Dekanat Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de de_DE Dekanat Hannover Wed, 22 Sep 2021 16:58:12 +0200 Wed, 22 Sep 2021 16:58:12 +0200 TYPO3 EXT:news news-28348 Mon, 20 Sep 2021 22:42:59 +0200 Spatenstich für Meilenstein https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/spatenstich-fuer-meilenstein-28348/ Baubeginn für die Erweiterung und Sanierung des Vinzenzkrankenhaus in Hannover-Kirchrode. Die Bauzeit beträgt sechs Jahre, die Kosten 55 Millionen Euro. Technisch heißt sie „Baumaßnahme 1750“: Dahinter verbirgt sich zum einen ein fünfstöckiger Erweiterungsbau des Bettenhauses, in das im Laufe der Maßnahme auch die Intensivstation des Vinzenzkrankenhauses sowie ein modernes Labor und die Physiotherapie einziehen werden. Zum anderen werden sowohl das bestehende Bettenhaus Ost und Funktionsbereiche als auch die Gynäkologie und die Urologie umfassend saniert.

„Wir möchten unseren Patientinnen und Patienten auch zukünftig eine hochwertige Diagnostik und Therapie anbieten“, betont der Geschäftsführer des Vinzenzkrankenhauses, Karsten Bepler. Sechs Jahre werden die Baumaßnahmen dauern, 55 Millionen Euro sind als Kosten veranschlagt: „Möglich wird das durch die Förderung des Landes Niedersachsen“, unterstreicht Bepler. 41 Millionen stellt das Land über die Bauzeit zur Verfügung, 14 Millionen steuert das Vinzenzkrankenhaus aus eigenen Mittel bei.

Für Sozial- und Gesundheitsministerin Daniela Behrens ist die Krankenhausversorgung mit über 160 Krankenhäuser in Niedersachsen eine stetige Herausforderung: „Wie können wir die beste Medizin für unsere Bürgerinnen und Bürger organisieren und mit den ambulanten Systemen vernetzen“, beschreibt die Sozialdemokratin die Leitfrage. Die Region Hannover sei in dieser Hinsicht gut aufgestellt – und mit diesem ersten Spatenstich werde die Situation weiter verbessert: „Das ist schon ein Meilenstein für die Patientinnen und Patienten sowie die Beschäftigten des Vinzenzkrankenhauses“, hebt Daniela Behrens hervor.

Bewusst beginnen die Baumaßnahmen mit dem Erweiterungsbau für die Pflege und die Intensivstation. „Es geht uns um eine Medizin auf modernstem Standard“, erläutert der Ärztliche Direktor Jens Albrecht. Für die Pflege bedeutet das beispielsweise Zwei- statt wie bisher Dreibettzimmer, für die Mitarbeitenden ein Stationskonzept, das sich um einen zentralen Stützpunkt organisiert – eine Klinik der kurzen Wege.

„Unsere Mitarbeitenden waren zu verschiedenen Zeitpunkten in die Planung mit einbezogen“, ergänzt Pflegedirektor Jörg Waldmann. So wurden spezielle pflegerische Aspekte berücksichtigt, die den Arbeitsalltag erleichtern.

Noch im September werden die Bauarbeiten beginnen – auch mit notwendigen Abbrucharbeiten am Altgebäude, um den Anschluss an den neuen Erweiterungsbau herzustellen. Im November 2022 soll dann der Rohbau stehen.

Der erste Spatenstich erfolgt übrigens rechtzeitig zu einem für das Vinzenzkrankenhaus wichtigem Datum. Im Dezember 1971 – also vor 50 Jahren – wurde der jetzige Standort in Hannover-Kirchrode bezogen. Zuvor hatten die Kongregation seit 1862 erst in zwei Ambulanzen Kranke gepflegt und schließlich von 1883 an im Zooviertel in einer Villa ein Krankenhaus eröffnet. Das Krankenhaus St. Vinzenz wurde immer wieder erweitert und ausgebaut, bis es Ende der 1960er Jahre an seine Grenzen stieß und der Entschluss zu einem Neubau getroffen wurde.

Heute werden in Vinzenzkrankenhaus jährlich über 40 000 Patient*innen stationär und ambulant betreut. 345 Betten und sieben Fachabteilungen zählt das katholische Krankenhaus, das sich in der Trägerschaft des bundesweiten Elisabeth Vinzenz Verbundes befindet.

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news-28347 Fri, 17 Sep 2021 14:19:00 +0200 „Den Glauben habe ich von meiner Mutter“ https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/den-glauben-habe-ich-von-meiner-mutter-28347/ Die spanischsprachigen Katholik*innen im Bistum Hildesheim haben wieder einen neuen Seelsorger: Padre Enrique Quiroga kommt aus dem bolivianischen Erzbistum Sucre. Der 58-Jährige arbeitet von der Mission in Hannover aus. „Den Glauben habe ich von meiner Mutter“, sagt Enrique Quiroga. Es muss ein starker Glauben gewesen sein: „Nur wenige Monate alt, wurde ich sehr krank.“ Die Ärzte hatten ihn schon aufgegeben. Doch seine Mutter nicht. Sie pilgerte mit ihrem Baby zum kleinen Wallfahrtsort San Mauro – und der kleine Enrique wurde gesund. Ein Wunder? Quiroga weiß es nicht. Aber große Liebe und fester Glaube.

Geboren und aufgewachsen ist Enrique Quiroga in Padilla, einem traditionsreichen Ort im Bundesstaat Chuquisaca, knapp 175 Kilometer östlich von Sucre gelegen – der verfassungsmäßigen Hauptstadt Bolivien und Sitz des Erzbistums. Die Familie ist groß: Quiroga hat fünf Brüder und zwei Schwestern. Er selbst ist Kind Nummer sechs von acht. Die Kirche spielt eine große Rolle: „Ich war von klein auf Messdiener“, erinnert er sich. Als er 14 ist, sagt ihm ein Priester, dass Quiroga auch mal wie er am Altar stehen wird: „Alle haben gelacht, weil ich ein sehr unruhiges Kind war.“

Ins Priesterseminar abgehauen

Doch so etwas wie die Saat ist gelegt. Mit 17, gerade den Schulabschluss in der Tasche, haut Quiroga von zu Hause ab – und will nach Sucre ins Priesterseminar. Seine Mutter fängt ihn noch ab, er bittet zumindest es einen Monat versuchen zu dürfen. Eine Tante meint, Quiroga würde ohnehin noch früher zurückkommen.

Doch aus dem Monat werden drei Jahre. Dann aber kommt eine Krise – und die Vorzeichen ändern sich. Jetzt ist es seine Mutter, die sagt: „Damit musst du klarkommen, so habe ich euch erzogen.“ Quiroga kommt damit klar und wird 1988 zum Priester geweiht. Übrigens nicht in der Kathedrale von Sucre, sondern in seiner Heimatpfarrei.

Erst Klein-, dann Hauptstadt: Drei Jahre arbeitet Quiroga zunächst als Kaplan bei einem deutschen Missionar ganz im Süden des Erzbistums, dann wird er in die Bischofsstadt gerufen. Neben der Tätigkeit in einer Pfarrei ist Quiroga in der Berufungspastoral tätig: „Ich war Ansprechpartner für junge Männer, die gerne Priester werden möchten.“ Er organisiert Veranstaltungen, bei denen Interessierte eine Woche im Priesterseminar verbringen können.

Studium in Rom

Später wird er Dozent am Priesterseminar und 1993 von seinem Bischof zum Philosophiestudium nach Rom an die Gregoriana geschickt. Wieder zurück wartet nach zwei weiteren Jahren als Dozent 1997 eine neue Aufgabe auf ihn, mit der das Erzbistum auf die wachsende innerbolivianische Wanderungsbewegung reagiert: „Viele unserer Leute sind ins Tiefland in die Metropole Santa Cruz gezogen, weil sie sich dort Arbeit erhofft haben.“

Für ein Land, das wie Bolivien von unterschiedlichen indigenen Kulturen geprägt ist, ein großer Schritt – und durchaus mit Widerständen verbunden. Das Erzbistum schickt Quiroga als Missionar im eigenen Land hinterher: „Wie im Buch Exodus“, sagt er und lächelt. Sechs Jahre kümmert sich in einem Randbezirk der rasant wachsenden Zwei-Millionen-Stadt Santa Cruz vor allem um die soziale Integration der Zugewanderten.

Sekretär im Lateinamerikanischen Bischofsrat

2003 geht es wieder zurück nach Sucre, wobei seine Arbeit in der Pfarrei St. Josef und erneut am Priesterseminar eine Zwischenepisode bleibt. 2007 heißt das neue Ziel Bogota in Kolumbien, der Sitz der CELAM, dem lateinamerikanischen Bischofsrat – derZusammenschluss der süd- und mittelamerikanischen Bischofskonferenzen.

Quiroga wird Sekretär in der Abteilung Gerechtigkeit und Solidarität. Armut und Klimaschutz, Migration und Menschenrechte werden seine Themen, gerade in einer Zeit, in der die CELAM wieder stärker an der „Option für die Armen“ ausrichtet. Für Quiroga ist klar, dass Kirche sich gesellschaftlich einmischen muss, um die frohe Botschaft zu verkündigen.

Mit dieser Erfahrung wird Quiroga 2011 Leiter des Seelsorgeamtes im Erzbistum Sucre. Gleichzeitig wirkt er als Priester in der Pfarrei Santo Domingo im Zentrum der Bischofsstadt. Ideen und neue Perspektiven für die Seelsorge werden im Alltag geprüft und umgesetzt. Erwachsenenbildung und das Übernehmen sozialer Aufgaben sind der eine Schwerpunkt, Angebote für Familien und Jugendliche der andere: Erstkommunionen und Firmung bekamen eine neue Dynamik, berichtet Quiroga. Nicht zuletzt, weil eine große Gruppe von Katechet*innen, Erwachsene wie Jugendliche, sie begleitet. Wichtig ist ihm als Priester, dass die unterschiedlichen Anliegen in der Pfarrei in der heiligen Messe vor Gott gebracht werden: „Wir haben jeden Sonntag fünf Messen für die unterschiedlichen Gruppen gefeiert.“

Jetzt der Schritt nach Deutschland, nach Hannover: „Mein Bischof hat mich gefragt, ob ich diese Aufgabe übernehmen möchte.“ Quiroga sagte zu, lernt jetzt deutsch und die vielfältige Mission der spanischsprachigen Katholik*innen im Bistum Hildesheim kennen. Wobei: In Hannover war er bereits einmal. 2015 im Rahmen eines Deutschland-Besuches. Nur: „Ich bin die drei Tage allerdings nur hinterhergelaufen.“ Wieder lächelt Quiroga. Er sei aber mit Händen, Füßen und Herz bereits sich seiner neuen Aufgabe anzunehmen, die zudem ein Ausdruck der besonderen Partnerschaft zwischen der Kirche von Bolivien und dem Bistum Hildesheim ist.

Eines ist für Quiroga sicher: „Gott hat mir immer den Weg gezeigt.“ Ein starker Glaube, ins Herz gelegt von seiner Mutter.

  • Kontakt: Spanischsprachige Katholische Mission, Katholisches Internationales Zentrum, Marschnerstraße 34, 30167 Hannover, Telefon: 0511 65597251, E-Mail: misionespanola(ät)yahoo.es
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news-28307 Wed, 15 Sep 2021 18:08:35 +0200 Zweite Runde Online-Glaubensgespräche https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/zweite-runde-online-glaubensgespraeche-28307/ Glauben – das ist was für sonntags. Ansonsten ist zu viel zu tun. Stimmt das? Wie kann der Glauben in den Alltag integriert werden? Diese Frage steht am Anfang der zweiten Runde der Online-Glaubensgespräche mit Sr. Regina Köhler und Propst Christian Wirz.  Der Auftakt vor dem Sommer ist geglückt, nun geht es von Freitag, 15. Oktober, an in die zweite Runde mit den Online-Glaubensgesprächen für junge Leute zwischen 20 und 40 Jahren. Die Idee dahinter ist einfach: „Einmal im Monat, ein Thema, eine Stunde, ein kurzer Impuls, dann viel Zeit zum Austausch in Kleingruppen – und alles auf zoom, immer zwischen 20 und 21 Uhr“, beschreibt Propst Christian Wirz das Format. Der Hannoversche Regionaldechant ist zusammen mit Sr. Regina Köhler von der Ordensgemeinschaft Congregatio Jesu und einer Stipendiatin des Cusanuswerks einer von drei Impulsgeber*innen.

Zum Auftakt geht es um die Frage, wie der Glaube auch im Alltag lebendig gehalten werden kann. "Die weiteren Themen ergeben sich dann aus der Gruppe", ergänzt Sr. Regina. Alle Fragen, alle Ideen, alle Zweifel  sind erwünscht und sollen zur Sprache kommen. Mal reinschnuppern ist auch möglich. Auf einer virtuellen Pinwand können zudem Themenwünsche hinterlassen werden. Übrigens: Die Congratio Jesu ist seit 2010 in Hannover ansässig. Der Frauenorden legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Arbeit mit jungen Menschen. Gegründet wurde der Orden 1609 von Mary Ward, vor allem um Mädchen und jungen Frauen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

  • Teilnehmen ist ganz einfach: Nur eine Mail an online-glaubensgespraeche(ät)web.de schicken, dann gibt es einen link für den Zugang.
  • Die Termine: Fr., 15. Oktober | Di., 16. November | Do., 09. Dezember | Mi., 19. Januar | Do., 03. Februar | Mi., 16. März | Do., 07. April 22

 

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news-28289 Fri, 10 Sep 2021 16:15:48 +0200 Was ist göttlich an der Ordnung? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/was-ist-goettlich-an-der-ordnung-28289/ Männer bestimmen, was Frauen dürfen und was nicht. Kommt das bekannt vor? Immer noch wandelt sich die gesellschaftliche – aber auch kirchliche – Stellung von Frauen im Schneckentempo. Wie können sich Frauen gegenseitig bestärken?" Das fragt das "Frauenprojekt" in der Pfarrei St.... Schweiz 1971: Ein Ehegesetz verpflichtet Frauen an den Haushalt. Wählen dürfen sie auch nicht. So sei die "göttliche Ordnung". Das ruft Protest hervor – auch im Kanton Appenzell. Davon erzählt der 2017 inszenierte Film von Petra Volpe – durchaus tragikomisch. In Kooperation mit dem Kino im Künstlerhaus zeigt das Frauenprojekt St. Heinrich diesen Film am Montag, 13. September um 20 Uhr (Sophienstraße 2).

"Kurz vor den Bundestagswahlen werfen wir mit dem Film 'Die göttliche Ordnung' einen humorvollen Blick auf die sich im Schneckentempo wandelnde Stellung der Frau in Gesellschaften", sagt Jutta Golly-Rolappe, Gemeindereferentin in St. Heinrich und Initiatorin des "Frauenprojekts". Der Grundkonflikt des Filmes: Männer entschieden in der Schweiz über das Wahlrecht der Frauen. Vor 50 Jahren. Für Jutta Golly-Rolappe hat diese Geschichte aber Parallelen zur Katholischen Kirche heute: Das Recht auf Weiheämter für Frauen fehlt gänzlich. Werde dieses Recht für Frauen gefordert, lehnt die männliche Leitung dies ab.

"Über die Entwicklung des Wahlrechts können wir uns amüsieren", meint die Gemeindereferentin. Doch: "Für unsere Rechte heute gilt es einzustehen!" Das ist einer der Ausgangspunkte für das Frauenprojekt in St. Heinrich, das mit dem Kinobesuch beginnt und mit weiteren Veranstaltungen bis zum Weltfrauentag am 8. März 2022 geplant ist.

"Die göttliche Ordnung" – im Film wie auch für Jutta Golly-Rolappe ist sie anders als sie erscheint. Zum Beispiel im Markus-Evangelium. Dort begegnet Jesus sechs Frauen. Diese Frauen waren für ihre Mitmenschen eine echte Provokation: Sie ergriffen selbstbewusst das Wort, korrigierten ihren Meister und vertrauten und glaubten bedingungslos. Doch ihre Namen sind nicht überliefert.

Die Begegnung mit diesen Frauen ist der Leitfaden des Projektes: "Wir möchten diesen Frauen und damit auch unserer eigenen Weiblichkeit auf die Spur können", erläutert Jutta Golly-Rolappe. Bewusstsein stärken, Fähigkeiten entdecken – und Neues in der Kirche wecken.

Die weiteren Termine:

  • "Inneres Feuer" (Mk 1,29-31): Dienstag, 12. Oktober, 19 Uhr in der Herz Jesu Kapelle (Hildesheimer Straße 30, Hannover)
  • "Sehnsucht" (Mk 5, 21-43): Mittwoch, 10. November, 19 Uhr in der Herz Jesu Kapelle (Hildesheimer Straße 30, Hannover)
  • "Sich einsetzen für ..." (Mk 7, 24-30): Donnerstag, 2. Dezember 19 Uhr in der Herz Jesu Kapelle (Hildesheimer Straße 30, Hannover)
  • "Schenken" (Mk 14, 3-9): Samstag, 15. Januar 2022, 14 Uhr (Ort wird noch bekannt gegeben)
  • "Miteinander unterwegs" (Mk 16, 1-8): Freitag, 11. Februar 2022, 19 Uhr (Ort wird noch bekannt gegeben)
  • Abschlusspräsentation am Weltfrauentag: 8. März 2022 (Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben)

Anmeldung: Golly-Rolappe(ät)st-heinrich-hannover.de

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news-28288 Fri, 10 Sep 2021 13:03:45 +0200 50 Jahre Hl. Kreuz in Altwarmbüchen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/50-jahre-hl-kreuz-in-altwarmbuechen-28288/ Seit 50 Jahren können die Katholik*innen in Altwarmbüchen die Gottesdienste in ihren Kirchen Hl. Kreuz feiern. Anlass genug auf diese Zeit zurückzublicken und die Zukunft in den Blick zu nehmen. Im Rahmen der gegebenen Coronaregeln und Hygienevorschriften (einschließlich der Anmeldung zum Gottesdienst) wird es im Kreis der Gemeindemitglieder eine kleine Feier geben.

