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10. Dezember 2019
Schneebedeckter Gipfel mit Dorf Kapelle und Tunnel: eines der Bahnmodule des christlichen modellbahn teams in Burgdorf. | Foto: Wala

Schneebedeckter Gipfel mit Dorf Kapelle und Tunnel: eines der Bahnmodule des christlichen modellbahn teams in Burgdorf. | Foto: Wala

Stilecht mit Buden, Tannenbaum und Stern: Zur Modellbahnlandschaft gehört auch ein Weihnachtsmarkt. | Foto: Wala

Stilecht mit Buden, Tannenbaum und Stern: Zur Modellbahnlandschaft gehört auch ein Weihnachtsmarkt. | Foto: Wala

Begegnung: Immer wieder erklärt und zeigt Sascha Schwartz (rechts) die filigrane Modellbahn und auch, was das mit Kirche zu tun hat. | Foto: Wala

Begegnung: Immer wieder erklärt und zeigt Sascha Schwartz (rechts) die filigrane Modellbahn und auch, was das mit Kirche zu tun hat. | Foto: Wala

Glauben mit Gleisen

Wie geht Modellbahnbau mit Loks und Waggons christlich? Durch Begegnung, Gemeinschaft und Ökumene, sagt Sascha Schwartz. Und mit Modulen auf dem Weihnachtsmarkt. Ein Beispiel aus Burgdorf.

„Achtung Leo, gleich kommt eine Bahn“. Vorsichtig verschiebt Simon die Gleise am Stellwerk. Der Siebenjährige greift zum Fahrregler und dreht den Schalter langsam in Uhrzeigerrichtung. Ebenso langsam setzt sich der Personenzug mit einer beeindruckend-klassischen Dampflokomotive in Bewegung. Er durchquert einen Wald, passiert eine Brücke, fährt schließlich durch einen Tunnel im Berg – mit einer Kapelle auf der Spitze. Der Dachreiter des Gotteshauses ist schneebedeckt, die kleinen Hütten wenige Zentimeter tiefer auch.

Der Zug setzt seinen Weg fort. Wieder passiert er Wälder, weitere Tunnel, bis die ersten Gebäude auftauchen: Lokschuppen, Werkstatt, Stellmacherei, ein Bahnhof, ein Wohnhaus, Parkplatz, Autos. Das Ziel der Reise: das zweite Stellwerk. Bei Leander, elf Jahre alt.

Auch so geht Kirche auf dem Weihnachtsmarkt. Wie hier in Burgdorf. Im Maßstab 1:160. Oder Spur N – wie es bei Modelleisenbahnern heißt. Auf dem Platz zwischen der evangelischen St.-Pankratius-Kirche und Rathaus stehen Buden mit Getränken, Leckereien und Geschenken, im Rathaus lassen Simon und Leander zusammen mit Julius und Luis im langen Flur des ersten Stocks die Züge fahren. An diesem Sonntag keine ganz so einfache Aufgabe. Denn es herrscht ziemliches Gedränge rund um die Modellbahn.

Sascha Schwartz freut das. Er fachsimpelt mit Modellbahnbegeisterten, erklärt die Landschaft, hilft, wenn es etwas knifflig wird, die kleinen Loks und Waggons auf der schmalen Spur umzusetzen.  Das Werkzeug dazu erinnert an eine umgebogene Büroklammer. Filigran.

Leidenschaft für Technik – und christlichen Glauben

Leidenschaft für Technik und christlichen Glauben – das verbindet Sascha Schwartz mit seinem Engagement. Christ sein bedeutet für ihn Begegnung ermöglichen: „Mir geht es um Gemeinschaft“, sagt er. Schwartz gehört zum bundesweit tätigen überkonfessionellen „christlichen modellbahn team“, kurz: cmt.  Hobby und Handwerk, Glauben und Gemeinschaft: so entstand dann auch die Idee zur Modellbahnlandschaft auf dem Weihnachtsmarkt. Natürlich ökumenisch. Auftakt war ein Gottesdienst in der katholischen St.-Nikolaus-Kirche im September, weitere Basteltreffen fanden dann in der Landeskirchlichen Gemeinschaft statt. Schwartz selbst ist evangelisch: „Vor allem aber sind wir alle christlich.“

Stichwort Begegnung:  Kirchengemeinden haben in der Regel viele Räume, manchmal mehr, meistens weniger genutzt: „Also auch Platz für uns Modellbauer – und wir brauchen Platz beim Basteln.“ Gemeinsam etwas tun, bringt Menschen zusammen. „Kinder und Väter, Versierte und Neugierige“, listet Schwartz auf.

Und dann ist das Ziel: Die Landschaft auf dem Weihnachtsmarkt. Damit alles passt, wird in Modulen gebaut. „Die Idee wurde aus Japan übernommen“, erläutert Schwartz. Für Deutschland wurde sie von der Johannes-Gemeinde in Müden/Aller angepasst: „Deshalb heißen sie auch Johannes-Module.“

31 mal 15 Zentimeter sind sie groß, die Gleisspur durch die Mitte. Berg und Tal, Landschaften, Dörfer und Brücken können so vorgefertigt und immer wieder neu zusammengesteckt werden.  Gebogen gibt es das Modul auch: „Es ist ja nicht alles gerade im Leben oder in der Modellbahn“, meint Schwartz.

Simon, Stellwerkmeister an einem Ende, hat unter anderem ein Waldstück gebastelt: „Modellbahnen sind cool“, sagt der Siebenjährige mit einem Nachdruck, der keinen Zweifel daran aufkeimen lässt. Julius, elf Jahre alt, hat selbst eine Bahn zu Hause – und Spaß am Basteln. Für die Modellbahn auf dem Weihnachtsmarkt hat er den Weihnachtsmarkt in der Modellbahn beigesteuert: mit Buden, Weihnachtsmann und Tannenbaum. So wie vor dem Rathaus. Nur mit Schnee.

Weitere Infos:

Begeisterung für Modelleisenbahnen? Oder Interesse, das einmal auszuprobieren? Kontakt über bei Sascha Schwartz unter Telefon 0157/73 67 31 69 oder E-Mail sascha.schwartz(at)johannes-module.de.

Wer sich für die technischen Details und der Bauweise der Module für die Modellbahn interessiert, wird hier fündig: www.johannes-module.de.

Informationen, wo es überall die „christlichen medellbahn teams“ gibt, sind hier zu finden: www.cmt-ev.de

 

Von: Rüdiger Wala