Dekanat Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de de_DE Dekanat Hannover Mon, 12 Apr 2021 01:43:21 +0200 Mon, 12 Apr 2021 01:43:21 +0200 TYPO3 EXT:news news-27134 Thu, 01 Apr 2021 09:58:37 +0200 Wie geht Beten mit der Bibel? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wie-geht-beten-mit-der-bibel-27134/ Karfreitag – ein stiller Feiertag. Für manche zu still. Oder: Wie kann die Stille ausgefüllt werde? Mit Gedanken oder Eindrücken? Dazu lädt Schwester Regina Köhler ein – „Bibel & Beten“ per Zoom. „Karfreitag ist für mich ...“ Wie diese drei Punkte am Ende des Halbsatzes ergänzt werden, das möchte Schwester Regina Köhler hören. An diesem Karfreitag, 2. April, zwischen 18 und 19.30 Uhr. Von jungen und auch ‚mittelalten’ Erwachsenen, so zwischen 20 und 40 Jahren. Für all die, für die der stille Feiertag zu unausgefüllt ist. Für alle die, die Bibel entdecken wollen.

Was erwartet Interessierte? „Eineinhalb Stunden Entdeckungsreise“, beschreibt es Sr. Regina, die zur Ordensgemeinschaft der Congregatio Jesu in Hannover gehört. Am Anfang steht eine Kennenlernrunde: „Damit man weiß, mit wem man betet“, erläutert die Ordensfrau. Daran schließt sich kurzer Text aus der Bibel – am Karfreitag wird es aus dem Lukas-Evangelium sein – gefolgt von einem der- bis fünfminütigem Impuls. Dann ist Stille.

Wie wird diese Stille ausgefüllt? Bildschirme und Mikros werden in dieser Zeit ausgeschaltet. „Das hilft, in dieser Zeit wirklich ‚bei sich’ bleiben zu können, ohne sich beobachtet zu fühlen“, sagt Sr. Regina. 20 bis 30 Minuten verbleiben die Teilnehmer*innen in Stille und Schweigen. Dann geht es zurück – entweder ins Plenum oder in Kleingruppen: „Das hängt von der Anzahl der Interessierten ab.“

Einen biblischen Text hören, ihn in Stille wirken zu lassen, nachspüren, wie er das eigene Leben berührt – das ist für Sr. Regina Beten mit der Heiligen Schrift: „Ich begebe mich mit allen Sinnen hinein in den Text wie in ein Theaterstück.“ Was ist zu sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen? Der Umgang mit dem folgt eigenen Regeln: „Bei dem, was mich anspricht und berührt verweile ich.“ Vor allem eine Frage, das ist die Erfahrung von Sr. Regina, taucht immer wieder auf: „Wo dockt das in meinem Leben an?“

Auch ganz Persönliches darf geteilt werden. Alle Erfahrungen und Meinungen sind willkommen. „Fragen, Zweifel, Ärger genauso wie Freude, Glaube“, listet Sr. Regina auf: „Voraussetzung ist nur Offenheit, Entdeckerfreude und Respekt vor der Meinung und Erfahrung anderer.“

Der Karfreitag, der stille Feiertag, bleibt aber keine einmalige Veranstaltung: „Bibel & Beten“ per Zoom setzt sich fort. Alle zwei bis vier Wochen, mal ein Mittwoch, mal ein Freitag, aber immer zwischen 18 und 19:30 Uhr (siehe Plakat). Technische Voraussetzung: eine stabile Internetverbindung, Kamera, Mikro und evtl. Kopfhörer.

Bei Interesse einfach eine Mail an Sr. Regina Köhler (reginakoehler.cj(ät)web.de) schicken. Oder anrufen: 0160-99869550. Dann gibt es rechtzeitig den Zoom-Link.

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news-27133 Thu, 01 Apr 2021 07:04:26 +0200 Das Kreuz für die Ohren https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/das-kreuz-fuer-die-ohren-27133/ Normalerweise spürt man ein Kreuz auf den Schultern. Es drückt, es hindert am Aufrichten. Es ist ein Zeichen, das etwas nicht in Ordnung ist.Auch bei einem Weg, der die Stadt durchKREUZT. Wenn ein Kreuzweg durch eine Stadt führt, nimmer er genau diese Stadt mit ins Gebet: die Notlagen, die Widersprüche, die Herausforderungen einer Gesellschaft. Mal im Kleinen, mal im Großen.

Dieser Gedanke steckt auch hinter der ökumenischen Aktion Hannover durchKREUZT. Gemeinsam laden die evangelisch-lutherische Marktkirche und der [ka:punkt], der Treffpunkt der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover, zu einem Karfreitagsweg ein, der markante Stellen aufsucht, wo diese gesellschaftlichen wie sozialen Widersprüche einer Stadt sichtbar werden – wenn auch manchmal nicht auf den ersten Blick. Jahr für Jahr als Prozession an dem Tag, an dem die Christinnen und Christen weltweit das Leiden und Sterben Christi nachempfinden. Symbolisch mit dem Kreuz auf den Schultern.

Doch die Pandemie, der Infektionsschutz und daraus folgende durch die Region Hannover verordnete Ansammlungsverbote verändern die Position des Kreuzes. Es wandert gewissermaßen von den Schultern zu den Ohren. „Wir haben unseren Karfreitagsweg jetzt als Hör-Tour gestaltet“, erläutert Gregor Branahl vom [ka:punkt].

Das Prinzip: Vom Startpunkt an der Marktkirche können Paare oder Familien den Karfreitagsweg für sich gehen. Sie werden dabei durch einen Audio-Guide geleitet, der sie zu insgesamt fünf Stationen führt: „Dort begegnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unterschiedliche Weise dem Leid, das Menschen aktuell betreffen kann“, betont Branahl. Der Weg ende dann wieder am [ka:punkt].

Dieser Audio-Guide für den Karfreitagsweg erfordert ein Smartphone mit mobilen Daten und einem QR-Reader. So werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur zu den einzelnen Stationen geführt: „Über die App können sie sich Impulse zu den Stationen anhören.“ Die Impulse werden über die QR-Codes gescannt und so auf das Mobiltelefon geladen. Die QR-Codes hängen von 11:00-13:00 Uhr an den Stationen.

„Der Karfreitagsweg kann auch unabhängig von diesen Zeiten erlebt werden“, sagt Gregor Branahl. Dazu müssen die Dateien vorab aufs Handy geladen werden. Als mobiler Audioguide steht der Weg auch in den nächsten Tagen noch zur Verfügung und kann von der Homepage www.ka-punkt.de heruntergeladen werden.

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news-27125 Wed, 31 Mar 2021 18:29:24 +0200 Gottesdienste zu den Kar- und Ostertagen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/gottesdienste-zu-den-kar-und-ostertagen-27125/ Es ist das höchste Fest der Christenheit: Ostern. Von Gründonnerstag bis Ostermontag feiern die Katholikinnen und Katholiken in der Region Hannover mit vielen Gottesdiensten – in Präsenz und im Internet. Eigentlich ist es ein Gottesdienst, der sich über mehere Tage hinzieht. Es beginnt am Gründonnerstag mit der Feier des letzten Abendmahles.  Der Karfreitag steht im Zeichen der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Die Osternacht ist der Höhepunkt – Halleluja, Christ ist erstanden. Am Ostersonntag und Ostermontag wird dieser neue Morgen, diese neue Hoffnung gefeiert.

In diesem Jahr können Christinnen und Christen Ostern wieder in Präsenz feiern – unter notwendigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. "Wir haben lange im Dekanat und im Bistum erwogen, ob wir angesichts der steigenden Coronazahlen Präsenzgottesdienste feiern", sagt Propst Christian Wirz, Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Zwei Gründe sprechen dafür: "Zum einen haben alle Pfarreien erprobte und bewährte Hygienekonzepte, die ein Höchstmaß an Infektionsschutz gewährleisten"

Zum anderen passe  die Botschaft von Ostern genau in diese schwierige Zeit: "In der Karwoche erinnern wir uns daran, dass Jesus selbst unsere menschlichen Sorgen und Nöte durchlitten hat." Seine Auferstehung bringt Licht in das Dunkel, spendet neue Hoffnung. "Christus überwindet den Tod und schenkt uns das ewige Leben als ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott", betont Wirz:  "Daher werden wir in unseren Gottesdiensten für die Menschen beten, die krank, arm, vernachlässigt oder einsam sind. Und wir beten für die, die sich um sie kümmern."

Wirz ist den Gemeinden im Regionaldekanat Hannover dankbar für die kreativen neuen Wege, die sie während der österlichen Fastezeit nach Aschermittwoch gegangen sind: "Mit Andachten, Fastenwegen, Fastenfenstern, digitalen Fastenimpulsen, Kreuzwegen und offenen Kirchen haben sie sich im Gebet der Menschen angenommen, die Trost und Hoffnung benötigen." Genau das ist die Kraft des Glaubens.

EIne Auflistung der Gottesdienste finden Sie als Dokument auf dieser Seite. Zur besseren Übersicht sind die Gottesdienste in Gründonnerstag/Karfreitag und Ostern aufgeteilt.

Bitte beachten:

  • Für alle Gottesdienste besteht eine Anmeldepflicht. Das Verfahren ist in den Pfarreien unterschiedlich geregelt. Bitte informieren sich sich auf den Webseiten der Gemeinden (Übersicht Hannover-Stadt; Übersicht Region)
  • Die Angebote können aufgrund der deutlich reduzierten Platzzahl bereits ausgebucht sein.
  • Die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen sind zu beachten. Dazu zählen unter anderem das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes, das Wahren von Abstand, das Desinfizieren der Hände und der Verzicht auf den Gemeindegesang.
  • Die Teilnahme an einem Gottesdienst zur Osternacht ist von der Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr, die die Region Hannover erlassen hat, ausdrücklich ausgenommen.

Streaming-Angebote

Fünf Gemeinden und eine Ordensgemeischaft in der Region Hannover werden ihre Gottesdienste auch live im Internet streamen:

 

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news-27122 Wed, 31 Mar 2021 16:10:37 +0200 Der das Kreuz zur Seite schiebt https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/der-das-kreuz-zur-seite-schiebt-27122/ Für Propst Christian Wirz und Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann sind sie ein besonderes Zeichen der Verbundenheit: die Zwillings-Osterkerzen. Seit 2009 werden die identisch gestalteten Kerzen vom amtierenden Propst der katholischen Propsteikirche St. Clemens an die benachbarte...  “Wir freuen uns, dass wir diese Tradition jetzt wieder fortsetzen können, nachdem im vergangenen Jahr die persönliche Übergabe der Kerze coronabedingt ausfallen musste”, sagt Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann. „Eine identisch gestaltete Kerze gab es trotzdem“, ergänzt Propst Christian Wirz: „Die Tradition ist ungebrochen, nach wie vor wird eine Kerze in der Marktkirche und eine in der Basilika leuchten.“

Entworfen und gefertigt wurden die Kerzen von Schwester Marija Marta, die im Karmel St. Josef lebt und arbeitet. Seit November 2013 ist der Frauenorden der Karmelitinnen in Hannover ansässig. Die Osterkerzen sind mit einer abstrakten Darstellung von Jesus Christus geschmückt, der aus dem dunklen Grab heraustritt und sein Kreuz zur Seite schiebt.

„Die Symbolik auf den Kerzen, besonders die Zeichen Alpha und Omega für Anfang und Ende, zeigt die Zusammengehörigkeit von Leben und Tod. Als Christen glauben wir daran, dass der Tod nicht das Ende ist und das bedeutet Trost“, erläutert Pastorin Kreisel-Liebermann. „In der Karwoche erinnern wir uns daran, dass Jesus selbst unsere menschlichen Sorgen und Nöte durchlitten hat“, sagt Propst Christian Wirz: „Es ist Christus, der den Tod überwindet und uns das ewige Leben als ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott schenkt, das zeigen die Kerzen auf sehr anschauliche Weise.“

"Ich denke, dieses Zeichen passt gut in unsere Zeit", unterstreicht Sr. Marija Marta. Aus dem Dunkel heraustreten, das Schwere , das Belastende – eben das eigene Kreuz – zu überwinden und durch Hoffnung neue Kraft schöpfen: "Das ist doch das Geheimnis des Osterfestes." Die Karmelitinnen sind ein sogenannter "kontemplativer" Orden – das Gebet steht im Mittelpunkt des Lebens im Karmel. Für Sr. Marija Marta ist das Gestalten der Kerzen eine Arbeit, in der auch Gebete und Bitten miteinfließen: "Vor allem für die Menschen, die es gerade so schwer haben."

In der Marktkirche wird der hannoversche Landesbischof Ralf Meister beim Gottesdienst am Ostersonntag um 10 Uhr die Kerze erstmals entzünden. In der Basilika St. Clemens wird sie bereits am Karsamstag um 22 Uhr leuchten. Sie wird sie zu Beginn der Osternachtfeier gesegnet und am Osterfeuer entzündet, wobei fünf Weihrauchnägel, die für die fünf Wunden Christi stehen, in das Kreuz gesteckt werden.

  • Sowohl die Feier der Osternacht (Karsamstag, 22 Uhr) als auch die Gottesdienste am Gründonnerstag (1. April, 19:30 Uhr), Karfreitag (2. April, 15 Uhr) und am Ostersonntag (4. April, 10 Uhr) werden live aus der Basilika gestreamt – über den YouTube-Kanal der katholischen Kirche in der Region Hannover.
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news-27107 Tue, 30 Mar 2021 19:53:21 +0200 Kar- und Ostertage: Streaming-Gottesdienste https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/kar-und-ostertage-streaming-gottesdienste-27107/ Von Gründonnerstag bis Ostern: Christinnen und Christen feiern in diesen Tagen ihr höchstes Fest – und das live im Netz. Sie können dabei sein .... "Die Botschaft von Ostern passt genau in diese schwierige Zeit", sagt Propst Christian Wirz, Redionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover: "In der Karwoche erinnern wir uns daran, dass Jesus selbst unsere menschlichen Sorgen und Nöte durchlitten hat." Seine Auferstehung bringt Licht in das Dunkel, spendet neue Hoffnung. "Christus überwindet den Tod und schenkt uns das ewige Leben als ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott", betont Wirz: "Daher werden wir in unseren Gottesdiensten für die Menschen beten, die krank, arm, vernachlässigt oder einsam sind. Und wir beten für die, die sich um sie kümmern."

Sie können mitbeten. Sie können mit den katholischen Christinnen und Christen die heiligen Tage zwischen Gründonnerstag und Ostern feiern – live im Netz, auf Youtube oder Facebook.  Vier Gemeinden und eine Ordensgemeinschaft aus Stadt und Region Hannover laden Sie dazu ein.

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news-27105 Tue, 30 Mar 2021 19:03:06 +0200 Palmzweige auf vier Rädern https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/palmzweige-auf-vier-raedern-27105/ Man nehme: die Pfarrbusse, eine auffällige Beachflag, Osterkerzen, Gebetstexte, Palmzweige und – ganz wichtig – Zeit: Fertig ist der „Palmsonntag-to go“. Ein gelungener Versuch der Gemeinde St. Raphael in Garbsen.  Drei Kirchorte, dazu sieben weitere Stadtteile, die eher eigenständige Orte sind – das deckt die Pfarrei St. Raphael in Garbsen ab. Birgit Weisser engagiert sich im Kirchortteam von St. Maria Regina in Beerenbostel, einen der drei Kirchorte: „Mir war es schon immer wichtig, dass die einzelnen Ortschaften der weit verzweigten Pfarrei mehr in den Blick genommen werden.“ Vor allem, da durch die Corona-Pandemie für viele Gemeindemitglieder auch die sonntägliche Fahrt zum Gottesdienst nicht möglich ist: „Da geht auch Kontakt verloren, das müssen wir irgendwie wieder auffangen.“

Da kam Birgit Weisser auf eine Idee. Mit den beiden Pfarrbussen genau die Ortsteile anfahren, in denen keine Kirche steht. Und: „Fangen wir doch mal mit Palmsonntag an.“ So ging’s los – mit gefülltem Kofferraum: Palzweige, die sonst Gottesdienstbesucher mitbekommen hätte und Osterkerzen wurde verstaut. „Unser Gedanke ist schon, dass diese Kerzen dann angezündet werden, wenn zum Beispiel ein Streaming-Gottesdienst geschaut wird oder eine Übertragung im Fernsehen“, sagt Birgit Weisser. Dann reicht der Palmsonntag-to-go bis zum Fest der Auferstehung.

Mit Abstand und Maske – aber nicht weniger herzlich

Aber es geht Birgit Weisser nicht nur um das Verteilen von Palmzweigen. Kerzen und Gebetstexten: „Zwei unserer Seelsorger sind mit unterwegs.“ Damit auch kurze Gespräche bei den gut 45 Minuten währenden Aufenthalten möglich sind. Zwar mit Abstand und Maske, aber nicht weniger herzlich.