Am Anfang steht am Sonntag, 19. September 2021, um 12:00 Uhr ein Festhochamt mit anschließendem Gemeindetreff (Grillangebot sowie Kaffee und Kuchen). Abschluss ist im 16:00 Uhr eine Andacht.

Eröffnet wird eine Ausstellung mit Bildern, Texten und Gegenständen aus der Geschichte der Gemeinde. Sie soll bis Sonntag, den 26.09., zu sehen sein. In der Cafeteria gibt es am Bildschirm weitere Bilder von der alten Kirche, von wichtigen Personen und von der Entstehung und Weihe der neuen Kirche zu sehen.

Am Montag, 20. September, ist die Cafeteria von 11:30 bis 13:30 Uhr geöffnet, 12:30 Uhr findet ein Mittagsgebet  statt, am Donnerstag von 16:00 – 18:00 Uhr (18:00 Uhr Abendgebet).

Abgeschlossen wird die „Festwoche“ am Sonntag 26. September, mit einer von Mika Bergmann (Alt) und Andreas Schmidt (Orgel) gestalteten Hl. Messe mit anschließendem Gemeindetreff.

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news-28299 Wed, 08 Sep 2021 15:25:00 +0200 „Hier gehört Kirche hin“ https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/hier-gehoert-kirche-hin-28299/ Drei neue Seelsorger*innen für das Team der christlichen Seelsorge an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Pastorin Heike Merzyn, Gemeindereferentin Ulrike Branahl und Pfarrer Oliver Holzborn sind in ihren Dienst an der Uni-Klinik eingeführt worden. „Es gibt eine breite Diskussion darüber, wo Kirche sein soll“, meint der Hannoversche Regionaldechant Propst Christian Wirz: „Hier in der Medizinischen Hochschule ist sie auf jeden Fall richtig, hier gehört sie hin.“ In ihrem Dienst werden die drei Seelsorger*innen den Schattenseiten des Lebens begegnen. „Im Evangelium heißt es, dass wir im Dienst an kranken Menschen Jesus begegnen“, sagt Wirz: „Das ist eine steile Aussage, die wir aber eher glauben müssen als erfahren werden.“ Dieser Wirklichkeit müsse man sich stellen und darauf hoffen, dass es die Momente gibt, in denen die Gegenwart Gottes spürbar wird.

Die Medizinische Hochschule Hannover ist die achtgrößte Uni-Klinik in Deutschland. Jährlich werden über 60.000 Patient*innen stationär und eine halbe Million weitere ambulant versorgt. Die MHH zählt 7500 Mitarbeitende. In der Seelsorge sind nun sechs evangelische und drei katholische Seelsorger*innen tätig.

Für Gemeindereferentin Ulrike Branahl ist Klinikseelsorge „etwas, das Halt geben soll“. Sorgen und Ängste, Schmerzen und große Fragen haben kranke Menschen in ihrem Gepäck, wenn sie in die MHH kommen. Auch die Mitarbeitenden erleben starke Belastungen: „Da ist es gut, dass wir hier nicht allein unterwegs sind und an vieles anknüpfen können.“

Ein tragfähiges Netzwerk knüpfen – das beschreibt Pastorin Heike Merzyn als ihre Aufgabe. Auch über die MHH hinaus: Heike Merzyn ist gleichzeitig Beauftragte der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers für die Krankenhausseelsorge.

Pfarrer Oliver Holzborn ist bereits seit einigen Wochen an der MHH tätig: „Ich habe hier ganz viele Engel erlebt“, berichtet er: „Auf den Stationen, in der Technik, am Empfang.“ Manchmal können auch die Seelsorger*innen Engel für andere sein. Für Holzborn ist das ein wichtiges Bild, da auch Menschen, die wenig mit Kirche anfangen können, meistens eine positives Vorstellung von Engeln haben: „Damit können wir ein gutes Wort für die Menschen hier sprechen – das ist ein wunderbarer Auftrag für uns alle.“

Oberkirchenrat Friedrich Ley verweist auf den Stresstest, dem auch die MHH in der Corana-Pandemie ausgesetzt war: „Pflege und Seelsorge waren und sind hier eng verzahnt“, sagt der Leiter des Referats Seelsorge der Landeskirche Hannovers. Daher appelliert Ley angesichts der Neubaupläne der MHH nicht aus einen „Raum der Stille“ als Ort für die Seelsorge zu verzichten.

„Wir müssen neue Wege gehen“, betont für Gregor Schneider-Blanc. Der Pastoralreferent ist zuständig für die Krankenhausseelsorge im Bistum Hildesheim. Noch stärker ökumenisch zu wirken, ist eine der Möglichkeiten, die sich jetzt zeigen.

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news-28235 Thu, 02 Sep 2021 11:19:59 +0200 "Kirchen sind wichtige Orte für gesellschaftspolitische Diskussionen" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/kirchen-sind-wichtige-orte-fuer-gesellschaftspolitische-diskussionen-28235/ Welche Bedeutung haben Kirchengebäude und Kirchen im 21. Jahrhundert? Was können Religionen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten? Und welches Verhältnis besteht zur Stadt und zur Kultur? Im Gespräch: Konstanze Beckedorf, Kulturdezernentin der Stadt Hannover. Auf einem Symposium der Volkswagenstiftung mit dem Titel "reusing churches" wurde Anfang dieses Jahres die These aufgestellt, dass Kirchen wichtige, öffentliche Orte in den Städten sind. Wie sehen Sie das? Welche Bedeutung haben Kirchengebäude und Kirchen im 21. Jahrhundert?

Es ist wenige Wochen her, da wurde über die Kirchenaustritte in den christlichen Kirchen berichtet. Ich nehme für die Landeshauptstadt das Patronat in der evangelisch-lutherischen Marktkirche wahr. Insofern sind diese Zahlen für mich ein wichtiges, ein hautnahes Thema. Angesicht dieser Zahlen muss man sich tatsächlich die Frage stellen, ob Kirche wirklich noch Bedeutung hat.

Und? Hat sie?

Aus meiner Sicht hat sie das – und zwar in besonderem Maße, nicht nur für eine Stadt wie Hannover, sondern für die ganze Gesellschaft. Kirchen sind auch im 21. Jahrhundert Orte des Zusammenhalts, verbunden mit einem hohen sozialen Anspruch. Religion kann Menschen auch und gerade in Krisensituationen Halt geben. Das haben wir trotz aller Schwierigkeiten in der Corona-Pandemie gesehen. Religion und Kirche haben immer noch starke Wurzeln in der Gesellschaft.

Woran machen Sie das fest?

Kirchen sind im Bild einer Stadt stets sehr präsent. Das gilt auch für Hannover. Sie sind deshalb aus meiner Sicht wichtige Orte für gesellschaftspolitische Diskussionen. Menschen kommen zusammen, gehen ihrer Religion nach, tauschen sich aus zu den Fragen, die eine Stadt oder ihren Stadtteil bewegen. Das macht Kirche allein als Ort wichtig. Wir merken das manchmal erst, wenn eine Kirche nicht mehr da ist, weil sie entwidmet oder sogar abgerissen wurde. Und mit dem fehlenden Ort geht auch das Gespräch über die Stadtgesellschaft verloren. Deshalb halte ich Kirchen nach wie vor für unverzichtbar.

Städte entwickeln sich. Stadtteile verändern ihr Gesicht, neue Stadtteile werden geplant und gebaut. Sind Kirchen da so etwas wie Ankerpunkte?

Sie haben eine besondere Funktion – für die Religion, aber natürlich auch für das Leben im Stadtteil. Es sind Orte der Besinnung, der Ruhe, der Kontemplation, der Auseinandersetzung mit dem Glauben, die aber nie auf die Konfession allein beschränkt sind. Denn Kirchen sind auch Orte für Kunst und Kultur, für soziale und politische Fragen. Das war mir persönlich nicht immer so klar. Als junge Kirchgängerin habe ich mir bei Predigten, die sehr politisch wurden, gesagt: Das ist doch nicht der Auftrag von Kirche. Bis mir dann irgendwann mal klar wurde: Gerade in der Religion steckt ganz viel Politisches und es ist sehr wohl der Auftrag von Kirche Position zu beziehen zu politischen Themen.

Sie haben ja schon gesagt, dass Sie für die Stadt Hannover das Patronat in der Marktkirche wahrnehmen. Das zeigt ja die enge Verbundenheit zwischen der Stadt Hannover und der evangelischen Kirche. Ist Hannover eine zutiefst evangelische Stadt? Oder nehmen Sie auch katholische Duftmarken wahr?

Ganz ehrlich: In Hannover gibt es nicht nur evangelische, nicht nur katholische, sondern multireligiöse Duftmarken. Hier leben Menschen aus 180 Nationen mit an die 100 unterschiedlichen Sprachen zusammen. Als ich noch Sozialdezernentin war, haben wir das mal ermittelt. Diese unterschiedlichen Nationen werden auch durch so vielfältige Religionen und Religionsgemeinschaften dokumentiert, dass ich mich nicht mehr darauf beschränken möchte, hier in den Kategorien evangelisch und katholisch zu denken.

Das heißt, eine internationale Stadt braucht einen interreligiösen Dialog?

Ja – und dafür steht Hannover, nicht zuletzt dokumentiert durch das Haus der Religionen: Eine bundesweit immer noch einmalige Einrichtung, die als Ort des Zusammenkommens für alle Religionsgemeinschaften steht und bewusst als Bildungseinrichtung konzipiert ist. Oder ich denke an die Marktkirche, in der immer wieder die führenden Köpfe der jüdischen, der muslimischen Gemeinden und aller religiösen Gemeinschaften das Gespräch und das Gebet suchen. Ein weiteres Beispiel ist das interreligiöse Weihnachtsfest. Aber all das zeigt auch: Evangelische und Katholische Kirche werden als Christenheit wahrgenommen. Es braucht diesen deutlichen ökumenischen Schulterschluss.

Blicken wir aber mal in die Geschichte Hannovers, denn Kultur und Religion haben in einer ehemaligen Residenzstadt viel damit zu tun. Zum Beispiel mit der Pracht der Kolonien. Aber wo kommt die Kunst her, die in Hannoverschen Museen oder im Stadtbild als begehbare, sichtbare Kultur ausgestellt wird? Welche Bedeutung hat die Frage der Herkunft, der sogenannten Provenienzforschung?

Die Bedeutung der Provenienzforschung wird immer größer. Begonnen haben wir mit dem Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus. Doch auch unsere koloniale Vergangenheit rückt immer mehr in den Blickpunkt. Eine große Anzahl von Kolleg*innen beschäftigt sich damit, die Herkunft von Kunstwerken zu klären. Wir haben auch schon Werke an Erben verfolgter und ermordeter Menschen zurückgegeben. Das haben wir in entsprechenden Publikationen und in mehreren Ausstellungen zum Thema gemacht. Das betrifft auch Kunstwerke im öffentlichen Raum und die Benennung von Straßen und Plätzen. Wir möchten darüber eine intensive Diskussion in den Stadtteilen, wie wir überhaupt die Debatte über Kultur im umfassenden Sinn mit den Bürger*innen führen möchten. So wie wir das in unserem Kulturentwicklungsplan darlegt haben.

Um den Hinweis auf den Kulturentwicklungsplan aufzunehmen: Sie wollen mit diesem bis in das Jahr 2030 angelegten Vorhaben Kultur als gesellschaftsverbindendes Element konkret in die Stadtteile bringen – und nicht als abstrakte Diskussion über Kunst oder philosophische Fragen. Welche Rolle würden Sie dabei bei den Kirchen sehen?

Das ist richtig. Abstrakt die Diskussionen in die Stadtteile zu tragen, funktioniert nicht. Wir haben im Kulturentwicklungsplan Ziele, Maßnahmen, Leuchtturmprojekte definiert. Wir werden uns Schritt für Schritt konkrete Projekte vornehmen. Ein herausragendes Thema im Entwicklungsplan ist die kulturelle Teilhabe – Zugänge zur Kultur schaffen. Deshalb nehmen wir mit als erstes die Stadtteilzentren in den Blick. Wir müssen dazu neue Wege der Beteiligung gehen. Wie das konkret aussehen wird, werden wir noch sehen. Wenn ich aber an unsere Bewerbung zur Kulturhauptstadt zurückdenke, bin ich mir sicher: Wir können das. Das war eine sehr breit aufgestellte Beteiligung, an der sich auch die Kirchen ganz hervorragend eingebracht haben. Die Stadtteile sind die Orte, in denen die Menschen zuvorderst leben, in denen der Alltag stattfindet. Das wollen wir mit den Menschen gestalten und auch gemeinsam mit den Kirchen, weil sie – das habe ich schon deutlich gemacht – wichtige Orte des gesellschaftlichen Miteinanders sind.

Sie haben vor kurzem an einem digitalen Kamingespräch mit Bischof Heiner Wilmer teilgenommen. Im Rahmen seines Pastoralbesuches in Hannover hat er mit Kulturschaffenden und Kulturverantwortlichen zwei Fragestellungen diskutiert haben. Die eine: die Situation von Künstler*innen in der Pandemie. Wie haben Sie die Situation wahrgenommen?

Zum einen: Die Kulturschaffenden hat die Pandemie besonders hart getroffen. Natürlich haben auch andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche gelitten. Aber schaut man genau hin, war der Kulturbereich der letzte, der aus dem Lockdown entlassen wurde und er könnte der erste sein, der bei steigender Inzidenz wieder Restriktionen unterliegt. Hier weiter Kulturschaffende zu unterstützen, ist eine wichtige Aufgabe von uns allen, die wir Verantwortung für den gesamten Kunst- und Kulturbetrieb tragen. Nicht zuletzt, weil es noch eine ganze Weile dauern wird, bis wir im Kulturbetrieb wieder von „Normalität“ sprechen können und wir ohne Einschränkungen beispielsweise Konzerte besuchen können. Zum anderen: Die Pandemie hat auch Kreatives ausgelöst, digitale Formate beispielsweise, die ich mir so nicht hätte vorstellen können. Aber diese Formate haben ihre Grenzen.

Der andere Aspekt im Kamingespräch war die Frage der Bedeutung von Kultur über den reinen Unterhaltungswert hinaus …

Genau das war wirklich wichtig: Über Kunst können wir gesellschaftliche Themen diskutieren. Kultur macht solche Auseinandersetzungen über Fragen, die über den Alltag hinausgehen, so bemerkenswert anschaulich. Da werden auch Aspekte thematisiert, die mit der Pandemie schärfer sichtbarer geworden sind: Wie wollen wir zukünftig in dieser Stadt zusammenleben? Wie steht es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Und wie steht es aus Ihrer Sicht darum? Tun die Kirchen genug dafür – auch und gerade in der Pandemie?

Zu Ihrer letzten Frage: Ich sage das natürlich mit meiner Brille und mit dem Blick auf meine Kirche, auf die evangelische Kirche. Es hätte sicher mehr sein können. Zeitweise hatte ich den Eindruck, dass man sich nicht auf die Pandemie eingestellt hat. Erst mit der Zeit gab es aktive, kreative Ideen, wie der Kontakt zu den Mitgliedern gehalten werden kann – und darüber hinaus. Deshalb ist die Diskussion, ob und wie die Kirchen ihre Rolle in so einer Krisensituation ausfüllen so wichtig. Schließlich geht es dabei um Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Dieser gesellschaftliche Zusammenhalt ist Ihrer Ansicht nach bedroht?

Die Pandemie verstärkt Tendenzen des Auseinanderdriftens – zwischen Bevölkerungsgruppen oder in den Stadtteilen. Deshalb setzen wir als Stadt auf Beteiligung. Wir müssen die über eine halbe Million Menschen, die in der Stadt leben, direkt ansprechen. Egal welcher Herkunft, egal welcher Nationalität, egal welcher gesellschaftlichen Gruppe sie angehören: Wir müssen die Idee, wie wir in Hannover zusammenleben wollen, gemeinsam entwickeln. Das ist nicht einfach und das wird auch viele Kontroversen mit sich bringen. Da brauchen wir die Kirchen und Religionsgemeinschaften – als natürlich auch kritische Partnerinnen, mit denen wir gute Rahmenbedingungen für das Zusammenleben hier in Hannover schaffen können.

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news-28218 Mon, 30 Aug 2021 16:04:50 +0200 Fehlen Ihnen manchmal die richtigen Worte? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/fehlen-ihnen-manchmal-die-richtigen-worte-28218/ Nicht mehr miteinander reden können, ist der Gefrierpunkt einer Ehe oder Partnerschaft. Doch (wieder) die richtigen Worte finden, lässt sich einüben – mit KOMKOM, einem Kommunikationstraining für Paare im [ka:punkt]. Hinter der Abkürzung KOMKOM verbirgt sich ein lange Wort: Kommunikationskompetenztraining. "Dieses Training ist eine spezielle Ergänzung unseres Paarberatungsangebotes", erläutert Gregor Branahl, Leiter der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung (efl) mit Sitz im [ka:punkt] in der Innenstadt von Hannover. Das Angebot für KOMKOM: Zwei Wochenendseminare – vom 10. bis 12. September und vom 24. bis 26. September.

