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05. Januar 2018
Bürgermeister Klaus Dieter Scholz mit Sternsingern aus St. Clemens in der Ratsstube des neuen Rathauses in Hannover.

Bürgermeister Klaus Dieter Scholz mit Sternsingern aus St. Clemens in der Ratsstube des neuen Rathauses in Hannover.

Ministerpräsident Stephan Weil inmitten von Sternsinger aus den katholischen Gemeinden in der Stadt und der Region Hannover.

Ministerpräsident Stephan Weil inmitten von Sternsinger aus den katholischen Gemeinden in der Stadt und der Region Hannover.

Landtagspräsidentin Gabriele Andretta spricht vor den Sternsingern im neuen Plenarsaal des Landtages.

Landtagspräsidentin Gabriele Andretta spricht vor den Sternsingern im neuen Plenarsaal des Landtages.

Segen für Stadt und Land

Christus segne dieses Haus: Der Segen der Sternsinger ziert nun auch die Eingangsportale der Staatskanzlei und des Landtages in Niedersachsen. 80 Sternsingerinnen und Sternsinger aus den katholischen Gemeinden in und um Hannover haben ihn Ministerpräsident Stephan Weil und Landtagspräsidentin Gabriele Andretta gespendet. Auch die Ratsstube im Rathaus Hannover ziert der Segen 20*C+M+B*18. Elf Sternsingerinnen und Sternsinger aus dem Kirchort St. Clemens haben ihn überbracht.

Helena muss sich strecken. Und die Kreide will nicht so richtig auf der Wand des sanierten Landtages in Hannover haften. Zumal sie sich auf einer Trittleiter außen im Eingangsbereich des Parlamentes befindet. Als der Arm zu kurz wird für den Segen, greift die Hausherrin des Landtages ein. Gabriele Andretta packt zu, hält Helena fest und zieht die Leiter ein kleines Stückchen weiter. Dann klappt es auch mit dem Segen.

Es war gewissermaßen eine Hilfe unter Präsidentinnen. Denn kurz zuvor hatten die Sternsingerinnen und Sternsinger im neuen Plenarsaal Platz genommen. „Dann braucht es auch einen von euch, der den Vorsitz übernimmt“, meint Andretta. Sie wählt Helena aus und geleitet sie auf den Platz, der ihr normalerweise zusteht. Dann bringen die Sternsinger den Segen in den Landtag – wie kurz zuvor zu Ministerpräsident Weil in die Staatskanzlei.

Sowohl Weil als auch Andretta würdigen das Engagement der Kinder: „Euer Einsatz ist einfach großartig“, betonen beide Sozialdemokraten. Der fröhliche Besuch mit bunten Gewändern, Liedern und Gebeten hat aber einen ernsten Hintergrund – setzen sich doch die als Caspar, Melchior und Baltasar verkleideten Sternsinger in diesem Jahr besonders für Kinder in Indien ein, die arbeiten müssen. „Ihr seid Botschafter der Solidarität und ihr alle habt ein großes Herz“, stellt Landtagspräsidentin Andretta heraus. Der Beitrag der Sternsinger, dass Kinder künftig eher zur Schule gehen können, als arbeiten zu müssen, sei unschätzbar. Das unterstreicht auch Ministerpräsident Weil: „Kinder sollen spielen und zur Schule gehen, aber nicht arbeiten müssen.“

Mit deutlichen Worten haben die Sternsinger in der Staatskanzlei und im Landtag auf die Kinderarbeit in Indien und weltweit hingewiesen: „Viele Gegenstände, die wir jeden Tag nutzen, können von Kindern hergestellt sein. Kinder müssen weltweit Arbeiten verrichten, die sogar für Erwachsene sehr anstrengend oder sogar gefährlich sind.“ Nicht nur aus diesem Grund setzen sich die Projektpartner des Sternsingerhilfswerkes in Indien und in anderen Ländern gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein. Sie sorgen für Unterricht und Ausbildung und helfen dabei, die Lebensumstände armer Familien zu verbessern.

Tags zuvor haben bereits elf Sternsingerinnen und Sternsinger aus dem Kirchort St. Clemens den Segen in das Rathaus der Landeshauptstadt gebracht. Empfangen wurde sie – in Vertretung des Oberbürgermeisters – von Bürgermeister Klaus Dieter Scholz. Der Christdemokrat weiß um die Bedeutung der Ziffern, Zeichen und Buchstaben, die die 13-jährige Anna über die Tür der Ratsstube scheibt. C, M und B stehen für „Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Scholz ist selbst einmal als Sternsinger von Haus zu Haus gezogen.

Doch sammeln die Sternsinger nicht nur Spenden und setzen sich für andere Kinder ein. Sie bringen den Segen Christi in die Wohnungen und Häuser – auch dort, wo Menschen allein oder krank sind. Und dort, wo wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden: „Euren Segen können wir gut gebrauchen“, meint Ministerpräsident Weil. Landtagspräsidentin Andretta hofft, „dass euer Segen dabei hilft, dass wir Politikerinnen und Politiker eine gute und gerechte Politik für alle Menschen in diesem Land machen.“

Über 3000 Sternsinger sind in diesem Tagen in allen 119 Pfarrgemeinden des Bistums Hildesheim unterwegs, um den Segen des neugeborenen Christus zu bringen – in Wohnungen und Häuser, in Altenheime, Kindertagesstätten und Rathaus. Leitgendanke der 60. bundesweiten Aktion Dreikönigssingen: „Segen bringen. Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit.“ Träger der Aktion ist das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ).

Der Bund der katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Hildesheim möchte den kleinen Majestäten für ihr Engagement Danke sagen und lädt deshalb am Samstag, 13. Januar, alle Sternsinger aus der Diözese samt Begleitern zum Sternsingerdank in den Hildesheimer Dom ein.

Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger und Diözesanjugendpfarrer Andreas Braun feiern um 14 Uhr mit den Kindern und Jugendlichen einen Wortgottesdienst in der Bischofskirche. Dabei erhalten die Kinder und Jugendlichen einen Segen und ein Geschenk.

Bereits um 13 Uhr startet dort das Vorprogramm für die Sternsinger. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es ab 15 Uhr auf dem Domhof einen Imbiss mit warmen Speisen und warmen Getränken für die Kinder und Jugendlichen, die Spenden für ihre Altersgenossen in aller Welt gesammelt haben.

Von: Rüdiger Wala