Dekanat Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de de_DE Dekanat Hannover Mon, 18 Jan 2021 08:39:54 +0100 Mon, 18 Jan 2021 08:39:54 +0100 TYPO3 EXT:news news-26257 Tue, 12 Jan 2021 17:46:00 +0100 Vielfältige Weihnachten https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/vielfaeltige-weihnachten-26257/ Normalerweise drängeln sich Hannoveraner*innen aus unterschiedlichen Kulturen, Konfessionen und Religionen am zweiten Januarwochende in der  Matthäuskirche im Stadtteil List. Sie feiern Weihnachten auf besondere Art. Was aber live nicht möglich ist, geht als Video. Um gleich ein Missverständnis auszuräumen: Längst nicht alle Christ*innen feiern Weihnachten am 24. Dezember. Das ist eine sehr west-christlich geprägte Sicht auf die Geburt Jesu. So feiern die orthodoxe Kirchen aus dem Osten Europas, aus Russland, Serbien, Griechenland, der Ukraine und vielen anderen Ländern,  das Weihnachtsfest nach dem julianischen Kalender – und damit 13 Tage nach den katholischen und evangelischen Christen. Insofern ist das zweite Januarwochenende ein guter Zeitpunkt, um die christlichen Konfessionen zu verbinden. Auch wenn macherorts schon die Tannenbäume abgeschmückt wurden.

Das Datum führt die christlichen Konfessionen zusammen, die Botschaft von Weihnachten reicht weiter: Friede auf Erden und allen Menschen Wohlgefallen. Das vereint alle Religionen, gerade in einer interkulturell wie interreligiös geprägten Stadt wie Hannover. Daher wird das interkulturelle Weihnachtsfest immer mit Vertreter*innen andere Religionen gefeiert.

Normalerweise. Was aber live nicht möglich ist, geht per Video: mit Friedensbotschaften und der Weihnachtsgeschichte in verschiedenen Sprachen. Die Predigt halten Pastorin Nathalie Wolk von der Lister Johannes- und Matthäusgemeinde und Pastor Michel Youssif von der Arabisch-Deutschen Evangelischen Gemeinde. Und es ist das Vaterunser in Aramäisch, der Sprache Jesu, zu hören. Gesungen von Moses Tan, dem Diakon der syrisch-orthodoxen Gemeinde.

Am diesjährigen Interkulturellen Weihnachtsfest sind beteiligt: die Arabisch-Deutsche Evangelische Gemeinde Hannover, das Arbeitsfeld "Migration und Integration" im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hannover Walderseestraße, die Evangelisch-lutherische Lister Johannes- und Matthäusgemeinde, der Evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband Hannover, das Haus der Religionen, der Integrationsbeirat Vahrenwald-List, die Internationale Konferenz Christlicher Gemeinden im Bereich der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (IKCG), der japanische Bibelkreis, die Katholische Kirche in der Region Hannover, die Multikulturelle Christliche Gemeinde Bethanien, die serbische orthodoxe Kirchengemeinde des Heiligen Sava, die Spanischsprachige Katholische Mission.

 

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news-26254 Mon, 11 Jan 2021 15:09:15 +0100 Kaffee, Brötchen und Ruhe ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/kaffee-broetchen-und-ruhe-26254/ Seit Montag, 11. Januar, finden obdachlose Menschen eine zusätzliche Wärmestube in der katholischen Propstei St. Clemens in der Calenberger Neustadt nahe der Innenstadt Hannovers. Neben heißen Getränken gibt es auch vier Tagesruheplätze. "Die Not liegt in Hannover auf der Straße", sagt Propst Christian Wirz. Die Zahl derer, für die die Eilenriede oder die Ihme-Brücken ein Schlafzimmer und der Hauptbahnhof oder der Platz vor der Basilika die Wohnstube ist, kann kaum geschätzt werden: "Die Zahlen schwanken zwischen 300 und 500 Menschen, wahrscheinlich sind es mehr." Was die Eilenriede und den Platz vor der Basilika eint: "Beide haben weder ein Dach noch Wände und schützen nicht für Kälte, Wind, Regen und Schnee." Es sind keine Orte zum Aufwärmen und Ausruhen: "Erst recht nicht zum Reden, zum Zuhören – das wollen wir mit der Wärmestube bieten."

Dieser geschützte Rückzugsraum ergänzt das Angebot des benachbarten Tagestreffpunkts für Obdachlose der Caritas Hannover. Nutzer*innen finden nicht nur einen Platz zum Ausruhen, sondern erhalten auch warme Getränke, Brötchen oder eine einfache Mahlzeit. Das neue Angebot wird von Ehrenamtlichen aus der Katholischen Kirche Hannovers getragen, unterstützt durch eine Sozialarbeiterin der Caritas.

"Ohne ehrenamtliches Engagement könnten wir unsere Angebote für obdachlose Menschen kaum aufrechterhalten", betont Caritas-Sozialarbeiterin Ramona Pold. Erst recht, da durch notwendige Hygienemaßnahmen mit Desinfektion und Abstand die Zahl Plätze im Tagestreff reduziert werden musste. Die Wärmestube helfe auf zweierlei Weise. Zum einen: "Jetzt haben wir weitere sechs Plätze in direkter Nähe". Die schnelle Umsetzung von der Idee bis zur Eröffnung, die große Anzahl von Ehrenamtlichen, die mitwirken, zeigen ihr wir groß die Hilfsbereitschaft ist. Zum anderen: "Dazu kommen wir Tagesruheplätze, die obdachlose Menschen dringend benötigen." Sie können sich tagsüber nach unruhigen Nächten nur im Sitzen ausruhen, was dauerhaft gesundheitliche Schäden mit sich bringt.

Das bestätigt Daniel. Seinen Nachnamen möchte er nicht nennen. Seit neun Jahren ist der Enddreißiger obdachlos, lebt seit eineinhalb Jahren in Hannover: "Das ist das einzige Angebot in der Stadt, wo man tagsüber wirklich Ruhe haben und sich ausstrecken kann." Nachts sucht sich Daniel Schlafplätze draußen, Notunterkünfte will er nicht mehr nutzen: "Da bin ich beklaut worden."  An Durchschlafen ist in der Nacht nicht zu denken. Die Kälte kriecht in den Schlafsack und die Angst überfallen zu werden begleitet ihn ständig.

Andrea Weinhold ist eine der Ehrenamtlichen in der Wärmestube. Sie ist auch 2. Vorsitzende des Vereins "StiDu – Stimme der Ungehörten", der sich politisch für die Verbesserung der Situation von Obdachlose einsetzt. "Ich möchte aber auch ganz praktisch helfen", sagt die Katholikin. So brüht sie Kaffee, schmiert Brötchen, misst Fieber und desinfiziert die Ruhematten. Von ihrem Verein ist auch der Anstoß ausgegangen, leerstehende Räume in Kirchengemeinden nahe der Innenstadt Hannover für den Tagesaufenthalt von Obdachlosen zu nutzen: "Ich bin wirklich froh, dass wir das in der Propstei so schnell umsetzen konnten."

Wärmestube und Tagesruheplätze sind im Keller der Propstei St. Clemens (Platz an der Basilika 2) eingerichtet. Bis 2009 hatte hier die Ökumenische Essenausgabe in den Wintermonaten ihren Platz, bis die Räume für die Nutzung zu klein wurden. Danach wurden die Räume mit Tageslicht bis Ende 2018 vom Forum für Sinti und Roma genutzt. Jetzt wurde die Räume gründlich gereinigt. Die Wagnersche Stiftung Hannover hat einen Geschirrspüler bereitgestellt, die Ruhematten kommen vom katholischen Gymnasium St. Ursula.

"Es ist auch das Haus, in dem ich wohne", ergänzt Propst Christian Wirz. Zudem ist es der Platz, an dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirche in der Region Hannover tätig sind: "Wir freuen uns über die neue Gesellschaft."

  • Das Angebot kann gleichzeitig zu den Öffnungszeiten des Tagestreffpunkts genutzt werden: montags von 8:30 bis 13 Uhr, dienstags von 13 bis 16 Uhr, mittwochs von 8:30 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags von 8:30 bis 13 Uhr und Freitag von 8:30 bis 13 Uhr.
  • Bis zu sechs Obdachlose haben aus Infektionsschutzgründen Platz im vorderen Raum der Wärmestube Platz. Im zweiten Raum finden parallel bis zu vier Obdachlose einen Tagesruheplatz.
  • Für Interessierte an der Mitarbeit (oder Kuchen- oder Keksspenden): Kontakt bitte unter sfw(ät)caritas-hannover.de (Ramona Pold)
  • Für Spenden: Basilika St. Clemens, DKM Bank, DE73 4006 0265 0037 0327 01, Stichwort: Tagestreffpunkt für Obdachlose
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news-26225 Wed, 06 Jan 2021 12:34:29 +0100 Mehr Babys im Vinzenzkrankenhaus https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mehr-babys-im-vinzenzkrankenhaus-26225/ Das katholische Vinzenzkrankenhaus Hannover konnte im letzten Jahr einen Anstieg der Geburtenrate verzeichnen. Insgesamt kamen 1486 Kinder 2020 hier zur Welt, im Jahr davor waren es 1464. „Wir freuen uns über diese positive Entwicklung“, sagt Dr. Joachim Pape, Chefarzt der Gynäkologischen Abteilung: „Wir sind stolz darauf, dass sich so viele werdende Eltern für eine Geburt in unserem Haus entschieden haben. Wir sehen darin ein Zeichen des Vertrauens in unsere Arbeit und Kompetenz.“

2019 wurden 746 Jungen und 718 Mädchen im Vinzenzkrankenhaus geboren, 2020 waren es 757 Jungen und 729 Mädchen. Die Kaiserschnittrate sank, von 20,5 Prozent auf 18,6 Prozent. Obwohl die Geburtshilfe den Großteil des Jahres unter Pandemiebedingungen stattfinden musste, konnten die Geburten dank des Hygienekonzeptes für Mutter und Kind unter sicheren Bedingungen erfolgen.

Auffällig viele Eltern entschieden sich in diesem Jahr für eine ambulante Geburt. Sara Ritter, leitende Hebamme im Vinzenzkrankenhaus, erklärt: „Im Frühjahr waren viele werdende Eltern verunsichert, was ein Krankenhausaufenthalt während einer Pandemie bedeutet. Auf ein familiäres Bonding über Nacht (Familienzimmer) mussten wir leider verzichten. Die jungen Familien hatten sich aus diesem Grund vermehrt für einen kurzstationären Aufenthalt entschieden. Mittlerweile nimmt die Liegedauer nach Geburt jedoch wieder zu. Das Vertrauen in unsere Arbeit freut uns sehr!“

Erstes Kind im neuen Jahr 2021

Das erste Kind, das im Vinzenzkrankenhaus im neuen Jahr auf die Welt kam, ist ein Mädchen und wurde um 02:36 Uhr geboren. Mutter und Kind geht es gut, die Eltern sind überglücklich über den Familienzuwachs.

Für noch mehr Sicherheit nach der Geburt wird seit Anfang November 2020 ein neues Überwachungssystem im Kreißsaal eingesetzt. Dieses bietet die lückenlose Überwachung der Mutter nach einem Kaiserschnitt oder einer erschwerten Geburt. Da Hebammen mehrere Frauen und Geburten versorgen, müssen sie gelegentlich die Räume wechseln. Der Spagat zwischen der gewünschten Betreuung im Kreißsaal und einer lückenlosen und leitliniengerechten Überwachung wird durch dieses System ermöglicht, indem es der Hebamme zuverlässig kritische Überwachungsparameter meldet, wenn sie sich in einem anderen Raum aufhält, heißt es in einer Mitteilung der Klinik.

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news-26219 Tue, 05 Jan 2021 19:23:57 +0100 Eine warme Mahlzeit – und mehr … https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/eine-warme-mahlzeit-und-mehr-26219/ Es ist die mittlerweile 32. Saison: Am 4. Januar hat wieder die Ökumenische Essenausgabe in der Calenberger Neustadt begonnen und gibt eine warme Mahlzeit aus – in dieser Saison bis zum 28. Februar, jeweils montags bis freitags von 10:30 bis 13:30 Uhr, wieder im Gemeindesaal der... Träger des Angebotes sind neben der reformierten Kirche, das Diakonische Werk, die Gemeinde der Neustädter Hof- und Stadtkirche, die Heilsarmee und die katholische Gemeinde St. Heinrich, zu der die der reformierten Kirche benachbarte Basilika St. Clemens gehört. Im Keller von St. Clemens hatte die ökumenische Essenausgabe von 1991 an für 18 Jahre einen Ort gefunden, bis es dort schlicht zu eng wurde.

Bereits zum Auftakt wurden an den ersten beiden Tagen 60 beziehungsweise 90 Essen ausgegeben. Im Laufe der Wochen wird sich das erfahrungsgemäß auf bis zu 280 Essen am Tag erhöhen. Im Durchschnitt werden es 170 Essen sein.

Ursprünglich als Hilfe für obdachlose Menschen gedacht, zeichnet sich seit vielen Jahren noch eine weitere Entwicklung ab: Immer mehr alte Menschen, überwiegend Frauen, nutzen die Essensausgabe: „Armut und Einsamkeit verstecken sich auch hinter Wohnungstüren“, meint Stefanie Ganser von der das Angebot mittragenden Pfarrei St. Heinrich. Zugenommen hat auch die Zahl der Menschen, die aus Osteuropa in Hannover gestrandet sind. Ganser zeigt sich dankbar, dass die reformierte Gemeinde wieder ihren Gemeindesaal nach 2020 zum zweiten Mal zu Verfügung stellt.

Die Arbeit in der Essenausgabe wird ehrenamtlich getragen, darunter zahlreiche Ehrenamtliche aus katholischen Gemeinden. In diesem Jahr gelten klare Vorgaben des Infektionsschutzes. Abstand, das Tragen von Masken, Fiebermessen, limitierter Zugang, zeitlich befristeter Aufenthalt, Desinfektion –  das und mehr gehört zu den coronabedingten Hygienevorschriften. Die Regeln werden eingehalten: "Die Menschen sind dankbar über das Angebot und nehmen alle Maßnahmen gerne in Kauf“, betont Stefanie Ganser.

Es ist weit mehr als nur das Überreichen einer warmen Mahlzeit für bedürftige Menschen: Die insgesamt 35 ehrenamtlich Engagierten sorgen für den Einkauf, Transport, den Abwasch und vor allem für mehr als ein freundliches Wort. Kleine Begegnungen gegen Kälte und Einsamkeit. Unterstützt werden sie dabei von zwei Sozialpädagoginnen, die vom Diakonischen Werk gestellt werden. Sie stehen für persönliche Fragen zur Verfügung und können bei Bedarf Kontakte zu weiteren Beratungseinrichtungen knüpfen.

Das Angebot der Ökumenischen Essenausgabe wird durch Spenden und Kollekten finanziert. Pro Jahr werden rund 60.000 Euro benötigt. Die Mahlzeiten erhält die Ökumenische Essenausgabe von Montag bis Freitag aus unterschiedlichen Küchen: Das sind der Verein Kochen für Obdachlose, die Nord L/B, das Diakoniekrankenhaus Friederikenstift und der Verein "Lindener Tisch".  Die organisatorischen Fäden laufen beim Diakonischen Werk zusammen. In diesem Jahr versorgt die Ökumenische Essenausgabe mit warmen Mahlzeiten zusätzlich das Jugendgästehaus in Hannover-Wülfel, in dem derzeit 27 obdachlose Menschen untergebracht sind.“

Kontakt: Elke Walpert-Niemann, Koordinatorin der Ökumenischen Essenausgabe, Telefon: (0511) 990 400 oder E-Mail: essenausgabe(ät)zbs-hannover.de.

Die die Essenausgabe mit einer Spende unterstützen möchte: Kath. Pfarrgemeinde St. Heinrich DE36 5206 0410 0000 6090 99, BIC: GENODEF1EK1, Ev. Kreditgenossenschaft, Stichwort: Ökumenische Essensausgabe

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news-26215 Tue, 05 Jan 2021 10:52:40 +0100 Heller den je … https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/heller-den-je-26215/ Die Sternsingeraktion wird bis zum 2. Februar verlängert. Wegen der Corona-Pandemie können die Sternsinger auch in der Katholischen Region Hannover dieses Mal nicht von Tür zu Tür gehen, sondern müssen den Segen digital und per Post verteilen. Die Pfarreien haben sich vieles ausgedacht. „Seht doch da, am Himmel steht ein Stern“: Fünf Sternsingerinnen aus der Pfarrei St. Joseph in Hannover-Vahrenwald/List haben diese Botschaft eingesungen – und nun kann sie auf der Webseite der Pfarrei angeklickt werden (oder gleich hier). Es ist eine von vielen Ideen der Pfarreien der Katholischen Kirche in der Region Hannover, mit der die Sternsingeraktion ins Digitale verlagert wird.

So wird denn auch der klassische Besuch der kleinen König*innen bei Ministerpräsident Stephan Weil und der Landtagspräsidentin Gabriele Andretta als Videokonferenz stattfinden – und nicht an der Tür von Staatskanzlei und Landtag.

Neben Videos und digitalen Sternsingerandachten setzen die Gemeinden der Region vor allem auf Pakete – mit dem gesegneten Aufkleber mit der Aufschrift 20*C+M*B+21, einem persönlichen Brief und auch mit dem einem oder anderen Lied oder Gebet. In dem meisten Fällen kann dieses Paket oder auch ein virtueller Gruß in den Pfarrbüros der Gemeinden in und um Hannover angefordert werden (siehe Pfarreien in der Stadt Hannover; Pfarreien in der Region Hannover). Anruf oder Mail genügt. Oder der Segen liegt in der Kirche bereit. Weil der Virus Besuche von Tür zu Tür unmöglich macht, wurde die Sternsingeraktion übrigens bis zum 2. Februar verlängert.

