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10. September 2016
„Mit dem Wahlgang bringen die Menschen ihre Sorge um das persönliche und das Allgemeinwohl zum Ausdruck“, sagt Propst Martin Tenge.  © pkh

„Mit dem Wahlgang bringen die Menschen ihre Sorge um das persönliche und das Allgemeinwohl zum Ausdruck“, sagt Propst Martin Tenge. © pkh

Ein kostbares Recht

Am morgigen Sonntag finden Kommunalwahlen statt, die traditionell keine hohe Wahlbeteiligung erwarten lassen. Demokratie ist aber kein Selbstläufer, meint Propst Martin Tenge. Und ruft darum alle Katholiken in Stadt und Region Hannover zum Wählen auf.

Die Demokratie in unserem Land hat eine wertvolle Wirkungsgeschichte. Sie hat uns als Bürgern Deutschlands Rechtssicherheit gebracht, Beteiligung am politischen System, Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft und in unserem Privatleben. Die Demokratie ist das Fundament für einen in der Summe hohen Lebensstandard in unserem Land.

In vielen Ländern der Welt beneidet man uns um unsere Rechte und wundert sich, wie wir damit umgehen. Die Rechte, die wir besitzen, sind eben nicht selbstverständlich, sondern müssen geschützt und gestaltet werden. Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern muss von den Bürgerinnen und Bürgern immer neu aktiviert werden.

Das Gute ist: Wir müssen die Demokratie nicht aufbauen, das wäre sehr anstrengend. Viele Generationen vor uns haben um die Demokratie und für unseren heutigen Rechte gekämpft. Wir müssen heute die Demokratie „nur“ erhalten – indem wir zum Beispiel das Wahlrecht ausüben. Zur Wahl gehen, bedeutet eine Entscheidung zu treffen, wem ich meine Stimme geben möchte.

Manche denken, man könne ja sowieso nichts ändern oder bewegen. Hat man selbst aber sich eine politische Meinung gebildet, darf man davon ausgehen, dass auch andere eine haben. Demokratie, die „Herrschaft des Staatsvolkes“, lebt nun davon, dass das Volk seine Meinung auch zum Ausdruck bringt und nicht nur im passiven Kritisieren verbleibt.

Mit der praktizierten Demokratie, das heißt auch mit ihrem Wahlgang, bringen die Menschen ihre Sorge um das persönliche und das Allgemeinwohl zum Ausdruck. Je höher die Wahlbeteiligung, desto größer ist der Auftrag an die Politikerinnen und Politiker, einen guten Job zu machen. Sicherlich wird nicht immer genau das dann auch in die Tat umgesetzt, was wir uns von einem bestimmten Politiker oder einer bestimmten Partei versprochen hatten. Denn die Parteien müssen zusammen arbeiten, um unsere Stadt und die Region voranzubringen. Dabei müssen Kompromisse ausgehandelt werden - ein Zeichen dafür, dass unsere Demokratie funktioniert. Und ein Zeichen dafür, dass die Meinung vieler Wähler, und nicht nur die der Mehrheit, in unsere politischen Prozesse einfließt.

Wenn wir am Sonntag zur Wahl gehen, nutzen wir ein kostbares Recht, üben eine wichtige staatsbürgerliche Pflicht aus und gestalten aktiv unsere Gesellschaft.

 

Ihr Propst Martin Tenge