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03. Februar 2020
Seitdem durch das II. Vatikanische Konzil mehr Beteiligung des Kirchenvolks an der Liturgie möglich wurde, sind viele Laiendienste entstanden. Unter ihnen auch die Kommunionhelfer*innen. Bei ihnen geht es um das Allerheiligste. | Foto: Harald Oppitz/KNA

Seitdem durch das II. Vatikanische Konzil mehr Beteiligung des Kirchenvolks an der Liturgie möglich wurde, sind viele Laiendienste entstanden. Unter ihnen auch die Kommunionhelfer*innen. Bei ihnen geht es um das Allerheiligste. | Foto: Harald Oppitz/KNA

Leitet den Kurs: Pastoralreferent Gregor Wessels | Foto: Archiv/pkh

Leitet den Kurs: Pastoralreferent Gregor Wessels | Foto: Archiv/pkh

Es geht um das Allerheiligste

Für Samstag, 14. März, lädt das Regionaldekanat Hannover Interessierte zu einem Einführungskurs für Kommunionhelfer*innen ein. Was ist dabei zu beachten? Antworten gibt Pastoralreferent Gregor Wessels.

Wer kommt als Kommunionhelfer*in infrage?

Die formalen Vorgaben sind überschaubar: Katholisch, das Mindestalter ist 25 Jahre. Wichtiger ist aber zum einen, dass die Interessenten mitten in ihrer Gemeinde stehen und zum anderen den Dienst als eine Aufgabe für und mit der Gemeinschaft im Gottesdienst verstehen.

Sollten in den Kirchengemeinden die Kommunionhelfer*innen auswählt werden, vom Pfarrer oder vom Pfarrgemeinderat – oder sollte sich jemand auch selbst ins Gespräch bringen?

Natürlich darf man sich auch selbst beim zuständigen Pfarrer melden. Die reine Lehre sagt: Der Pfarrer schickt im Einvernehmen mit dem Pfarrgemeinderat die Interessenten in die Kurse. Häufig melden sich Interessenten aber direkt. Trotzdem muss die Anmeldung über das zuständige Pfarrbüro erfolgen.

Warum braucht es eine besondere Vorbereitung für Kommunionhelfer*innen?

Der Dienst ist in den 1960-er und 70-er Jahren entstanden. Alles was neu ist, bekommt kirchenrechtliche Vorgaben. So ist dann für Kommunionhelfer*innen eine Vorbereitung festgelegt worden. Ich möchte an dieser Stelle aber zwischen zwei Aspekten dies Dienstes unterscheiden: einerseits das Austeilen, andererseits das Verständnis, in dem dieser Dienst ausgeübt wird.

Fangen wir mit der praktischen Seite an ...

Da ist es meiner Ansicht nach wichtig zu wissen, wie man sich in bestimmten Situationen verhält. Was ist zu tun, wenn eine Hostie runterfällt? Oder wenn jemand mit der Hostie einfach weggeht? Zur Beauftragung gehört auch die Krankenkommunion. Auch da ist es wichtig vorher darüber gesprochen zu haben. Es gibt einen eigenständigen Ritus dafür. Aber auch da gibt es Dinge zu berücksichtigen: Was tun, wenn im Krankenhaus keine Kerze entzündet werden kann oder wie verhalte ich mich in einem Mehrbett-Zimmer?

Aber es geht im Kurs ja auch um das eigene Verständnis der Eucharistie ...

Ja, sowohl im Besonderen um Eucharistie als auch im Allgemeinen um Liturgie. Oftmals kommen Menschen aus unterschiedlichen Gemeinden zu diesen Kursen – und sie berichten von unterschiedlichen liturgischen Praktiken in ihren Gottesdiensten. Da kommt man schnell ins Gespräch darüber, was Sinn und Verständnis von Liturgie ist. Darüber wird ja eher weniger in unseren Gemeinden geredet.

Warum ist die Beauftragung befristet? 

Auch das ist eine kirchenrechtliche Vorgabe. Ich finde sie aber sinnvoll. Zum einen, weil die Kommunionhelfer*innen dann noch mal ins Gespräch mit ihrem Pfarrer gehen können. Zum anderen, weil es ihnen ermöglicht nach drei oder sechs Jahren mit guten Gewissen sagen zu können, dass sie ihren Dienst beenden möchten. Es ist schon mehr als eine Formalie.

Sollten Kommunionhelfer*innen bei ihrem Dienst in den Pfarreien begleitet werden, zum Beispiel mit Einkehrtagen?

Finde ich generell sehr sinnvoll. Schließlich sind es Menschen, die sich für Liturgie interessieren, sie mit gestalten und dann auch ihre Expertise mit einbringen können. Gerade im Bereich Krankenkommunion merke ich, dass es da besondere Bedarfe gibt. Schließlich erleben Kommunionhelfer*innen bei ihrem Dienst belastende Situationen. Einen Raum für den Austausch darüber zu schaffen – das wäre schon gut, wenn in den Pfarreien so etwas angeboten werden könnte.

Ein Reizthema in nicht wenigen Gemeinden: liturgische Kleidung. Ja oder nein?

Die einen sagen so, die anderen sagen so. Da gibt es in unserem Regionaldekanat eine große Vielfalt. Bis hin so einer sehr speziellen Situation: In einer Pfarrei tragen Männer ein liturgisches Gewand, die Frauen nicht. Schlicht deshalb, weil die Frauen den Schnitt des Gewandes als nicht tragbar betrachten. Aber es gibt sowohl gute Gründe für das Tragen eines Gewandes als auch für Zivilkleidung.

Welche Gründe wären das?

Nun, für Zivilkleidung spricht ein Argument: Es unterstreicht den Gedanken, dass der Dienst aus der Gemeinde kommt. Liturgische Kleidung mag zum einen feierlicher wirken. Zum anderen entlastet sie Kommunionhelfer*innen von der Frage: Was ziehe ich heute an? Wie lang darf der Rock sein? Muss ich eine Krawatte umbinden?

Und was sollte man Gemeinde dabei raten?

Es sind ja oftmals Traditionen, die sich weitervererbt haben. Wichtig ist, dass man darüber spricht. Es liegt eben nicht allein im Belieben eines Pfarrers. Ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium ist aber: Die  Kommunionhelfer*innen müssen sich in ihrer Kleidung wohlfühlen. Der Dienst hat größere Bedeutung als die Kleidung.

Einführungskurs für Kommunionhelfer/-innen

Tagungshaus St. Clemens
Platz an der Basilika 3
(Eingang vom Kirchplatz St. Clemens) 30169 Hannover

Termin:
Samstag, 14. März

Uhrzeit:
14 bis 18 Uhr

Referent:
Pastoralreferent Gregor Wessels

Mindestalter: 25 Jahre

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wichtig: Für die Teilnahme ist das Einverständnis des zuständigen Pfarrers erforderlich;
die Anmeldung bis 1. März erfolgt über das jeweilige Pfarramt bei Gregor Wessels.

Der Kurs fundet in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbilding (KEB) statt.

Flyer mit weiteren Infos zur Veranstaltung: KLICK