Deshalb hat Birgit Weisser markante Haltestellen für die Palmzwig-Bullys gewählt: beispielsweise auf dem Parkplatz vor dem Verbrauchermarkt, vor der Freiwilligen Feuerwehr, einer Zahnarztpraxis oder bei einem Hofladen. Gab es kritische Anmerkungen von einer dieser Haltstellen: „Nein, ganz im Gegenteil, da war eine große Bereitschaft da, dass wir die Parkplätze nutzen dürfen.“

Damit das mobile Angebot auch auffällt werden zwei Beachflags mit dem Logo der Pfarrei kurzerhand mit aufgebaut. Neben Seelsorger und Bully-Team stoßen an jeder Haltestelle noch Gemeindemitglieder dazu, die in dem jeweiligen Ort wohnen.

Für Birgit Weisser ist dieser Palmsonntag-to-go auch ein Testfall für weitere ähnliche Aktionen: „Es spricht ja nichts dagegen, vor Ort auch mal eine Andacht zu feiern.“ Die Stadt Garbsen, bei der Birgit Weisser die Aktion angemeldet hat, machte keine weiteren Auflagen. Schließlich gibt es in der Gemeinde ein erprobtes Hygienekonzept: „Wir wissen ja auch wie viele Menschen sich draußen versammeln dürfen.“

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news-26993 Tue, 23 Mar 2021 14:51:15 +0100 Der Psalm 31 und die Füße https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/der-psalm-31-und-die-fuesse-26993/ Wenn Fasten begehbar wird und einen Weg durch die Kirche bereitet: In St. Peter und Paul in Neustadt am Rübenberge geben Stationen im Gotteshaus Impulse zur österlichen Bußzeit und laden zum Mitmachen ein. Fasten gilt in vielen Weltreligionen als eine geistliche Übung, die zu einer vertieften Spiritualität führen soll. Zum Beispiel durch Verzicht. Oder durch Hinterfragen des eigenen Handelns, durch Umkehr. Ein Weg zu Gott.

Was aber, wenn dieser eher innerliche Weg äußerlich gegangen werden kann, wenn Fasten begehbar wird? Diese Möglichkeit bietet der Fastenweg in der Kirche St. Peter und Paul in Neustadt am Rübenberge. Mehrere Stationen sind im großen Innenraum der Kirche verteilt, geben kurze Impulse, laden zum Nachdenken und zum Mitmachen ein.

„Wir hatten in erster Linie Familien mit Kindern vor Augen, als wir den Fastenweg entworfen haben“, sagt Gemeindereferentin Claudia Schwarzer. Für jeden Sonntag bis Ostern baut sie zusammen mit Mechthild Veuskens und Tatjana Dziallas, die sich beide im Pfarrgemeinderat und in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, eine weitere Station auf. Doch es zeigt sich: die Fragen, die Kinder haben, sind in diesen Zeiten auch die Fragen der Erwachsenen.

Die erste Station lädt ein, einen intensiven Blick auf das Misereor-Fastentuch zu werfen, das in diesem Jahr von der chilenischen Künstlerin Lilian Moreno Sánchez gestaltet wurde. „Da gibt es viel beim näheren Hinsehen zu entdecken“, meint Claudia Schwarzer: „Der gebrochene Fuß, die goldenen Nähte, die Blumen, das Leinöl – das erschließt sich nicht sofort.“ Für Mechthild Veuskens ist der Leitgedanke des Bildes wichtig, der dem Psalm 31 folgt: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“

„Fühle mich wie in ein Netz verstrickt“

Psalm 31 bietet auch den Impuls für die zweite Station: „Ich fühle mich wie in ein Netz verstrickt, das plötzlich über mich geworfen wurde“, heißt es da. „Was auf der Seele liegt, muss ausgesprochen werden“, betont Mechthild Veuskens. So ist dort von „Unzufriedenheit“ zu lesen, davon, dass man sich wieder mehr Kontakt mit Freunden wünscht – oder dass die Schule wieder losgeht.

Doch keine Klage ohne Hoffnung. Die dritte Station lädt ein, durch eine kleine bemalte Pappkachel Stück für Stück selbst ein Hungertuch zu gestalten. „Wir haben die Blickrichtung umgedreht und fragen, was man trotz Pandemie Gutes tun kann“, erläutert Claudia Schwarzer. „Das ist gar nicht so leicht“, findet Mechthild Veuskens: „Schließlich müssen gerade Kinder zurzeit auf so vieles verzichten.“ Doch haben sie viele Ideen, was sie trotzdem tun können – von Brief und Blumenstrauß für die Oma über die Hilfe für den Nachbarn bis hin zum Schutz des Regenwalds durch bewussteres Einkaufen: „Schon stark.“ Und durchaus auch eine Anregung für Erwachsene.

Der weite Raum auf Stroh, Stein und Sand

Sorgen loslassen, Hoffnung schöpfen – das ist der weite Raum auf den Gott die Füße stellt. Station vier möchte diese Vorstellung sinnlich machen: Denn der Raum kann durchaus anders wahrgenommen werden – je nachdem, ob man auf Stroh, Stein oder Sand steht. Mit Pappkartons und unterschiedlicher Füllung wurde ein kleiner Barfußpfad aufgebaut: „Mit nackten Füßen und geschlossenen Augen ist das schon eine Erfahrung“, sagt Mechthild Veuskens. Zum Psalm kann auch ein passendes Lied als Kopie mitgenommen werden.

Station fünf ist zum vergangenen Misereor-Sonntag aufgebaut worden. Sie zeigt, was Fasten auch bedeutet. Teilen. Sogar von Glück. „Wir haben hier eine Glücksbox, durch die etwas verschenkt werden kann“, erläutert Claudia Schwarzer. Eine kleine Bastelei, ein Ostergruß, ein Brief, ein Gedicht, ein Bild – das alles wird in der Box gesammelt, um dann an Bewohner benachbarter Altenheime abgegeben zu werden.

An diesem Sonntag wird noch eine Station hinzukommen, die die Botschaft der Kar- und Ostertage aufgreift und darstellt. „Einschließlich des Palmsonntags to go“, sagt Claudia Schwarzer. Dazu werden die Pfadfinder der Gemeinde Palmsträuße binden und an dieser Station hinterlegen.

Zudem wird auf dem Kirchenvorplatz ein Kinder- und Familienkreuzweg aufgebaut – mit sechs großen Kreuzen, manche eigens dafür gebaut. Liturgisch folgt der Kreuzweg dem Vorschlag des Kinderkreuzwegs von Misereor, bei dem sechs Steine vor den Kreuzen abgelegt werden können – um Last auf den Schultern zu verlieren, in den Blick zu nehmen, was wirklich im Leben zählt. Das ist er wieder: der weite Raum, auf den Gott die Füße stellt. Die Klage und die Hoffnung.

  • Zum Anschauen: St. Peter und Paul, Bischof-Ketteler-Platz 1, 31535 Neustadt am Rübenberge. Die Kirche ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Infos unter www.katholische-kirche-neustadt.de
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news-26958 Thu, 18 Mar 2021 19:31:30 +0100 Mit Schlange, Apfel und Augenzwinkern https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mit-schlange-apfel-und-augenzwinkern-26958/ Wenn Fasten sichtbar wird und ein Kirchenfenster lebendig: In einer ökumenischen Aktion gestaltet die Gemeinde Heilig Kreuz in Altwarmbüchen ein großes Fenster ihrer Kirche mit Impulsen zur österlichen Bußzeit. Da ist es, das Fenster zum Paradies. Eva steht mit dem Apfel neben Adam, dazwischen züngelt die Schlange. Die Schöpfung ist gerade geschaffen. Tag und Nacht sind geteilt. Es herrscht Frieden unter den Tieren – unter den Fischen des Meeres, den Vögeln des Himmels und allen Tiere, die sich auf dem Land regen. Noch kein Sündenfall der Menschen, der die Schöpfung bedroht. Ein lebendig wirkendes Kirchenfenster vom Paradies, mitten in Altwarmbüchen, gleich gegenüber vom Supermarkt.

Mitten unter den Menschen – das ist ein geflügeltes Wort in der Kirche. Aber auf Heilig Kreuz in Altwarmbüchen bei Hannover trifft das zu. Donnerstags ist der Wochenmarkt vor der Tür, kleinere Hochhäuser und längere Reihenhauszeilen säumen die Straße und nicht zuletzt die nahen Supermärkte, Apotheken, Imbisse und die Post lassen Menschen direkt an der Kirche vorbeigehen.

„Wir konnten uns bewusst für die Lage entscheiden“, berichtet Josephine Just. Die 70-jährige ehemalige kaufmännische Angestellte engagiert sich seit vielen Jahren in Heilig Kreuz. 2015 wurde die alte, im Jahr 1971 geweihte Kirche profaniert und machte einem Verbrauchermarkt Platz. Bistum und Kirchengemeinde tauschten mit der Stadt ein gegenüberliegendes Grundstück und zwei Jahre später konnte die neue Kirche geweiht werden.

Das war nicht nur der erste Kirchenneubau seit zwei Jahrzehnten im Bistum Hildesheim, sondern auch ein für ein Gotteshaus völlig neues Konzept: Kirche und Pfarrheim in einem; mit Schiebewänden können Teile des Kirchenschiffs für Veranstaltungen abgetrennt werden. Die Kirche ist von außen gedacht – große Fensterfronten zum Ortszentrum hin sollen Offenheit signalisieren. Diese Fensterfronten werden nun zum „lebendigen Kirchenfenster“.

Offenheit kann zur Einsicht werden

Denn diese Offenheit kann zur Einsicht werden: „Wir haben nun einmal die tolle Lage mitten im Ort“, unterstreicht Josephine Just. Da braucht es in Corona-Zeiten zum Stoppen einladende Ideen für die „Laufkundschaft“ vor der Kirche. Im letzten Advent war es eine wachsende Krippe: „Wir haben immer eine Krippenfigur dazu gestellt, bis zu den Heiligen Drei Königen.“

Immer wieder blieben Familien und Passanten stehen, um zu schauen, was sich verändert hat. Die Krippenfiguren stammen aus der benachbarten evangelischen Christophorus-Gemeinde, mit der seit vielen Jahren eng zusammengearbeitet wird. Vor allem Kinder hatte die „Fenstergruppe“ um Josephine Just vor Augen. Kein Nikolaus, kein lebendiger Adventskalender – da musste was gemacht werden. 

„Doch jetzt ist immer noch Corona und immer noch haben wir nichts für Kinder“, sagt Josephine Just. Deshalb wieder ein sich Woche für Woche veränderndes Fenster: „Zur Fastenzeit, etwas, was viele anspricht und nicht so was Banales wie Verzicht auf Süßigkeiten.“ Daher wurde der in beiden Gemeinden verbreitete Gedanke des Klimafastens aufgegriffen.

Mal farbenfroh mit Luftschlangen und Kostümen, mal schlicht mit Asche, mal kunterbunt mit Stofftieren geht es nun um das Bewahren der Schöpfung, um das Paradies. Aber immer mit einer Botschaft, knapp gefasst auf zwei Plakaten neben dem Fenster. Leitgedanke: „Verantwortung für die Welt, in der wir leben.“ Immer mit Augenzwinkern.

„Wir möchten ja auch die Menschen ansprechen, die hier nie halten würden, eben weil es eine Kirche ist“, ergänzt Dunja Martin. Die 55-jährige Juristin gehört zum kleinen Team, das die Fenster gestaltet. Wenn man Gedanken und Werte gewissermaßen mit auf den weiteren Weg geben möchte, braucht es was zum Hingucken, zum Entdecken und auch etwas Humor. „Das darf schon glänzen und die Freude ausstrahlen, die wir selbst bei der Gestaltung der Fenster gehabt haben“, sagt Dunja Martin.

Paradies – nur mit Apfel

Donnerstags wechselt das Fenster. Draußen wird eine kleine Andacht gefeiert. Kurz, mit einigen Gedanken zum Thema, einem Gebet. Zum Beispiel, was Karneval mit Fasten zu tun hat oder Buchsbaum mit Asche. Oder, wie jetzt, das biblische Paradies mit Klimaschutz. Wegzehrung gibt es auch. Beim Paradies kann das natürlich nur ein Apfel sein.

Bei der Gestaltung der Fenster behilft sich das Team mit dem, was da ist oder organisiert werden kann. „Bei Stofftieren brauchten wir nur einmal aufzurufen“, berichtet Josephine Just. Reichlich kamen zusammen. Das ist gut so, denn das nächste Thema beim lebendigen Kirchenfenster ist die Arche Noah: „Da brauchen wir ja zwei jeder Art ...“

Normalerweise werden die Krippenfiguren für jede Szene anders angezogen. Beim Paradies ist das etwas anders. Schließlich tragen Adam und Eva lediglich Feigenblätter. Gefertigt hat sie Inkje Hamann. Die 35-jährige Kinderpflegerin gehört zur evangelischen Christophorus-Gemeinde und schätzt die Zusammenarbeit: „Das Gestalten dieser Fenster ist wirklich eine Freude. Wir brauchen etwas Farbenfrohes in diesen Zeiten.“ Auch gerade an diesem Platz, wo viele Menschen erreicht werden können.

Zum farbenfrohen Paradies gehören auch Blumen. Einige sind aus Papier und haben doch einige Kilometer hinter sich gebracht: „Meine Tochter lebt in Hameln und meine Enkelin hat einige gebastelt“, erzählt Josephine Just. Da konnte sie als Oma dann Fotos schicken, wie die Blumen hängen. So geht auch ein Paradies auf Reisen.

  • Zum Anschauen: Kirche Heilig Kreuz, Königsberger Str. 2A, 30916 Isernhagen. Der Wechsel der Fenster ist donnerstags (Andacht um 17 Uhr). Weitere Infos gibt es hier: Fastenfenster in Heilig Kreuz
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news-26919 Wed, 10 Mar 2021 11:12:00 +0100 Soziales, Kultur und Beteiligung https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/soziales-kultur-und-beteiligung-26919/ Besuche erhalten die Freundschaft – und es gibt Gelegenheit über wichtige gesellschaftliche Frage zu reden. Das haben nun Bischof Heiner Wilmer und Propst Christian Wirz bei Geprächen mit Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und Regionspräsident Hauke Jagau getan. Es gehört zu den guten Traditionen, dass ein Bischof auf Pastoralvisitiation auch auf einen Besuch beim Stadtoberhaupt vorbeischaut – und im Falle Hannovers auch bei der Spitze der Region. So hat Bischof Heiner Wilmer nun Oberbürgermeister Belit Onay sowie den Regionspräsidenten Hauke Jagau und seine allgemeine Vertreterin, Regionsrätin Cora Hermenau, getroffen. Begleitet wurde er von Propst Christian Wirz, Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover.

Mehrere, die Stadt, Region und Kirche verbindende Themen wurden bei den Freundschaftsbesuchen erörtert: zum Beispiel die soziale Lage in der Stadt, vor allem die Situation von obdachlosen Menschen. Hier hatte die Katholische Kirche in der Region Anfang des Jahres spontan einen Tagestreffpunkt in den Kellerräumen der Propstei St. Clemens nahe der Innenstadt eingerichtet, um auf die Notlage von Wohnungslosen zu reagieren. Als die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt sanken, wurde die Wärmestube sogar rund um die Uhr geöffnet. Stadt und Region haben das Angebot sowohl rechtlich wie finanziell unterstützt. Dennoch ist klar, dass es weiterer solcher Anstrengungen benötigt – vor allem, um obdachlosen Menschen eine sichere Einzelunterkunft zu bieten, damit sie überhaupt die Chance haben, wieder Fuß zu fassen.

Weitere Gesprächspunkte: die Rolle und Bedeutung von Kulturschaffenden für die Stadt und die Region, unterstützende Angebote für ältere und einsame Menschen, auch in Zeiten nach der Pandemie sowie der von Oberbürgermeister Onay angestoßene Dialogprozess über die Zukunft der Innenstadt und der öffentlichen Räume in Hannover. Für die Katholische Kirche in der Region Hannover sagte Propst Wirz zu, sich aktiv einzubringen – für mehr Beteiligung an diesen Prozessen, für das Bauen von Brücken zwischen den unterschiedlichen Interessen gesellschaftlicher Gruppen, aber auch im Sinne einer starken sozialen Stimme.

Zeichen von freundschaftlichen Kontakten sind kleine Geschenke: Bischof Wilmer hatte für Stadt- und Regionsoberhäupter zwei Nachgüsse von Reliefs der zum Weltkulturerbe zählenden Bernwardstür aus dem Hildesheimer Dom dabei: Jesu Darstellung im Tempel und die Zusammenführung von Adam und Eva. Nach 21 Jahren sind zumindest Teile der Türen wieder von Hildesheim nach Hannover gekommen. Die Bernwardstüren waren Bestandteil der Weltausstellung Expo 2000 auf dem Messegelände der Landeshauptstadt. Aber natürlich nur als Modell.

