Dekanat Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de de_DE Dekanat Hannover Tue, 06 Dec 2022 02:20:39 +0100 Tue, 06 Dec 2022 02:20:39 +0100 TYPO3 EXT:news news-32178 Thu, 24 Nov 2022 17:37:21 +0100 Nachdenken über das Licht der Welt https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/nachdenken-ueber-das-licht-der-welt-32178/ Der Advent ist eine besondere Zeit im Jahr: Mit Musik und spirituellen Impulsen macht die Basilika St. Clemens Angebote für die Wochen vor Weihnachten „Komm, Licht der Welt“ – unter diesem Leitgedanken steht die Adventsmusik in der Basilika St. Clemens in der Zeit vor Weihnachten. „Musik hat gerade im Advent eine besondere Bedeutung“, sagt Francesco Bernasconi, Regionalkantor und Kirchenmusiker an St. Clemens. Nicht umsonst sind die Lieder im Advent und zu Weihnachten wahre Volkslieder. „Aber sie haben auch eine besondere Botschaft“, unterstreicht Bernasconi: „Sie verkünden die Hoffnung auf das Gute, was kommt.“ Diese Aussicht, auf das Licht, das kommt, soll gehört und gesungen werden. Daher lädt die Basilika St. Clemens im Advent zu verschiedenen Konzerten ein – und zum Mitsingen.

Auftakt ist am Samstag, 26. November, mit einer musikalischen Vesper zum 1. Advent. Mitwirken wird der Propsteichor St. Clemens unter Leitung von Francesco Bernasconi, der auch an der Orgel spielen wird: „Neben dem Chorgesang und einer Lesung möchten wir auch mit allen Teilnehmenden an der Vesper gemeinsam Adventslieder singen“, erläutert Bernasconi. Beginn ist um 18:30 Uhr. Bereits um 18 Uhr besteht die Möglichkeit zu einem Gang durch die Basilika mit Kirchenführer Bernward Kalbhenn.

Die Vesper wird auf dem YouTube-Kanal des Katholischen Kirche in der Region Hannover gestreamt 

An allen vier Adventssonntagen wird jeweils um 11:15 Uhr vorweihnachtliche Musik zu hören sein. Bei der ersten Adventsmatinee am 27. November, gastiert die Nachwuchsgruppe des Knabenchors Hannover. Die Adventsmatinee am Sonntag, 4. Dezember, gestaltet ein Solistenensemble mit der Kirchenkantate "Tritt auf die Glaubensbahn" von Johann Sebastian Bach (BWV 152). Am 11. Dezember, dem kirchlich als „Gaudete“ (= „Freue dich“) bezeichnetem 3. Advent, erklingt Musik vom Bläserchor St. Maria Rosenkranz. Die Reihe schließt mit einer Matinee zum 4. Advent am 18. Dezember, mit Anna und Francesco Bernasconi, Sopran und Orgel.

Tags zuvor, am Samstag, 17. Dezember, wird zu einer Abendmusik zum Hören und Mitsingen eingeladen. Beginn ist hier um 18:30 Uhr in der Basilika St. Clemens.

"Ausklang Freitags um eins": Auf 15 Minuten Musik und adventliche Nachdenklichkeit setzt noch eine weitere Reihe in der Basilika St. Clemens in der Vorweihnachtszeit. Jeden Freitag, 13 Uhr, wird zu einer Atempause mit ruhiger Musik, einem besinnlichen Text, Raum für Gedanken und einem Moment der Stille eingeladen. Die Leitgedanken an den Freitagen im Advent: 2. Dezember „Advent: Außerordentlich“, 9. Dezember „Advent: Außenstehend“, 16. Dezember „Advent: Ausstrahlend“.

  • Alle Veranstaltungen und Angebote finden in der Basilika St. Clemens statt (Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover)

 

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news-32159 Wed, 23 Nov 2022 16:44:00 +0100 Rat der Religionen zur Schändung muslimischer Kindergräber https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/rat-der-religionen-zur-schaendung-muslimischer-kindergraeber-32159/ Der Rat der Religionen ist entsetzt über die Schändung des muslimischen Gräberfeldes auf dem Stöckener Stadtfriedhof. Wir verurteilen diese menschenverachtende Tat aufs schärfste und hoffen, dass die Polizei die Verantwortlichen schnell ermitteln kann. Die Musliminnen und Muslime sind ein unverzichtbarer Teil der Stadtgesellschaft. Gemeinsam setzen wir uns für ein friedvolles Miteinander ein. „Es schmerzt mich sehr, dass diese Schandtat an den Gräbern der Kinder verübt wurde, und in dieser schwierigen Zeit den betroffenen Familien und der muslimischen Gemeinschaft zusätzliches Leid zugefügt wird.“ sagt Hamideh Mohagheghi, die Sprecherin des Rates der Religionen.

  • Der Rat der Religionen Hannover
    Dr. Hamideh Mohagheghi | Propst Dr. Christian Wirz
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news-32138 Tue, 22 Nov 2022 09:50:54 +0100 Lernort, Zeichen und Wohngemeinschaft https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/lernort-zeichen-und-wohngemeinschaft-32138/ Ein Lernort für die Demokratie, ein Zeichen für Toleranz und Respekt, eine Wohngemeinschaft für das friedliche Zusammenleben in Vielfalt – und jede Würdigung gilt dem nun wiedereröffneten Haus der Religionen in Hannover. Der erste Gratulant ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Neun Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind in dem seit 2005 bestehenden und nun für 1,26 Millionen Euro umgebauten früheren Athanasiuskirche in der Südstadt von Hannover beheimatet: Christen, Juden und Muslime, Hindus, Buddhisten und Bahai sowie nun auch die Aleviten, Jesiden und die Humanisten. Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist das Haus „ein Symbol für ein vielfältiges, ein offenes, ein tolerantes Deutschland.“ Es spiegele die religiöse Vielfalt wider, die es nicht nur in den großen Städten der Bundesrepublik, sondern auch in den ländlichen Regionen längst gebe.

Die Vielfalt brauche Orte der Begegnung. Im Haus der Religionen werde gemeinsam daran gearbeitet, „Vorurteile abzubauen und mit religiösen Unterschieden leben zu lernen.“ Damit sei es als interreligiöse Bildungs- und Begegnungsstätte ein „Lernort der Demokratie“, wie es ihn gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung brauche, betont Steinmeier vor über 200 Gästen zur Wiedereröffnung.

Im Herzen des Hauses befindet sich eine Ausstellung über die neun Gemeinschaften. In 2,5 mal 2,5 Quadratmetern großen begehbaren Würfeln zeigen die Gemeinschaften, was ihnen im Glauben wichtig ist, aus welchen Quellen sie schöpfen und welche Verantwortung daraus erwächst. Steinmeier hatte sich vor Beginn des Festaktes die Kuben in Augenschein genommen. „Der innerste Glaubenskern der Religion kann nicht Inhalt von Kompromissen, Mehrheitsentscheidungen oder Vermittlungsausschüssen sein“, betont er in seiner Festrede. Doch könnten Glaubenslehren zueinander sprechen und Religionen aufeinander zugehen: „Wir müssen alle immer wieder üben, einander zuzuhören, zu verstehen, zusammenzukommen – so wie Sie hier.“

Auch für Ministerpräsident Stephan Weil geht von dem Haus der Religionen eine Wirkung aus, die weit über Hannover hinausreiche: „Es ist ein Symbol von Toleranz und Respekt, in einer Zeit, in der man glaubt, das sei das, was uns am meisten fehlt." Religion, so Weil, werde auch als Mittel zum Zweck missbraucht. Daher könne man in Stadt und Region Hannover auf die Tradition stolz sein, „dass hier Religionsgemeinschaften zusammenarbeiten und Gutes tun.“ Es brauche solche Beispiele wie dieses bisher einmalige Haus der Religionen.

Hannovers amtierender Oberbürgermeister Belit Onay ist wie sein Vor-Vorgänger im Amt, Stephan Weil, Schirmherr des Hauses. Er beschreibt die besondere Bedeutung der Bildungs- und Begegnungsstätte mit einem Beispiel. In vielen Gegenden der Welt würden es unterschiedlichen Religionen nicht einmal gelingen, in einer Stadt gemeinsam zu leben: „Hier in Hannover schaffen sie es sogar, zu neunt in eine Wohngemeinschaft zu ziehen.“

In dieser WG sollen sich nun Schulklassen ein Bild von den Religionen machen, Vorträge, Konzerte, Diskussionen und Lesungen stattfinden. Alle Veranstaltungen haben aber eine zentrale Absicht. „Achtung, und Wertschätzung – darum geht es in unserem neuen Haus“, erläutert die islamische Theologin Hamideh Mohagheghi für den Trägerverein des Hauses: „Um Respekt gegenüber dem Anderssein.“

Durch den Umbau hat das Haus der Religionen mit gut 730 Quadratmeter deutlich mehr Fläche zur Verfügung. Neben dem Saal mit den zentralen Religionskuben als Dauerausstellung sind neue Seminar- und Büroräume entstanden. Künftig wird der Bundeskongress der Räte der Religionen, eine Vereinigung von Räten aus 65 Städten, hier seinen Sitz haben. Die Kosten des Umbaus wurden vom Land Niedersachsen, der Stadt Hannover, der Klosterkammer, den beiden großen christlichen Kirchen und zahlreichen privaten Spender*innen getragen.

  • Kontakt: Haus der Religionen - Zentrum für interreligiöse und interkulturelle Bildung, Böhmerstraße 8, 30173 Hannover, Internet: www.haus-der-religionen.de
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news-32114 Sun, 20 Nov 2022 23:25:56 +0100 Einladung zum Clemenstag https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/einladung-zum-clemenstag-32114/ Schon länger steht die Frage im Raum, ob und wann die Basilika St. Clemens renoviert werden kann. Über den Stand der Dinge wird am Mittwoch, 23. November, informiert. Auftakt ist um 18:30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Basilika. Die Basilika St. Clemens ist die Mutterkirche der Katholik*innen Hannover. Im November 1718 geweiht, wurde sie 1894  von Papst Leo XIII. zur Propsteikirche  und 1998 von Papst Johannes Paul II. zur Basilika erhoben.

Im zweiten Weltkrieg wurde St. Clemens zerstört und zwischen 1947 und 1957 nach Plänen des Architekten Otto Fiederling wieder aufgebaut. Seid dem hat St. Clemens die bereits im 18. Jahrhundert geplante charakteristische Kuppel. Aber ihre Innenausstattung entspricht dem Schlichtheitsideal der 1950-er Jahre.

Nachdem 2018 die Krypta renoviert und als Raum der Trauer und er Hoffnung gestaltet wurde, bleibt die Frage offen, ob auch die Oberkirche umgestaltet werden kann. Dieser Frage hat sich seit etwa        einem Jahr eine Steuerungsgruppe gewidmet, die in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen des Bistums über Ideen und Möglichkeiten nachdenkt.

"In diesem Jahr wollen wir den Clemenstag besonders begehen—und in diesem Rahmen über den Stand der Dinge informieren" sagt nun Propst Christian Wirz: " Wir sind gespannt auf Ihre Eindrücke und die Resonanz, die das bei Ihnen auslöst."   

Zu Beginn des Clemenstages am 23. November wird in der Basilika um 18:30 Uhr ein Gottesdienst gefeiert. Für 19:30 Uhr wird dann zum Gedankenaustausch in das Tagungshaus St. Clemens eingeladen.

 

  • Hinweis: Die geplante Live Übertragung auf dem YouTube-Kanal der Katholischen Kirche in der Region Hannover kann aus technischen Gründen nicht stattfinden.

 

 

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news-32123 Sun, 20 Nov 2022 14:49:00 +0100 Fußball-Stadien als Grabsteine https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/fussball-stadien-als-grabsteine-32123/ Mit einem Requiem für die Menschen, die beim Bau der Stadien für die Fußballweltmeisterschaft gestorben sind, hat die Reihe „Fußball.Macht.Gesellschaft“ in Hannover begonnen. Veranstalter sind die Katholische Kirche in der Region Hannover, die Per Mertesacker Stiftung und das Fußballmuseum Springe. Steine liegen im Weg zum Altar in der Basilika St. Clemens, verstreut, wie zertrümmert. Die Orgel ist furios, im wahrsten Sinne des Wortes: „Dies irae“ erklingt, der „Tag des Zorns“, der Hymnus über das Jüngste Gericht: „Tag der Zähren, Tag der Wehen / da vom Grabe wird erstehen / zum Gericht der Mensch voll Sünden / lass ihn, Gott, Erbarmen finden.“

Es ist ein „Eröffnungsspiel“ der besonderen Art für eine Fußball-Weltmeisterschaft – ein Requiem, eine Totenmesse: „Wir beten heute für Menschen, die wir nicht kennen, die wir nie kennenlernen werden“, sagt Propst Christian Wirz. Denn das Requiem wird gefeiert für die Arbeiterinnen und Arbeiter, die auf den Baustellen für die Stadien der WM im Katar ums Leben gekommen sind. Nicht nur ihre Namen sind unbekannt, auch die genaue Zahl der Opfer. Die ungenauen Statistiken der katarischen Behörden lassen aber eine Zahl zwischen mindestens 6500 und 15000 Toten zu.

Das Requiem ist der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, mit der das Fußball Museum Springe, die Per Mertesacker Stiftung und die Katholische Kirche in der Region Hannover Alternativen zum Fifa-Spektakel bieten wollen. Leitgedanke: „Nicht Katar – eine bessere WM ist möglich.“ Nach dem Auftakt setzt die Reihe einen besonderen Schwerpunkt auf die Finalrunden zwischen dem 3. und 18. Dezember.

Für Propst Wirz ist mit den Toten von Katar die Leichtigkeit des Fußballspiels, die Unbeschwertheit einer WM verloren gegangen: „Den Ausrichtern war es so ernst, dass sie bereit waren, über Leichen zu gehen.“ Nun werde versucht, die Toten vergessen zu lassen, damit fröhliche Spiele gefeiert werden können: „Die Mauern der Stadien sollten das Unrecht verdecken, aber wie große Grabsteine werden sie erst recht daran erinnern.“

Die Steine im Mittelgang der Basilika sollen genau daran erinnern – und „an jene, die sie gebaut haben und dabei zu Tode gekommen sind.“ Es ist nicht verboten, Fußball zu schauen, betont Wirz: „Aber es ist verboten, die Toten zu vergessen.“ Am Schluss des Requiems nehmen die Mitfeiernden einen dieser Steine mit nach Hause. Zum Gedenken.

„Wir wissen, dass Fußball für viele Menschen in der Region eine große Bedeutung hat“, sagt Thomas Harling, Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover: „Gleichzeitig hat der Fußball eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Verantwortung, der er sich nicht entziehen kann.“ Die anhaltende Kritik an der Vergabe der Weltmeisterschaft durch die Fifa an Katar, an den Arbeitsbedingungen bei Bau der Stadien, an den ökologischen Folgewirkungen und nicht zuletzt an der Menschenrechtssituation im arabischen Emirat wird in der Veranstaltungsreihe aufgegriffen: „Mit Begeisterung für das Spiel, nachdenklich und mitunter humorvoll“, betont Harling. Denn es gehe darum, einen genauen Blick darauf zu werfen, wie Fußball, Macht und Gesellschaft zusammenhängen.