„Gerade in diesen Tagen brauchen wir doch Zeichen der Hoffnung“, betont Hannovers Regionaldechant, Propst Christian Wirz: „Genau das schenken die Sternsingerinnen und Sternsinger – in diesem Jahr nun als Brief oder Video.“ Denn nichts zu machen wäre keine Alternative: „Für einsam oder mutlos gewordene Menschen strahlt dieses Zeichen heller denn je.“ Gleichzeitig habe die Pandemie nicht nur Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft, sondern weltweit: „Solidarität und Nächstenliebe enden nicht an der Stadtgrenze.“ Mit der Aktion Sternsingen stehen Kinder und Jugendliche für diese Überzeugung ein: „Das bringt auch Licht in die Welt.“

Die Aktion Dreikönigssingen ist die weltweit größte Hilfsinitiative von Kindern für Kinder in Not. Jeweils um das Dreikönigsfest am 6. Januar ziehen gewöhnlich Mädchen und Jungen als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Kinder und Jugendliche in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Vor einem Jahr wurden rund 52,4 Millionen Euro gesammelt. Die Spenden helfen direkt – und deshalb liegt dem Segenspaket der Gemeinden auch ein Überweisungsträger bei. Das Sternsingerwerk hat eine virtuelle Spendendose auf seiner Webseite geschaltet.

Das diesjährige Motto der Aktion Dreikönigssingen lautet „Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. Damit wollen die Sternsinger*innen darauf aufmerksam machen, wie wichtig es für Kinder ist, in einem intakten Umfeld aufzuwachsen, das ihnen Halt gibt. Zahlreiche Kinder in der Ukraine wachsen ohne Vater, Mutter oder beide Elternteile auf, weil diese im Ausland arbeiten.

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news-26134 Wed, 23 Dec 2020 21:26:18 +0100 Zweimal zur Freude https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/zweimal-zur-freude-26134/ Gleich für zwei Aktionen wurden in Heilig Geist in Hannover-Bothfeld Geschenke gepackt – einmal gegen die Nöte in Osteuropa, einmal für ganz nah. Einschließlich einer Geschenkevermehrung ... 259 und 150 – zwei Zahlen, auf die Kirsten Heiduk-Hoffmann und Andrea Weinhold-Klotzbach zufrieden blicken. Denn das ist die Anzahl der Geschenkpäckchen, die von ihrer Pfarrei Heilig Geist nun auf den Weg gebracht wurden. Einmal zur Hilfe in Osteuropa, einmal zur Linderung von Nöten ganz nah. Und zweimal zur Freude zu Weihnachten.

Der Reihe nach: 259. Das ist die Anzahl der Pakete, die im Rahmen des Weihnachtskonvois an Kinderheime, Waisenhäuser oder Siedlungen von Roma und Sinti in Rumänien, Moldawien, Bulgarien oder in der Ukraine gehen. 2001 wurde dieser Konvoi der Freundschaftsclubs Round Table und Ladies’ Circle ins Leben gerufen – „und seit vielen Jahren sind wir dabei“, berichtet Kirsten Heiduk-Hoffmann.

Heilig Geist ist eine von 300 Sammelstationen für etwa schuhkarton-große Päckchen, die Kindern und Jugendlichen eine Freude machen sollen. „Meistens ist es das einzige Geschenk, dass sie zu Weihnachten erhalten“, weiß Kirsten Heiduk-Hoffmann. Manche Geschenke sind zweite Hand, aber gut erhalten: „Es wird durchaus das mitgegeben, aus dem die eigenen Kinder rausgewachsen sind.“ Daher gebe es immer viele Geschenke mit der Aufschrift: „Für ein Mädchen/Kindergarten.“ Denn die Spender werden um die Notiz auf dem Paket gebeten, für wen das Geschenk geeignet sei.

Das führt zu einer leichten Unausgewogenheit: „Ich werbe immer unter Unentschlossenen für Geschenke für Teeanger-Jungen“, sagt Kirsten Heiduk-Hoffmann. Da braucht es schon die eine oder andere Idee. Doch grundsätzlich gilt: „Die Freude ist immer groß, gerade über Dinge, die für uns alltäglich sind.“ Zum Beispiel eine Zahnbürste und Zahnpasta. Die ersten Geschenke haben die Kinderheime bereits erreicht: „Übergabefotos trudeln hier fast postwendend ein.“

Zwei VW-Busse voller Geschenke

Die zweite Zahl: 150. „Es gab durchaus Anfragen in der Gemeinde, warum wir denn nicht auch Menschen vor Ort unterstützen“, berichtet Andrea Weinhold-Klotzbach. Die Gemeinde engagiert sich seit einiger Zeit in der Unterstützung und Hilfe für Obdachlose: „Daraus ist im letzten Jahr die Idee erwachsen, auch Menschen auf der Straße ein Geschenk zu Weihnachten zu machen.“ Für 2020 heißt das: 150 Pakete. Oder zwei VW-Busse voll.

Strümpfe, Thermoleggings, Hygieneartikel, abgepackte Süßwaren und Kekse – vieles wurde gespendet. „Wir haben auch eine Spardose aufgestellt und einen Zuschuss aus der Gemeinde bekommen“, berichtet Andrea Weinhold-Klotzbach. Damit konnte noch mal Masken, Handgel, Desinfektionstücher, Rasierer, Dauerwurst, Süßigkeiten, Damenbinden oder Tampons gekauft werden.

Ebenfalls in den Paketen: Gutscheine für das SOS-Bistro der Drogenhilfe Neues Land. „Die Wertmarken können dann gegen eine Mahlzeit oder Wäsche waschen eingetauscht werden“, erläutert Andrea Weinhold-Klotzbach. Die Gemeinde hat diese Gutscheine auch in Kommission: „Falls man Menschen, die betteln müssen, kein Bargeld geben möchte.“

Zwei Paketaktionen nebeneinander – nimmt man sich da gegenseitig die Engagierten weg? „Nein“, sagen beide Frauen übereinstimmend. Im Gegenteil, oftmals wurde sogar zwei Geschenke gepackt. „Und das trotz Kurzarbeit, trotz weniger Menschen, die zur Kirche gehen können – das hat uns schon beeindruckt.“

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news-26096 Mon, 21 Dec 2020 17:32:45 +0100 Weihnachtsgottesdienste in der Katholischen Region Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/weihnachtsgottesdienste-in-der-katholischen-region-hannover-26096/ Weihnachtsreisen und der Weg nach Bethlehem, Open-Air, mit Video oder Musik und in vielen Sprachen: Natürlich werden auch in der Katholischen Kirche in der Region Hannover die Weihnachtsgottesdienste anders gefeiert als gewohnt. Aber es geht: die Ankunft des Kindes in der Krippe zu feiern – auch und... "Ich bin sicher, dass Weihnachten in diesem Jahr eine andere Bedeutung bekommen wird", sagt sagt der Regionaldechant der Katholischen Kirche Hannover, Propst Christian Wirz. Nicht nur, weil vieles, was als schön und vertraut mit Weihnachten verbunden wird, nicht stattfinden kann:  "Wir begehen den Advent anders, wir feiern Weihnachten anders." Aber anders müsse nicht heißen, weniger schön: "Die Situation erinnert mich an die Herbergssuche von Maria und Josef, an die Umstände, wie Jesus auf und in die Welt kam – das haben sich Maria und Josef auch ganz anders vorgestellt."

Weihnachten ist für Wirz das Fest der Hoffnung: "Gott ist für alle Menschen gekommen." Er lässt niemanden allein, erst recht nicht in Zeiten der Krise. Das ist sei Botschaft des Kindes in der Krippe, die Christinnen und Christen besonders in diesem Jahr mit allen teilen dürfen: auch und gerade mit Menschen, die sich einsam oder allein gelassen fühlen, kein Obdach haben, Benachteiligungen erleiden müssen oder immer wieder schauen müssen, wie sie über den Tag kommen. "Die Nöte der Zeit liegen in einer Großstadt wie Hannover im wahrsten Sinne auf der Straße", unterstreicht Wirz. Die Pandemie lässt gerade im Advent und zu Weihnachten diese Notlangen noch deutlicher hervorscheinen.

Wann werden wo in der Katholischen Kirche in der Region Hannover Krippenandachten, Christmetten und Festgottesdienste gefeiert? Hier eine Übersicht:

 

  • Stadt Hannover

Basilika St. Clemens: Heiligabend 15.00, 16.30 Krippenandacht, 20.30 Christmette (trident.), 22.30 musikal. Einstimmung, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.00, 11.30 Messfeier, 15.30 Messfeier (trident.);

Christkönig, Badenstedt: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 20.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 09.00 Messfeier;

Hl. Engel, Kirchrode: Heiligabend 18.00 Weihnachtsgottesdienst, 22.00 Christnacht, 24.00 Weihnachtsgottesdienst, 1. Weihnachtstag 09.00, 11.00 Messfeier;

Hl. Geist, Bothfeld: Heiligabend 14.00, 15.30, 17.00 Krippenfeier, 21.00, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

Maria Trost, Ahlem: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 18.00, 22.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 10.30 Messfeier;

Medizinische Hochschule, Roderbruch: Heiligabend 17.00 Christmette;

St. Adalbert, Herrenhausen: Heiligabend 7.30 Laudes, 15.00 – 17.00 offenen Kirche, 18.00, 22.30 Messfeier, 1. Weihnachtstag 7.30 Laudes, 11.00 Messfeier;

St. Anna, Misburg: Heiligabend 17.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

St. Antonius, Kleefeld: Heiligabend 18.00 Andacht, 22.00 Chrismette, 1. Weihnachtstag 11.00 Festmesse;

St. Augustinus, Ricklingen: Heiligabend 17.00 Messfeier, 22.00 Christmette;

St. Benno, Linden: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 20.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 12.00 Messfeier;

St. Bernward, Döhren: Heiligabend 15.00, 16.30 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel;

St. Elisabeth, Mitte: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 18.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 9.30 Messfeier;

St. Eugenius, Mittelfeld: 1. Weihnachtstag 09.30 Messfeier;

St. Franziskus, Vahrenheide: Heiligabend 16.00 Kinderchristmette mit Weihnachtsgeschichte, 18.00, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.00, 18.00 Messfeier;

St. Godehard, Linden: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 22.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 10.30 Messfeier;

St. Hedwig, Vinnhorst: Heiligabend 15.00 – 16.30 offenen Kirche, 18.00, 20.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 17.00 Messfeier;

St. Heinrich, Südstadt: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 20.00, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11,00 Messfeier;

St. Joseph, Vahrenwald: Heiligabend 14.00 – 16.30 Krippengang (offene Kirche), 17.30, 19.30, 21.30 Christmette, 23.00 Wort-Gottes-Feier mit Gospelsongs, 1. Weihnachtstag 10.00, 11.30 Uhr Messfeier, 15.00 - 17.00 Krippengang (offene Kirche)

St. Maria, Nordstadt: Heiligabend 15.00 – 17.00 offene Kirche, 20.30 Messfeier, 1. Weihnachtstag 9.30 Messfeier;

St. Martin, Roderbruch: Heiligabend 17.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 09.30 Messfeier;

St. Max.-Kolbe, Mühlenberg: Heiligabend 15.30, 16.15, 17.00 Weihnachtsandacht für Familien open air, 18.00, 22.00 Weihnachtsmesse, 1. Weihnachtstag 11.00 Weihnachtsmesse;

St. Michael, Wülfel: Heiligabend 18.00, 19.30 Christmette;

 

  • Region Hannover

St. Raphael, Garbsen: Heiligabend 21.00 Uhr Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

St. Maria Regina Garbsen-Berenbostel: Heiligabend 21.00 und 23.00 Uhr Christmette 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

Corpus Christi Garbsen-Havelse: Heiligabend 14.00, 14.45, 15.30, 16.15, 17.00 und 17.45 Krippenandacht, 1. Weihnachtstag 17.00 Messfeier;

St. Paulus, Großburgwedel: Heiligabend 15.00, 16.00, 17.00 Andacht, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

Hl. Kreuz, Isernhagen-Altwarmbüchen: Heiligabend 14.30 Wortgottesfeier für Kinder, 16.00 Wortgottesdienst für die Gemeinde, 17.30 Messfeier für junge Leute mit Gitarrenbegleitung, 1. Weihnachtstag 9.00 Messfeier;

St. Oliver, Latzen: Heiligabend 18.00, 21.00, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 09.00, 11.00 Messfeier; St. Maria, Pattensen: Heiligabend 18.00 Wort-Gottesfeier;

Zwölf Apostel, Langenhagen: Heiligabend15.30, 16.30, 17.30 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel, 20.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Wortgottesfeier für Kinder mit Messfeier;

Liebfrauen, Langenhagen: Heiligabend 15.00, 16.00, 17.00 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 09.00 Messfeier;

St. Maria, Mellendorf: Heiligabend 15.30 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel, 17.00 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel mit Kommunionfeier, 22.30 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier, Heiligabend 11.00 Messfeier,

Hl. Dreifaltigkeit, Seelze: Heiligabend 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

St. Maria, Rosenkranz, Seelze -Letter: 1. Weihnachtstag 15.00 Messfeier;

St. Thomas Morus, Ronnenberg: Heiligabend 10.00, 11.15 Klitzekleine Weihnacht für Familien mit Kindern, 1. Weihnachtstag, 9.30 Uhr Weihnachtsmesse (Ev. Johanniskirche, Ronnenberg-Empelde);

St. Bonifatius, Gehrden: Heiligabend, 15.00-17.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.30 Weihnachtsmesse, 16.00-18.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe;

St. Barbara, Barsinghausen: Heiligabend, 15.00-17.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.00 Weihnachtsmesse, 16.00-18.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe;

St. Hubertus, Wenningsen: 1. Weihnachtstag 9.00 Weihnachtsmesse;

St. Bernward, Nienburg: Heiligabend, 16.00, 19.00, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00, 18.00. Weihnachtsmesse;

St. Bernward, Lehrte: Heiligabend 17.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.30 Uhr Festmesse

St. Maria, Sehnde: Heiligabend 22.00 Christmette

St. Josef, Bolzum: 1. Weihnachtstag 9.00 Festmesse

 

  • Missionen für Katholik*innen anderer Mutersprache

Italienische Mission: Heiligabend 11.00, 18.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 16.00 Messfeier (St. Maria, Hannover-Nordstadt);

Kroatische Mission: Heiligabend 24.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 12.00 Messfeier (St. Maria, Hannover-Nordstadt);

Polnische Mission: Heiligabend 20.00, 22.00, 24.00 Christmette (Maria-Frieden, Hannover-Groß Buchholz), 1. Weihnachtstag 10.00, 11.45, 16.00, 18.00 Messfeier (Maria Frieden, Hannover-Groß Buchholz), 16.00 Messfeier (St. Max.-Kolbe, Hannover-Mühlenberg), 16.30 Messfeier (St. Raphael, Garbsen);

Spanischsprachige Gemeinde: Heiligabend 18.00 Christmette (St. Clemens)

 

Bitte beachten:

  • Für alle Krippenandachten, Christmetten und Gottesdienste besteht eine Anmeldepflicht. Das Verfahren ist in den Pfarreien unterschiedlich geregelt. Bitte informieren sich sich auf den Webseiten der Gemeinden (Übersicht Hannover-Stadt; Übersicht Region)
  • Die Angebote können aufgrund der deutlich reduzierten Platzzahl bereits ausgebucht sein.
  • Die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen sind zu beachten. Dazu zählen unter anderem das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, das Wahren von Abstand, das Desinfizieren der Hände und der Verzicht auf den Gemeindegesang.
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news-26030 Wed, 16 Dec 2020 18:39:06 +0100 Mit dem Engel beim Bier am Imbiss https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mit-dem-engel-beim-bier-am-imbiss-26030/ Eine Praxis, eine Hügelkette, ein Imbiss, ein Krankenhaus und dann doch noch ein Stall: Im [ka:punkt] in der Innenstadt von Hannover wird die Weihnachtsgeschichte ins Heute verlegt. Mit Dingen, die fast in jedem Haushalt mit Kindern zu finden sind. Wo würde heute einer jungen Frau die Botschaft verkündet werden, dass sie schwanger ist? Wo würde ihr Mann, der nicht der Kindsvater ist, mit einem Freund über diese Situation reden? Das waren zwei der Fragen, die sich Tim Brunke beim Bau seiner Krippe gestellt hat.

Mit gleich fünf Szenen zeichnet Brunke die Weihnachtsgeschichte nach. Zu sehen ist diese szenische Krippe im Schaufenster des [ka:punkt], dem Treffpunkt der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover. Gebaut ist sie aus Klemmbausteinen – besser bekannt als „Legosteine“ des dänischen Marktführers. Brunke ist Inhaber eines Fachgeschäftes für die Klemmbaustein und direkt gegenüberliegender Nachbar des [ka:punkt].

Der Anstoß kam von [ka:punkt]-Mitarbeiterin Ulrike Langer, ob sich Brunke eine Krippe aus Klemmbausteinen vorstellen konnte. „Mir ist es wichtig, dass wir in die Aktivitäten in unserem Treffpunkt unsere Nachbarn mit einbeziehen“, betont die Gemeindereferentin.

Es bleibt nicht nur bei der Anfrage

Aber es bleibt nicht nur bei der Anfrage: „ Das war echt spannende, weil gleich mehrere Gespräche über Gott und die Welt folgten.“ Der 43-Jährige ist evangelisch getauft, natürlich mit der Weihnachtsgeschichte groß geworden, später aber ausgetreten. „Eher aus finanziellen Gründen“, wie er einräumt. Sinn und Zweck der Kirchensteuer war dann ein Thema der Gespräche, erinnert sich Ulrike Langer. Aber schnell ging es über das reine Geld hinaus. Über die Vorstellung etwa, dass da irgend etwas im Leben wirkt und eingreift, was nicht so fassbar ist. Was Kraft gibt in schwierigen Momenten. Was stützt. Was unerwartet Freude bereitet. Womöglich Gott …

Tim Brunke bekommt vom [ka:punkt] alle Freiheiten in der Gestaltung der Krippe. Was ist zu erzählen, wie kann das mit Sets aus Klemmbausteinen ausgedrückt werden? Gemeinsam mit zwei Freunden vom Klemmbaustein-Stammtisch, Eike Böger und Johannes Stiehler, hat sich Brunke ans Werk gemacht: "Live oder auch in Videokonferenzen."

