Zum Inhalt springen
Impressum  Datenschutz

News anzeigen

03. Dezember 2018
Die Weihe des Expo-Kreuzes im Jahr 2000 und heute vor dem Ökumenischen Kirchencentrum in Hannover-Mühlenberg: Das Wahrzeichen muss saniert werden | Fotos: Archiv (2)/Kroll

Die Weihe des Expo-Kreuzes im Jahr 2000 und heute vor dem Ökumenischen Kirchencentrum in Hannover-Mühlenberg: Das Wahrzeichen muss saniert werden | Fotos: Archiv (2)/Kroll

Wahrzeichen im Wanken

Es ist ein Symbol der Ökumene – das „Expo-Kreuz“, das nach dem Ende der Weltausstellung ein neues Zuhause vor dem Ökumenischen Kirchencentrum in Hannover gefunden hat. Jetzt muss es dringend saniert werden.

18 Jahre ist es her, dass Hannover sich als Schauplatz der Welt verstehen konnte – bei der Weltausstellung EXPO 2000. Die Welt wurde zum Dorf – und jedes Dorf hat eine Kirche. So wurde der Christus-Pavillon der beiden großen Kirchen schnell zum „Expo-Gotteshaus“ – in Stahl und Glas, entworfen vom renommierten Hamburger Architekten Meinhard von Gerkan.

Zur Kirche gehörte ein Kreuz – ebenfalls in Stahl und Glas, dreidimensional gestaltet, 27 Meter hoch. Geweiht wurde es von der evangelischen Landesbischöfin Margot Käßmann und dem Hildesheimer Bischof Josef Homeyer. Gewissermaßen auf dem Boden liegend, bevor es in die Höhe gezogen wurde. Aufgerichtet auch als Wahrzeichen der Ökumene.

Seit 2001 lebt dieses Sinnbild fort –  vor dem Ökumenischen Kirchencentrum im hannoverschen Stadtteil Mühlenberg. Die Expo-Kirche wurde nach Ende der Weltausstellung „geteilt“. Der Christus-Pavillon wurde in Thüringen im Kloster Volkenroda wieder errichtet, das Kreuz kam vor das gemeinsam von der evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde und der katholischen Pfarrei St. Maximilian Kolbe genutzten Zent­rum Am Mühlenberg.

Lichtanlage defekt, Halterungen zu ersetzen

Doch auch an Wahrzeichen nagt der Zahn der Zeit. Das 60 Tonnen schwere Kreuz muss saniert werden. Es leuchtet nicht mehr richtig in der Nacht, die Halterungen für die Glasscheiben müssten ersetzt werden. Allerdings bewerten mehrere vorliegende Gutachten den Sanierungsumfang unterschiedlich.

Das führt durchaus zu Diskussionen  – in den Gremien der beteiligten Gemeinden wie zwischen ihnen. Erste Frage: Was soll konkret gemacht werden? Nur das für die Sicherheit Nötigste? Oder soll die Sanierung genutzt werden, dem Kreuz ein neues Lichtkonzept zu geben und neue energiesparende Technik einzusetzen? Diese Vorschläge hat nun der Pastor der evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde, Holger Hannemann, ins Spiel gebracht. Der Kirchenvorstand plädiert unterdessen für eine Sanierung.

Im Pastoralrat von St. Maximilian Kolbe wird dagegen noch diskutiert – „durchaus ergebnis­offen“, wie es Pfarrer Johannes Lim, der erst im September eingeführt wurde, beschreibt. Gesucht wird nach einem Weg, ob und wie eine Sanierung des Expo-Kreuzes finanziert werden kann. Schließlich stehen unterschiedliche Summen im Raum – von einem eher niedrigen sechsstelligen Bereich für einen reinen Erhalt bis hin zum Dreifachen dieser Summe: „Die Kosten sind noch unklar.“

Ebenso unklar ist, wie sich das Bistum Hildesheim an der Finanzierung beteiligt. Auch hier stehen die Signale auf „ergebnis­offen“ – und einer Entscheidung, wenn ein belastbarer Finanzierungsplan vorliegt. Die Bereitschaft, sich zu engagieren, ist aber da.

Engagieren wollen sich auch Mitglieder der beiden beteilig­ten Pfarrgemeinden: Sie haben einen Förderverein gegründet – für mögliche Spender und Sponsoren.

Stadt fordert Gemeinden zum Erhalt auf

Erhöht hat sich der politische Druck auf die mögliche Sanierung des Kreuzes. Einstimmung hat die Sanierungskommission des Programms „Soziale Stadt“ der Landeshauptstadt die beiden Kirchengemeinden aufgefordert, das Kreuz zu erhalten – nicht zuletzt, weil es zum Wahrzeichen des ganzen Stadtteiles geworden ist. Eine deutliche Ansage.

Das sieht der Förderverein genauso: „Das Expo-Kreuz – „unser Expo-Kreuz“ – ist ein wichtiges Zeichen: Es kennzeichnet das Kirchencentrum als kirchlichen Ort und ist darüber hinaus markanter und weithin sichtbarer Turm für den Mühlenberg“, heißt es im Gründungsaufruf. Und weiter: „Der Erhalt ist daher schon wichtig!“

Von: Rüdiger Wala