„Fußball ist unsere Leidenschaft, bei uns vergeht kein Tag ohne Fußball“, ergänzt Dirk Schröder, 1. Vorsitzender des Fußball-Museums Springe: „Für uns gibt es daher nichts Schöneres und Aufregenderes als ein Fußballgroßevent wie die WM.“ Doch gerade deshalb könne diese WM nicht unterstützt werden, die in einem Land ohne Fußballtradition und ohne Fußballkultur stattfindet. „Klarer als jemals zuvor ist es bei dieser WM geworden, dass es der FIFA nur noch um Geld, Politik und Sichtbarkeit geht.“

Auch für Marcus Olm, Projektleiter Sport der Per Mertesacker Stiftung und Stiftungsrat, zeigt die Vergabe nach Katar, wie weit sich der kommerzielle Sport von den Ideen und Tugenden des eigentlichen Spiels entfernt hat. Doch gerade der Fußball als eine wichtige Möglichkeit zur sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen muss sich Werten und gesellschaftlichen Idealen auseinandersetzen: „Dafür stehen wir als Stiftung und daher sind gerade die Situation der Arbeiter und der Umgang mit Minderheiten vor Ort nicht mit unseren Wertvorstellungen in Einklang zu bringen.“ Die Stiftung möchte Kindern und Jugendlichen aufzeigen, dass es universelle Werte gibt, die nicht verhandelbar sind.

Die weiteren Veranstaltungen der Reihe:

Zum Achtelfinale am Samstag, 3. Dezember, kann selbst Fußball gespielt werden – bei einem Tipp-kickturnier mit literarischen Einwürfen, dem „Schönen Spiel“. Das Turnier beginnt um 17 Uhr im Vereinsheim der SG Bernwardswiese (Brückstraße 26, 30519 Hannover). Anmeldungen dazu bis 25. November unter E-Mail: anmeldung(ät)fussball-macht-gesellschaft.de. Um 19 Uhr wird das Finale ausgetragen. Dabei wird Professor Stefan Krankenhagen von der Universität Hildesheim aus seinem Buch „Die Poesie des Fußballs“ lesen. Musikalisch wird die Veranstaltung von Leo Harling und Karl Kell mit den Songs der deutschen Fußballnationalmannschaft begleitet.

„Abseitsfalle“ ist die Alternative zum Viertelfinale am Donnerstag, 8. Dezember, überschrieben. Dabei werden unter anderem Carsten Linke (ehemals Profi und jetzt Aufsichtsrat bei Hannover 96), Tabea Giesecke (Gesellschaft bedrohte Völker) und Dr. Cornelia Johnsdorf (Kirchlicher Entwicklungsdienst) über die WM in Katar, die Menschenrechte und den Fußball des Geldes diskutieren. Die Veranstaltung wird von Dirk Tietenberg (HAZ) moderiert. Sie beginnt um 19 Uhr im Vereinsheim von Eintracht Hannover (Hoppenstedtstraße 8, 30173 Hannover).

Zum Halbfinale am Donnerstag, 15. Dezember, hat „Der Platzwart“ das Wort. Bruno Brauer und Uwe Janssen werden als Platzwarte in Wort und Gesang die Fußballspiele in der Wüste ankreiden. Beginn ist um 19 Uhr im Forum St. Joseph (Isernhagener Straße 64, 30163 Hannover) Tickets unter www.fussball-macht-gesellschaft.

„Besser als Messi“: Die Alternative zum Finale verbindet am Samstag, 17. Dezember, den Fußball mit der Königin der Instrumente, der Orgel. Dabei wird das DFB-Pokalfinale von 1992 zwischen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach als Stummfilm gezeigt und von Stephan Graf von Bothmer live an der Orgel begleitet. Beginn ist um 19 Uhr in der Kirche St. Augustinus (Göttinger Chaussee 145, 30459 Hannover).

  • Weitere Informationen finden sich unter www.fussball-macht-gesellschaft.de
  • Die Reihe wird veranstaltet vom Fußballmuseum Springe, der Per Mertesacker Stiftung und der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Finanziell wird sie vom „Spielfeld Gesellschaft“ der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der Hans-Lilje-Stiftung, der Region Hannover und dem Bistum Hildesheim unterstützt.
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news-32061 Wed, 16 Nov 2022 11:44:27 +0100 Das große hannoversche Stadionsingen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/das-grosse-hannoversche-stadionsingen-32061/ In diesem Jahr wird es wahr: 14 Songs, tausend Stimmen, ein Stadion. Wenn Groß und Klein am Donnerstag, 15. Dezember um 18 Uhr zusammenkommen, wird das erste große hannoversche Stadionsingen in der Heinz von Heiden Arena zu Gunsten der Wohnungslosenhilfe und der HAZ-Weihnachtshilfe gefeiert. Mit leuchtenden Kerzen, Posaunen und Trompeten, Weihnachtsliedern von „Oh, du fröhliche“ bis „In der Weihnachtsbäckerei“ und Eisengeln auf Schlittschuhen der Hannover Indians und der Hannover Scorpions verwandelt sich die West-Tribüne zu einem Höhepunkt der Vorweihnachtsstimmung.

Ideengeber und Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes vom Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover erklärt: „Letztes Jahr haben wir das geplante Stadionsingen kurzfristig zum großen Stadionimpfen umgewandelt. Das war gut und richtig, doch in diesem Jahr wollen wir mit dem ersten Stadionsingen Hannovers ein besonderes Highlight in der Adventszeit anbieten, das die Menschen berührt und gemeinsam friedlich auf Weihnachten einstimmt.“

„Singen verbindet Menschen allen Alters, Familien, Alleinstehende, aus allen Kulturen und Religionen“, ergänzt Propst Christian Wirz für die Katholische Kirche in der Region Hannover: „Vor allem, wenn viele Menschen an einem zentralen Ort wie dem Stadion von Hannover 96 zusammenfinden.“ Der Advent ist eine Zeit der Freude auf das Gute, was kommt: „Daher singen wir für den guten Zweck, zur Unterstützung von wohnungslosen und benachteiligten Menschen.“

Der Eintrittspreis ist gestaffelt, Karten für Erwachsene kosten ab 5 Euro, Kinder bis 18 Jahre zahlen 1 Euro. Die Tickets sind unter eventim.de / Stichwort „Stadionsingen“ verfügbar. Die Einnahmen durch den Ticketverkauf und Spenden kommen der Wohnungslosenhilfe und der HAZ-Weihnachtshilfe zugute.

Mit dabei sind Landesbischöfin i.R. Margot Käßmann, die die Weihnachtsgeschichte vorlesen wird und Moderator Christoph Dannowski, der das Publikum durch den besonderen Abend führen wird. Ein Highlight sind die Auftritte des Gospelensembles PrayStation und des hannoverschen Wohnungslosenchores. Das große hannoversche Stadionsingen ist als ein sich jährlich wiederholender Höhepunkt in Hannovers Vorweihnachtszeit geplant.

  • Veranstaltet wird das Stadionsingen vom Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover und der Kath. Kirche in der Region Hannover, den Kooperationspartnern HAZ-Weihnachtshilfe, Radio21, der Hannover Marketing und Tourismus GmbH, eventim, Asphalt, Hannover concerts, der Sparkasse und der Heinz von Heiden Arena. Mit dabei sind auch EDDIs Rudel und 96plus mit Hauptpartner Clarios.
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news-32053 Tue, 15 Nov 2022 17:54:25 +0100 Fußball. Macht. Gesellschaft. https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/fussball-macht-gesellschaft-32053/  Nicht Katar: Eine Veranstaltungsreihe setzt sich kritisch, engagiert und auch humorvoll mit der Fußball-Weltmeisterschaft, den Arbeitsbedingungen und den Machenschaften der Fifa auseinander. Veranstalter sind die Katholische Kirche in der Region Hannover, die Per Mertesacker Stiftung und das... „Fußball.Macht.Gesellschaft“ – unter diesem Leitgedanken bieten die Per-Mertesacker-Stiftung, das Fußballmuseum Springe und die Katholische Kirche in der Region Hannover Alternativen zu den Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar an. Die Veranstaltungsreihe beginnt am Samstag, 19. November und setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Finalrunden zwischen dem 3. und 18. Dezember.

„Wir wissen, dass Fußball für viele Menschen in der Region eine große Bedeutung hat“, sagt Thomas Harling, Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover: „Gleichzeitig hat der Fußball eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Verantwortung, der er sich nicht entziehen kann.“ Die anhaltende Kritik an der Vergabe der Weltmeisterschaft durch die Fifa an Katar, an den Arbeitsbedingungen bei Bau der Stadien, an den ökologischen Folgewirkungen und nicht zuletzt an der Menschenrechtssituation im arabischen Emirat wird in der Veranstaltungsreihe aufgegriffen: „Mit Begeisterung für das Spiel, nachdenklich und mitunter humorvoll“, betont Harling. Denn es gehe darum, einen genauen Blick darauf zu werfen, wie Fußball, Macht und Gesellschaft zusammenhängen.

„Fußball ist unsere Leidenschaft, bei uns vergeht kein Tag ohne Fußball“, ergänzt Dirk Schröder, 1. Vorsitzender des Fußball-Museums Springe: „Für uns gibt es daher nichts Schöneres und Aufregenderes als ein Fußballgroßevent wie die WM.“ Doch gerade deshalb könne diese WM nicht unterstützt werden, die in einem Land ohne Fußballtradition und ohne Fußballkultur stattfindet. „Klarer als jemals zuvor ist es bei dieser WM geworden, dass es der FIFA nur noch um Geld, Politik und Sichtbarkeit geht.“

Auch für Marcus Olm, Projektleiter Sport der Per Mertesacker Stiftung und Stiftungsrat, zeigt die Vergabe nach Katar, wie weit sich der kommerzielle Sport von den Ideen und Tugenden des eigentlichen Spiels entfernt hat. Doch gerade der Fußball als eine wichtige Möglichkeit zur sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen muss sich Werten und gesellschaftlichen Idealen auseinandersetzen: „Dafür stehen wir als Stiftung und daher sind gerade die Situation der Arbeiter und der Umgang mit Minderheiten vor Ort nicht mit unseren Wertvorstellungen in Einklang zu bringen.“ Die Stiftung möchte Kindern und Jugendlichen aufzeigen, dass es universelle Werte gibt, die nicht verhandelbar sind.

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

Das „Eröffnungsspiel“ der Veranstaltungsreihe rückt die Bedingungen auf den Baustellen in den Mittelpunkt. „Wir begehen ein Requiem, einen Trauergottesdienst für die Arbeiterinnen und Arbeiten, die beim Stadionbau ums Leben gekommen sind“, erläutert Thomas Harling. Der Gottesdienst wird am Samstag, 19. November, um 18 Uhr in der Basilika St. Clemens gefeiert (Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover).

Zum Achtelfinale am Samstag, 3. Dezember, kann selbst Fußball gespielt werden – bei einem Tipp-kickturnier mit literarischen Einwürfen, dem „Schönen Spiel“. Das Turnier beginnt um 17 Uhr im Vereinsheim der SG Bernwardswiese (Brückstraße 26, 30519 Hannover). Anmeldungen dazu bis 25. November unter E-Mail: anmeldung(ät)fussball-macht-gesellschaft.de. Um 19 Uhr wird das Finale ausgetragen. Dabei wird Professor Stefan Krankenhagen von der Universität Hildesheim aus seinem Buch „Die Poesie des Fußballs“ lesen. Musikalisch wird die Veranstaltung von Leo Harling und Karl Kell mit den Songs der deutschen Fußballnationalmannschaft begleitet.

„Abseitsfalle“ ist die Alternative zum Viertelfinale am Donnerstag, 8. Dezember, überschrieben. Dabei werden unter anderem Carsten Linke (ehemals Profi und jetzt Aufsichtsrat bei Hannover 96), Tabea Giesecke (Gesellschaft bedrohte Völker) und Dr. Cornelia Johnsdorf (Kirchlicher Entwicklungsdienst) über die WM in Katar, die Menschenrechte und den Fußball des Geldes diskutieren. Die Veranstaltung wird von Dirk Tietenberg (HAZ) moderiert. Sie beginnt um 19 Uhr im Vereinsheim von Eintracht Hannover (Hoppenstedtstraße 8, 30173 Hannover).

Zum Halbfinale am Donnerstag, 15. Dezember, hat „Der Platzwart“ das Wort. Bruno Brauer und Uwe Janssen werden als Platzwarte in Wort und Gesang die Fußballspiele in der Wüste ankreiden. Beginn ist um 19 Uhr im Forum St. Joseph (Isernhagener Straße 64, 30163 Hannover) Tickets unter www.fussball-macht-gesellschaft.

„Besser als Messi“: Die Alternative zum Finale verbindet am Samstag, 17. Dezember, den Fußball mit der Königin der Instrumente, der Orgel. Dabei wird das DFB-Pokalfinale von 1992 zwischen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach als Stummfilm gezeigt und von Stephan Graf von Bothmer live an der Orgel begleitet. Beginn ist um 19 Uhr in der Kirche St. Augustinus (Göttinger Chaussee 145, 30459 Hannover).

  • Weitere Informationen finden sich unter www.fussball-macht-gesellschaft.de 
  • Die Reihe wird veranstaltet vom Fußballmuseum Springe, der Per Mertesacker Stiftung und der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Finanziell wird sie vom „Spielfeld Gesellschaft“ der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der Hans-Lilje-Stiftung, der Region Hannover und dem Bistum Hildesheim unterstützt.
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news-31995 Fri, 11 Nov 2022 17:11:17 +0100 Rotes Kreuz, flackernde Kerzen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/rotes-kreuz-flackernde-kerzen-31995/ „Unvergessen“ – unter diesem Leitwort haben die christlichen Kirchen zusammen mit der Diakonie und der Caritas Verstorbenen der Wohnungshilfe und anonym Bestatteten gedacht. Die Andacht wurde im Garten des Caritas-Treffpunktes für Obdachlose gefeiert. 49 Kerzen wurden entzündet und auf ein aus roten Tüchern gestaltetes Kreuz auf den Boden gelegt. Leichter Wind, Laub weht über das Kreuz, manche Kerzen flammen nur kurz auf und verlöschen wieder. „Fast schon symbolisch“, sagt Caritas-Sozialarbeitern Ramona Pold.

Zusammen mit ihrer Diakonie-Kollegin Jessica Bosse hat sie 49 Namen vorgelesen: Tom, Volker, Mike, aber auch Thadeus und Krzysztof, Anke und Cornelia. 49 obdachlose Menschen, die im vergangenen Jahr verstorben sind. „Zumindest die, von denen wir wissen“, meint Ramona Pold. Es werden mehr sein.

Die Dunkelziffer ist hoch. Ein Name wurde bereits handschriftlich von einer Mitfeiernden ergänzt. Obdachlose Menschen sterben einsam: „Umso wichtiger ist es, die Erinnerung an sie hochzuhalten, für jeden und jede eine Kerze zu entzünden.“ Ein Moment der Erinnerung nur. Aber ein Moment, der ewig wirkt.

„Was heißt das, wenn ein Mensch plötzlich nicht mehr da ist“, fragt Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes in einer kurzen Ansprache: „Man hat zusammen Platte gemacht, Kaffee getrunken im Tagestreffpunkt der Caritas oder im Diakonie-Laden Mecki, hat vielleicht zusammen in einer Notunterkunft übernachtet.“ Und dann ist der Mensch nicht mehr da, tot. „Es gibt keine Chance Abschied zu nehmen, es gibt kein Gedenken“, mahnt Müller-Brandes: „Selbst die Trauer ist obdachlos.“

Natürlich werden die Verstorbenen beerdigt, von „Amts wegen“, wie es im Verwaltungsdeutsch: „Gut, dass es gemacht wird, aber die Bestattungen sind nun einmal lieblos, weil die Kosten eine Rolle spielen.“ Anonym, nach Einäscherung, ohne Angehörige, ohne Vertreter*innen von Kirchen auf dem letzten Gang. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir hier sind und eine Andacht feiern“, betont Müller-Brandes.

