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20. Februar 2019
Das Gemeindeleben vor Ort, der Priestermangel, de Weihe von Frauen, der Pflichtzolibät, kirchliche Reformbewegungen und soziales Engagement – zahlreiche Themen kommen beim Gedankenaustausch ins Gespräch. | Foto: Wala/pkh

Das Gemeindeleben vor Ort, der Priestermangel, de Weihe von Frauen, der Pflichtzolibät, kirchliche Reformbewegungen und soziales Engagement – zahlreiche Themen kommen beim Gedankenaustausch ins Gespräch. | Foto: Wala/pkh

Ein neuer Kurs für die Kirche

Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ lädt an verschiedenen Orten im Bistum Hildesheim Gläubige zum Gespräch ein. Auftakt war in der Basilika St. Clemens in Hannover.

„Ich will kein Bischof sein, der am Schreibtisch sitzt, sondern möchte das Bistum und vor allem die Menschen, die hier wohnen, kennenlernen“, hatte Bischof Wilmer vor seiner Weihe angekündigt. Diese Aussage setzte er nun vor rund 500 Katholikinnen und Katholiken in der Basilika St. Clemens erstmals in die Tat um. Dabei lag ihm eine Frage besonders am Herzen: „Wie können wir heute das Evangelium bezeugen?“

Die Gläubigen konnten von zwei im Kirchenschiff aufgestellten Mikrofonen ihre Anregungen und Anfragen an den Bischof richten, der sich anschließend zu jedem einzelnen Statement äußerte. Das Spektrum der Themen reichte vom Priestermangel über das kirchliche Leben vor Ort bis hin zur personellen Ausstattung der Kirchenmusik oder eine Verbesserung der Jugendarbeit.

Angesprochen auf eine mögliche Aufhebung des Zölibats und eine Weihe von Priesterinnen sagte Wilmer: „Ich glaube, dass wir ernsthaft über die Wege der Zulassung zum Priestertum diskutieren müssen.“ Er werde sich persönlich dafür einsetzen. Allerdings gelte es zu berücksichtigen, dass es in anderen Regionen der Weltkirche andere Auffassungen gebe.

Der Bischof kündigte an, sich für mehr Frauen in kirchlichen Ämtern einzusetzen. Ebenso plädierte er für mehr Partizipation der Gläubigen bei Entscheidungen der Kirche. „Die Zeit ist vorbei, dass die katholische Kirche von oben nach unten agieren kann.“ Auch die Ökumene will Wilmer fördern. Die Christen in Deutschland könnten es sich nicht mehr leisten, ihre Gegensätze zu betonen, sagte der Bischof: „Es gibt viel mehr, was uns verbindet.“

Mit Blick auf die Fälle von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in der Kirche sagte der Bischof: „Wir müssen den Binnen-Zirkel der Kirche, das Männerbündische aufbrechen, um gemeinsam das Evangelium zu bezeugen in Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit.“

Zuvor hatte die frühere Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer dem Publikum von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Leiterin des Bischöflichen Beraterstabes zu Fragen sexualisierter Gewalt berichtet. „Wir betrachten jeden Fall und sprechen dann Empfehlungen für den Bischof aus“, sagte Fischer. Erster Ansprechpartner des Beraterstabs sei jedoch die Staatsanwaltschaft. Betroffenen empfehle der Stab konsequent, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen.

Die Dialogreihe wird mit Stationen in Braunschweig (20.Februar) und Göttingen (21. Februar) fortgesetzt. Weitere Termine finden in  Hameln (20. März 2019) und Bremen (26. März 2019) statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr mit einem gemeinsamen Gebet. Danach ist von 19.30 bis 21 Uhr Zeit für Gedankenaustausch und Diskussion. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Die Treffen finden an den folgenden Orten statt:
20. Februar: Braunschweig-Rühme, St. Christophorus (Hesterkamp 6a)
21. Februar: Göttingen-Grone, St. Heinrich und Kunigunde (St. Heinrich-Straße 5)
20. März: Hameln, St. Elisabeth (Arndtweg 17)
26. März: Bremen-Grohn, Hl. Familie (Grohner Markt 7)

Von: bph