Immer wieder aber scheint dabei eine Frage durch: Wie würde die Geschichte heute ablaufen? Was würde Maria und Josef beschäftigen? Und wo? Schwangerschaften werden bei der Frauenärztin (oder Arzt) verkündet, Probleme gerade unter Männern eher beim Bier besprochen. So beginnt die Krippe in einer Arztpraxis – in der im wirklichen Spielzeugleben laut Hersteller eigentlich Tiere behandelt werden. Sie führt weiter über einen Waldspaziergang von Maria und Josef entlang einer Hügelkette: Maria berichtet Josef von ihrer Schwangerschaft. Mit einer doch heftigen Nebenbemerkung: „Du bist nicht der Vater …“

Nicht die Herberge ist überbelegt, sondern das Krankenhaus

Ein Schlag, den Josef verdauen muss und ihm zu einem Imbiss führt. Am Straßenrand, ein Kurierfahrzeug donnert vorbei. Dort spricht Josef mit dem Engel, seinem Freund. Abgewiesen wird das heilige Paar nicht vor der Herberge, sondern vor dem überbelegten Krankenhaus. „Das ist ja angesichts der aktuellen Ereignisse gar nicht so weit hergeholt“, meint Brunke. Zum Schluss  finden Maria und Josef Zuflucht in einer verlassen Hütte, dem Stall.

Im Nachhinein merkt Brunke, dass vieles von seiner persönlichen Geschichte mit eingeflossen ist. Eine unerwartete Schwangerschaft, die alles verändert? Brunke hat seine heutige Frau im Oktober 2013 kennengelernt, im Januar 2014 kündigte sich Nachwuchs an, im April zogen beide zusammen, im August wurde geheiratet, im Oktober ein Sohn geboren: „Das war schon alles sehr überwältigend.“

Und weitreichende Entscheidungen, wie Josef sie zu treffen hatte? Brunke hat seinen Laden im Oktober letzten Jahres eröffnet. Vorher hat er bei einer Versicherung gearbeitet: „Ich war aber nicht mehr zufrieden dort.“ So machte er sein Hobby, das er mit seinen mittlerweile zwei Söhnen teilt, zum Beruf. Neben Geschäftsplänen und Gesprächen mit der Industrie- und Handelskammer zur Existenzgründung, wurde einiges auch mit Freunden besprochen. Beim Bier. Wie Josef mit dem Engel. Wie bei der Weihnachtsgeschichte im Heute. Zu sehen im Schaufenster des [ka:punkt] in der Grupenstraße in der Innenstadt von Hannover.

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news-26013 Mon, 14 Dec 2020 23:52:16 +0100 Von Mannschaftsport und Schnittübungen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/von-mannschaftsport-und-schnittuebungen-26013/ Kleine Hilfen können viel bewegen: Da Restaurants zurzeit geschlossen bleiben müssen, unterstützt die Kolpingsfamilie Steinhude  Koch-Azubi Savas Scholz. Es sind schwere Zeiten für die Gastronomie: Zum zweiten Mal in diesem Jahr bleiben Restaurants leer, können keine Zimmer an Touristen vermietet werden. „Natürlich trifft uns das“, sagt Joachim Trautloff, Inhaber des „Haus am Meer“ in Steinhude. Er führt das Hotel und Restaurant in dritter Familiengeneration: „Ich bin hier aufgewachsen“. Seine Großtante hat den Betrieb 1949 gegründet. Seine Mutter ihn später übernommen, seit 1999 trägt Trautloff Verantwortung für Küche und Zimmer und die um die 30 Beschäftigten. 18 von ihnen arbeiten voll, vier machen eine Ausbildung, dazu kommen Teilzeitbeschäftigte und Aushilfen.

„Wir hatten aber noch Glück“, meint Trautloff. Das Hauptgeschäft liegt in den Sommermonaten. Da sind alle 23 Zimmer, die normalerweise 140 Sitzplätze in den drei Restauranträumen und die 100 Plätze im Biergarten immer gut gefüllt. Dazu kommen Feiern, am Wochenende häufig auch fünf oder sechs am Stück. Normalerweise. Doch als sich im Februar das Corona-Virus während der ersten Welle verbreitete, hörte das Telefon im Haus am Meer nicht mehr auf zu klingen: „Eine Absage einer Feier nach der anderen.“

Das wiederholte sich jetzt während der zweiten Welle, noch bevor das Land die zeitweilige Schließung verfügte: „Jetzt wurden die Tagungen, die im Herbst und Winter einen Teil unseres Geschäftes ausmachen, abgesagt.“ Auch wenn der Sommer, sicher auch durch den Biergarten, gut gelaufen ist – Trautloff verzeichnet deutliche Umsatzeinbußen. Die Corona-Hilfe für die Gastronomie aus dem Frühjahr floss zwar unproblematisch. „Doch das Geld war natürlich schnell wieder weg, schließlich hatten wir Rechnungen zu bezahlen“, erläutert der Gastronom.

Azubi einstellen oder nicht?

Hinzu kam noch ein weiteres Problem: „Ich hatte mich schon früh im Jahr entschlossen, zum August einen Koch-Azubi einzustellen.“ Doch Umsatzeinbußen und die erwartbare zweite Welle ließen ihn zweifeln, ob er das wirklich machen sollte.

Hier kommt die Kolpingsfamilie St. Hedwig Steinhude ins Spiel. Deren Vorsitzender Horst Gantert kennt das Haus am See, kennt Trautloff und hat den Gastronomen animiert, doch regelmäßig im gemeinsamen Programmheft aller Kolpingsfamilien zu inserieren. „Das ist für uns eine wichtige Unterstützung“, betont Gantert.

Jetzt habe sich die Kolpingsfamilie gefragt, was sie denn für Trautloff und seinen Betrieb tun könnten. Die Idee: Eine monatliche Unterstützung für den Azubi. Denn Kurzarbeitergeld gibt es für Lehrlinge nicht. Mit einem kleinen Betrag ist Kolping jetzt dabei. Monat für Monat. Das mag auf den ersten Blick nicht viel erscheinen angesichts der unklaren Situation, vor der Trautloff mit seinem Hotelrestaurant steht: „Aber es ist eine spürbare Hilfe, vor allem weil unser Azubi es wirklich wissen will.“

Der, der es wirklich wissen will, heißt Savas Scholz und ist 23 Jahre alt. „Kochen war für mich schon immer eine Leidenschaft“, erzählt er. Seine Mutter hat viel gekocht und er erinnert sich an Besuche in einem Restaurant mit einer offenen Küche: „Da habe beobachtet, wie die Köche jeder auf ihrem Posten waren und zusammengearbeitet haben.“ Kochen ist für ihn Mannschaftssport.

Nach der Schule fehlte der Mut zum Beruf

Doch nach dem Hauptschulabschluss die Leidenschaft als Ausbildung zu ergreifen – dazu fehlte Savas Scholz der Mut. Denn Koch in der Gastronomie bedeutet dann zu arbeiten, wenn andere frei haben. Auch die eigenen Freunde: „Die machen andere Sachen und ich wäre außen vor gewesen.“ Also sucht er sich lieber einen Job, nimmt eine Lehre als Lagerist auf, bricht ab, sucht sich wieder einen Job. „Das bereue ich heute“, meint Scholz: „Ich hätte schon viel weiter sein können.“

Erst durch eine berufsvorbereitende Maßnahme beim Job Center fasst er den Mut, seinen Traum umzusetzen. Es gibt einen Kontakt zum Haus am Meer, Scholz arbeitet zur Probe – und Inhaber Joachim Trautloff ist froh, dass er ihn hat.

Doch jetzt bleibt die Küche wieder kalt. Scholz geht zur Berufsschule und kocht zu Hause: „Da mache ich meine Schnittübungen und präge mir noch mal die Arbeitsabläufe ein, wenn es wieder losgeht.“ Denn so, mit saisonalen Unterschieden, um die 25 bis 30 Gerichte umfasst das Angebot im Haus am Meer: „Wir kochen alles frisch, à la carte“, sagt Scholz. Er muss die Rezepte samt der Mengen im Kopf und die effektiven Arbeitsabläufe bei jedem gericht verinnerlicht haben: „Das ist schon stressig, aber frisch kochen macht so viel Freude.“

Junge Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen – das ist ganz im Sinne von Kolping, findet Pastor Martin Tigges, Präses der Kolpingsfamilie: „Da können auch kleine Hilfen viel bewegen.“

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news-26011 Mon, 14 Dec 2020 20:46:02 +0100 Eine Isomatte als Auslöser https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/eine-isomatte-als-ausloeser-26011/ Schlafsäcke und Winterklamotten: Rover vom Pfadfinderstamm Peter und Paul aus Neustadt am Rübenberge füllen den lagerraum des Malteser Hilfsdienstes. Mit einem ungewöhnlichem Anlass ... Hans Höing kann sich noch gut erinnern: „Da lag einfach eine Isomatte herum.“ Das gute Stück, achtlos weggeworfen, wurde zum Auslöser einer Sammelaktion seiner Pfadfinder*innen vom Stamm Peter und Paul in Neustadt am Rübenberge. „Das hat unsere Rover, also unsere 15- bis 20-Jährigen, auf die Idee gebracht, etwas für Obdachlose zu tun“, berichtet Höing, der Stammesvorstand der Gruppe der Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) ist. Isomatten und Schlafsäcke, aber auch Winterbekleidung sollten es nach der Vorstellung des Stammes sein.

Dreimal luden die Georgspfadfinder*innen zur Spendenabgabe auf dem Platz vor der Kirche St. Peter und Paul ein. Nach einer kurzen Anlaufzeit war ihr Gruppenraum  gut gefüllt: „Mit Winterjacken, Schuhen, Schals, Unterwäsche, Hosen und vielem mehr glich er eher der Lagerhalle eines mittelständischen Bekleidungsgeschäftes“, beschreibt es Höing. Die Spenden kamen aus der ganzen Region Hannover. Auch der Peiner Pfadfinderstamm Don Bosco griff die Idee auf.

Jetzt wurden die Spenden in zwei VW Busse verpackt und dem Kältebus der Malteser zur Verfügung gestellt. Höing arbeitet seit einem Jahr als Jugend- und Schulreferent für den Hilfsdienst. Der Gruppenraum der Pfadfinder ist jetzt wieder leer, der Lagerraum bei den Maltesern dagegen gut gefüllt.

Seit zwei Jahren versorgt der Kältebus der Malteser in Hannover jeweils donnerstags obdachlose und bedürftige Menschen mit Suppe, Kaffee, Tee, Gebäck, Hygieneartikeln – und nach Möglichkeit mit Kleidung. Station macht der Bus um 18.30 Uhr an der Nikolaikapelle (Goseriede) und gegen 19.30 Uhr am Kröpcke in der Innenstadt. Fuhren Ehrenamtliche der Malteser den Kältebus zunächst nur im Winterhalbjahr, wurde das Angebot mit Beginn der Corona-Pandemie auf das ganze Jahr ausgedehnt.

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news-26010 Mon, 14 Dec 2020 20:33:44 +0100 Zwei Kofferräume voll Nächstenliebe https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/zwei-kofferraeume-voll-naechstenliebe-26010/ "Lebendig – solidarisch – christlich" – das ist das Leitmotiv der katholischen Ludwig-Windthorst-Schule in Hannover. Ein Vers, der sich auch in Duschgel und Zahnpasta ausdrücken lässt. Was für eine Liste: Duschbad, Shampoo, Zahnbürsten, Zahnpasta, Hautpflegeprodukte, Rasierutensilien, Damenhygieneartikel, Kämme, Unterwäsche. Dazu warme Socken, Mützen, Schals und Handschuhen. All das haben Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule in Hannover gesammelt: Verpackt in Kartons, Tüten und Taschen – zwei Kofferräume voll Nächstenliebe.

„Teilen“ – dieser Leitgedanke prägte den Schulalltag seit dem St. Martinstag. „Wir haben den Aufruf an Schulgemeinschaft gestartet für die Obdachlosenhilfe des Caritasverbandes Hygieneartikel und warme Socken zu sammeln“, berichtet Lehrerin Katja Nolte. Gerade die Wohnungslosen der Stadt seien in diesen Zeiten auf Solidarität angewiesen. Der große Zuspruch hat sie und ihre Kollegin Christine Braun dann aber doch überrascht: „Es ist so viel zusammengekommen, dass eine Autofahrt nicht gereicht hat.“ Die beiden Lehrerinnen hoffen, dass sich aus dieser Aktion eine neue Martinstradition an der LuWi entwickelt.

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news-26012 Fri, 11 Dec 2020 21:26:00 +0100 Eine Frage der Ethik https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/eine-frage-der-ethik-26012/ Moral, Menschenbild, Recht und Gerechtigkeit: Zentrale Frage des gesellschaftlichen Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt des Besuches von Bischof Heiner Wilmer im Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover. Der Stifter kommt zu Besuch: Bischof Dr. Heiner Wilmer ist zu Gast im Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover (fiph). Im gewissen Sinne ist es „sein“ Institut, wurde es doch von seinem Vorvorgänger Bischof Dr. Josef Homeyer 1988 als kirchliche Stiftung errichtet.

Bei seinem Antrittsbesuch als Stifter bringt Wilmer vor allem viele Fragen mit, die zunächst Institutsleiter Prof. Dr. Jürgen Manemann beantwortet. Zum Beispiel nach den inhaltlichen Schwerpunkten der Arbeit: „Ein zentraler Blick liegt derzeit auf der Umweltphilosophie“, erläutert Manemann, der seit 2009 an der Spitze des fiph steht. Im Kern, so Manemann, gehe es um eine einfach klingende, aber schwer zu beantwortende Frage: „Warum handeln wir vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht so, wie wir es müssen?“

Zweiter Schwerpunkt: Neuere Demokratietheorien. Wieder fasst Manemann den Ansatz des fiph in Fragen zusammen: „Wie können wir gut zusammen leben?“ und „Wie können Bürgerinnen und Bürger noch intensiver an demokratischen Prozessen beteiligt werden?“ Eine weitere Frage erläutert den dritten aktuellen Arbeitsbereich: „Wer ist der Mensch, wenn er wirtschaftet?“ Dahinter verbergen sich Konzepte, die Ökonomie und Gemeinwohl in Einklang bringen sollen.

Zur Beantwortung der aufgeworfenen vor allem ethischen Fragen legt das fiph eigene Publikationen vor, organisiert Vorträge, führt Tagungen oder Workshops durch. Vor allem aber sucht das fiph die Zusammenarbeit über das eigene Institut hinaus: zum Beispiel durch Kooperationen mit den Universitäten in Hannover, Hildesheim, Eichstätt und Erfurt. Jenseits des akademischen Bereichs bringt sich das fiph gesellschaftlich ein, betont Manemann. Das betreffe allein für den Schwerpunkt Umweltphilosophie Projekte mit der Stadt Hannover und der Jugendbewegung „Fridays for Future“ zur Klimagerechtigkeit.

Ein besonderes Augenmerk liegt im fiph auf Stipendien und dem sogenannte „Fellowship“. Dabei wird überwiegend jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, über einen befristeten Zeitraum ein philosophisches Forschungsprojekt zu bearbeiten: „In einer anregenden Atmosphäre und in engem Austausch“, wie Manemann hervorhebt. Entsprechend des Leitgedankens des Institutes: „Weiter denken.“

Mit Dr. Larissa Berger, Anastassija Kostan und Dr. Tom Vandeputte stellen drei Fellows ihre Forschungsvorhaben vor. Es geht dabei um „moralische Wahrnehmung“, um die Kritik an „tradierten Menschenbildern“, um die „Idee von Gerechtigkeit jenseits von Recht und Person“. Für Wilmer zeigt sich, dass „sowohl philosophische wie religiöse Fragen unser gesellschaftliches Miteinander beeinflussen.“ Daher sei gemeinsames Nachdenken und Diskutieren über Grundaspekte des Zusammenlebens, der Bewahrung der Schöpfung und der Würde eines jeden Menschen von so herausragender Bedeutung.

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news-25947 Tue, 08 Dec 2020 15:28:35 +0100 "Ohne Gebet ist alles nichts" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ohne-gebet-ist-alles-nichts-25947/ „Beten für den Bischof“: Gebetsaktion an diesem Samstag, 12. Dezember, in der Kirche St. Franziskus in Hannover-Vahrenheide. Beginn ist um 10 Uhr. Janusz Bukala hat eine klare Haltung: „Wir beten zu wenig, in diesen Zeiten, in unserem Bistum.“ Der 56-jährige Maschinenbauingenieur fühlt sich gleich drei Gebetsgruppen zugehörig: „Quelle des Friedens“ in Hildesheim, den „Erben Gottes“ in Hannover und der Herz Jesu Anbetung, die im Urheiligtum der Schönstatt-Bewegung in Bad Salzdetfurth zusammenkommt. Diese drei Gruppen sind es auch, die jetzt zu der Aktion „Wir beten für unseren Bischof Heiner“ aufrufen: mit einer Heiligen Messe und einer eucharistischen Anbetung an diesem Samstag, 12. Dezember, in der Kirche St. Franziskus in Hannover-Vahrenheide (Dresdener Straße 29). Beginn ist um 10 Uhr, Zelebrant ist der Hannoversche Regionaldechant Propst Christian Wirz.

