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06. September 2019
In der Region Hannover führt der Weg des Frauenpilgertages von der Kirche St. Anna in Misburg zur Kirche St. Martin in Roderbruch. | Quelle: bph

In der Region Hannover führt der Weg des Frauenpilgertages von der Kirche St. Anna in Misburg zur Kirche St. Martin in Roderbruch. | Quelle: bph

Zwei weibliche Gesichter der Kirche aus Hannover: Teresa Schubert (links) und Pepi Luengo (rechts im Bild). In der Mitte: Lucia Martin aus Hildesheim. | Foto: Wala

Zwei weibliche Gesichter der Kirche aus Hannover: Teresa Schubert (links) und Pepi Luengo (rechts im Bild). In der Mitte: Lucia Martin aus Hildesheim. | Foto: Wala

Gehen, Beten, Schweigen oder Singen ...

Gott entdecken – beim 5. Frauenpilgertag am Samstag, 21. August. Die Pilgerinnen begleitet das das "weibliche Gesicht von Kirche"

„Der Weg beginnt vor deinem Haus“, sagt eine alte Pilger*innen-Weisheit. Das gilt auch beim Frauenpilgertag in der Region Hannover: Der Weg führt dabei durch die Stadtteile Misburg und Roderbruch,  mmer entlang der Glaubensspuren, die mitten im alltäglichen Leben zu finden sind – auf gut zehn Kilometern.  

„Dabei begleiten uns Lebensgeschichten von Frauen aus dem Bistum Hildesheim gestern und heute“, erläutert Pastoralreferentin Annette Burchardt: „Im Gehen, Beten, Schweigen und Singen suchen wir das weibliche Gesicht der Kirche.“

Beginn ist um 10:30 Uhr an der Kirche St. Anna, Anderter Str. 9, 30629 Hannover (Stadtbahn-Linie 7 bis Misburg). Der Weg endet gegen 16 Uhr an der Kirche St. Martin, Nußriede 21A, 30627 Hannover (Anschluss zur Stadtbahn-Linie 4). Die Bitte von Annette Burchardt: „Bitte bringen Sie sich Verpflegung für den Tag und eine dem Tageswetter angemessene Kleidung mit.“ Frauen aller Generationen und Konfessionen sind eingeladen.

Der Pilgerweg: „Das weibliche Gesicht von Kirche“ – das ist der Titel einer Wanderausstellung im Bistum Hildesheim, die vor gut einem Jahr das erste Mal in Hannover präsentiert wurde (siehe „Beharrlich bis stur den Weg gehen“). Herzstück der Ausstellung sind die Lebensgeschichten von 13 Frauen: Von der Gottesmutter Maria über Heilige wie Edith Stein bis hin zu engagierten Frauen in heutiger Zeit.

Die Ausstellung möchte ein schiefes Bild gerade rücken. Dieses Bild könnte überschrieben werden mit: Kirche – das ist Männersache. Klare Ansage: Apostel, Päpste, Bischöfe, Priester, Märtyrer und Heilige. Sie haben das Bild der Kirche geprägt. Zum Guten wie zum Schlechten. Frauen sind da allenfalls Nebendarsteller. Stille Beterinnen, Füße salbend, Kranke tröstend. Es ist wie mit allen Klischees, wie mit allem Schablonenhaften: Einige Körner Wahrheit sind da immer dran. Aber längst nicht alle – und ist es Zerrbild.

Auch Frauen, die in der Landeshauptstadt gelebt und gewirkt haben – und auch noch leben und wirken, werden Impulse für den Tag geben. Zum Beispiel Hildegard Reese. 1916 geboren, war die Lehrerin und spätere Studiendirektorin von 1986 bis 1990 die erste Frau an der Spitze des Diözesanrates, der Vertretung der Laien im Bistum Hildesheim. Eben beharrlich bis stur bringt die 2006 verstorbene Reese die Sache der Laien und die Sache der Frauen in der männerdominierten Kirche voran.

Oder Karla Pachowiak. Sie wird 1968 die erste Leiterin der „Katholischen Mütterschule Hannover“ – und baut sie systematisch zum „Katholischen Familienzentrum“ aus. Das ist mehr als ein Namenswechsel: Denn Karla Pachowiak will nicht, dass Frauen auf Kinder, Küche und Kirche reduziert werden, sondern selbstbewusst ihren Platz in der Gesellschaft finden – und in der Kirche.

Drei unterschiedliche Beispiele heutiger Tage: Dr. Maria Flachsbarth, CDU-Politikerin im Deutschen Bundestag, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Bundesvorsitzende des Katholischen deutschen Frauenbundes. Sie stellt die Ämterfrage in der Kirche – warum dürfen Frauen nicht Diakoninnen werden? Damit legt Flachsbarth den Finger in eine offene Wunde.

Oder Josefa Luengo Cano, die alle nur „Pepi“ nennen: Sie findet als Tochter spanischer „Gastarbeiter“ nicht nur den Weg zwischen zwei Kulturen, sondern aus dem Glauben heraus zu Kraft und Stärke: „Frauen dürfen nichts, machen aber alles“, sagt sie. Nicht verbittert. Nur mit Nachdruck. Genauso: „Künftig sollen sie auch alles dürfen.“

Oder Teresa Schubert, mit Jahrgang 1983 das jüngste Gesicht der Ausstellung. „Gott trägt“, sagt sie. Auch dort, wo Gott gar nicht erwartet wird – zum Beispiel bei ihrer Arbeit an einer staatlichen Schule. Kein katholischer Schutzraum, aber Glauben und Leben rücken zusammen. So wie der Weg vor dem Haus beginnt.

Die Teilnahme ist kostenlos am Frauenpilgertag ist kostenlos. Infos und Anmeldung bei Annette Burchardt, a.burchardt(at)kath-kirche-hannover.de, Telefon 0511 / 16 405 24.

Von: Rüdiger Wala