„Gott vergisst nicht“, macht auch Propst Christian Wirz deutlich. Dabei spielt es keine Rolle, wo ein Mensch gestorben ist, das gelte auch für die Straße: „Die Erinnerung gibt ihnen die Würde zurück, die ihnen im Leben nicht selten abgesprochen wurde.“

Musikalisch wird die Andacht vom "ChorWerk Hannover“ gestaltet. Seine Mitglieder sind (ehemals) wohnungslose oder von Armut betroffene Menschen. Sie singen das, was sie erlebt erleben. Im „Halleluja“ (= Lobet Gott) von Armut und Alkohol, von Drogen und Gewalt. Oder im zweiten Lied von dem, was obdachlose oder arme Menschen im zweiten Schritt kaputt macht: von Einsamkeit, vom Gefühl, von der Gesellschaft vergessen und verachtet zu werden. Im Leben wie im Tod.

Für Sozialarbeiterin Ramona Pold ist diese Andacht daher ein „starkes Zeichen gegen das Vergessen“. Auch wenn manche Kerzen durch den Wind wieder verlöschen.

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news-31979 Thu, 10 Nov 2022 08:40:03 +0100 Sie sind "Unvergessen" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/sie-sind-unvergessen-31979/ „Unvergessen“ – unter diesem Leitwort gedenken am Freitag, 11. November, die christlichen Kirchen zusammen mit der Diakonie und der Caritas Verstorbenen der Wohnungshilfe und anonym Bestatteten. Beginn ist um 9 Uhr vor dem Tagestreffpunkt der Caritas in der Calenberger Neustadt (Leibnizufer 15-17) "Wir gedenken Menschen, die einsam gestorben sind", sagt Propst Christian Wirz für die katholische Kirche in der Region Hannover: „„Jeder Mensch hat im Leben und Sterben die gleiche Würde – auch auf der Straße.“ Obdachlosigkeit macht einsam, betont Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes: „"Wir möchten mit der Andacht zeigen, dass Menschen einen Namen haben, vor Gott und in unseren Herzen unvergessen sind.“ Daher werden während der Andacht die Namen der Verstorbenen verlesen. Freund*innen und Bekannte haben so die Möglichkeit noch einmal Abschied zu nehmen.

Wohnungslose Menschen sterben allein. Sie werden von „Amts wegen“ bestattet: Anonym, meistens nach Einäscherung, ohne Angehörige, ohne Vertreter*innen von Kirchen auf dem letzten Gang. Die Lage des Grabes bleibt unbekannt. Insgesamt verzeichnet die Stadt Hannover im Durchschnitt 350 Bestattungen von Amts wegen. Dazu zählen auch Verstorbene ohne Angehörige.

Gestaltet wird die Andacht von Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes, Propst Christian Wirz, Diakon Ingo Langner, den Sozialarbeiterninnen Jessica Bosse und Ramona Pold sowie musikalisch vom „Chorwerk Hannover“, in dem (ehemals) wohnungslose oder von Armut betroffene Menschen singen. Im Garten des Tagestreffs können zum Zeichen des Gedenkens Lichter auf ein aus Tüchern gelegtem Kreuz gestellt werden.

  • "Unvergessen": Ökumenische Andacht für anonym Bestattete, Verstorbene der Wohnungslosenhilfe und Verstorbene ohne Angehörige, Freitag 11. November, 9 Uhr, Garten des Tagestreffs für Wohnungslose des Caritasverbandes (Leibnizufer 13-15)
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news-31876 Tue, 01 Nov 2022 11:43:17 +0100 Mehr Leben zwischen den Urnen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mehr-leben-zwischen-den-urnen-31876/ Himmelsleitern mit Urnen in den Seitenschiffen, in der Mitte Stuhlreihen und ein Altar: Im Kolumbarium Hl. Herz Jesu in Hannover-Misburg verbinden sich Kirche und Begräbnisstätte. Mit Charlotte Jarosch von Schweder hat das Kolumbarium eine neue Geschäftsführerin – mit Ideen für mehr Leben auf dem... „Hier ist Leben auf dem Friedhof“, sagt Charlotte Jarosch von Schweder. Seit Oktober ist die 40-Jährige neue Geschäftsführerin des Kolumbariums Hl. Herz Jesu in Hannover-Misburg. 2010 ist das unter Denkmalschutz stehende neoromanische Gotteshaus umgestaltet worden – zu einer Bestattungskirche für Urnen. Also rechtlich zu einem Friedhof.

Links und rechts vom Hauptschiff sind „Himmelsleitern“ installiert: Kleine Vitrinen an feinen Stahlstreben, in denen die Urnen stehen. Sichtbar. Mit Namen und Lebensdaten. Zuweilen mit einem Bild. Also atmosphärisch wie auf einem Friedhof mit Grabsteinen.

Und doch ist es wie in einer Kirche. Stühle in Reihen im Kirchenschiff, ein großes Kruzifix, ein Altar. „Wir sind beides, bis zu den Altarstufen ein Friedhof und dann ein Gotteshaus“, sagt Charlotte Jarosch von Schweder. Formal eine Filialkirche der Gemeinde St. Martin, der somit auch das Kolumbarium gehört. Jede Woche freitags um 18 Uhr wird eine heilige Messe gefeiert, eine halbe Stunde zu vor zum Rosenkranzgebet eingeladen. Natürlich finden hier Trauerfeiern statt. Doch es wird auch getauft und geheiratet.

Ist das nicht despektierlich in einer Bestattungskirche? „Nein, überhaupt nicht“, betont Charlotte Jarosch von Schweder. Zum einen, weil sie sich einen anderen Umgang mit dem Tod wünscht: „In anderen Ländern und Kulturen werden Verstorbene gefeiert, auch fröhlich, um sie nicht zu vergessen, um ihnen weiter nahe zu sein.“ Nahe sein führt zum zweiten Grund, warum Leben auf dem Friedhof dazu gehört: „Gerade erst hatten wir die Anfrage von einem Paar, dass hier getraut werden möchte, weil die Urne ihres Vaters hier steht.“ Charlotte Jarosch von Schweder lächelt: „Das ist doch ein schöner Gedanke, wenn der Vater so bei der Heirat dabei sein kann.“ Erinnerung ist immer etwas Lebendiges. Erst recht zwischen Altar und Himmelsleiter.

Gerade erst wurden 224 neue Vitrinen an den Himmelsleitern errichtet. Die Gesamtzahl der Plätze für die Urnen hat sich so auf 1300 erhöht, mehr als 800 Plätze sind verkauft. Wie bei Grabstellen auf Friedhöfen werden die Vitrinen für 20 Jahre vergeben. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Charlotte Jarosch von Schweder. Nicht zuletzt, weil Hinterbliebene nicht mehr vor Ort leben. Grabpflege wird so zu einer Herausforderung. Erinnerungspflege aber nicht.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wird am Freitag, 18. November wieder ein Gedenkgottesdienst für die beigesetzten Verstorbenen in diesem Fall der letzten Jahre gefeiert. Beginn ist um 18 Uhr; „Das wird ein besonders gestalteter Gottesdienst.“ Ein Horn-Trio wird die Feier musikalisch umrahmen.

Aber Charlotte Jarosch von Schweder geht es um noch mehr Leben auf dem Friedhof. Dafür hat die ausgebildete Sopranistin und gelernte Kulturmanagerin gleich drei Ideen. Zum einen mehr kulturelle Veranstaltungen. Das ist für das Kolumbarium selbst nicht neues. In der Vergangenheit haben Kunst- und Musikveranstaltungen stattgefunden. Auch Kabarett war zwischen den Urnen zu hören. Nachdenklich, auch vergnüglich, aber immer pietätvoll. „Daran möchte ich wieder anknüpfen“, betont Charlotte Jarosch von Schweder. Auch hier hat die Pandemie zu einem Bruch geführt.

Ein erster Ansatzpunkt ist die besondere musikalische Gestaltung der regelmäßigen Gottesdienste: „Diese Kirche hat eine besondere Akustik.“ Die Reihe trägt den Leitgedanken „Klingendes Requiem“, den Auftakt macht die Sopranistin selbst mit drei Arien im Gottesdienst (4. November, 18 Uhr). Am 11. November wird ein mit Peter Meier (Bratsche), Anna-Maria Brödel (Geige), Johannes Brödel (Cello) ein Streichtrio den Gottesdienst mitgestalten. Nach der Gedenkfeier am 18. November wird am 25. November Regionalkantor Francesco Bernasconi mit Orgelstücken die Heilige Messe bereichern. „Es ist ein vorsichtiger Auftakt“, meint Charlotte Jarosch von Schweder. Das Leben zwischen den Urnen will mit Würde und Vorsicht entwickelt werden.

Das gilt auch für den zweiten Ansatzpunkt: „Ich möchte kulturell tätige Gruppen hier ins Kolumbarium holen.“ Der Tod gehört zur menschlichen Existenz, er wirft zentrale Fragen auf – und diese letzten Fragen sind immer schon ein Thema für Kunst und Kultur gewesen: „Dieser Raum zwischen den Urnen lädt zur Auseinandersetzung mit Vergänglichem und Ewigem ein.“ Daher möchte Charlotte Jarosch von Schweder auch Führungen zu Tod, Sterben, aber auch zur Begräbnis- und Erinnerungskultur anbieten. Für Schulklassen, aber auch für Menschen, die mit Tod befasst und konfrontiert sind. Die Geschäftsführerin denkt da an Haupt- und Ehrenamtliche in Hospizen oder an Rettungssanitäter*innen. Charlotte Jarosch von Schweder engagiert sich selbst beim Malteser Hilfsdienst und weiß daher genau, dass Helfen auch eine seelische Belastung für Rettende sein kann.

Der dritte Ansatzpunkt: „Wir suchen noch Ehrenamtliche, damit Trauernde nicht allein bleiben müssen.“ Interessierte werden geschult, können dann zu den Öffnungszeiten des Kolumbariums für Gespräche zur Verfügung stehen. Oder für ein aufmunterndes Lächeln oder das gemeinsame Anzünden einer Kerze. „Trauer trägt immer Schmerz in sich“, sagt Charlotte Jarosch von Schweder: „Manchmal kann man sich eher einem vermeintlich fremden Menschen öffnen als einem Familienmitglied, unter Umständen auch erst nach Jahren.“ Daher habe diese Begleitung von Trauernden einen so hohen Stellenwert im Kolumbarium Hl. Herz Jesu.

  • Interesse am Ehrenamt im Kolumbarium Hl. Herz Jesu? Informationen unter Telefon (0174) 9410102.
  • Kotakt: Kolumbarium Hl. Herz Jesu, Max-Kuhlemann-Str. 13, 30559 Hannover, Telefon (0511) 95926-0, E-Mail: info(ät)kolumbarium-hannover.de; Internet: www.kolumbarium-hannover.de
  • Öffnungszeiten: Di. 15-17 Uhr, Mi. 10-12 Uhr, Fr. 17-19 Uhr, Sa. 10-12 Uhr, So. 14-17 Uhr (Sprechzeiten Büro nach Vereinbarung)
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news-31815 Thu, 27 Oct 2022 16:43:53 +0200 Gebet. Wunder https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/gebet-wunder-31815/ Die Katholische Kirche in der Region Hannover lädt an jedem letzten Montag im Monat zum Gebet für den Frieden in der Ukraine ein. Die Friedensandacht in der Basilika St. Clemens beginnt um 18 Uhr (Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover). Zum Reformationstag am 31. Oktober setzt das Friedensgebet einen ökumenischen Akzent. Zusammen mit Pastor Daniel Konnemann und Regina Ingelmann wird die Andacht mit von Sabine Schumacher gestaltet. Sie ist Vikarin der evangelisch-reformierten Kirche in Hannover. 

Im Rahmen des Friedensgebets wird Marija Maksymtsiv aus der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde St. Wolodymyr über ihre Fahrt in ihr Heimatland berichten. Marija Maksymtsiv war im Mitte Oktober eine Woche lang in der Ukraine unterwegs, zunächst in Lwiw, dann in Charkiw im Osten des Landes.

Seit dem Überfall Russland auf die Ukraine sind über St. Wolodymyr Spenden gesammelt und Hilfsgüter geschickt worden: Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente, Kleidung, Spielzeug, Kuscheltiere, aber auch ein Lastwagen, ein Gabelstapler, eine Feldküche und zuletzt ein Krankenwagen. Ein LKW mit Hilfsgütern wird pro Monat in die Ukraine geschickt. Darüber hinaus hilft und unterstützt die Gemeinde ukrainische Flüchtlinge beim Ankommen in Hannover und dem Finden einer Wohnung.

  • Eine Anmeldung zum Gottesdienst ist nicht erforderlich. Es wird gebeten bis zur Einnahme des Platzes eine Maske zu tragen.
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news-31733 Tue, 18 Oct 2022 17:01:41 +0200 Gott loben in 16 Schritten https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/gott-loben-in-16-schritten-31733/ Gebete leben nicht nur von Worten, sondern auch von Gesten. Das Lob Gottes lässt sich auch tanzen. So wie einmal im Monat in der Pfarrei Heilig Geist in Hannover-Bothfeld. "So ihr Lieben, jetzt wollen wir Gott loben – soweit es der Rücken zulässt“: Es sind humorvolle Worte diese, mit denen Monika Kulle ab und an den Elan ihrer Gruppe zügelt und gleichzeitig die vermeidliche Schwere ihres Angebots nimmt. Es ist Montagabend und im Pfarrheim von Heilig Geist in Hannover-Bothfeld hat Monika Kulle wie jeden Monat zum "Meditativen Tanz" eingeladen.

Daher Bremsen von Elan und Nehmen von Schwere: Es geht weder um Hochleistungssport noch tiefe Versenkung im eigenen Selbst: „Ich lade Frauen ein, mit Kreistänzen zu entspannen und neue Energie für ihr Tun im Alltag zu schöpfen“, erläutert Monika Kulle. Und das hat auch viel mit Gott zu tun.

Zum Bremsen gehört, dass der Einstieg in den meditativen Tanz nichts mit Aufwärmgymnastik zu tun hat, sondern mit Besinnen und Nachdenklichkeit. Monika Kulle liest eine Geschichte vor. Es geht um den „kleinen Dank“, den niemand mehr möchte. Die große Dankbarkeit unter den Menschen, Wünsche und Forderungen ja, aber einen kleinen Dank – was soll man schon damit. Aber eigentlich ist der kleine Dank genau das, womit großes Glück anfängt.

„Herunterkommen, das ist wichtig zu Beginn des meditativen Tanzes“, betont Monika Kulle. Sie versteht Meditation als Erfahrung des eigenen Selbst in der Tiefe. Und Tanz als die älteste und elementarste Form der religiösen Äußerung. Daher zum Beginn einmal die Seele durchpusten, um zur Ruhe zu kommen und offen zu werden, „damit wir mit Leib, Seele und Geist tanzend auf Gott hinwachsen“.

Freude, Trauer, Bitten und Dank in Tanzschritten

Und wie geht das? So wie Gebete mit Gebärden gestaltet werden (und wenn es nur die gefalteten Hände sind), werden im Tanz Freude, Trauer, Bitten und Dank in Schritten ausgedrückt. Wichtig ist dabei die gestaltete Mitte: „Sie ist unser Orientierungspunkt“, erläutert Monika Kulle. Auch der Kreis, der gemeinsam getanzt wird, hat eine grundlegende Funktion: „Man erfährt dadurch die Verbundenheit mit anderen Menschen, die Stärke durch Gemeinsamkeit und gleichzeitig die Unendlichkeit Gottes.“

Monika Kulle schaltet die Musik auf ihrem Handy ein und lässt sie zu drahtlos zu einem kleinen Lautsprecher übertragen. Häufig sind es Volksweisen aus anderen Ländern, die Monika Kulle nutzt. Denn in anderen Kulturen und in anderen Religionen ist es selbstverständlich Gedanken, Glauben und Gefühle in Tanz auszudrücken.

Ein Beispiel ist der Ulmentanz aus Lettland. „Wir fangen mit Schritten rückwärts an“, sagt sie zu ihren Mittänzerinnen. „Weil’s ja manchmal nicht so gut läuft im Leben und wir Rückschläge einstecken müssen.“ Aber dann geht auch wieder vorwärts. Auch aufwärts. Die Hände und Arme werden nach oben gestreckt. Zu Gott. Auch zu seinem Lob. Aber eben nur so weit, wie es der Rücken zulässt.