„Mit unserem Gebet möchten wir Bischof Heiner und die Priester für ihre Aufgaben in diesen schweren Zeiten stärken und unterstützen“, betont Bukala. Er weiß, dass Gebet nicht alles ist: „Aber ohne Gebet ist alles nichts.“ Vor drei Monaten haben sich die Gruppen schon einmal getroffen und gebetet: „Wir haben die Kraft gespürt, die davon ausgeht“, berichtet Bukala. Jetzt soll die Aktion alle Vierteljahre stattfinden. Wer nicht nach St. Franziskus kommen kann, ist eingeladen zur gleichen Zeit mitzubeten, unterstreicht Bukala. Gebet wirke auch anderen Orten und bringe die Betenden zu einer Gemeinschaft zusammen.

"Maria betet immer mit uns"

Anlass an diesem Samstag ist das Patronatsfest Unserer Lieben Frau von Guadalupe. Im gleichnamigen Viertel von Mexiko-Stadt ist zwischen dem 9. und 12. Dezember 1531 die Muttergottes erschienen. Sie beauftragt den damals 57-jährigen Indigenen Juan Diego Cuauhtlatoatzin sich beim Erzbischof von Mexiko für den Bau einer Kirche an eben jener Erscheinungsstelle stark zu machen – als „Wahrzeichen der Liebe und der Gerechtigkeit.“ Papst Benedikt XIV. (1675 bis 1758) erklärte sie zur Schutzpatronin Mexikos, später wurden ganz Nord- und Südamerika und die Philippinen unter ihr Patronat gestellt. Vor der Pandemie sind jährlich bis zu 20 Millionen Pilger*innen zum Heiligtum der Jungfrau von Guadalupe nach Mexiko-Stadt gekommen.

Die Gottesmutter hat für die Gebetsgemeinschaften eine große Bedeutung. „Maria betet immer mit uns, sie unterstützt uns dabei“, sagt Mitstreiterin Kathrin Riepenhof. Die Anbetung ist für sie eine der vielen Schätze, die im katholischen Glauben zu finden sind: „Wir haben so viele Juwelen.“

Der Heiligen Messe wird eine etwa einstündige eucharistische Anbetung mit der Aussetzung des Allerheiligsten anschließen. „Wir beten dabei in fünf Sprachen den freudenreichen Rosenkranz“, erläutert Bukala. Zum Beginn und zum Ende wird Lobpreismusik erklingen: „Gespielt mit E-Piano und Gitarre von der Band unserer Gebetsgruppe Erben Gottes“, ergänzt Sebastian Felis. Der 28-jährige Elektrotechnik-Ingenieur versichert: „Gesang und Musik gehen konform mit dem notwendigen Hygieneschutz.“

Anmeldung und Infos zur Aktion unter 0176/88186583 (auch WhatsApp)

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news-25938 Sun, 06 Dec 2020 20:37:00 +0100 Die unbekannten Seiten eines bekannten Heiligen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/die-unbekannten-seiten-eines-bekannten-heiligen-25938/ Ist es nun historisch belegt oder gehört es in das Reich der Legenden? Beim heiligen Nikolaus, den Bischof von Myra ist das nicht immer so ganz eindeutig. Aber klar ist, die Geschichten haben überlebt. Bis heute. Denn wussten Sie schon, ...
  • ... dass Nikolaus, der vielleicht populärste Heilige, 1969/70 aus dem Heiligenkalender gestrichen wurde? Der Grund: Zu wenig gesicherte Informationen über sein Leben und Werk. Ein Schicksal, das St. Nikolaus mit dem heiligen Valentin teilte. Denn über den Patron der Liebenden gibt es gleichfalls wenig gesichertes Wissen.
  • ... dass in die vielen Legenden Überlieferungen über zwei „Nikoläuse“ einfließen? Zum einen bekanntermaßen über Nikolaus von Myra (geboren zwischen 270 und 286 in Patara; gestorben am 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365 – je nach Quellenlage). Er wirkte als griechischer Bischof in Lykien (im Süden der Türkei). Zum anderen sind auch Legenden von Nikolaus von Sion, dem 564 gestorbenen Bischof von Pinara (dem heutigen Minare, ebenfalls im Süden der Türkei) überliefert. Dieser Nikolaus war vor der Weihe zum Bischof Abt des Klosters Sion bei Myra. Es lässt sich heute nicht mehr klären, welche Legende welchem Nikolaus zuzuschreiben ist. Übrigens: auch beim heiligen Valentin verschmelzen zwei historische Vorbilder. Aber das ist eine andere Geschichte ...
  • ... dass Nikolaus – der Legende nach – auch gegen die Göttin Diana gekämpft hat? Der Heilige ließ in Myra einen der römischen Jagdgöttin geweihten Baum umschlagen. Diana bereitet daraufhin ein Öl, das auf Wasser und Steinen brennt. Dieses gebräu übergibt sie Seeleuten auf dem Weg nach Myra mit der Bitte, dort die Wände der Kirche zu bestreichen. Doch Nikolaus kreuzt mit einem kleinen Boot den Kurs des Schiffes und fordert sie auf, das Öl ins Meer zu gießen. Das Öl verbrennt. Später in Myra erkennen die Seeleute den Heiligen wieder und danken ihm für das Retten vor dem „Plan eines Teufels“.
  •  ... dass Nikolaus, der Bischof von Myra, Teilnehmer am 1. Konzil von Nicäa 325 war – und das durchaus handfest? Er soll nämlich als Kämpfer gegen den Arianismus (Lehre: Es gibt nur einen Gott und Jesus ist sein herausgehobenes Geschöpf, aber nicht Gott selbst – also gegen die Dreifaltigkeit gerichtet) niemand anderen als den Begründer der Lehre selbst geohrfeigt haben: den Presbyter Arianus aus Konstantinopel. Lange Zeit war strittig, ob Nikolaus tatsächlich in Nicäa dabei war. Auf manchen überlieferten Listen – es gibt mindestens 16 – taucht sein Name auf, auf andern nicht. Das trifft aber auch auf andere berühmte Konzilsteilnehmer zu.
  • ... dass die Ausbreitung der Nikolausverehrung im 10. Jahrhundert im Deutschen Reich durch Kaiserin Theophanou gefördert wurde? Sie war die griechische Ehefrau von Kaiser Otto II. In Ihrem Brautschatz soll sich eine Nikolaus-Ikone befunden haben, die heute als die älteste bildliche Darstellung des Heiligen in Westeuropa gilt (siehe Foto). Ein enger Ratgeber des Kaiserpaares und Erzieher ihres Sohnes Otto III. war Bernward, der spätere Bischof von Hildesheim.
  • ... dass die monumentale Basilika S. Nicola in Bari eng mit Bischöfen aus Hildesheim verbunden ist? Im April 1087 wurden Nikolaus‘ Gebeine von Abenteurern aus Bari, die auf drei Schiffen anreisten, aus seinem Marmorgrab in Demre entwendet. Sie wurden nach Bari gebracht. Dort wurde für die Reliquien eine Basilika errichtet. Die Krypta weihte Papst Urban II.. Den vollendeten Bau konsekrierte am 22. Juni 1197 Konrad, der Kanzler des Heiligen Römischen Reiches und 25. Bischof von Hildesheim. Einer seiner Nachfolger feierte daher auch das 800-jährige Jubiläum des Gotteshauses 1997 – der 68. Bischof von Hildesheim, Dr. Josef Homeyer.
  • ... dass Nikolaus auch von Dieben als „ihr“ Patron auserkoren wurde? Der Heilige ist bekanntlich Schutzpatron der Kaufleute, der Seefahrer, der Schüler, Kinder und für unschuldige Gefangene. In Rom war die Kirche San Nicola in Carcere eine Gefängniskirche. Sie hatte das päpstliche Privileg, jedes Jahr zum Fest des Heiligen einen zum Tode Verurteilten zu begnadigen. Das dürfte der Hintergrund sein, weshalb Diebe Nikolaus kurzerhand zu ihrem Patron machten.
  • ... dass Nikolaus auch Patron der Deutschen Hanse, der Vereinigung niederdeutscher Kaufleute im Mittelalter war? Davon zeugen zahlreiche Nikolauskirchen im ganzen Nord- und Ostseeraum, aber auch in traditionellen Handelsstädten. Die Kirchen wurden von den Kaufleuten und Seefahrern errichtet und hatten einen bedeutenden Status – nicht zuletzt, weil sie von Bruderschaften unterhalten wurden. Auch waren caritative Hospitäler den Gotteshäusern angegliedert. Aufgrund dieser Bedeutung blieben die Nikolauskirchen auch während der Reformation Nikolauskirchen. Der Name des Heiligen wurde nicht getilgt.
  • ... dass die Tradition der Kinderbischöfe auf mittelalterliche Kloster- und Stiftsschulen zurückgeht? Der älteste Nachweis dazu findet sich in der Chronik der Klosterschule St. Gallen aus dem 9. Jahrhundert, der Brauch ist wahrscheinlich noch viel älter. In zahlreichen Städten wurde ein Kinderbischof oder –abt am Nikolaustag gewählt, der vereinzelt sogar bis zum Fest der unschuldigen Kinder am 28. Dezember amtierte. Er durfte den Erwachsenen predigen und ihr Verhalten tadeln. Außerdem durften Kinder auf sein Geheiß ihre Wünsche für das Weihnachtsfest aufschreiben.
  • ... dass Stiefel oder Teller nicht immer die erste Wahl für Nikolaus-Geschenke waren? Mindestens seit dem 15. Jahrhundert gab es den Brauch, aus Papier Schiffchen zu basteln, in die der Heilige seine Gaben legen sollte. Hintergrund könnte das Patronat des Heiligen für die Seeleute sein. Denkbar ist aber auch, dass dieser Brauch auf das Sinnbild der Kirche als Schiff zurückgeht. So wird zum Beispiel das Entstehen des Adventschorals „Es kommt ein Schiff geladen“ für die gleiche Zeit angenommen.
  • ... dass in Bremen Kinder am Nikolaustag von Haus zu Haus gehen, Lieder singen und um ein kleines Geschenk bitten? Auch hier liegt der Ursprung im Mittelalter. Damals hieß es Sunnerklauslaufen („Sunte“ ist niederdeutsch für Sankt). Es wird vermutet, dass Klosterschüler beim Umzug eines Kinderbischofs um Spenden und kleine Aufmerksamkeiten baten. Dabei wurden adventliche Lieder gesungen. Im 18. Jahrhundert galt dieser Brauch bei den Reformierten jedoch als „papistische Torheit“. Er hielt sich dennoch. Sogar mit einer besonderen Vortragsart: Im 19. Jahrhundert wurde während des Liedersingens mit einem Stab auf den Boden geklopft – eine Anspielung auf den Krummstab des bedeutenden Bischofs Nikolaus.
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    news-25948 Sun, 06 Dec 2020 16:16:00 +0100 Der Nikolaus in der Tüte https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/der-nikolaus-in-der-tuete-25948/ Mit Unterstützung des Bonifatiuswerks bringen Helferinnen und Helfer aus der Pfarrei St. Raphael in Garbsen gut 1000 Geschenketüten zu alten Menschen. Die KirchenZeitung inklusive. Ein Zeichen der Verbundenheit in Zeiten von Abstand. Es ist eine der besonderen Legenden, die sich um das Leben des heiligen Nikolaus, des Bischofs von Myra ranken: Goldklumpen in Form von Äpfeln soll er nachts unbemerkt durch das geöffnete Fenster einer armen Familie geworfen haben. Um damit einen kranken Witwer und seine drei Töchter vor einem Leben in der Gosse und ihren Verkauf an Männer zu bewahren. Und ja, sie lebten fortan glücklich und zufrieden.

    Äpfel oder gar Gold hat Elisabeth Patzal nicht dabei. Aber den Heiligen. Klein und in Schokolade. Dazu eine Grußkarte, einen Strohstern, einen Jahreskalender und die aktuelle Ausgabe der KirchenZeitung. Gewissermaßen den Nikolaus in der Tüte. Damit klingelt die Garb­se­nerin aus der Pfarrei St. Raphael bei Gertrud Müllmann. Ein freundliches „Hallo“, ein kurzer Schnack und Übergabe der Tüte. Nicht nachts. Nicht durch das Fenster. Aber auch um Menschen zu bewahren. Vor Einsamkeit, vor der Furcht, dass niemand mehr an sie denkt. Eine alltägliche Angst in Zeiten von Pandemie und Abstand.

    „Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder“

    „Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder“. So hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken ein Projekt überschrieben, das jetzt bundesweit stattgefunden hat. Die Idee: Das Hilfswerk unterstützt Gemeinden, die Zuversicht und Hoffnung vermitteln. Tatkräftig. So wie in Garbsen und in 61 anderen Orten Deutschlands. 

    „Diese zupackende Idee haben wir mit unserem Sachausschuss Caritas aufgegriffen“, berichtet Gregor Branahl. Der Pastoralreferent und Leiter der katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung lebt in Garbsen und engagiert sich im Pastoralrat. „Es finden doch auch hier die gewohnten Veranstaltungen und Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit nicht statt“, sagt Branahl: „Da kamen wir auf die Idee, unseren Gemeindemitgliedern über 80 Jahre ein Päckchen an der Haustür zu überreichen.“ Nicht nur mit Süßigkeiten, sondern auch mit etwas zu Lesen – nämlich einen Kalender und die KirchenZeitung.

    Allerdings zeigte sich Branahl dann doch überrascht, wie viele Gemeindemitglieder schon in diesem Alter sind: „Mit fast 1000 haben wir nicht gerechnet.“ Zur Pfarrei St. Raphael mit ihren Kirchorten St. Maria Regina in Berenbos­tel und Corpus Christi in Havelse zählen insgesamt knapp über 9000 Katholiken. „Gerade weil alles auf Abstand geht, wollen wir ein Zeichen der Verbundenheit setzen“, unterstreicht Gregor Branahl.

    Zusammenarbeit mit Freiwilligenagentur

    Helfer zum Tüten packen waren ebenso schnell gefunden wie Austräger: „Unsere Idee war, lieber ein paar Tüten weniger zu nehmen, aber dafür mehr Zeit für einen kleinen Plausch an der Haus- oder Wohnungstür zu haben.“

    Unterdessen wählt Regine Schwegemann sorgfältig Tüten aus. Sie schaut auf die Adress-Aufkleber, geht schnell im Kopf durch, ob das zur ihrer Route passen würden. Sie macht gerne mit: "Ich rage ja auch sonst den Pfarrbrief aus", erzählt sie: "Das ist das doch Ehrensache, vor allem, wenn man Menschen damit eine Freude machen kann."

    Mit dabei ist Jasmin Jagiello. Die Neunjährige ist Nachbarskind und "Nennnichte" von Regine Schwegemann. "Es sind so viel Leute allein zu Hause und können nicht raus", weiß Jasmin.  Dass muss doch auf die Nerven gehen. Deshalb macht sie gern mit und freut sich auf das Verteilen der Tüten. Doch erst einmal werden die Tüten noch weiter sortiert.

    Zudem hat Gregor Branahl bei der Freiwilligen­agentur in Garbsen angefragt – und war wieder überrascht: „Da haben sich 20 auch jüngere Frauen und Männer gefunden, die die Idee einfach gut fanden und mitgemacht haben.“ Menschen, die eigentlich gar nichts mit der Gemeinde zu tun haben. „Das ist schon klasse.“

    Für Elisabeth Patzal hat die Aktion eine doppelte Bedeutung. Zum einen, weil sie Gemeindemitglieder besucht und merkt, wie sehr sie sich freuen. Zum anderen, weil es für sie selbst ein gutes Gefühl ist, „in dieser Zeit etwas tun zu können.“ Helfen wirkt immer zweifach.

    Von anderen Austrägern hat sie gehört, dass sie auch schon mal einen Schnaps an der Tür trinken durften. Oder aber für den Mann von der Apotheke gehalten wurden, der bestellte Medikamente bringt. Dem Nikolaus wäre es wohl egal gewesen. Er ist – unter anderem – Schutzpatron der Apotheker.

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    news-25832 Mon, 30 Nov 2020 13:04:19 +0100 Auszeit im Advent https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/auszeit-im-advent-25832/ Auch weil in diesem Jahr gefühlt alles anders ist mit dem Advent: Viermal mittwochs (2.,9.,16 und 23. Dezember) lädt das Team der katholischen Propstei St. Clemens zu einer etwas anderen Viertelstunde ein – immer mittags um 12 Uhr. Dieses Jahr ist so vieles anders – keine Weihnachtsmärkte, beschränkter Zugang zu Geschäften, keine Feiern in Restaurants oder Veranstaltungssälen. Also auch keine Hektik? Tatsächlich eine Adentszeit, wie man sie sich schon immer gewünscht hat? Ruhig und tatsächlich besinnlich?

    Wohl kaum. Die Hektik ist eine andere geworden. Eine, die nach Masken sucht. Eine, die Termine vereinbart, wo sonst keine nötig waren. Eine, die auf Zahlen blickt für einen Wert, der jetzt gängig, vor Jahresfrist nur Expert*innen bekannt war – Inzidenz. Und das auch noch als Ampel.

    So stellt sich dieses Jahr, wenn auch mit anderen Vorzeichen, die gleiche Frage wie sonst: Wann einmal Luft holen? Vor allem in der Mitte des Tages? Zu dieser Auszeit am Mittag wird herzlich in die Basilika St. Clemens eingeladen. Jeweils am Mittwoch in der Adventzeit (2.,9.,16 und 23. Dezember), immer in der Zeit von 12 bis 12:15 Uhr in der Basilika St. Clemens (Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover). Eine Atempause mit ruhiger Musik, einem besinnlichem Text, Raum für Gedanken und dem, was so häufig schmerzlich vermisst wird: einem Moment der Stille. Durchatmen. Und dann vielleicht noch eine Kerze entzünden. Auch in der Mitte der Woche, nicht nur sonntags am Adventskranz.

    Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Allerdings müssen die Kontaktdaten aufgrund der aktuell gültigen Hygieneschutzbestimmungen hinterlegt werden.

