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06. April 2018
Der Generaloberer der Kongregation der Herz-Jesu-Priester, Pater Heiner Wilmer, wird der 71. Bischof von Hildesheim. Foto: Kongregation der Herz-Jesu-Priester

Der Generaloberer der Kongregation der Herz-Jesu-Priester, Pater Heiner Wilmer, wird der 71. Bischof von Hildesheim. Foto: Kongregation der Herz-Jesu-Priester

Pater Heiner Wilmer wird neuer Bischof von Hildesheim

Die Katholikinnen und Katholiken in der Stadt und der Region Hannover begrüßen den neuen Bischof von Hildesheim. Das Domkapitel hat Pater Dr. Heiner Wilmer gewählt, Papst Franziskus hat ihn zum 71. Bischof von Hildesheim ernannt. Der 56-Jährige steht bislang als Generaloberer an der Spitze der Herz-Jesu Priester, einer Ordensgemeinschaft, der rund 2200 Mitbrüder auf fünf Kontinenten angehören.

Der aus dem Emsland stammende Priester lebt seit 2015 in Rom, er hat unter anderem in Paris studiert und war Lehrer an einer High School in der New Yorker Bronx. Wilmer folgt Bischof Norbert Trelle, der Anfang September 2017 in den Ruhestand gegangen ist. Der Ordensobere wird voraussichtlich im September die Bischofsweihe empfangen und dann das Bistum Hildesheim leiten.

Pater Willmer erklärte in einer ersten Reaktion, er sei von seiner Wahl zum Bischof von Hildesheim völlig überrascht worden und habe den Papst um Rat gebeten, ob er die Wahl annehmen solle. Nach einem Telefongespräch mit dem Heiligen Vater und einer kurzen Bedenkzeit stimmte er zu. In einer Stellungnahme schreibt er: „Nach der anfänglichen Überraschung, Sprachlosigkeit und einer gewissen Lähmung bin ich nun guter Dinge. Ja, ich freue mich aus ganzem Herzen! Ich freue mich auf die Menschen im Bistum Hildesheim, und zwar auf alle! Auf die Jungen und die Alten. Ich freue mich auf die älteren Menschen, auf ihre Weisheit sowie ihr religiöses und kulturelles Gedächtnis. Ich freue mich auf die jungen Menschen, auf ihre Keckheit, ihre Kreativität und ihre Suche nach Orientierung. Ich freue mich auf die Einheimischen und Zugewanderten, die Fremden und Obdachlosen, die Kranken und Gefangenen. Ich freue mich auf die Katholiken, die evangelischen Schwestern und Brüder, die jüdischen, die andersgläubigen und nichtgläubigen und jene, die mit Gott und der Religion hadern.“ Ein offenes Ohr sei ihm das Wichtigste, erklärte Wilmer, er wolle zuhören, verstehen und nachfragen. (Das komplette Schreiben können Sie hier lesen: https://www.bistum-hildesheim.de/fileadmin/dateien/PDFs/Erste_Reaktionen_von_Pater_Heiner_Wilmer_SCJ.PDF).

Kurz nach seiner Wahl zum Generaloberen der Herz-Jesu-Priester sagte Wilmer: „Es liegt mir sehr am Herzen, dass wir uns aufmachen zu Menschen, die am Rand stehen. Sei es wegen materieller Not, geistiger oder psychischer Probleme.“ Er forderte – wie sein Vorvorgänger Josef Homeyer – eine Verbindung von Mystik und Politik und meinte: „Politisch sein, heißt sich mutig einzumischen in gesellschaftliche Diskussionen. Heute haben die Menschen viel zu viel Angst, die Dinge beim Namen zu nennen.“ Wilmer ist Autor mehrerer Bücher. In seiner Schrift „Gott ist nicht nett“ gibt er ein sehr persönliches Zeugnis seines eigenen Glaubens ab – dabei spart er Höhen und Tiefen, Zweifel und Abgründe nicht aus. "

„Dieses Buch, dieses Fazit von 30 Jahren als Priester, die provozierenden Fragen, die aufgeworfen werden - das hat mich sehr beeindruckt und bewegt", sagt der Regionaldechant der Katholiken in Stadt und Region Hannover, Propst Martin Tenge. Und: "Ich freue mich über die Wahl". Als Domkapitular war Tenge an der Suche nach einem Kandidaten und der Wahl unmittelbar beteiligt. Sein Eindruck: Pater Wilmer sei nahe bei den Menschen - das ziehe sich durch seine Lebensgeschichte als Ordensmann: "Er hat alle Generationen im Blick, vor allem die Jüngeren. Das kann uns als Kirche neue, gute Anstöße vermitteln."

Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 in Schapen im Emsland geboren und stammt aus einer bäuerlichen Familie. Nach dem Abitur trat er im Alter von nur 19 Jahren in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein, mit 24 legte er die Ewige Profess ab, mit 27 wurde er zum Priester geweiht. Wilmers Stationen waren unter anderem Freiburg, Paris, St. Peter im Schwarzwald, Toronto und New York. Er hat Theologie und Romanistik studiert und in Rom in Fundamentaltheologie promoviert, außerdem legte er Staatsexamina in Theologie und Geschichte ab. Er war Lehrer und Schulseelsorger in Meppen und Vechta. Neun Jahre lang leitete er das Gymnasium Leoninum in Handrup (Bistum Osnabrück), eine Einrichtung der Herz-Jesu-Priester. Sein weiterer Weg führte Wilmer nach Bonn, wo er acht Jahre lang als Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester vorstand. Seit 2015 ist er Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom.

Der erste Besuch Wilmers in seiner neuen Funktion in Hildesheim ist für Anfang Mai geplant, zuvor wird ihn das Domkapitel in Rom besuchen. Das Bistum Hildesheim und sie Stadt Hannover sind dem neuen Bischof zwar nicht gänzlich vertraut, aber auch nicht völlig fremd: Als Schulleiter im Bistum Osnabrück hat er mit Kollegen aus seinem neuen Bistum zusammengearbeitet und an Treffen in Hannover teilgenommen, wiederholt ist er dem damaligen Bischof Josef Homeyer begegnet und hat in Hildesheim „staunend die Bernwardstür“ bewundert. Im letzten Jahr hat er von Celle aus mit ehemaligen Schulkameraden eine Radtour an der Aller unternommen.

Weitere Informationen: www.bistum-hildesheim.de