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24. Februar 2020
Pfarrer Wolfgang Semmet spendet den Segen für den Dienst der Gremienmitglieder an und mit der Gemeinschaft der Gemeinde. | Foto: Wala

Pfarrer Wolfgang Semmet spendet den Segen für den Dienst der Gremienmitglieder an und mit der Gemeinschaft der Gemeinde. | Foto: Wala

Geweiht 1718: Die Basilika St. Clemens war der erste Kirchbau nach der Reformation in Hannover. | Foto: Wala

Geweiht 1718: Die Basilika St. Clemens war der erste Kirchbau nach der Reformation in Hannover. | Foto: Wala

Die eine, die heilige ... I

Die Basilika St. Clemens in Hannover: Jeden Sonntag wird hier fünfmal die heilige Messe gefeiert: als Hochamt für die Gemeinde. Als Spätmesse für Kirchenferne. Im außerordentlichen Ritus. Auf spanisch. Und mit und für Studierende. Versöhnte Verschiedenheit. Teil 1: Gemeinschaft

Vertrautes Terrain: 10 Uhr, Hochamt in der Basilika St. Clemens. Es ist der Gottesdienst für die Pfarrei, für die, die in der Nähe wohnen, für die, die sich dazu zählen. Obwohl St. Clemens, die Mutter- und Hauptkirche für die Katholiken Hannovers ist, formal ist sie eine Filialkirche und gehört zu Pfarrei St. Heinrich. Die Kirche ist gut gefüllt, über 170 Frauen und Männer feiern mit. Vom Alter und von der Nationalität her gemischt, wenige Kinder sind dabei. Der Gesang ist kräftig, traditionelle Kirchenlieder wechseln mit neuem geistlichen Lied und auch lateinischen Gesängen.

Im Gottesdienst rücken zwei miteinander verbundene Aspekte in den Mittelpunkt: Segen und Gemeinschaft. Im letzten Jahr wurden Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand nachgewählt. Ihr Dienst an der und mit der Gemeinschaft der Gemeinde wird gesegnet. Nicht nur das: eine Frau und ein Mann werden als Kommunionhelfer eingeführt, eine Frau wird gesegnet, die sich auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela machen wird – aus Dank für die Genesung von einer schweren Krankheit. Segen als Rückenstärkung durch die Gemeinde.

Gemeinschaft – das wird noch an anderen Stellen im Hochamt deutlich. Zu Beginn des Gottesdienstes werden die Teilnehmenden begrüßt und kurz in den Verlauf eingeführt – noch bevor die Sakristeiglocke erklingt und Pfarrer und Ministranten einziehen.

Die Fürbitten werden nicht vom Ambo aus gesprochen. Zelebrant und (Für-)Betende stellen sich in den Mittelgang, beten von dort aus in Blick­richtung auf das Kreuz. Ein Zeichen dafür, dass im „Allgemeinen Gebet“ (wie die „Fürbitten“ im Gemeindegottesdienst liturgisch heißen) die Gemeinde ihre Welt vor Gott zur Sprache bringt – an diesem Sonntag sowohl für die Opfer und die Hinterbliebenen des Anschlags von Hanau und anderer Terrorakte, aber auch für die Täter von Gewalt.

Was aber nehmen Besucher aus diesem Gottesdienst mit? Stefanie Ziemann haben besonders die lateinischen Gesänge gefallen: „Das macht gerade in dieser Kirche eine schöne Atmosphäre.“ Ehemann Martin schätzt die Predigten und die stimmigen Liturgien. Das ist im Übrigen mit dem  1998 durch Papst Johannes Paul II. verliehenen Ehrentitel „Basilika“ verbunden – die Aufgabe eines „häufigen Predigtdienstes und eine vorbildliche Feier der erneuerten Liturgie“ an St. Clemens.

Von: Rüdiger Wala