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    news-25850 Mon, 30 Nov 2020 10:24:00 +0100 Adventskalender mit 35 Türen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/adventskalender-mit-35-tueren-25850/ Advent und Infektionsschutz – das macht doch alles unmöglich. „Stimmt nicht“, sagten sich Engagierte in St. Paulus in Burgwedel. Sie haben sich stattdessen gefragt, was möglich ist – und das ist eine lange Liste beim „Paulus-Türchen“. Tina Fischer sucht nach diplomatischen Worten: „Nach einer Besprechung bin ich, sagen wir, emotional geladen hinausgegangen“, erzählt die 42-jährige Pfarrsekretärin von St. Paulus in Burgwedel. Grund ihrer gefühlsmäßigen Verstimmung: „Wir haben nur darüber gesprochen, was alles zu Weihnachten nicht geht.“ Keine großen Gottesdienste, keine Konzerte, die mehr als den letzten Sitzplatz füllen, kein adventliches Kaffeetrinken, bei dem alle Tassen und Teller herangeholt werden müssen, die das Pfarrheim hergibt.

    Noch ein Ausfall – das Krippenspiel. Lange Tradition und große Bedeutung in der Gemeinde. Doch: „20 beteiligte Kinder, das geht ja nun gar nicht.“ Eine Vorstellung, die aber Leni-Sophie, Tochter von Tina Fischer nicht behagte: „Sie hat klar gesagt, da müssen wir was machen.“ Tina Fischer machte: Zusammen mit ihren beiden weiteren Kindern und einer Familie, die ebenfalls drei Kinder hat, wird nun ein Krippenspiel vorbereitet: „Zwei Familien, sechs Kinder – da geht was.“ Geändert wurde der Termin. Nicht Heiligabend, sondern am Samstag vorher. „Zum einen, weil es zeitlich entzerrt“, meint Tina Fischer – gerade für Familien. Denn die Anmeldelisten für Weihnachtsgottesdienste füllen sich schnell.

    „Wir stellen den Advent in den Mittelpunkt“

    Aber das war nicht der einzige Grund: „Zum anderen, weil es den Advent in den Mittelpunkt stellt.“ Für Tina Fischer die ausschlaggebende Idee: „Wir haben uns dann gefragt, was würden wir machen, wenn wir statt auf Weihnachten eher auf den Advent blicken.“ Weihnachten ist immer großes Kino, das vermeintlich Kleine, das Besinnliche in der Zeit des Wartens auf das Kind in der Krippe geht häufig verloren. Erwartung verträgt kein Spektakel.

    So gedacht, wurde auf einmal was möglich: Keine Großveranstaltungen, sondern viele, kürzere Zusammenkünfte. Maximal 45 Minuten, maximal 60 Teilnehmende, weil das die Anzahl der in der Kirche zur Verfügung stehen Plätze ist. „Ich habe dann immer mal wieder die Idee in den Raum geworfen – und war überrascht, wie unsere Leute reagiert haben“, berichtet sie.

    Chor und Kirchenband haben sich etwas Infektionsschutzgerechtes ausgedacht, Berufsmusiker, die in der Gemeinde aktiv sind, steuern kleine Konzerte bei, die Ministranten und Ehrenamtliche bereiten Andachten und Wort-Gottes-Feiern vor, Lesungen werden besonders für Kinder angeboten: „Da steckt so viel Liebe drin.“

    „Ich hätte nicht gedacht, dass das so groß wird“

    Für Tina Fischer gibt es ein besonders augenfälliges Beispiel: „Zwei Frauen aus der Gemeinde haben gesagt, sie würden gerne eine Meditation anbieten.“ Allerdings fehle noch Musik, die nicht aus der Konserve kommen sollte. „Zwei Anrufe später hatte ich eine Musikerin, die sie unterstützt“, sagt Tina Fischer. So kam eines zum anderen: „Ich hätte nie gedacht, dass das so groß wird.“

    Auch Mitstreiterin Jenna Gregg ist vom Zuspruch mehr als überrascht: „Vor allem weil die Leute, ihre Veranstaltung anbieten, ohne zu fragen, wie viele kommen“, betont die 26-Jährige. Sind es ‚nur‘ vier Kinder – trotzdem wird vorgelesen. „Wichtig ist, dass Leben und Experimentierfreude in der Gemeinde ist“, stellt Jenna Gregg heraus, die auch Mitglied des Pfarrgemeinderates ist. Das mache das Programm nicht nur bunt, „sondern auch sehr entspannt.“ Weil es eben kein Wettbewerb ist, welche Veranstaltung als erste ausgebucht ist: „Wir probieren das auch, was möglich ist.“ Egal, ob etwas schief geht. Oder nur schief gesungen wird.

    Die enorme Resonanz hat für Tina Fischer etwas mit einer „Sehnsucht“, wie sie es nett, zu tun: „Und zwar nach dem Kirchenraum.“ In Zeiten des nahezu kompletten kirchlichen Lockdowns im Frühjahr hätten viele Gemeindemitglieder genau das vermisst. Ruhe finden, sich besinnen – und das jetzt im Advent.

    Mobiltelefon kommt zu neuen Ehren

    Sogar ein altes Mobiltelefon kommt zu neuen Ehren – und entwickelt durchaus ein Eigenleben: „Wir nutzen das Handy mit einer Prepaidkarte, damit sich Interessierte auch abends zwischen 18 und 19 Uhr anmelden können“, erläutert Jenna Gregg. Was nun das Eigenleben der Anmeldungs-Hotline betrifft: Das Mobiltelefon nehmen Ehrenamtliche mit nach Haus. Anrufer*innen wissen nicht, wer am anderen Ende der Leitung ist. „Da entstehen auf einmal ganz interessante Gespräche“, sagt Jenna Gregg, die das Telefon bereits zu Hause hatte: „Da wird dann gefragt, wer ich bin, woher wir uns kennen und vieles andere mehr.“ Wieder etwas, womit die beiden Frauen nicht gerechnet haben: „Toller Nebeneffekt“, meint Jenna Gregg.

    Überhaupt die Anmeldungen: Tina Fischer hat eine Erfahrung gemacht. „Die älteren Leute, um die wir uns ja Sorgen machen, sind da tipptopp organisiert.“ Egal wieviel Jahre sie zählen, E-Mail schreiben, Whatsapp nutzen – das bringen sie sich gegenseitig bei. Schwierig sei es eher für Familien: „Die haben viel um die Ohren“, weiß die Pfarrsekretärin. Fast alles, was Freizeit für die Kinder ausmacht – Freund*innen besuchen, Sport, Musik, Hobbys, Nachhilfe und vieles andere mehr – ist derzeit weggebrochen. „Familien müssen sich neu organisieren und das ist nicht einfach.“ Umso mehr hilft es, eher viele kleine Angebote zu verschiedenen Zeiten zu machen.

    Unterm Strich sind es nun 35 bunte, unterschiedliche Einladungen, die St. Paulus im Advent und zu Weihnachten ausspricht. Blieb die Frage, wie ein solches Programm zusammengefasst werden kann. Da fiel der Blick auf das künstlerisch gestaltete metallene Portal der Kirche. Advent, Kalender, Tür – das passt. Aber es sind bewusst kleine Veranstaltungen. Daher wird das Portal zum „Paulus-Türchen“.

    • Bei Interesse: Anmeldungen über die Hotline 01520 717 2439: Montags bis freitags von 18 - 19 Uhr. Alternativ im Pfarrbüro per Mail (st.paulus-burgwedel(ät)arcor.de ) oder telefonisch:  05139 4916.
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    news-25753 Tue, 24 Nov 2020 14:44:11 +0100 "Stoppt Gewalt gegen Frauen" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/stoppt-gewalt-gegen-frauen-25753/ Der 25. November ist der "Orange Day" – der Tag, an dem weltweit ein Zeichen gegen die Gewalt gegen Frauen gesetzt wird. Leuchtend, eher still, aber nicht weniger eindringlich. Mit Farbe, Worten und auch mit Regenschirmen. Das Motto: #orangetheworld. Die Boschaft ist fast unscheinbar. Auf dem Pflaster neben der Basilika St. Clemens. Geschrieben in Kreide: "1/4 der Frauen in Deutschland kennen Gewalt in Beziehungen". An das Rathaus wird ein einfacher, aber deutlicher Satz projiziert: "Nein heißt nein".  Am Schloss Herrenhausen weißt eine große blaue Hand auf die zentrale Botschaft des Protestes hin: "Stoppt Gewalt gegen Frauen". Davor Frauen die mit orangenen Schirmen still das Motto des Protestes verdeutlichen: "#orangetheworld"

    „Es ist wichtig, Aktions- und Gedenktage mit klaren Zeichen zu füllen“, betont Propst Christian Wirz, der Hausherr der Basilika St. Clemens ist: „Deshalb machen wir gerne mit.“ Gewalt gegen Frauen zieht sich quer durch alle Bevölkerungsgruppen und geht einher mit Angst, Unterdrückung und Scham. Betroffene Frauen müssen ein Recht auf flächendeckende Unterstützung haben: „Denn diese Hilfe ist lebensrettend.“ Gleichzeitig sieht Propst Wirz die Gesellschaft, Politik und Kirchen in der Pflicht, Strukturen aufzudecken, die Gewalt gegen Frauen begünstigen. Die Basilika war von 17 bis 21 Uhr geöffnet, das Lichtteam von St. Clemens hatte das Innnere der Kirche in Orange und Blau getaucht. So bestand die Möglichkeit zum stillen Protest auch ein Gebet zu sprechen oder eine Kerze zu entzünden. Auch Weihrauch wurde verbrannt: In der Katholischen Kirche ein Zeichen dafürm dass Gebete und Bitten wie Rauch zum Himmel steigen mögen.

    Organisiert wurde dieser Tag von den beiden Soroptimist Clubs in Hannover. „Im Moment befürchten wir aufgrund der Corona-Situation einen Anstieg der Partnerschaftsgewalt in häuslicher Umgebung“, sagt Dr. Sonja Köhler, Präsidentin SI Club Hannover, vor Beginn des stillen Protestes: „Wir wissen aus der aktuellen kriminalstatistischen Auswertung, dass 2019 rund 115 000 Frauen bundesweit Opfer von Partnerschaftsgewalt wurden.“ Aber nahezu 80 Prozent der betroffenen Frauen behalten ihr Leid für sich. „Darum ist der Orange Day so wichtig, denn von ihm geht ein klares Signal aus, dass häusliche Gewalt keine Privatangelegenheit ist“, unterstreicht Köhler: „Wir wollen Frauen dazu ermutigen, die vielfältigen Hilfsangebote in der Region Hannover wahrzunehmen, statt ihr Schicksal aus Scham zu verschweigen.“

    Neben der Basilika waren 15 weitere Gebäude in Hannover vor dem dunklen Abendhimmel organge beleuchtet. Ein Konvoi aus rund 40 E-Autos,  ausgestattet mit orangenen Rundumleuchten, rollte entlang der meisten der beleuchteten Gebäude: Neues Rathaus, Haus der Region, Sprengel Museum, Nord/LB, Basilika St. Clemens, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität, Kirchenamt der EKD, Bibliothekspavillon zum Schloss Herrenhausen.

    Schon seit 1991 organisieren Menschenrechtsorganisationen zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen auf die Agenda gesetzt wird. Ins Zentrum rücken dabei die Themen Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung ebenso wie Genitalverstümmelung, häusliche Gewalt und Zwangsheirat.

    Die UN-Generalversammlung verabschiedete am 17. Dezember 1999 eine Resolution, nach der der 25. November alljährlich zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen“ bestimmt wurde. Der Tag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik zurück. Sie wurden am 25. November 1960 vom Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet, weil sie sich gegen die Diktatur Rafael Trujillos gewehrt hatten. Der Mut der drei Frauen wird jährlich durch den Gedenktag gewürdigt.

    Soroptimist International (SI) ist weltweit eine der größten Service-Organisationen berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement. Soroptimist International Deutschland (SID) hat derzeit über 6700 Mitglieder in 223 regionalen Clubs. In Hannover sind zwei SI-Clubs aktiv: der Club Hannover und der Club Hannover 2000.

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    news-25679 Thu, 19 Nov 2020 19:45:58 +0100 Mit Goldklumpen auf Streife https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mit-goldklumpen-auf-streife-25679/ Jenseits der Apparatemedizin: „Nah bei den Menschen sein“ – das ist vor allem im Krankenhaus möglich. Pfarrer Wolfgang Langer und Pastoralreferentin Susanne Schulze blicken auf ihre Zeit in der Klinikseelsorge zurück. Zwei Aspekte sind für beide wesentlich. Apparate piepen, Betten und Servierwagen werden geschoben, Patienten untersucht oder für eine Untersuchung an anderer Stelle vorbereitet, Schuhe quietschen schnellen Schrittes auf gereinigten Fußböden – der Alltag im Krankenhaus ist betriebsam, getrieben, hektisch. Da macht es erst einmal keinen Unterschied, ob es sich um ein regional versorgendes Krankenhaus wie das Klinikum Nordstadt in Hannover mit 408 Betten handelt oder um die Medizinische Hochschule Hannover mit über 1500 Betten – die fünftgrößte Universitätsklinik in Deutschland.

    Der „Riesenkasten MHH“ war von 2008 an für zwölf Jahre der Arbeitsplatz von Pfarrer Wolfgang Langer: „Ich habe mich da in die Aufgabe reingetastet“, berichtet der 70-Jährige, der jetzt in den Ruhestand gegangen ist. An sein erstes prägendes Erlebnis erinnert er sich wie heute: „Ich war noch keine 14 Tage im Haus, da wurde ich von der Kinderstation zu einer Nottaufe gerufen.“ Langer findet vier Inkubatoren im Krankenzimmer vor, jeder mit vier Zugängen für die Arme: „Da liegt dann ein kleines Wesen Mensch drin, kleiner als ein Kilo Brot, mit Schläuchen und Drähten“. Ein gewöhnungsbedürftiger Anblick.

    "So kannst du hier nicht taufen"

    „Da war mir schlagartig klar, so wie bisher kannst du hier nicht taufen“, berichtet Langer. Die Krankenpflegerinnen hatten einen Tisch mit Schale und Kerzen vorbereitet, „fast wie ein Hausaltar.“ Langer bezieht die verzweifelten Eltern mit ein. Sie halten Schale und Kerzen, während er mit dem Daumen ins Weihwasser eintaucht und dann das Kind tauft. Gemeinsam wird ein Gebet gesprochen. „Die Taufe hat keine zehn Minuten gedauert, das Gespräch mit den Eltern viel länger“, erzählt Langer weiter. Das Kind, ein Junge, kämpft sich aber ins Leben. Langer gibt der Familie beim Abschied einen Reisesegen mit auf dem Weg. Ein Jahr später folgt ein Anruf: „Die Eltern wollten heiraten und haben mich gefragt, ob ich als Pfarrer mit dazukommen könnte.“ Langer konnte.

    „Unser Goldklumpen ist, dass wir als Seelsorgende im Krankenhaus Zeit haben“, unterstreicht Langer. Für ihn ist dabei wichtig geworden, was sich König Salomo im 1. Buch der Könige wünscht: „Ein hörendes Herz, das erhofft sich Salomo von Gott, damit er gut regieren kann.“ Langer übersetzt das als eine „wache Aufmerksamkeit, damit ich wirklich nah bei den Menschen sein kann.“

    Wie kurz vor seinem Abschied. Langer hat ein Dreivierteljahr eine Frau begleitet, die mit einer Krebserkrankung immer zwischen Intensiv- und Normalstation hin und her gependelt ist. Immer zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Mittlerweile wurde sie nach Hause entlassen, Langer steht mit ihr und ihrem Mann immer noch in E-Mail-Kontakt. „Sie haben von ihrer goldenen Hochzeit berichtet“, erzählt er. Langer könnte viele Geschichten von solchen Kontakten erzählen – von neuen Hoffnungen oder von letzten Gängen mit den Angehörigen bei Beerdigungen.

    „Ich finde es wichtig, dass Kirche für Menschen in Krisen da ist“, sagt auch Susanne Schulze. Die Pastoralreferentin hat insgesamt 28 Jahre in der Klinikseelsorge gearbeitet: zehn Jahre in der Lungenklinik Heidehaus, 18 Jahre im Klinikum Nordstadt in Hannover. „Wir müssen uns da in die Verantwortung nehmen lassen und in Rufbereitschaft sein“, betont sie.

    "Wir müssen uns immer in Erinnerung bringen."

    Das gelte aber auch für Momente des Abschiednehmens: „Diese Möglichkeit müssen Angehörige bereits in würdevollem Rahmen im Krankenhaus haben – und nicht erst beim Bestatter.“ Schulze musste die schmerzvolle Erfahrung machen, dass der Abschiedsraum in ihrem Klinikum durch die Pathologie umgewidmet wurde. Das mag für Betriebsabläufe in der Klinik nützlich gewesen sein, für Angehörige nicht.

    Überhaupt: „Nicht nur die Liegezeiten der Patienten ist deutlich kürzer geworden, es gibt auch weniger ärztliches und pflegendes Personal.“ Das heißt mehr Arbeit in gleicher Zeit, mehr Hektik. Das könne schon dazu führen, dass die Klinikseelsorge unter die Räder von Betriebsamkeit gerät. „Wir müssen uns da auch immer in Erinnerung bringen“, meint Susanne Schulze. Ihr Rezept: „Ich bin auf Streife gegangen.“ Darauf folgte häufig eine Frage der Mitarbeitenden: „Wo ich dich gerade sehe …“ Wenn Zeit der Goldklumpen ist, ist Streife gehen die Rufbereitschaft.Beides das Besondere der Klinikseelsorge.

    Die Veränderung im Klinikalltag hat auch Wolfgang Langer wahrgenommen – und noch etwas anderes: „Die Anfrage nach der Krankensalbung ist in Laufe der Jahre zurückgegangen.“ Mag das Sakrament nicht mehr so häufig gespendet werden, anderes hat zugenommen: „Gemeinsame Gebete und die Bitte um einen Segen.“

    Es sind Zeichen der Verbundenheit und Nähe, die wichtig sind – sowohl für Menschen in Krisen und Traurigkeit als auch für Mitarbeitende, um die Last ihrer Arbeit tragen zu können. Für Langer auch ein persönlicher Lernprozess: „Es ist eben nicht selbstverständlich, dass man morgens aufstehen kann, die eigenen Beine einen tragen, man Geschmack und Geruch hat.“ Das schule das Herz im Hören.

