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16. August 2019
Die Geschwisterkinder sollen beim Schulanfang nicht leer ausgehen. Daher hat die FABI Hannover zum Basteln eingeladen – mitten im Kaufhaus. | Foto: Hasler/FABI

Die Geschwisterkinder sollen beim Schulanfang nicht leer ausgehen. Daher hat die FABI Hannover zum Basteln eingeladen – mitten im Kaufhaus. | Foto: Hasler/FABI

Ein Herz für Geschwisterkinder

Schulanfang in Niedersachsen – ohne die passende Schultüte wäre er nicht komplett. Die Familienbildungsstätte in Hannover denkt aber auch an die Geschwisterkinder und lud zum Basteln ein. Mitten im Kaufhaus.

Es gibt große Tage in der Kindheit –die Einschulung ist einer davon. Ranzen und  Federmappe sind wichtig, die gut gefüllte Schultüte häufig umso mehr. Keine Frage. „Wir wollten aber auch an die Geschwisterkinder denken“, sagt Maria Hasler, Fachbereichsleiterin an der Katholischen Familienbildungsstätte in Hannover
(FABI). Sie sollen keinesfalls leer ausgehen.

Was wäre da passend? Auch eine Schultüte. Wenn auch angemessen kleiner. Unter anderem gefüllt mit einem Lesezeichen und einem reflektierendem „Schlagarmband“, das sich klackend um ein Handgelenk wickelt. Aber einfach so abgeben – das wollten Maria Hasler und ihre Kollegin Anne Kiehne dann auch nicht.

So luden sie zum Basteln ein – und das mitten im Kaufhaus, in der Galeria Kaufhof an der Marktkirche mitten in Hannover. Seit Juni verbindet die Warenhauskette und die FABI eine besondere Partnerschaft. Die FABI hatte sich bei einem Publikumswettbewerb des Kaufhauses durchgesetzt. Aufgerufen waren gemeinnützige Organisationen, die sich der Herausforderungen und Sorgen von Müttern und ihren Familien annehmen. Eine Mehrheit sprach sich für die FABI aus. Leitgedanke der Aktion: „Mama ist die Beste“.

Lohn der Kür: Ein Jahr lang spendet das Kaufhaus von jedem an einem Montag gebuchten Kassenbon einen Cent an die FABI. Doch sollte es nicht nur bei der monetären Zuwendung bleiben, erläutert Maria Hasler. Auch sollen gemeinsame Aktionen durchgeführt werden.

Wie jetzt zum Schulanfang. Das Kaufhaus stellte das Material, die FABI den Inhalt – und die Arbeitskraft. In der Spielzeugabteilung wurden dann die Rohlinge der kleinen Geschwisterschultüten mit Namen und Zierrat verschönt.

„Nebeneffekt“ der Aktion: „Wir sind auch mit den Müttern ins Gespräch gekommen.“ Ganz gezielt konnte Maria Hasler über die Angebote der FABI informieren. Welche Kurse haben eine parallele Kinderspielzeit im Spielzimmer der FABI, wann gibt es welches Angebot und findet sich das passende für den Donnerstagnachmittag? „Ganz häufig haben wir gemeinsam unser Programm durchgeschaut um etwas Maßgeschneidertes zu finden“, berichtet Maria Hasler.

Auch Anne Kiehne nutzte die Möglichkeit über ihren Arbeitsbereich zu informieren. Sie koordiniert für Hannover ein Angebot, dass sich „wellcome“ nennt. Dahinter verbirgt sich ein bundesweite Programm, das jungen Familien durch Ehrenamtliche stundenweise Unterstützung vermittelt. Der Gedanke dabei: Konkrete Nachbarschaftshilfe für alle Familien, denen es im ersten Jahr nach der Geburt an Unterstützung durch Familie oder Freunde fehlt. Die „wellcome“-Engel besuchen Familien ein- bis zweimal in der Woche kümmern sich um das Baby, während sich die Mutter ausruht. Oder sie  spielen mit den Geschwisterkindern, begleiten Zwillingseltern zu Arztbesuchen oder hören einfach zu.

Von: Rüdiger Wala