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news-26671 Thu, 25 Feb 2021 18:58:55 +0100 Auszeit am Mittag https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/auszeit-am-mittag-26671/ Eine Viertelstunde Atem holen – in der Mitte des Tages. Jeweils mittwochs für 12 Uhr wird zu einer Auszeit in der Fastenzeit in die Basilika St. Clemens in der Calenberger Neustadt nahe der Innenstadt eingeladen. Kein Alkohol, keine Süßigkeiten, kein Fleisch Fastenzeit klingt nach Verzicht. Nicht nur Christinnen und Christen nehmen die sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Karfreitag zum Anlass, um eine gewisse Zeit auf bestimmte Dinge zu verzichten.

Doch die Fastenzeit ist mehr als reiner Verzicht. Aus Weniger soll Mehr werden, ein bewusstes Durchbrechen von Gewohnheiten. Ein Ziel dabei: Besinnen auf das, was wirklich zählt im Leben. Aber wann dazu einmal Luft holen? Vor allem in der Mitte des Tages?

Zu einer solchen Auszeit am Mittag wird herzlich in die Basilika St. Clemens eingeladen – jeweils mittwochs in der Fastenzeit zwischen 12 und 12:15 Uhr. Eine Atempause mit ruhiger Musik, einem besinnlichen Text, Raum für Gedanken und dem, was in der Alltagshektik vermisst wird: ein Moment der Besinnung, auf das was wichtig ist.

  • (24.02 / 03.03 / 10.03. / 17.03. / 24.03. / 31.03. – jeweils um 12 Uhr, Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover)
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news-26667 Wed, 24 Feb 2021 14:58:59 +0100 "Fasten ist kein Selbstzweck" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/fasten-ist-kein-selbstzweck-26667/ "Österliche Bußzeit" – so nennen Christ*innen die Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern. Oder kurz: Fastenzeit. Was ist das Besondere an diesen Tagen? Wo liegen ihre Wurzeln? Und was umfasst eigentlich das Fasten? Fragen an Sr. Hilgedard Faupel von der Gemeinschaft Jesu. Das ist so ein gängiges Bild: Bei Fasten geht es doch in erster Linie um Verzicht auf alles Mögliche – Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch essen oder Autofahren. Geht es wirklich nur um Verzicht?

Ja, es geht um Verzicht. Aber das ist nur die eine Seite. Fasten ist kein Selbstzweck. Wir beginnen die Fastenzeit liturgisch am Aschermittwoch mit den Worten: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Das freiwillige Verzichten oder mit einem anderen Wort gesagt „enthalten“ ist eine Hilfe, sich von dem abzuwenden, was mich hindert, in der Freiheit des Evangeliums zu leben.

Mal zurück zu den Grundlagen: Welchen Ursprung hat das Fasten im Christentum?

Jesus selbst ist 40 Tage in die Wüste gegangen, nachdem er sich von Johannes hat taufen lassen. Eine zutiefst spirituelle Erfahrung. Allein mit sich und Gott hat er gefastet. Das war eine gängige jüdische Praxis. Es tut gut, solch eine intensive Zeit einzuplanen, um sich bewusst einzulassen auf die göttliche Dimension, die manchmal im Alltagsgeschäft untergeht.

Jetzt wird diese Zeit eher mit Heil- oder Intervallfasten als wirkungsvolle Diät verbunden. Eine problematische Entwicklung, die die eigentliche Idee des Fastens verwässert?

Nein. Heil- oder Intervallfasten ist ja das ganze Jahr über möglich. Da geht es um den Leib, dem wir etwas Gutes tun wollen, indem wir teilweise auf Nahrung verzichten. Sei es abnehmen oder den Darm reinigen. Oder auch einfach anschließend wieder bewusster zu essen. Wir verbinden in unseren jährlichen Heilfasten-Exerzitien bewusst diese körperliche Dimension mit der spirituellen des Fastens.

Wie kann Spiritualität, eben das sich Besinnen, wieder mehr in der Fastenzeit zu Geltung kommen?

Spiritualität im christlichen Sinn bedeutet, sich wieder mehr an Jesus Christus zu orientieren, der sich auf diese Welt eingelassen hat. Ich empfehle, sich morgens oder abends einfach mal hinzusetzen, zur Ruhe zu kommen, meditieren. Oder auch abschnittweise das Markusevangelium zu lesen. Und ich kann mal ganz konkret schauen, wo ich mir selber im Wege stehe, wenn es um ein „Leben in Fülle“ geht. Wir gehen als Christen in dieser Zeit ja bewusst auf das Osterfest zu.

Fasten ist ja nicht nur ein christliches Prinzip, sondern zieht sich durch viele Religion. Was ist das verbindende Element dabei?

In allen Religionen ist Fasten eine geistliche Übung, die zu einer vertieften Spiritualität führen soll. Sie beinhaltet den Verzicht auf Essen und Trinken und Sexualität.

Und wo liegen Unterschiede?

Im Buddhismus und Hinduismus ist es eher eine kurze Zeit der Enthaltsamkeit, um sich auf die Meditation vorzubereiten. Im Islam kennen wir den Fastenmonat Ramadan, in dem von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang streng gefastet wird. Auch da geht es darum „gottesfürchtig“ zu werden. Juden und Christen kennen vierzigtägige Fastenzeiten vor großen Festen, um sich darauf vorzubereiten.

Kirchen beider Konfessionen rufen zum "Klimafasten" auf. Leitgedanke: "So viel du brauchst". Ist das ein guter Ansatz, um ein politisches Ziel – mehr Klimaschutz – mit dem eigenen Handeln zu verbinden?

„Sammel, so viel du brauchst“ sagt Mose den Israeliten in der Wüste, als es Manna vom Himmel regnet. Augustinus schreibt in seiner Ordensregel, jeder und jede soll so viel bekommen wie er oder sie braucht. Es brauchen nicht alle das gleiche, aber alle sollen das bekommen, was zum guten Leben notwendig ist. Gottes Schöpfung ist für alle da. Aber das „Raumschiff Erde“ hat begrenzte Ressourcen. Mehr Klimaschutz statt mehr Wirtschaftswachstum wäre für mich das politische Ziel. Das geht, wenn zum Beispiel nicht einige sich alles kaufen, was sie sich kaufen können, ohne es wirklich zu brauchen.

Nochmal zum bewussten Verzicht, zum Beispiel um sieben Wochen lang etwas mehr für das Klima zu tun: Muss dieser Verzicht weh- oder guttun? Oder beides?

Verzicht ist immer freiwillig. Man tut es um eines höheren Gutes Willen. Eine Sportlerin verzichtet auf Vieles, weil sie die Medaille im Auge hat. Und natürlich wird es spürbar, wenn ich zu Fuß gehe oder mit dem Fahrrad fahre statt mit dem Auto. Es kann unbequem sein. Mehr Zeit und eigene Energie kosten. Aber das kann auch gut tun, wenn ich mir bewusst werde, wozu ich das mache: etwas mehr Leben für alle.

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news-26622 Thu, 18 Feb 2021 23:26:13 +0100 Aschermittwoch verpasst? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/aschermittwoch-verpasst-26622/ Einen Stift und ein Blatt Papier, einen Topf mit Erde und Blumensamen, eventuell Kapuzinerkresse. Mehr braucht es nicht für ein Aschermittwoch-Set, dass Hoffnung bis Ostern sähen will. Wie das geht, erläutert Ulrike Langer, Gemeindereferentin im [ka:punkt], dem Treffpunkt der Katholischen Kirche in... news-26540 Fri, 12 Feb 2021 12:43:57 +0100 Auf das Leben! https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/auf-das-leben-26540/ #beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst – so lautet der Titel einer deutschlandweiten ökumenischen Kampagne, die jetzt begonnen hat. Nachfragen bei Ulla Konrath , katholische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hannover . Worum geht es aus Ihrer Sicht schwerpunktmäßig bei der Kampagne?

Die Kampagne steht im Licht der vielen Veranstaltungen und Aktionen rund um das Jahresthema 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland und will über Kirchengemeinden und anderen kirchliche Wirkorte, wie auch in Schulen und öffentlichen Einrichtungen, mit den Plakaten freundlich aufmerken lassen. Sie will informieren, zu eigenen Gedanken anregen und bestenfalls zum Gespräch verleiten. Es ist schon lange klar, dass wir dem wachsenden Antisemitismus und den Verschwörungsmythen in unseren Reihen etwas entgegen setzen müssen, das geht nur eindeutig und offen und für die Menschen, die es aufnehmen wollen, positiv. Die Shoa und die gesamte christlich jüdische Geschichte geht über Tod, Vertreibung und Mord, das ist immer verstörend und macht betroffen. In der Vergangenheit waren wir Täter oder Opfer, das wollen wir in Zukunft nicht mehr werden. Es kam der Wunsch seitens der jüdischen Verbände und Gemeinden lebendiges und positives übereinander zu erfahren und darüber in die Begegnung zu kommen.

Was sind denn die Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Juden, da gibt es doch einen erstaunlichen Vielklang allein in den Festen?

Wahrhaftig begegnen wir uns im Jahreszyklus immer wieder mit den christlichen und jüdischen Feste ohne es zu merken, weil wir so ganz parallel aneinander vorbei leben. Mir hat diese Erkenntnis geholfen mit der Veränderlichkeit der eigenen Traditionen und des eigenen Anspruchs besonders in der Familie mit meinen heranwachsenden Kindern besser umzugehen. Es ist spannend und tut gut zu erleben, das jüdische Traditionen viele unserer Kirchenfeste durchs Jahr vorgelebt haben und doch ganz anderes gefeiert werden. Das jüdische Passahfest kennen wir vielleicht am besten, weil es im Neuen Testament eine so entscheidende Rolle spielt. Von christlicher Seite wurde die jüdische Wurzel unseres Glaubens lange prominent ignoriert, da sind und waren wir wohl immer schon eifersüchtig bis hin zu hasserfüllt Judenfeindlich. Es macht mich leichter und irgendwie froh über die Gemeinsamkeiten jetzt immer mehr und mehr zu erfahren.

Wie ist es um das Verhältnis von Christen und Juden in Hannover bestellt?

Seit November 2019 bin ich für die katholische Seite im Vorstand der Gesellschaft Christlich Jüdischer Zusammenarbeit. Die GCJZ wurde in Deutschland nach 1945 von den Alliierten uns als Aufgabe an die Hand gegeben. Eine weise Entscheidung in die Zukunft. Heut ist der Christlich Jüdische Dialog sehr viel breiter aufgestellt, vor allem in der evangelischen Kirche. Dort gibt es zum einen die regelmäßigen Gesprächsveranstaltungen und die kulturell hochwertigen Abende in der Marktkirche. Die BCJ, Begegnung Christlich Jüdisch, kommt ebenfalls aus der evangelischen Landeskirche und ist ebenfalls hochkarätig aufgestellt. Der christlich jüdische Dialog arbeitet mit den vielen jüdischen Gemeinden und Einrichtungen intensiv und vertrauensvoll zusammen. Nebst den Verbänden und der wunderbaren Villa Seligmann gibt es in Hannover vier verschiedene jüdische Gemeinden. Die Bekanntesten sind sicher die Liberale Jüdische Gemeinde und die Konservative Orthodoxe Jüdische Gemeinde. Wir sind zwar nicht Berlin oder Köln, aber Hannover hat auch eine ausgeprägte Jüdisch Christliche Kultur und natürlich einen schnellen Draht, wenn wir uns gegenseitig unterstützen müssen, wie damals nach dem Anschlag in Halle. Da wissen die Hannoveraner*innen und die christlichen Kirchen klar, wo sie stehen.

Warum ist der jüdisch-christliche und darüber hinaus der Interreligiöse Dialog so wichtig?

Gott legt uns die Pflicht zum Frieden mitten ins Herz. Es ist eine grundlegende Übung zum Erhalt des Friedens in der Stadtgesellschaft, wie auch in der Welt, dass die einzelnen religiösen Gruppen miteinander sprechen. Auch hier haben wir in Hannover mit dem Haus der Religionen einen hervorragenden Ort, mit dem Rat der Religionen ein waches und ansprechbares Gremium und mit dem Forum der Religionen eine handlungsfähiges Moment für diese Friedensarbeit, die nicht jede/jeder von uns in jeder Minute selber leisten kann. Ich würde mir wünsche, dass es in jeder Gemeinde eine Art Nachbarschaftrat gäbe, der sich mit dieser wunderbaren Infrastruktur die gemeindlichen Nachbarn anderer Religionen zu Freunden macht. Wer umeinander weiß, läd sich vielleicht gegenseitig zum Gemeindefest ein, kann sich in Schulen und öffentlichen Plätzen begegnen und ist so auch selber geschützt, wenn antisemitische, antiislamische oder antichristliche Gewalt aufkommt. Dialog klappt ja manchmal noch nicht einmal mit den anderen christlichen Kirchen nebenan. Wir stehen also da noch sehr am Anfang einer notwendigen Ökumene und Freundschaft, die uns ohne Frage gut tut. Es ist ein interessantes Paradox, das die eigene Identität in der Begegnung mit dem Anderen positiv genährt wird.

Wie sieht der Dialog der Religionen in der Zukunft aus? Was wünschen Sie sich von den Dialogbeteiligten?

Eigentlich ist es ganz einfach. Fürs erste reicht es offen zu sein für den Anderen. Der Schlüssel liegt in der Annahme, dass auch der andere ein reiches spirituelles und geistiges Leben hat und daher ein interessantes Gegenüber sein kann. Diese wertschätzende und friedfertige Perspektive legt uns ja das Zweite Vatikanische Konzil ins Stammbuch, wenn es (im Kapitel nostra etate) heißt, die katholische Kirche lehne nichts von alledem ab, was in diesen anderen Religionen wahr und heilig ist. Der Dialog hat immer Zukunft, auch wenn ich natürlich nicht die Friedensarbeit von Stadt, Land und Weltkirche machen kann. Wir haben es zum Beispiel an der Schule unserer Kinder erlebt, wie der Schulhof deutlich friedlicher wurde, nachdem islamischer Religionsunterricht und jüdischer Religionsunterricht zusätzlich stattfanden. Es wird immer wieder an vielen Orten viele kleine Schritte geben müssen. Wir müssen unsere Resonanz, also unser Ohr für den interreligiösen Dialog wachhalten. Das kann auf der nachbarschaftlichen Ebene ganz persönlich passieren oder aber auch ein Verbinden mit den schon bestehenden Organisationen wie GCJZ, BCJ, oder anderen sein. Das Verbinden wird mich reich machen, aber ich kann es nicht erzwingen, nicht konservieren.

Wie können sich Gemeinden und Verbände in diese Kampagne einbringen?

Die Gemeinden können die Plakate einfach am eigenen Kopierer ausdrucken und Monat für Monat passend in ihre Schaukästen hängen. Das wäre schon der erste und wichtigste Sinn dieser Kampagne. Ob sich daraus vielleicht ein Gespräch, eine Predigt, eine Begegnung ergibt, kann mit Spannung erwartet werden. Bestenfalls entsteht ein Bedürfnis in der Gemeinde, die eigenen jüdischen Nachbarn besser kennen zu lernen und gegenseitig einzuladen. Das eigene Selbstwertgefühl und auch der eigene Glauben kann an der Begegnung mit dem vermeintlich Anderen wachsen. Und weil das Sprechen darüber immer vor Ort stattfindet, wird es auch erst einmal die Gespräche untereinander lebendig werden lassen.

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news-26529 Thu, 11 Feb 2021 18:14:52 +0100 Die "lern.bar" ist wieder online ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/die-lernbar-ist-wieder-online-26529/ Das Jugendpastorale Zentrum Tabor in Hannover unterstützt Schüler*innen beim Distanzlernen: Mit Videokonferezen, aber auch mit einem Platz zum Arbeiten. Für fast alle Schüler*innen gilt zurzeit: Unterricht und Lernen in den eigenen vier Wänden – per E-Mail und Videokonferenzen. Aber auch mit Hausaufgabenhilfe? Nicht nur die Schulen haben weitgehend dicht, sondern auch die Treffpunkte, in denen es Unterstützung beim Lernen gibt. Das Jugendpastorale Zentrum Tabor hat die „lern.bar“ wie im Frühjahr 2020 erneut ins Internet verlegt.

Normalerweise finden im Tabor Schüler*innen der Klassen fünf bis zehn jeweils von Montag bis Donnerstag Unterstützung bei den Hausaufgaben und sogar Nachhilfe bei größeren Lernschwierigkeiten. „Wir möchten unsere Hilfe aber aufrechterhalten“, betont die Leiterin des Tabors, Schwester Birgit Stollhoff.

