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03. Juni 2016
Die Katholische Kirche in der Region Hannover stellt sich für die Zukunft mit dem Personalplan 2025 neu auf. © pixelio/ Peter Hill

Die Katholische Kirche in der Region Hannover stellt sich für die Zukunft mit dem Personalplan 2025 neu auf. © pixelio/ Peter Hill

Der Plan sieht eine Aufteilung der Pfarrgemeinden in acht Pastoralbereiche vor. © pkh

Der Plan sieht eine Aufteilung der Pfarrgemeinden in acht Pastoralbereiche vor. © pkh

Die Pastoralbereiche zeigen die geopraphische Fläche an, auf der sich das Personal in Zukunft bewegen wird. © pkh

Die Pastoralbereiche zeigen die geopraphische Fläche an, auf der sich das Personal in Zukunft bewegen wird. © pkh

Propst Martin Tenge sieht im Pastoralplan 2025 einen Schritt in die Zukunft. „Es bleibt der Schmerz, dass wir bis ins Jahr 2025 rund dreißig Prozent weniger Priester und 25 Prozent weniger Gemeindereferenten haben werden. Aber wir gehen damit jetzt konstruktiv um und gehen voran.“ © pkh

Propst Martin Tenge sieht im Pastoralplan 2025 einen Schritt in die Zukunft. „Es bleibt der Schmerz, dass wir bis ins Jahr 2025 rund dreißig Prozent weniger Priester und 25 Prozent weniger Gemeindereferenten haben werden. Aber wir gehen damit jetzt konstruktiv um und gehen voran.“ © pkh

Neustrukturierung des pastoralen Personals beschlossen

Die Katholische Kirche in der Region Hannover wird bis ins Jahr 2025 ihr pastorales Personal neu anordnen. Der Dekanatspastoralrat hat dazu als höchstes Gremium der Katholischen Kirche in der Region Hannover eine Beschlussvorlage für Bischof Norbert Trelle verabschiedet.

Pfarrer, Pastoren, Gemeindereferenten und Diakone sollen in Zukunft in acht Teams für acht Pastoralbereiche zuständig sein. Die Mitglieder des Rates, die die Pfarrgemeinden, Berufsgruppen und Einrichtungen vertreten und sowohl hauptamtliche als auch ehrenamtliche Mitarbeiter sind, konnten sich nach intensiver Diskussion auf einen konkreten Plan einigen. Dieser regelt den genauen geographischen Zuschnitt der Pastoralbereiche und die Verteilung des Personals. Er soll sukzessive bis ins Jahr 2025 umgesetzt werden. „Mit diesem Plan haben wir jetzt die Möglichkeit, in der Zukunft das Personal, das wir dann haben werden, strategisch zu entwickeln“, sagt Propst Martin Tenge. „Es bleibt der Schmerz, dass wir bis ins Jahr 2025 rund dreißig Prozent weniger Priester und 25 Prozent weniger Gemeindereferenten haben werden. Aber wir gehen damit jetzt konstruktiv um und gehen voran.“

Der Plan, der in Absprache mit den Hauptabteilungen Personal und Pastoral des Bistums Hildesheim in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet und in verschiedenen Gremien diskutiert wurde, sieht keine weiteren Fusionen von Pfarrgemeinden vor. Stattdessen wird das pastorale Personal in Teams organisiert, die im Sinne der Lokalen Kirchenentwicklung ihre Aufgabenverteilung und Arbeitsstrukturen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort gestalten können. Jedes der acht Teams wird von einem Pfarrer geleitet, dem Pastoren, Gemeindereferenten, Diakone und Verwaltungsbeauftragte zugeordnet werden. Konkret heißt das für Priester und andere hauptamtliche Mitarbeiter, dass sie in Zukunft mobiler werden und gemeinsam im Team ihre Aufgabenbereiche planen.

Bilaterale Gespräche und konsensuale Vorschläge noch bis November möglich

Bei dem Zuschnitt in Pastoralbereiche und der Zuteilung von Personal wurden unter anderem Katholikenzahlen, Verkehrswege, geographische Größe, Kommunal- und Sozialstruktur und Wünsche von Pfarrgemeinden genau betrachtet. „Von den 23 Pfarrgemeinden haben drei rückgemeldet, dass sie mehr Zeit brauchen oder mit der aktuellen Aufteilung nicht einverstanden sind“, sagt Propst Martin Tenge. Darum sei beschlossen worden, dass alle Pfarrgemeinden bis November 2016 die Gelegenheit haben, in bilateralen Gesprächen einen alternativen Konsensvorschlag zu finden, über den dann der Dekanatspastoralrat im November abstimmen könnte. „Wenn hier in der Auseinandersetzung aller betroffenen Pfarrgemeinden eine Alternative gefunden wird, ist der Dekanatspastoralrat bereit, an dieser Stelle über eine Änderung des Beschlusses abzustimmen“, erklärt Propst Tenge. Konkret gehe es um die Frage, ob die Innenstadtgemeinden von Hannover nach Nord und Süd oder nach West und Ost geteilt werden. „Auch die Zuordnung von St. Augustinus in Ricklingen und St. Maximilian- Kolbe wollen die Pfarrgemeinden untereinander noch einmal beraten“, sagt er. Währenddessen werde der Plan aus Hannover und der Region in Hildesheim von den entsprechenden Abteilungen, dem Stellvertreter des Generalvikars und dem Bischöflichen Rat besprochen werden. Dann werde der Bischof über den Plan entscheiden.

„Es gab tendenziell aus den Pfarrgemeinden eine große Zustimmung zu unserem Plan, wenn auch ohne Jubelschreie“, sagt Propst Martin Tenge. „Da es um den Umgang mit schwindenden Ressourcen geht, war das aber auch nicht erwartet.“ Insgesamt stimmten 34 Mitglieder des Dekanatspastoralrates mit Ja, sechs enthielten sich und acht stimmten gegen ihn. „Insbesondere diejenigen, die gegen den Personalplan gestimmt haben, haben sehr wichtige Fragen für die weitere Arbeit aufgeworfen“, sagt Felizitas Teske, die als zweite Vorsitzende den Dekanatspastoralrat gemeinsam mit Propst Tenge leitet. Bei der Sitzung des Dekanatspastoralrates war dreieinhalb Stunden bis in den späten Abend ernsthaft und ins Detail gehend debattiert worden. Jede Pfarrgemeinde wurde einzeln zu dem Plan befragt. „An dem Idealbild, das jede Kirche einen eigenen Pfarrer hat, wird zwar nicht mehr festgehalten. Aber es steht die Frage im Raum, wie die Kommunikation in den Pfarrgemeinden und der Zusammenhalt sichergestellt werden kann. Gerade, wenn es nicht mehr auf Dauer möglich sein wird, dass jeden Sonntag eine Heilige Messe stattfindet“, erklärt Propst Tenge. „Auch die Frage, wer in Zukunft welche Kompetenzen in den Gemeinden hat, wird noch bistumsweit diskutiert werden müssen.“ Der Personalplan 2025 beschreite durch den Aufbau von pastoralen Teams und die Qualifizierung von Ehrenamtlichen als Träger der Pfarrgemeinden neue Wege. „Wir werden nicht mit halben Stellen oder halben Menschen rechnen, sondern mit ganzen Menschen“, sagt er. An wichtigen Fragen wie der Eucharistie (=Abendmahl) in ländlichen Gebieten, die Bildung der Teams und die Zusammenarbeit den Ehrenamtlichen vor Ort werde ab sofort weitergearbeitet.

 

Von: Marie Kleine