Im Kern geht es darum, "freier, offener und ehrlicher miteinander umzugehen", wie es Branahl beschreibt. In vielen Gesprächen tappen Paare immer wieder in die gleichen Fallen und Missverständnisse. "Uns geht es um konstruktive Paarkommunikation", sagt Gregor Branahl: Um Handwerkszeug, wie Paare  eine gemeinsame Gesprächskultur etablieren, in der sie wohlwollend, verständnisvoll und versöhnlich miteinander umgehen. Paare erfahren, wie sie im Alltag besser im Gespräch bleiben, wie sie Probleme fair lösen und Krisen besser bewältigen können.

"Dazu braucht es aber Zeit und Unterstützung", betont Gregor Branahl. Die Zeit ist bei einem zweiteiligen Wochenendseminar gegeben – und das in einem geschützten Rahmen.  Beim Besprechen persönlicher Themen werden die teilnehmenden Paare von speziell ausgebildeten Trainer*innen gecoacht.

  • KOMKOM  findet an zwei Wochenenden statt: vom 10. bis 12. September und vom 24. bis 26. September. Die Kurszeiten: Fr., 19.00–21.30 Uhr, Sa., 9.30–16.30 Uhr, So., 9.30–13.00 Uhr
  • Teilnahmegebühr pro Paar: 150,- Euro (Übernachtung und Mittagessen ist ggfs. selbst zu organisieren). "Dieser Preis ist hoch bezuschusst",  sagt Gregor Branahl. Über eine freiwillige Mehrbeteiligung in Form einer Spende freut sich die efl.
  • Anmeldung und Information: EFL-Lebensberatung im [ka:punkt] Telefon: 0511 270 739 40; E-Mail: hannover(ät)efl-bistum-hildesheim.de

 

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news-28204 Mon, 23 Aug 2021 17:45:00 +0200 53 Zentimeter und 3430 Gramm https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/53-zentimeter-und-3430-gramm-28204/ Anders als 2020 kam das 1.000 Baby bereits im August zur Welt: Am 20.08.2021 um 12:45 Uhr mit 53 Zentimeter und 3430 Gramm wurde Aaliyah geboren und ist damit das 1.000 Baby 2021 im Vinzenzkrankenhaus Hannover. Für die glücklichen Eltern Burcu und Kassem Chour ist es das erste Kind. Die Eltern freuen sich über ihr neues Familienmitglied: „Aktuell fehlen mir etwas die Worte. Wir sind unfassbar glücklich und freuen uns über das neue Leben, das ab sofort unseren Alltag begleiten wird. Ein großer Dank geht an das Krankenhaus, die die Geburt so schnell und unkompliziert begleitet haben“, berichtet Kassem Chour freudestrahlend.

Im Vinzenzkrankenhaus kommen jährlich etwa 1.500 Kinder zur Welt. Das erfahrene Team aus Hebammen und Ärzt*innen legt dabei viel Wert auf eine sichere und solide Geburtshilfe vor, während und nach der Geburt.

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news-28179 Thu, 19 Aug 2021 10:53:57 +0200 Die Seele hinter der Jugendarbeit https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/die-seele-hinter-der-jugendarbeit-28179/ Buchführung und Verwaltung ist für Beate Suchan eine Sache von offenen Ohren und großem Herz – gerade in einer Einrichtung wie dem jugendpastoralen Zentrum Tabor im Hannover. Mit ihr geht eine Aufbauhelferin der ersten Stunde in den Ruhestand. Kinder- und Jugendarbeit in der Kirche: Das sind Ferienwochen, Zeltlager, Musikevents, Gruppenstunden, Hausaufgabenbetreuung, kreative Angebote, besondere Gottesdienste und vieles mehr. Das ist im Licht. Aber Kinder- und Jugendarbeit ist auch: Anmeldungen entgegennehmen, Fördermöglichkeiten ausloten, Anträge bei der zuständigen Kommune stellen, Dokumentationen erstellen und abrechnen. Bis auf den letzten Cent, manchmal sogar bis auf den letzten zerknüllten Kassenzettel für den ungeplanten Spontaneinkauf im benachbarten Supermarkt.

Das ist nicht so im Blick. Aber das war über ein Vierteljahrhundert die Arbeit von Beate Suchan. Sekretariat und Verwaltung, die „Sacharbeiterin“. Da geht’s um Telefon und Briefverkehr, um Beziehungspflege zu Gemeinden und Verbänden, um eben jene Kassenzettel. Vor allem aber erste Ansprechpartnerin für Kontakte. Die Seele hinter der Jugendarbeit. Das war Beate Suchan erst im katholischen Jugendbüro in Hannover und dann im jugendpastoralen Zentrum Tabor, das vor allem eines möchte: Kinder und Jugendlichen ein Raum geben, in dem sie sich entwickeln können – von mehr Mathe- und Deutschkenntnissen angefangen über kulturelles und gesellschaftliches Engagement bis hin zu ihrer Spiritualität.

Nicht hinter Aktenordnern verstecken

Hinter Aktenordnern versteckt hat sich Beate Suchan nie – weder im Jugendbüro noch im Tabor: „Ohne offene Ohren kann man so eine Arbeit nicht machen“, ist die jetzt 64-Jährige überzeugt: „Die Kinder und Jugendlichen kommen und rauchen jemanden zum Zuhören und Reden.“ Da spielt es keine Rolle, wer welche Funktion in einem Jugendzentrum hat. Es nicht von Bedeutung, welche Konfession auf dem Taufschein oder welche Nationalität im Reisepass steht. Wichtig ist die Haltung: „Ein großes Herz“, beschreibt es Beate Suchan. Verbunden mit dem Gefühl, etwas Sinnvolles zu machen.

Vielleicht liegt diese Haltung in der Lebensgeschichte von Beate Suchan begründet. Geboren ist sie in der Nähe von Oppeln in Polen. In einem kleinen Ort am Fuße des St. Annabergs. Sie macht eine Ausbildung, wird schließlich Referentin für Ausbildung und Soziales in einem Handelsbetrieb: 700 Mitarbeiter*innen, darunter auch eine große Anzahl von Praktikanten und Lehrlinge. Für die ist Beate Suchan da – und für die, die nicht mehr im Betrieb arbeiten und in Rente gegangen sind: „Wir haben für die Ehemaligen Treffen organisiert. So groß waren die Möglichkeiten nicht.“

Als sich das Bild Europas 1989 dramatisch umgestaltet, kommt Beate Suchan mit Mann und Sohn nach Deutschland. Die Situation in Polen bot keine Perspektive mehr, alles bricht weg. Ein mutiger Schritt, denn: „Eigentlich waren wir mittellos“, erzählt sie. Mehr noch: Das, was sie gelernt hat, wird nicht anerkannt. „Fachschule, Fortbildung und Nebenjobs“, fasst Beate Suchan ihr Leben in der Wendezeit zusammen. Durchkommen durch den Alltag und lernen, um eine Perspektive zu haben. Das ist für Beate Suchan eine bleibende Erinnerung. Für die Kinder und Jugendlichen, die sich Woche für Woche im Tabor einfinden, ist das ihre aktuelle Lebenswirklichkeit.

"Etwas Neues, Ungewöhnliches, Besonderes"

Das führt zum Herzblut, mit dem Beate Suchan ihre Arbeit macht – vor allem von 2005 an, als das jugendpastorale Zentrum Tabor mitten in Hannover aufgebaut wird: „Das war echt was Neues, was Ungewöhnliches, was Besonderes.“ Ein offener Treffpunkt für Kinder und Jugendliche, mit Café, mit Hausaufgabenhilfe, mit kulturellem Freiraum, vor allem bewusst mit spirituellen Angeboten: alles im Zusammenspiel von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen.

Wobei die ehrenamtlichen Teamer*innen kaum älter sind als die Nutzer*innen des Tabor. „Wir haben da immer wieder viele Gespräche geführt über das, was funktioniert und was nicht“, erinnert sich Beate Suchan. Die neue Einrichtung muss bekannt gemacht werden, schließlich will sie ja über den katholischen Dunstkreis hinauswirken. Gleichzeitig geht es darum, die Jugendverbände mit einzubeziehen. Schnell kommen auch die ersten Anfragen aus dem Eichsfeld und aus dem Norden des Bistums, ob man nicht was im Tabor, in der Landeshauptstadt machen kann: „Hier hat sich ein großes Netzwerk aufgebaut.“

Musik war und ist wichtig im Tabor. Vor allem die kleine Konzertreihe am Freitagabend, die gerade ruhen muss oder ins Internet verlagert ist. „Plattform für Jugendbands zu sein ist toll, zumal viele von ihnen auch im christlichen Umfeld entstanden ist“, meint Beate Suchan. Für die Tabor-Jugendlichen ist Musik ein wichtiges Werkzeug, um sich auszudrücken. Aktiv am Instrument oder in dem sie sich Gedanken über Texte machen.

Jugendliche erreicht, die niemals in eine Kirche gehen

Vom Gedanken zur Spiritualität: „Im Tabor haben wir so ziemlich alles gefeiert“, erzählt Beate Suchan. Taufen oder Wiederaufnahmen in die Kirche waren darunter, große Gottesdienste in der direkt benachbarten Herz Jesu Kapelle. Nicht unumstritten war das Spenden der Firmung: „Da hieß es, wir würden di Jugendlichen aus den Pfarreien abwerben.“ Für Beate Suchan eine falsche Sicht der Dinge: „Wir haben Jugendliche erreicht, die nie in eine Gemeinde gehen würden.“ Kirche sein – das geht an vielen unterschiedlichen Orten. Eben auch und gerade im Tabor.

Doch jetzt geht mit Beate Suchan die Aufbaukraft der ersten Stunde in Rente. Mit zwiespältigen Gefühlen. Nicht zuletzt, weil ihr Mann nach über 40 Jahren Ehe im letzten Jahr unerwartet verstorben ist. Die Freude auf gemeinsame Jahre im Ruhestand – verloren: „Das hat mich schon aus der Bahn geworfen.“ Ein Trost ist jetzt neun Jahre alt, die Enkelin, die gleich neben Beate Suchan wohnt. Reisen ist ein anderer Wunsch von Beate Suchan.

Aber erst: „Durchatmen, meinen Rhythmus finden.“ Dann darf es auch wieder etwas Ehrenamt sein. „Vielleicht mit älteren Menschen“, sagt Beate Suchan. Da passt es wieder mit offenen Ohren und einem großen Herz.

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news-28183 Tue, 17 Aug 2021 10:17:00 +0200 Ein BONI-BUS für die Caritas https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ein-boni-bus-fuer-die-caritas-28183/ Unter dem Motto “Damit der Glaube mobil bleiben kann” unterstützt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit Sitz in Paderborn den Kauf eines BONI-Busses und übernimmt die Beschaffung des Fahrzeuges sowie zwei Drittel des Kaufpreises. Von dieser Förderung profitiert jetzt der Caritasverband... “Teilen verbindet und Mobilität bringt Menschen zueinander”, davon sind sowohl Thomas Twents, Projektleiter im Bonifatiuswerk als auch die Caritas überzeugt. “Begegnung, Gemeinschaftsleben und gegenseitige Hilfe sowie Solidarität machen für mich als Christ unsere Kirche aus. Ich freue mich sehr, dass wir mit unserer Verkehrshilfe dazu beitragen, dass Begegnungen und Hilfe – gerade in diesen herausfordernden Zeiten – stattfinden kann und in diesem Fall auch noch so nachhaltig, da der BONI-Bus innerhalb des Bistums eine neue Bestimmung findet.”, sagt Twents

Der rapsgelbe Eyecatcher hat Platz für 9 Personen und verfügt über eine elektrische Trittstufe. Das zwei Jahre alte Fahrzeug hatte zuletzt der Begegnungsstätte St. Ludgerus in Helmstedt sehr gute Dienste geleistet und soll nun im Sommer für Ausflüge und Ferienfreizeiten im Bereich der Familienzentren, Kinder- und Jugendeinrichtungen und der Flüchtlingswohnheime eingesetzt werden. Im Winter dient der BONI-Bus als Mobilitätshilfe für Senioren und zur Unterstützung von Wohnungslosen. “Es freut mich sehr, dass der neue BONI-Bus generationen- und dienstübergreifend eingesetzt werden kann und so vielen kleinen und großen Menschen in Hannover zugutekommt”, betont Andreas Schubert, Vorstand des Caritasverbandes.

Im Sinne eines sozialen Carsharings kann das Fahrzeug nicht nur von den Einrichtungen der Caritas in Stadt und Region Hannover, sondern auch von den benachbarten Pfarrgemeinden und den Verantwortlichen der Ökumenischen Essensausgabe für Wohnungslose ausgeliehen werden. Stellvertretend für die vielen beteiligten Einrichtungen nahm Ramona Pold, Koordinatorin der Wohnungslosenhilfe, freudestrahlend den Schlüssel entgegen: “Die Pandemie stellt uns in der Wohnungslosenhilfe vor so viele Herausforderungen. Den BONI-Bus können wir für die notwendigen Großeinkäufe als auch für die Ausgabe von warmen Mahlzeiten im Rahmen der Winterhilfe nutzen. Und mit seinen 9 Sitzen haben wir sogar die Möglichkeit, Obdachlose im Winter zu den Notunterkünften zu bringen.”

  • Info: Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt als Hilfswerk des Glaubens und der Solidarität Katholiken in Regionen, in denen sie als Minderheit – in der sogenannten "Diaspora" – ihren Glauben leben. Durch Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.
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news-28114 Fri, 30 Jul 2021 16:32:28 +0200 Eine Box stärkt Familien https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/eine-box-staerkt-familien-28114/ Aktiv-Box gefällig? Mit praktischen wie süßen Geschenken, darunter eine Brotbox, möchte die Katholische Familienbildungsstätte Hannover Familien mit Kindern unter zehn Jahren stärken. Kooperationspartner ist die Region Hannover, die das Projekt finanziell unterstützt. „Für Familien mit kleineren Kindern war und ist die Pandemie eine extrem herausfordernde Zeit“, betont Beata Brod, Fachbereichsleiterin bei der Katholischen Familienbildungsstätte (Fabi). Kindergärten und Schulen konnten nur eingeschränkt besucht werden, Spielplätze waren zeitweilig ganz geschlossen, persönliche Kontakte wurden runtergefahren. Daher finanziert die Region Hannover familienunterstützende Projekte, um die Folgen der Pandemie bei Kindern ihren Familien etwas auszugleichen.

„Aktiv sein, lernen, Spaß – jetzt erst recht“ ist der Leitgedanke der Aktion der Fabi. Anschaulich wird sie in sogenannten „Aktiv-Boxen“. „Das sind nachhaltig hergestellte Brotboxen, die wir mit weiteren Materialien unter verschiedenen Schwerpunkten ergänzt haben“, erläutert Beata Brod. In einem ersten Schritt wurden nun über 100 „Schulbeginn-Boxen“ in Garbsen, Lehrte und Pattensen verteilt. Der Inhalt zur Brotbox: Schreib- und Malhefte, Stifte, ein Lesebuch, eine Mut-Mach-Karte, Reflektoren und etwas Süßes.

Verteilt wurden die Schulbeginn-Boxen bisher an die künftigen Schulkinder aus dem Familienzentrum St. Raphael (Garbsen), der Kindertagesstätte St. Bernward (Lehrte) und dem Mehrgenerationenhaus MOBILE in Pattensen. „Demnächst werden wir auch in Mellendorf Boxen verteilen“, sagt Beata Brod. In Absprache mit der Region Hannover werden bewusst Einrichtungen im Umland an der Aktion beteiligt.

Die Box zum Schulanfang ist aber erst der Auftakt. Nach den Sommerferien folgen weitere Aktionen mit Koch-, Freizeit- oder Überraschungsboxen. Da geht es um haltbare Lebensmittel und familientaugliche Rezepte für gesunde Ernährung, um Spiel- und Bewegungsmaterialien oder um Geschichten und Ideen für die ganze Familie. Bei Interesse können sich Kindertagesstätten, Familienzentren, Eltern-Treffs, Mehrgenerationenhäuser oder Kirchengemeinden bei der Fabi melden.

Ein zweites Projekt der Fabi richtet sich direkt an Eltern und Kinder: „Wir bieten Selbstbehauptungs-Workshops für Familien an“, sagt Beata Brod. Schulungsinhalte sind Sicherheit für Kinder, selbstbewusstes Auftreten, Respekt und präventiver Schutz vor Mobbing. Familien sollen so mehr Ruhe und Entspannung im gemeinsamen Miteinander finden. Teilnehmen können sowohl einzelne Familien als auch Gruppen von Eltern mit ihren Kindern. „Wir möchten mit diesem Kurs das Immunsystem der Seele stärken“, beschreibt Beata Brod.

  • Information und Anmeldung zu beiden Projekten: Katholische Familienbildungsstätte Hannover, Goethestraße 31, 30169 Hannover, Telefon: 0511/164 05 70, E-Mail: bildung(ät)kath-fabi-hannover.de
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news-28052 Wed, 28 Jul 2021 15:27:04 +0200 Weltkirche im Kleinen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/weltkirche-im-kleinen-28052/ Ein Vierteljahrhundert hat Felizitas Teske die katholische Bonifatiusschule im Hannoverschen Stadtteil List geleitet. Nun ist sie in den Ruhestand gegangen. Ein Rückblick auf das, was sich verändert hat – und was bleibt. Was ist das „Katholische“ an einer Grundschule? Vor allem an einer, die nicht von der Kirche, sondern von der Stadt Hannover getragen wird und trotzdem die Konfession im Namen trägt? Felizitas Teske hat 25 Jahre lang die katholische Bonifatiusschule in Hannover-List geleitet. Ihre klare Antwort: „Das Katholische ist das außergewöhnliche Schulleben.“ Das ist der 64-Jährigen zum Ende ihrer Zeit als Rektorin in außergewöhnlichen Zeiten wieder bewusst geworden.