Jetzt können sich Interessierte über „Zoom“, einer Plattform für Videokonferenzen, zur üblichen Zeit um 15 Uhr direkt in die „lern.bar online“ einwählen (siehe unten). Von da aus werden sie in unterschiedliche Lernräume geschaltet. Das Angebot ist kostenlos und vor allem durch Ehrenamtliche, den Teamern, getragen: „Das sind in der Regel ältere Jugendliche oder Studierende“, ergänzt die Ordensfrau der Congregatio Jesu. Nebeneffekt: Durch die Nähe im Alter entstehe auch eine besondere Verbindung zwischen den Schülern und den Teamern: „Das ist ein Herzstück unseres Angebots.“

Was aber ist mit Schülern, die keinen richtigen Arbeitsplatz zu Hause haben können? Oder denen ein Laptop oder Tablet für den schulischen Distanzunterricht fehlt? „Wir bieten jetzt auch einen Platz zum Selber-Lernen an“, sagt Hien Duc Vu, Jugendreferentin im Tabor. Schüler*innen können sich im Tabor anmelden und bekommen dann einen Einzelarbeitsplatz zugewiesen. Ein Tablet kann ausgeliehen werden, um an Videokonferenzen mit der Schule teilzunehmen oder Aufgaben abzuarbeiten: „Materialien ausdrucken ist auch kein Problem“, betont Hien Duc Vu. Das Angebot kann von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr genutzt werden. Platz gibt es für acht bis zehn Schüler gleichzeitig. Eine vorherige Anmeldung ist aber unbedingt erforderlich.

„Lernen nur über den Bildschirm ist schon eine echte Herausforderung“ findet Jugendreferent Nils Dreckkötter. Deshalb bietet das Tabor einen Ausgleich an – Spielen, auch per Bildschirm. Von Montag bis Donnerstag werden um 16 Uhr unterschiedliche Spiele ausprobiert. „Vielleicht gibt das jungen Menschen einen Hauch von normalem Alltag wieder zurück“, hofft Dreckkötter. Sehen, treffen, was zusammen machen – für Jugendliche ist das enorm wichtig.

Die Zugangsdaten für die „lern.bar“:  https://zoom.us/j/3572290220?pwd=RmNET1ZrR1FqMFY3bUdnbWN2dUtjUT09

Anmeldung für den "Arbeitsplatz" bei Hien Duc Vu (Telefon: 01573-2445301, auch Whatsapp)

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news-26528 Thu, 11 Feb 2021 17:50:45 +0100 Keine dunklen Ecken mehr https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/keine-dunklen-ecken-mehr-26528/ In der St.-Heinrich-Kirche in der Südstadt von Hannover wurde die Sakristei umgebaut: mehr Glas und mehr Licht. Eine Maßnahme zum Präventionsschutz – und eine Investition in Vertrauen. Enger Flur, dunkle Räume, massive Türen, die weder Blicke noch Laute durchlassen: Viele Sakristeien auch in den Kirchen im Bistum Hildesheim gleichen diesem Muster. Das war auch in St. Heinrich in der Südstadt Hannovers so. „Aber das konnte nicht mehr so bleiben“, betont Pfarrer Wolfgang Semmet.

Mit einem kleinen Arbeitskreis hat er die Örtlichkeiten in der Ende der 1920er-Jahre erbauten und 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg wieder errichteten Kirche unter die Lupe genommen. Das Gotteshaus ist in die umliegende Wohnbebauung eingegliedert und verbunden. Über einen kurzen aber schmalen Gang wird das an die Kirche angebaute Sakris­teigebäude mit eigenem Eingang erreicht. Es gibt zwei Räume: Einen für die Ministranten, in dem auch ihre Gewänder aufbewahrt werden. Dazu kommt die größere Hauptsakristei. Beide Räume sind über einen kleinen Eingangsflur verbunden.

„Unsere zentrale Frage war, ob sich Kinder in den verschiedenen Räumen der Kirche wohl und sicher fühlen können“, erläutert Semmet. Schnell war klar, dass an einigen Stellen etwas verändert werden müsste: „So war das auch mit den Türen: Plötzlich stand ich davor, und mir wurde bewusst, dass überhaupt nicht einsehbar ist, wer sich in den Räumen befindet“, schildert der Seelsorger seinen Eindruck. Klares Votum des Arbeitskreises und von Semmet: „Die Türen müssen transparent sein, damit jederzeit einsehbar ist, was dort passiert.“

Die Türen haben jetzt vier Fenster

So wurden die alten Türen umgearbeitet und bekamen jeweils vier große rechteckige Fenster. Ähnliche Glaselemente sind auch in der Basilika St. Clemens eingebaut. Die Mutterkirche der Katholiken in Hannover gehört zur Pfarrei St. Heinrich.

Auch in der zweiten von Semmet verantwortlich betreuten Pfarrei St. Godehard und ihren Kirchorten, wurde etwas für Transparenz getan. „Wir haben zum Beispiel in den Gemeindehäusern auf den Fluren Bewegungsmelder installieren lassen, sodass sofort überall das Licht angeht, wenn sich jemand dort befindet“, berichtet Semmet: „Es darf keine dunklen Ecken, keine uneinsehbaren Räume mehr geben.“ Sogar ein Beichtzimmer in St. Godehard habe eine Glastür bekommen. Schalldicht, damit nicht gehört wird, was dort besprochen wird – aber jederzeit von außen einsehbar.

Glas und Licht sind für Semmet Zeichen von Transparenz: „Und nur mit dieser Transparenz werden wir als katholische Kirche überhaupt wieder Vertrauen zurückgewinnen.“ Mit baulichen Konzepten, aber auch mit verpflichtenden Präventionsschulungen werden nicht nur Kinder und Jugendliche geschützt: „Es ist auch für mich als Priester eine große Hilfe.“ Zum Beispiel, wenn er während der Beichte mit einem Erstkommunionkind allein ist: „Wir müssen deutlich machen, dass uns der Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen in kirchlichen Einrichtungen wichtig ist.“

Seit seiner eigenen Präventionsschulung stellt sich Semmet die Frage von Nähe und Distanz viel bewusster: „Dinge, die ich früher einfach gemacht habe, etwa das Gewand eines Ministranten vor dem Gottesdienst zurechtzurücken, wenn es nicht saß, würde ich heute nicht mehr machen.“

Nachdenken über Nähe und Distanz

Nachdenken über Nähe und Dis­tanz – das würde Semmet auch anderen Erwachsenen vermitteln wollen. Denn nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Gesellschaft würden Kinder immer wieder in die Ecke gedrängt und müssten sich wehren, weil ihnen Erwachsene zu nahe kommen: „Wenn es uns als Kirche gelänge, dass dieses Bewusstsein überall stärker wird und wir dazu beitragen könnten, dass Kinderrechte respektiert werden – dann wäre ich zufrieden.“

Daher ist es für Semmet gut und richtig, dass im Bistum Hildesheim vor zehn Jahren Präventionsmaßnahmen verpflichtend eingeführt wurden. Das wäre für alle deutschen Diözesen wünschenswert. Aber: „Bei allen vorbeugenden Maßnahmen dürfen wir auf keinen Fall die Misshandelten übersehen.“ Die Kirche hatte sie zu lange nicht im Blick. „Das beschämt mich“, sagt Semmet mit Nachdruck: „Es ist wichtig, diesen Menschen zu helfen und sie in jeder Hinsicht zu unterstützen.“

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news-26517 Wed, 10 Feb 2021 19:26:16 +0100 Ein schöner Schlussakkord https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ein-schoener-schlussakkord-26517/ Nach über drei Jahrzehnten ist Schluss: Winfried Dahn hat die Leitung der Reihe „Musik in St. Augustinus“ in Hannover-Ricklingen abgegeben. Katholische Kirchenmusik hat für auch etwas mit Kümmern zu tun – in mehrfacher Hinsicht.  Etwas Schönes sollte es sein, ansprechende Musik für die Gottesdienste: Darum bat Salesianerpater Karl Fox, Ende der 1980er-Jahre Pfarrer von St. Augustinus, Winfried Dahn. Der gelernte Elektrotechniker, Berufsschullehrer, Studienrat und ehrenamtliche Organist reagierte prompt – und rief 1988 die Musikreihe „Musik in St. Augustinus“ ins Leben. Getreu seinem Leitmotiv: „Musik verbindet Menschen, berührt die Herzen und beflügelt die Seele.“

Dahn, zu diesem Zeitpunkt 41 Jahre alt, hat 1963 mit dem Orgelspiel begonnen, war unter anderem über 20 Jahre Organist im Kirchenmusikerteam der Basilika St. Clemens in Hannover. In St. Augustinus erwartete ihn zunächst noch eine elektronische Orgel, in ziemlich betagtem Zustand. Doch ein Orgelneubau war bereits in Planung.

Im Juni 1991 war es soweit: Die Lobback-Orgel, benannt nach ihrem Erbauer, dem Hamburger Orgelbaumeister Christian Lobback, wurde geweiht. „45 Register, 3245 Zinn-, Blei- und Holzpfeifen, die längste Pfeife ist 5,60 Meter hoch, ein frei stehender Spieltisch – und das in einer Stadtteilkirche“, listet Dahn auf. Die Leidenschaft für diese Orgel ist ihm anzuhören. „Lobback hat noch weitere kleine Besonderheiten eingebaut“, sagt Dahn und verweist auf ein Niedersachsenross, das in das Eichenholzgehäuse eingearbeitet wurde.

Mit der neuen Orgel veränderte sich auch der Charakter der Musikreihe. Was zunächst als konzertante Musik im Gottesdienst gedacht war, wurde zu einer internationalen Konzertreihe. „Wenn ich alles zusammenrechne, komme ich auf 352 Veranstaltungen in den vergangenen 32 Jahren“, erläutert Dahn. Die Zuschauerzahlen kann er nur schätzen, allerdings anhand genauer Kenntnis der Sitzplätze in seiner Heimatkirche. 500 Menschen haben in St. Augustinus Platz und je nach Belegung dieser Plätze kommt Dahn auf eine Gesamtsumme: „Es dürften um die 70??000 Besucher gewesen sein.“

Bei der Auswahl der Konzerte ließ sich Dahn nicht nur von dem „Schönen“ leiten. „Alles was wir tun, hat auch gesellschaftliche Bedeutung“, betont er. Musik kann auch Brücken zwischen Nationen schlagen: „Daher kamen unsere Gastsolisten und Organisten aus St. Petersburg über Prag bis Paris.“

Möglich wurde das nur durch das „familiäre Gesamtpaket“, wie Dahn anmerkt. In der Regel haben die Künstler bei seiner Frau Christa und ihm übernachtet. Keine drei Minuten von der Kirche entfernt wohnen sie. Auch Essenswünsche zu ungewöhnlichen Zeiten waren für Christa Dahn kein Problem.

Suppe um Mitternacht

Wie Suppe um Mitternacht – das führt Dahn zu einem Konzert, das unter den vielen Besonderheiten ein Höhepunkt war. Zur EXPO 2000 in Hannover spielte der Moskauer Organist Alexander Fiseisky das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach, dessen 250. Todestag ebenfalls 2000 begangen wurde. An neun Abenden hintereinander saß er insgesamt 19 Stunden an der Orgel von St. Augustinus: „Als die Zuhörer des Konzertes gegangen waren, hat er für den kommenden Abend geübt – und dann gab es halt stärkende Suppe um Mitternacht.“

Nur durch dieses Engagement war die Reihe über so viele Jahre am Leben zu halten: Das betraf auch spontane Papiertransporte. „Bei einem Konzert mit dem Trompeter Joachim Pliquett kam es zu einer Verwechselung von Reisekoffern.“ Der in Berlin lebende Künstler kam von Konzerten mit dem Deutschen Symphonie-Orchester aus Japan angereist und hatte den falschen Koffer dabei: „Damit hatten wir keine Noten.“ Seite für Seite schickte der Sohn des Trompeters die Noten aus Berlin ins Pfarrbüro von St. Augustinus – und Dahn brachte Blatt für Blatt auf die Orgelempore.

Weitere Höhepunkte? Dahn überlegt einen Moment: „Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 hat Wolfgang Seifen die Nationalhymnen der sieben bisherigen Weltmeister auf unserer Orgel improvisiert.“ So etwas könne nicht wiederholt werden. Und Dahn denkt an das 30-jährige Jubiläum der Musikreihe, das im November 2018 gefeiert wurde: „Mit einer Performance für Orgel, Glocken, Poesie und einer kunstvoll beleuchteten Kirche – das kann man nicht mehr überbieten.“

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Wichtig waren Dahn in all den Jahren auch Benefiz-Konzerte: „Die Gesellschaft hat mir die Chance gegeben, mich beruflich zu qualifizieren“ Dahn hat Elektro-Installateur gelernt und mit dem Gesellenbrief in der Tasche angefangen zu studieren: Erst Elektrotechnik, dann noch Politik, Soziologie und Psychologie studiert und war später Studiendirektor am Landesinstitut für Fortbildung und Weiterbildung im Schulwesen und Mitglied der Schulleitung der berufsbildenden Schulen in der Region Hannover: „Da muss ich der Gesellschaft doch etwas zurückgeben.“ Musiziert und gesammelt wurde unter anderem für die Indienhilfe der Salesianer, für die Obdachlosenhilfe der Caritas, für krebskranke Kinder, für Weihnachtshilfe und anderes mehr.

Jungen Menschen Beteiligung und Bildung ermöglichen – das zieht sich durch das berufliche und ehrenamtliche Engagement des Kümmerers Dahn. Das führte beispielsweise zur Etablierung von „Talk im Turm“. Dahn lud sich für 15 Minuten vor Beginn eines Konzertes Gäste aus Stadt und Region Hannover ein: Politiker, Künstler, Kirchenvertreter – und diskutierte mit ihnen aktuelle Zeit- oder gesellschaftliche Grundfragen.

Nun ist Schluss: „Mit 73 Jahren ist es an der Zeit“, sagt Dahn. Aber es fiel ihm nicht leicht, gibt er zu. Ein ausschlaggebender Grund: Tochter Stephanie lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Brasilien, ist dort Professorin. Familiäre Kontakte zu pflegen wird aufwendiger. Aber so kennt man nun auch die Lobback-Orgel an der Universität von Curitiba. Dahn hat vor Weihnachten letzten Jahres einen Videogruß an die Wirkungsstätte seiner Tochter geschickt. „Vom Himmel hoch“, gefilmt von seiner Frau. Ein Choral von Bach. Bei der allerersten Musik in St. Augustinus stand auch ein Werk von Bach auf dem Programm. Hier schließt sich ein Kreis, der zumindest den halben Erdball umspannt. Für Dahn ein schöner Schlussakkord.

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news-26473 Sat, 06 Feb 2021 19:50:07 +0100 Katholische Kirche öffnet Wärmestube und Tagestreffpunkt rund um die Uhr https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/katholische-kirche-oeffnet-waermestube-und-tagestreffpunkt-rund-um-die-uhr-26473/ Angesichts der drohenden Kältewelle öffnet die Katholische Kirche in der Region Hannover die neue Wärmestube und den Tagestreff des Caritasverbandes rund um die Uhr. Von Sonntag, 7. Februar an, finden obdachlose Menschen nicht nur warme Getränke, einen Imbiss und einen Platz zum Ausruhen, sondern... Die Räume in den beiden Einrichtungen am Platz vor der Basilika in den der Calenberger Neustadt werden am Sonntag um 7 Uhr erstmals geöffnet.

„Die Not ist groß in diesen Tagen“ betont Propst Christian Wirz, der Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Daher sei es eine Selbstverständlichkeit, dass die Kirche ihre Räume für Schutz vor der Kälte öffne. „Bei Bedarf können wir noch weitere Räume zur Verfügung stehen“, erläutert Wirz.

Die spontane Hilfe wird überwiegend von ehrenamtlich in der Katholischen Kirche Engagierten getragen - in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst. Die notwendigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen sind gewährleistet. Von Montag, 8. Februar, an stehen Sozialarbeiterinnen der Caritas für Beratung und weitere Unterstützung zur Verfügung. „Unsere Hilfe lebt davon, dass sich möglichst viele Menschen engagieren“, unterstreicht Propst Wirz.

Wer das Angebot unterstützen möchte – durch Mitarbeit oder Spenden - kann sich unter der E-Mail-Adresse: propstei(ät)kath-kirche-hannover.de melden.

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news-26429 Mon, 01 Feb 2021 19:54:28 +0100 Beten mit Händen und Füßen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/beten-mit-haenden-und-fuessen-26429/ Fünf Buchstaben. Ein kurzes Wort und doch von so großer Bedeutung. Beten. Gott suchen – das geht im Stillen in einer Kirche. Oder in Bewegung beim Pilgern. Oder in beidem, zeigt ein Beispiel aus der Pfarrei Hl. Engel in Hannover. „Eigentlich haben wir nur gedacht: Corona braucht mehr Gebet“, erzählt Birgitta Brauner. Die 56-jährige Physiotherapeutin gehört zu einer Gruppe von Engagierten in der Pfarrei Hl. Engel im Hannoverschen Stadtteil Kirchrode, die sich genau darüber Gedanken gemacht hat. Die Pandemie ist eine stete Herausforderung. Nicht nur was den Verlust von Nähe und gewohntem Alltag betrifft. Sondern Krisen sind immer eine Anfrage an den Glauben, an Gott.

