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30. März 2020
Vom 1. April an finden Kinder unter 01522 1973171 telefonisch und per WhatsApp Hilfe in Krisensituationen. | Foto: Wala

Vom 1. April an finden Kinder unter 01522 1973171 telefonisch und per WhatsApp Hilfe in Krisensituationen. | Foto: Wala

Trost spenden, Rat geben, Mut machen

Rufnummer 01522 1973171: Caritas Hannover richtet neues Angebot für Kinder im Krisensituationen ein – per Telefon oder WhatsApp

Kinderschutzorganisationen warnen im Zusammenhang mit den aktuellen Ausgangsbeschränkungen sowie Schließungen von Schulen und Kitas in diesen Tagen vor einer Zunahme von Streitigkeiten und häuslicher Gewalt. Das gilt vor allem für Familien, die unter besonderen Belastungen stehen, wie beispielsweise Suchterkrankungen.

Oft sind Kita oder Schule für die Kinder der sichere Ort, an dem sie Freunde und Ansprechpartner für ihre Sorgen finden. Fallen diese schützenden Tagesabläufe weg, sind die Kinder oftmals auf sich allein gestellt. Darunter leiden sie im Moment noch mehr, als schon zu normalen Zeiten. Das Projekt „Große Zwerge“ des Caritasverbandes Hannover will diesen Kindern jetzt verstärkt Hilfe anbieten.

Ab dem 01.04.2020 sind die Mitarbeitenden des Projekts montags bis freitags von 09:00 – 15:00 Uhr unter der Telefonnummer 01522 1973171 telefonisch und per WhatsApp erreichbar.

„Wir hoffen, dass wir die Kinder auch in dieser Zeit der eingeschränkten sozialen Kontakte erreichen“, sagt Franziska Sokolowski von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention der Caritas. „Wir sind dabei aber auf die Unterstützung von Erzieherinnen und Erziehern, Lehrkräften und allen, die trotz der Ausgangsbeschränkungen in Kontakt mit den Kindern stehen, angewiesen.“

In Deutschland leben aktuell über 2,5 Millionen Kinder mit alkoholkranken Eltern zusammen. Hinzu kommen zwischen 40.000 und 60.000 Kinder drogenabhängiger Eltern. Fast jedes 6. Kind ist von einer solchen Erkrankung in der Familie betroffen. „Die Kinder leiden oft im Stillen“, sagt Sokolowski: „Manche haben niemanden, dem sie ihre Sorgen anvertrauen können.“

Aus diesem Grund hat sich die Caritas in den vergangenen Tagen mit der Region Hannover sowie mit kommunalen und freien Organisationen und Einrichtungen der Jugendhilfe in Verbindung gesetzt, um auf das neue Angebot aufmerksam zu machen. „Es geht darum, Zeit für die Kinder zu haben, zuzuhören, Trost zu spenden, Rat zu geben und Mut zuzusprechen“, erklärt Karsten Habermehl, Mitarbeiter im Projekt Große Zwerge. „Die Kinder sollen erfahren, dass sie nicht allein sind. Und wir können im Notfall weitervermitteln, zum Beispiel. an die Jugendhilfe und an Schutzeinrichtungen für Kinder.“

Um die Kinder zu erreichen, setzt die Caritas neben Handzetteln auch auf digitale Medien und verbreitet das neue Angebot über Instagram und Facebook und unterstützt die Forderung der NACOA,  der deutschen Interessensvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, dass Medien und Lernplattformen für Kinder die Probleme der akuten Lage aufgreifen und Kindern auch gezielt Ansprechstellen und Hilfsangebote nennen sollten.

„Wir bitten alle, die Kontakt haben zu Kindern, die Hilfe über Telefon oder Whats App suchen könnten, aufmerksam zu sein. Geben Sie den Kindern gerne unsere Nummer weiter“, betont Franziska Sokolowski.

Der NACOA und Rainer Rettinger, Geschäftsführer des Deutschen Kindervereins gehen in einer kürzlich erschienenen Pressemitteilung noch weiter und raten Nachbarn, Freunden oder Verwandten, die sich um das Wohl eines Kindes in ihrer Umgebung sorgen, dies – auch anonym - dem Jugendamt oder einer Hotline für Kinderschutz mitzuteilen.

Weitere Informationen zum Projekt Große Zwerge: KLICK

Weitere Informationen zu NACOA: KLICK 

Von: cke/Caritas