Zum Inhalt springen
Impressum  Datenschutz

News anzeigen

29. Juli 2020
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay übergibt im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. | Foto: Wala

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay übergibt im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. | Foto: Wala

"Für mich sind das eigentlich ganz selbstverständliche Tätigkeiten", sagt Regina Zimmermann anlässlich der Ehrung. Aber es ist eine Auszeichnung mit Verantwortung – "für Menschen in Notlagen, für die, die leicht hinten runterfallen." | Foto: Wala

"Für mich sind das eigentlich ganz selbstverständliche Tätigkeiten", sagt Regina Zimmermann anlässlich der Ehrung. Aber es ist eine Auszeichnung mit Verantwortung – "für Menschen in Notlagen, für die, die leicht hinten runterfallen." | Foto: Wala

Anerkennung vom Bundespräsidenten

Pastoralrat, Tafel, Straßenambulanz, Flüchtlingshilfe: Regina Zimmermann kümmert sich. Dafür wurde ihr die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen.

Kümmern, zuhören, aufbauen, ruhig, sympathisch, manchmal mit notwendigem Nachdruck: Das ist Regina Zimmermann fast zur zweiten Natur geworden. Zudem ist es verdienstvoll: Jetzt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner der heute 69-Jährigen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen: „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“, wie es in der Verleihungsurkunde heißt.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hat nun die Medaille bei einem kleinen Festakt im neuen Rathaus übereicht. Das Stadtoberhaupt verweist dabei auf die Fülle des ehrenamtlichen und sozialen Einsatzes, den Regina Zimmermann im Laufe von über 30 drei Jahrzehnten geleistet hat. Zum einen in der Pfarrgemeinde St. Maximilian Kolbe in hannoverschen Stadtteil Mühlenberg, dessen Lebenswirklichkeit von Notlagen zwischen Hochhäusern geprägt ist. Viele Jahre war sie Pfarrgemeinderat dabei, zwei Amtsperioden auch als Vorsitzende. Jetzt ist die Mutter zweier Kinder und Oma dreier Enkel in den Ausschüssen Ökumene und Caritas aktiv des jetzigen Pastoralrates aktiv und leitet die Frauengruppe.

Als sich 1999 die Hannöversche Tafel gründet, war Regina Zimmermann von der ersten Stunde an dort engagiert. Bis heute gibt sie fast jeden Dienstag im Ökumenischen Kirchencentrum auf dem Mühlenberg Lebensmittel aus. Seit dem Eintritt in den Ruhestand 2011 ist die gelernte Krankenschwester bei der Straßenambulanz des Caritasverbandes aktiv.  Bei bis zu zehn Einsätzen im Monat ist sie mit der Arztpraxis auf vier Rädern zu Notunterkünften oder Treffpunkten von Obdachlosen unterwegs. „Sie nehmen sich dabei der Sorgen und Nöte ihrer Patienten an“, würdigt Onay. Das ist mehr als Wundversorgung: „Durch ihre ruhige und sympathische Art schaffen Sie es, dass sich die Patienten auf die Behandlung einlassen.“

2016 wurde Regina Zimmerman in den Caritasrat Hannover gewählt. Aber damit war Onay noch nicht am Ende seiner Liste angekommen. Als Unterstützerin des Flüchtlingsheims in Hannover-Wettbergen hilft Regina Zimmermann Familien beim Deutsch-Lernen oder Behördengängen.

„Für mich sind das eigentlich ganz selbstverständliche Tätigkeiten“, betont Regina Zimmermann. Deshalb hatte sie die Benachrichtigung über die Verleihung zunächst nur Staunen ausgelöst: „Doch das ist ganz schnell großer Freude gewichen.“ Nie hätte sie damit gerechnet, dass die von ihr so gern mit Leidenschaft gemachte Arbeit so große Bedeutung hat –  weder für die Caritas noch für die Kirchengemeinde. Dankbar ist Regina Zimmermann, dass sie dieses Engagement in „so großartigen Teams“ machen kann.  Mit der Auszeichnung verbinde sie zudem eine große  Verantwortung: „Für unsere Mitmenschen in Notlagen, für die, die durch unsere sozialen Netze fallen und keinen Fürsprecher haben.“ Das müsse „an diesem tollen Tag“ auch gesagt werden.

 

Ein Porträt von Regina Zimmermann finden Sie hier: "Hoffnung schenken – auch da, wo andere keine mehr haben"

Von: Rüdiger Wala