Dazu kam eine zweite Erfahrung: „Eine Zeit lang konnten wir keine Gottesdienste feiern, da hat sich eine Sehnsucht nach der Eucharistie entwickelt“, beschreibt es Birgitta Brauner. So entstand die Idee eine klassische Gebetsform anzubieten: die eucharistische Anbetung.

„Herr, auf dich vertraue ich, in deine Hände lege ich mein Leben“ – so wird jeden Donnerstag in der Pfarrkirche gebetet. Birgitta Brauner hat zuvor eine große Hostie aus dem Tabernakel geholt und in die Monstranz, das Zeigegefäß, eingesetzt. Das Allerheiligste steht auf dem Altar, von Kerzen beleuchtet. Chris­tus wird angerufen, ein Lied nicht gesungen, sondern gebetet. Ansonsten ist es still. Verweilen vor dem Herrn, Fragen oder Bitten vorbringen. Gott suchen in der Ruhe einer Kirche.

„Wir sind eine kleine Gruppe, die zur Anbetung zusammenkommt“, berichtet Birgitta Brauner. Mal zehn, mal 16, in unterschiedlicher Besetzung. Sie genießt diese Momente der Stille – und wundert sich ein bisschen über sich selbst: „Als Jugendliche hätte ich es mir nie vorstellen können, so was mal zu machen.“

Der ganze Körper wird zum Kreuzzeichen

Doch das stille Falten der Hände, der Blick ins eigene Innere ist für Birgitta Brauner nicht der einzige Weg Gott zu suchen. Beten – das geht auch mit den Füßen und dem ganzen Körper. Als die Infektionsschutz-Maßnahmen es noch möglich machten, hat sie zu kleinen Andachten eingeladen. Morgens, vor der Kirche, an der frischen Luft.

Im großen Kreis hat sich eine kleine Gruppe versammelt. Das Kreuzzeichen zu Beginn wird nicht fast verschämt mit den Händen angedeutet. Es erfasst den ganzen Körper, der selbst mit ausgestreckten Armen zum Kreuzzeichen wird. Hinter der Maske werden leise Kanons gesungen – „Wo zwei oder drei ...“. Eine kurze Lesung, ein Impuls, wieder ein Kanon, wieder mit raumgreifenden Bewegungen. Zum Lobe Gottes werden die eigenen Sorgen tief zum Boden abgeworfen, damit der Körper sich aufrichten kann. Bewegung als Gebet.

Nach dem Körper folgen die Füße. Birgitta Brauner lädt zu einem kleinen Spaziergang ein. Immer zu zweit, immer mit Abstand, immer mit Maske. Aber nicht still. Sondern im Gespräch über eine Frage: „Wo ist mir Jesus schon mal begegnet?“

Viktor Schneider muss nicht lange darüber nachdenken. „Jesus ist doch überall“, sagt der 71-Jährige auf dem Weg: „Wir müssen doch bloß die Augen aufmachen.“ In seine Antwort mischt sich seine Lebensgeschichte. Viele Jahre hat er mit seiner Frau Katharina im russischen Sibirien gelebt, seit 24 Jahren ist er in Deutschland. Beten war über Jahrzehnte etwas, das nur im Geheimen getan werden konnte.

Seine Frau und er sind es gewohnt draußen zu sein. Corona ist da eine große Einschränkung. Es fehlt an Begegnung. Schnell fällt die eigene Wohnungsdecke auf den Kopf. Hier sehe man vertraute Gesichter, für beide ein „wunderbares Gefühl von Gemeinschaft“. So wichtig in diesen Zeiten. „Die Andacht vor der Kirche ist ein schöner Impuls, der uns den ganzen Tag begleiten wird“, ergänzt die 69-jährige Katharina Schneider.

Ein Kreis wird gebildet, Fürbitten frei gesprochen

Mittlerweile hat der Spaziergang sein Ziel erreicht: St. Maria Angelica, die Pfarrkirche der alt-katholischen Gemeinde. „Unser Ziel sind jeweils die anderen Kirchen im Stadtteil“, erläutert Birgitta Brauner. Ökumene kann so erlaufen werden. Wieder wird ein Kreis gebildet. Ein Kanon leise gesungen, Fürbitten frei gesprochen, zum Abschluss ein Vaterunser gebetet. Gottsuche mit den Füßen.

„Natürlich kommen die, die uns eng verbunden sind“, weiß Birgitta Brauner. Gemeindemitglieder, die sich beim Beten vor dem Allerheiligsten in der Kirche Hl. Engel so zu Hause fühlen, dass sie wie selbstverständlich das Gotteslob mitbringen. Oder Rentner oder Mütter wie Großmütter mit Kindern und Enkeln, die den Spaziergang mit Impulsen schätzen: „Da ist niemand dabei, der auf der Suche nach Sinn im Leben ist und bei uns als Kirche landet.“ Doch die Sehnsucht nach etwas, das Orientierung im eigenen Leben schafft ist groß.

Diese Erfahrung hat Birgitta Brauner in ihrer Arbeit als Physiotherapeutin gemacht. Sie betreut dabei unter anderem eine Nordic-Walking-Gruppe. Natürlich stehe da die Bewegung, die Motorik im Vordergrund. Aber auch da gebe sie Impulse, die Nachdenken und Gespräch während des Walkens anregen sollen: „Das gehört zusammen.“ Körper und Geist. Beim Spaziergang von Kirche zu Kirche sei das ähnlich. Nur andersherum: „Hier stehen sie Impulse im Vordergrund, verbunden mit Bewegung.“

Aber ob nun mit gefalteten Händen oder bewegten Füßen, ob nun frei formuliert oder in gelernter Form: Es geht um die Suche nach Orientierung. Eine Suche mit einer Begleitung, die über Alltäglichkeit hinausgeht. Etwas, das größer ist als die eigene Vorstellungskraft. Das meint das Wort Spiritualität – übersetzt: „der Geist, der in uns atmet.“ Fünf Buchstaben. Ein kurzes Wort und doch von so großer Bedeutung. Beten. Das ist nicht nur etwas Christliches. Beten – das prägt alle Weltreligionen. Beten ist handfeste Spiritualität. Reden mit Gott. Reden mit einem Freund . Ob mit Händen oder Füßen.

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news-26421 Mon, 01 Feb 2021 11:09:18 +0100 Trauer als Protest https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/trauer-als-protest-26421/ Monat für Monat setzen die Frauen in Schwarz in Hannover ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen. Die Mahnwache ist Teil einer weltweiten Bewegung. Sie trotzen Wind und Regen, sengender Sonne und auch manchem Vorurteil: die „Frauen in Schwarz“. Seit fast drei Jahrzehnten stehen sie an jedem ers­ten Donnerstag im Monat von 17 bis 18 Uhr mitten in der Hannoverschen Innenstadt, am Blätterbrunnen in der Nähe des Kröpke. Ihre Botschaft: Ein Ende der Kriege, ein Ende der weltweiten Gewalt gegen Frauen.

„Wir tragen Schwarz als Zeichen der Trauer“, sagt Ute Kiersch: „Und wir schweigen, als Mahnung, als Störung im Alltag“, ergänzt die 79-Jährige. Gerade erst hat sie Kontakt zu Frauen in Belarus gehabt, die sich wie sie auf die Straße stellen, um gegen Gewalt und Unterdrückung zu protestieren. Es gibt für sie einen gravierenden Unterschied: „Hier in Deutschland schützt uns die Polizei, in Belarus werden die Frauen von ihr verfolgt.“

Die Frauen in Schwarz sind eine weltweite Bewegung. Sie stehen nicht nur in Hamburg und München, sondern auch in Af­ghanistan und Bolivien, in Frank­reich und Israel, in Russland und Tschetschenien und in vielen anderen Ländern. Oftmals nicht nur verlacht, sondern auch verfolgt. Ihren Ursprung haben die „Frauen in Schwarz“ in Israel. Dort standen 1988 erstmals Frauen in schwarzer Kleidung schweigend am Straßenrand, um für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern einzutreten.

Ihr Vorbild hat die Bewegung in den Müttern der Plaza de Mayo im argentinischen Buenos Aires. Von 1977 an protes­tieren die Mütter und Großmütter mit weißen Kopftüchern und einem Schweigemarsch gegen das „Verschwinden“ ihrer Töchter, Söhne und Enkelkinder während der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983. Dieser Protest wird mit der Forderung nach Aufklärung der Verbrechen bis heute fortgesetzt.

„In Hannover sind wir erstmals zusammengekommen, um gegen die Massenvergewaltigungen in Jugoslawien 1991 zu protestieren“, berichtet Gerda Boer. Die heute 81-Jährige ist seit der ersten Stunde dabei. Im ersten Jugoslawienkrieg wurden vor allem in Bosnien Vergewaltigungen gezielt als Kriegswaffe eingesetzt. Damals war der Zuspruch noch größer, heute ist die Gruppe auf wenige Aktivistinnen geschrumpft: „Aber wir wollen unsere Mahnwache fortsetzen.“ Denn nicht nur in Kriegen wird Frauen Gewalt angetan. Sie werden zu Prostitution gezwungen, wie Vieh gehandelt oder gegen ihren Willen verheiratet.

Jede Gruppe der weltweiten Bewegung setze ihren Schwerpunkt anders, berichtet Gerda Boer. Gerade weil die Unterdrückung von Frauen so unterschiedlich ist. Die ökumenisch getragene Gruppe in Hannover fordert auf ihrem Transparent „eine Welt ohne Gewalt und Vergewaltigung“. Ein naiver Wunsch? „Mag sein“, sagt Gerda Boer: „Aber ich möchte, dass Frauen und Kinder keine Angst mehr haben dürfen.“ Dafür stehe sie jeden Monat hier.

„Frauen werden immer noch wie eine Ware behandelt“, sagt Margarete Schünemann. Sie werden zum Beispiel aus Osteuropa zum Betteln nach Deutschland geschickt, sind hier rechtlos als Haushaltshilfen tätig, werden eingesperrt oder geprügelt, wenn sie Männern nicht zu Diensten sind: „Wir können sicher sein, dass das allerorten passiert.“ Dagegen will die kleine Gruppe von Frauen weiterhin standhaft sein.

Anfeindungen oder Pöbeleien haben sie noch nicht erlebt. Wohl aber müssen sie häufiger ein Vorurteil hören: „Passanten meinen, dass unsere Mahnwache nichts bringt“, beschreibt Margarete Schünemann. Dem hält sie entgegen, dass ihr Engagement sehr wohl etwas bringe: „Unsere Mahnwache setzt ein Zeichen. Und solche Zeichen setzen sich am Ende durch. Davon bin ich überzeugt.“

  • Die „Frauen in Schwarz“ stehen wieder am Donnerstag, 4. Februar, von 17 bis 18 Uhr am Blätterbrunnen in der Karmarsch-/Ständehausstraße, Nähe Kröpke, in der Innenstadt von Hannover.
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news-26304 Tue, 19 Jan 2021 21:22:56 +0100 Wenn Gott zieht ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wenn-gott-zieht-26304/ Anke Lennartz war wütend auf Gott. Daraus wurde ein Lebensweg, der sie als Schwester Franziska erst in die Jugendarbeit im Bergkloster Bestwig und nun in die Nähstube im Karmel St. Josef in Hannover geführt hat. Manche Gefühle bleiben unauslöschlich im Gedächtnis. Wie Wut. Wut auf Gott. Anke Lennartz ist 15 Jahre alt, als ihr Vater stirbt. „Ich war so wütend, dass ich gedacht habe, einen Gott, der so etwas zulässt, kann es nicht geben.“ Die Einladung zur Firmung, die etwa zeitgleich ins Haus kommt, zerreißt sie.

1989 in Mönchengladbach geboren, ist Anke Lennartz zwar getauft. Katholisch, weil der Niederrhein halt mehrheitlich so ist. Der so früh verstorbene Vater arbeitet als Elektroniker, die Mutter im Einzelhandel. Zur Familie gehört noch ein jüngerer Bruder.

Erstkommunion? „Ja, bin ich gegangen, weil man das so macht.“ Gottesdienst? „Wenn, dann nur zu Ostern oder Weihnachten.“ Glaube ist kein Thema im Hause Lennartz. Bis zum Tag, als der Vater stirbt. Die Wut zieht Kreise: „Den Religionsunterricht in der Realschule habe ich sofort abgewählt.“ Anke Lennartz geht weiter zur Schule, in der Oberstufe wählt sie bewusst Philosophie.

Doch die „Liebe zur Weisheit“, was Philosophie übersetzt bedeutet, bringt ihr keine Antworten auf die Fragen, die sie wirklich beschäftigen: Eine weitere Erkenntnis wächst: „Wenn ich mit Gott ringe, dann muss es ihn wohl geben.“ Gott will nicht nur angehimmelt werden. „Er kann mehr ertragen, auch meine Wut“, sagt Anke Lennartz.

Zwei Jahre dauert dieses Ringen. Bücher lesen, auch mit Lehrern sprechen. Erst stille Besuche in leeren Kirchen, dann wieder Teilnahme am Gottesdienst. Gott macht sich in ihrem Leben breit, er zieht. Der Glaube bekommt eine sichtbare Form und löst eine alte Kindheitserinnerung ab: „Eine meiner Großtanten war Ordensfrau bei den Ursulinen.“ Die Oma hat immer wieder betont, wie ähnlich Anke dieser Großtante doch sei. „Als Kind fand ich das schrecklich“, erinnert sie sich. Doch auf einmal fühlt sich Anke Lennartz von Ordensfrauen „verfolgt“, wie sie sich mit einem Lächeln erinnert. Überall sind sie auf einmal zu sehen: „Nicht nur in der Kirche, auch an der Ampel oder beim Einkaufen.“

Jetzt will sie es wissen. Bucht eine Woche „Ora et Labora“ im Bergkloster Bestwig bei den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel: „Eigentlich wollte ich mir beweisen – das ist es nicht. Aber das ist gründlich schiefgegangen.“ Gott hat wieder gezogen. „Nach der Woche konnte ich nicht wegfahren, ohne zu wissen, wann ich wiederkommen würde“, sagt Anke Lennartz.

Das Gebet wird ihr immer wichtiger

Der Kontakt wird enger. Mal nimmt sie ihre Mutter mit, dann möchte die Oma auch. Anke Lennartz studiert Religionspädagogik, möchte Gemeindereferentin werden – und wird Kandidatin ihres Ordens. 2013 tritt sie ein, im April 2014 folgt die Einkleidung. Aus Anke wird Franziska: „Es ist bei den Postel-Schwestern üblich, dass ein neuer Name angenommen wird.“

Einen Papstnamen wollte sie eigentlich nicht. „Aber dieser Papst ist ja alles andere als unsympathisch“, sagt Schwester Franziska und lacht wieder. Weitere Bedingung: Der Namen darf gerade in der Provinz mit gut 200 Schwestern nicht vergeben sein: „Und ich wollte auch einen Namen, den man aussprechen kann.“

Franziska durchläuft die Ordensausbildung, kümmert sich um die Jugendarbeit, ist Ansprechpartnerin für Besinnungstage mit Schülerinnen und Schülern: „Das hat mir große Freude gemacht.“ Vor allem, weil sie mit ihrer Glaubensgeschichte nah bei ihnen ist. Die Wut auf Gott. Das Hadern. Eine Zeit, nicht glauben zu können. Und viele Fragen zu haben.

Aber Fragen tauchen auch bei Schwester Franziska auf. „Nach vier Jahren habe ich gemerkt, dass mir das Gebet immer wichtiger geworden ist.“ Sie beschäftigt sich mit der spanischen Mystikerin und Kirchenlehrerin Teresa von Ávila (1515–1582), knüpft Kontakte zum Karmel St. Josef in Hannover.

Sie meldet sich bei den Karmelitinnen, deren Wirken auf die heilige Teresa zurückgeht, zu Exerzitien an. Wieder ist ihre Hoffnung: „Nur damit ich weiß, das ist eben nicht der Weg für mich.“ Wieder geht das schief. Nach den Exerzitien lebt sie noch sechs Wochen in der Gemeinschaft der zehn Schwestern in der Landeshauptstadt. Die innere Unruhe ist weg. Gott hat gezogen: „Hier gehöre ich hin.“

Im November 2019 erfolgt der Wechsel. Eher bürokratisch-pragmatisch: Dokumente werden unterschrieben, das eine Ordenskleid abgelegt. Zwei Karmel-Schwestern holen sie ab, am Nachmittag wird das neue Gewand im Nähzimmer angezogen.

