Dekanat Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de de_DE Dekanat Hannover Thu, 24 Jun 2021 17:49:49 +0200 Thu, 24 Jun 2021 17:49:49 +0200 TYPO3 EXT:news news-27759 Wed, 23 Jun 2021 15:35:00 +0200 Der Fisch im Garten https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/der-fisch-im-garten-27759/ Erst mussten die toten Bäume fallen – und dann blüht die Vielfalt der Natur. Der Ichthys-Garten in der Gemeinde Hl. Engel in Hannover-Kirchrode ist ein Refugium für alles, was wächst und sprießt, was kreucht und fleucht. Eigentlich darf hier alles wuchern. Und es soll es auch. Aber eine Ausnahme gibt es doch: „Hier müsste das Kraut raus“, meint Kerstin Sobania. Die Vorsilbe „Un“ vermeidet sie. Das hat natürlich einen triftigen Grund.

Hier – das ist ein mit Rindenmulch angelegter Weg im neuen Garten der Pfarrei Hl. Engel im Hannoverschen Stadtteil Kirchrode. Dieser Weg muss sichtbar bleiben, ansonsten ist es ein Garten, der von selbst wachsen soll. Deshalb gibt es hier nur sprießendes Kraut ohne die diskriminierende Vorsilbe. Ohne ständige Eingriffe mit Menschenhand, Werkzeug oder sogar Chemie. Pure Natur, Refugien für alles, was kreucht und fleucht, nur mit einem einladenden Weg – und dieser Weg hat eine markante Form, die dem Garten auch seinem Namen gibt.

„Ichthys“, erläutert Andreas Meisig, ein weiteres Mitglied im „Ichthys“-Team , ist griechisch für Fisch und christlich „für eines der kürzesten Glaubensbekenntnisse“. Aus der griechischen Buchstabenfolge I·Ch·Th·Y·S ergibt sich: „Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser“ – das Erkennungszeichen von Christ*innen zu Zeiten der Urkirche während der Verfolgung. Ein einfaches Symbol aus zwei Halbkreisen, hinten mit offener Flosse: „Genauso ist unser Weg angelegt“, beschreibt Maria Otto, die dritte im Bunde. Es ist ein kurzer Weg, der zu Meditation und Nachdenken einladen soll – oder von Kindern nach dem Gottesdienst zum Austoben benutzt wird. Auch barfuß auf dem Rindenmulch.

Der Garten ist durchaus ein Geschenk des Himmels der seit Jahren auch in Hannover vorliegenden Dürre. „Auf diesen gut 300 Quadratmetern standen mal 24 Fichten“, erzählt Andreas Meisig. 40 Jahre lang wurde diese Ecke auf dem großen Grundstück um Kirche und Pfarrheim nicht genutzt. Allenfalls Kompost wurde dort abgelagert. Gut für wuchernde Fichten und für reinen Nadelwald schätzende Käfer. „Borkenkäfer hatte den Bäumen schon ordentlich zugesetzt“, berichtet Meisig. Verbunden mit langer Dürre starben die Bäume, so dass nur noch tote Stämme in die Luft ragten.

„Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als die Bäume zu fällen“

„Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als die Bäume zu fällen“, sagt Meisig. An 21 Fichten legte er selbst mit Hand an, drei mussten von einer Spezialfirma abgesägt werden. Doch weggeschmissen wurde das Holz nicht. Als klar war, dass die freigelegte Fläche ein Garten (und keine Parkplatzerweiterung) wird, wurden aus den Baumabschnitten die Begrenzungen für den „Fischweg“ gelegt: „Nichts geht hier verloren.“

