einheit in Christus“ – so wie es bereits in seinem Wahlspruch zum Ausdruck kommt: „In illo uno unum“ („In dem Einen sind wir eins“). Der Papst bezieht sich hier auf einen Kommentar des heiligen Augustinus zu Psalm 127.
Das brennende, von einem Pfeil durchbohrte Herz, das im rechten Feld des geteilten Schildes zu sehen ist, ist das Emblem des Augustinerordens. Seinen Ursprung hat dieses Bild in einem zentralen Zitat in den Bekenntnissen des heiligen Augustinus: „Sagittaveras tu cor meum caritate tua“ („Mit deiner Liebe hast du mein Herz durchbohrt“). Von 2001 bis 2013 war der heutige Papst Generalprior des Augustinerordens, dem er 1977 beigetreten war.
Im linken Feld erscheint auf blauem Grund eine silberne Lilie. Das ist ein klassisches Symbol für die Gottesmutter Maria. Die Farbe Blau erinnert an den Himmel. Die Lilie (flos florum) ist seit jeher ein Zeichen für Reinheit und wird oft in Verbindung mit der Gottesmutter dargestellt.
Als Basilika hat St. Clemens das Recht, dieses Wappen zu zeigen. Aber zu Rechten gehören auch Pflichten. So wird die personelle und bauliche Ausstattung für eine vorbildliche Feier der erneuerten Liturgie und für häufigen Predigt- und Beichtdienst, von der zuständigen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung eingefordert. Auch sind in der religiösen Bildungsarbeit die römischen Verlautbarungen zu studieren und die petrinisch-päpstlichen Feste feierlich zu begehen.
Im Bistum Hildesheim wurden noch zwei weitere Kirchen der päpstliche Ehrentitel verliehen: 1963 St. Godehard in Hildesheim und 2015 St. Cyriakus in Duderstadt. St. Clemens ist auch jenseits der Bistumsgrenzen in guter Gesellschaft. 75 Kirchen sind seit 1913 in Deutschland zur kleinen Basilika erhoben worden. Darunter beispielsweise die Wallfahrtskirchen St. Anna in Altötting und Aufnahme Mariens in den Himmel in Kevelar.
Weltweit tragen weit über 1600 Kirchen den Titel Basilica minor. Mehr als 500 davon allein in Italien. Der Ehrentitel wird seit dem 18. Jahrhundert vergeben. Übrigens: Wenn es kleine Basiliken gibt, muss es auch große geben. Der Titel Basilica maior ist den sechs höchsten römisch-katholischen Gotteshäusern vorbehalten: dem Petersdom, der Lateranbasilika, den Kirchen Sankt Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore (alle Rom) sowie der Basilika des heiligen Franziskus und Unsere Liebe Frau von den Engeln (beide Assisi).
pkh/wala