Ohne Vorkenntnisse. Nur mit bequemen Schuhen und leichter Kleidung

Die Altersspanne der beiden Gruppen, eine davon in Hl. Kreuz in Altwarmbüchen, ist breit: von Mitte 50 bis Mitte 80. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bequeme Schuhe und leichte Kleidung reichen. Und ein wenig Neugier, auf das was kommt.

Ein anderer Tanz lässt die Beine Schritte vor, zur Seite und wieder zurück tanzen. „Wir tanzen die Strahlen der Sonne“, erläutert Monika Kulle zu Beginn: „Vielleicht wird euch ja warm.“ Im Laufe des Tanzes werde es aber schneller und intensiver: „Ich mache jetzt mal die Musik an und wenn’s euch tüdelig wird, dann mache ich sie wieder aus“. Keine Hochleistung, keine Schwere, aber durch den Tanz den Glauben lebendiger machend.

So geht es auch mal 16 Schritte vor, acht zurück und vier zur Mitte – und dann Stampfen. „Aber richtig stampfen, fest in die Erde rein“, animiert Monika Kulle. Denn auch das, was nervt, kann und muss raus. Mit Nachdruck, um allen Ballast loszuwerden. Dann wieder vier zurück, der Kreistanz beginnt von neuem nur in die andere Richtung. Die Gemeinschaft der Tanzenden trägt einander. Bis zum Vaterunser. Das wird ausnahmsweise nicht getanzt. Aber mit Gesten gestaltet.

Verbindung von Tanz und Gebet

Für Monika Neumann ist es genau diese Gemeinschaft, die sie beim meditativen Tanzen schätzt: „Das ist einfach schön, wir lachen viel, das macht Spaß.“ Die Musik beschwingt, „wir gehen in die Mitte und holen uns Kraft“. Das hat für Monika Neumann auch etwas mit Glauben zu tun: „Das gehört dazu und dann kommt diese Zuversicht auch.“ Sie ist seit sechs Jahren dabei und der meditative Tanz hilft ihr, mit Schicksalsschlägen umzugehen – der verstorbene Ehemann, eine Chemotherapie: „Hier zu sein, zu tanzen, das tut mir gut.“

„Der Alltagsstress verfliegt beim Tanzen“, ergänzt Ingrid Dreimann. Die Bewegung, aber auch die durch das Meditative angestoßenen Gedanken helfen, zur Ruhe zu kommen und zu sich selbst zu finden. Für sie wird der meditative Tanz zu einem wichtigen Ankerpunkt.

Auch für Gudrun Wolf ist die Gruppe in Heilig Geist ein Ruhepol: „Hier mache ich mal was für mich.“ Selbst ist sie auf vielfältige Weise in der evangelischen Nachbargemeinde St. Nathanael aktiv. Die Teilnahme an der Gruppe der katholischen Geschwister helfe ihr, sich auf Wesentliches zu besinnen: „Das Meditative spricht mich sehr an.“

„Ich gehe jetzt froh ins Bett“, sagt Gretel Smarsli am Schluss der gut zwei Stunden mit Besinnung und Bewegung: „Das Tanzen macht so viel Spaß.“ Die Gruppe in Heilig Geist hat sie sich gezielt ausgesucht: „Ich habe meditatives Tanzen kennengelernt als es die Begegnungsstätte St. Martin in Germershausen noch gab.“ Zu Hause in der Region Hannover wollte sie das gerne fortsetzen: „Da habe ich den Tipp bekommen, geh doch mal zu Monika Kulle, die macht das so schön locker.“ Und genauso sei es. Locker.

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news-31708 Fri, 14 Oct 2022 15:18:02 +0200 „…, obwohl wir weniger werden“ https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/obwohl-wir-weniger-werden-31708/ Warum treten Menschen aus ihrer Glaubensgemeinschaft aus? Und was heißt das für die Zukunft für Kirchen? Diesen Fragen geht eine Podiumsdiskussion am Reformationstag, Montag, 31. Oktober, im Tagungshaus St. Clemens nach. Beginn ist um 16 Uhr. In den Jahren 2020/21 hat das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD (SI) eine bundesweite Studie zu den Kirchenaustritten seit 2018 durchgeführt, für die 1500 frühere Protestant*innen und Katholik*innen befragt wurden. Zwei wesentliche Erkenntnisse wurden gezogen: Zu unterscheiden sei zum einen zwischen konkreten Anlässen für einen Kirchenaustritt und tiefer liegenden Gründen. Bei diesen tiefer liegenden Gründen habe sich aber zum anderen ein konfessioneller Unterschied gezeigt. Bei den ehemals Evangelischen steht die Kirchensteuer an erster Stelle und bei den vormals Katholischen ist es die Unglaubwürdigkeit der Kirche.

Die Autorin der Studie „Kirchenaustritte seit 2018: Wege und Anlässe, Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativbefragung“, Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens, wird mit einem Vortrag in die Thematik einführen. Sie ist wissenschaftliche Referentin für Kirchensoziologie am Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland.

In Anschluss werden mit ihr diskutieren:

  • Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB)
  • Hannes Brüggemann-Hämmerling, Generalsekretär des Reformierten Bundes in Deutschland  
  • Dr. Ralph Charbonnier, theologischer Vizepräsident des Landeskirchenamtes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Die Moderation hat Rebekka Neander, Stellvertretende Pressesprecherin der Landeskirche Hannover.

Die Podiumsdiskussion wird veranstaltet vom Ökumenischen Arbeitskreis der evangelisch-lutherischen Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis und dem Kirchortteam St. Clemens in der katholischen Pfarrei St. Heinrich sowie der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hannover. Beginn ist am Reformationstag, 31. Oktober, um 16 Uhr im Tagungshaus St. Clemens (Platz an der Basilika 3, 30169 Hannover)

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news-31687 Wed, 12 Oct 2022 11:21:02 +0200 "Maradona, der Göttliche? Idol, Messias, gefallener Held?" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/maradona-der-goettliche-idol-messias-gefallener-held-31687/ Podiumsdiskussion "Maradona, der Göttliche? Idol, Messias, gefallener Held?" am 12.10.2022 um 19.00 Uhr in die Kirche St. Heinrich (Sallstr. 74)   Im Rahmen der Maradona-Ausstellung wird die Podiumsdiskussion der Frage nachgehen, welche Bedeutung jungen Fußballprofis zugemessen... Diego Armando Maradona wurden Neapel 1984 wie der Messias erwartet, die Rettung der ganzen Stadt wurde auf seine Schultern gelegt. Nach dem zweimaligen Gewinn der italienischen Fußball-Meisterschaft für Neapel wurde er wie ein Gott verehrt, Denkmale wurden für ihn errichtet, Lieder über ihn wie über einen antiken Helden gesungen. Seine weitere Biographie liest sich dann mehr wie die eines gefallenen Engels.

Auch im deutschen Fußball ist die persönlichkeitsgefährdende und -zerstörende Wirkung des Profifußballs nicht unbekannt. Eine Reihe von ExpertInnen diskutiert, was da passiert, welche Vorbildfunktion der Fußball und die SpielerInnen haben können und wann das System seine Kinder frisst.

Auf dem Podium:

  • Jan Rosenthal, ehem. Profi Hannover 96 -
  • Profin. Dr. Sandra Günter, Sportsoziologie, Leibniz-Uni Hannover
  • Thorsten Leißer, Fußballexperte und Pastor
  • Moderation: Christoph Dannowski, Neue Presse und Hannoversche Allgemeine
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news-31673 Mon, 10 Oct 2022 15:30:05 +0200 Weiter kreativ einmischen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/weiter-kreativ-einmischen-31673/ Carola Stieglitz ist neue Leiterin des [ka:punkt], des Beratungs- und Treffpunkts der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover. Carola Stieglitz ist seit dem 1. Oktober neue Leiterin des [ka:punkt]. Die 34-Jährige tritt die Nachfolge von Jutta Johannwerner an, die im Frühjahr in den Ruhestand getreten ist.

Die gebürtige Hannoveranerin hat Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim studiert. Carola Stieglitz hat mehrere Jahre bei der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Hannover und Oldenburg gearbeitet, bevor sie zwischenzeitlich die Geschäftsführung des Diözesanrates der Katholik*innen im Bistum Hildesheim übernahm. Nach einer Auszeit, die sie mehrere Monate durch Südamerika führte, war Carola Stieglitz seit 2019 als Referentin der Leitung der Hauptabteilung Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim tätig.

Der seit der Weltausstellung im Jahr 2000 bestehende [ka:punkt] ist der zentrale Treffpunkt der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover. Ein Café lädt zum Verweilen und für Gespräche ein. In Zusammenarbeit mit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, dem Caritasverband und dem Malteser Hilfsdienst können unterschiedliche Fachberatungsangebote gemacht werden, darunter auch die „Beratung im Forum“, ein offenes anonymes Angebot ohne Anmeldung für Hilfesuchende.

Regelmäßig finden im [ka:punkt] Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt. Im Raum der Stille werden Gottesdienste und Andachten gefeiert. Gleichzeitig ist der [ka:punkt] Ausgangspunkt für Aktionen wie zum Equal Pay Day oder für die Spiritualität auf der Straße in der Oster- und Adventszeit.

„Daran kann ich gut anknüpfen, jedoch wird es nicht einfach so weiter gehen“, betont Carola Stieglitz. Der [ka:punkt] ist mittlerweile 20 Jahre alt. „Mit 20 ist vieles aufregend, man ist experimentierfreudig, leichtfüßig und spontan, man grenzt sich zur Herkunft ab und hat eine Idee, was man nächsten Sommer machen will, aber nicht unbedingt in 10 Jahren“, zieht die neue Leiterin einen Vergleich.

Insgesamt möchte Carola Stieglitz den [ka:punkt] noch mehr zu einem Ort für Menschen machen, die in der Innenstadt unterwegs sind: zum Kaffee mit einer Freund*in beim Shoppen, zur Stillpause für Mama und Kind, zur Mittagspause für Arbeitnehmer*innen, zum Ausruhen und Innehalten. „Gleichzeitig wollen wir uns mehr einmischen und Akzente setzen“, meint Carola Stieglitz. Zum einen in entscheidenden kirchlichen Fragen: „Wie beispielsweise mit unseren Lesungen im Sommer zu Kirche & Rassismus & Queer. Es ist wichtig, dass wir mehr zeigen, wie vielfältig katholisch sein kann und ist!“ 

Zum anderen geht es Carola Stieglitz um die Zukunft der Kirche in der Stadt. Die Innenstadt wird sich weiter verändern: Ideen werden ausprobiert, wie die Umgestaltung der Schmiedestraße um Hannover grüner zu machen: „Wie können wir als [ka:punkt] dabei unterstützen und selbst deutlich machen, dass uns Nachhaltigkeit und ein bewusster Umgang mit Ressourcen wichtig ist?“, sei eine Aufgabe. Eine weitere: „Zudem bieten wir Beratung und Begegnung in der Innenstadt – daher werden wir uns dafür einsetzen, dass das soziale Gesicht der City gewahrt bleibt.“

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news-31592 Fri, 30 Sep 2022 09:00:00 +0200 Ein Büro für wertschätzende Kritik https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ein-buero-fuer-wertschaetzende-kritik-31592/ Am Samstag, 1. Oktober um 11 Uhr eröffnet in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade 41a das "Büro für wertschätzende Kritik". Es ist ein Büro, in dem alle Menschen im Zusammenhang mit den Landtagswahlen, Kritik üben dürfen. Geöffnet ist dieses Büro vom 03.10.2022 bis zum 15.10.2022 von montags bis samstags jeweils 14:00 – 19:00 Uhr. Bei einem Kaffee oder Tee mit Gebäck können alle Menschen, die Ideen oder Kritik zum Zusammenleben in Stadt und Region Hannover haben, in vielen Sprachen ihre Stimme erheben.

Das Büro für wertschätzende Kritik soll für diese 14 Tage ein Begegnungsort sein. Ein Ort der beweist, dass Kritik in einer offenen und bunten Gesellschaft wichtig ist. Ein Ort, der Menschen und ihre Erfahrungen achtet. Schließlich sind Wahlen nicht nur eine Abstimmung, sondern auch eine Debatte darüber, wie eine Gesellschaft künftig zusammenleben will.

Fragen könnten sein:

  • Was nehmen Sie in Hannover und der Region wahr?
  • Was bewegt Sie?
  • Sind Sie zufrieden?
  • Was wollen Sie anders machen?

Diesen Schatz will sich ein breites Bündnis aus vielen Vereinen annehmen. Vor allem sollen duie Gedanken und Meinungen an den Stadtrat und den Landtag übergeben: "Auf diese Weise können wir gemeinsam alle Stimmen sichtbar machen", heißt es in einem Aufruf. Alle Rückmeldungen werden gesammelt und an das Rathaus und den Landtag weitergegeben.

Bisher beteiligt sind folgende Partner*innen: Agentur für kreative Zwischenraumnutzung, Asphalt Magazin, AWO Region, Cameo Kollektiv, gEMiDe, Freundeskreis Hannover, Hannah Arendt Bibliothek, Haus der Religionen, Katholische Kirche Region Hannover, KreHtiv Netzwerk Hannover, Lebenshilfe Hannover, MiSo Netzwerk, STEP, Umbaja, VNB

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news-31524 Sat, 24 Sep 2022 16:38:00 +0200 "Ho visto Maradona" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ho-visto-maradona-31524/ „Maradona. Der Göttliche?“: Ab jetzt ist sie richtig zu sehen – die Installation mit 134 Fotos in der Kirche St. Heinrich, die den argentinischen Fußballspieler Diego Armando Maradona während seiner Zeit als Spieler bei SSC Neapel zwischen 1984 und 1991 Jahren zeigen. Auf dem Platz, neben dem... "Ho visto Maradona" (Ich habe Maradona gesehen): Für viele Menschen in Neapel ist das heute noch über drei Jahrzehnte nach dem Weggang des argentinischen Fußballspielers aus der Stadt und zwei Jahre nach seinem Tod fast ein Glaubensbekenntnis.

Daran erinnern bei der Ausstellungseröffnung „Maradona.Der Göttliche?“ auch die neapolitanische Kuratorin Yvonne de Rosa und der Fotograf der Maradona-Bilder Sergio Siano. „Mein Großvater hat mich als junges Mädchen mit ins Stadion mitgenommen“, erzählt Yvonne de Rosa, die die Ursprungsausstellung der Fotos in Neapel kuratiert hat. Eigentlich wollte sie nicht mit: „Aber mein Opa war voll von Liebe für Maradona.“ Zehn Minuten schaute sie zu, dann machte Maradona einen Überschlag mit dem Ball: „Da dachte ich, das Spiel gefällt mir auch.“

Mehr noch: „Als wir die Meisterschaft, die Scudetto, gewonnen hatten, war Neapel eine andere Stadt.“ Mit Maradona wird der SSC Neapel 1987 erstmals italienjenischer Meister, ein Festtag für den wirtschaftlich benachteiligten Süden des Landes: „Ich habe noch nie die Menschen mit so viel Freude erlebt.“ Yvonne de Rosa ist danach nicht mal mehr in die Schule gegangen: „Alle Lehrkräfte haben sich versammelt, um Farbe zu kaufen, weil sie ihre Häuser blau, der Farbe des SSC, anzumalen.“ Die Menschen auf den Straßen haben sich umarmt, egal ob arm oder reich. „Es waren Maradona und der Fußball, der die Menschen zusammengebracht hat, sodass es keine Klassengesellschaft mehr gab.“ Der Sport hat alles verbunden.