    Klinikseelsorge kann für Susanne Schulze zusätzlich bedeuten, etwas gegen die „Atemlosigkeit im Durchlaufbetrieb des Krankenhauses zu machen.“ Zum einen für Patienten und Angehörige, die oftmals unvorhergesehen in tiefe Krisen geraten, zum Beispiel durch Unfälle: „Wie begleiten wir Eltern, deren 19-jährige Tochter nach einem Unfall zwar noch lebend in die Klinik kommt, sie aber nicht mehr lebend verlassen wird?“

    Zum anderen gehe es um ethische Fragen, die sich immer wieder stellen. Susanne Schulze hat ein Ethikkomitee für alle zehn Stadtorte der Kliniken der Region Hannover, zu denen auch das in der Nordstadt gehört, mitbegründet: „Das ist ganz gut gelungen.“ Das Komitee ist gewachsen, mittlerweile finanziert die Region zumindest eine halbe Stelle, damit ethische Fragen im Klinikalltag nicht vergessen werden. Auch das ist eine Folge, wenn mit Goldklumpen auf Streife gegangen wird.

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    news-25678 Wed, 18 Nov 2020 18:59:00 +0100 Namen an der Wand, Kerzen auf dem Pflaster https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/namen-an-der-wand-kerzen-auf-dem-pflaster-25678/ Der Buß- und Bettag ist Anlass an die zu erinnern, an die im Leben und im Sterben kaum gedacht wurde: Die Kirchen haben zusammen mit Diakonie und Caritas einen Gedenkgottesdienst für Verstorbene der Wohnungshilfe gefeiert – auf dem Raschplatz am Hannoverschen Hauptbahnhof. „Ohne Arbeit, ohne Geld, so vergisst dich schnell die Welt, / mit Alkohol versuchst du zu vergessen, / doch die Probleme werden mehr, irgendwann kannst du nicht mehr, / du glaubst für dich da gibt es kein Halleluja.“ Es ist ein trauriges „Lobet Gott“ (= Halleluja), das das „ChorWerk Hannover“ angestimmt hat. Seine Mitglieder sind (ehemals) wohnungslose oder von Armut betroffene Menschen. Sie singen das, was sie erlebt erleben – und es ist eindringlich bei der Trauerfeier für anonym Bestattete, Verstorbene ohne Angehörige und aus der Wohnungslosenszene für dem Kontaktladen Mecki am Raschplatz.

    Ein zugiger Platz, laut ist es auch – über die Köpfe donnern die Autos auf der Hochstraße, während der Chor singt. Besinnlich ist anders. Aber zwei Feuerkörbe spenden Wärme, aus Stoffbahnen ist auf dem Pflaster ein Kreuz gelegt. Darauf stehen brennen Kerzen. An der Wand eine Liste mit 70 Namen – Verstorbene, die auf der Straße gelebt haben und „von Amts wegen“ bestattet wurden: Ohne Namen, ohne Geleit, ohne Verzeichnis, wo ihr Grab liegt. Kein Ort der Erinnerung.

    „Wir möchten diesen Menschen ihren Namen zurückgeben und die Erinnerung an sie in Gottes Hand legen“, sagt Propst Christian Wirz, der zusammen mit dem evangelischen Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes die ökumenische Andacht feiert. Die Liste an der Wand ist unvollständig, wie sich zeigt. Drei Mitfeiernde treten nach vorne, schreiben jeweils noch einen Namen dazu. Im Vergleich zum Vorjahr sind doppelt so viele Menschen ohne Wohnsitz gestorben.

    "Jeder Mensch hat die gleiche Würde – auch auf der Straße.“

    In einer kurzen Ansprache greift Müller-Brandes das traurige Halleluja auf, das über den Raschplatz hallte: „Wir vertrauen darauf, dass es den Verstorbenen jetzt gut geht, dass sie nicht überlegen müssen, wo sie Kleidung herbekommen, sich aufwärmen können oder schlafen.“ Auch für Propst Wirz geht es um Würde – im Sterben wie im Leben: „Jeder Mensch hat die gleiche Würde – auch auf der Straße.“

    Doch auf der Straße verrinnt die Würde wie die Lebensjahre. Viele Verstorben sind zwischen 50 und 60 Jahre alte, manche unter 40, nur wenige über 60. Immer noch unter dem gesellschaftlichen Durchschnitt. Oder das Alter bleibt einfach unbekannt.

    Obdachlosigkeit macht einsam, führt dazu, sich zu verstecken. Doch das dürfe nicht zum vollständigen Vergessen führen. Daher der Gottesdienst: "Wir möchten damit zum Ausdruck bringen, dass Menschen vor Gott und in unseren Herzen unvergessen sind. Sie haben einen Namen", unterstreicht Wirz. Und dieser Name soll ihnen dort wieder gegeben werden, wo es einen Ort für sie gibt. Dieses Jahr vor dem Diakonie-Kontaktladen Mecki am Raschplatz, im kommenden Jahr vor dem Tagestreffpunkt der Caritas nahe der Basilika St. Clemens in der Calenberger Neustadt.

    „Hier trauern zu können, ist ganz wichtig“, sagt Sabine. Sie ist mit ihrer Freundin Heike gekommen, die ihren Mann verloren hat. Peter wurde bei einer Auseinandersetzung getötet, erschlagen mit einem Stein. Beide haben ein Grablicht mitgebracht. Darauf ist ein Bild von Peter geklebt. Heike hat es auf das Tuchkreuz gestellt, dazu eine rote Rose gelegt. In ihre Trauer mischt sich immer wieder Zorn über die Täter. Irgendwo müssen diese Gefühle hin.

    "Dann komm und sing mit uns dein Halleluja"

    Jahr für Jahr werden in der Stadt Hannover durchschnittlich um die 350 Menschen anonym und von Amts wegen bestattet. Ohne einen Ort, an denen Freunde und Bekannte ihrer Trauer und Erinnerung Ausdruck geben könnten. Daher setzen sich die Kirchen dafür ein, einen Ort des Gedenkens einzurichten – wie beispielwiese eine Stele auf einem zentralen Friedhof.

    Erinnern und Gedenken ist auch in der Krypta der Basilika St. Clemens möglich, die als Ort der Trauer und der Hoffnung mitten in der Stadt gestaltet wurde. In dieser Unterkirche liegt das Buch der unvergessenen Toten aus, in das die Namen derer, die eben nicht vergessen werden sollen, eingetragen werden können. Von dort aus werden sie in ein Endlosvideo übertragen, das über einen Monitor ausgestrahlt wird, der auf eine Grabplatte montiert ist.

    Es geht um Würde und Erinnerung. Oder, wie es das Chorwerk singt: "Wir wollen dich nicht im Abseits seh‘n, du brauchst nur durch die Tür zu gehen, / nimm von deiner Welt doch mal ne Pause. / Die Seele ruht beim Singen aus, das ist das, was du gerade brauchst, / dann komm und sing mit uns dein Halleluja!“

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    news-25661 Tue, 17 Nov 2020 19:22:30 +0100 Sie sind "Unvergessen" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/sie-sind-unvergessen-25661/ Der Buß- und Bettag ist Anlass an die zu erinnern, an die im Leben und im Sterben kaum gedacht wurde: Die Kirchen feiern zusammen mit Diakonie und Caritas einen Gedenkgottesdienst  für anonym Bestattete, Verstorbene der Wohnungshilfe und Verstorbene ohne Angehörige. Um 9:30 Uhr vor dem... Immer mehr Menschen erhalten eine anonyme Bestattung, die das Ordnungsamt organisiert. Dabei gibt es für Nahestehende keine Möglichkeiten zum Abschiednehmen. In diesem Jahr sind allein 70 Menschen aus der Wohnungslosenszene verstorben, doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. In diesem jahr verzeichnete die Stadt Hannover 352 Bestattungen "von Amts wegen". Anonym, meistens nach Einäscherung, ohne Angehörige, ohne Vertreter*innen von Kirchen auf dem letzten Gang. Die Lage des Grabes bleibt unbekannt.

    In einer ökumenischen Andacht wollen Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes und Propst Christian Wirz am Morgen des Buß- und Bettags, 18. November, vor dem Kontaktladen Mecki in der Passerelle der Verstorbenen gedenken (9.30 Uhr). Und damit den Freunden und Weggenossen die Möglichkeit geben, dich noch einmal Abschied zu nehmen.

    "Wir gedenken Menschen, die einsam gestorben sind", sagt Propst Christian Wirz: "Die Vorstellung, einsam sterben zu müssen, ohne dass jemand die Hand hält, hat angesichts der Corona-Pandemie und dem zeitweise absoluten Besuchsverbot im Krankenhäusern und Altenheimen, eine beklemmende Aktualität bekommen." Aber Einsamkeit dürfe nicht zum vollständigen Vergessen führen. Daher der Gottesdienst: "Wir möchten damit zum Ausdruck bringen, dass Menschen vor Gott und in unseren Herzen unvergessen sind. Sie haben einen Namen."

    Gestaltet wird die Andacht von Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes, Propst Christian Wirz, Diakon Ingo Langner, der Religionspädagogin Ulrike Branahl sowie den Sozialarbeitern*innen Pascal Allewelt und Monika Nordhorn. Es wird ein Kreuz auf Tüchern draußen liegen, darauf werden die Andachtsteilnehmer*innen Kerzen abstellen können.

    Ökumenische Trauerandacht am Mittwoch, 18. November 2020 um 9:30 Uhr vor dem Kontaktladen Mecki, Raschplatz 8c in Hannover.

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    news-25609 Wed, 11 Nov 2020 20:02:00 +0100 Der Vorteil von Vielfalt https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/der-vorteil-von-vielfalt-25609/ Viele Nationen, viele Kulturen: Hannover ist eine internationale Stadt. Mit der Jugendreferentin Hien Vu und mit Marilu Salvaggio im Freiwilligen Sozialen Jahr bildet das Tabor diese Vielfalt jetzt auch bei den Mitarbeitenden ab. Eine gute Nachricht vorab: Das Tabor, das jugendpastorale Zentrum der katholischen Kirche in Hannover, bleibt trotz neuer Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen offen. Die Befürchtung, dass es als Freizeiteinrichtung wieder für die Zeit der verschärften Maßnahmen schließen muss, hat sich nicht bewahrheitet. „Uns ist wichtig, dass wir unser Angebot an Hausaufgabenhilfe aufrechterhalten können“, sagt Tabor-Leiterin Schwester Birgit Stollhoff.

    Erleichterung bei auch bei Hien Vu und Marilu Salvaggio. Beide haben erst vor kurzen ihre Tätigkeit im Tabor aufgenommen. Hien Vu, 24 Jahre alt und Sozialarbeiterin, als Jugendreferentin, Marilu Salvaggio, 16 Jahre alt und mit einem noch frischen Realschulabschluss, im Freiwilligen Sozialen Dienst (FSJ). Ein jetzt wieder geschlossenes Tabor wäre für sie schlicht „ziemlich blöd“, sagen beide.

    „Nur eine Muttersprache wäre doch langweilig“

    Für Sr. Birgit ist es ein Segen, zwei engagierte Kräfte zu haben, die „einen anderen Blick auf die Kids haben, die zu uns kommen.“ Anders heißt in diesem Fall: Durch ihre eigene Geschichte die Vielfältigkeit der Kinder und Jugend widerspiegeln zu können: „Hannover ist eine internationale Stadt mit diversen Kulturen und Religionen.“ Das zeige sich auch im Tabor. „Nur eine Muttersprache wäre doch langweilig“, meint Sr. Birgit. Blickt sie auf Herkunftsländer und Kulturen, dann „bilden sich bei unseren Kids fast alle Kontinente ab.“

    Vielfältigkeit aufgreifen – das hat sich Hien Vu als Ziel gesetzt: „Es ist echt cool, was die Kinder und Jugendlichen mitbringen, aus welchen unterschiedlichen Lebenslagen sie kommen.“ Geboren in Wildeshausen ist sie in einer freikirchlich-vietnamesischen Gemeinde groß geworden, hat dort später Jugendstunden angeboten und Freizeiten organisiert: „Das ist wie Familie.“

    Nach dem Studium in Hildesheim hat sie ihr Anerkennungspraktikum beim Diakonischen Werk in der Sozialberatung gemacht. Über eine Studienkollegin wurde sie auf das Tabor-Angebot aufmerksam. Wobei: „Meine Studienkollegin und Freundin ist selbst muslimisch und engagiert sich bei der Caritas.“ Soviel zur Selbstverständlichkeit von Vielfalt.

    Ganz wichtig ist vor allem eines: Zuhören

    In ihrem ersten Monat im Tabor hat Hien Vu vor allem zugehört: „Was wünschen sich die Kinder und Jugendlichen, worauf haben sie Lust, was möchten sie angehen.“ Hilfreich war, dass sie bereits bei der Herbstferienwoche im Tabor dabei sein konnte: „Da haben wir schon paar gute Aktionen machen können.“

    Auch für Marilu Salvaggio, war die Herbstferienwoche ein guter Einstieg: „Klar, auch anstrengend, aber das hat doch viel Spaß gemacht.“ Nach ihrem Abschluss an der katholischen Ludwig-Windthorst-Schule stand für die 16-Jährige eine Frage im Raum: „Ausbildung oder doch was anderes?“ Sie entschied sich für etwas anderes, für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Das Tabor kannte sie schon: „Bei meinem Firmkurs in der italie­nischen Mission haben wir einen Tagesausflug hierher gemacht.“

    Zurzeit sind zuhören und reden, natürlich hinter eine Maske, ihre Hauptaufgaben: „Ich bin ja nicht viel älter als die meisten, die hier ins Tabor kommen.“ Vielleicht wird Marilu Salvaggio da ein bisschen zur großen Schwester. Es gibt so viele Fragen zur aktuellen Situation. Auch wenn sie nicht unbedingt eine Antwort hat, weiß Marilu Salvaggio doch, wie wichtig ein offener Ort ist, an dem einfach das ausgesprochen werden kann, was die Kinder und Jugendlichen bewegt.

    Ihre erste Idee für ein Projekt kann sie aber noch nicht umsetzen: „Eine Tanzgruppe geht gerade nicht.“ Aber es gibt ein anderes Vorhaben, das angegangen wird, ergänzt Hien Vu: „Wenn wir im Tabor schon so international sind, können wir genau diese Vielfältigkeit zum Thema machen.“ Aber auch hier hängt es davon ab, was angesichts von Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen möglich ist. „Da wird uns schon, was einfallen“, ist sich Hien Vu sicher.

    Zur Sache: Aktuell mögliche Angebote im Tabor

    Das Tabor ist in Sichtweite des Neuen Rathauses in Hannover zu finden – in der Hildesheimer Straße 32 (30159 Hannover). Das Café Tabor ist von montags bis donnerstags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Das Hausaufgabenprojekt lern.bar wird von montags bis donnerstags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr angeboten und ist kostenlos.

    Weitere Angebote laufen derzeit nur eingeschränkt – bitte im Tabor anfragen. Jugendliche können einfach so vorbeikommen, eine Anmeldepflicht besteht für die Lern.bar. Weitere Infos unter www.jupa-hannover.de oder E-Mail: tabor(ät)jupa-hannover.de

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    news-25610 Wed, 11 Nov 2020 19:29:02 +0100 Für ein Netzwerk der Nächstenliebe https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/fuer-ein-netzwerk-der-naechstenliebe-25610/ Schirmherr besucht Beschirmte: Im Rahmen seiner Pastoralreise durch Hannover war der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer bei der Malteser Migranten Medizin (MMM) Hannover zu Gast – wenn auch außerhalb der Sprechstunden. An 20 Standorten in Deutschland behandeln Ärztinnen und Ärzte der Malteser ehrenamtlich Menschen ohne Krankenversicherung, von denen viele illegal in Deutschland sind und ohne die MMM nicht wüssten, wohin sie bei Krankheit und Schmerzen gehen sollten. Dass der jeweilige Bischof die Schirmherrschaft über die MMM-Ambulanzen in seinem Bistum übernimmt, ist ein gut gepflegter Brauch – so auch in Hannover. Nach seiner Bischofsweihe im September 2018 hat der Hildesheimer Bischof von seinem Vorgänger Norbert Trelle die Schirmherrschaft über die MMM Hannover übernommen und war nun zum ersten Mal in der Ambulanz zu Gast, wenn auch außerhalb der Sprechstunde.

    Begleitet wurde der Bischof von Projektleiter Dr. Michael Lukas sowie Raphael Ebenhoch, Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Hildesheim, und Nadica Paunovic, die die MMM als Sozialarbeiterin der Caritas unterstützt. Aufgrund der Coronapandemie hatte die Bistumsleitung beschlossen, auf Gespräche mit Ehrenamtlichen zu verzichten und sich nur mit hauptamtlichen Mitarbeitern zu treffen.

    Interessiert ließ sich Wilmer die gute technische Basisausstattung der MMM erklären, die größtenteils von Spendern finanziert wurde und lobte die Arbeit der MMM als gelebtes Christentum. Besonders beeindruckt zeigte sich das Bistumsoberhaupt von der starken Vernetzung der MMM mit den niedergelassenen Ärzten Hannovers und den medizinischen und sozialen Einrichtungen der Stadt. „Weben Sie ein Netzwerk der Nächstenliebe“ gab der Bischof den Verantwortlichen mit auf den weiteren Weg.