Jetzt klingelt der Wecker für Sr. Franziska immer um fünf Uhr. Ausnahme Sonntag: Da ist alles eine Stunde später. Sie bereitet den Schwestern-Chorraum vor, denn der Tag beginnt um sechs Uhr mit der Laudes, der ersten von fünf täglichen Gebetszeiten. Daran schließt eine Stunde inneres Gebet an: „Ohne Text, an einem frei gewählten Ort, mal im Zimmer, mal im Garten oder bei einem kleinen Spaziergang“, beschreibt Sr. Franziska. Es geht um das Pflegen der Gottesbeziehung, um die Freundschaft mit Jesus.

Ihre Mutter nennt sie weiterhin Anke

Dieses innere Gebet wiederholt sich am späten Nachmittag noch mal: „Das zeichnet den Karmel aus.“ Dazwischen liegen weitere Gebetszeiten, die Feier des Gottesdienstes, eine Stunde geistliche Lesung – auch zu gesellschaftspolitischen Themen: „Wir beten täglich für die Anliegen der Menschen in der Stadt Hannover und weltweit.“

Und es gibt Arbeitszeiten: Arbeit hieß für Schwester Franziska bis vor kurzem, dass sie ihr noch in Bestwig begonnenes Fernstudium der Bildungswissenschaften abgeschlossen hat. In Ihrer Abschlussarbeit beschäftigt sie sich mit der Digitalisierung in Karmelitenklöstern und hat dazu eine Umfrage unter den Klöstern der deutschsprachigen Provinz gemacht.Doch jetzt ist ihr Platz in der Nähstube: „Ein bisschen habe ich mir abgeschaut, aber jetzt muss ich richtig nähen lernen.“ Zudem möchte sie ihr Orgelspiel verbessern: „Das passt auch in den Tag.“

Freizeit? „Es gibt eine gemeinsame Rekreation mit meinen Mitschwestern am Nachmittag“, berichtet Sr. Franziska. Auch Nachrichten werden gemeinsam geschaut oder auch mal ein Dokumentarfilm. Spielfilme seltener. Der Tag endet um 19.30 Uhr mit der Komplet: „Da haben wir dann Zeit, was Persönliches zu machen.“ Bis der kommende Tag wieder um 5 Uhr beginnt.

Sr. Franziska ist deutlich jünger als ihre Mitschwestern. 25 Jahre liegen mindestens dazwischen und über 50 zu den ältesten Schwestern. Zudem ist sie Mitglied einer Gemeinschaft geworden, die schon lange zusammenlebt. Schwierigkeiten beim Eingewöhnen? „Nein“, sagt Sr. Franziska. Alle leben in einem Haus, da ist man aufeinander angewiesen. Entscheidungen werden gemeinsam gefällt, sie konnte und sollte sich von Anfang an einbringen. Sr. Franziska erklärt das mit der Sanftmut, die die Ordensgründerin Teresa stets gepredigt habe.

Im Dezember letzten Jahres hat sie sich mit ihrer Profess an die Karmelitinnen gebunden. Sie hätte dann wieder einen neuen Namen annehmen können: „Aber das wollte ich nicht.“ Es gibt jedoch den im Karmel üblichen Namenszusatz. Bei ihr lautet er: von der Schöpferliebe Gottes. „Ein schönes Programm“, sagt Schwester Franziska. Im Alltag bleibt es beim Vornamen. Und für ihre Mutter, die sie regelmäßig besucht, bleibt es bei Anke: „Alles andere wäre komisch.“

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news-26257 Tue, 12 Jan 2021 17:46:00 +0100 Vielfältige Weihnachten https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/vielfaeltige-weihnachten-26257/ Normalerweise drängeln sich Hannoveraner*innen aus unterschiedlichen Kulturen, Konfessionen und Religionen am zweiten Januarwochende in der  Matthäuskirche im Stadtteil List. Sie feiern Weihnachten auf besondere Art. Was aber live nicht möglich ist, geht als Video. Um gleich ein Missverständnis auszuräumen: Längst nicht alle Christ*innen feiern Weihnachten am 24. Dezember. Das ist eine sehr west-christlich geprägte Sicht auf die Geburt Jesu. So feiern die orthodoxe Kirchen aus dem Osten Europas, aus Russland, Serbien, Griechenland, der Ukraine und vielen anderen Ländern,  das Weihnachtsfest nach dem julianischen Kalender – und damit 13 Tage nach den katholischen und evangelischen Christen. Insofern ist das zweite Januarwochenende ein guter Zeitpunkt, um die christlichen Konfessionen zu verbinden. Auch wenn macherorts schon die Tannenbäume abgeschmückt wurden.

Das Datum führt die christlichen Konfessionen zusammen, die Botschaft von Weihnachten reicht weiter: Friede auf Erden und allen Menschen Wohlgefallen. Das vereint alle Religionen, gerade in einer interkulturell wie interreligiös geprägten Stadt wie Hannover. Daher wird das interkulturelle Weihnachtsfest immer mit Vertreter*innen andere Religionen gefeiert.

Normalerweise. Was aber live nicht möglich ist, geht per Video: mit Friedensbotschaften und der Weihnachtsgeschichte in verschiedenen Sprachen. Die Predigt halten Pastorin Nathalie Wolk von der Lister Johannes- und Matthäusgemeinde und Pastor Michel Youssif von der Arabisch-Deutschen Evangelischen Gemeinde. Und es ist das Vaterunser in Aramäisch, der Sprache Jesu, zu hören. Gesungen von Moses Tan, dem Diakon der syrisch-orthodoxen Gemeinde.

Am diesjährigen Interkulturellen Weihnachtsfest sind beteiligt: die Arabisch-Deutsche Evangelische Gemeinde Hannover, das Arbeitsfeld "Migration und Integration" im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hannover Walderseestraße, die Evangelisch-lutherische Lister Johannes- und Matthäusgemeinde, der Evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband Hannover, das Haus der Religionen, der Integrationsbeirat Vahrenwald-List, die Internationale Konferenz Christlicher Gemeinden im Bereich der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (IKCG), der japanische Bibelkreis, die Katholische Kirche in der Region Hannover, die Multikulturelle Christliche Gemeinde Bethanien, die serbische orthodoxe Kirchengemeinde des Heiligen Sava, die Spanischsprachige Katholische Mission.

 

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news-26254 Mon, 11 Jan 2021 15:09:15 +0100 Kaffee, Brötchen und Ruhe ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/kaffee-broetchen-und-ruhe-26254/ Seit Montag, 11. Januar, finden obdachlose Menschen eine zusätzliche Wärmestube in der katholischen Propstei St. Clemens in der Calenberger Neustadt nahe der Innenstadt Hannovers. Neben heißen Getränken gibt es auch vier Tagesruheplätze. "Die Not liegt in Hannover auf der Straße", sagt Propst Christian Wirz. Die Zahl derer, für die die Eilenriede oder die Ihme-Brücken ein Schlafzimmer und der Hauptbahnhof oder der Platz vor der Basilika die Wohnstube ist, kann kaum geschätzt werden: "Die Zahlen schwanken zwischen 300 und 500 Menschen, wahrscheinlich sind es mehr." Was die Eilenriede und den Platz vor der Basilika eint: "Beide haben weder ein Dach noch Wände und schützen nicht für Kälte, Wind, Regen und Schnee." Es sind keine Orte zum Aufwärmen und Ausruhen: "Erst recht nicht zum Reden, zum Zuhören – das wollen wir mit der Wärmestube bieten."

Dieser geschützte Rückzugsraum ergänzt das Angebot des benachbarten Tagestreffpunkts für Obdachlose der Caritas Hannover. Nutzer*innen finden nicht nur einen Platz zum Ausruhen, sondern erhalten auch warme Getränke, Brötchen oder eine einfache Mahlzeit. Das neue Angebot wird von Ehrenamtlichen aus der Katholischen Kirche Hannovers getragen, unterstützt durch eine Sozialarbeiterin der Caritas.

"Ohne ehrenamtliches Engagement könnten wir unsere Angebote für obdachlose Menschen kaum aufrechterhalten", betont Caritas-Sozialarbeiterin Ramona Pold. Erst recht, da durch notwendige Hygienemaßnahmen mit Desinfektion und Abstand die Zahl Plätze im Tagestreff reduziert werden musste. Die Wärmestube helfe auf zweierlei Weise. Zum einen: "Jetzt haben wir weitere sechs Plätze in direkter Nähe". Die schnelle Umsetzung von der Idee bis zur Eröffnung, die große Anzahl von Ehrenamtlichen, die mitwirken, zeigen ihr wir groß die Hilfsbereitschaft ist. Zum anderen: "Dazu kommen wir Tagesruheplätze, die obdachlose Menschen dringend benötigen." Sie können sich tagsüber nach unruhigen Nächten nur im Sitzen ausruhen, was dauerhaft gesundheitliche Schäden mit sich bringt.

Das bestätigt Daniel. Seinen Nachnamen möchte er nicht nennen. Seit neun Jahren ist der Enddreißiger obdachlos, lebt seit eineinhalb Jahren in Hannover: "Das ist das einzige Angebot in der Stadt, wo man tagsüber wirklich Ruhe haben und sich ausstrecken kann." Nachts sucht sich Daniel Schlafplätze draußen, Notunterkünfte will er nicht mehr nutzen: "Da bin ich beklaut worden."  An Durchschlafen ist in der Nacht nicht zu denken. Die Kälte kriecht in den Schlafsack und die Angst überfallen zu werden begleitet ihn ständig.

Andrea Weinhold ist eine der Ehrenamtlichen in der Wärmestube. Sie ist auch 2. Vorsitzende des Vereins "StiDu – Stimme der Ungehörten", der sich politisch für die Verbesserung der Situation von Obdachlose einsetzt. "Ich möchte aber auch ganz praktisch helfen", sagt die Katholikin. So brüht sie Kaffee, schmiert Brötchen, misst Fieber und desinfiziert die Ruhematten. Von ihrem Verein ist auch der Anstoß ausgegangen, leerstehende Räume in Kirchengemeinden nahe der Innenstadt Hannover für den Tagesaufenthalt von Obdachlosen zu nutzen: "Ich bin wirklich froh, dass wir das in der Propstei so schnell umsetzen konnten."

Wärmestube und Tagesruheplätze sind im Keller der Propstei St. Clemens (Platz an der Basilika 2) eingerichtet. Bis 2009 hatte hier die Ökumenische Essenausgabe in den Wintermonaten ihren Platz, bis die Räume für die Nutzung zu klein wurden. Danach wurden die Räume mit Tageslicht bis Ende 2018 vom Forum für Sinti und Roma genutzt. Jetzt wurde die Räume gründlich gereinigt. Die Wagnersche Stiftung Hannover hat einen Geschirrspüler bereitgestellt, die Ruhematten kommen vom katholischen Gymnasium St. Ursula.

"Es ist auch das Haus, in dem ich wohne", ergänzt Propst Christian Wirz. Zudem ist es der Platz, an dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirche in der Region Hannover tätig sind: "Wir freuen uns über die neue Gesellschaft."

  • Das Angebot kann gleichzeitig zu den Öffnungszeiten des Tagestreffpunkts genutzt werden: montags von 8:30 bis 13 Uhr, dienstags von 13 bis 16 Uhr, mittwochs von 8:30 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags von 8:30 bis 13 Uhr und Freitag von 8:30 bis 13 Uhr.
  • Bis zu sechs Obdachlose haben aus Infektionsschutzgründen Platz im vorderen Raum der Wärmestube Platz. Im zweiten Raum finden parallel bis zu vier Obdachlose einen Tagesruheplatz.
  • Für Interessierte an der Mitarbeit (oder Kuchen- oder Keksspenden): Kontakt bitte unter sfw(ät)caritas-hannover.de (Ramona Pold)
  • Für Spenden: Basilika St. Clemens, DKM Bank, DE73 4006 0265 0037 0327 01, Stichwort: Tagestreffpunkt für Obdachlose
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news-26225 Wed, 06 Jan 2021 12:34:29 +0100 Mehr Babys im Vinzenzkrankenhaus https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mehr-babys-im-vinzenzkrankenhaus-26225/ Das katholische Vinzenzkrankenhaus Hannover konnte im letzten Jahr einen Anstieg der Geburtenrate verzeichnen. Insgesamt kamen 1486 Kinder 2020 hier zur Welt, im Jahr davor waren es 1464. „Wir freuen uns über diese positive Entwicklung“, sagt Dr. Joachim Pape, Chefarzt der Gynäkologischen Abteilung: „Wir sind stolz darauf, dass sich so viele werdende Eltern für eine Geburt in unserem Haus entschieden haben. Wir sehen darin ein Zeichen des Vertrauens in unsere Arbeit und Kompetenz.“

2019 wurden 746 Jungen und 718 Mädchen im Vinzenzkrankenhaus geboren, 2020 waren es 757 Jungen und 729 Mädchen. Die Kaiserschnittrate sank, von 20,5 Prozent auf 18,6 Prozent. Obwohl die Geburtshilfe den Großteil des Jahres unter Pandemiebedingungen stattfinden musste, konnten die Geburten dank des Hygienekonzeptes für Mutter und Kind unter sicheren Bedingungen erfolgen.

Auffällig viele Eltern entschieden sich in diesem Jahr für eine ambulante Geburt. Sara Ritter, leitende Hebamme im Vinzenzkrankenhaus, erklärt: „Im Frühjahr waren viele werdende Eltern verunsichert, was ein Krankenhausaufenthalt während einer Pandemie bedeutet. Auf ein familiäres Bonding über Nacht (Familienzimmer) mussten wir leider verzichten. Die jungen Familien hatten sich aus diesem Grund vermehrt für einen kurzstationären Aufenthalt entschieden. Mittlerweile nimmt die Liegedauer nach Geburt jedoch wieder zu. Das Vertrauen in unsere Arbeit freut uns sehr!“

Erstes Kind im neuen Jahr 2021

Das erste Kind, das im Vinzenzkrankenhaus im neuen Jahr auf die Welt kam, ist ein Mädchen und wurde um 02:36 Uhr geboren. Mutter und Kind geht es gut, die Eltern sind überglücklich über den Familienzuwachs.

Für noch mehr Sicherheit nach der Geburt wird seit Anfang November 2020 ein neues Überwachungssystem im Kreißsaal eingesetzt. Dieses bietet die lückenlose Überwachung der Mutter nach einem Kaiserschnitt oder einer erschwerten Geburt. Da Hebammen mehrere Frauen und Geburten versorgen, müssen sie gelegentlich die Räume wechseln. Der Spagat zwischen der gewünschten Betreuung im Kreißsaal und einer lückenlosen und leitliniengerechten Überwachung wird durch dieses System ermöglicht, indem es der Hebamme zuverlässig kritische Überwachungsparameter meldet, wenn sie sich in einem anderen Raum aufhält, heißt es in einer Mitteilung der Klinik.

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news-26219 Tue, 05 Jan 2021 19:23:57 +0100 Eine warme Mahlzeit – und mehr … https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/eine-warme-mahlzeit-und-mehr-26219/ Es ist die mittlerweile 32. Saison: Am 4. Januar hat wieder die Ökumenische Essenausgabe in der Calenberger Neustadt begonnen und gibt eine warme Mahlzeit aus – in dieser Saison bis zum 28. Februar, jeweils montags bis freitags von 10:30 bis 13:30 Uhr, wieder im Gemeindesaal der... Träger des Angebotes sind neben der reformierten Kirche, das Diakonische Werk, die Gemeinde der Neustädter Hof- und Stadtkirche, die Heilsarmee und die katholische Gemeinde St. Heinrich, zu der die der reformierten Kirche benachbarte Basilika St. Clemens gehört. Im Keller von St. Clemens hatte die ökumenische Essenausgabe von 1991 an für 18 Jahre einen Ort gefunden, bis es dort schlicht zu eng wurde.

Bereits zum Auftakt wurden an den ersten beiden Tagen 60 beziehungsweise 90 Essen ausgegeben. Im Laufe der Wochen wird sich das erfahrungsgemäß auf bis zu 280 Essen am Tag erhöhen. Im Durchschnitt werden es 170 Essen sein.

Ursprünglich als Hilfe für obdachlose Menschen gedacht, zeichnet sich seit vielen Jahren noch eine weitere Entwicklung ab: Immer mehr alte Menschen, überwiegend Frauen, nutzen die Essensausgabe: „Armut und Einsamkeit verstecken sich auch hinter Wohnungstüren“, meint Stefanie Ganser von der das Angebot mittragenden Pfarrei St. Heinrich. Zugenommen hat auch die Zahl der Menschen, die aus Osteuropa in Hannover gestrandet sind. Ganser zeigt sich dankbar, dass die reformierte Gemeinde wieder ihren Gemeindesaal nach 2020 zum zweiten Mal zu Verfügung stellt.