Für Felizitas Teske ist das „Katholische“ das Gemeinschaftsgefühl. Nicht nur an der Schule selbst, sondern auch in den zahlreichen Kooperationen wie vor allem zur benachbarten Pfarrei St. Joseph, aber auch den anderen katholischen Gemeinden, aus denen die mindestens 70 Prozent katholischer Kinder kommen. „Wir wollten uns das durch Corona nicht wegnehmen lassen“, betont Felizitas Teske. Die „Hoch-Zeiten“ im Schulleben und im Kirchenjahr – Ein- und Ausschulung, die Feste im Jahreskreis – sollten auch in Pandemiezeiten gefeiert werden: „Es ist uns wichtig, diese Anlässe feierlich zu begehen, weil sie so eine große Bedeutung haben – und nicht nur darüber zu informieren.“

Die Teilnahme an den Gottesdiensten musste von der Kopfzahl her reduziert werden, im letzten Jahr wurde sogar zum Teil nur in der halben Klassenstärke gefeiert. Aber Maßnahmen zum Infektionsschutz brachten pädagogische Wirkungen mit sich. „Wir haben gemerkt, dass kleine Formate den Inhalt besser rüberbringen.“ Beispiel Pfingsten: Über mehrere Stunden beschäftigen sich die sechs- bis zehnjährigen Schülerinnen und Schüler mit den Symbolen, die mit Pfingsten verbunden sind – die Taube, Wind, Feuer …. Zum Schluss wurden alle Fenster geöffnet und Seifenblasen rausgepustet. Vor der Tür wurden Pfingstlieder gesungen. Stellvertretend, weil die Kinder selbst nicht singen durften.

"Religion anschaulich machen"

Aber Felizitas Teske weiß auch: „Ein Weihnachtsgottesdienst in voller Kirche – das hat auch was, das möchte man nicht missen.“ Was aber sowohl für die kleinen als auch die großen Formate gilt: Im Vorfeld haben sich die zzt. 234 Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Festen auseinandergesetzt. Nicht nur im durchgängig erteilten Fach Religion.

„Wir müssen uns, was die religiöse Bildung betrifft, nicht ‚neutral‘ aufstellen“, sagt Felizitas Teske. Sie versteht das auch als Angebot an Familien, die die Schule für ihre Kinder gewählt haben, sich mit Fragestellungen befassen zu können, die über das Alltägliche hinausgehen. Felizitas Teske ist selbst Religionslehrerin: „Es war immer mein Anliegen, dass das, was wir im Unterricht erarbeitet haben, nicht in Mappen verschwindet.“ Ein Symbol, ein Zeichen, ein Gebetswürfel wurde mit nach Hause gegeben. Für Felizitas Teske wieder etwas, was das Katholische an der Schule widerspiegelt: „Religion anschaulich machen.“

Die Bonifatiusschule ist eine Angebotsschule, die Eltern suchen sie für ihre Kinder aus. Entsprechend kommen sie nicht nur aus dem doch eher bürgerlich geprägten Stadtteil List, sondern auch aus der ganzen Stadt. Damit auch aus Stadtteilen, in denen gesellschaftliche Problemlagen greifbarer sind. Ein Zeichen dafür: „Wir sind jetzt vom Land Niedersachen für die Stelle einer sozialpädagogischen Fachkraft ausgesucht worden.“

Ausschlaggebend dafür war die vergleichsweise hohe Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und die schlichte Erhebung, wer die Schulbücher nicht zahlen muss. „In all den Jahren sind aus Familien auch immer Probleme in die Schule mitgebracht worden.“ Auch wenn das für das Kollegium nicht einfach war. „Wo wir helfen konnten, haben wir geholfen“, betont Teske. Wieder etwas ‚Katholisches‘: „Wenn ich so auf unser Kollegium blicke, die Menschen machen es aus.“ Und sie freut sich, dass es zukünftig noch weitere sozialpädagogische Unterstützung gibt.

"Die Kinder bekommen Vielfalt gut hin"

Noch etwas für Teske typisch Katholisches: „Wir sind eine Weltkirche im Kleinen“. Fast alle Kontinente spiegeln sich in den Gesichtern der Kinder: Afrika, Asien, Lateinamerika – und auch der östliche Teil von Europa. Für die Kinder kein Problem: „Die bekommen Vielfalt gut hin.“ Für die Lehrkräfte eine Bereicherung – auch wenn die Boni viel Förderbedarf in deutscher Sprache hat: „Dafür sind wir Weltkirche.“ Zudem gibt es herkunftssprachlichen Unterricht in Italienisch, in Polnisch und Spanisch. Wieder eine kulturelle Bereicherung des Schullebens.

Zum Profil der Boni gehört zudem die enge Verbindung mit einer Grundschule im bolivianischen Loma Alta. Seit 20 Jahren besteht die Verbindung, also fünf Grundschulgenerationen lang: Immer wieder wird auch im Unterricht Bolivien und die Partnerschaft eingeflochten, immer wird sich über Fotos, gemalte Bilder, Briefe und Mails kennengelernt. Dreimal, 2006, 2013 und 2019, war eine Gruppe aus Lehrkräften, Eltern und Kindern dort.

Doch gerade in der Corona-Pandemie zeigt sich der Wert einer solchen Partnerschaft: „Das Virus hat in Bolivien verheerend zugeschlagen, das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, die Menschen drohten zu verhungern.“ Die Spendenbereitschaft der Boni-Eltern war groß und die Partnerschaft ein Garant dafür, dass die Hilfe auch wirklich ankam – in dem kleinen Ort mit seinen gerade um die 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern, 100 Kilometer entfernt von der Millionenmetropole Santa Cruz im Tiefland Boliviens gelegen.

Was aber hat sich in den 25 Jahren grundlegend an der Boni verändert? „Was sich gesamtgesellschaftlich verändert hat, hat auch unsere Schule verändert.“ Kindheit ist anders als vor einem Vierteljahrhundert: „Positiv ausgedrückt: Die Kinder sind behüteter.“ Das führt in den Augen von Felizitas Teske aber dazu, dass ihnen in vielen Bereichen die Selbstständigkeit, der Lebensbezug fehlt. Nicht nur in religiösen Fragen, sondern auch bei Sport, Ernährung oder Neugier: „Das betrifft sowohl das Schwimmen lernen als auch mal ein Buch zu lesen, ohne mit Kindern ausdrücklich in die Schulbücherei zu gehen.“ Familiäre Aufgaben seien in die Schule verlagert worden.

Das bleibt nicht ohne Wirkung – auch auf die Boni. Ein Beispiel: „Viele Eltern, die bei uns anfragen, signalisieren uns, dass sie auf eine Ganztagsschule angewiesen sind.“ Aber das ist an der Boni, deren Gebäude aus dem Jahr 1902 stammt, ohne große bauliche Maßnahmen nicht möglich. Felizitas Teske nennt das die Ertüchtigung des Hauses für eine andere Pädagogik. Eine Hausaufgabe – vor allem für die Stadt Hannover.

  • Hinweis: Die Bonifatiusschule ist eine von insgesamt sieben katholischen Schulen in der Region, die sich zum Katholischen Schulverbund Hannover zusammengeschlossen haben. Neben vier weiteren Grundschulen, die ebenfalls in staatlicher Trägerschaft sind (H-Linden: Eichendorffschule, H-Misburg: Kardinal-Galen-Schule, H-Wülfel: Kardinal-Bertram-Schule und Lehrte: Bernward-Schule), gehören mit der Oberschule Ludwig-Windthorst-Schule und das Gymnasium St. Ursula zwei weiterführende Schulen in katholischer Trägerschaft dazu. 
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news-27930 Wed, 14 Jul 2021 12:41:24 +0200 Zahl der Katholikinnen und Katholiken in der Region Hannover gesunken https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/zahl-der-katholikinnen-und-katholiken-in-der-region-hannover-gesunken-27930/ Die Zahl der Katholikinnen und Katholiken in der Katholischen Kirche in der Region Hannover hat sich erneut verringert. Sie lag zum Ende des Jahres 2020 bei 141.514 Menschen. Das waren 3516 Mitglieder weniger als im Jahr zuvor. Dies geht aus der heute (14. Juli) veröffentlichten kirchlichen... Die Zahlen zeigen in Folge der Corona-Pandemie deutliche Rückgänge beim Gottesdienstbesuch und der der Spendung. Gottesdienste wurden über drei Monate gar nicht und bis heute nur mit deutlich verringerter Zahl an Teilnehmenden unter Beachtung notweniger Infektionsschutz und Hygieneauflagen gefeiert werden. Aufgrund der monatelangen Kontaktbeschränkungen konnten viele Taufen, Erstkommunionen und Firmungen nicht stattfinden. Trauungen wurden abgesagt und verschoben.

So lag dann Quote der Gottesdienstteilnehmenden in der Katholischen Kirche in der Region Hannover im Jahr 2020 lang bei 4,2 Prozent gegenüber 6,6 Prozent im Jahr 2019. 458 Taufen wurden im Jahr 2020 gefeiert, 316 weniger als ein Jahr zuvor. 768 Kinder gingen 2020 zur Erstkommunion, 2019 waren es noch 953. 329 junge Menschen empfingen im vergangenen Jahr das Sakrament der Firmung, 197 weniger als 2019.

Besonders gesunken ist die Zahl der Trauungen. Wurden 2019 noch 206 Hochzeiten in den Kirchen der Region gefeiert, waren es 2020 noch gerade 40. Fast identisch ist die Zahl der Bestattungen geblieben. Sie stieg leicht von 1164 im Jahr 2019 auf 1176.

Erneut gestiegen ist die Zahl der Austritte – von 2050 im Jahr 2019 auf 2180. Die Eintritte und Wiederaufnahmen lagen bei 43 (2019: 70).

Zu den statistischen Daten des vergangenen Jahres sagt Propst Christian Wirz, Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover:

Natürlich spiegeln sich in den Zahlen für das Jahr 2020 die Auswirkungen der Corona-Pandemie wider. Gottesdienste konnten gar nicht oder unter sehr eingeschränkten Bedingungen gefeiert werden. Das gilt auch für Taufen, Erstkommunionen und Firmungen, sofern sie nicht gänzlich verschoben wurden. Auch Veranstaltungen in unseren Pfarrheimen konnten nicht mehr stattfinden.

Dankbar bin ich für die vielen Initiativen, die die Pfarrgemeinden in der Region Hannover in Zeiten der Pandemie ergriffen haben: von Einkaufsservice angefangen über Grußkartenaktionen und Lernhilfen für Kinder bis zum Einsatz für obdachlose Menschen, für die wir in Zusammenarbeit mit der Caritas beispielsweise die Wärmestube St. Clemens ins Leben rufen konnten. Das hilft, um Einsamkeit und Leid zu lindern, um Gemeinschaft zu stiften. Möglich wird das, weil es Katholikinnen und Katholiken in der Stadt und der Region Hannover gibt, die sich aus ihrem Glauben heraus dafür engagieren.

Die hohe Zahl von Menschen, die unsere Kirche verlassen, bedrückt mich sehr. Ich weiß, ein Austritt erfolgt nicht leichtfertig. Es sind Menschen, die sich von uns entfremdet haben oder davon schockiert sind, was die Kirche an Schuld auf sich geladen hat.

In Hannover und im gesamten Bistum Hildesheim arbeiten wir die Skandale von Jahrzehnte langen Missbrauch konsequent auf und investieren viel in präventive Arbeit gegen sexualisierte Gewalt. Gleichzeitig müssen wir in Gesprächen und in alltäglichen Handeln deutlich machen, warum es gut ist, weiter Mitglied unserer Kirche zu sein. Das ist der Einsatz für Menschen, denen es nicht gut geht, das ist die Begleitung und Unterstützung an den Wendepunkten des Lebens, die existenzielle Bedeutung haben. Dafür wollen wir uns weiter glaubensstark einsetzen.

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news-27931 Tue, 13 Jul 2021 12:59:00 +0200 Ein Lächeln bricht das Eis https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ein-laecheln-bricht-das-eis-27931/ Herzstück im [ka:punkt]: Das Café hat wieder an drei Tagen in der Woche geöffnet. Das Ehrenamts-Team hofft auf Zuwachs. „Wir sind so froh, dass es wieder los geht“, sagt Jutta Johannwerner: Das Café im [ka:punkt], dem Treffpunkt der Katholischen Kirche im Zentrum von Hannover, hat wieder geöffnet. „Gastfreundschaft ist unser besonderes Anliegen und da gehört unser Café im Forum einfach dazu“, betont die Leiterin des [ka:punkt].

Vorerst ist das Café an drei Tagen in der Woche geöffnet: dienstags, mittwochs und donnerstags in der Zeit von 12 bis 16 Uhr. Freitags ist das Forum zunächst nur für die Feier des Gottesdienstes um 12 Uhr offen. Für die Öffnungszeiten gelten die Infektionsschutzregeln der Innen-Gastronomie.

Gastfreundschaft im [ka:punkt] ist auch eine Sache des Ehrenamtes. „Man kommt leicht mit unseren Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch, das erlebe ich als sehr bereichernd“, sagt Helga Hallwaß, die sich seit Jahren im Café engagiert. „Wir bieten hier eine kleine Auszeit vom Geschehen in der Innenstadt“, ergänzt Ehrenamtler Axel Buchholz: „Wir merken, wie wichtig das geworden ist.“

In einer Großstadt wie Hannover gibt es viele Menschen, die sich allein fühlen. „Schon erstaunlich, dass Einsamkeit da so ausgeprägt ist, wie viele Menschen zusammenleben“, meint Helga Hallwaß. Daher geht es im Café nicht nur darum, einen Espresso oder Latte Macchiato zu servieren.

„Lächeln ist wichtig“, ist sich Helga Hallwaß sicher. Das breche schnell das Eis. „Wir möchten einfach Besucherinnen und Besucher auch untereinander ins Gespräch bringen“, beschreibt es Axel Buchholz – über die Themen der Stadt oder über das was sich mitunter an den Wänden im [ka:punkt] befindet: wechselnde Ausstellungen von Künstler*innen.

Aktuell sind Bilder der jungen Malerin und Grafikerin Franziska Jäger zu sehen. „Kopfsache“ ist die Ausstellung betitelt und zeigt Bilder, die spielerisch Schicht für Schicht mit Farbe, Form und Struktur menschliche Gesichter entstehen lässt. Manchmal aber erst auf den zweiten Blick.

Helga Hallwaß und Axel Buchholz hoffen darauf, dass das ehrenamtliche Team bald Zuwachs bekommt: „Wir freuen uns über neue Engagierte.“ Das Team ist so bunt wie die Besucher*innen: „Hier ist alles dabei.“ Aber genau das macht die besondere Atmosphäre im [ka:punkt] aus. „Und kein Tag ist wie der andere“, sagen Helga Hallwaß und Axel Buchholz. Ehrenamt mit Sinn und Freude.

Eine gründliche Einarbeitung und Begleitung des Ehrenamt-Teams gehört im [ka:punkt] dazu. Jutta Johannwerner verweist auf eine Fortbildung, die zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) angeboten wird. „Kompetent und sicher im Ehrenamt“ ist sie überschrieben. „Themen sind unter anderem das eigene Selbstverständnis im Ehrenamt, Kommunikation und Gesprächsführung, aber auch der Umgang mit den eigenen Ressourcen und mit schwierigen Situationen.“

Zuhören ist eine dieser besonderen Fähigkeiten bei der Gastfreundschaft im [ka:punkt] – wie bei der Beratung im Forum, die Ratsuchende spontan, kostenlos und ohne Termin aufsuchen können. „Wir allen kennen Situationen, in den wir das Gefühl haben, dass uns alles über den Kopf wächst“, unterstreicht Jutta Johannwerner. Einfach darüber reden können, kann helfen: „Schon allein, um die vielen Gedanken zu sortieren“, betont die Pastoralreferentin. Dafür stehen bei der Beratung im Forum verschiedenen Berater*innen zur Verfügung. Möglich ist das von Montag bis Freitag zwischen 14 und 16 Uhr.

