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17. September 2014

Erinnern und gedenken

Tag des Friedhofs am 21. September

Beim bundesweiten Tag des Friedhofs steht in Hannover am Sonntag, 21. September, das Jubiläum „150 Jahre Stadtfriedhof Engesohde“ im Mittelpunkt. Die Katholische Kirche in der Region Hannover beteiligt sich an der Erinnerungsfeier zum Auftakt um 11 Uhr sowie mit einem ökumenischen Gottesdienst um 16.30 Uhr, in der besonders der „toten Kinder von Godshorn“ gedacht wird.

1864 wurde der von Stadtbaumeister Ludwig Droste geplante Friedhof Engesohde als erster kommunaler Zentralfriedhof der Stadt Hannover eröffnet. Zusammen mit der 1912 errichteten Kapelle bildet das Eingangsgebäude mit den anschließenden Arkadenhallen und Mausoleen ein imposantes Entrée der Friedhofsanlage, die sich durch eine große Zahl historischer Grabstätten und die großzügige Grüngestaltung eine besondere Atmosphäre bewahren konnte. Das Programm zum Tag des Friedhofes will auf die Besonderheiten dieses denkmalgeschützten Friedhofes aufmerksam machen und Einblicke in die Friedhofskultur ermöglichen.

Um 11 Uhr findet nach der Eröffnung eine Erinnerungsfeier in der Friedhofskapelle statt. Beteiligt daran ist neben der evangelischen Kirche traditionell auch die katholische Kirche in der Region Hannover. „Wir sind froh, dass mittlerweile auch andere Religionsgemeinschaften wie die Muslime dabei sind“, sagt Horst Vorderwülbecke, Referent des hannoverschen Regionaldechanten.

Ein Vortag mit Orgelspiel, ein Konzert sowie Führungen – unter anderem zur Kunstinstallation „Sonnenalle“ von und mit der hannoverschen Künstlerin Mansha Friedrich – gehören zum weiteren Programm an diesem Tag.

Den Abschluss bildet ein ökumenischer Gottesdienst für alle Verstorbenen um 16.30 Uhr in der Kapelle. Der Gottesdienst erinnert mit Blick auf den Weltkindertag dabei vor allem an die „toten Kinder von Godshorn“. Von 1943 bis 1945 sind diese im „Godshorner Wöchnerinnenlager“ von Zwangsarbeiterinnen zur Welt gebracht worden. Die meist polnischen Mütter wurden sofort nach der Entbindung von den Nationalsozialisten in die umliegenden Arbeitslager zurücktransportiert. Die Säuglinge blieben allein zurück – unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Nahrung oder einen Arzt. Innerhalb weniger Tage starben die vernachlässigten Säuglinge. Ihrer wird in dem ökumenischen Gottesdienst unter Leitung von Pfarrer Tadeusz Kluba von der polnischen Mission in Hannover besonders gedacht.

Ort: Stadtfriedhof Engesohde, Orli-Wald-Allee 2, 30173 Hannover