Weiteres Holz wurde an eine nebenstehende Garage gestapelt – als „Herberge“ für Insekten. In Richtung Süden wurde ein Reisigwall angeschüttet um Igeln und Nagern, Kröten und Echsen, Zaunkönig und Heckenbraunelle einen Rückzugsraum zu geben, ein Mehrfamilienhaus der Natur. Abgedeckt wurde der Wall mit dem zersägten und abgeknappsten Weihnachtsbaum aus der Kirche Hl. Engel. Nichts geht verloren. Diese Refugien für Insekten, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger sind Meisig wichtig: „Wir leben hier in einem Stadtteil mit ordentlich gepflasterten Hofeinfahrten und angeblich so pflegeleichten Steingärten.“

Von den Fichten befreit, waren Maria Otto, Kerstin Sobania und Andreas Meisig gespannt, wie sich das Unterholz so entwickeln würde: „Ahorn, Erle, Esche, Hartriegel, Walnuss, Haselnuss, Kirsche, Holunder und Brombeere und vieles andere mehr“, listet Kerstin Sobania auf. Alles ohne ordnende Menschenhand entstanden. Selbst angepflanzt hat Maria Otto Himbeeren und Fingerhut. „Das sind ja Pflanzen, die man am Waldrand findet“, betont Kerstin Sobania. Denn auch das soll der kleine Garten inmitten der Stadt abbilden – die Vielfalt des Waldes.

„Wir haben in die Mitte eine Europäische Linde gesetzt“

Dazu gehört eine weitere Pflanzung. „Wir haben in die Mitte eine Europäische Linde gesetzt“, sagt Maria Otto. Zum einen, weil der Baum robust gegen die fortschreitende, spürbare Erwärmung des Klimas ist. Zum anderen, weil Linden eine große Weide für Bienen sind. Zum dritten, weil Linden eine gesellschaftliche Funktion haben: Die große Linde war und ist in Dörfern häufig der zentrale Versammlungsplatz. Das gibt es auch für die Gemeinde Hl. Engel.

Was auch noch wuchert – der Inbegriff des „Un“Kraut: Brennnesseln. „Ja, die müssen wir ein wenig in Schach halten“, sagt Kerstin Sobania und lacht. Aber genau betrachtet sind Brennnesseln eher ein „Superwildkraut“: medizinisch wirken die Blätter harntreibend, schmerzstillend und entzündungshemmend. Offiziell belegt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Essbar ist die Pflanze auch – als Salat, Suppe oder wie Spinat. „Hinzu kommt, Brennnesseln sind überlebenswichtig für Schmetterlinge“, ergänzt Kerstin Sobania.

Die Sache mit der Fehlinterpretation von Brennnessel ist eine der Geschichten, die Maria Otto, Kerstin Sobania und Andreas Meisig mit dem Garten erzählen wollen. Oder warum es Refugien für Kleinlebewesen geben sollte. Was es mit der Linde auf sich hat. Oder mit diesem griechischen Fisch. Deshalb möchten sie in absehbarer Zeit Hinweistafeln aufstellen.

Erst einmal muss aber der namensgebende Weg wieder sichtbar gemacht werden. Deshalb zupfen Maria Otto, Kerstin Sobania und Andreas Meisig weiter das Kraut zwischen dem Rindenmulch heraus. Ohne „Un“ und ohne Chemie.

  • Der Ichthys-Garten in Hl. Engel (Böhmerwaldstraße 8, 30559 Hannover) liegt am südlichen Ende des Pfarrheims. Er kann aus Haftungsgründen nur auf eigene Gefahr über das Pfarrgrundstück betreten werden.
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news-27658 Fri, 18 Jun 2021 12:34:00 +0200 Die Erbsen esse ich nicht ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/die-erbsen-esse-ich-nicht-27658/ Über Machtfragen in Kita und Sakristei: Das Nachdenken über Regeln hilft – vor allem in der eigenen Haltung. Schätzfrage: Seit wann haben Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung? A.) Seit den 1970-er Jahren; B.) seit 2000; C.) schon immer oder D.) immer noch nicht? Richtig ist: Antwort B.

