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27. April 2015
Rund fünfzig Personen aus Leipzig und Hannover fahren alle zwei Jahre im Rahmen eines Gemeinde- Austausches zusammen auf Wallfahrt. Unter anderem besuchten sie 2008 Hornburg, die Geburtsstadt des mittelalterlichen, deutschen Papstes Clemens II. © Christfred Beckmann

Rund fünfzig Personen aus Leipzig und Hannover fahren alle zwei Jahre im Rahmen eines Gemeinde- Austausches zusammen auf Wallfahrt. Unter anderem besuchten sie 2008 Hornburg, die Geburtsstadt des mittelalterlichen, deutschen Papstes Clemens II. © Christfred Beckmann

Wallfahrten mit Picknick- Korb

Seit der Wende besteht zwischen den Gemeinden der Propsteikirche in Hannover und Leipzig eine Partnerschaft. Regelmäßig werden gemeinsam Ausflüge und Wallfahrten unternommen. Auch zur Eröffnung der neuen Propsteikirche in Leipzig Anfang diesen Monats schicken die Hannoveraner eine Delegation.

Es war kurz nach der Wende, als der damalige Propst von Hannover, Dr. Joop Bergsma, und der damalige Propst von Leipzig, Günter Hanisch, beschlossen die Städtepartnerschaft der Messestädte Hannover und Leipzig auch auf eine kirchliche Ebene zu heben. Zu erzählen hatte man sich viel: Leipzig und Hannover sind etwa gleich groß, jede Stadt hat ihren Propst mit seiner Propsteikirche und in beiden Städten bilden die Katholiken eindeutig die Minderheit. „Es war eine große Neugierde in beiden Gemeinden auf die Katholiken aus dem Osten oder dem Westen“, erinnert sich die 1935 geborene Anneliese Beckmann aus der damaligen Gemeinde der Propsteikirche Basilika St. Clemens an die Zeit nach der Grenzöffnung. „Zuerst gab es nur offizielle Abordnungen zwischen den Gemeinden zu wichtigen Festen, aber dann haben sich daraus private Kontakte ergeben. Und seit Mitte der 90er Jahre fahren wir alle zusammen alle zwei Jahre auf Wallfahrt und treffen uns jedes Mal an einem neuen Ort.“

Rund fünfzig Personen umfasst auch heute noch der Kreis dieser Wallfahrer aus Ost und West. Zuletzt besuchten sie 2012 in Helmstedt das dortige Kloster – mit im Gepäck hatte jeder Wallfahrer einen Picknick- Korb, denn das gemeinsam vorbereitete Mahl ist eine Tradition der Gemeinde- Partnerschaft. „Als wir das erste Mal zusammen unterwegs waren, wollten wir aus Hannover am Ende des Ausflugs in eine Gaststätte einkehren. Die anderen fanden das sehr kurios und packten ihre mitgebrachten Sachen aus – es war im Osten damals einfach nicht usus einzukehren“, lacht Anneliese Beckmann, die seit 2007 mit ihrem Mann Christfred Beckmann den Gemeinde- Austausch organisiert. „Nach diesem Fauxpas picknicken wir immer zusammen. Das schafft Gemeinschaft.“ Und auch wenn die große Spannung und Neugier auf die anderen nachgelassen habe, so blieben eine kontinuierliche Partnerschaft und gute Kontakte weiter bestehen.

Auch aus diesem Grund wird zur Eröffnung der neuen Propsteikirche in Leipzig der jetzige Propst von Hannover, Martin Tenge, mit einer fünfköpfigen Delegation anreisen. „Ich habe mir schon mehrfach die Fortschritte vor Ort angesehen und bin fasziniert von der Helligkeit und Offenheit der neuen Propsteikirche“, sagt er. „Die Katholische Kirche hat in Zeiten der DDR in Leipzig ein Grundstück zum Kirchenbau bekommen mit Treibsand, mit einem schwankenden Boden und am Rande der Stadt. Aber wir gehören in die Stadt und nicht marginalisiert an den Rand. Auch hier in Hannover wirkt die Basilika St. Clemens wie eine Kirche jenseits der Stadtmauern. Die Leipziger setzen mit ihrem Neubau ein mutiges Zeichen und geben uns wichtige Impulse.“ Auch das Ehepaar Beckmann ist bei der Delegation dabei. „Ich bin sehr gespannt auf die neue Kirche. Und dann fahren wir wieder zusammen auf Wallfahrt“, verspricht Anneliese Beckmann. 

 Mehr Informationen zum Neubau der Propsteikirche in Leipzig erhalten Sie unter:

http://www.propstei-leipzig.de/seiten/start

 

 

 

Von: Marie Kleine