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02. Januar 2014
Arturo vor der Clemensburse

Arturo vor der Clemensburse

„So verschieden sind wir gar nicht“

Arturo Cerezo Martinez aus Bolivien hat sich ein Jahr lang als Freiwilliger in Hannover engagiert

Sprachkenntnisse verbessern, in eine fremde Kultur eintauchen und Freunde auf der anderen Seite des Globus finden: Nicht nur junge Erwachsene aus Deutschland nutzen die Chance, ein Freiwilligenjahr im Ausland zu verbringen. Im Rahmen einer Partnerschaft gibt das Bistum Hildesheim auch jedes Jahr einigen jungen Bolivianern die Möglichkeit, in Deutschland einen Freiwilligendienst zu absolvieren. Einer von ihnen ist Arturo Cerezo Martinez.

Das Jahr in Hannover hat ihn verändert, meint der 26-Jährige: „Vorher war ich wie ein Junge, wollte feiern und Spaß haben“, erzählt der Pfadfinderleiter und Ausbildungsreferent aus La Paz in Bolivien. Doch in seinem Freiwilligenjahr hat er viel über sein Heimatland nachgedacht. „Man lernt viel, wenn man anderen etwas erklärt“, ist er überzeugt. Der studierte Musiker und Musikpädagoge hat an der St. Ursula-Schule im Musikunterricht mitgearbeitet und im Schulorchester gespielt. Er war in der Oper und hat das Netz musikalischer Förderung für Kinder kennen gelernt. Jetzt hat eine Idee entwickelt, die armen Kindern in Bolivien helfen soll. In La Paz will er mit den Pfadfindern eine Musikschule für die Ärmsten gründen. Wenn er vom Reichtum der bolivianischen Volksmusik spricht, gerät er ins Schwärmen: „Jede Stadt hat ihre eigenen Rhythmen, ihre Farben.“ Ein paar Instrumente hat er hier in seinem Zimmer im Studierendenwohnheim Clemensburse am Leibnizufer: Die Tarkas gehören zur riesigen Familie der lateinamerikanischen Flöten. Außerdem spielt Arturo Cerezo Martinez Gitarre, Charango, Ukulele, Klavier und sogar Dudelsack.

Sein Fazit über Deutsche und Bolivianer: „So verschieden sind wir gar nicht.“ Mit den Pfadfindern der Gemeinde Heilige Engel in Hannover-Kirchrode hat er sich ebenso für Menschen und Umwelt eingesetzt wie zu Hause: bei der 72-Stunden-Sozialaktion oder beim Müllsammeln in Hannover, als Clown im Kinderkrankenhaus oder beim Bäumepflanzen gegen die Erosion der Berghänge in La Paz. Auf seine letzten Wochen in Deutschland blickt er mit gemischten Gefühlen: „Ich bin traurig, weil ich jetzt viele Freunde hier habe. Aber ich freue mich auch auf meine Familie. Es ist halbe-halbe.“ Auch wenn er Mitte Januar zurück nach Hause fliegt, wird der Kontakt nach Deutschland nicht abreißen: Für die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg bereitet er eine Begegnungsreise nach Bolivien vor.