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14. November 2018

"Hier gibt es so viele Möglichkeiten"

Ein bisschen musste das Bistum suchen, bis es eine neue Schulleitung für die Ludwig-Windthorst-Schule gefunden hat – solange, dass Kollegium und Eltern schon hörbar mit den Füßen scharrten. Doch jetzt gibt es mit Heike Braun eine neue Frau an der Spitze der katholischen Oberschule.

Verantwortung – das hat die 37-Jährige nie gescheut. Und ein bisschen schneller als andere war sie wohl auch immer: zumindest beim Reden und beim Gestikulieren. Ob das damit zu tun hat, dass Heike Braun mit vier Geschwistern groß geworden ist?

Aber der Reihe nach: Osnabrück, Stadtteil Schinkel-Ost. Da wächst Heike Braun auf. Gut katholisch, nicht nur wegen der vier Geschwister. Sie engagiert sich in der Pfarrei St. Maria Rosenkranz – Stichwort Verantwortung: „Von 1990 an war ich Ministrantin, bis ich 25 Jahre alt war habe ich eine Jugendgruppe geleitet“, erzählt sie. Dazu: Kommunion- und Firmvorbereitung, Mitarbeit im Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Osnabrück. „Bisschen was um die Ohren, das habe ich gern“, meint Heike Braun. Es klingt ein wenig nach Untertreibung.

Dann Studium: Von 2000 bis 2004 Deutsch, Mathematik und, fast schon selbstredend, Katholische Religion. Nach dem Referendariat wird Heike Braun Lehrerin an einer Realschule in Dülmen – mit gut 800 Schülern und einem Kollegium von 50 Lehrkräften. Durchaus keine kleine Schule, mit vielfältigen Aufgaben neben dem Unterricht. Das hindert Heike Braun aber nicht, immer noch vergleichsweise jung an Lebens- und Berufsjahren, für ein Jahr kommissarisch die zweite Schulleitung zu übernehmen.

Dass es nur bei diesem einem Jahr bleibt liegt an einem Ortswechsel – nach Hannover. Berufliche Gründe führen ihren Ehemann in die Landeshauptstadt und Heike Braun selbst nach Sarstedt an die Schiller-Oberschule. Von 2012 bis 2015 wirkt sie dort als didaktische Leiterin, 2015 wird sie schließlich Konrektorin.

Jetzt also die Ludwig-Windthorst-Schule – da gibt es durchaus bisschen was um die Ohren. 832 Schülerinnen und Schüler in 36 Klassen, unterrichtet und betreut von über 90 Lehrkräften und zwei Sozialpädagoginnen. Vor Heike Braun liegt beispielsweise der Abschluss eines insgesamt fünf Jahre währenden Prozesses, in denen sich die Schule gewandelt hat: Der Ausbau zur Oberschule mit gymnasialem Angebot ist noch nicht ganz abgeschlossen. Erst im kommenden Jahr laufen die letzten reinen Haupt- und Realschulklassen aus.

Also, warum die LuWi? Die Antwort ist deutlich: „Weil hier so vieles machbar ist, die Schule bietet echt unendliche Möglichkeiten“, sagt Heike Braun. Sie listet auf: „Wir sind Europaschule, sportfreundliche Schule, machen mit Erasmus plus, dem Programm der Europäischen Union für Jugend, Bildung und Sport, wir sind Misereor Partnerschule, im Netzwerk Starke Schule – habe ich was vergessen? Wahrscheinlich.“ Alles Ansatzpunkte.

Deutlich wird: Zu Verantwortung und Schnelligkeit tritt noch eine Riesenlust auf Gestalten – und das  in zweierlei Hinsicht. Zum einen baulich. Auch da ist die neue Rektorin gefordert. Die alte Turnhalle soll wird zu einer Mensa umgebaut, die auch als Aula genutzt werden kann. Dazu kommen noch ein Musik- und ein Differenzierungsraum.

Zum anderen aber inhaltlich. Die Schulseelsorge in Hannover wird gerade neu ausgerichtet: „Das ist für mich ein Kernstück katholischer Schule“, unterstreicht Heike Braun. Sie sieht die LuWi als einen Kirchort ohne Kirchturm, als einen Ort der lokalen Kirchenentwicklung: „Wir sind mit der Katholischen Region Hannover eng verbunden – dass soll so bleiben und sich weiter entwickeln.“

Verbundenheit mit ‚ihrer’ Kirche: Das zeigt Heike Braun auch an ihrem Wohnort, im Stadtteil Mühlenberg, in der Gemeinde St. Maximilian Kolbe. Als Lektorin im Gottesdienst, als Begleiterin in der Erstkommunion und Firmung. Und als junge Mutter, ihr Sohn ist noch kein Jahr alt.

Eine Schule wie die LuWi nur vom Schreibtisch der Leitung aus zu betrachten, ist nicht Sache von Heike Braun. Sie steht selbst vor einer Klasse: im fünften Jahrgang, Mathematik. Fach und Schulklasse haben sich so ergeben. Da folgt auch eine Schulleiterin den Notwendigkeiten der Stundentafel. Doch dahinter steht etwas anderes. „Ich bin froh, wenn ich vor einer Klasse stehe“, sagt Heike Braun mit Nachdruck: „Denn dann weiß ich wie es den Kindern geht – und ihren Eltern.“

Von: Rüdiger Wala