Für Sergio Siano waren die Fotografie und der Fußball ein „Fluchtweg“, wie er es beschreibt. Mit 16 Jahren begann er zu fotografieren, arbeitete für eine Zeitschrift und machte immer Bilder von Verbrechen, die sich in Neapel ereignet hatten. Doch da war das Centro Paradiso de Soccavo, das Trainingsgelände des SSC Neapel und von Maradona. Sieben Jahre konnte er den Fußballspieler, der in Neapel wie ein Messias verehrt wurde, begleiten. „Er hat mir erlaubt, in auch in intimen Momenten zu fotografieren.“ Zum Beispiel erschöpft auf der Massagematte liegend oder an den Füßen an einer Stange aufgehängt.

Bei Maradona habe Sergio Siano immer gespürt, dass er nie seine Herkunft aus einer armen Familie aus einer Vorstadt von Buenos Aires vergessen habe: „Er hat vielen Familien und Jugendlichen geholfen, er wollte aber nicht, dass man es weiß.“ Das Centro Paradiso war wie eine Heimat für ihn. „Maradona war morgens der Erste und abends der Letzte.“ Aber auch, weil er in Neapel nie als freie Person durch die Stadt gehen konnte: „Keinen Schritt konnte er alleine machen, daher war das Trainingsgelände sein Schutzraum.“ Oftmals habe er Jugendliche dorthin eingeladen, die sich keine Karte für das Stadion leisten konnten. Im Laufe der Jahre hat Sergio Siano viele Ausstellungen gemacht.

Aber nun seine Bilder in einer Kirche zu sehen, auf eine besondere Weise von der Decke hängend zusammengestellt, berühre ihn sehr: „Das ist ein großes Geschenk.“ Auch Kuratorin Yvonne de Rosa, selbst Fotografin, entdeckt durch den Kirchraum neue Aspekte an den Bildern: „Diese Kombination aus Fotos eines Menschen, den eine Region wie ein Gott verehrt hat und einer Kirche, macht diese Ausstellung zu etwas Besonderen.“

  • Die Ausstellung ist bis zum 25. November von Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr, sonntags von 12 bis 18 Uhr in der Kirche St. Heinrich zu sehen (Sallstraße 74, 30171 Hannover). Führungen, auch für blinde und sehbehinderte Menschen, sind auf Anfrage möglich.
  • Am Mittwoch, 12. Oktober, wird mit einem Podium der Frage „Maradona, der Göttliche?“ nachgegangen (19 Uhr). Es diskutieren Jan Rosenthal (Ex-Profi von Hannover 96), Prof. Dr. Sandra Günter (Sportsoziologin Uni Hannover) und Thorsten Leißer (Pastor und Fußballexperte). Die Moderation hat Dirk Tietenberg (Neue Presse). Was es mit „Gott und der Göttliche“ auf sich hat, ist Thema eines Gottesdienstes am Sonntag, 13. November (11 Uhr).
  • Die Ausstellung wird gefördert von der Hanns-Lilje-Stiftung, der Region Hannover, der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der Leibniz Universität Hannover, der Stiftung St. Heinrich und dem Bistum Hildesheim.
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news-31501 Fri, 23 Sep 2022 17:21:34 +0200 Was will das Leben? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/was-will-das-leben-31501/ „vision leben – Wie das Leben möchte, dass wir leben.“ ist der Leitgedanke des Klosterherbstes der Ordensmänner der Cella Sankt Benedikt, in der Zeit vom 8. bis zum 23. Oktober stattfindet. Mit Vorträgen, Konzerten, Workshops und einem Online-Kongress wird erkundet wie ein gutes und nachhaltiges... Zum zweiten Mal nach 2019 bietet die Cella St. Benedikt in Hannover einen Klosterherbst. Er steht unter dem Leitgedanken „vision leben“. Warum?

Man kann in dieser Zeit oft die Frage hören, wie wir leben wollen. Doch diese Frage führt uns letztlich wieder in die nächste Krise. Wir glauben, dass wir stattdessen das Leben selber danach fragen sollten, was es von uns will. Wie kann sich unser Leben so gestalten, dass es ihm selbst dient und uns in die Zukunft führt? Das ist unsere Leitfrage. Der Klosterherbst ist sozusagen eine Zeit des Forschens und Erkundens, um Antworten zu finden.

Ist dieser ja durchaus doppeldeutig zu lesende Leitgedanke – eine Vision für das Leben oder Leben als Vision – auch als Reaktion auf die großen Ängste, Pandemie, Krieg. Klimawandel, Inflation zu verstehen?

Ja, ganz genau. Unsere Zeit ist ungeheuer herausfordernd und stellt alles infrage. Wir alle spüren, dass die Pandemie, der Krieg, der Klimawandel und all diese bestehenden und kommenden Krisen Symptome einer neuen Zeit sind, die aktuelle Antworten braucht. Es geht um eine neue Stabilität und ein inneres Fundament. Und es geht um eine neue Art zu leben, die vielleicht gar nicht immer so neu ist.

Beim Blick durch das Programm fällt auf, dass in vielen Veranstaltungen „Innerlichkeit“ thematisiert wird. Es geht um Ängste und Befürchtungen, um das Erleben des eigenen Körpers, um Herzschlag und den inneren Frieden. Ist dieser Blick in das eigene Innere jetzt auch als Reaktion auf diese bedrohenden Zeiten zu verstehen?

Wir hören immer wieder, man möge auf die Wissenschaft hören, und das ist sicherlich in vielen Fällen auch wichtig. Aber die Wissenschaft ist kein Ort, der uns Orientierung geben kann oder uns in eine neue Art des Lebens führen wird. Was es jetzt neben einer klugen Wissenschaft braucht, ist tiefe Weisheit. Diese Weisheit aber hat wenig mit Denken zu tun, sondern mit der Bereitschaft, in Resonanz zu gehen, Wahrnehmungen wertzuschätzen und durch das Erspüren der Wirklichkeit zu einer anderen Art von Wissen zu kommen. Das aber gelingt vor allem, wenn wir einen lebendigen Bezug zum eigenen Inneren haben.

Das Programm gliedert sich wieder in Vorträge, Workshops, Musik und einen Online-Kongress. Welche Aspekte werden in den Vorträgen erörtert?

Die Vorträge bieten verschiedene Sichtweisen auf unser Thema und auch auf das Leben selbst. In einem Vortrag wird der Frage aus kontemplativer Sicht nachgegangen. In einem zweiten Vortrag wird die transpersonale Psychologie herangezogen, also die Psychologie, die sich mit spirituellen Erfahrungen beschäftigt. Und schließlich nähern wir uns weiteren Antworten durch die Phänomenologie, also aus der philosophischen Perspektive der unvoreingenommenen Wahrnehmung des Lebens. Ich glaube, dass sich diese drei Perspektiven am Ende treffen werden und der Unterschied klein sein wird.

Die Workshops scheinen diese Aspekte mit praktischen Übungen und eigenem Erleben zu vertiefen. Warum ist das so wichtig?

Wir wollen nicht nur nachdenken, sondern unser Ziel mit dem Klosterherbst ist es, den Menschen auch etwas an die Hand zu geben, das sie in ihrem eigenen Alltag umsetzen können. Das Klosterleben ist ja auch immer sehr konkret und praktisch und von daher war bei der Planung des ersten Klosterherbstes schnell klar, dass wir auch konkrete Übungen und Praktiken anbieten möchten.

Der Online-Kongress beschäftigt sich mit einer Frage, die von der Gesellschaft gerne ignoriert wird – den eigenen Ängsten und wie Zukunft aus einer Erkrankung, aus Trauer oder sogar aus der Begegnung mit dem Tod entsteht. Geht so etwas digital?

Wir bieten in diesem Online-Kongress drei Live-Interviews und einen Live-Vortrag von Luise Reddemann, die ja als Traumatherapeutin deutschlandweit bekannt ist, an. Wir möchten nicht nur Menschen in unserer Region in Hannover erreichen, sondern möglichst viele Menschen ermutigen und berühren. Das digitale Format, das konnten wir vermutlich alle in den letzten Jahren lernen, vermag mehr, als man denkt. Und wenn Menschen authentisch von ihren Erfahrungen berichten, dann ist es eigentlich egal, ob ich es lese, am PC anschaue oder in einem Vortragssaal sitze und zuhöre. Es wirkt immer.

Welche Akzente werden musikalisch gesetzt?

In dem Konzert „Lichtgarten“ und der gleichnamigen Auftragskomposition von Andreas Schmidt bekommen vorgelesene Berichte von Nahtoderfahrungen eine musikalische Antwort. Im zweiten Konzert stehen Texte aus den Visionen der heiligen Hildegard von Bingen im Zentrum, die ebenfalls vorgelesen werden und zu denen gregorianische Gesänge und Klänge aus Funk und Soul-Jazz zu hören sein werden.

Und dann setzt sich der Klosterherbst ja noch in Bewegung – mit einem Gang durch die Stadt, bei dem Lebensorte erkundet werden. Was kann man sich darunter vorstellen?

Ja, diese Art der Erkundung der Stadt hatten wir schon beim ersten Klosterherbst. Als Stadtkloster haben wir eine starke Bezogenheit zu unserer Stadt. Ich finde es spannend, die Stadt unter verschiedenen Themen zu erkunden. Und hier geht es darum, Lebensorte zu besuchen, in denen ganz konkret und in verschiedenen Facetten sich das Leben ereignet. Und wo Leben ist, da ist auch Spiritualität.

Noch mal mit Blick auf die großen Linien des Programms: Es geht um Ängste, um Hoffnung gewinnen, häufig aber aus einer eher psychotherapeutisch geprägten Sicht. Wo ist das Verhältnis zur Seelsorge?

Die heutige Psychotherapie hat kein Verhältnis zur Seele und kennt diesen Begriff im Grunde auch nicht mehr. Von daher sehe ich in unserem Programm weniger Psychotherapie als vielmehr viel Seelsorge, auch wenn es nicht immer so ausdrücklich benannt wird. Wie schon angesprochen, geht es um viel Innerlichkeit, um das innere Erkunden, um Erfahrung und darum, den tiefen Ton des Lebens in allem zu suchen und wieder zu hören. Mit anderen Worten kann man auch sagen, es geht darum, Gott zu suchen.

  • Das Programm zum Klosterherbst, weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten sind unter klosterherbst.de zu finden. Für einzelne Veranstaltungen wird ein Teilnahmebeitrag. Die Tickets können dafür auf der Webseite online erworben werden.
  • Der Online-Kongress „Zukunft aus Gebrochenheit“ beschäftigt sich vom 7. bis zum 20. Oktober mit der Frage, wie aus Schicksalsschlägen, aus Situationen von Begegnung mit schwerer Krankheit, Tod, Trauer und Gewalt Zukunft erwachsen kann. Alle Angebote dieser Reihe sind kostenlos.
  • Der Klosterherbst wird finanziell unterstützt vom Godehardjahr im Bistum Hildesheim, der Klosterkammer Hannover, der Calenberg-Grubenhagensche Landschaft und der Bank für Kirche und Caritas
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news-31499 Thu, 22 Sep 2022 16:42:00 +0200 Von A wie Asbest bis Z wie zum Schluss wird alles gut https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/von-a-wie-asbest-bis-z-wie-zum-schluss-wird-alles-gut-31499/ Der Stab ist übergeben: Anne Korte-Polier ist als Leiterin der Katholischen Familienbildungsstätte Hannover verabschiedet, Maria Hasler als neue Frau an der Spitze eingeführt worden. 24 Jahre hat Anne Korte-Polier insgesamt an der Katholischen Familienbildungsstätte (kurz: Fabi) gewirkt, 2009 dann die Leitung übernommen. Heute bietet das aktuelle Programm der Fabi über 150 Veranstaltungen, in Präsenz und online: Ehe und Familie, Glauben und Kultur, Gesundheit und Kochen, Ehrenamt und Freizeit. Nicht nur in der Stadt Hannover, sondern in der ganzen Region.

Wenn es aber darum geht, was ihr besonders am Herzen lag, sagt Anne Korte-Polier: „Das waren Bildungsformate für besondere Aufgaben.“ Was ein wenig technisch klingt, hat für sie konkrete Gesichter: „Das sind Angebote für bildungsungewohnte Familien, für Alleinerziehende mit besonderen Belastungen, für von Armut betroffene Familien, für Familien mit Migrationshintergrund.“ Denn das ist der Kern einer Fabi: „Wir schaffen Kontakt und Begegnungsmöglichkeiten, Menschen schenken sich Zeit, schaffen echte Gemeinschaft, über Generationen und kulturelle Grenzen hinaus.“

Konkret denkt Anne Korte-Polier an Projekte wie Tandem, bei dem sich deutsche und türkische Seniorinnen eine Zeit lang begleiten oder an den Leseclub, die Lernhilfen oder die Nähwerkstatt für Kinder in Flüchtlingseinrichtungen: „Hier bringen wir auch als Kirche auf eine besondere Art und Weise Menschen in Beziehung.“

In der Leitungszeit von Anne Korte-Polier wurde die Fabi umfassend umgebaut. „Sieben Jahre lang, da habe ich viel gelernt“, scherzt sie: „Von A wie Asbest, B wie Brandschutz bis Z wie zum Schluss wird alles gut.“ Auch die Fassade der Fabi wurde anders gestaltet – mit Graffitis: „Wir möchten damit der vorbeifahrenden Stadtgesellschaft zeigen, was in der Fabi läuft.“ Insgesamt sei der Umbau eine wichtige Investition des Bistums Hildesheim als Träger der Einrichtung in die Familienbildung.

Mit zwei weiteren Projekten konnte die Fabi Leuchttürme setzen. Zum einen mit dem Elterntreff in der Calenberger Neustadt, bei dem ein Ladenlokal zum niedrigschwelligen Anziehungs- und Treffpunkt für Familien, gerade mit Migrationshintergrund, im Stadtteil wird. Zum anderen regions- und landesweit mit wellcome: Ein Angebot für alle Familien, die sich im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes Unterstützung wünschen. „Wir bringen hier junge Familien und Ehrenamtliche, die konkret helfen wollen, zusammen.“ Die Landeskoordination für dieses Programm liegt bei der Fabi: „Das ist schon eine Erfolgsgeschichte für ganz Niedersachsen.“

Weitere Meilensteine: „Der Datenschutz gefordert, die Digitalisierung begeistert, wenn die Technik dann auch funktioniert“, unterstreicht Anne Korte-Polier. Als Einrichtung der Katholischen Kirche habe sie das Präventionsschutzgesetz gegen sexualisierte Gewalt sensibilisiert, dessen Anlass „geschockt“. Und nicht zuletzt die letzten zwei Jahre der Corona-Pandemie habe der Fabi und dem Team „irre viel“ abverlangt: „Wir haben Kursleiterinnen verloren, die sich beruflich anders orientieren mussten.“ Zudem müsse weitere abgewartet werden, ob die Teilnehmenden wieder in Bildungsangebote zurückfinden. Gerade deshalb dankt Anne Korte-Polier ausdrücklich, den Frauen und Männer, die Kurse anbieten oder sich ehrenamtlich als Lesepaten oder wellcome engagieren: „Sie sind das Rückgrat, ohne sie wäre die Fabi nicht die Fabi.“

Doch einen Wunsch kann sie Anne Korte-Polier dann doch nicht verkneifen: „Ich wünsche mir, dass die Akquise von Finanzmittel in der Zukunft leichter und geschmeidiger wird.“ Familienbildung braucht Vertrauen und Verlässlichkeit.

Nachfolgerin von Anne Korte-Polier ist Maria Hasler. Die Theaterpädagogin ist die vierte Frau, die die Leitung der seit 1964 bestehenden Katholischen Familienbildungsstätte übernimmt: „Ich freue mich in der Tradition dieser drei Frauen zu stehen.“ Ging es in den Anfangsjahren darum, Frauen nicht allein auf Kinder und Kirche zu reduzieren, hat sich die Fabi zu einem Ort entwickelt, „in dem der Reichtum von Gemeinschaft wie ein Segen zu spüren ist“. Durch ihre Vorgängerin stehe die Fabi heute für ein buntes Bild von Familie, in Hannover wie in der gesamten Kirche.