    MMM-Ambulanzen sind eine Einrichtung des Malteser Hilfsdienstes. Die erste wurde 2001 in Berlin eröffnet. Inzwischen gibt es solche Sprechstunden in 20 deutschen Städten, seit 2007 auch in Hannover. Dort engagieren sich zurzeit fünf Ärztinnen und Ärzte ehrenamtlich sowie eine Hebamme. Kosten werden durch Spenden, einen Zuschuss von Stadt und Region Hannover sowie Eigenmittel der Malteser getragen.

    Sprechstunden der MMM Hannover sind dienstags von zehn bis zwölf Uhr im Keller des Caritashauses, Leibnizufer 13-15, 30169 Hannover.

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    news-25567 Fri, 06 Nov 2020 15:17:17 +0100 Alt – aber viel wert https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/alt-aber-viel-wert-25567/ Sie füllen Schubladen – ausgediente Mobiltelefone. Aber sie sind alles andere als nutzlos. Warum? Das zeigen die katholische Hilfsorganisation missio sowie die Gemeinden St. Heinrich und St. Godehard in Hannover. Sie gelten als Schrott – alte, ungenutzte Mobiltelefone, die zahllose Schubladen landauf, landab in dieser Republik füllen. Nach Schätzungen des IT-Verbandes Bitkom sind das etwa 124 Millionen Handys. Lahmer Akku, fehlende Aktualisierung, angeknacktes Display oder das neue Modell ist einfach schicker: Schublade auf, Telefon rein, vergessen.

    Aber in den Altgeräten stecken wertvollen Rohstoffe. Pro Telefon mag das wenig klingen. Je nach Modell sind es um 300 Milligramm Silber und 30 Milligramm Gold, im Akku stecken noch mal um sechs Gramm Kobalt. Doch mal 124 Millionen Altgeräte gerechnet ergibt sich eine enorme Menge an Rohstoff. Deshalb sammelt die kirchliche Hilfsorganisation missio seit Jahren alte Handys. Bislang hat missio 167000 Altgeräte gespendet bekommen. Insgesamt befinden sich darin 3,7 Kilogramm Gold. Der Erlös wird von missio in zahlreiche Hilfsprojekte, vor allem in der Demokratischen Republik Kongo investiert.

    Drei Gründe für die Aktionswoche

    Zwischen dem 7. und 15. November können auch in der Innenstadt von Hannover an vielen Stellen in der Innenstadt, alte Handys zugunsten von missio abgegeben werden – während der "Woche der Goldhandys". Die Initiative geht dabei von den Pfarreien St. Heinrich und St. Godehard aus, angestoßen hat das Projekt die „Diakonia St. Clemens“. „Es sind vor allem drei Gründe, weshalb wir quer durch die Innenstadt Sammelboxen aufgestellt haben“, erläutert Diakonia-Sprecher Egbert Biermann.

    Erstens: „Die Wiederverwertung von begrenzen Rohstoffen.“ Der Projektpartner von missio, „Mobile Box“, recycelt die enthaltenen Rohstoffe und bereitet jedes noch nutzbare Gerät zur Wiederverwertung auf. Für jedes Handy erhält die Hilfsorganisation einen Anteil des Erlöses.

    „Dieser Erlös für die Aktion Schutzengel ist unser zweiter Grund“, betont Biermann. Vor allem werden mit dem Erlös von bis zu zwei Euro pro Handy Projekte in der demokratischen Republik Kongo unterstützt. Das hat mit einem Rohstoff zu tun, ohne den kein Mobiltelefon (aber auch keine Kameras, Tablets, Laptops und Flachbildschirme) auskommt: Coltan. Wieder gilt, pro Gerät ist es wenig, der der Menge enorm. Die weltweit größte Menge des Erzes wird in der DR Kongo gefördert.

    Am Rohstoff klebt Blut

    Aber es klebt Blut an dem Rohstoff. Coltan gilt als Konfliktmineral. Viele Minen im Osten des Kongos stehen unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen, die sich aus den Gewinnen finanzieren. Die Arbeitsbedingungen sind menschenunwürdig: Im Kongo bauen ein bis zwei Millionen Menschen „selbstständig“ in Minen Rohstoffe wie Coltan ab. Am Ende jedes Tages verkaufen sie ihre kümmerliche Ausbeute Rohmaterial an die Händler in den Minendörfern. Ihre „Ausrüstung“ kaufen sie selber, ebenso wie die Konzession zu graben. Sicherheitsvorkehrungen, Arbeitsschutz oder gar Unfallversicherung? Fehlanzeige. Familien werden so in Ausbeutung und Armut getrieben.

    „Genau hier engagiert sich missio“, betont Biermann. Die Hilfsorganisation unterstützt durch die Aktion Schutzengel Menschen in den Konfliktgebieten psychologisch, medizinisch, juristisch und wirtschaftlich. Gleichzeitig setzt sich missio für saubere Handys ein, bei denen Hersteller auf Konfliktmineralien verzichten.

    „Damit setzen wir drittens einen Beitrag christliche Verkündigung im Hier und Heute sichtbar zu machen“, unterstreicht Biermann. Jede Spendenbox informiert auch über die politischen wie sozialen Folgen des Coltan-Abbaus im Kongo. Und über Möglichkeiten zur Hilfe: Mit jedem Handy unterstützen wir die Arbeit der missio Projektpartnerin Thérèse Mema in der DR Kongo, die sich in diesem von kriegerischen Auseinandersetzungen zerrissenen Land um vergewaltigte Frauen kümmert, damit sie sich trotz dieser Gewalttat eine Lebensperspektive erarbeiten“, sagt Biermann.

    Aktionsboxen finden sich zu Gottesdienst- und Büozeiten in St. Heinrich, St. Elisabeth, St. Clemens und St. Godehard. Außerdem im Landesmuseum Hannover, der Buchhandlung Marktkirche, der Thalia Buchhandlung, der Buchhandlung Hugendubel, der Evangelisch-reformierten Kirche, der Neustädter Hof- und Stadtkirche, der Roland-Apotheke in Hannover-Kirchrode, dem Tauschtreff Hannover, dem [ka:punkt], dem Tagungshaus St. Clemens und im GEA-Laden in der Südstadt.

     

     

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    news-25550 Wed, 04 Nov 2020 18:03:54 +0100 "Terror und Mord haben keine Religion" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/terror-und-mord-haben-keine-religion-25550/ "Terror und Mord haben keine Religion" erklären Dr. Hamideh Mohagheghi und Superintendent Thomas Höflich als Sprecher*innen des Rates der Religion in Hannover angesichts der Attentate, Anschläge und Morde in Nizza, Paris und jetzt Wien. Die Verbrechen dienen dem Ziel, die Gesellschaft zu... Der Text im Wortlaut:

    Erklärung zu den Terroranschlägen in Nizza, Paris und Wien

    Fassungslos und erschüttert hören wir in kurzen Abständen von grausamen Morden und Attentaten in Nizza, Paris, Kabul, Dresden und Wien. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, ihren Familien, den Einsatzkräften und allen Menschen, die wegen dieser barbarischen Attentate in Sorge und Trauer sind.

    Wir, die Vertreter und Vertreterinnen der Religionen im Rat der Religionen Hannover verurteilen entschlossen und aufs Schärfste diese Verbrechen, die auch dem Ziel dienen, die Gesellschaft zu spalten und Ausgrenzung und Hass zwischen Menschen zu säen. Wir hoffen auf besonnenen und konsequenten Widerstand gegen derartige Verbrechen sowie gegen die Ideologien, die Menschen dazu verleiten.

    Die Attentäter bekennen sich vermeintlich zum Islam. Sie meinen, dass sie im Namen dieser Religion handeln. Wir sagen: Terror und Mord haben keine Religion. Die Muslime im Rat der Religionen Hannover widersprechen entschieden jedem Versuch, den Islam zur Begründung von Terror und Gewalt zu missbrauchen. Wer das tut, handelt nicht islamisch, sondern verrät den Islam.

    Vermeintlich religiös motivierte Gewalt entsteht zuerst in Gedanken. Dann findet sie Ausdruck in Worten. Schließlich entwickelt sie sich zu einer gefa?hrlichen Ideologie. Es ist unser aller Verantwortung, dieser Entwicklung aufmerksam, bedacht und entschieden entgegenzuwirken. Dazu braucht es ein gemeinschaftliches Handeln in Aufklärung und Prävention, das so früh wie möglich einsetzt.

    Als Rat der Religionen Hannover bekennen wir uns zu den Werten und Zielen des Grundgesetzes, insbesondere zu den Grundrechten und zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Wir setzen uns für die Verwirklichung dieser Werte und Ziele ein. Es ist unser Ziel, durch Begegnung, Bildung und Austausch gemeinsam eine von Respekt und Wertschätzung geprägte Kultur des Zusammenlebens zu fo?rdern. Terror und Grausamkeiten gegen die Menschlichkeit werden uns an diesem Vorhaben nicht hindern.

    Für den Rat der Religionen Hannover

    Dr. Hamideh Mohagheghi
    Thomas Höflich

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    news-25542 Tue, 03 Nov 2020 18:51:01 +0100 Wenn der Saal zum Schulraum wird https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wenn-der-saal-zum-schulraum-wird-25542/ „LernRaum“ in den Herbstferien: Ein gemeinsames Projekt der Gemeinde St. Joseph in Hannover und der katholischen Bonifatiusschule – mit Deutsch, Mathe und jeder Menge Apfel und Pfefferminz als Tee. Der große Saal im Forum St. Joseph, dem Veranstaltungszentrum der gleichnamigen Gemeinde in Hannover-List: 15 Grundschüler*innen sitzen beisammen. Jahrgangsweise sortiert an vier Tischen, mit dem notwendigen Abstand. Und es ist leise. Konzentriert. Bleistifte kratzen über das Papier, die Köpfe sind über die Arbeitshefte gebeugt. Tief, sehr tief …

    Es sind nicht leichte Aufgaben zu bewältigen. Zum Beispiel: 96 minus 68. Schnell im Kopf ausrechnen, um die Mathespirale zu Ende zu führen. Oder Sachaufgaben, die sich generationenübergreifend einer besonderen Beliebtheit in der Schule erfreuen: „Es sind zwei mal fünf Spieler auf dem Spielfeld“, steht auf dem Blatt Papier. Bitte in eine Frage umsetzen, die Rechnung in Ziffern ausstellen und in einem ganzen Satz beantworten.

    Stichwort Spielfeld, diesmal für Deutsch: Was ist denn der Unterschied zwischen faul und Foul? Klingt doch gleich. Zumindest ähnlich klingen auch Hilda und Helga. Sie sehen auch gleich aus. Zwillinge. Zaster mit Nachnamen und Geldfälscherinnen. Aber wer ist wer? Dazu muss ein Text sorgsam gelesen werden.

    Das alles – und vieles mehr – machen die Kinder eine Woche in den Herbstferien. Freiwillig. Und mit viel ehrenamtlicher Unterstützung. Zusammen mit Brunhilde Koopmann und Heike Okonek hat Thea Heusler das Projekt in St. Joseph angestoßen. Viele Jahre hat sie sich bei der Caritas Hannover hauptberuflich um die Bildungschancen von Kindern gekümmert. Jetzt im Ehrenamt: „LernRäume geht auf eine Initiative der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände zurück.“ Das Projekt wird vom Land Niedersachsen und der neuen Initiative „Niedersachsen hält zusammen“ unterstützt. Im Fall von St. Joseph engagiert sich auch der Förderverein der Gemeinde.

    Lernstoff aufholen oder nochmal üben

    Die Idee: Während der Ferienzeiten in Gemeinderäumen Bildungsangebote für Kinder machen, damit sie Lernstoff aufholen oder nochmal üben können. Denn schließlich musste in den Schulen im Frühjahr und Sommer lange auf Unterricht in den Schulen verzichtet werden: „Längst nicht alle Kinder hatten zu Hause gute Lernbedingungen“, sagt Thea Heusler.

    Raum hat St. Joseph, für das Lernen sorgt zum einen die Kooperation mit der Bonifatiusschule. Für jedes Kind haben die Lehrerinnen der Schule einen individuellen Plan mitgegeben. Zum anderen steckt viel ehrenamtliche Kraft im Projekt: Schülerinnen der zur Caritas gehörenden Elisabeth-von-Rantzau-Schule in Hildesheim beispielsweise, an der Erzieher*innen und Sozialassistent*innen ausgebildet werden. Ebenfalls mit dabei: Studentinnen der Uni Hannover, zwei Frauen, die Erfahrungen in der Hausaufgabenbetreuung in der Grundschule haben und Gillian, die selbst noch Schülerin ist – in der Oberstufe des katholischen Gymnasiums St. Ursula. Rechnerisch kommt so eine Hilfe auf 1,5 Schüler*innen.

    „Täglich kommt auch eine Lehrkraft vorbei, um zu gucken, wie’s läuft“, berichtet Heusler. Heute ist es Felizitas Teske, die Rektorin, die übrigen auch etwas Nervennahrung für ihre Schüler*innen mitgebracht hat: „Das ist ein tolles Projekt, das die Eltern als wirkliche Bereicherung erleben.“

    „Nett“. Pause. „Sehr, sehr nett“. Mehr Lob geht nicht

    Und die Kinder? Stress, Spaß oder beides? „Unsere Erzieherinnen“, wie Elisabeth, Schülerin der zweiten Klasse das Team nennt, „sind nett.“ Kurze Pause: „Sehr, sehr nett!“ Das Ausrufezeichen ist ihr anzuhören. Gefällt ihr das Projekt? „Ja, es macht Spaß.“ Wieder eine Pause: „Es macht ganz, ganz viel Spaß!“ Mehr Lob geht nicht. Jetzt aber ab nach draußen: Denn zum LernRaum gehört auch Spiel und Bewegung. „Finde ich gut, dass wir hier miteinander toben können“, sagt Elisabeth. Das vermisst sie manchmal in den Ferien.

    Für Johanna und Lena, die beide Lehramt studieren (einmal Deutsch, einmal Mathe, beide Male Religion) ist der LernRaum auch eine gute Sache: „Wir haben im Studium wenig Gelegenheit so intensiv mit Kindern zu arbeiten.“ Erst recht mit Kindern aus der Grundschule: „Das ist schon was anderes.“ Das fordere auch, weil die Kinder spontan und direkt sind. Manchmal wollen die Mädchen und doch etwas mehr die Jungs einfach testen, wie weit sie gehen können. „Ganz normal“, finden Johanna und Lisa, „gehört dazu, wir waren früher auch nicht anders.“ Johanna ist 22 Jahre alt, Lena ein Jahr älter.

    Sollte der „LernRaum“ wiederaufgelegt werden, wären beide nach Möglichkeit wieder dabei: „Wir merken doch, wie gut das den Kindern tut.“ Dazu gehört, dass das Angebot eben nicht in der eigenen Schule, sondern auf anderem Terrain stattfindet, dem der Kirche.: „Das macht es anders und besonders.“

    Wachs, Öl und die drei Smileys

    Jenny und Lisa, 20 und 23 Jahre alt, gehören zur Elisabeth-von-Rantzau-Schule und wollen Erzieherinnen werden: „Das ist wirklich toll mit den Kindern“, sagen beide. Der Kontakt ist intensiv, die Angebote werden mit Begeisterung angenommen. Das betrifft nicht nur das Üben von Deutsch, Mathe und Sachkunde, von Zaster fälschenden Seniorinnen, Mannschaften auf dem Spielfeld und Rechenspiralen. Die beteiligten Rantzau-Schülerinnen gestalten noch ein zusätzliches spielpädagogisches Angebot – zum Beispiel eine Lava-Lampe. Mit Wachs und Öl, mit großen Augen und mit Wissensdurst: „Die Kinder haben schnell rausgefunden, wie das funktioniert.“

    Für ihre Projekte im Projekt werden die Rantzau-Schülerinnen dann von ihren Lehrer*innen bewertet. Später. Denn vorher gibt es ein härteres, direktes Urteil. Nicht nur für die kleinen Projekte, sondern für den so anderen Schultag im Lernraum – von den Kindern. Jeden Tag gibt es bei der Schlussrunde drei Smileys zur Auswahl: Rot mit nach unten hängenden, grün mit nach oben zeigenden Mundwinkeln. Dazwischen gelb, ohne Winkel, nur als Strich. „Wir freuen uns, wenn die Kinder bei der Schlussrunde die lachenden Smileys zeigen“, sagen Jenny und Lisa. Dann hat’s gefallen. Zur Beruhigung: Bisher gibt’s nur grüne …

    Noch etwas gefällt den Kindern: Einen Teebeutel nehmen und heißes Wasser in eine Tasse zapfen. So wie’s die Erwachsenen machen. Mit Sorgfalt, zum groß fühlen. So kommt zu Deutsch, Mathe und Sachkunde, zu Lava-Lampen und Toben auch noch jede Menge Tee. Gut gegen Durst und genauso gut für das Vertrauen in sich selbst. Kein Wunder, dass beim Abschiedsgeschenk für die Kinder Teebeutel dabei sind. Mehr Lob geht nicht.

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    news-25479 Wed, 21 Oct 2020 22:36:00 +0200 "Die Gesellschaft ist sensibler geworden" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/die-gesellschaft-ist-sensibler-geworden-25479/ Weiterhin gibt es eine hohe Anzahl an "Inobhutnahmen" von Kindern und Jugendlichen durch die Jugendämter. Wie ist das zu bewerten? Nachfragen an Petra Hesse, Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe St. Joseph in Hannover. Statistisch wird ein Rückgang der Inobhutnahmen vermeldet, begründet allerdings durch den Rückgang bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Ist also der Trend zu mehr Inobhutnahmen aus sozialen Gründen ungebrochen?

    Es gibt durchaus durchgehend eine große Anzahl von Inobhutnahmen. Wir selbst können maximal zwei Kinder pro Gruppe im Obhut nehmen. Die Anfragen vom Jugendamt, Kinder in Obhut zu nehme, kommen stetig. Der Trend ist unserer Einschätzung nach tatsächlich weiter ungebrochen.

    Mit 38 Prozent wurden die meisten Schutzmaßnahmen wegen Überforderung eines oder beider Elternteile getroffen. Schauen Jugendämter genauer hin als früher?