  • Der [ka:punkt] ist eine Einrichtung der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Er ist ein Treffpunkt für Begegnung, Beratung und Seelsorge in der Innenstadt von Hannover. Kontakt: Grupenstraße 8, 30159 Hannover, Telefon: 0511/270 73 90 E-Mail: info@ka-punkt.de, Internet: www.ka-punkt.de.
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news-27947 Sat, 10 Jul 2021 12:58:00 +0200 Variationen über den "maßlos weiten Raum" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/variationen-ueber-den-masslos-weiten-raum-27947/ Jazz trifft Forschung und Lehre: bei der vierten Kulturandacht mit der Musikwissenschaftlerin Susanne Rode-Breymann und dem Kontrabassisten Johannes Keller spannt sich ein Bogen zwischen Entdeckungsreisen, Improvisation und einem nüchternen Blick auf ein Leben mit dem Virus. Keine Frage: Corona hat die Kunst hart getroffen. Auch die Künstler*innen in Ausbildung, wie die Studierenden der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH). Für Professorin Susanne Rode-Breymann, Direktorin der Hochschule, war das wie „eine ungeplante „Expedition“ ohne Rucksack und Vorräte“, wie sie bei der vierten Kulturandacht in der Basilika St. Clemens bekennt. Aber in Krisen stecken nun einmal auch Chancen: „Manches, was wir aus dem Stand entwickelt und erprobt haben, werden wir dauerhaft in die Lehre integrieren.“

Aber das Setzen auf digitale Lehre hat für die Musikwissenschaftler auch Grenzen: Hybride, also aus Digital- und Präsenzangeboten gemischte Lehrformen und Eignungsprüfungen mussten erfunden werden. Ihr Fazit: „Nach diesem Kraftakt steht uns der unschätzbare Wert der analogen Welt Musikhochschule noch klarer vor Augen.“ Und weiter: "Aus unserer Perspektive bedarf es einer vernehmlichen kritischen Reflexion, inwieweit der Weg ins Digitale wirklich als Königsweg für Bildung taugt.“

Aber das ist nur die eine, die bildungspolitische Seite, die Susanne Rode-Breymann betrachtet. Eine andere ist der Raum der Hochschule, die konkreten Perspektiven der Studierenden, die Folgen für eine Gesellschaft, der Fragen und sichtbar gewordenen Zerbrechlichkeit gerade in einer Bildungseinrichtung thematisiert werden.

Der "maßlos weite Raum"

Zur Einführung hatte sie aus einem Gedicht der Autorin und Lyrikerin Marion Poschmann zitiert, aus „Die Große Nordische Expedition in 15 Dioramen“ – und damit auch den Bogen zur eigenen „Expedition ohne Rucksack und Verpflegung“ geschlagen. Marion Poschmann beschreibt dabei in 15 bildgewaltigen Sonetten, im Tonfall eher lakonisch, die Erkundung von Sibirien und Jakutien zwischen 1733 und 1743. Vor allem wurde dabei eines entdeckt: „ein maßlos weiter Raum“, wie es die Lyrikerin ausdruckt.

Susanne Rode-Breymann bezieht dieses Bild und diesen Tonfall auf die Situation ihrer Studierenden. „Die Exzellenz eines künstlerischen Studiums als Beginn einer künstlerischen Karriere ist aber ohne gemeinsames Musizieren und ohne den Erfahrungsraum des Auftritts vor realem Publikum nicht erreichbar.“ Eine nüchterne Tatsache. Wie auch: „Das Zurückbleiben der Studienmöglichkeiten hinter dem Notwendigen potenzierte sich durch fehlende Berufsaussichten in der Psyche, umso fragiler wurde der Lebensplan der Musikstudierenden.“ Manche von ihnen haben Widerständigkeit entwickelt, manche haben Schaden an dieser Situation genommen.

In der Sicht der Hochschullehrerin wurde jedoch nicht der Schaden, das Fragile thematisiert, sondern die „Kreativität“ – und mit der Kreativität eine unheilvolle Situation beschönigt, die es geschichtlich betrachtet kaum je so gab. Nachdem alles Erdenkliche für die die körperliche Unversehrtheit getan wurde, müsse jetzt über das diskutiert werden, was unter „Leben“ zu verstehen ist – mit dem Virus. Was hat es für Folgen für Kinder, Jugendliche und Studierende? Welche Lebenswege werden hier vorgezeichnet? Werden Kinder jetzt beginnen, Musikinstrumente zu spielen, werden Studierende ihr Studium abbrechen und in „systemrelevante“ Berufe wechseln? Für Susanne Rode-Breymann gilt es dabei wieder etwas zu entdecken – einen weiten Raum. Und wohl auch improvisiert ohne Rucksack und Verpflegung.

Wie Jazz Lehre und Forschung trifft ...

Musikalisch wird die Andacht vom Kontrabassisten Johannes Keller begleitet. Er greift dabei die Impulse von Susanne Rode-Breymann – in Wort und in Musik. Zum einen die Improvisation: Das sei durchaus ein Bild für die Pandemie. Man probiert aus, arbeitet mit dem, was es gibt und was auf einen zukommt. Für die Existenz als Künstler ohne Auftrittsmöglichkeiten hieß das: Unterricht geben. Jazz trifft Lehre.

Während der Kulturandacht aber tritt Jazz dann eher die Forschung, die Improvisation: „Seit einigen Jahren ist Improvisieren ein wichtiger Bestandteil meines musikalischen Schaffens.“ Zwei kurze Stücke spielt Johannes Keller frei, für die zweite Zwischenmusik wechselt er zum Jazz-Standard „Blue in Green“ von Miles Davis Bill Evans, wieder verbunden mit einer Entdeckungsreise auf seinem Instrument.

Aber auch der „maßlos weite Raum“, hier die akustischen Möglichkeiten in der Basilika, fließt in seine Musikauswahl ein: der Ausschnitt „When i’m laid in Earth“ aus der Oper "Dido and Aeneas“ von Purcell passe sehr gut in die große Akustik von St. Clemens – und stellt auch thematisch eine Verbindung zum übergreifenden Titel der Kulturandachten „How fragile we are…“ her.

Zum Abschluss spielt Keller einen Ausschnitt aus Lieutenant Kijé von Sergei Prokofjew: „Das ist eine der ganz wenigen sinfonischen Solomelodiemotive für den Kontrabass.“ Gespielt wieder im weiten Raum und als Entdeckung.

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news-27882 Thu, 08 Jul 2021 15:47:42 +0200 Leise, kraftvoll, beschwingt ... und unerwartet https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/leise-kraftvoll-beschwingt-und-unerwartet-27882/ Ob leise, aber kraftvolle Töne zum Gedenken an den Holocaust, jazzig-beschwingte Kirchenlieder zu Fronleichnam, große Konzerte mit Chor und Orchester oder die improvisierend-variierende Begleitung des Sonntagsgottesdienstes: Nico Miller, Regionalkantor der Katholischen Kirche in der Region Hannover,... Es ist ein Abschied aus persönlichen Gründen: Miller kehrt mit seiner Familie in seine Heimat Fulda zurück. „Sein Weggang ist ein großer fachlicher und zudem auch menschlicher Verlust“, sagt Propst und Regionaldechant Christian Wirz: „Nico Miller hat uns immer wieder mit seiner Leidenschaft für Kirchenmusik begeistert.“ Schon allein das Spiel an der Klais-Orgel in der Basilika St. Clemens, der Gesang des ihm aufgebauten Propsteichores dokumentiere nicht nur ein umfassendes Verständnis von Musik im Gottesdienst, sondern auch sein Herz für die Liturgie.

Besonders für den Aufbau und die Leitung des Propsteichores St. Clemens ist Wirz dem scheidenden Regionalkantor dankbar: „Der Chor genießt in unserem ganzen Bistum eine große Anerkennung.“ Einen guten Namen habe sich Miller in guter ökumenischer Zusammenarbeit in der der Ausbildung von angehenden Kirchenmusiker*innen gemacht. „Das hat Spuren hinterlassen“, ist sich Propst Wirz sicher: „Nicht nur was das musikalische Handwerk betrifft, sondern auch was theologische und spirituelle Fragen betrifft.“ Denn Kirchenmusik war und ist für Nico Miller immer eine Sache des Glaubens.

Konzerte konzipiert, organisiert und selbst gespielt

Für die Katholische Kirche in der Region Hannover hat Nico Miller eine Vielzahl von Konzerten konzipiert, organisiert und selbst gespielt. Die Reihe „Orgelsoiree“ rückte unter verschiedenen Leitgedanken die konzertante Orgelmusik in den Mittelpunkt und ließ Besucher*innen an ihrer Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte und unterschiedlichen Epochen teilhaben. Eine große Zahl von renommierten Organist*innen hat an der Klais-Orgel im Laufe der Jahre gespielt.

Zudem gab es Zeiten, da wurde es sehr eng im Altarraum vom St. Clemens – wenn große Konzerte stattfanden. Mit einem oder zwei Chören, mit Solist*innen, mit einem großen Orchester. Ereignisse, die nicht nur St. Clemens, die nicht nur die Katholische Kirche, sondern die ganze Region bereichert haben, wie beispielsweise die Aufführung des Paulus-Oratoriums zum 300. Weihetag der Basilika: „Ich kann mir die Mühen und Anstrengungen, die damit verbunden waren, nur ansatzweise vorstellen“, meint Wirz.

Spannungsreiches Verhältnis von Kunst und Kirche

Eine andere Ausrichtung hatte die Reihe „KryptArt“: Für sie hat Nico Miller ein Format konzipiert, dass unterschiedliche musikalische und kulturelle Richtungen in Beziehung zur als Hoffnungsraum gestalteten Krypta setzen: „Ein innovativer Ansatz, der erneut das große, ja leidenschaftliche Verständnis für das oftmals spannungsreiche Verhältnis von Kunst und Kirche aufzeigt.“ Aufgegriffen wurde dieser Gedanke in den Kulturandachten, die seit Pfingsten wiederum Kulturschaffende und die Kirche zum Austausch zusammenbringen – sowohl über textliche Impulse als auch über facettenreiche Musik.

Über Gremien und Arbeitsvorhaben hat sich Nico Miller zudem in die Pfarrei, Region und Bistum eingebracht: im Liturgieausschuss von St. Clemens, als Orgelsachverständiger für die Region, im Sachausschuss Kirchenmusik der Diözesankommission für Liturgie und im Cäcilienverband des Bistums. Darüber hinaus ist Nico Miller seit 2016 Lehrbeauftragter für Gemeindebegleitung und Improvisation an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

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    news-27881 Thu, 08 Jul 2021 12:36:53 +0200 Unter Gottes Schutz https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/unter-gottes-schutz-27881/ Sie bieten Platz für zwei Gäste, ganz viel frischen Wind und stehen nun auch offiziell unter Gottes Segen: In einer kleinen geistlichen Zeremonie hat Propst Christian Wirz, Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover, vor der Basilika St. Clemens die beiden Fahrrad-Rikschas der... Im Rahmen des Projektes „KulTour Begleitungsdienst“ sollen die Dreiräder in Zukunft ältere und einsame Menschen zur gemeinsamen Ausfahrt einladen, gefahren von Ehrenamtlichen des Hilfsdienstes. Dafür wird nun der besondere Schutz Gottes erbeten. „Dieser Segen gilt den Menschen, die die Rikschas fahren und denen, die gefahren werden“, sagt Propst Wirz, der auch dem Domkapitel des Mariendoms in Hildesheim angehört, bei der kleinen Feier.

    „Die Malteser haben ein besonderes Gespür für Menschen, denen es nicht gut geht“ unterstreicht er. Dazu gehören auch Senior*innen, die nicht mehr ohne Hilfe am Leben in der Stadt teilnehmen können: „Jetzt können sie wieder mit diesem Leben in Kontakt kommen, die Freude erfahren, durch die Stadt zu fahren, vertraute Ziele ansteuern – und das in Gesellschaft.“

    Für Wirz ist der Dienst der Malteser in zwei Richtungen ausgeprägt. Zum einen als Hilfe für arme, kranke oder alte Menschen, zum anderen auch in der „Bezeugung des Glaubens“, wie es in dem seit über 900 Jahren gültigen Leitmotiv des Malteserordens heißt.

    Wirz selbst wurde 2013 in den Malteserorden aufgenommen. Seit 2005 hat sich der heute 47-Jährige in der „Gemeinschaft junger Malteser“ engagiert. So fährt Wirz regelmäßig im Sommer für zwei bis vier Wochen in den Libanon, um in einem Malteser-Feriencamp Zeit mit behinderten Menschen allen Alters aus dem arabischen Land zu verbringen. Im August diesen Jahres ist es wieder soweit.

    Die beiden Fahrrad-Rikschas aus Holland mit 65 Kilogramm Leergewicht, einer stufenlos verstellbaren Gangschaltung und 250 Watt E-Leistung sind nun also startklar und warten auf unternehmungslustige Senior*innen, vor allem über 75 Jahren, die sich auf den Weg machen wollen. Rund 20 Ehrenamtliche haben sich bereits gefunden, um den alten Menschen etwas Lebensfreude zu schenken.

    Projektkoordinatorin Andrea Eckhoff-Rosenbaum verspricht allen Ehrenamtlichen eine gründliche Einarbeitung, denn neben dem Spaß wird natürlich auch die Sicherheit großgeschrieben. Haltestange für die Passagiere, Beckengurt und pannensichere Reifen sind selbstverständlich. Der Rest ist Einweisung, Übung, elektrische Unterstützung und Vertrauenssache, denn der Passagier kann nicht mitsteuern, er muss vertrauen: Die Wohlfühl-Reisegeschwindigkeit dürfte daher bei nur zehn Stundenkilometern liegen. Sehr viel schneller zu fahren kostet Kraft und letztlich auch Akku-Leistung, die im Normalfall für rund 70 Kilometer reicht. Aber auf die Entfernung kommt es auch nicht unbedingt an: Nette Gespräche, Unterhaltung und frische Luft sind viel wichtiger.

    Der „KulTour Begleitungsdienst“ der Malteser Hannover ist Teil des deutschlandweiten Projektes „Miteinander Füreinander – Kontakt und Gemeinschaft im Alter“, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Ziel ist, etwas gegen die wachsende Einsamkeit älterer Menschen zu tun, denn sie haben ein deutlich höheres Risiko, sozial zu vereinsamen, gerade wenn Schicksalsschläge, Erkrankungen, Einschränkungen der Mobilität, Altersarmut oder ein Migrationshintergrund hinzukommen. Deshalb wollen die Malteser das Thema in der Gesellschaft etablieren und enttabuisieren, indem sie Menschen sensibilisieren. „Jeder kann einem einsamen Menschen Gesellschaft leisten und helfen, zum Beispiel, indem er mit ihnen Rikscha fährt“, sagt Eckhoff-Rosenbaum.

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    news-27864 Tue, 06 Jul 2021 16:28:21 +0200 Raum zum Wachsen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/raum-zum-wachsen-27864/ Im Rahmen des Pastoralbesuchs in St. Bonifatius in Gehrden hat Bischof Heiner Wilmer einen Abstecher nach Barsinghausen gemacht – zur Jugendwerkstatt von LABORA. Und damit zu einem „ganz starken Stück Kirche“. „Ungewöhnlich“, meint Bischof Heiner Wilmer. Sein Blick fällt auf eine Lampe. Gefertigt aus einem alten Kamerastativ, dazu ein runder Metallaufsatz mit Glühlampe und ein langes Kabel daran, das wohl auch von irgendwoher anders stammt: „Und das kann man sich so in das Wohnzimmer stellen?“

    „Kann man – und ist ein echtes Unikat“, sagt Daniela Möhlenbrock. Die 56-jährige Sozialarbeiterin ist Geschäftsführerin von LABORA und Leiterin der Jugendwerkstatt in Barsinghausen, in deren Werkstatt jene Lampe steht: „Das fertigen die Teilnehmenden unserer Berufsqualifizierung für junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren an“, erläutert Daniela Möhlenbrock. Auf dem gleichen Gelände neben der Jugendwerkstatt betreibt LABORA im Auftrag des Zweckverbands Abfallwirtschaft der Region Hannover auch einen Wertstoffhof: „So haben wir immer gut Nachschub an Material.“ Diese neuen Dinge aus alten Wertstoffen werden beispielsweise auch beim „Novembergedöns“, einen kleinen Markt der Jugendwerkstatt verkauft – wenn er nicht gerade durch die Pandemie ausfallen muss, wie im letzten Jahr.

    „Polytechnik“ heißt dieser Bereich der Jugendwerkstatt von LABORA, durch den junge Menschen auf den Übergang in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt vorbereitet werden sollen. Der zweite Bereich ist Hauswirtschaft – und die Teilnehmenden dieser Maßnahme sorgen dann auch für die mittägliche Verpflegung beim Bischofsbesuch.

    Jugendwerkstätten, Sozialkaufhäuser und vieles mehr

    Barsinghausen ist eine von insgesamt vier Jugendwerkstätten, die zur LABORA mit Sitz in Peine gehören. Dazu kommen fünf soziale Kaufhäuser, ein Möbel- und ein Trödelshop und Hilfs- und Beratungsangebote für Jugendliche: Schulsozialarbeit, Vermittlungscoaching, Anti-Aggressions-Training und vieles mehr. Zudem bietet die LABORA auch Unterbringungsmöglichkeiten für Jugendliche an.

    Seit Mai bildet Daniela Möhlenbrock mit Nicolette Stoffels (54) die neue Doppelspitze der LABORA und trägt damit Verantwortung für mittlerweile gut 140 Mitarbeitende in den unterschiedlichen Betriebsteilen. „Im Kern geht es uns darum, sowohl mit jungen als auch mit langfristig arbeitslosen Menschen neue Chancen zu entwickeln“, betonen die beiden Geschäftsführerinnen. Daher seien Angebote zur Qualifizierung immer mit sozialpädagogischer Begleitung verbunden: „Zum Vermitteln von Fachkenntnissen gehört immer auch Ermutigung“, meint Nicolette Stoffels.

    Genau genommen ist die Visite von Wilmer mehr als ein reiner Bischofsbesuch: Das Bistum Hildesheim ist einer von vier Gesellschaftern von LABORA. Die weiteren Anteile liegen bei der Peiner Pfarrei Zu den Heiligen Engeln, dem Kolpingwerk und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB).

