"Kennst du das Land" – zum zweiten

Vom 19. bis 21. September: Tage italienischer Musik unter der Schirmherrschaft des Italienischen Konsulates

Zum zweiten Mal an drei Tagen Musikalisches über Italien: Gesprächskonzert, ein selten aufgeführtes Requiem und eine abwechslungsreiche Matinee | Zusammenarbeit der Deutsch-italienischen Kulturgesellschaft, dem Museum August Kestner und der Katholischen Kirche in der Region Hannover.

Italienische Musik in einer Kirche, die zwar in der Calenberger Neustadt steht, aber wie aus Venedig verpflanzt wirkt – die Basilika St. Clemens wird nicht umsonst als „Italienerin an der Leine“ bezeichnet. Ihr Baumeister Tommaso Giusti hat sie Anfang des 18. Jahrhunderts im Stile des venezianischen Barocks gestaltet.

„Das ist eine besondere Verbundenheit, die wir mit unseren Musiktagen aufgreifen“, sagt Francesco Bernasconi, Regionalkantor der Katholischen Kirche in der Region Hannover und Kirchenmusiker an der Basilika St. Clemens. Bernasconi, der selbst aus dem italienischen Triest stammt, geht es darum, die Weite der kirchlichen wie weltlichen Musik Italiens zu zeigen. Daher der Leitgedanke: „Kennst du das Land?“

Das Programm für die Musiktage von Freitag, 19. September, bis Sonntag, 21. September, wurde in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft und dem Museum August Kestner entwickelt. Die Schirmherrschaft hat das Italienische Generalkonsulat übernommen. „Ich freue mich sehr, dass wir die Kooperation aus dem vergangenen Jahr fortsetzen können“, betont Bernasconi.

Den Auftakt am Freitag, 19. September, im Museum August Kestner macht ein Gesprächskonzert über ein Genre, für das Italien wie kein anderes Land steht: 400 Jahre italienische Oper. Musikgeschichtlich wird die Opernregisseurin, Dramaturgin und Autorin Dr. Sabine Sonntag die Entwicklungslinien der italienischen Oper aufzeigen, klanglich unterstützt von Antonio Di Martino (Bariton) und Francesco Bernasconi am Klavier. Beginn dieses Gesprächskonzertes ist um 18 Uhr im Museum August Kestner (Platz der Menschenrechte 3, 30159 Hannover).

Mit dem Konzert am Sonntag, 20. September, wird zudem die laufende Credo-Reihe in der Basilika St. Clemens fortgesetzt, die seit März dieses Jahres das „Große Glaubensbekenntnis“ der Christenheit, musikalisch entfaltet. Bei „Credo: et expecto resurrectionem“ (Ich glaube: Ich erwarte die Auferstehung) sind aus Anlass des 100. Todestages des italienischen Komponisten und Organisten Marco Enrico Bossi Teile aus seinem selten aufgeführten Requiem zu hören sind. Bossi (1861–1925), unter anderem Musiker am Dom zu Como, Musikprofessor in Neapel und Direktor verschiedener Konservatorien, gilt als „Hoher Herr der Klänge“. Ausführende sind der Propsteichor St. Clemens unter Leitung von Francesco Bernasconi und Wladimir Matesic (Orgel). Matesic ist Professor für Orgel am Staatlichen Konservatorium „G. Frescobaldi“ zu Ferrara und Domorganist zu Bologna. Beginn ist um 18:30 Uhr in der Basilika St. Clemens (Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover).

Die Tage schließen am Sonntag, 21. September, mit der musikalischen Matinee „Da camera e da chiesa“.Zu Deutsch „Die Kammer(musik) und die Kirchen(musik)“ führt das Programm quer durch die weltliche und kirchliche Musik Italiens – mit Werken von Rossini, Leoncavallo, Durante, Giordani und anderen. Es singt ein Ensemble aus dem Atelier für Gesang Mika Bergman. „Wir möchten mit dem Konzert die Grenzen zwischen diesen gesetzten Genres auflösen und sie verbinden“, betont Mika Bergman. Beispiel Gioachino Rossini: Seine „Petite Messe solennelle“ ist eine Vertonung des katholischen Messtextes, die Musik und der Gesang tragen aber durch Arien und Duette opernhafte Züge. „Moses in Ägypten“ klingt nach einem kirchlichen Oratorium, ist aber eine klassische Oper. Aus beiden Werken werden einzelne Stücke zu hören sein. Beginn ist um 11:15 Uhr in der Basilika St. Clemens.

  • Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen ist frei. Um eine Spende wird gebeten.

pkh/Wala