Die Arbeit in der Essenausgabe wird ehrenamtlich getragen, darunter zahlreiche Ehrenamtliche aus katholischen Gemeinden. In diesem Jahr gelten klare Vorgaben des Infektionsschutzes. Abstand, das Tragen von Masken, Fiebermessen, limitierter Zugang, zeitlich befristeter Aufenthalt, Desinfektion –  das und mehr gehört zu den coronabedingten Hygienevorschriften. Die Regeln werden eingehalten: "Die Menschen sind dankbar über das Angebot und nehmen alle Maßnahmen gerne in Kauf“, betont Stefanie Ganser.

Es ist weit mehr als nur das Überreichen einer warmen Mahlzeit für bedürftige Menschen: Die insgesamt 35 ehrenamtlich Engagierten sorgen für den Einkauf, Transport, den Abwasch und vor allem für mehr als ein freundliches Wort. Kleine Begegnungen gegen Kälte und Einsamkeit. Unterstützt werden sie dabei von zwei Sozialpädagoginnen, die vom Diakonischen Werk gestellt werden. Sie stehen für persönliche Fragen zur Verfügung und können bei Bedarf Kontakte zu weiteren Beratungseinrichtungen knüpfen.

Das Angebot der Ökumenischen Essenausgabe wird durch Spenden und Kollekten finanziert. Pro Jahr werden rund 60.000 Euro benötigt. Die Mahlzeiten erhält die Ökumenische Essenausgabe von Montag bis Freitag aus unterschiedlichen Küchen: Das sind der Verein Kochen für Obdachlose, die Nord L/B, das Diakoniekrankenhaus Friederikenstift und der Verein "Lindener Tisch".  Die organisatorischen Fäden laufen beim Diakonischen Werk zusammen. In diesem Jahr versorgt die Ökumenische Essenausgabe mit warmen Mahlzeiten zusätzlich das Jugendgästehaus in Hannover-Wülfel, in dem derzeit 27 obdachlose Menschen untergebracht sind.“

Kontakt: Elke Walpert-Niemann, Koordinatorin der Ökumenischen Essenausgabe, Telefon: (0511) 990 400 oder E-Mail: essenausgabe(ät)zbs-hannover.de.

Die die Essenausgabe mit einer Spende unterstützen möchte: Kath. Pfarrgemeinde St. Heinrich DE36 5206 0410 0000 6090 99, BIC: GENODEF1EK1, Ev. Kreditgenossenschaft, Stichwort: Ökumenische Essensausgabe

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news-26215 Tue, 05 Jan 2021 10:52:40 +0100 Heller den je … https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/heller-den-je-26215/ Die Sternsingeraktion wird bis zum 2. Februar verlängert. Wegen der Corona-Pandemie können die Sternsinger auch in der Katholischen Region Hannover dieses Mal nicht von Tür zu Tür gehen, sondern müssen den Segen digital und per Post verteilen. Die Pfarreien haben sich vieles ausgedacht. „Seht doch da, am Himmel steht ein Stern“: Fünf Sternsingerinnen aus der Pfarrei St. Joseph in Hannover-Vahrenwald/List haben diese Botschaft eingesungen – und nun kann sie auf der Webseite der Pfarrei angeklickt werden (oder gleich hier). Es ist eine von vielen Ideen der Pfarreien der Katholischen Kirche in der Region Hannover, mit der die Sternsingeraktion ins Digitale verlagert wird.

So wird denn auch der klassische Besuch der kleinen König*innen bei Ministerpräsident Stephan Weil und der Landtagspräsidentin Gabriele Andretta als Videokonferenz stattfinden – und nicht an der Tür von Staatskanzlei und Landtag.

Neben Videos und digitalen Sternsingerandachten setzen die Gemeinden der Region vor allem auf Pakete – mit dem gesegneten Aufkleber mit der Aufschrift 20*C+M*B+21, einem persönlichen Brief und auch mit dem einem oder anderen Lied oder Gebet. In dem meisten Fällen kann dieses Paket oder auch ein virtueller Gruß in den Pfarrbüros der Gemeinden in und um Hannover angefordert werden (siehe Pfarreien in der Stadt Hannover; Pfarreien in der Region Hannover). Anruf oder Mail genügt. Oder der Segen liegt in der Kirche bereit. Weil der Virus Besuche von Tür zu Tür unmöglich macht, wurde die Sternsingeraktion übrigens bis zum 2. Februar verlängert.

„Gerade in diesen Tagen brauchen wir doch Zeichen der Hoffnung“, betont Hannovers Regionaldechant, Propst Christian Wirz: „Genau das schenken die Sternsingerinnen und Sternsinger – in diesem Jahr nun als Brief oder Video.“ Denn nichts zu machen wäre keine Alternative: „Für einsam oder mutlos gewordene Menschen strahlt dieses Zeichen heller denn je.“ Gleichzeitig habe die Pandemie nicht nur Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft, sondern weltweit: „Solidarität und Nächstenliebe enden nicht an der Stadtgrenze.“ Mit der Aktion Sternsingen stehen Kinder und Jugendliche für diese Überzeugung ein: „Das bringt auch Licht in die Welt.“

Die Aktion Dreikönigssingen ist die weltweit größte Hilfsinitiative von Kindern für Kinder in Not. Jeweils um das Dreikönigsfest am 6. Januar ziehen gewöhnlich Mädchen und Jungen als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Kinder und Jugendliche in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Vor einem Jahr wurden rund 52,4 Millionen Euro gesammelt. Die Spenden helfen direkt – und deshalb liegt dem Segenspaket der Gemeinden auch ein Überweisungsträger bei. Das Sternsingerwerk hat eine virtuelle Spendendose auf seiner Webseite geschaltet.

Das diesjährige Motto der Aktion Dreikönigssingen lautet „Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. Damit wollen die Sternsinger*innen darauf aufmerksam machen, wie wichtig es für Kinder ist, in einem intakten Umfeld aufzuwachsen, das ihnen Halt gibt. Zahlreiche Kinder in der Ukraine wachsen ohne Vater, Mutter oder beide Elternteile auf, weil diese im Ausland arbeiten.

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news-26134 Wed, 23 Dec 2020 21:26:18 +0100 Zweimal zur Freude https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/zweimal-zur-freude-26134/ Gleich für zwei Aktionen wurden in Heilig Geist in Hannover-Bothfeld Geschenke gepackt – einmal gegen die Nöte in Osteuropa, einmal für ganz nah. Einschließlich einer Geschenkevermehrung ... 259 und 150 – zwei Zahlen, auf die Kirsten Heiduk-Hoffmann und Andrea Weinhold-Klotzbach zufrieden blicken. Denn das ist die Anzahl der Geschenkpäckchen, die von ihrer Pfarrei Heilig Geist nun auf den Weg gebracht wurden. Einmal zur Hilfe in Osteuropa, einmal zur Linderung von Nöten ganz nah. Und zweimal zur Freude zu Weihnachten.

Der Reihe nach: 259. Das ist die Anzahl der Pakete, die im Rahmen des Weihnachtskonvois an Kinderheime, Waisenhäuser oder Siedlungen von Roma und Sinti in Rumänien, Moldawien, Bulgarien oder in der Ukraine gehen. 2001 wurde dieser Konvoi der Freundschaftsclubs Round Table und Ladies’ Circle ins Leben gerufen – „und seit vielen Jahren sind wir dabei“, berichtet Kirsten Heiduk-Hoffmann.

Heilig Geist ist eine von 300 Sammelstationen für etwa schuhkarton-große Päckchen, die Kindern und Jugendlichen eine Freude machen sollen. „Meistens ist es das einzige Geschenk, dass sie zu Weihnachten erhalten“, weiß Kirsten Heiduk-Hoffmann. Manche Geschenke sind zweite Hand, aber gut erhalten: „Es wird durchaus das mitgegeben, aus dem die eigenen Kinder rausgewachsen sind.“ Daher gebe es immer viele Geschenke mit der Aufschrift: „Für ein Mädchen/Kindergarten.“ Denn die Spender werden um die Notiz auf dem Paket gebeten, für wen das Geschenk geeignet sei.

Das führt zu einer leichten Unausgewogenheit: „Ich werbe immer unter Unentschlossenen für Geschenke für Teeanger-Jungen“, sagt Kirsten Heiduk-Hoffmann. Da braucht es schon die eine oder andere Idee. Doch grundsätzlich gilt: „Die Freude ist immer groß, gerade über Dinge, die für uns alltäglich sind.“ Zum Beispiel eine Zahnbürste und Zahnpasta. Die ersten Geschenke haben die Kinderheime bereits erreicht: „Übergabefotos trudeln hier fast postwendend ein.“

Zwei VW-Busse voller Geschenke

Die zweite Zahl: 150. „Es gab durchaus Anfragen in der Gemeinde, warum wir denn nicht auch Menschen vor Ort unterstützen“, berichtet Andrea Weinhold-Klotzbach. Die Gemeinde engagiert sich seit einiger Zeit in der Unterstützung und Hilfe für Obdachlose: „Daraus ist im letzten Jahr die Idee erwachsen, auch Menschen auf der Straße ein Geschenk zu Weihnachten zu machen.“ Für 2020 heißt das: 150 Pakete. Oder zwei VW-Busse voll.

Strümpfe, Thermoleggings, Hygieneartikel, abgepackte Süßwaren und Kekse – vieles wurde gespendet. „Wir haben auch eine Spardose aufgestellt und einen Zuschuss aus der Gemeinde bekommen“, berichtet Andrea Weinhold-Klotzbach. Damit konnte noch mal Masken, Handgel, Desinfektionstücher, Rasierer, Dauerwurst, Süßigkeiten, Damenbinden oder Tampons gekauft werden.

Ebenfalls in den Paketen: Gutscheine für das SOS-Bistro der Drogenhilfe Neues Land. „Die Wertmarken können dann gegen eine Mahlzeit oder Wäsche waschen eingetauscht werden“, erläutert Andrea Weinhold-Klotzbach. Die Gemeinde hat diese Gutscheine auch in Kommission: „Falls man Menschen, die betteln müssen, kein Bargeld geben möchte.“

Zwei Paketaktionen nebeneinander – nimmt man sich da gegenseitig die Engagierten weg? „Nein“, sagen beide Frauen übereinstimmend. Im Gegenteil, oftmals wurde sogar zwei Geschenke gepackt. „Und das trotz Kurzarbeit, trotz weniger Menschen, die zur Kirche gehen können – das hat uns schon beeindruckt.“

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news-26096 Mon, 21 Dec 2020 17:32:45 +0100 Weihnachtsgottesdienste in der Katholischen Region Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/weihnachtsgottesdienste-in-der-katholischen-region-hannover-26096/ Weihnachtsreisen und der Weg nach Bethlehem, Open-Air, mit Video oder Musik und in vielen Sprachen: Natürlich werden auch in der Katholischen Kirche in der Region Hannover die Weihnachtsgottesdienste anders gefeiert als gewohnt. Aber es geht: die Ankunft des Kindes in der Krippe zu feiern – auch und... "Ich bin sicher, dass Weihnachten in diesem Jahr eine andere Bedeutung bekommen wird", sagt sagt der Regionaldechant der Katholischen Kirche Hannover, Propst Christian Wirz. Nicht nur, weil vieles, was als schön und vertraut mit Weihnachten verbunden wird, nicht stattfinden kann:  "Wir begehen den Advent anders, wir feiern Weihnachten anders." Aber anders müsse nicht heißen, weniger schön: "Die Situation erinnert mich an die Herbergssuche von Maria und Josef, an die Umstände, wie Jesus auf und in die Welt kam – das haben sich Maria und Josef auch ganz anders vorgestellt."

Weihnachten ist für Wirz das Fest der Hoffnung: "Gott ist für alle Menschen gekommen." Er lässt niemanden allein, erst recht nicht in Zeiten der Krise. Das ist sei Botschaft des Kindes in der Krippe, die Christinnen und Christen besonders in diesem Jahr mit allen teilen dürfen: auch und gerade mit Menschen, die sich einsam oder allein gelassen fühlen, kein Obdach haben, Benachteiligungen erleiden müssen oder immer wieder schauen müssen, wie sie über den Tag kommen. "Die Nöte der Zeit liegen in einer Großstadt wie Hannover im wahrsten Sinne auf der Straße", unterstreicht Wirz. Die Pandemie lässt gerade im Advent und zu Weihnachten diese Notlangen noch deutlicher hervorscheinen.

Wann werden wo in der Katholischen Kirche in der Region Hannover Krippenandachten, Christmetten und Festgottesdienste gefeiert? Hier eine Übersicht:

 

  • Stadt Hannover

Basilika St. Clemens: Heiligabend 15.00, 16.30 Krippenandacht, 20.30 Christmette (trident.), 22.30 musikal. Einstimmung, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.00, 11.30 Messfeier, 15.30 Messfeier (trident.);

Christkönig, Badenstedt: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 20.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 09.00 Messfeier;

Hl. Engel, Kirchrode: Heiligabend 18.00 Weihnachtsgottesdienst, 22.00 Christnacht, 24.00 Weihnachtsgottesdienst, 1. Weihnachtstag 09.00, 11.00 Messfeier;

Hl. Geist, Bothfeld: Heiligabend 14.00, 15.30, 17.00 Krippenfeier, 21.00, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

Maria Trost, Ahlem: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 18.00, 22.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 10.30 Messfeier;

Medizinische Hochschule, Roderbruch: Heiligabend 17.00 Christmette;

St. Adalbert, Herrenhausen: Heiligabend 7.30 Laudes, 15.00 – 17.00 offenen Kirche, 18.00, 22.30 Messfeier, 1. Weihnachtstag 7.30 Laudes, 11.00 Messfeier;

St. Anna, Misburg: Heiligabend 17.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

St. Antonius, Kleefeld: Heiligabend 18.00 Andacht, 22.00 Chrismette, 1. Weihnachtstag 11.00 Festmesse;

St. Augustinus, Ricklingen: Heiligabend 17.00 Messfeier, 22.00 Christmette;

St. Benno, Linden: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 20.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 12.00 Messfeier;

St. Bernward, Döhren: Heiligabend 15.00, 16.30 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel;

St. Elisabeth, Mitte: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 18.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 9.30 Messfeier;

St. Eugenius, Mittelfeld: 1. Weihnachtstag 09.30 Messfeier;

St. Franziskus, Vahrenheide: Heiligabend 16.00 Kinderchristmette mit Weihnachtsgeschichte, 18.00, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.00, 18.00 Messfeier;

St. Godehard, Linden: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 22.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 10.30 Messfeier;

St. Hedwig, Vinnhorst: Heiligabend 15.00 – 16.30 offenen Kirche, 18.00, 20.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 17.00 Messfeier;

St. Heinrich, Südstadt: Heiligabend 15.00, 16.00 Krippenandacht, 20.00, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11,00 Messfeier;

St. Joseph, Vahrenwald: Heiligabend 14.00 – 16.30 Krippengang (offene Kirche), 17.30, 19.30, 21.30 Christmette, 23.00 Wort-Gottes-Feier mit Gospelsongs, 1. Weihnachtstag 10.00, 11.30 Uhr Messfeier, 15.00 - 17.00 Krippengang (offene Kirche)

St. Maria, Nordstadt: Heiligabend 15.00 – 17.00 offene Kirche, 20.30 Messfeier, 1. Weihnachtstag 9.30 Messfeier;

St. Martin, Roderbruch: Heiligabend 17.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 09.30 Messfeier;

St. Max.-Kolbe, Mühlenberg: Heiligabend 15.30, 16.15, 17.00 Weihnachtsandacht für Familien open air, 18.00, 22.00 Weihnachtsmesse, 1. Weihnachtstag 11.00 Weihnachtsmesse;

St. Michael, Wülfel: Heiligabend 18.00, 19.30 Christmette;

 

  • Region Hannover

St. Raphael, Garbsen: Heiligabend 21.00 Uhr Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

St. Maria Regina Garbsen-Berenbostel: Heiligabend 21.00 und 23.00 Uhr Christmette 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

Corpus Christi Garbsen-Havelse: Heiligabend 14.00, 14.45, 15.30, 16.15, 17.00 und 17.45 Krippenandacht, 1. Weihnachtstag 17.00 Messfeier;

St. Paulus, Großburgwedel: Heiligabend 15.00, 16.00, 17.00 Andacht, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

Hl. Kreuz, Isernhagen-Altwarmbüchen: Heiligabend 14.30 Wortgottesfeier für Kinder, 16.00 Wortgottesdienst für die Gemeinde, 17.30 Messfeier für junge Leute mit Gitarrenbegleitung, 1. Weihnachtstag 9.00 Messfeier;

St. Oliver, Latzen: Heiligabend 18.00, 21.00, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 09.00, 11.00 Messfeier; St. Maria, Pattensen: Heiligabend 18.00 Wort-Gottesfeier;

Zwölf Apostel, Langenhagen: Heiligabend15.30, 16.30, 17.30 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel, 20.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Wortgottesfeier für Kinder mit Messfeier;

