Zum Inhalt springen
Impressum  Datenschutz

News anzeigen

24. Januar 2020
Türkisch-deutsche Verständigung: Mit viel Musik und Tanz wird das zehnjährige Jubiläum von Tandem in der Katholischen Familienbildungsstätte gefeiert. | Foto: Wala

Türkisch-deutsche Verständigung: Mit viel Musik und Tanz wird das zehnjährige Jubiläum von Tandem in der Katholischen Familienbildungsstätte gefeiert. | Foto: Wala

Tandem – auf türkisch und deutsch ...

Sprache lernen, Kultur und Traditionen erfahren, Klischees hinterfragen, Unbehagen abbauen – das geht am besten gemeinsam: Dieser Gedanke liegt dem Projekt Tandem zugrunde, das nun sein zehnjähriges Bestehen in der Katholischen Familienbildungsstätte Hannover feiern konnte.

Die Idee: Türkische und deutsche Seniorinnen kommen einmal in der Woche zusammen. Sie lernen die Sprache, reden miteinander, sie kochen, singen, malen und tauschen sich aus zu Kultur und Lebensgewohnheiten.

„Eigentlich ist das eine ganz einfache Überlegung – aber mit großer Wirkung“, sagt Anne Korte-Polier, die Leitern der Katholischen Familienbildungsstätte. Die FABI arbeitet dabei mit dem Verein Can Arcadas zusammen, der sich seit seiner Gründung 1988 neben Beratung und Betreuungsaufgaben auch für das interkulturelle Miteinander in Hannover einsetzt.

Für Anne Korte-Polier ist besonders von Bedeutung, „dass hier Frauen zusammenkommen, die sich sonst kaum getroffen, geschweige denn miteinander gekocht hätten.“ Die große Wirkung liegt für die FABI-Leiterin vor allem in der „riesigen Portion Herz und Leidenschaft, die die Frauen Wochen für Woche hier einbringen.“

Das wurde schon bei einem der ersten Projekte von Tandem deutlich, dem „Deutsch-Türkischen Sofa“, einem interkulturellen Erzählprojekt. Angeregt und flankiert von der großen „Gastarbeiter“-Sonderausstellung 2011 im Historischen Museum, erzählten die Frauen vor großem Publikum wie sie die Zeit in den 1960er- und 70er-Jahren erlebt haben – einmal aus deutscher Perspektive und einmal aus der von Frauen der ersten Gastarbeiter-Generation. Dem erzählten Wort folgte als nächstes Projekt eine Schreibwerkstatt, die die Lebensgeschichten zu Papier brachten. Das gemeinsame Befassen mit Kunst und Kunsthandwerk führte 2016 zur Herausgabe einer Broschüre, in denen die Teilnehmerinnen ihre eigenen Kunstwerke darstellten und erläuterten. Zuletzt hat sich Tandem mit türkischer und deutscher Musik beschäftigt – quer durch alle Genres: von Folklore bis Klassik. Dazu gehörte auch das Kennenlernen unterschiedlicher Instrumente.

„Um ein solches Projekt zu starten und durchhalten zu können, braucht man Unterstützer“, betont Anne Korte-Polier. Von Anfang an sei der Bezirksrat Hannover-Mitte eine besondere Stütze gewesen. Mit angestoßen wurde Tandem von der Bezirksmanagerin Mitte der Stadt Hannover, Claudia Göttler: „Zu Beginn waren noch Distanz, Klischees und Unbehagen vor dem Fremden zu spüren“, erinnert sie sich. Das habe sich gewandelt: „Dank Tandem ist aus Parallelwelten eine gemeinsame Welt geworden. Mehr noch: Es sind Freundschaften entstanden.“

Die Treffen von Tandem sind jeweils donnerstags zwischen 15 und 16:30 Uhr in der Katholischen Familienbildungsstätte, Goethestraße 31 in 30169 Hannover. Weitere Informationen bei Fachbereichsleiterin Beata Brod unter Telefon: 0511 / 164 05 70 oder E-Mail: brod@kath-fabi-hannover.de