    Die Jugendämter haben immer schon genau hingeschaut – wenn sie denn entsprechende Informationen hatten. Es hat sich etwas anderes verändert: Nachbarn sind sensibler geworden, Kindergärten und Schulen sind per Gesetz angehalten bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung aktiv zu werden, zwischen Ärzten und Jugendamt gibt es eine verbindliche Kooperation im Hinblick auf Kindeswohlgefährdung. So gelangen mehr Hinweise an das Jugendamt. Zum Beispiel, dass die Eltern nie zu Hause sind oder die Kinder schreien. Oder Nachbarn berichten, was sie unter Umständen von den Kindern selbst gehört haben. Dann kann das Jugendamt aus Sorgfalt tätig werden. Nicht zuletzt ist die Bevölkerung durch verschiedene Skandale um Missbrauch oder Vernachlässigung wach geworden. Die Haltung ‚Das geht mich nichts an‘ hat abgenommen.

    Wenn von Überforderung oder Anzeichen von Vernachlässigung gesprochen wird: Was muss man sich darunter vorstellen?

    Da fällt zuerst der Blick auf die Kinder: Sie verändern sich. Sie werden stiller, ziehen sich zurück oder werden aggressiver. Die Eltern dagegen sind nicht ansprechbar, reagieren nicht auf Anfragen. Anzeichen können auch Kleinigkeiten sein. Die Kinder sind nicht mehr dem Wetter angemessen angezogen oder haben ständig Hunger. Meistens hat sich bei Vernachlässigung die Familiensituation verändert. Das kann viele Gründe haben: Suchtprobleme wie Drogen oder Alkohol, psychische Belastungen oder Schwierigkeiten in der Partnerschaft. Wenn die Eltern sich trennen, leiden die Kinder. Jugendliche wenden sich auch selbst an das Jugendamt und sagen, dass etwas nicht stimmt.

    Werden Sie auch hier in St. Joseph angerufen?

    Ja, das kommt vor. Wir werden durchaus aus der Nachbarschaft angerufen, informiert, was vorgefallen ist und gefragt, ob wir etwas tun können. Selten kommen auch direkt Jugendliche und klingeln. Wir verweisen dann an das Jugendamt und das Jugendamt unternimmt dann die notwendigen Schritte. Das ist auch gut so.

    Wie nehmen Sie in St. Joseph Kinder in Obhut?

    Die Anfrage kommt immer durch das Jugendamt. Wir haben verschiedene Gruppen: Für Mädchen, für Jungs, für Jüngere, für Ältere, für Jugendliche, die gerade in der Verselbständigung sind. Faktisch haben wir zehn Plätze für eine Inobhutnahme, verteilt auf fünf Gruppen. Wenn die Plätze in einer Gruppe bereits besetzt sind, können wir natürlich niemanden aufnehmen.

    Was heißt in Inobhutnahme genau?

    Inobhutnahme bedeutet die Unterbringung des Kindes zu seinem Schutz in einer akuten Gefährdungssituation. Das ist der Grundsatz. Je nach Situation, wissen die Eltern, wo ihre Kinder untergebracht sind. Oder sie wissen es nicht. Dann gibt es aber gute Gründe dafür, Kinder so zu schützen. Was folgt ist die eigentliche Arbeit. Die Situation muss vom Jugendamt analysiert werden, durch Gespräche mit den Kindern, den Eltern, dem Umfeld. Und auch mit Ärzten.

    Das macht das Jugendamt?

    Ja, das ist Aufgabe der Behörde. Wir unterstützen das Jugendamt dabei, wenn wir den Auftrag dazu erhalten. Das ist je nach Situation unterschiedlich. Wir sprechen viel mit den Kindern, wir beobachten, wir kümmern uns – und geben unsere Erfahrungen weiter. Unser Hauptanliegen ist, dass es den Kindern besser geht, dass sie ein gutes Umfeld haben. Doch welche Entscheidungen für den weiteren Verlauf getroffen werden, liegt beim Jugendamt.

    Welche Entscheidungen können das sein?

    Das ist ganz unterschiedlich. Es kann sein, dass Kinder und Eltern schnell wieder zusammenkommen, weil ein eskalierter Konflikt gut beigelegt wird. Dann sind die Kinder vielleicht nur drei oder vier Tage bei uns. Die andere Möglichkeit ist, dass Eltern gezielt Hilfe bekommen und die Kinder so lange bei uns bleiben, bis es für die Familie wieder eine gemeinsame Perspektive gibt – auch mit weiteren unterstützenden Maßnahmen. Und es gibt die Fälle, in denen sich Eltern und Jugendamt nicht einig werden. Dann wird das Familiengericht eingeschaltet und bis zur Klärung erfolgt die stationäre Aufnahme.

    Solche Fälle kennen Sie auch in St. Joseph?

    Natürlich. Das sind Situationen, in denen Eltern völlig überfordert sind. Trennungen spielen da häufig eine Rolle. Aber in dem Moment, in dem ein Kind bei uns aufgenommen wird, beginnt die Elternarbeit. Für jeden Einzelfall wird ein Konzept entwickelt. Manchmal ist es gut, wenn Eltern und Kinder strikt getrennt werden, manchmal bahnen wir schon früh wieder Kontakt an. Wie gesagt: Das ist in jedem Einzelfall anders.

    Übernehmen Sie dann die Rolle der Eltern?

    Wir sind kein Elternersatz. Wir begleiten Kinder, wir kümmern uns um sie, aber wir können und wollen keine Elternrolle einnehmen. Deshalb ist unser Ansatz, dass es wieder zu einem Kontakt zu den Eltern kommt. Aber auch das sieht in jedem Einzelfall wieder unterschiedlich aus. Manche Kinder und Jugendliche gehen nach einem langen Prozess wieder nach Hause. Andere wechseln in unsere Verselbständigungsgruppe, beenden die Schule, machen eine Ausbildung, finden eine Wohnung oder Wohngemeinschaft – haben aber irgendwie wieder einen Draht zu ihren Eltern aufgebaut. Das ist ein bisschen idealtypisch, aber darauf möchten wir mit Kindern und Jugendlichen hinarbeiten.

    Hinweis: Die Kinder- und Jugendhilfe St. Joseph in Hannover-Döhren. gehört zur Stiftung Katholische Kinder- und Jugendhilfe im Bistum Hildesheim.

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    news-25478 Mon, 19 Oct 2020 22:22:00 +0200 Pfadfinder putzen Neustadt raus https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/pfadfinder-putzen-neustadt-raus-25478/ „No waste – ohne Wenn und Abfall“: Katholische Georgs-Pfadfinder*innen aus Neustadt am Rübenberge sammeln bei Aktionstag 70 Kilo Müll. Ärmel hochkrempeln und los gings: 16 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Neustadt fanden sich in den Herbstferien auf dem Marktplatz ihrer Stadt ein. Der Ortsrat hatte zum „großen Rausputz“ aufgerufen. Die jungen Menschen der DPSG aus der Gemeinde St. Peter und Paul mussten nicht lange überzeugt werden. Drei Stunden lang waren sie auf einem Abenteuer-Spielplatz und rund um den Krankenhaus-Teich mit Zangen, Handschuhen und Müllsäcken unterwegs. Auf Wegen und in Gebüschen fanden sie allerlei hässliche Hinterlassenschaften: Plastikverpackungen, Reifen, Glasflaschen, Kronkorken, Autoteile, Einwegbecher, jede Menge Zigarettenkippen und sogar eine defekte Heckenschere lagen in der Natur. Insgesamt kamen alleine in diesem Gebiet rund 70 Kilogramm Müll zusammen – die anderen Gruppen nicht mitgerechnet.

    Als kleiner Dank wartete am Marktplatz ein Imbiss auf die Müllsammler. Außerdem gab es für alle als Erinnerung einen Aufnäher für die Kluft. Passenderweise lautet nämlich die aktuelle Jahresaktion der DPSG „No waste – ohne Wenn und Abfall“. So sammeln in ganz Deutschland Pfadfinder-Stämme Müll und machen sich Gedanken zur Vermeidung und zu Nachhaltigkeit. Schon auf der Stammesversammlung Anfang März wurde unter anderem beschlossen, für Aktionen keine Einweg-Plastikflaschen mehr zu kaufen – ganz nach dem Pfadfindergesetz „Als Pfadfinder*in lebe ich einfach und umweltbewusst.“

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    news-25477 Fri, 16 Oct 2020 22:05:00 +0200 Zum Lernen geht's zur Kirche https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/zum-lernen-gehts-zur-kirche-25477/ "LernRäume" für Grundschüler*innen in den Herbstferien: Gemeinsamen Projekt der Gemeinde St. Joseph und der katholischen Bonitaiusschule in Hannover. "LernRäume" für Grundschüler*innen in den Herbstferien: Gemeinsamen Projekt der Gemeinde St. Joseph und der katholischen Bonitaiusschule in Hannover. „Kein Kind darf verloren gehen“: Für Thea Heusler ist das nicht nur ein schnell dahin gesagter Satz. Es ist ihr Ernst damit. Die Erzieherin und Sozialarbeiterin hat fast zwei Jahrzehnte den Bereich Kinder, Jugend und Familie beim Caritasverband Hannover geleitet. Zusätzlich hatte sie noch die Geschäftsführung der Trägergemeinschaft der katholischen Kindertagesstätten in der Region Hannover inne. Jetzt im Ruhestand hat sie ein Kooperationsprojekt zwischen der katholischen Bonifatiussschule und der Pfarrei St. Joseph im Stadtteil List mit angestoßen: „LernRäume“.

    Thea Heusler erinnert an den langen Ausfall von Unterricht in der Hochphase der Corona-Pandemie: „Das hat bei einigen Kinder dazu geführt, dass der Schulstoff nur zum Teil erarbeitet werden konnte.“ Jetzt sollen mit diesem Projekt in der zweiten Woche der Herbstferien diese Lücken gefüllt werden.

    15 Kinder aus dem Jahrgängen 2-4 werden dabei in den Räumen des Forum St. Joseph betreut und gefördert: „Unser Ziel ist es neben dem Nachholen fehlender Unterrichtsinhalte in Deutsch, Mathe oder Sachkunde, vor allem mit den Kindern viel Spaß zu haben und ihnen viel Aufmerksamkeit zu geben.“ Möglich wird das durch großes ehrenamtliches Engagement, sowohl aus der Pfarrei als auch durch Schüler*innen der Elisabeth-von-Rantzau-Schule, eine berufsbildende Schule des Diözesancaritasverbandes in Hildesheim, an der Sozialassistent*innen und Erzieher*innen ausgebildet werden.

    Großes ehrenamtliches Engagement

    „Durch dieses große Engagement können wir vier Kleingruppen bilden und zusätzlich bei Bedarf Kindern alternative Angebote machen, wie basteln, vorlesen, Spiel und Sport“, betont Thea Heusler. Aber so ist es im Sinne von Ganzheitlichkeit von Bildung aber auch möglich „miteinander zu philosophieren, vom Glauben an den lebendigen Gott zu erzählen und dafür Erfahrungsräume zu eröffnen, ebenso wie mit dem Glauben anderer Religionen bekannt zu machen.“ Von den Lehrkräften der Bonifatiusschule hat die Initiative je Kind jeweils ein Lernpaket bekommen, das die Grundlage für die Woche bilden wird.

    Aber warum im Pfarrzentrum und nicht in der vertrauten Schule? Thea Heusler verweist auf einen hilfreichen Ortswechsel, der einen neuen Blickwinkel ermöglicht: „Die Kinder erfahren nicht in der Schule, sondern in einem extra für sie dazu vorbereiteten ansprechenden ‚LernRaum‘ Unterstützung.“

    Die „LernRäume“ sind besondere Lern- und Freizeitangebote für Kinder in Niedersachsen: freiwillig und außerschulisch. Sie gehen auf eine Initiative der Konföderation evangelischer Kirchen und des Diakonischen Werkes in Niedersachsen gemeinsam mit den katholischen Bistümern und der Caritas in Niedersachsen zurück. Mittlerweile haben sich weitere Wohlfahrtsverbände und nichtkirchliche Einrichtungen angeschlossen. Das Projekt wird vom Land Niedersachsen und der neuen Initiative „Niedersachsen hält zusammen“ unterstützt. Im Fall von St. Joseph engagiert sich auch der Förderverein der Gemeinde.

    Weitere Infos: Lernräume für Schüler*innen (Kultusministerium) und  "Kirche schafft Lernraum" (Evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer)

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    news-25470 Mon, 12 Oct 2020 16:33:00 +0200 Weit mehr als nur auskurieren https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/weit-mehr-als-nur-auskurieren-25470/ Vom Krankenhaus wieder auf die Straße? Frauen und Männern ohne festen Wohnsitz droht dieses Schicksal. Hier bietet die Krankenwohnung der Caritas Hannover eine Anlaufstelle und Hilfe. Hannover-Kirchrode: Im Makler-Deutsch eine gehobene Wohnlage. Ruhig ist es hier. Und viel Grün. Aber alles, was man so braucht, nahe bei. Ein guter Platz, um wieder auf die Beine zu kommen.

    Das dachte sich die Caritas Hannover und mietete eine Fünf-Zimmer-Wohnung. Auf 130 Quadratmeter leben dort zeitweise fünf Frauen oder Männer, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch weiter behandelt werden müssten – ohne diese Hilfe aber auf der Straße landen. Weil sie zuvor wohnungslos waren. Unterstützung bekommt die Caritas dabei von der Region Hannover und der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung.

    Aufenthalt im Krankenhaus drastisch verkürzt

    „Wir alle wissen, dass sich die Aufenthaltsdauer in Krankenhäusern drastisch verkürzt haben“, erläutert Monika Nordhorn, Koordinatorin der Krankenwohnung und der Straßenambulanz bei der Caritas. Auskurieren – das könne man auch zu Hause, so die Logik von Fallpauschalen, die die Länge einer Behandlung im Krankenhaus vorgeben. Nur: „Wo können wohnungslose Menschen ihre Krankheiten oder die Nachwirkungen von Operationen dann auskurieren?“ Auf der Straße geht das nicht, unterstreicht Monika Nordhorn: „Schon allein kleine Schnittwunden und Infektionen können nicht behandelt werden.“

    Daher die Entscheidung, eine Krankenwohnung einzurichten. Zum Beispiel für Ralph. 51 Jahre ist er, groß, wuchtig. Aber schwerkrank. „Ende April hatte ich Schmerzen in der Brust“, erzählt er. Der Notarzt wurde alarmiert. An mehr kann er sich nicht erinnern: „Herzinfarkt, 14 Tage war ich im künstlichen Koma.“ Eine kranke Lunge hatte Ralph schon vorher.

    Nachdem er zurückgeholt wurde, stand auf einmal ein Polizist an seinem Bett. Ralphs Mitbewohner war plötzlich verstorben. Er hatte zuvor sieben Jahre in einer Wohngemeinschaft gelebt. Der Mitbewohner war deutlich älter als Ralph: „Er war verwitwet und ich habe mich ein bisschen um ihn gekümmert.“ Kränklich sei sein Mitbewohner schon immer gewesen, medizinische Hilfe habe er häufig abgelehnt. Dann war er auf einmal tot. Für Ralph kam noch ein Problem hinzu: „Er war der Hauptmieter.“ Selbst im Koma wurde die Wohnung geräumt, Ralph war auf einmal obdachlos. Nach der Reha-Klinik ist er dann Anfang August in die Krankenwohnung gezogen.

    Ralph hat sich immer so durchgeschlagen: „Jobmäßig bin ich in der Gastronomie hängen geblieben.“ Und zu viel getrunken habe er über viele Jahre auch. „Ich habe die falschen Leute kennengelernt“, sagt er. Unterstützt in der Caritas-Wohnung sucht Ralph einen Weg ins geregelte Leben zurück: wieder eine Wohngemeinschaft, eine Tätigkeit für drei Stunden am Tag – die Zeit, die er noch arbeiten kann: „Das wäre das Beste“.

    Wieder ein Ziel vor den Augen

    Jan ist 15 Jahre älter. „45 Jahre habe ich gearbeitet, als Handwerker, dann als Bauleiter“, erzählt er. Geheiratet, zwei Kinder – doch die Ehe zerbricht. Jan wird etwas ziellos, wohnt in einer Pension. Er lernt eine junge Frau kennen, über 30 Jahre jünger als er. Sie ziehen zusammen, eine kleine Tochter wird geboren. „Aber der Altersunterschied war zu groß“, sagt Jan. Auf einmal steht er auf der Straße. Die Obdachlosigkeit verschweigt er – auch gegenüber seinen eigenen Kindern.

    Doch auch er ist krank: Verdacht auf Lungenkrebs, die Hüfte muss operiert werden. Im April wird er der erste Bewohner in der Krankenwohung. Nach er Reha sucht er jetzt eine kleine Wohnung: „Ich bin Rentner und das Finanzielle ist gesichert.“ Wieder ein Ziel vor Augen.

    „Die Krankenwohnung ist mehr als ausschließlich auskurieren“, sagt Monika Nordhorn: „Es geht auch darum, Orientierung ins Leben und in den Alltag zu bekommen.“ Wieder auf die Beine.

    Die Pflege übernimmt der Pflegedienst SIDA, beim Alltag hilft Regina Koepp den Bewohnern: Waschen, Verpflegung, Küche, Wohnzimmer, Bad und das eigene Zimmer sauber halten, dabei steht Regina Koepp den Bewohnern zur Seite. Tatkräftig. Freundlich und manchmal auch mit einer klaren Ansage, das gehört dazu“, wie sie berichtet. Für Ralph und Jan ist sie schlicht „die gute Fee“.

    Nähere Informationen zu den Hilfsangeboten der Caritas Hannover für wohnungslose Menschen (Tagestreffpunkt, Straßenambulanz, ambulantes Wohnen, Krankenwohnung): Kleine Gesten, große Hilfe

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