Liebfrauen, Langenhagen: Heiligabend 15.00, 16.00, 17.00 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 09.00 Messfeier;

St. Maria, Mellendorf: Heiligabend 15.30 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel, 17.00 Wortgottesfeier für Kinder mit Krippenspiel mit Kommunionfeier, 22.30 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier, Heiligabend 11.00 Messfeier,

Hl. Dreifaltigkeit, Seelze: Heiligabend 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00 Messfeier;

St. Maria, Rosenkranz, Seelze -Letter: 1. Weihnachtstag 15.00 Messfeier;

St. Thomas Morus, Ronnenberg: Heiligabend 10.00, 11.15 Klitzekleine Weihnacht für Familien mit Kindern, 1. Weihnachtstag, 9.30 Uhr Weihnachtsmesse (Ev. Johanniskirche, Ronnenberg-Empelde);

St. Bonifatius, Gehrden: Heiligabend, 15.00-17.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.30 Weihnachtsmesse, 16.00-18.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe;

St. Barbara, Barsinghausen: Heiligabend, 15.00-17.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe, 23.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.00 Weihnachtsmesse, 16.00-18.00 offene Kirche zum Besuch der Krippe;

St. Hubertus, Wenningsen: 1. Weihnachtstag 9.00 Weihnachtsmesse;

St. Bernward, Nienburg: Heiligabend, 16.00, 19.00, 22.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 11.00, 18.00. Weihnachtsmesse;

St. Bernward, Lehrte: Heiligabend 17.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 10.30 Uhr Festmesse

St. Maria, Sehnde: Heiligabend 22.00 Christmette

St. Josef, Bolzum: 1. Weihnachtstag 9.00 Festmesse

 

  • Missionen für Katholik*innen anderer Mutersprache

Italienische Mission: Heiligabend 11.00, 18.00 Messfeier, 1. Weihnachtstag 16.00 Messfeier (St. Maria, Hannover-Nordstadt);

Kroatische Mission: Heiligabend 24.00 Christmette, 1. Weihnachtstag 12.00 Messfeier (St. Maria, Hannover-Nordstadt);

Polnische Mission: Heiligabend 20.00, 22.00, 24.00 Christmette (Maria-Frieden, Hannover-Groß Buchholz), 1. Weihnachtstag 10.00, 11.45, 16.00, 18.00 Messfeier (Maria Frieden, Hannover-Groß Buchholz), 16.00 Messfeier (St. Max.-Kolbe, Hannover-Mühlenberg), 16.30 Messfeier (St. Raphael, Garbsen);

Spanischsprachige Gemeinde: Heiligabend 18.00 Christmette (St. Clemens)

 

Bitte beachten:

  • Für alle Krippenandachten, Christmetten und Gottesdienste besteht eine Anmeldepflicht. Das Verfahren ist in den Pfarreien unterschiedlich geregelt. Bitte informieren sich sich auf den Webseiten der Gemeinden (Übersicht Hannover-Stadt; Übersicht Region)
  • Die Angebote können aufgrund der deutlich reduzierten Platzzahl bereits ausgebucht sein.
  • Die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen sind zu beachten. Dazu zählen unter anderem das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, das Wahren von Abstand, das Desinfizieren der Hände und der Verzicht auf den Gemeindegesang.
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news-26030 Wed, 16 Dec 2020 18:39:06 +0100 Mit dem Engel beim Bier am Imbiss https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/mit-dem-engel-beim-bier-am-imbiss-26030/ Eine Praxis, eine Hügelkette, ein Imbiss, ein Krankenhaus und dann doch noch ein Stall: Im [ka:punkt] in der Innenstadt von Hannover wird die Weihnachtsgeschichte ins Heute verlegt. Mit Dingen, die fast in jedem Haushalt mit Kindern zu finden sind. Wo würde heute einer jungen Frau die Botschaft verkündet werden, dass sie schwanger ist? Wo würde ihr Mann, der nicht der Kindsvater ist, mit einem Freund über diese Situation reden? Das waren zwei der Fragen, die sich Tim Brunke beim Bau seiner Krippe gestellt hat.

Mit gleich fünf Szenen zeichnet Brunke die Weihnachtsgeschichte nach. Zu sehen ist diese szenische Krippe im Schaufenster des [ka:punkt], dem Treffpunkt der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover. Gebaut ist sie aus Klemmbausteinen – besser bekannt als „Legosteine“ des dänischen Marktführers. Brunke ist Inhaber eines Fachgeschäftes für die Klemmbaustein und direkt gegenüberliegender Nachbar des [ka:punkt].

Der Anstoß kam von [ka:punkt]-Mitarbeiterin Ulrike Langer, ob sich Brunke eine Krippe aus Klemmbausteinen vorstellen konnte. „Mir ist es wichtig, dass wir in die Aktivitäten in unserem Treffpunkt unsere Nachbarn mit einbeziehen“, betont die Gemeindereferentin.

Es bleibt nicht nur bei der Anfrage

Aber es bleibt nicht nur bei der Anfrage: „ Das war echt spannende, weil gleich mehrere Gespräche über Gott und die Welt folgten.“ Der 43-Jährige ist evangelisch getauft, natürlich mit der Weihnachtsgeschichte groß geworden, später aber ausgetreten. „Eher aus finanziellen Gründen“, wie er einräumt. Sinn und Zweck der Kirchensteuer war dann ein Thema der Gespräche, erinnert sich Ulrike Langer. Aber schnell ging es über das reine Geld hinaus. Über die Vorstellung etwa, dass da irgend etwas im Leben wirkt und eingreift, was nicht so fassbar ist. Was Kraft gibt in schwierigen Momenten. Was stützt. Was unerwartet Freude bereitet. Womöglich Gott …

Tim Brunke bekommt vom [ka:punkt] alle Freiheiten in der Gestaltung der Krippe. Was ist zu erzählen, wie kann das mit Sets aus Klemmbausteinen ausgedrückt werden? Gemeinsam mit zwei Freunden vom Klemmbaustein-Stammtisch, Eike Böger und Johannes Stiehler, hat sich Brunke ans Werk gemacht: "Live oder auch in Videokonferenzen."

Immer wieder aber scheint dabei eine Frage durch: Wie würde die Geschichte heute ablaufen? Was würde Maria und Josef beschäftigen? Und wo? Schwangerschaften werden bei der Frauenärztin (oder Arzt) verkündet, Probleme gerade unter Männern eher beim Bier besprochen. So beginnt die Krippe in einer Arztpraxis – in der im wirklichen Spielzeugleben laut Hersteller eigentlich Tiere behandelt werden. Sie führt weiter über einen Waldspaziergang von Maria und Josef entlang einer Hügelkette: Maria berichtet Josef von ihrer Schwangerschaft. Mit einer doch heftigen Nebenbemerkung: „Du bist nicht der Vater …“

Nicht die Herberge ist überbelegt, sondern das Krankenhaus

Ein Schlag, den Josef verdauen muss und ihm zu einem Imbiss führt. Am Straßenrand, ein Kurierfahrzeug donnert vorbei. Dort spricht Josef mit dem Engel, seinem Freund. Abgewiesen wird das heilige Paar nicht vor der Herberge, sondern vor dem überbelegten Krankenhaus. „Das ist ja angesichts der aktuellen Ereignisse gar nicht so weit hergeholt“, meint Brunke. Zum Schluss  finden Maria und Josef Zuflucht in einer verlassen Hütte, dem Stall.

Im Nachhinein merkt Brunke, dass vieles von seiner persönlichen Geschichte mit eingeflossen ist. Eine unerwartete Schwangerschaft, die alles verändert? Brunke hat seine heutige Frau im Oktober 2013 kennengelernt, im Januar 2014 kündigte sich Nachwuchs an, im April zogen beide zusammen, im August wurde geheiratet, im Oktober ein Sohn geboren: „Das war schon alles sehr überwältigend.“

Und weitreichende Entscheidungen, wie Josef sie zu treffen hatte? Brunke hat seinen Laden im Oktober letzten Jahres eröffnet. Vorher hat er bei einer Versicherung gearbeitet: „Ich war aber nicht mehr zufrieden dort.“ So machte er sein Hobby, das er mit seinen mittlerweile zwei Söhnen teilt, zum Beruf. Neben Geschäftsplänen und Gesprächen mit der Industrie- und Handelskammer zur Existenzgründung, wurde einiges auch mit Freunden besprochen. Beim Bier. Wie Josef mit dem Engel. Wie bei der Weihnachtsgeschichte im Heute. Zu sehen im Schaufenster des [ka:punkt] in der Grupenstraße in der Innenstadt von Hannover.

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news-26013 Mon, 14 Dec 2020 23:52:16 +0100 Von Mannschaftsport und Schnittübungen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/von-mannschaftsport-und-schnittuebungen-26013/ Kleine Hilfen können viel bewegen: Da Restaurants zurzeit geschlossen bleiben müssen, unterstützt die Kolpingsfamilie Steinhude  Koch-Azubi Savas Scholz. Es sind schwere Zeiten für die Gastronomie: Zum zweiten Mal in diesem Jahr bleiben Restaurants leer, können keine Zimmer an Touristen vermietet werden. „Natürlich trifft uns das“, sagt Joachim Trautloff, Inhaber des „Haus am Meer“ in Steinhude. Er führt das Hotel und Restaurant in dritter Familiengeneration: „Ich bin hier aufgewachsen“. Seine Großtante hat den Betrieb 1949 gegründet. Seine Mutter ihn später übernommen, seit 1999 trägt Trautloff Verantwortung für Küche und Zimmer und die um die 30 Beschäftigten. 18 von ihnen arbeiten voll, vier machen eine Ausbildung, dazu kommen Teilzeitbeschäftigte und Aushilfen.

„Wir hatten aber noch Glück“, meint Trautloff. Das Hauptgeschäft liegt in den Sommermonaten. Da sind alle 23 Zimmer, die normalerweise 140 Sitzplätze in den drei Restauranträumen und die 100 Plätze im Biergarten immer gut gefüllt. Dazu kommen Feiern, am Wochenende häufig auch fünf oder sechs am Stück. Normalerweise. Doch als sich im Februar das Corona-Virus während der ersten Welle verbreitete, hörte das Telefon im Haus am Meer nicht mehr auf zu klingen: „Eine Absage einer Feier nach der anderen.“

Das wiederholte sich jetzt während der zweiten Welle, noch bevor das Land die zeitweilige Schließung verfügte: „Jetzt wurden die Tagungen, die im Herbst und Winter einen Teil unseres Geschäftes ausmachen, abgesagt.“ Auch wenn der Sommer, sicher auch durch den Biergarten, gut gelaufen ist – Trautloff verzeichnet deutliche Umsatzeinbußen. Die Corona-Hilfe für die Gastronomie aus dem Frühjahr floss zwar unproblematisch. „Doch das Geld war natürlich schnell wieder weg, schließlich hatten wir Rechnungen zu bezahlen“, erläutert der Gastronom.

Azubi einstellen oder nicht?

Hinzu kam noch ein weiteres Problem: „Ich hatte mich schon früh im Jahr entschlossen, zum August einen Koch-Azubi einzustellen.“ Doch Umsatzeinbußen und die erwartbare zweite Welle ließen ihn zweifeln, ob er das wirklich machen sollte.

Hier kommt die Kolpingsfamilie St. Hedwig Steinhude ins Spiel. Deren Vorsitzender Horst Gantert kennt das Haus am See, kennt Trautloff und hat den Gastronomen animiert, doch regelmäßig im gemeinsamen Programmheft aller Kolpingsfamilien zu inserieren. „Das ist für uns eine wichtige Unterstützung“, betont Gantert.

Jetzt habe sich die Kolpingsfamilie gefragt, was sie denn für Trautloff und seinen Betrieb tun könnten. Die Idee: Eine monatliche Unterstützung für den Azubi. Denn Kurzarbeitergeld gibt es für Lehrlinge nicht. Mit einem kleinen Betrag ist Kolping jetzt dabei. Monat für Monat. Das mag auf den ersten Blick nicht viel erscheinen angesichts der unklaren Situation, vor der Trautloff mit seinem Hotelrestaurant steht: „Aber es ist eine spürbare Hilfe, vor allem weil unser Azubi es wirklich wissen will.“

Der, der es wirklich wissen will, heißt Savas Scholz und ist 23 Jahre alt. „Kochen war für mich schon immer eine Leidenschaft“, erzählt er. Seine Mutter hat viel gekocht und er erinnert sich an Besuche in einem Restaurant mit einer offenen Küche: „Da habe beobachtet, wie die Köche jeder auf ihrem Posten waren und zusammengearbeitet haben.“ Kochen ist für ihn Mannschaftssport.

Nach der Schule fehlte der Mut zum Beruf

Doch nach dem Hauptschulabschluss die Leidenschaft als Ausbildung zu ergreifen – dazu fehlte Savas Scholz der Mut. Denn Koch in der Gastronomie bedeutet dann zu arbeiten, wenn andere frei haben. Auch die eigenen Freunde: „Die machen andere Sachen und ich wäre außen vor gewesen.“ Also sucht er sich lieber einen Job, nimmt eine Lehre als Lagerist auf, bricht ab, sucht sich wieder einen Job. „Das bereue ich heute“, meint Scholz: „Ich hätte schon viel weiter sein können.“

Erst durch eine berufsvorbereitende Maßnahme beim Job Center fasst er den Mut, seinen Traum umzusetzen. Es gibt einen Kontakt zum Haus am Meer, Scholz arbeitet zur Probe – und Inhaber Joachim Trautloff ist froh, dass er ihn hat.

Doch jetzt bleibt die Küche wieder kalt. Scholz geht zur Berufsschule und kocht zu Hause: „Da mache ich meine Schnittübungen und präge mir noch mal die Arbeitsabläufe ein, wenn es wieder losgeht.“ Denn so, mit saisonalen Unterschieden, um die 25 bis 30 Gerichte umfasst das Angebot im Haus am Meer: „Wir kochen alles frisch, à la carte“, sagt Scholz. Er muss die Rezepte samt der Mengen im Kopf und die effektiven Arbeitsabläufe bei jedem gericht verinnerlicht haben: „Das ist schon stressig, aber frisch kochen macht so viel Freude.“

Junge Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen – das ist ganz im Sinne von Kolping, findet Pastor Martin Tigges, Präses der Kolpingsfamilie: „Da können auch kleine Hilfen viel bewegen.“

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news-26011 Mon, 14 Dec 2020 20:46:02 +0100 Eine Isomatte als Auslöser https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/eine-isomatte-als-ausloeser-26011/ Schlafsäcke und Winterklamotten: Rover vom Pfadfinderstamm Peter und Paul aus Neustadt am Rübenberge füllen den lagerraum des Malteser Hilfsdienstes. Mit einem ungewöhnlichem Anlass ... Hans Höing kann sich noch gut erinnern: „Da lag einfach eine Isomatte herum.“ Das gute Stück, achtlos weggeworfen, wurde zum Auslöser einer Sammelaktion seiner Pfadfinder*innen vom Stamm Peter und Paul in Neustadt am Rübenberge. „Das hat unsere Rover, also unsere 15- bis 20-Jährigen, auf die Idee gebracht, etwas für Obdachlose zu tun“, berichtet Höing, der Stammesvorstand der Gruppe der Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) ist. Isomatten und Schlafsäcke, aber auch Winterbekleidung sollten es nach der Vorstellung des Stammes sein.

Dreimal luden die Georgspfadfinder*innen zur Spendenabgabe auf dem Platz vor der Kirche St. Peter und Paul ein. Nach einer kurzen Anlaufzeit war ihr Gruppenraum  gut gefüllt: „Mit Winterjacken, Schuhen, Schals, Unterwäsche, Hosen und vielem mehr glich er eher der Lagerhalle eines mittelständischen Bekleidungsgeschäftes“, beschreibt es Höing. Die Spenden kamen aus der ganzen Region Hannover. Auch der Peiner Pfadfinderstamm Don Bosco griff die Idee auf.

Jetzt wurden die Spenden in zwei VW Busse verpackt und dem Kältebus der Malteser zur Verfügung gestellt. Höing arbeitet seit einem Jahr als Jugend- und Schulreferent für den Hilfsdienst. Der Gruppenraum der Pfadfinder ist jetzt wieder leer, der Lagerraum bei den Maltesern dagegen gut gefüllt.

Seit zwei Jahren versorgt der Kältebus der Malteser in Hannover jeweils donnerstags obdachlose und bedürftige Menschen mit Suppe, Kaffee, Tee, Gebäck, Hygieneartikeln – und nach Möglichkeit mit Kleidung. Station macht der Bus um 18.30 Uhr an der Nikolaikapelle (Goseriede) und gegen 19.30 Uhr am Kröpcke in der Innenstadt. Fuhren Ehrenamtliche der Malteser den Kältebus zunächst nur im Winterhalbjahr, wurde das Angebot mit Beginn der Corona-Pandemie auf das ganze Jahr ausgedehnt.

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