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15. Juni 2017
Priester, Ministranten, Gemeinde und Musiker fanden vor dem Unwetter Zuflucht in der Marktkirche. © pkh

Priester, Ministranten, Gemeinde und Musiker fanden vor dem Unwetter Zuflucht in der Marktkirche. © pkh

Schnell wurde neu geplant: Kommunionsausteilung, Eucharistischer Segen und Abschlusslied fanden in der Marktkirche statt. © pkh

Schnell wurde neu geplant: Kommunionsausteilung, Eucharistischer Segen und Abschlusslied fanden in der Marktkirche statt. © pkh

Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann (l.) hatte zuvor noch auf dem Kirchplatz mit Propst Martin Tenge eine Dialogpredigt gehalten. © pkh

Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann (l.) hatte zuvor noch auf dem Kirchplatz mit Propst Martin Tenge eine Dialogpredigt gehalten. © pkh

Die Pastorin der Marktkirche, Hanna Kreisel- Liebermann, hatte zur Begrüßung erzählt, dass der Alter der Marktkirche den Reformatoren zu katholisch gewesen sei. „Aber wir lieben den Altar“, sagte sie. © pkh

Die Pastorin der Marktkirche, Hanna Kreisel- Liebermann, hatte zur Begrüßung erzählt, dass der Alter der Marktkirche den Reformatoren zu katholisch gewesen sei. „Aber wir lieben den Altar“, sagte sie. © pkh

Fronleichnam 2017 findet Abschluss in Marktkirche

Wegen schlechtem Wetter fand in diesem Jahr das erste Mal die katholische Fronleichnamsmesse ihren Abschluss in der Marktkirche. Die Prozession musste abgesagt werden. „Es wirkt so, als ob Gott die Kirchen noch ökumenischer möchte, als wir das denken“, sagte Propst Martin Tenge.

Er dankte dem Stadtsuperintendenten Hans-Martin Heinemann und der Pastorin der Marktkirche, Hanna Kreisel-Liebermann, zutiefst für die Gastfreundschaft und das starke Zeichen für die Ökumene in Hannover. „Ich gewinne hier heute den Eindruck, wir sind nicht nur befreundete Konfessionen, sondern wir sind wirklich Geschwister“, sagte Propst Tenge. Stadtsuperintendent Heinemann hatte ein gutes Gefühl als einer der wenigen Protestanten bei Blitz und Donnergrollen mit rund 2.000 Katholiken in der Marktkirche zu feiern. „Manche Dinge regelt der liebe Gott von ganz alleine“, sagte er. Pastorin Kreisel- Liebermann ergänzte: „Das ist wie in der Weihnachtsgeschichte: Wir geben hier heute Herberge.“

Minutenlanger Applaus für Gastfreundschaft

Zuvor hatte die zentrale Heilige Messe zu Fronleichnam im Schatten der Marktkirche auf dem Kirchplatz begonnen. In einer Dialogpredigt tauschten sich Stadtsuperintendent Heinemann und Propst Tenge über ihren Glauben aus. „Wir sind ein Laib“, betonte dabei der evangelische Geistliche Heinemann. „Der richtige Weg ist zu schauen, was uns verbindet.“ Noch bevor die Eucharistie vollendet werden und die Kommunion ausgeteilt werden konnte, zog ein Unwetter herauf. Schnell wurde umgeplant: Die Prozession, die eigentlich jedes Jahr zur katholischen Hauptkirche Hannovers führt, der Basilika St. Clemens, musste ausfallen. Stattdessen zogen Gemeinde, Musiker und Geistliche in die Marktkirche ein. Für die Gastfreundschaft der Marktkirche gab es minutenlangen Applaus.

Starkes Zeichen der Verbundenheit

Die ökumenische Tradition zu dem eigentlich katholischen Fronleichnam begann im Herzen der Landeshauptstadt vor zwei Jahren. Auf Einladung des evangelisch- lutherischen Stadtkirchenverbandes und der Marktkirchengemeinde findet die zentrale Heilige Messe seitdem eigentlich draußen an der evangelischen Marktkirche statt. „Fronleichnam ist ein besonderer Tag für Katholiken, der in der Geschichte immer wieder zu Streit zwischen den Konfessionen geführt hat“, sagt Propst Tenge. „Wir setzen in diesem Jahr zusammen mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern ein starkes Zeichen der Verbundenheit.“

Hintergrund des Fronleichnamfestes

Schon seit dem Mittelalter wird Fronleichnam als kirchliches Fest von Katholiken in aller Welt gefeiert. Fronleichnam ist ein christlicher Feiertag, der in Deutschland nur von Katholiken begangen wird. Sie preisen an diesem Tag Jesus Christus, indem sie das für Katholiken Allerheiligste verehren: das Abendmahl mit seinem gewandelten Brot, den Hostien. Gemeinsam feiern sie dazu eine Heilige Messe und tragen anschließend eine Hostie unter einem Baldachin feierlich durch die Stadt. Damit ist Fronleichnam auch als ein Signal der Katholischen Kirche an die Stadt (und ihre Bevölkerung) zu sehen.

Von: Marie Kleine