    "Das stärkt für das Leben"

    Für Wilmer ist LABORA ein Ort, „wo junge Menschen Zeit und Raum erhalten, um wachsen zu können.“ Das meine Sicherheit zu sich selbst zu finden, Fertigkeiten zu erwerben, Teamarbeit zu lernen und vor allem Zutrauen zu Mitmenschen zu entwickeln: „Das stärkt für das Leben.“

    Wie stark das macht, zeigt sich für Wilmer bei Mittagessen mit den Jugendlichen: Das muss er sich durchaus kritischen Nachfragen stellen – warum die katholische Kirche nicht konsequenter den Missbrauch an jungen Menschen und sexualisierter Gewalt aufklärt oder warum sie gleichgeschlechtliche Ehen ablehnt. Aber auch, ob der Bischof den Papst schon mal getroffen hat.

    „Mich beeindruckt die Haltung, mit der die Mitarbeitenden von LABORA den jungen Menschen begegnen“, unterstreicht Wilmer. Diese Wertschätzung für und Solidarität gerade mit jungen Menschen, die es bisher nicht leicht auf ihren Weg hatten, sei beispielhaft.

    „Die Haltung gehört zum Wesen von LABORA“, betont Dr. Timo Freudenberger. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Bonifatius ist auch stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von LABORA. Insofern war schon frühzeitig klar, dass ein Bischofsbesuch in der Pfarrei ohne Abstecher zur Jugendwerkstatt undenkbar wäre: „Wir möchten damit zeigen, dass LABORA ein ganz starkes Stück Kirche ist.“

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    news-27788 Mon, 28 Jun 2021 13:23:04 +0200 Gastfamilien gesucht https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/gastfamilien-gesucht-27788/ Die Caritas in Hannover sucht ab Mitte August 2021 Familien und Privatpersonen, die für etwa acht Wochen eine junge Spanierin oder einen jungen Spanier bei sich aufnehmen. Eine durch Corona verursachte noch höhere Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von teilweise über 70 Prozent, unbesetzte Lehrstellen und Fachkräftemangel in Deutschland - so unterschiedlich gestalten sich die Rahmenbedingungen für den Start von Jugendlichen ins Berufsleben. Hier setzt das gemeinsame Projekt "Adelante" der Caritas, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Region Hannover an.

    Ziel des aus ESF- Mitteln geförderten Niedersächsischen Landesprojektes ist es, den spanischen Jugendlichen, die in ihrer Heimat bereits eine berufliche Ausbildung absolviert haben, die Möglichkeit zu geben, diese Qualifikation auch in Deutschland anerkennen zu lassen. Das deutsche Ausbildungssystem ist weltweit renommiert und über eine sogenannte Anpassungsqualifizierung sollen die jungen Spanierinnen und Spanier einen guten Start in das Berufsleben bekommen.

    Im August 2021 beginnen junge Spanierinnen und Spanier im Alter von 18-30 Jahren eine betriebliche Erprobung in Betrieben der Stadt und Region Hannover. Nach erfolgreicher Teilnahme ist im Anschluss eine einjährige Anpassungsqualifizierung geplant. Die jungen Menschen haben im Heimatland bereits einen Deutschkurs belegt und werden im Rahmen des Projektes in Hannover einen weiteren Deutschkurs besuchen.

    Für den Zeitraum von etwa acht Wochen sucht der Caritasverband Hannover aktuell Gastfamilien und private Gastgeber, die gerne eine*n Projektteilnehmer*in aufnehmen möchten. Eine Aufwandsentschädigung für die Unterkunft von etwa 280,00 Euro monatlich ist möglich.

    • Die jungen Erwachsenen und die Gastfamilien werden während dieser Zeit von den Mitarbeiterinnen der Caritas begleitet. Interessierte Familien und Gastgeber, die ein Zimmer oder Appartement zur Verfügung stellen können, erreichen die Projektleitung,  Aida de Juan Ginés unter der Telefonnummer (0511) 1217346 oder per Mail an aida.dejuangines(ät)caritas-hannover.de.
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    news-27790 Sat, 26 Jun 2021 18:51:00 +0200 Lebenskraft, Wachstum und Segen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/lebenskraft-wachstum-und-segen-27790/ Dritte Kulturandacht in der Basilika St. Clemens mit ausdrucksstarken Bildern und einfühlsamen Geschichten – und Musik in allen Stimmungslagen.  Es ist eines der viel zitierten Verse aus der Bibel – das Gleichnis vom Senfkorn, über das das Matthäusevangelium berichtet (13, 31-32). Aus dem kleinsten Samenkorn wird der größte Baum, in dem die Vögel des Himmels nisten. So ist es, sagt Jesus, auch mit dem Himmelreich.

    Nun ist ein Baum bei der dritten Kulturandacht in der Basilika St. Clemens zu sehen. Als Foto, projiziert auf die Rückwand des Altars vor der Orgel. Ein Bild der Fotografikkünstlerin Kwanho Yuh. Schwarz-weiß. Ohne Blätter. Ein winterlich anmutendes Bild. Ein Baum ohne Kraft. Doch im Verlauf der Andacht lässt Kwanho Yuh, 1962 im südkoreanischen Seoul geboren und seit 1990 in Hannover lebend, den Baum grün werden. Ein Hoffnungshorizont. Wie beim Senfkorn, aus dem der größte Baum wächst. Für Christ*innen ein Zeichen für Lebenskraft, Wachstum und Segen.

    Künstler*innen als Regenwürmer

    Lebenskraft, Wachstum und Segen – das sind für Kwanho Yuh auch zentrale Elemente ihres künstlerischen Schaffens. Zu finden auch in ihrer Lebensgeschichte, wie sie in der Andacht erzählt: „Ungefähr vor zwanzig Jahren haben mich unsere Kinder gefragt, warum mein Mann und ich Künstler*innen geworden sind.“ Sie kann nicht mehr nachvollziehen, aus welchen Anlass sie mit der Frage konfrontiert wurde.

    Doch was darauf antworten, zumal offenkundig der elterliche Beruf so ungewöhnlich aus Kinderaugen ist? „Das hat mich zum Nachdenken gebracht“, berichtet Kwanho Yuh und verweist auf den Garten der Großmutter. Viele bunte Blumen, gute lockere Erde – für die es versteckte, nur manchmal sichtbare Arbeiter*innen gibt: Regenwürmer. Gewissermaßen versteht Kwanho Yuh ihre Motivation so: „Wenn unsere Gesellschaft ein Garten wäre, seid ihr Kinder die bunten Blumen. Und Künstler*innen wie Mama und Papa sind die Regenwürmer.“ Kunst als Humus für eine gute Gesellschaft. Mit Lebenskraft zum Wachstum und dann zum Segen werden. Da haben Kunst und Religion eine große Nähe.

    Verstörend wie schützend

    Wie bei der Frage des Umgangs mit der Pandemie, mit der Zerbrechlichkeit von Seele und Persönlichkeit – die Leitfrage der Kulturandachten: „How fragile wie are …“. Kwanho Yuh drückt ihre Antwort in Fotografien aus. Die Motive zeigen sie selbst, in schwarz-weiß, verschleiert, verfremdet, zerlegt. Eine Form, die Doppeldeutigkeit erzeugt: gleichzeitig verstörend wie schützend. Widersprüchlich. Wie die Erfahrungen in der Pandemie.

    Die Ausdruckstärke und das Einfühlungsvermögen in den Bildern und Worten von Kwanho Yuh spiegelt sich auch in der Musik wieder – im Gesang ihrer Tochter Sara Zwingmann, begleitet vom Pianisten Nicolai Krügel. Schubert, Brahms und Fauré sind zu hören. „Mir war sehr wichtig vom Charakter ganz verschiedene Lieder mit in das Programm zu nehmen, um viele Angebote, auch von der Stimmung her, zu machen“, erläutert die 1994 in Hannover geborene Mezzosopranistin, die unter anderem Bundespreisträgerin des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ ist: „Manche Stücke berühren durch ihre scheinbare Schlichtheit, der Fauré hingegen braust plötzlich auf und wirkt überrumpelnd.“

    Vor allen war es bei der Auswahl der Stücke ein Anliegen, sie mit den Wortbeiträgen und Kurzgeschichten ihrer Mutter zu verweben: „Jedes Lied, jeder Block sollte sowohl gut für sich alleine stehen können als auch den Gedanken einer Kurzgeschichte aufgreifen, sodass sich möglichst ein großes Ganzes ergibt.“ Ein Ganzes, dass sich aus Lebenskraft, Wachstum und Segen ergibt, aus dem kleinen Senfkorn. Kunst als Humus für eine gute Gesellschaft.

    Die weiteren Andachten:

    • Jazzklänge mit dem Kontrabassisten Johannes Keller setzen die musikalischen Akzente in der Andacht am Mittwoch, 7. Juli. Der Wortbeitrag kommt von Professorin Susanne Rode-Breymann, der Direktorin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH).
    • Die Abschlussandacht vor den Sommerferien am Mittwoch, 21. Juli wird musikalisch von „Cream Flow“ mit den Musiker*innen Agnes Hapsari und Pit Schwaar gestaltet, den textlichen Impuls gibt Jörg Breiding, Professor an der Essener Folkwang-Hochschule und Leiter des Knabenchors Hannover. Beginn ist immer um 19:30 Uhr.

    Eine Anmeldung ist aufgrund der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich – entweder unter Telefon 0511/1640520 oder per E-Mail: propstei(ät)kath-kirche-hannover.de. Es stehen in der Basilika 38 Einzelplätze zur Verfügung, bei gemeinsamen Haushalten entsprechend mehr. Die Kulturandachten werden von der Stiftung „Kirche sein – Region Hannover“ finanziell unterstützt

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    news-27774 Fri, 25 Jun 2021 17:22:48 +0200 Anonyme Großspende für das Hospiz Luise https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/anonyme-grossspende-fuer-das-hospiz-luise-27774/ 30.000 Euro in einem Briefumschlag. Das Hospiz Luise in Hannover hat überraschend eine anonyme Großspende erreicht. Die Unterstützung kommt zum richtigen Zeitpunkt – das Spendenaufkommen ist in der Corona-Pandemie stark zurückgegangen. Kurt Bliefernicht wollte seinen Augen kaum trauen, als er diesen Umschlag kurz vor Feier-abend aus dem Briefkasten zog. „Um unseren Basar zu unterstützen, erreichen uns manchmal Bastelarbeiten, über die wir uns sehr freuen“; erklärt der Leiter des Hospizes Luise. Tatsächlich befand sich in dem Umschlag ohne Absender aber eine Geldspende: 30.000 Euro in Bar.

    „Dass uns eine so große Spende überraschend erreicht, ist schon etwas Ungewöhnliches“, betont Kurt Bliefernicht:„Und dann noch in dieser Zeit.“ Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie sei das Spendenaufkommen für das Hospiz Luise erheblich eingebrochen – um geschätzte 60 Prozent. „Menschen mussten in Kurzarbeit, Unternehmen sind angeschlagen, und wir konnten nicht wie in anderen Jahren unsere Benefizveranstaltungen organisieren", betont Bliefernicht: "Umso wichtiger, wenn uns jetzt Spenden erreichen. Bei dem anonymen Spender bzw. der Spenderin wollen wir uns natürlich ganz herzlich bedanken.“

    Das Hospiz Luise ist eine Einrichtung der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Hildesheim. Inzwischen arbeiten 27 Angestellte und 53 Ehrenamtliche in dem Hospiz in Hannover-Kirchrode, das schwerkranken und sterbenden Menschen sowohl eine stationäre Aufnahme anbietet als auch eine Begleitung zuhause durch den angeschlossenen Ambulanten Hospiz- sowie den Ambulanten Palliativdienst.

    „Wir brauchen rund 500 Euro Spenden pro Tag, um alle Kosten für den stationären und ambulanten Betrieb zu decken“, erläutert Bliefernicht: „Die täglichen Hospizkosten werden nur zum Teil von Kranken- und Pflegekassen finanziert.“ Dennoch erheben das Hospiz keinen Eigenanteil von den Patient*innen. „Deshalb sind wir sehr dankbar für jede kleine und große Spende, die uns dieser Tage erreicht“, unterstreicht Bliefernicht.

    • Spenden können Sie dem Hospiz Luise unter der IBAN: DE91 2595 0130 0039 9993 31, BIC: NOLADE21HIK (Sparkasse Hildesheim). Als Verwendungszweck bitte „Spende“ angeben. Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, geben Sie bitte als Verwendungszweck auch Ihre Adresse an.
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    news-27761 Thu, 24 Jun 2021 19:30:12 +0200 „Stark bin ich und voller Leben“ https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/stark-bin-ich-und-voller-leben-27761/ Spurensuche zwischen Mühlenberg und Ronnenberg beim 6. Frauenpilgertag im Bistum Hildesheim am Sonnabend, 17. Juli – mit Angebot für die Region Hannover. Pilgern hilft den Kopf frei machen, das, was im Inneren beschäftigt zu ordnen – durch das Bewegen von Beinen und Gedanken. Verbunden mit Fragen: Was macht mich lebendig? Wo finde ich Kraftquellen im Alltag und im Glauben? „Am Sonnabend, 17. Juli suchen wir gemeinsam im Gehen, Beten, Schweigen und Singen nach Antworten“, erläutert Pastoralreferentin Annette Burchardt. Zur gleichen Zeit sind Pilgerinnen in allen Dekanaten beim 6. Frauenpilgertag des Bistums Hildesheim unterwegs. „Uns verbindet der Leitgedanke beim Pilgern“, unterstreicht Annette Burchardt. Das Motto dieses Tages gibt die Dominikanerin Benedikta Hintersberger auf den Weg: „Stark bin ich und voller Leben.“

    Sr. Benedikta Hintersberger war mehrere Jahre geistliche Begleiterin des Katholischen Deutschen Frauenbundes auf Bundesebene. In dieser Zeit schlug sie den Tag der Diakonin am Gedenktag der Hl. Katharina von Siena (29.April) vor. Die Ordensfrau und Theologin, die auch die Mädchenrealschule St. Ursula in Augsburg leitete, hat in mehreren Büchern einen feministischen Blick auf die biblische Botschaft und die Spiritualität von Frauen geworfen. Eines davon hat die Frauen der Bibel ins Wort gebracht und trägt den Titel, der zum Leitgedanken des Frauenpilgertags geworden ist.

    Zum Pilgern sind Frauen aller Generationen und Konfessionen eingeladen. „Wir starten um 10 Uhr im Kirchencentrum Mühlenberg,“ informiert Gemeindereferentin Doris Peppermüller. Gut sechs Stunden lang, bis 16 Uhr, werden die Pilgerinnen zwischen dem hannoverschen Stadtteil Mühlenberg und dem benachbarten Ronnenberg unterwegs sein. Die Strecke ist etwa 10 Kilometer lang. „Wir werden im Wandertempo gehen“, verspricht Doris Peppermüller. Ihre Bitte: „Bringen Sie sich Verpflegung für den Tag und wetterfeste Kleidung mit.“ Und noch eines: „Seien Sie willkommen – und bringen Sie gerne noch eine Freundin mit!“

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    news-27787 Thu, 24 Jun 2021 12:42:00 +0200 Mit besonderem Segen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mit-besonderem-segen-27787/ Es ist ein eher seltenes Ereignis in der Geschichte einer Pfarrei – die erste Messe eines neugeweihten Priesters in seiner Heimatgemeinde. In St. Bernward in Lehrte feierte nun Burkhard Schuster seine Primiz. Prima missa – erste Messe oder „Erstlingsfrucht“: In der 126-jährigen Geschichte von St. Bernward in Lehrte hat es bisher vier Primizfeiern gegeben. Die erste Primiz wurde 1955 von Hans-Norbert Kaesehage gefeiert, die bisher letzte vom heutigen Peiner Pfarrer Hendrik Rust. Das war 1993 – dem Geburtsjahr von Burkhard Schuster, der Anfang Juni im Kölner Dom zum Priester geweiht wurde. S

    chuster ist im Lehrter Ortsteil Ahlten aufgewachsen. In St. Bernward hat er die Erstkommunion empfangen und wurde dort auch gefirmt. In der Gemeinde hat er sich als Messdiener, Jugendleiter und Mitglied des Pfarrgemeinderates engagiert. Nach der Ausbildung zum Sozialassistenten und Erzieher hat unter anderem in der Kindertagesstätte der Pfarrei gearbeitet bis er 2013 zum Theologiestudium nach Bonn wechselte.

    Die Predigt zur Primiz hielt Pfarrer Roman Blasikiewicz, von 2003 bis 2018 Seelsorger von St. Bernward: Er begleitet den geistlichen Weg Schusters von den frühen Jahren bis heute. Seine Predigt stellte Blasikiewicz unter die Frage, ob sich Priester-Werden heute denn überhaupt noch lohne? Schließlich sei das Priester-Amt kein „x-beliebiges Experiment“, sondern erfordere ein Geprägt- und Überzeugt-Sein von Gott. Genau deshalb aber brauche es die Priester, betonte der heutige Stiftskanoniker des St. Rupertus-Stiftes in Altötting: „Als leibhaftige Boten des frohmachenden Evangeliums. Genauso braucht es aber auch der Menschen, die mittragen, die Gemeinde als Volk Gottes.“

    Neupriester Burkhard Schuster wird nun als Kaplan in der Gemeinde St.-Peter-und-Paul im niederrheinischen Grevenbroich tätig sein. Dort hat er auch sein Diakonatsjahr absolviert. Doch zuvor hat er seiner Familie, Wegbegleitern und der in St. Bernward versammelten Gemeinde den Primizsegen gespendet. Ein bewegender Moment, wie der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Dr. Günther Schrüfer, findet: „Wir freuen uns und sind stolz, dass einer von uns wieder Priester geworden ist.“

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    news-27759 Wed, 23 Jun 2021 15:35:00 +0200 Der Fisch im Garten https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/der-fisch-im-garten-27759/ Erst mussten die toten Bäume fallen – und dann blüht die Vielfalt der Natur. Der Ichthys-Garten in der Gemeinde Hl. Engel in Hannover-Kirchrode ist ein Refugium für alles, was wächst und sprießt, was kreucht und fleucht. Eigentlich darf hier alles wuchern. Und es soll es auch. Aber eine Ausnahme gibt es doch: „Hier müsste das Kraut raus“, meint Kerstin Sobania. Die Vorsilbe „Un“ vermeidet sie. Das hat natürlich einen triftigen Grund.