Tatsächlich ist erst seit dem 8. November 2000 das „Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung“ in Kraft. Vorher war vom Gesetzgeber zumindest nicht sanktioniert, dass der Klaps auf den Po noch niemandem geschadet hätte. Oder: „Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.“ Das ist biblisch – Buch der Sprichwörter (Spr 13,24).

Im Jahr 2000 hat Christina Reinert die Leitung der Kindertagesstätte St. Antonius in Hannover-Kleefeld übernommen. Eine kleine überschaubare Einrichtung. Seit 1946 gibt es eine Kindergartengruppe, jetzt mit 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. 2013 kam eine Krippe dazu. Hier werden 15 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren betreut.

Christina Reinert sagt von sich: „Ich bin eine Vollbluterzieherin.“ Seit fast 40 Jahren ist sie in dem Job, der für sie eine echte Berufung ist. 1984 hat sie mit ihrer Ausbildung begonnen, auch in einer katholischen Kita: „Sogar ganz in der Nähe, in St. Anna, heute St. Martin.“ Nur einen Stadtteil weiter und mittlerweile sogar die gleiche Pfarrgemeinde. Sie wird zweimal Mutter, arbeitet halbtags und möchte als ihre Söhne größer sind, wieder voll einsteigen: Daher wechselt sie 1995 nach St. Antonius.

Die Zeiten, als der Klaps auf den Po angeblich nicht schaden würde, kennt Christina Reinert noch aus ihrer eigenen Lebensgeschichte. Oder aus dem Alltag der Kita: „Wenn Kinder sich gestritten haben, wurde einfach eines in die rechte und eines in die linke Ecke gestellt.“ Da wurde auch an den Kindern gezerrt. Weil die Erzieher*innen das konnten. Weil das gesellschaftlich üblich war. Schließlich galten Kinder lange Zeit als Eigentum ihrer Eltern. Und auch andere Autoritätspersonen durften ihnen etwas auf die Finger geben.

„Natürlich haben wir Erzieher*innen Macht“, betont Christina Reinert. „Macht“ ist aus der Pädagogik nicht wegzudenken: „Sie kann positiv genutzt werden, sie kann aber auch missbraucht werden.“ Dieser oftmals ganz feine Unterschied liegt für Christina Reinert in der Haltung – und darin, wie die Beteiligung von Kindern in einer Kita im Alltag der Einrichtung möglich wird.

Was die Haltung betrifft, hat die Kita-Leiterin einen klaren Leitgedanken: „Kinder werden nicht erst zu Menschen, sie sind bereits welche.“ Ein Satz, der auf den polnischen Arzt und Pädagogen Janusz Korczak zurückgeht – und den er 1921 niedergeschrieben hat. Fast acht Jahrzehnte bevor in Deutschland Gewalt in der Erziehung endgültig untersagt wurde. Korczak hatte von 1912 an ein jüdisches Waisenhaus in Warschau geleitet, zahlreiche Bücher geschrieben – und ging mit 200 seiner Waisenkinder 1942 im Vernichtungslager Treblinka in den Tod.

Die gleiche Augenhöhe zwischen Erzieher*innen und Kindern: Das ist ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch die Schriften von Korczak zieht. Und einer, den Christina Reinert im Alltag ihrer Kita immer wieder zu verankern sucht. Für sie beginnt die gleiche Augenhöhe mit den Kindern darin, in der Kita über Macht nachzudenken: „Die Beteiligung von Kindern beginnt in den Köpfen der Erwachsenen.“

Ganz abgeben können Erzieher*innen ihre Macht natürlich nicht. Schließlich ist ihr Alltag auch immer eine Gratwanderung zwischen Aufsichtspflicht und Kindeswohl, zwischen Trotz, Trauer und Tränen. Denn die „Machtfrage“ wird in der Kita täglich gestellt. Was, wenn ein Kind das Mittagessen mit Wucht beiseite schiebt: „Erbsen esse ich nicht.“ Oder wenn zwei Kinder beim Buddeln im Sand sich erst in die Haare und dann an die Schaufeln geraten? Dürfen Kinder in der Kita ‚trotzig’ sein? Und dürfen Erzieher*innen auch mal laut werden?

