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23. Mai 2017
Sie ist schon seit 28 Jahren Leiterin des Kindergartens St. Raphael: Ingrid Kamp. © pkh/ Hillebrand

Sie ist schon seit 28 Jahren Leiterin des Kindergartens St. Raphael: Ingrid Kamp. © pkh/ Hillebrand

Während des Festgottesdienstes symbolisieren die 22 Flaggen die Nationen, die im Kindergarten vertreten sind. © pkh/ Hillebrand

Während des Festgottesdienstes symbolisieren die 22 Flaggen die Nationen, die im Kindergarten vertreten sind. © pkh/ Hillebrand

50 Jahre Kindergarten St. Raphael

Ein katholischer Kindergarten mit einem Migrantenanteil von mehr als 90 Prozent – wie soll da „katholisch“ noch funktionieren? Sehr gut, zeigt der Kindergarten St. Raphael in Garbsen. Er hat gerade erst mit einem Festgottesdienst anschließendem bunten Familienfest seinen 50. Geburtstag gefeiert.

Zum Gottesdienst brachten zum Beispiel die rund 400 Kinder und Angehörige 22 Flaggen von verschiedenen Ländern mit. So viele unterschiedliche Nationen kommen nämlich im Kindergarten St. Raphael zusammen. „Unser Miteinander läuft völlig entspannt“, sagt die Leiterin des Kindergartens, Ingrid Kamp. Sie ist schon seit 28 Jahren Kindergartenleiterin. Davor war sie 12 Jahre als Erzieherin in einem anderen katholischen Kindergarten tätig. „Bei uns nehmen wir natürlich Rücksicht auf alle Religionen, aber die nichtchristliche Kinder nehmen an unseren Gottesdiensten teil“, erklärt Kamp. „Viele Eltern entscheiden sich bewusst für eine christliche Kita wegen unserer Werte, auch wenn die Eltern selbst vielleicht muslimisch sind.“

 

Der Kindergarten St. Raphael wurde 1967 im damals neu entstehenden Stadtviertel „Auf der Horst“ in Garbsen erbaut. Von anfangs 60 Plätzen für Kinder sind die Kapazitäten des Kindergartens auf mehr als 130 erweitert worden. Seit 2009 gibt es auch eine Krippe. Bei all dem Wandel bildet das Team des Kindergartens eine Konstante: Neben der Leiterin Kamp sind auch viele Mitarbeiterinnen schon sehr lange dabei. „Das gibt bei uns eine gute Mischung aus erfahrenen und neuen Mitarbeitern“, sagt Kamp, die nächstes Jahr in Rente geht. „Ich liebe meinen Beruf und die Kinder. Ich bin und war hier am richtigen Platz, auch wenn es manchmal mit der Sprache eine Herausforderung ist.“

 

Viele Kinder würden heute selbst ihre eigene Muttersprache nur noch verwaschen sprechen, sagt Kamp. „Deren Eltern sind schon in Deutschland geboren und aufgewachsen. Darum stehen sie praktisch zwischen zwei Sprachen“, erklärt sie. Mit einem speziellen Programm zur Qualifizierung von Müttern, die ihre Kinder dadurch selbst sprachlich fördern können, arbeitet der Kindergarten dagegen an. „Für ihr Engagement möchte ich ihnen sehr danken“, sagte Pfarrer Christoph Lindner während des Gottesdienstes, in dem er auch auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Weltreligionen einging.

 

 

Von: Marie Kleine