    Hier – das ist ein mit Rindenmulch angelegter Weg im neuen Garten der Pfarrei Hl. Engel im Hannoverschen Stadtteil Kirchrode. Dieser Weg muss sichtbar bleiben, ansonsten ist es ein Garten, der von selbst wachsen soll. Deshalb gibt es hier nur sprießendes Kraut ohne die diskriminierende Vorsilbe. Ohne ständige Eingriffe mit Menschenhand, Werkzeug oder sogar Chemie. Pure Natur, Refugien für alles, was kreucht und fleucht, nur mit einem einladenden Weg – und dieser Weg hat eine markante Form, die dem Garten auch seinem Namen gibt.

    „Ichthys“, erläutert Andreas Meisig, ein weiteres Mitglied im „Ichthys“-Team , ist griechisch für Fisch und christlich „für eines der kürzesten Glaubensbekenntnisse“. Aus der griechischen Buchstabenfolge I·Ch·Th·Y·S ergibt sich: „Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser“ – das Erkennungszeichen von Christ*innen zu Zeiten der Urkirche während der Verfolgung. Ein einfaches Symbol aus zwei Halbkreisen, hinten mit offener Flosse: „Genauso ist unser Weg angelegt“, beschreibt Maria Otto, die dritte im Bunde. Es ist ein kurzer Weg, der zu Meditation und Nachdenken einladen soll – oder von Kindern nach dem Gottesdienst zum Austoben benutzt wird. Auch barfuß auf dem Rindenmulch.

    Der Garten ist durchaus ein Geschenk des Himmels der seit Jahren auch in Hannover vorliegenden Dürre. „Auf diesen gut 300 Quadratmetern standen mal 24 Fichten“, erzählt Andreas Meisig. 40 Jahre lang wurde diese Ecke auf dem großen Grundstück um Kirche und Pfarrheim nicht genutzt. Allenfalls Kompost wurde dort abgelagert. Gut für wuchernde Fichten und für reinen Nadelwald schätzende Käfer. „Borkenkäfer hatte den Bäumen schon ordentlich zugesetzt“, berichtet Meisig. Verbunden mit langer Dürre starben die Bäume, so dass nur noch tote Stämme in die Luft ragten.

    „Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als die Bäume zu fällen“

    „Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als die Bäume zu fällen“, sagt Meisig. An 21 Fichten legte er selbst mit Hand an, drei mussten von einer Spezialfirma abgesägt werden. Doch weggeschmissen wurde das Holz nicht. Als klar war, dass die freigelegte Fläche ein Garten (und keine Parkplatzerweiterung) wird, wurden aus den Baumabschnitten die Begrenzungen für den „Fischweg“ gelegt: „Nichts geht hier verloren.“

    Weiteres Holz wurde an eine nebenstehende Garage gestapelt – als „Herberge“ für Insekten. In Richtung Süden wurde ein Reisigwall angeschüttet um Igeln und Nagern, Kröten und Echsen, Zaunkönig und Heckenbraunelle einen Rückzugsraum zu geben, ein Mehrfamilienhaus der Natur. Abgedeckt wurde der Wall mit dem zersägten und abgeknappsten Weihnachtsbaum aus der Kirche Hl. Engel. Nichts geht verloren. Diese Refugien für Insekten, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger sind Meisig wichtig: „Wir leben hier in einem Stadtteil mit ordentlich gepflasterten Hofeinfahrten und angeblich so pflegeleichten Steingärten.“

    Von den Fichten befreit, waren Maria Otto, Kerstin Sobania und Andreas Meisig gespannt, wie sich das Unterholz so entwickeln würde: „Ahorn, Erle, Esche, Hartriegel, Walnuss, Haselnuss, Kirsche, Holunder und Brombeere und vieles andere mehr“, listet Kerstin Sobania auf. Alles ohne ordnende Menschenhand entstanden. Selbst angepflanzt hat Maria Otto Himbeeren und Fingerhut. „Das sind ja Pflanzen, die man am Waldrand findet“, betont Kerstin Sobania. Denn auch das soll der kleine Garten inmitten der Stadt abbilden – die Vielfalt des Waldes.

    „Wir haben in die Mitte eine Europäische Linde gesetzt“

    Dazu gehört eine weitere Pflanzung. „Wir haben in die Mitte eine Europäische Linde gesetzt“, sagt Maria Otto. Zum einen, weil der Baum robust gegen die fortschreitende, spürbare Erwärmung des Klimas ist. Zum anderen, weil Linden eine große Weide für Bienen sind. Zum dritten, weil Linden eine gesellschaftliche Funktion haben: Die große Linde war und ist in Dörfern häufig der zentrale Versammlungsplatz. Das gibt es auch für die Gemeinde Hl. Engel.

    Was auch noch wuchert – der Inbegriff des „Un“Kraut: Brennnesseln. „Ja, die müssen wir ein wenig in Schach halten“, sagt Kerstin Sobania und lacht. Aber genau betrachtet sind Brennnesseln eher ein „Superwildkraut“: medizinisch wirken die Blätter harntreibend, schmerzstillend und entzündungshemmend. Offiziell belegt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Essbar ist die Pflanze auch – als Salat, Suppe oder wie Spinat. „Hinzu kommt, Brennnesseln sind überlebenswichtig für Schmetterlinge“, ergänzt Kerstin Sobania.

    Die Sache mit der Fehlinterpretation von Brennnessel ist eine der Geschichten, die Maria Otto, Kerstin Sobania und Andreas Meisig mit dem Garten erzählen wollen. Oder warum es Refugien für Kleinlebewesen geben sollte. Was es mit der Linde auf sich hat. Oder mit diesem griechischen Fisch. Deshalb möchten sie in absehbarer Zeit Hinweistafeln aufstellen.

    Erst einmal muss aber der namensgebende Weg wieder sichtbar gemacht werden. Deshalb zupfen Maria Otto, Kerstin Sobania und Andreas Meisig weiter das Kraut zwischen dem Rindenmulch heraus. Ohne „Un“ und ohne Chemie.

    • Der Ichthys-Garten in Hl. Engel (Böhmerwaldstraße 8, 30559 Hannover) liegt am südlichen Ende des Pfarrheims. Er kann aus Haftungsgründen nur auf eigene Gefahr über das Pfarrgrundstück betreten werden.
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    news-27658 Fri, 18 Jun 2021 12:34:00 +0200 Die Erbsen esse ich nicht ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/die-erbsen-esse-ich-nicht-27658/ Über Machtfragen in Kita und Sakristei: Das Nachdenken über Regeln hilft – vor allem in der eigenen Haltung. Schätzfrage: Seit wann haben Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung? A.) Seit den 1970-er Jahren; B.) seit 2000; C.) schon immer oder D.) immer noch nicht? Richtig ist: Antwort B.

    Tatsächlich ist erst seit dem 8. November 2000 das „Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung“ in Kraft. Vorher war vom Gesetzgeber zumindest nicht sanktioniert, dass der Klaps auf den Po noch niemandem geschadet hätte. Oder: „Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.“ Das ist biblisch – Buch der Sprichwörter (Spr 13,24).

    Im Jahr 2000 hat Christina Reinert die Leitung der Kindertagesstätte St. Antonius in Hannover-Kleefeld übernommen. Eine kleine überschaubare Einrichtung. Seit 1946 gibt es eine Kindergartengruppe, jetzt mit 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. 2013 kam eine Krippe dazu. Hier werden 15 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren betreut.

    Christina Reinert sagt von sich: „Ich bin eine Vollbluterzieherin.“ Seit fast 40 Jahren ist sie in dem Job, der für sie eine echte Berufung ist. 1984 hat sie mit ihrer Ausbildung begonnen, auch in einer katholischen Kita: „Sogar ganz in der Nähe, in St. Anna, heute St. Martin.“ Nur einen Stadtteil weiter und mittlerweile sogar die gleiche Pfarrgemeinde. Sie wird zweimal Mutter, arbeitet halbtags und möchte als ihre Söhne größer sind, wieder voll einsteigen: Daher wechselt sie 1995 nach St. Antonius.

    Die Zeiten, als der Klaps auf den Po angeblich nicht schaden würde, kennt Christina Reinert noch aus ihrer eigenen Lebensgeschichte. Oder aus dem Alltag der Kita: „Wenn Kinder sich gestritten haben, wurde einfach eines in die rechte und eines in die linke Ecke gestellt.“ Da wurde auch an den Kindern gezerrt. Weil die Erzieher*innen das konnten. Weil das gesellschaftlich üblich war. Schließlich galten Kinder lange Zeit als Eigentum ihrer Eltern. Und auch andere Autoritätspersonen durften ihnen etwas auf die Finger geben.

    „Natürlich haben wir Erzieher*innen Macht“, betont Christina Reinert. „Macht“ ist aus der Pädagogik nicht wegzudenken: „Sie kann positiv genutzt werden, sie kann aber auch missbraucht werden.“ Dieser oftmals ganz feine Unterschied liegt für Christina Reinert in der Haltung – und darin, wie die Beteiligung von Kindern in einer Kita im Alltag der Einrichtung möglich wird.

    Was die Haltung betrifft, hat die Kita-Leiterin einen klaren Leitgedanken: „Kinder werden nicht erst zu Menschen, sie sind bereits welche.“ Ein Satz, der auf den polnischen Arzt und Pädagogen Janusz Korczak zurückgeht – und den er 1921 niedergeschrieben hat. Fast acht Jahrzehnte bevor in Deutschland Gewalt in der Erziehung endgültig untersagt wurde. Korczak hatte von 1912 an ein jüdisches Waisenhaus in Warschau geleitet, zahlreiche Bücher geschrieben – und ging mit 200 seiner Waisenkinder 1942 im Vernichtungslager Treblinka in den Tod.

    Die gleiche Augenhöhe zwischen Erzieher*innen und Kindern: Das ist ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch die Schriften von Korczak zieht. Und einer, den Christina Reinert im Alltag ihrer Kita immer wieder zu verankern sucht. Für sie beginnt die gleiche Augenhöhe mit den Kindern darin, in der Kita über Macht nachzudenken: „Die Beteiligung von Kindern beginnt in den Köpfen der Erwachsenen.“

    Ganz abgeben können Erzieher*innen ihre Macht natürlich nicht. Schließlich ist ihr Alltag auch immer eine Gratwanderung zwischen Aufsichtspflicht und Kindeswohl, zwischen Trotz, Trauer und Tränen. Denn die „Machtfrage“ wird in der Kita täglich gestellt. Was, wenn ein Kind das Mittagessen mit Wucht beiseite schiebt: „Erbsen esse ich nicht.“ Oder wenn zwei Kinder beim Buddeln im Sand sich erst in die Haare und dann an die Schaufeln geraten? Dürfen Kinder in der Kita ‚trotzig’ sein? Und dürfen Erzieher*innen auch mal laut werden?

    „Ja und ja“, antwortet Christina Reinert. Solche Situationen kommen immer wieder vor. Sie dürfen aber nicht einfach beiseite geschoben werden oder man so tun, als ob es sie nicht gegeben hätte. „Für uns in der Kita ist wichtig, dass wir die Rechte der Kinder immer wieder klären.“ Dazu gehört beispielsweise der Umgang mit Regeln und Regelbrüchen. „Darüber wird immer wieder mit den Kindern gesprochen, dafür haben wir Worte, Gesten und Piktogramme – und es funktioniert.“ Selbst bei den ganz Kleinen. Auch bei ihnen können Erzieher*innen ein Stück ihrer Macht abgeben.

    Noch eines ist für Christina Reinert bedeutsam: „Die Kinder dürfen sich auch über die Fachkräfte beschweren.“ Gibt es Probleme, ist in St. Antonius sichergestellt, dass die Kinder gehört werden. Missverständnisse können ausgeräumt, Verhaltensweisen erklärt werden. Das führe auch bei den Kindern zu einer grundlegenden Erkenntnis: „Ich werde gefragt, meine Meinung zählt, aber auch die der anderen“, beschreibt es die Kita-Leiterin.

    Für die Kinder ist sie übrigens „Reini“. Sie wird von ihnen geduzt, aber es ist auch klar, dass sie im Zweifelsfall „der Boss“ ist. Nicht, weil sie ‚die Leitung’ ist, sondern weil sie die Kinder ernst nimmt, sie beteiligt. „Das Nachdenken über Macht, über Regeln hilft, das eigene Handeln klarer zu bestimmen.“

    Von der Kita zur Sakristei: Regeln helfen beim Bestimmen von Haltung, Rolle und Verhalten. Das ist eine Erfahrung, die Pfarrer Wolfgang Semmet gemacht hat. Er ist leitender Seelsorger von St. Heinrich und St. Godehard in Hannover. Die beiden Pfarreien mit ihren insgesamt sieben Kirchorten decken große Teile der Innenstadt und im Westen Hannovers ab. Beide Pfarreien haben ein institutionelles Schutzkonzept für die Prävention gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche erarbeitet. Ein Aspekt dabei: bauliche Maßnahmen. „Wir wollten keine dunklen Ecken mehr in unseren Kirchen und Gemeinderäumen“, erläutert Semmet: durchsichtige Türen in Sakristei und Beichtzimmer, Glaselemente und Bewegungsmelder. Überall Licht und Transparenz.

    Doch es gibt für Semmet noch eine andere Seite dieses Schutzkonzeptes, jenseits von Glas und Elektrik. Etwas, das sein eigenes Verhalten und damit auch seine Haltung gegenüber Kindern und Jugendlichen in den Blick nimmt. Semmet muss sich mit Misstrauen auseinandersetzen – gegen die Institution Kirche, gegen die Rolle des Pfarrers und damit auch gegen die eigene Person.

    Unter Generalverdacht aufgrund seiner Rolle gestellt zu werden, behagt ihm selbstverständlich nicht. Aber das sei nicht entscheidend: „Wichtig ist, dass solche Konzepte auch für mich selbst einen großen Schutz darstellen.“ Es helfe Priestern immens, wenn Räume durch Glaselemente offen einsehbar sind.

    Gleichzeitig hat sich auch sein Verhalten geändert, sowohl aus Schutz als auch aus Respekt. Beispiel Sakristei: „Wenn das Gewand eines Ministranten nicht ordentlich saß, habe ich das früher selbstverständlich vor dem Gottesdienst schnell selbst zurechtgerückt.“ Auch ohne vorher zu fragen. Große Gedanken habe er dem damals nicht beigemessen. Das sei heute anders: „Ich mache das nicht mehr.“ Natürlich fragt er jetzt eine Ministrantin oder einen Ministranten, ob er das Gewand anfassen darf. Oder er bitte gleich einen anderen Messdiener das Gewand zurechtzurücken.

    Oder Freizeiten mit Kommunionkindern: Übers Wochenende wegfahren – das macht Semmet noch. Aber die Schlafräume der Kinder betritt er nicht mehr. Früher habe er natürlich Kindern geholfen, die um Unterstützung beim Beziehen von Betten baten. Große Laken, kleine Arme. Aber seit den Missbrauchsfällen bittet Semmet die Katechet*innen, den Kindern zu helfen. So schwer es fällt: Aber es entlastet ihn in seiner Rolle und deren durchaus öffentliche Wahrnehmung.

    „Seit meiner eigenen Präventionsschulung stelle ich mir die Frage von Nähe und Distanz nun viel bewusster“, betont Semmet: „Das würde ich gerne auch anderen Erwachsenen vermitteln.“ Denn nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Gesellschaft werden Kinder immer wieder in die Ecke gedrängt. Sie müssen sich wehren, weil ihnen Erwachsene zu nahe kommen. „Wenn es uns als Kirche gelänge, dass dieses Bewusstsein überall stärker wird und wir dazu beitragen könnten, dass Kinderrechte respektiert werden – dann wäre ich zufrieden“, meint der Pfarrer.

    Natürlich wirbt Semmet in Gesprächen dafür, die Kirche differenzierter wahrzunehmen und nicht alles, auch nicht alle Priester, über einen Kamm zu scheren: „Wir dürfen aber auch nichts unter den Teppich kehren.“ Es ist passiert, und es hat Auswirkungen – auch auf sein Verhalten: „Ich versuche darauf zu reagieren, indem ich mich frage, was ich tun kann, um die Situation zu verbessern. Das ist dann mein Part.“

    Nachdenken über Macht, über für zu selbstverständlich genommenes Verhalten. Regeln finden, einüben, Kinder und Jugendliche beteiligen. Das hilft beim Finden der Haltung, beim Hinterfragen von Tun und Handeln. In der Kita und in der Sakristei.

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    news-27757 Fri, 18 Jun 2021 11:46:00 +0200 Ein Gebet, reich an Licht ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ein-gebet-reich-an-licht-27757/ „Beten für den Bischof“: Bistumsweite Initiative versammelt sich zu Gottesdienst und eucharistischer Anbetung in St. Maria in Hannover – mit Rosenkranzgebet in fünf Sprachen. „Jesus, der von Johannes getauft worden ist“, …, „Jesus der uns, das Reich Gottes verkündet hat“ und immer wieder „Gegrüßest seist du Maria“: Es sind die 2002 von Papst Johannes Paul II. dem Rosenkranz angehängten „lichtreichen Geheimmisse“, die in der Kirche St. Maria in der Nordstadt von Hannover gebetet werden.