Für Maria Hasler ist die Fabi ein „Kirchort ohne Kirchmauern und somit ein Segensort.“ Ihr geht es um das Vermitteln von Werten und Kreativität – und das mit viel Humor. „Dafür steht auch das Team der Fabi aus leidenschaftlichen Frauen“, betont Maria Hasler.

Für das Bistum Hildesheim würdigt Generalvikariatsrat Christian Hennecke die Verdienste von Anne Korte-Polier: „Ich habe darüber gestaunt, mit welcher Leidenschaft Sie die Fabi weiterentwickelt haben“, sagt der Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat: „In diesem Haus kann man einen Ort entdecken, wie Kirche sich in dieser Gesellschaft gestalten kann.“ Mit großer Aufmerksamkeit sei Anne Korte-Polier auf die Bedarfe und Sehnsüchte von Menschen eingegangen, sodass sie in die Gesellschaft hineinwachsen konnten: „Und nicht zuletzt ist hier etwas gewachsen – manchmal auch über die Grenzen von Stellenplänen und Finanzen hinaus.“

Mit Maria Hasler als neuer Leitung ist sich Christian Hennecke sicher, dass die Fabi mit Spiritualität und Kreativität weitere Wege einschlagen werden: „Diese Wege sind ein Segen“, unterstreicht Hennecke bei einer Feierstunde zum Stabwechsel im Forum St. Joseph in Hannover, die vom Hannoveraner Kabarettisten Matthias Brodowy musikalisch und mit „humoristisch-anarchistischen“ Einlagen gewürzt wird.

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news-31477 Wed, 21 Sep 2022 16:38:26 +0200 #PeopleNotProfit https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/peoplenotprofit-31477/ #PeopleNotProfit: Unter diesem Leitgedanken laden die Christians for Future Hannover, Fridays for Future Hannover, die evangelisch-reformierte Kirche und die katholische Basilika St. Clemens zu einer ökumenischen Klimaandacht in die Aegidienkirche ein. Die Andacht am Donnerstag, 22. September,... #PeopleNotProfit (Menschen vor Profit): Die Forderungen des Klimastreiks beispielsweise nach mehr Gerechtigkeit für die Länder des globalen Südens aufgreifend, geht es in der Andacht um die Frage: Wie können Christ*innen als Mitverursacher*innen des Klimanotstands ihrer Verantwortung bei der Bewahrung der Schöpfung gerecht werden? Dazu werden Professor Dr. Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover, und Pfarrer Daniel Konnemann Perspektiven aufzeigen. Weitere Mitwirkende sind Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes, Schüler*innen und Lehrerinnen der Integrierten Gesamtschule Bothfeld und Vertreter*innen der Evangelischen Jugend Hannover.

Musikalisch wird die Andacht vom Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche gestaltet. Unterstützt wird die Andacht von der evangelisch-lutherischen Marktkirche, der Evangelischen Studentinnen- und Studentengemeinde und der Katholischen Hochschulgemeinde.

„Mit der Andacht unter dem Leitgedanken #PeopleNotProfit möchten wir den Blick darauf lenken, dass es unser Wirtschaftssystem ist, unter dem Menschen in globalen Süden leiden“, erläutern Almut Tobola und Renate Quast von Christians For Future. Mit der Zerstörung der Umwelt, mit der Klimakatastrophe geht eine große soziale Ungerechtigkeit einher: „Daher wollen wir uns Fridays for Future mit der Andacht an die Seite stellen.“

Der Auftakt des globalen Klimastreiks der Fridays for Future am Freitag findet in Hannover um 14:00 Uhr am Königsworther Platz statt.

  • Ökumenische Andacht am Vorabend des Klimastreiks | 22. September | 18 Uhr |Aegiedienkirche (Aegiedienkirchhof 1 30159 Hannover)
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news-31459 Mon, 19 Sep 2022 12:24:49 +0200 "Maradona.Der Göttliche?" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/maradonader-goettliche-31459/ „Maradona, der Göttliche?“ ist eine Ausstellung und Installation überschrieben, die am 23. September in der Kirche St. Heinrich in der Südstadt von Hannover eröffnet wird. Sie umfasst 134 Schwarz-Weiß-Fotos des italienischen Fotografen Sergio Siano, die den argentinischen Fußballer Diego Maradona... Die Bilder dokumentieren seine Fußballkunst und die Verehrung, die Maradona gerade in Neapel erfahren hat. Die Fotos sind an sechs Meter hohen Seilen aufgehängt. Bewusst sind sie im Kontrast und im Spiegel zum Ausstellungsort, einem sakralen Raum, angeordnet. Veranstalter sind das Fußball-Museum Springe, die Per-Mertesacker-Stiftung und die Katholische Kirche in der Region Hannover.

„Einmalig, dass es gelungen ist, die Ausstellung aus Neapel nach Hannover zu holen“, sagt Dirk Schröder, 1. Vorsitzender des Fußball-Museums Springe: „Wir sind sehr stolz darauf, das realisiert zu haben.“ Die beeindruckenden Fotos zeigen, wie Maradona hat einer ganzen Region zu Selbstbewusstsein und Anerkennung verholfen: „Daher werden wir in Ausstellung auch einen Blick auf die Fans werfen.“ Die Idee, dass die Bilder „am seidenen Faden“ von der Decke hängen, ist zugleich Metapher für das Auf und Ab einer Profikarriere: „Dass eine solche Heldenverehrung per se nicht gut ausgehen kann, ist in den Bildern bereits angelegt.“

„Fußball ist ein Medium zur sozialen Integration“, erläutert Marcus Olm, Projektleiter Sport Per Mertesacker Stiftung und Stiftungsrat: „Aufgabe unserer Stiftung ist es, sich um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Region Hannover zu kümmern.“ Ein Spieler wie Diego Maradona hat gezeigt, welche Kraft der Fußball entfalten kann und wie er es mit seiner Hilfe gelingen kann, Menschen miteinander zu verbinden. „Gleichzeitig ist Maradona auch ein mahnendes Beispiel dafür, wenn die sozialen Bindungen verloren gehen, wie tief der Fall sein kann“, unterstreicht Olm. Deshalb engagiere sich die Per Mertesacker Stiftung für diese Ausstellung.

„Fußball und Religion haben schon immer eine besondere Nähe“, meint Thomas Harling, Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Die Fans sind wie eine Glaubensgemeinschaft, die am Spieltag ihre Messe zelebrieren. Besonders deutlich seien diese Übergänge bei Maradona: "Er wurde in Neapel als der Göttliche angesehen, dem man Lieder singt und Altäre weiht.“ Dann der Absturz: „Aus dem strahlenden Helden wird ein gefallener Engel, eine gebrochene Persönlichkeit, mit Gewalt, Drogen, Mafia.“ Dieser Zwiespältigkeit wird in dieser Ausstellung und im Begleitprogramm nachgegangen.

„Sicher werden viele Besucherinnen und Besucher überrascht sein, eine Sportausstellung in einer Kirche vorzufinden“, sagt Pfarrer Wolfgang Semmet und Hausherr der Kirche St. Heinrich. Doch kann gerade an diesem Ort eine solche Ausstellung zum Nachdenken über die eigenen Sehnsüchte anregen: „Wir sehen uns nach Sinn, nach Glück, nach einem gelingenden Leben – oder anders ausgedrückt nach dem ‚Göttlichen‘ in unserem Leben!“ Der Glaube kann Antworten auf die Frage nach dieser Sehnsucht geben, auch im Spiegel der Verehrung eines Fußballspielers.

Die gottgleiche Verehrung, der tiefe Fall, die Zwiespältigkeit der Persönlichkeit: Im Begleitprogramm der Ausstellung werden diese Aspekte thematisiert. Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 23. September, werden sowohl der Fotograf Sergio Siano als auch die Kuratorin der Ursprungsausstellung in Neapel, Yvonne de Rosa, erwartet. Am Mittwoch, 12. Oktober, wird mit einem Podium der Frage „Maradona, der Göttliche“ nachgegangen (19 Uhr). Es diskutieren Jan Rosenthal (Ex-Profi von Hannover 96), Prof. Dr. Sandra Günter (Sportsoziologin Uni Hannover) und Thorsten Leißer (Pastor und Fußballexperte). Die Moderation hat Dirk Tietenberg (Neue Presse). Was es mit „Gott und der Göttliche“ auf sich hat, ist Thema eines Gottesdienstes am Sonntag, 13. November (11 Uhr).

  • Die Ausstellung ist bis zum 25. November von Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr, sonntags von 12 bis 18 Uhr in der Kirche St. Heinrich zu sehen (Sallstraße 74, 30171 Hannover). Führungen, auch für blinde und sehbehinderte Menschen, sind auf Anfrage möglich. Zur Ausstellung sind pädagogische Arbeitsmaterialien erhältlich. Zusätzlich wurden vom Puma Archiv in Herzogenaurach einige Leihgaben zur Verfügung gestellt, darunter ein Fussball und eine Trainingsjacke mit dem Autogramm Maradonas.
  • Die Ausstellung wird gefördert von der Hanns-Lilje-Stiftung, der Region Hannover, der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der Leibniz Universität Hannover, der Stiftung St. Heinrich und dem Bistum Hildesheim.
  • Näheres unter www.maradona-ausstellung.de
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news-31456 Sun, 18 Sep 2022 07:36:00 +0200 So schmeckt Solidarität https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/so-schmeckt-solidaritaet-31456/ „Gemeinsam zu Tisch“ – unter diesem Leitgedanken sind im Laufe der Mittagsstunden am Samstag, 17. September, gut 500 Menschen auf dem Platz vor der Basilika St. Clemens zusammengekommen: für ein kostenloses Mittagessen, für Musik, Gespräche, Angebote für Kinder – und wichtige Worte für eine... „Es geht uns als Christinnen und Christen um die Menschen, die um Teilhabe kämpfen müssen, die durch ihre Lebensumstände an den Rand gedrängt werden“, betont Felizitas Teske als Sprecherin der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Zusammen mit dem Caritasverband und den Maltesern hatte die Katholische Kirche zu der Solidaritätstafel auf dem Platz vor der Basilika St. Clemens nahe der Innenstadt von Hannover eingeladen: "Uns geht es um Würde, Respekt, Ermutigung, Teilhabe und Zusammenhalt“, hebt Felizitas Teske hervor: „Das ist die Kraft einer solidarischen Gesellschaft.“

„Gemeinsam zu Tisch, das steht sinnbildlich für unsere Stadt“, sagt Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay in einem Grußwort: „Sich unterhaken ist in den letzten zwei Jahren so wichtig gewesen und wird auch in den nächsten Monaten wieder sein.“ Die Stadtverwaltung sei in die Pflicht genommen worden, Strukturen schaffen, damit Menschen Hilfe auch wirklich bekommen: „Wir haben daher den neuen Fachbereich gesellschaftliche Teilhabe geschaffen, der zum Beispiel mit den Wohlfahrtsverbänden eine neue Winternothilfe für Wohnungslose ermöglicht hat.“ Dennoch sei es wichtig, dass die Stadtgesellschaft, die Kirchen, die Caritas und die Malteser weiter ihre Fühler ausstrecken: „Nur so können wir gemeinsam maßgeschneiderte und präventive Angebote entwickeln.“

Für Dr. Udo Niedergerke ist die Tafel vor der Basilika St. Clemens gelebte Solidarität: „Niemanden ausgrenzen, das ist das Gebot der Stunde.“ Gemeinsam mit seiner Frau Ricarda hat Niedergerke 2008 eine Stiftung ins Leben gerufen, die gezielt wohnungslose Menschen unterstützt. Aber trotz verbesserter staatlicher Hilfen werde die Zahl notleidender Menschen zunehmen: „Ein mörderischer Krieg, dramatisch steigende Energiekosten, eine galoppierende Inflation – das ist für viele Menschen trotz staatlicher Hilfe nicht zu stemmen.“ Dafür braucht es weiter die Solidarität der Gesellschaft.

Mit der Solidaritätstafel wollen die Katholische Kirche in der Region und der Caritas vor allem für fünf Gruppen Akzente für ein besseres, bunteres Miteinander in Hannover setzen: für Flüchtlinge, alte und kranke Menschen, für Familien, Wohnungslose und Kinder und Jugendliche. Für Thomas Heek vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat ist Solidarität gleichbedeutend mit der Gestaltung von Zuwanderung: „Wir warten immer auf Großereignisse, sei es die Machtübernahme der Taliban, die sogenannte Flüchtlingskrise oder Kriege wie in Syrien oder wie jetzt in der Ukraine.“ Dabei brauche es kontinuierlich Aufnahmestrukturen, nicht nur in angeblich besonderen Zeiten. „Deutschland ist ein Zuwanderungsland“, unterstrich Heek: "Wir brauchen dauerhaft Strukturen und Ansprechpersonen, damit Menschen hier schnell ankommen können.“ Beratungsstellen müssen dauerhaft in die Lage versetzt werden, Zuwander*innen und Flüchtige zu begleiten – mit Integrations- und Sprachkursen, eingebettet in ein System aus staatlichem und nachbarschaftlichem Engagement. Doch aktuell drohen sowohl auf Bundes- und Landesebene Kürzungen: „Das wäre ein fatales Zeichen.“

Auch im Alter kann Migration ein Problem bedeuten, sagt Dr. Cornelia Goesmann, die Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Hannover. Von den 135 000 Senior*innen, die in der Landeshauptstadt leben, gelten 15 Prozent als arm. Unter denen mit migrantischen Wurzeln sind es 31 Prozent: „Oftmals haben sie in schlecht bezahlten Jobs gearbeitet.“ Und Altersarmut hat ein weibliches Gesicht: „Kinder erzielen, Teilzeit arbeiten, Eltern pflegen, ohnehin schlechter bezahlt zu werden – das alles schmälert die Rente von Frauen.“ Das kennen die Tafeln in Hannover, aber auch die Straßenambulanzen. Dort mehrt sich nach Angaben von Goesmann die Zahl von älteren Menschen, die nicht wohnungslos sind, aber trotzdem die Zuzahlungen für Medikamente nicht bezahlen können. Gleichzeitig versuche Hannover im Rahmen der altersgerechten Stadt auch Begegnungsräume in den Quartieren für alte, kranke und einsame Menschen zu schaffen: „Ein guter Ansatz, aber wir sehen noch nicht, wie wir tatsächlich die erreichen, die sich zurückziehen.“

Noch eine Zahl: „21 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen sind von Armut betroffen – und Kinderarmut ist Familienarmut“, betont Christine Volland, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände Niedersachsens. Auch hier sind Menschen mit Migrationshintergrund stärker betroffen. Unzureichende finanzielle Unterstützung mit vielen bürokratischen Hürden, die Flucht vor Krieg und Gewaltherrschaft, chronische Krankheiten, Behinderung: „Wir sollten allen Respekt haben vor Familien, die solche existenziellen Nöte aushalten.“ Ein entscheidendes soziales Problem ist der Wohnungsmangel: „Wenn die Wohnung zu eng ist, fehlen Rückzugsräume.“ Das belaste Familien schwer. Es gelte, Krippen- und Kitaplätze weiter für eine inklusive Betreuung auszubauen und flexiblere Arbeitszeiten für ein besseres Vereinbaren von Familie und Beruf zu gewährleisten. „Doch es braucht auch gemeinsame freie Zeit, wie einen arbeitsfreien Sonntag“, unterstreicht Volland: „Tragfähige Bindungen kommen nicht von allein.“

Der Mangel an Wohnraum zeige sich auch an den weiter steigenden Zahlen an obdachlosen Menschen, sagt Monika Nordhorn vom Caritasverband Hannover: „Jeder wohnungslose Mensch muss ein Dach über Kopf bekommen, das ist die Grundlage jeder Hilfe und jeder Perspektive“, betont Nordhorn. Ein weiteres Problem: die medizinische Versorgung: „Viele wissen nicht, wohin.“ Mittlerweile nehme die Caritas in der Wohnungslosenmedizin und Straßenambulanz 4000 Behandlungen im Jahr vor. Zudem biete die Caritas obdachlosen Menschen eine Krankenwohnung als Anlaufstelle und Hilfe, zum Beispiel nach Krankenhausaufenthalten an: „Wir können danach 30 Prozent der Menschen, die zu uns kommen, in eine Wohnung vermitteln.“ Auch das zeige, wie entscheidend ein Dach über dem Kopf als erster Schritt für die weitere Hilfe ist.

