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11. Mai 2015
Mehr als 300 Namen werden auf großen Schriftrollen in der Kirche ausgestellt – sie bleiben unvergessen. © U. Branahl

Mehr als 300 Namen werden auf großen Schriftrollen in der Kirche ausgestellt – sie bleiben unvergessen. © U. Branahl

„Jeder soll wissen, dass an ihn gedacht wird“

Mit einem Ökumenischen Gedenkgottesdienst für die „von Amts wegen“ Bestatteten gedenken die Katholische und Evangelische Kirche in Hannover den Toten und holen sie raus aus der Anonymität.

378 Menschen katholischer und evangelischer Konfessionszugehörigkeit wurden im vergangenen Jahr „von Amts wegen“ bestattet: anonym, eingeäschert in einer Urne, ohne Begleitung durch einen Geistlichen und ohne Trauerfeier. Denn es konnte kein Angehöriger gefunden werden, der für ihre Bestattung aufkommen konnte oder wollte. Trotzdem hatten sie aber Freunde, Bekannte und Nachbarn. Um diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich von den Toten zu verabschieden, und um den „von Amts wegen“ Bestatteten zu gedenken, findet am Donnerstag, 21. Mai, um 16 Uhr in der Marktkirche (Am Markte 9, Hannover) ein Gottesdienst statt.

„Jeder Mensch, egal in welchen Umständen er lebt, soll wissen, dass im Sterbefall an ihn gedacht wird“, erklärt Propst Martin Tenge die Entstehungsgeschichte dieses besonderen Gottesdienstes. „War der betroffene Mensch Kirchenmitglied, haben wir seinen Namen vorliegen und hängen ihn zusammen mit allen anderen auf großen Schriftrollen während des Gottesdienstes in der Kirche aus. Und wer den Namen eines Bekannten oder Verwandten ergänzen möchte, kann das einfach tun – egal ob Kirchenmitglied oder nicht.“ Anschließend seien alle Mitfeiernden eingeladen, ein Licht an der Osterkerze zu entzünden und zu dem entsprechenden Namen zu stellen. Auch persönliche Worte können vor dem Ökumenischen Gottesdienst zu den Namen geschrieben werden.

 

Von: Marie Kleine