    Traditionell sind 15 „Geheimnisse“, eher kurze Glaubenssätze über das Leben Jesu, in Fünfer-Gruppen mit dem Rosenkranz verbunden: von der Menschwerdung Gottes über den Tod am Kreuz bis zur Auferstehung. Papst Johannes Paul II. hat mit seinen hinzugefügten Geheimnissen den Blick auf das öffentliche Wirken von Jesus gelegt: die Taufe im Jordan, die Hochzeit zu Kana, die Verkündigung des Reiches Gottes, die Verklärung auf dem Berg Tabor und schließlich die Stiftung der Eucharistie.

    Aktion dreier Gebetsgruppen

    Öffentlich beten und damit wirken – das ist ein Leitmotiv einer Initiative, zu der sich im Februar 2020 Katholik*innen aus dem Bistum Hildesheim zusammengeschlossen haben: „Beten für den Bischof“. Getragen wird die Initiative von der Hildesheimer Gebetsgruppe „Quelle des Friedens“, den „ErbenGottes“ in Hannover und der „Herz Jesu Anbetung“, die im Urheiligtum der Schönstatt-Bewegung in Bad Salzdetfurth ihre Heimat hat. Doch sind es nicht nur diese drei Gruppen allein: „Es sind auffallend viele Menschen aus den muttersprachlichen Gemeinden dabei“, berichtet Janusz Bukala, Sprecher der Initiative. Daher wurde der Lichtreiche Rosenkranz auf italienisch, kroatisch, französisch, arabisch und deutsch gebetet.

    So auch bei Gottesdienst und Anbetung in St. Maria. Neben der Kirche ist das Katholische Internationale Zentrum, beheimatet. In der Einrichtung des Bistums Hildesheim arbeitet die Pfarrei St. Maria mit der kroatischen, der italienischen und der spanischsprachigen Mission zusammen. „Wir haben die Heilige Messe ausdrücklich für Bischof Heiner Wilmer und die Priester des Bistums gefeiert“, betont Bukala: „Auf dass sie glaubhaft das Evangelium verkünden, den Menschen von der Schönheit des katholischen Glaubens Zeugnis geben und das Lehramt tapfer verteidigen, gerade in Zeiten rückläufiger Kirchenbindung.“

    Pfarrer Bernd Langer, Seelsorger von St. Maria, erinnerte in seiner Predigt daran , was Anbetung ausmacht. Es sei ein absichtsloses Schauen auf Gott: „Ich schaue ihn an, er schaut mich an.“ Für berichtet Janusz Bukala liegt darin die besondere Kraft der Anbetung im Blick auf das Allerheiligste, das in St. Maria in einer Monstranz aus dem Jahr 1819 ausgesetzt war. Musikalisch wurden Gottesdienst und Anbetung von den „ErbenGottes“ gestaltet. Die nächste Gebetsaktion der Initiative ist für Samstag, 11.September, geplant. Zu Fuß geht es von Hildesheim in den Wallfahrtsort Ottbergen.

    Die fünf lichtreichen Geheimnisse

    Die fünf Geheimnisse wurden durch Papst Johannes Paul II. 2020 durch das apostolische Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ ("Der Rosenkranz der Jungfrau Maria) hinzugefügt. 

     

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    news-27684 Fri, 11 Jun 2021 12:10:00 +0200 Leidenschaft – filmreif und virtous https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/leidenschaft-filmreif-und-virtous-27684/ Zweite Kulturandacht in der Basilika St. Clemens mit Geschichten und Tönen voller Leidenschaft – und was Hoffnung ausmacht. Und Gott. „Leidenschaft, die – Substantiv, feminin“ schreibt der Duden. Und weiter zur Erklärung: große Begeisterung, ausgeprägte Neigung, Passion für etwas, was man sich immer wieder zu verschaffen, was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet.“

    Passion, Hingabe, Leidenschaft: Das haben Wiebke und Johannes Thomsen. Denn wie sonst könnte man auf die Idee kommen, einfach mal das kleineste Kino der Welt zu gründen – das Lodderbast, kurz „LDRBST“. Früher ein Eckkiosk, heute ein Lichtspieltheater auf 39 Quadratmetern mit 20 Plätzen. Die Cocktailsessel sind liebevoll zusammengewürfelt, die Limo ist selbstgemacht und – klar – Popcorn und bunte Tüten gibt es auch.

    Die beiden Kino-Macher*innen zeigen seit 2018 Filme, die ihnen gefallen. Wilde, aneckende, emotionale, verstörende, klamaukige oder unfreiwillig komische Filme. Wieder kurz: mit Leidenschaft gemachte Filme.

    Doch die Pandemie bremst das Ehepaar aus, wie sie bei der Kulturandacht eindringlich berichten. Am 11. März letzten Jahres entschließen sich Wiebke und Johannes Thomsen den Betrieb im Lodderbast zu schließen. Aber auch das leidenschaftlich, mit Hingabe. „Wir haben lange darüber nachgedacht“, schildert Johannes Thomsen. Aber eine Haltung hat sich dabei herausgeschält: „Wenn wir untergehen, dann mit Pauken und Trompeten – Hauptsache, es sieht gut aus.“ Filmreif. Oder leidenschaftlich.

    So erklärt sich aber auch die Textauswahl der Thomsens: „Der Lenz verschiebt seine Premiere“, ein Gedicht von Erich Kästner. Wiebke und Johannes Thomsen dichten es etwas um. Oder anders ausgedrückt: Sie adaptieren das Thema. Wie bei einer Literaturverfilmung. Damit die Botschaft klar rüberkommt: Nicht den Kopf hängen lassen, sondern weitermachen.

    Verrechnungsschecks im Briefkasten

    Filme kennen göttliches Eingreifen zum Zeichen der Hoffnung. War es Gott, der Hoffnung verleiht. „Nein, nicht Gott“, sagt Johannes Thomsen. Damit hat er nichts zu tun. Aber Unterstützung für den Kino-Kiosk kommt trotzdem überraschend: Verrechnungschecks, die bisherige Besucher*innen in den Briefkasten stecken, die Vermieterin verzichtet auf die Miete.

    Für die Thomsens wird klar: „Kino ist kreativ, also können wir mit einer Krise kreativ umgehen.“ Sie entwickeln Online-Kinoabende, laden zu Videogesprächen mit Regisseur*innen ein. Zählen sie über die Monate ihre Zuschauer*innen zusammen ergibt sich eine atemberaubende Zahl: 60 000.

    Da kommt für die Thomsens wieder vom Drehbuch her wieder Gott auf die Leinwand: „Für uns ist das eine kulturelle, eine kreative Kraft. Aber ich verstehe, dass diese Chiffre für Euch Gott heißen kann“ Es entsteht etwas, ausgelöst durch die harte Pandemie, was es sonst nicht gegeben hätte. Der Anstoß, eingefahrene Wege zu verlassen.

    Hingabe, Passion – das sind auch Themen der Musik. Erst recht für ein Instrument wie die Orgel. Musikalisch wird die Andacht von David Thomas gestaltet. 19 Jahre jung, die Haare hoch, die Hosen kurz. Organist an der evangelisch-lutherischen Münstergemeinde St. Bonifatius in Hameln, Student der Kirchenmusik an Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Virtuos. Und leidenschaftlich.

    Zerbrechlichkeit („fragile“) ist der Leitgedanke des Kulturandachten. Das will Thomas mit seiner Musikauswahl unterstreichen: „Die A-Dur Sonate von Mendelssohn kombiniert einen majestätischen homophonen Satz mit einer vierstimmigen Fuge über den Bußchoral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“, die sich aus einem geheimnisvollen Anfang im pianissimo zurück zum lauten Anfangsthema entwickelt.“

    Oder der „Étoile du soir“ (Abendstern) aus dem Zyklus „Piéces de fantaisie“von Louis Vierne. Für Thomas ein empfindsames impressionistisches Charakterstück, in welchem durch raffinierte kompositorische Techniken ein hoher Bezug zur Natur hergestellt wird.“ Eine Leidenschaft für die Schöpfung.

    Hingabe, Passion. Gott als kulturelle, kreative Kraft. Oder: „Leidenschaft, die – Substantiv, feminin“ …

    Die weiteren Andachten:

    • Ausdrucksstarke Fotos stehen im Mittelpunkt der Kulturandacht am Mittwoch, 23. Juni. Die Fotografin Kwanho Yuh wird Fotos zeigen, die die persönliche und gesellschaftliche Situation der Corona-Pandemie widerspiegeln – im musikalischen Zusammenspiel mit ihrer Tochter, der Sängerin Sara Zwingmann. Am Klavier werden sie von Nicolai Krügel begleitet.
    • Jazzklänge mit dem Kontrabassisten Johannes Keller setzen die musikalischen Akzente in der Andacht am Mittwoch, 7. Juli. Der Wortbeitrag kommt von Professorin Susanne Rode-Breymann, der Direktorin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH).
    • Die Abschlussandacht vor den Sommerferien am Mittwoch, 21. Juli wird musikalisch von „Cream Flow“ mit den Musiker*innen Agnes Hapsari und Pit Schwaar gestaltet, den textlichen Impuls gibt Jörg Breiding, Professor an der Essener Folkwang-Hochschule und Leiter des Knabenchors Hannover.

    Beginn ist immer um 19:30 Uhr. Eine Anmeldung ist aufgrund der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich – entweder unter Telefon 0511/1640520 oder per E-Mail: propstei(ät)kath-kirche-hannover.de. Es stehen in der Basilika 38 Einzelplätze zur Verfügung, bei gemeinsamen Haushalten entsprechend mehr. Die Kulturandachten werden von der Stiftung „Kirche sein – Region Hannover“ finanziell unterstützt

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    news-27663 Wed, 09 Jun 2021 19:58:08 +0200 "Alle wieder zu Hause" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/alle-wieder-zu-hause-27663/ Kampfmittelfund und Evakuierung in Hannover-Misburg: Ehrenamtliches Team des Malteser Hilfsdienstes versorgt Anwohner*innen in Sammelunterkunft mit Getränken, Suppe und aufmunternden Worten. Kurz vor Mitternacht kann Christian Cossmann aufatmen: „Alle wieder zu Hause“. Alle – das meint nicht nur die insgesamt 34 Malteser*innen aus Hannover, Hildesheim, Celle, Göttingen und Braunschweig, hinter denen ein langer Tag lag. Sondern auch die gut 220 Bürger*innen aus dem Hannoverschen Stadtteil Misburg, um die sich Team von Ehrenamtlichen über zehn Stunden lang gekümmert hat.

    Cossmann ist bei den Maltesern Hannover stellvertretender Leiter der Einsatzdienste. Um zehn Uhr wurden die Schnell-Einsatz-Gruppen alarmiert. Bei Bauarbeiten im Stadtteil Misburg wurde am Vorabend eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden – ein Blindgänger. Das rief zunächst die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdiensts auf den Plan. Weitere Sondierungen wurden durchgeführt. Das Ergebnis: eine weitere Fliegerbombe wurde ausgemacht. Zweimal zehn Zentner Sprengstoff.

    Keine Seltenheit in einer durch den Krieg so zerstörten Stadt wie Hannover. Mehr als 23000 Tonnen Bomben sollen bei rund 129 Angriffen über Hannover abgeworfen worden sein. Nicht alle Kampfmittel sind explodiert – Expert*innen gehen von einer Quote von 10 Prozent aus. Die Blindgänger sind eine erhebliche Gefahr. Bisherige Kampfmittelfunde haben deutlich aufgezeigt, dass die Sprengmittel ihre Brisanz nicht eingebüßt haben. Damit ist klar: Ehe die Bomben entschärft oder kontrolliert zur Explosion gebracht werden können, müssen die im Umkreis lebenden Hannoveraner*innen in Sicherheit gebracht und versorgt werden.

    „Das ist eine Aufgabe, die wir Malteserinnen und Malteser übernommen haben“, sagt Cossmann. Sein Team richtet eine Betreuungsstelle im Schulzentrum Misburg ein. Bierzeltgarnituren werden herangeschafft und aufgebaut, Verpflegung wird organisiert. In Zeiten der Pandemie müssen zusätzlich besondere Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen getroffen werden. Angefangen bei notwendigen Namenslisten und Thermometern zur Fiebermessung.

    Gegen 14 Uhr ist alles vorbereitet, die ersten Misburger*innen, die nicht in ihre Wohnung können, betreten das Schulzentrum. Namen aufnehmen, Temperatur messen, auf die Masken achten und zum Platz führen – das sind die ersten Aufgaben der Einsatzkräfte des katholischen Hilfsverbandes. Tische und Bänke sind großzügig in der Halle verteilt. Notwendige Abstände müssen gewahrt bleiben. Familien mit Kindern sind dabei, aber auch viele alte Menschen. Und manches Haustier.

    Gut 220 Menschen werden von den Maltesern versorgt, mit Getränken, aber auch mit einer Suppe und immer wieder mit aufmunternden Worten. Bei manchen macht der Kreislauf nicht mit, sei es aus Aufregung oder wegen des doch schwülen Wetters: „Diese Menschen haben wir natürlich medizinisch versorgt“, sagt Cossmann. Eine Person aber musste ins Krankenhaus verlegt werden. „Große medizinische Versorgungen sind aber ausgeblieben“, berichtet Cossmann.

    Sein Fazit: „Ich bin sehr glücklich, dass wir alle gemeinsam diesen Einsatz so super abgearbeitet und stets extrem professionell und lösungsorientiert Hand in Hand gewirkt haben!“. Vor allem freut ihn für sein ehrenamtliches Team das Lob, dass sie für den Einsatz erhalten haben – sei es von der Berufsfeuerwehr oder dem Gesundheitsamt der Region oder von Oberbürgermeister Belit Onay und Ministerpräsident Stephan Weil, die beide bei den Maltesern vorbeischauten. Doch das größte Lob kam von den betreuten Nachbarn aus Misburg selbst.

    Um 22 Uhr schließlich die Entwarnung: beide Fliegerbomben konnten entschärft werden. Die Anwohner*innen kehren in ihre Wohnungen zurück, das Team um Cossmann packt wieder alles zusammen. Schließlich ist es kurz vor Mitternacht. Die letzte Rückmeldung der ehrenamtlichen Helfer*innen der Malteser wird durchgegeben: Heimkehr wohlbehalten erfolgt. Aufatmen: „Alle wieder zu Hause.“

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    news-27660 Wed, 09 Jun 2021 14:01:48 +0200 Liebe in allen Farben https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/liebe-in-allen-farben-27660/ "Love wins": Das war der Leitgedanke eines Thementages mit digitalen Workshops und einem Gottesdienst, zu dem die Jugendgruppen der Pfarrei St. Maria Immaculata in Mellendorf eingeladen haben. Über die Aktion und den Gottesdienst berichtet Noemí Calderón, die als... Als Reaktion auf das vom Vatikan verhängte Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Liebespaare, haben in den letzten Wochen deutschlandweit viele katholische Kirchengemeinden sogenannte „Liebe-gewinnt“ Gottesdienste veranstaltet. Sie sind ein klares Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen und drücken gleichzeitig Protest aus. In vielen dieser Gottesdienste wurden daher homosexuelle Paare von Priestern zur Segnung eingeladen.

    Auch die Jugendgruppen der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Wedemark wollten die Offenheit und Toleranz ihrer Gemeinde repräsentieren und luden zum „Love-Wins-Gottesdienst“ in Mellendorf ein. „Uns ist es wichtig zu zeigen, dass wir mit der Haltung des Vatikans nicht einverstanden sind. Heute wollen wir selbst die Veränderung sein, die wir uns von der Kirche wünschen“ betonen die Jugendlichen.

    Im Gottesdienst thematisierten die Jugendlichen die ersehnte bunte Vielfalt mit dem Motiv des Regenbogens. Ob auf großen Bannern vor der Kirche, Fahnen im Kirchenraum, Stickern an der Kleidung, den bunt-beleuchteten Kirchenwänden oder auf der Stola des Priesters – überall strahlten den Gottesdienstbesuchern die Farben des Regenbogens entgegen. Er steht als Symbol für die Vielfalt der LGBTQ- Gemeinschaft (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans-gender and Queer) und gleichzeitig als biblisches Zeichen für den Bund zwischen Gott und den Menschen.

    „Dunkle Gewitterwolken als Zeichen der großen Krise türmen sich am Horizont der Kirche auf. Sie stehen für den Missbrauchsskandal, für das Segnungsverbot, für die massenhaften Kirchenaustritte, für den Reformstau, für den Stillstand in der Ökumene, für die internen Streitigkeiten, und für die enorme Wut und Frustration der Menschen über den gegenwärtigen Kurs der katholischen Kirche“ sagte Kaplan René Höfer in seiner Predigt. „

    Aber über alldem steht der Regenbogen als ein Zeichen der Hoffnung. Er steht für jeden Neuanfang, für Versöhnung und für Gottes bedingungslose Liebe zu den Menschen. Wenn wir in der Kirche lernen in einer Haltung der Liebe und der gegenseitigen Akzeptanz miteinander um die kritischen Themen zu ringen und wenn wir dazu bereit sind, aufzustehen und Aktionen wie diesen Gottesdienst zu starten, dann kann sich endlich etwas verändern“ so Kaplan Höfer weiter.

    Mehr als ein Zeichen der Toleranz und Vielfalt ist der Regenbogen also auch ein Zeichen dafür, sich für genau diese Werte einzusetzen und stark zu machen im festen Vertrauen darauf, dass die Liebe gewinnt.

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