Kai Kotmann lenkt den Blick auf die Situation von Kindern und Jugendliche nach der Corona-Pandemie mit ihren sozialen Isolierungen: „Junge Menschen sind besonders betroffen, mit Schlafstörungen, Depressionen, suizidale Gedanken und Flucht in fiktive Welten“, beschriebt es der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Region Hannover: „Das lässt Kinder und Jugendliche der Gesellschaft entgleiten.“ Die Teilhabe an Gemeinschaft müsse ihnen zurückgeben werden – durch gemeinschaftliche Erlebnisse, regelmäßige Sozialkontakte in Einrichtungen, Ferienfreizeiten: „Es kann nicht nur um Nachholprogramme für Wissen und Bildung gehen.“ Gerade die sozialen Bedürfnisse seien ernst nehmen. „Solidarität heißt alle Kinder und Jugendliche in Blick zu nehmen“, betont Kotmann: „Bedürftigkeit nicht sofort ersichtlich."

„Wie gehen wir künftig miteinander um, das ist die eine Frage von Solidarität“, hebt Diakon Ingo Langner für die Katholische Kirche in der Region Hannover nach den fünf Impulsen hervor. Die andere Frage betrifft die nach einer nach größerer Gerechtigkeit für alle: „Eine solidarische Gesellschaft schließt auch das Umverteilen von Reichtümern ein.“

  • Die Solidaritätstafel findet im Rahmen des Godehardjahrs im Bistum Hildesheim statt. Sie wird unterstützt von der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung, dem Heimatwerk Hannover, dem Bezirksrat Mitte der Stadt Hannover und der Stiftung Kirche sein in der Region Hannover.
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news-31435 Fri, 16 Sep 2022 12:35:16 +0200 Lichtfäden – eine Performance https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/lichtfaeden-eine-performance-31435/ Eine Basilika, zwei liturgische Orte: Die eine unten. Die Krypta. Die andere oben. Unter der Kuppel. Mit der Performance "Lichtfäden" werden beide Orte künstlerisch am 16. und 17. September erforscht. Kirchen sind immer mehr als Orte, an denen ausschließlich Gottesdienst gefeiert wird“, sagt Thomas Harling, Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Kirchen sind auch immer Räume voller Geschichte und Symbolik. In Hannover ist die Basilika St. Clemens das beste Beispiel dafür – nicht allein, weil die italienisch inspirierte Barockkirche in Norddeutschland einzigartig ist: „Die Architektur erzählt von den Jahrhunderten, ebenso ihr permanenter liturgischer und spiritueller Gebrauch.“

Für Harling ist es beispielsweise das Licht, das von der Kuppel bis in die Krypta geleitet wird – durch ein kleines Loch im Boden der Oberkirche. Oder das Wasser, das in der Liturgie und auch in der Lebensgeschichte des Patrons, des Hl. Clemens, eine Rolle spielt. Oder der Klang in einer Kirche, der nicht nur von Musik, sondern in seinem Verschwinden auch von Stille erzählt. Vieles davon erschließe sich Besucher*innen heute nicht mehr, ist Harling überzeugt.

Das möchte er ändern – mit einer Performance, einer künstlerischen Entdeckungsreise durch die beiden spirituellen Orte der Basilika: der Krypta, der Unterkirche, und der Oberkirche unter der charakteristischen Kuppel. Dabei werden die Elemente von Licht und Wasser und von Klang durch Orgel und Chor aufgegriffen.

Bei der Performance entwickelt visuelle Künstler Marcel Sparmann (Weimar) aus all den vorliegenden Gegebenheiten und Besonderheiten der Basilika etwas Neues. Zusammen mit der Schauspielerin Sara Simioni entwickelt er Bilder, kleine Geschichten, stellt Verhältnisse neu dar und aktiviert und reaktiviert die Weite und die Höhe und die Tiefe der Basilika.Mitwirkende sind auch Studierende einer Orgelklasse der Musikhochschule Hannover sowie die Mitglieder des Propsteichores St. Clemens unter der Leitung des Kirchenmusikers Francesco Bernasconi.

Die Performance wird an zwei aufeinander folgenden Tagen, am 16.09. (in der Krypta) und am 17.09. (in der Oberkirche) durchgeführt – jeweils in der Zeit von 19 bis 22 Uhr. Sie ist in diesem Zeitraum als Dauerperformance angelegt. Die Besucher*innen kommen und gehen im Performancezeitraum, wann sie wollen: „So individuell sie sind, so wird auch ihr Erlebnis durch ihre eigene Entscheidung geprägt sein“, ist sich Harling sicher. 

  • LICHTFÄDEN. Performance, Orgel, Wasser, Chor. Am Freitag, 16.9. (Krypta), und Samstag, 17.9. (Oberkirche), in der Basilika St. Clemens. Dauerperformance von 19 bis 22 Uhr, freier Eintritt, freie Zeitwahl. Die Kunstaktion wird finanziell vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt.
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news-31354 Tue, 06 Sep 2022 10:46:59 +0200 Singt und spielt dem Herrn https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/singt-und-spielt-dem-herrn-31354/ Im September und Oktober lädt die Kirchenmusik an der Basilika St. Clemens in Hannover zu unterschiedlichen Konzerten und einem musikalisch gestalteten Gottesdienst ein. Der Leitgedanke: „Singt und spielt dem Herrn“. „Musik ist eine besondere Form der Verkündigung“, sagt Francesco Bernasconi, Regionalkantor und Kirchenmusiker an St. Clemens. Er verweist auf die Psalmen der Bibel: „Es sind nicht nur Gebete der Klage, der Trauer, der Freude und der Hoffnung – es sind Lieder, die das gesamte Spektrum des Menschseins und des Glaubens umfassen.“ Diese Verbindung aus Gebet, Gefühl und Glauben ist das Wesen von Kirchenmusik: „Unabhängig von Epoche und Stil“, meint Bernasconi. Die Reihe in St. Clemens möchte einen Einblick geben, wie „dem Herrn gespielt und gesungen werden kann“.

  • Den Auftakt macht am Freitag, 9. September, Sophia Giesler an der Klais-Orgel in der Basilika St. Clemens. Der Titel ihres Konzerts: "Freut euch und jubelt". Beginn ist um 19:30 Uhr.
  • Am Sonntag, 11. September, lädt Francesco Bernasconi zu einer Orgelmatinee ein. Beginn ist um 11:15 Uhr.
  • "Dem Herrn will ich singen" ist ein Konzert mit Charlotte Jarosch von Schweder (Sopran) und Francesco Bernasconi an der Orgel am Freitag, 23. September überschrieben. Beginn ist um 19:30 Uhr.
  • „Ein Abend mit und über Bach“ folgt am Freitag, 30. September. An der Orgel: Adrian Brech. Beginn ist um 19:30 Uhr.
  • Zum Abschluss am Sonntag, 2. Oktober, wird ein Gottesdienst in der Basilika St. Clemens musikalisch gestaltet – mit der Kantate „Alles, was ihr tut“ (Dietrich Buxtehude), gesungen von einem Solistenemsemble. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Um eine Spende für die Kirchenmusik in der Basilika St. Clemens wird gebeten (Platz an der Basilika 2, 30169 Hannover).

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news-31334 Fri, 02 Sep 2022 19:07:06 +0200 Wie schmeckt Solidarität? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wie-schmeckt-solidaritaet-31334/ Solidaritätstafel auf dem Platz vor der Basilika St. Clemens am Samstag, 17. September, von 11 bis 15 Uhr (Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover) Wie schmeckt Solidarität? Vielleicht nach Nudeln? Das möchten wir als Katholische Kirche in der Region herausfinden und laden für Samstag, 17. September, zu einer Solidaritätstafel ein: Mitten in der Calenberger Neustadt auf den Platz vor der Basilika St. Clemens. Wir laden zusammen mit dem Caritasverband Hannover und dem Malteser Hilfsdienst ein.

Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam zu Tisch“ wird es von 11 bis 15 Uhr ein kostenloses Mittagessen, Musik, Angebote für Kinder und viel Raum für Begegnung und Gespräche geben. Kaffee und Kuchen werden nicht fehlen. Jede und jeder ist herzlich eingeladen: Jung und Alt, Menschen aus allen Kulturen, Nationalitäten und Religionen, Alleinlebende und Familien, mit oder ohne Obdach. Mit der Solidaritätstafel möchten wir für noch mehr gesellschaftliche Zusammenhalt in und um Hannover werben.

Besonders würden wir uns freuen, wenn Kinder und Jugendliche, Familien, Ältere, Flüchtlinge und Menschen ohne Wohnung zu uns kommen, mit uns essen und wir miteinander ins Gespräch kommen.

Wir erwarten unter anderem Oberbürgermeister Belit Onay und weitere Gäste – auch damit wirklich zur Sprache kommt, wie wichtig ein gutes, buntes Miteinander in Hannover ist und was dafür getan werden kann.

  • Die Solidaritätstafel findet im Rahmen des Godehardjahrs im Bistum Hildesheim statt. Sie wird unterstützt von der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung, dem Heimatwerk Hannover und der Stiftung Kirche sein in der Region Hannover
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news-31313 Wed, 31 Aug 2022 13:06:44 +0200 Neues Programm der KulturBühne vorgestellt https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/neues-programm-der-kulturbuehne-vorgestellt-31313/ Nach zwei Jahren Corona-Pause mit abgespecktem Programm hat die KulturBühne Heilige Engel jetzt das Programm für die Veranstaltungen im Herbst vorgestellt. Den Auftakt macht Thorsten Hitschfel am 09. Oktober 2022. Der Musikkabarettist präsentiert sein aktuelles Programm „Zeitenwende“ und macht sich dabei seinen eigenen Reim auf die Probleme der Zeit. Anhand musikalischer Beispiele der vergangenen Jahrzehnte zeigt er auf, wie sich unsere Welt auf den Abgrund zubewegt und nimmt dabei das Publikum mit auf eine musikalische Reise.

Tobias Rank aus Leipzig ist am 06. November 2022 zu Gast in der KulturBühne Heilige Engel. Der Komponist und Pianist hat Texte von Helmut Krausser, Thomas Kunst, Fritz Eckenga, Günter Kunert und Michael Lentz vertont. Nicht wie gewohnt für andere Interpreten - diesmal singt er selbst und begleitet sich und seine Lieder am Klavier. Literarische Chansons voller Schwermut, Melancholie, Witz und Übermut. Rebellisch und fein, abgebrüht und empfindlich, verliebt und müde. Eher leise als laut.

Ein Weihnachtskonzert der besonderen Art können Sie am 11. Dezember 2022 erleben. Das mehrfach Echo-ausgezeichnete Ensemble Quadro Nuevo kommt wieder für ein Weihnachtskonzert in die Pfarrkirche Heilige Engel. Quadro Nuevo spielt Weihnachtslieder. Ungewohnt und doch vertraut. Bekannte und selten gehörte Stücke werden von den vier Virtuosen charmant interpretiert. Einzigartig, filigran, gefühlvoll. Mit Liedern wie Es ist ein’ Ros’ entsprungen, Maria durch ein’ Dornwald ging und Die dunkle Nacht ist nun dahin blickt Quadro Nuevo zurück in die Jahrhunderte und setzt des Menschen Suche nach Trost und Liebe musikalisch um. Das akustisch-instrumentale Quartett spielt zur Vorweihnachtszeit eine sehr persönliche Auswahl an stimmungsvollen Melodien. Ein besonderes Konzert in der vierten Jahreszeit

  • Programmflyer mit Informationen zu allen Veranstaltungen liegen in vielen Kirchengemeinden und öffentlichen Einrichtungen im Südosten Hannovers aus. Alle Informationen finden sie auch auf www.heilige-engel.de. Eintrittskarten für die Veranstaltungen der KulturBühne sind ab sofort im Pfarrbüro der Heiligen Engel, Böhmerwaldstraße 8, in Kirchrode erhältlich. Unter www.heilige-engel.de können Sie Eintrittskarten auch online erwerben und sich kostenlos zuhause ausdrucken. 

 

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news-31330 Tue, 30 Aug 2022 17:14:00 +0200 „Wenn Sie den Antrag gut begründen …“ https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wenn-sie-den-antrag-gut-begruenden-31330/ Elf Monate nach dem ersten Spatenstich: Der Grundstein für den Anbau im Vinzenzkrankenhaus in Hannover ist gelegt. Die Bauarbeiten sind im Zeitplan, der Bau selbst wird sich verteuern. „Wir sind niemals am Ziel, sondern immer auf dem Weg“: Ein Wort des heiligen Ordensgründer Vinzenz von Paul ziert den Grundstein. Elf Monate nach dem ersten Spatenstich wird er für die Erweiterung des Vinzenzkrankenhaus in Hannover-Kirchrode gelegt. Sechs Geschosse wird der Erweiterungsbau des Bettenhauses zählen, in dem auch die Intensivstation sowie ein modernes Labor und die Physiotherapie einziehen werden. Gleichzeitig werden sowohl das bestehende Bettenhaus Ost als auch Funktionsbereiche wie die Gynäkologie und die Urologie umfassend saniert.

Das Erdgeschoss ist im Rohbau erkennbar, Metallstangen rangen in den Himmel für das erste Obergeschoss. Doch der Weg ist noch weit: „Wir sind im Zeitplan und möchten trotz widriger Rahmenbedingungen dieses zukunftsweisende Bauvorhaben bis Ende 2027“, stellt Karsten Bepler Geschäftsführer im Vinzenzkrankenhaus, im Rahmen einer Feierstunde heraus. Eine der widrigen Rahmenbedingungen: Die krisenbedingten Baukostensteigerungen haben auch das Vinzenzkrankenhaus erreicht. Statt der ursprünglich kalkulierten 55 Millionen Euro wird nun mit einer Gesamtsumme von 70 Millionen Euro gerechnet.

„Dass die Zahlen nicht mehr stimmen, ist wenig überraschend“, sagt Gesundheits-Staatssekretär Heiger Scholz, der die terminlich verhinderte Ministerin Daniela Behrens vertrat. Gerade Bauten im Gesundheitsbereich seien von den Preissteigerungen überproportional betroffen. Noch nie habe das Land in einer Wahlperiode so viele finanzielle Mittel in die Sanierung von Krankenhäusern investiert. „Das ist alles von den Kostensteigerungen aufgezehrt worden“, erläutert Scholz. Aber es müsse gebaut werden: „Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Krankenhausbau 100 Jahre halten konnte.“ Moderne Medizin mache es erforderlich, dass Funktionsbereiche neu geordnet werden. „Für die stationäre Versorgung im Süden und Südwesten Hannovers ist diese umfassende Neuordnung ein wichtiger Schritt, die jetzt weiter nach oben wachsen kann“, betont Scholz.

Bisher hat das Land Zusagen zum Neubau in Höhe von 41 Millionen Euro gemacht. Das Vinzenzkrankenhaus selbst wollte erst 14 Millionen Euro bereitstellen und hat seinen Anteil auf 29 Millionen erhöht. Geschäftsführer Bepler setzt auf eine weitere gute Zusammenarbeit und Unterstützung durch das Land. Staatssekretär Scholz erwidert: „Wenn sie den Antrag gut begründen …“

Diese Begründung liefert im Anschluss Jens Albrecht, der Ärztliche Direktor des Vinzenzkrankenhauses „Die Baumaßnahme geht einher mit unserer medizinischen Entwicklung und bietet ein zukunftsgerichtetes Umfeld für Diagnostik und Therapie und für die Unterbringung unserer Patienten.“ Gleichzeitig entstehen verbesserte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden. Angesichts des Mangels an Mangel an Fachpflegekräften in Krankenhäusern ein wichtiges Argument.

