Gesendet für Menschenwürde und Gemeinsinn

Zentrale Fronleichnamsfeier: Gottesdienst mit Weihbischof Martin Marahrens in der Basilika St. Clemens

Alles anders: Wegen Warnungen des Wetterdienstes vor Gewittern und starken Winden wurde die zentrale Fronleichnamsfeier der Katholik*innen in Hannover vom Platz vor der Basilika in die Kirche verlegt. Trotzdem kamen über 700 Mitfeiernde.

„Dieses Mal ist alles anders“, sagte Propst Wolfgang Semmet. Die Warnungen des Wetterdienstes vor Gewittern mit starken Winden haben zur Verlegung der zentralen Fronleichnamsfeier in die Basilika St. Clemens geführt. Geplant war ein Freiluftgottesdienst auf dem Platz vor der Kirche. Auch die Prozession durch das Steintor musste kurzfristig abgesagt werden. Stattdessen wurde die Monstranz, das Zeigegefäß mit einer Hostie, zweimal durch die Kirche getragen.

Trotzdem haben sich über 700 Katholikinnen und Katholiken in und vor der Basilika St. Clemens sowie im benachbarten Tagungshaus der Katholischen Akademie versammelt. Dorthin wurde der Gottesdienst live übertragen. 

Die Predigt hielt in diesem Jahr der Hildesheimer Weihbischof Martin Marahrens. Für ihn ist die Kirche vor allem eine große Kooperationsgemeinschaft: „Jesus liebt in den Gemeinden.“ Ein Zeichen sei dafür die Kooperation mit Gott über das Gebet: „Das Gebet hat in unserer lauten Welt oft schweren Stand, es ist aber entscheidend sowohl für Gottes als auch für unser Wirken in dieser Welt.“ Dazu braucht es die Kooperation untereinander: „Jede Stimme in unserer Kirche ist wichtig, jeder und jede kann etwas beitragen.“ Drittens: die Kooperation mit der Welt. „Die Kirche ist kein Selbstzweck, sie ist in die Welt gesandt, für Menschenwürde und Gemeinsinn“, betonte der 49-jährige Marahrens, der im Februar dieses Jahr zum Weihbischof in Hildesheim geweiht worden ist und aus Gehrden stammt. 

Musikalisch wurde der Gottesdienst von einem Bläserensemble unter der Leitung von Peter Erben, einem Projektchor unter der Leitung von Carsten Steinhoff und an der Orgel von Regionalkantor Francesco Bernasconi gestaltet. Die Gebete, Fürbitten und Lesungen wurden wie jedes Jahr in verschiedenen Sprachen vorgetragen – auf Polnisch, Spanisch, Italienisch, Kroatisch, Tamilisch, Malagasy, Ukrainisch, Englisch und Vietnamesisch. „Das zeigt, wie international und vielfältig die Katholische Kirche in der Region Hannover ist“, sagte Propst Semmet.

Die Hälfte der Kollekte geht an das Projekt „Familien stärken: Hilfe für Kinder krebskranker Eltern“ des Caritasverbandes Hannover. Unterstützt werden Familien, in denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist. Das spendenfinanzierte Angebot ist für Betroffene kostenfrei und bietet psychologische Entlastung, Unterstützung bei der Bewältigung der Ängste sowie Hilfe in sozialrechtlichen Fragen. Die andere Hälfte der Kollekte ist für die Kosten von Gottesdienst und Prozession gedacht.

Das Fronleichnamsfest wird 60 Tage nach Ostern gefeiert – immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den eigentlichen Gedenktag des letzten Abendmahles, den Gründonnerstag, an.