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26. April 2019
Weitere Informationen auf www.facebook.com/dasistdergipfel

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Seebrücke: "Schafft sichere Häfen"

Die Katholische Kirche in der Region Hannover ruft zur Teilnahme an der Seebrücken-Demonstration am 27. April in Hannover auf: Für Christinnen und Christen sei es an der Zeit, "ein Zeichen zu setzen, dass eine Politik der Angst nicht in unserem Sinne ist", sagt Regionaldechant Propst Martin Tenge.

Tenge begrüßt ausdrücklich, dass sich die Stadt Hannover zum „sicheren Hafen“ erklärt hat und bereit ist, Geflüchteten Obdach und Hilfe zu gewähren: „Ein starkes Zeichen, dem aber noch weitere Schritte für ungehinderte Rettungsaktionen und sichere Fluchtrouten im Mittelmeer  folgen müssen.“ Für Tenge ist "das Retten aus Seenot ist ein Gebot der Menschlichkeit – und kein Verbrechen". Menschen, die Flüchtlinge aus Seenot retten, dürfen nicht kriminalisiert werden. Das gelte für Hilfsorganisationen gleichermaßen wie für die Besatzungen von Handelsschiffen, die nach internationalem Seerecht verpflichtet sind, Schiffbrüchige aufzunehmen. „Es braucht eine politische Lösung, die international verbindlich ist“, betont Tenge.
 
In den Pfarrgemeinden der Katholischen Region Hannover und beim Caritasverband werden täglich Flüchtlinge betreut und begleitet, die den gefährlichen Weg über das Mittelmeer genommen haben: „Viele haben Glück gehabt , diese Flucht zu überleben, andere sind nur mit knapper Not dem Tode entkommen“, erläutert Tenge.
 
Gerade vor diesem Hintergrund setzen sich die Katholische Kirche und die Caritas auch für das Ausweiten von Aufnahmeprogrammen ein: „Wir dürfen Menschen nicht in lebensbedrohlichen Situationen zurücklassen.“ Seenotrettung und einen humanitär geprägte Flüchtlingspolitik sind dabei die ersten Schritte. „Wir müssen die Folgen der Abschottungspolitik auf lokaler Ebene thematisieren und Menschen zum Engagement ermutigen – zum Beispiel durch die Teilnahme an der Demonstration für die Seebrücke“, sagt Tenge.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR sind im vergangenen Jahr 2262 Flüchtlinge bei der Fahrt über das Mittelmeer ums Leben gekommen oder gelten als vermisst.

In Niedersachsen haben sich in den vergangenen Monaten bereits neun Kommunen zu „Sicheren Häfen“ erklärt und damit ihre Aufnahmebereitschaft für Menschen, die aus Seenot gerettet wurden, bekräftigt: die Städte Braunschweig, Cloppenburg, Hannover, Hildesheim, Oldenburg und Osnabrück, die Region und die Landeshauptstadt Hannover, der Landkreis Hildesheim und die Samtgemeinde Thedinghausen. In der Bundesrepublik sind seit vergangenen Sommer mehr als 50 Kommunen zu „Sicheren Häfen“ geworden. Anfang April 2019 hatten sich mehr als 250 zivilgesellschaftliche Organisationen in einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel gewandt und eine völkerrechtsbasierte Seenotrettung auf dem Mittelmeer gefordert. Unterstützung finden diese Forderungen im Osterappell von mehr als 210 Bundestagsabgeordneten.

Eine Erklärunng des Niedersächsischen Flüchtlingsrates lesen Sie hier

Information zur Seebrücke finden Sie hier

Von: Rüdiger Wala