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16. April 2018
Würdigung einer Frau, die für viele im Bistum Hildesheim den Weg bereitet hat: Für Felizitas Teske war die 2006 verstorbene Hildegard Rese eine Mentorin. Die Ausstellung würdigt unter anderem die erste Frau an der Spitze des Diözesanrates, der höchsten Vertretung der Laien im Bistum.

Würdigung einer Frau, die für viele im Bistum Hildesheim den Weg bereitet hat: Für Felizitas Teske war die 2006 verstorbene Hildegard Rese eine Mentorin. Die Ausstellung würdigt unter anderem die erste Frau an der Spitze des Diözesanrates, der höchsten Vertretung der Laien im Bistum.

"Beharrlich bis stur den Weg gehen"

Bis zum 22. April ist die Ausstellung „Das weibliche Gesicht von Kirche“ in der Kirche St. Heinrich zu sehen. Die Wanderausstellung der Frauenpastoral im Bistum Hildesheim wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

„Wir wollen das oftmals in Vergessenheit geratene Wirken von Frauen in der Vergangenheit und ihren Einsatz für die Kirche heute würdigen und wertschätzen“, begründet die Pastoralreferentin Annette Burchardt, unter anderem zuständig für Frauenpastoral im Bistum Hildesheim, den Anstoß zur Ausstellung. Schwer sei ihr und den beiden weiteren Initiatorinnen, der Pastoralreferenten Ewa Karolczak aus Hannover und der Stader Gemeindereferentin Renate Vornholt, die Auswahl der Frauen gefallen: „Sie sollen die unterschiedlichen Bereiche des Engagements von Frauen aufzeigen.“ So konzentriert sich die Ausstellung auf 13 Frauen, dargestellt in lebensgroßen Figuren : Angefangen von der Gottesmutter Maria, die auch Patronin des Bistums ist, über heiliggesprochene Frauen bis hin zu Frauen, die in jüngerer Vergangenheit und heute Akzente im Bistum setzen – auf die eine oder andere Weise.

Für Katharina Conrady, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Heinrich, will die Ausstellung Mut machen: „Damit die Kirche auch weiterhin  ein weibliches Gesicht hat.“ Die in der Ausstellung gezeigten Frauen weisen da den Weg“, sagt sie zur Eröffnung der Ausstellung. Propst Martin Tenge, Dechant der katholischen Region Hannover ergänzt: „Die Ausstellung wirft den Blick auf etwas, das schon ist, aber noch viel bewusster werden muss.“

In einer Einführung zur Ausstellung verweist Felizitas Teske, 2. Vorsitzende des Dekanatspastoralrates Hannover, auf das öffentliche Bild der Katholischen Kirche: „Das ist eindeutig männlich dominiert, mit schwer nachdenklichen und konzentrierten Männern.“ Aber auch in der jüngeren Vergangenheit des Bistum Hildesheim gab es Frauen, die den Weg geebnet haben, die sich, wie Felizitas Teske hervorhebt „durchbeißen mussten“.

Die Rektorin der Bonifatiusschule erinnert an Dr. Hildegard Reese. 1916 geboren, war die Lehrerin und spätere Studiendirektorin von 1986 bis 1990 die erste Frau an der Spitze des Diözesanrates, der Vertretung der Laien im Bistum Hildesheim. Schon vorher hatte sie, unter anderem als Teilnehmerin an der ersten Hildesheimer Diözesansynode 1968/69, die Beteiligung von Frauen an der an der Verantwortung für Kirche und Bistum vorangebracht. Die zweite Diözesansynode 1989/90 bereitet sie vor – und drückt ihr durchaus einen Stempel auf. Dennoch habe Hildegard Rese in vielen Jahren lernen müssen, dass für Männer und Frauen andere Regeln gelten: „Beharrlich bis stur ist sie einen weiten Weg in der Kirche gegangen“, berichtet Felizitas Teske, die ihr 1990 im Amt als Vorsitzende des Diözesanrates nachfolgte.

„Die Kombination von beharrlichem Erdulden und konsequentem Abtrotzen der in einer anderen Zeit aufgewachsenen älteren Frauen und dem Vorwärtsdrängen der Jüngeren hat einiges angeschoben“, betont Felizitas Teske. Jedoch vermisst sie zurzeit oft das Vorwärtsdrängen der Jüngeren: Viele Ältere blicken dagegen auf eine zu lange Zeit zurück, in der sich zu wenig bewegt hat: „ Vielleicht ist aber nun auch bald die Zeit gekommen, wo sich bestimmte Entwicklungen einfach nicht mehr ‚deckeln‘ lassen, weil Kirche, die ja nicht Selbstzweck ist, sonst völlig den Anschluss an das Leben der Menschen verliert.“

 

Die Ausstellung kann zwischen 10 und 18 Uhr in der Kirche St. Heinrich (Sallstraße 74) besucht werden). Von 15.30 bis 18 stehen die Initiatorinnen für Gespräche und Rückfragen bereit.

Von: Rüdiger Wala