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02. März 2020
Eva-Maria Adam leitet seit 15 Jahnen den Eine-Welt-Arbeitskreis von St. Maximilian Kolbe in hannover, der in vielen Ländern der Erde hilft | Foto: Martina Stabenow

Eva-Maria Adam leitet seit 15 Jahnen den Eine-Welt-Arbeitskreis von St. Maximilian Kolbe in hannover, der in vielen Ländern der Erde hilft | Foto: Martina Stabenow

Eine Gemeinde – viele Länder

Seit nunmehr 40 Jahren besteht und engagiert sich der Eine-Welt-Kreis der Pfarrgemeinde St. Maximilian Kolbe in Hannover-Mühlenberg. Die Vorsitzende Eva-Maria Adam erzählt, wie sich der Arbeitskreis für die Unterstützung von Frauen und Kinder einsetzt, die in den ärmsten Ländern der Welt leben. Teil 5 unserer Serie zu "Weltkirche in Hannover"

Ich gehöre schon seit vielen Jahren der Pfarrgemeinde St. Maximilian Kolbe an. In irgendeiner Art und Weise brachte ich mich wir immer wieder im Gemeindeleben ein, indem ich verschiedene Aufgaben übernahm. In den Eine-Welt-Kreis bin ich dann 2004 reingerutscht. Der damalige Diakon hatte mir die Nachfolge des verstorbenen Leiters dieses Arbeitskreises angeboten, die ich gerne annahm.

Derzeit sind wir sechs Personen, die dem Arbeitskreis angehören. Die meisten von uns sind schon seit geraumer Zeit dabei.

Unterstützung für Frauen und Kinder

Vor einigen Jahren erlegten wir uns selber eine Satzung auf, mit der wir gewisse Grundsätze für die Vergabe unserer Spendengelder regeln. Diese sollen demzufolge insbesondere in solche Projekte fließen, von denen Frauen und Kinder profitieren und die als Hilfe zur Selbsthilfe ausgelegt sind.

Die Projekte suchen wir bei dem Hilfswerk Misereor aus, dem wir auch unsere Spendengelder überweisen. Grundsätzlich fördern wir die Projekte über einen Zeitraum von drei Jahren. Danach wählen wir neue Projekte aus. Dahinter steht der Gedanke, dass wir nicht ausschließlich die gleichen Länder unterstützen möchten. Klar, alle diese Länder können Spenden gebrauchen. Wir legen dennoch Wert auf einen Wechsel der Länder, die unsere Unterstützung erhalten. Eine Ausnahme davon stellt Bolivien dar, weil es das Partnerland unserer Pfarrgemeinde ist. Deshalb überweisen wir für Bolivien auch kontinuierlich Spendengelder.

Bolivien, Äthiopien und der Sudan

In Bolivien unterstützen wir zurzeit das Projekt "Das Leben lesen lernen". Das Projekt ist auf die Ausbildung bolivianischer Frauen ausgerichtet. Denn besonders in den armen Regionen ländlicher Gebiete ist die gesellschaftliche Rolle der Frau ausschließlich auf die Haus-, Kinder - und Feldarbeit fixiert. Fast die Hälfte der erwachsenen Frauen sind Analphabetinnen. Außerdem gibt es in Bolivien eine hohe Zahl von psychischer und sexualisierter Gewalt gegen Frauen.

Weitere Spendengelder gingen in den letzten drei Jahren auch nach Äthiopien und dem Sudan. In Äthiopien unterstützten wir das Attat-Hospital, das in einer der ärmsten Regionen des Landes liegt. Das Hospital ist eine Serviceeinrichtung der äthiopischen katholischen Kirche. Unterstützt haben wir es, weil dort Frauen beispielsweise die Möglichkeit einer sicheren Entbindung bekommen.

Unsere Spenden an den Sudan konzentrierten sich auf das Projekt "Schule für eine bessere Zukunft". Damit unterstützten wir in erster Linie den Aufbau von Schulen und die Ausbildung von Lehrern, weil in abgelegenen Gebieten die Kinder und Jugendlichen immer noch kilometerlange Fußwege zur nächsten Schule zurücklegen müssen.

Informationen aus erster Hand

Bei der Auswahl unserer Projekte verlassen wir uns auf Misereor. Wir wissen, dass die Fachleute des Hilfswerks in die einzelnen Länder fahren und sich die Lage vor Ort anschauen. Misereor leitet dann entsprechende Projekte in den Wege. Bei der Ausrichtung der Projekte reagieren sie auch auf relevante Veränderungen in den Ländern.

Um einen guten Überblick von der Arbeit und den Aktivitäten von Misereor zu bekommen, besuchte ein Referent des Hilfswerk vor einigen Jahren unseren Arbeitskreis. Er erzählte uns viel über seinen Arbeitsalltag und den Projektarbeiten. Für unseren Arbeitskreis war das eine gute Gelegenheit, viele interessante Informationen aus erster Hand zu bekommen. Der Vortrag inspirierte uns so sehr, dass wir im Jahr darauf eine Besichtigungsfahrt zum Hauptsitz des Hilfswerks nach Aachen organisierten. Dort unternahmen wir eine Besichtigungstour durch das Werk. Davon waren wir sehr beeindruckt, beonders weil wir einmal hinter die Kulissen schauen konnten.

Für alle den gleichen Anteil

Die Einnahmen, die in unseren Eine-Welt-Kreis fließen, resultieren aus Geldspenden und verschiedenen Aktionen, die wir veranstalten. Beispielsweise nehmen wir regelmäßig Geld bei unserem Fastenessen und Faschingsfest ein. Zudem organisiert eine unserer Mitstreiterinnen einen KaffeeStopp in einem Kindergarten. Dort verkauft sie bolivianischen Kaffee an die Eltern und Erzieher. Auch diese Einnahmen fließen in unseren Fond ein. Außerdem haben wir einige dauerhafte Spender. Bei denen handelt es sich vorwiegend um langjährige Mitglieder unserer Pfarrgemeinde.

Die eingenommenen Spendengelder verteilen wir grundsätzlich zu gleichen Anteilen an die Länder, in denen wir Projekte unterstützen.

Bevor wir neue Projekte vergeben, summieren wir zunächst unsere Spendeneinnahmen. Davon hängen letztendlich auch die Neuvergaben ab. Unsere jährlichen Einnahmen belaufen sich auf etwa 2000 bis 3000 Euro. Insgesamt erzielten wir in den 40 Jahren seit Bestehen unseres Arbeitskreises eine Gesamtsumme von 205181 Euro.

 

Teil 1: Marmelade in Rekordhöhe (St. Johannes Bosco in Hemmingen und Peru sowie Kenia)

Teil 2: Hilfe für Waisenkinder auf den Philippinien (Heilig Geist in Hannover-Bothfeld)

Teil 3: Eine Brücke der Solidarität (St. Oliver Laatzen und Brasilien)

Teil 4: Für eine Chance im eigenen Land (St. Bernwrd in Hannover-Döhren und Uganda)

Von: Martina Stabenow