Zurück zum Bau: Was hat sich eigentlich in den gut 11 Monaten seit dem ersten Spatenstich getan. „Viel“, sagt Architektin Imke Scholl: „Nur das meiste davon sieht man nicht.“ Zahlen und Beispiel kommen von Bauleiterin Michaela Bolte. 5200 Kubikmeter Boden wurden ausgehoben, 1,3 Kilometer neue Regen- und Abwasserleitungen verlegt und 175 Tonnen Betonstahl verbaut. Damit man sich etwas unter diesen 175 Tonnen vorstellen kann: „Das ist das Gewicht von 35 Elefanten“, machte Michaela Bolte anschaulich.

Gesegnet wird der Grundstein durch den Hannoverschen Propst und Regionaldechanten Christian Wirz: „Gute Medizin in einem gelungenen Gebäude und das Wort Jesu, ohne das es dieses Krankenhaus nicht geben würde – beides gehört zu diesem Grundstein.“ In seinem Inneren ist eine Zeitkapsel verstaut: unter anderem mit einer Ein-Euro-Münze aus dem Jahr 2022, Broschüren über das Vinzenzkrankenhaus und einem Datenträger mit allen Bauplänen.

  • Die nächste Etappe auf dem Weg, den der Ordensgründer Vinzenz von Paul beschreibt: das Richtfest im kommenden Jahr. 
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news-31307 Tue, 30 Aug 2022 12:21:02 +0200 Katholische Kirche ist in Bewegung https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/katholische-kirche-ist-in-bewegung-31307/ „Der Synodale Weg ist eine Chance und ein wichtiger Schritt für eine glaubwürdige und zukunftsfähige Kirche. Er wird erfolgreich sein, wenn sich das ganze Volk Gottes daran beteiligt: Bischöfe, Priester und Menschen in Gemeinden und Verbänden“, lautete das Fazit der Podiumsdiskussion im... In ihren Impulsreferaten sprachen Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) und Mitglied im KDFB-Zweigverein Hannover, Rat Dr. Christian Hennecke, Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Generalvikariat Hildesheim und Matthias Eitenbenz, stellvertretender Landesvorsitzender der LSU Niedersachsen, über Chancen und Herausforderungen des Synodalen Weges als Reformprozess für die Kirche und ihre Lehre.

Maria Flachsbarth betonte in ihrem Statement, dass die Frauenfrage die entscheidende Frage für die Zukunft der Kirche in Deutschland ist. „Als katholischer Frauenverband sehen wir die dringende Notwendigkeit, Dienste und Ämter für Frauen zu öffnen und sie nicht wegen ihres Geschlechts zu diskriminieren. Frauen verfügen über enorme spirituelle Begabungen und viele spüren ebenso wie Männer eine Berufung zur Nachfolge Jesu. Die katholische Kirche kann es sich nicht leisten, auf das Potential dieser Frauen zu verzichten. Die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen wäre ein wichtiger Schritt für ein gleichberechtigtes Miteinander in der Kirche“, so die KDFB-Präsidentin.

Außerdem sprach sie sich für eine Änderung der kirchlichen Grundordnung aus und begrüßte bereits vorgenommene Maßnahmen in den Bistümern. Ebenso forderte sie eine Segnung für alle Paare, die sich lieben – unabhängig ihrer sexuellen Orientierung und Lebenswirklichkeit.

Rat Dr. Christian Hennecke betonte, dass im synodalen Weg und in dem weltweiten Prozess der Synodalität Umwandlungsprozesse angestrebt sind, die viel tiefer reichen als eine bloße Weiterentwicklung der bisherigen Kirchenstruktur. Es deutet sich ein tiefgreifender Paradigmenwechsel an – „zu einer Gestalt der Kirche, die wir so noch nicht kennen“. Deswegen verwundert es auch nicht, dass gerade der Synodale Weg soviel Emotionalität und Polarisierung sichtbar macht. Denn das Loslassen und Verlassen der gewohnten Idee von Kirche macht auch viel Angst.

Mit Blick auf die Lebenswirklichkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen hob Matthias Eitenbenz hervor, dass Lesben und Schwule heute in vielen Pfarreien zwar oft Teil der Gemeinde seien und sich nicht mehr verstecken müssten, für das kirchliche Lehramt ihre Lebensführung aber immer noch irregulär und sündhaft sei. Viele fühlten sich dadurch ausgegrenzt und verletzt.

Einig waren sich die Teilnehmenden an der Veranstaltung, dass die heutige Kirche hat einen schweren Stand hat. Noch nie haben so viele Katholikinnen und Katholiken innerhalb eines Jahres ihren Austritt aus der Kirche erklärt. Sie können und wollen dieses System nicht länger mittragen, sind enttäuscht und auch verletzt, manche haben den eigenen Glauben verloren, andere glauben den wohlformulierten Worten von Bischöfen und Priestern schon längst nicht mehr.

„Es geht um nichts anderes als die Zukunft der Kirche, die Heimat für viele ist und es dauerhaft sein will. Das geht aber nur, wenn sie sich bewegen lässt und Veränderungen als Chance und nicht als Bedrohung versteht. Wir brauchen Menschen, die aktiv werden, Impulse geben, den Dialog suchen und auch den „Finger in die Wunde“ legen. Gemeinsam ist viel möglich“, so das Fazit der Veranstalter.

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news-31244 Tue, 23 Aug 2022 13:50:37 +0200 "Wir lassen niemanden im Regen stehen …" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wir-lassen-niemanden-im-regen-stehen-31244/ Musik und Comedy zugunsten der medizinischen Versorgung von Wohnungs- und Obdachlosen und von Menschen in Not – am Montag, 12. September, im GOP Varieté-Theater. Beginn ist um 19:30 Uhr. Karten sind ab sofort erhältlich. „Auch in stürmischen Zeiten gilt: Wir lassen niemanden im Regen stehen!“, sagen Ricarda und Udo Niedergerke. Das Versprechen ihrer Stiftung wollen sie auch in diesem Jahr einlösen – und den Spendenrekord aus dem Vorjahr mindestens halten: Daher lädt das Ehepaar für den 12. September zur mittlerweile 9. Ausgabe der Benefizgala im GOP ein, wieder zugunsten von notleidenden Menschen in der Region.

„Entgegen unserer Hoffnungen und Erwartungen wurde das Jahr 2022 bislang von noch mehr Krisen und vor allem einem furchtbaren Krieg im Herzen Europas überschattet“, machen die Niedergerkes deutlich. Zahlreiche Menschen in der Ukraine haben bereits den Verlust ihrer Lebensgrundlage oder geliebter Familienmitglieder zu beklagen und mussten ihre Heimat verlassen. So wichtig es ist, den Geflüchteten Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, so darf darüber die schwierige Situation der Wohnungs- und Obdachlosen in Hannover nicht vergessen werden: „Deren medizinische Versorgung zu gewährleisten ist nach wie vor unser großes Anliegen, für das wir auf unserer Benefizveranstaltung nochmals eindringlich werben möchten.“

Unterstützt wird die Gala seitens der Politik und der Kirchen. Schirmherr ist Ministerpräsident Stephan Weil, ein Grußwort für die Landesregierung wird bei der Gala der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann, sprechen. Ihm folgt die Regionalbischöfin für den Sprengel Hannover der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Dr. Petra Bahr. Ein schriftlicher Gruß kommt vom Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, in dem er betont: „Solidarität und die Bereitschaft, sich für arme, schwache, benachteiligte Menschen einzusetzen, sind Grundpfeiler und Kennzeichen eines menschlichen Gemeinwesens.“

Im Mittelpunkt des Abends stehen die Künstler*innen, diesmal aus den Bereichen Humor und Musik. Mit dabei ist die Musikkabarettistin Mechthild Kerz , die Charme und mit einer „bösen“ Zunge verbindet. Musikalische Akzente setzen der Pianist Lutz Krajenski, der Swing- und Jazzsänger Juliano Rossi und das ehemalige Vokalensemble des Mädchenchors Hannover, bestehend aus den Sängerinnen Helena Simon, Elise Malcher und Sophia von Drygalski. Begleitet werden sie von der Hausband der Gala, die erstmals unter dem Namen Frauen mit Feuer auftritt. Die Moderation des Abends übernimmt der Komiker Jens Heinrich Claassen. Zusammengestellt wurde das Programm vom Hannoveraner Kabarettisten Matthias Brodowy.

  • Karten für 44 Euro, 49 Euro bzw. 55 Euro pro Person sind ab sofort im GOP erhältlich (Georgstraße 36, 30159 Hannover) erhältlich. Die Öffnungszeiten: Mo 10–18 Uhr, Di–Do 10–20 Uhr, Fr+Sa 10–21.30 Uhr, So 11.30–17 Uhr; Tel. 0511 30186710). Die Karten können auch via www.variete.de erworben werden (online kaufen, selber ausdrucken)
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news-31235 Mon, 22 Aug 2022 13:35:10 +0200 Mittendrin – und doch ganz woanders https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mittendrin-und-doch-ganz-woanders-31235/ August in der Stadt. Temperaturen steigen wieder. Es wird drückend. Die Hektik steigt – und die Sehnsucht nach einem Ort mit Ruhe. Ein solcher Zufluchtsort ist der Garten des Sonnengesangs von St. Antonius in Hannover. Mitten im Stadtteil Kleefeld. Mit Straßenbahnanschluss. Aber gefühlt ganz... Der Sonnengesang des heiligen Franziskus: Ein Gebet, das die Schöpfung preist und den Schöpfer lobt. Lyrik, die Selbstverständliches und Alltägliches des Tagesablaufs und der Natur in hymnische Worte fasst. Um 1224 schreibt der Heilige den Sonnengesang. Nicht in einem Rutsch, zwei Strophen fügt er im Laufe der Zeit hinzu – auch um persönliche Erlebnisse zu verarbeiten. Verse, die zur Weltliteratur gehören – und im Garten des Sonnengesangs in St. Antonius mit allen Sinnen erfasst werden können.

Der Garten hinter der ehemaligen Klosterkirche ist nicht nur eine Hinterlassenschaft des Franziskanerordens. Der Grundstein zu Kirche und Kloster St. Antonius wurde 1927 gelegt, ein Jahr später erfolgte die Weihe. Das Kloster war zeitweilig Sitz des Provinzialats gleich mehrerer Provinzen des Franziskanerordens. Doch 2010 endete die Geschichte der Franziskaner in St. Antonius. Doch ihr Vermächtnis bleibt.

2009 wurde mit der Anlage des Gartens des Sonnengesangs begonnen, zwei Jahre später wurde er eröffnet – und immer wieder neu gestaltet. Ein Garten. Organisch. Kein Museum in Stein. Sieben Stationen umfasst er in Anlehnung an die Strophen des Gesangs, dazu kommen Stationen, die der Spiritualität von Franziskus und dem von ihm gegründeten Orden der minderen Brüder entsprechen: ein Gruß an die Gottesmutter Maria, die Gemeindewiese zur Begegnung und ein überdachter Platz zum Ausruhen, an dem es von Zeit zu Zeit auch etwas zu lesen gibt.

Aber der Reihe nach: Der erste Impuls lobt Bruder Sonne und Schwester Mond. Moment, muss es sich grammatikalisch andersherum sein? Die Sonne, der Mond? Georg Wippler, ein Mitglied des Gartenteams, klärt auf: „Im Italienischen ist die Sonne von der Grammatik her männlich, der Mond weiblich.“ Insofern ist die Übersetzung richtig, auch wenn sie für deutsche Ohren falsch klingt. Aber noch ein Zweites fällt an der Station auf. Ein neuer Aufkleber mit einem sogenannten QR-Code, der es möglich macht, eine Internetseite mit der Kamera des Mobiltelefons zu öffnen. Das führt zu einem neuen Angebot des Gartenteams: Zu jeder Station gibt es einen Meditationsfilm.

Mehrere Sprecher*innen tragen die entsprechende Strophe des Sonnengesangs vor, schildern dazu eine Passage aus dem Leben des heiligen Franziskus. Schließlich werden Fragen und Impulse zum Nachdenken und Besinnen gestellt und gegeben. So wird der Sonnengesang wirklich mit allen Sinnen erfahrbar. Nicht nur mit den Augen oder der Nase. Und mit Nachhall. Nur durch wenige Klicks auf dem Mobiltelefon.

Es steckt viel Arbeit im Garten. Die Pflege übernimmt ein ganzes Team, zu dem auch Angela Wippler gehört. Gibt es für sie einen besonderen Lieblingsort? Angela Wippler zeigt auf ein Schild an der Abschlussmauer des Gartens. „Pace e Bene“ ist dort zu lesen, Friede und Gutes, ist zu lesen. Ein besonderes Anliegen im Franziskanerorden, mehr als nur drei Worte. Sie haben eine besondere Geschichte, denn diese Strophe des Sonnengesangs hat Franziskus der Überlieferung nach erst später zugefügt – nach dem er, schon auf dem Krankenlager, einen Streit zwischen dem Bischof und dem Bürgermeister von Assisi geschlichtet hat. „Dieser Ort drückt Frieden, drückt die Hoffnung aus, gut zu sich selbst und zu anderen zu sein“, sagt Angela Wippler: „Das ist einfach schön."

Für Gudrun Wirth ist es der Ort, der die Strophe um Mutter Erde symbolisiert, die nährt und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt. „Wir bepflanzen hier regelmäßig eine Kräuterschnecke“, erläutert Gudrun Wirth. Für sie ist Erde ein bodenständiges Element: „Und es duftet so gut.“ Wieder werden alle Sinne angesprochen.

Margarete Salge hat es Bruder Sonne angetan: „Das strahlt angenehme Wärme und Ruhe aus, die man spüren kann.“ Georg Wippler hält sich gern am kleinen Wasserspiel im Garten auf: „Wasser ist wechselndes Element, mal still, mal sprudelnd.“ Franziskus bezeichnet in seinem Sonnengesang das Wasser als „demütig und kostbar“. Für Wippler ist das eine „sehr berührende Beschreibung“.

Das Gartenteam, zu dem noch die Ehepaare Klemens und Maas gehören, hat aber auch zu ernten. In einem Jahr kamen schon mal 75 Kilo Äpfel zusammen. Sie wurden für einen guten Zweck vielfältig verarbeitet. Die Mutter Erde, die nährt. Zeit, wieder zum Anfang zurückzukehren.

Eines noch“, sagen die Teammitglieder: „Hören Sie mal.“ Zu hören ist: nichts. Und das obwohl nur weniger Meter entfernt, aber auch auf der anderen Seite der Kirche die Straßenbahn entlang dengelt. Nicht mal sie ist zu hören. Ein Zufluchtsort. Gefühlt ganz woanders als mitten in der Stadt.

  • Infos: Der Garten des Sonnengesangs befindet sich hinter der Kirche St. Antonius, Kirchröder Straße 12a, 30625 Hannover.
    Öffnungszeiten: Mo bis Fr (April bis Oktober): 16 bis 18 Uhr / November bis März 16 bis 17 Uhr Sa/So Feiertag 10 bis 18 Uhr. Der Garten ist wochentags nur nachmittags geöffnet, da sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Spielgarten der zur Gemeinde gehörenden Kita befindet.
    Führungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Anfragen an das Pfarrbüro unter Telefon: (0511) 9559918 oder E-Mail: info(ät)kirche-mit-herz.de Informationen im Internet: www.kirche-mit-herz/garten-des-sonnengesngs
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