„Ja und ja“, antwortet Christina Reinert. Solche Situationen kommen immer wieder vor. Sie dürfen aber nicht einfach beiseite geschoben werden oder man so tun, als ob es sie nicht gegeben hätte. „Für uns in der Kita ist wichtig, dass wir die Rechte der Kinder immer wieder klären.“ Dazu gehört beispielsweise der Umgang mit Regeln und Regelbrüchen. „Darüber wird immer wieder mit den Kindern gesprochen, dafür haben wir Worte, Gesten und Piktogramme – und es funktioniert.“ Selbst bei den ganz Kleinen. Auch bei ihnen können Erzieher*innen ein Stück ihrer Macht abgeben.

Noch eines ist für Christina Reinert bedeutsam: „Die Kinder dürfen sich auch über die Fachkräfte beschweren.“ Gibt es Probleme, ist in St. Antonius sichergestellt, dass die Kinder gehört werden. Missverständnisse können ausgeräumt, Verhaltensweisen erklärt werden. Das führe auch bei den Kindern zu einer grundlegenden Erkenntnis: „Ich werde gefragt, meine Meinung zählt, aber auch die der anderen“, beschreibt es die Kita-Leiterin.

Für die Kinder ist sie übrigens „Reini“. Sie wird von ihnen geduzt, aber es ist auch klar, dass sie im Zweifelsfall „der Boss“ ist. Nicht, weil sie ‚die Leitung’ ist, sondern weil sie die Kinder ernst nimmt, sie beteiligt. „Das Nachdenken über Macht, über Regeln hilft, das eigene Handeln klarer zu bestimmen.“

Von der Kita zur Sakristei: Regeln helfen beim Bestimmen von Haltung, Rolle und Verhalten. Das ist eine Erfahrung, die Pfarrer Wolfgang Semmet gemacht hat. Er ist leitender Seelsorger von St. Heinrich und St. Godehard in Hannover. Die beiden Pfarreien mit ihren insgesamt sieben Kirchorten decken große Teile der Innenstadt und im Westen Hannovers ab. Beide Pfarreien haben ein institutionelles Schutzkonzept für die Prävention gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche erarbeitet. Ein Aspekt dabei: bauliche Maßnahmen. „Wir wollten keine dunklen Ecken mehr in unseren Kirchen und Gemeinderäumen“, erläutert Semmet: durchsichtige Türen in Sakristei und Beichtzimmer, Glaselemente und Bewegungsmelder. Überall Licht und Transparenz.

Doch es gibt für Semmet noch eine andere Seite dieses Schutzkonzeptes, jenseits von Glas und Elektrik. Etwas, das sein eigenes Verhalten und damit auch seine Haltung gegenüber Kindern und Jugendlichen in den Blick nimmt. Semmet muss sich mit Misstrauen auseinandersetzen – gegen die Institution Kirche, gegen die Rolle des Pfarrers und damit auch gegen die eigene Person.

Unter Generalverdacht aufgrund seiner Rolle gestellt zu werden, behagt ihm selbstverständlich nicht. Aber das sei nicht entscheidend: „Wichtig ist, dass solche Konzepte auch für mich selbst einen großen Schutz darstellen.“ Es helfe Priestern immens, wenn Räume durch Glaselemente offen einsehbar sind.

Gleichzeitig hat sich auch sein Verhalten geändert, sowohl aus Schutz als auch aus Respekt. Beispiel Sakristei: „Wenn das Gewand eines Ministranten nicht ordentlich saß, habe ich das früher selbstverständlich vor dem Gottesdienst schnell selbst zurechtgerückt.“ Auch ohne vorher zu fragen. Große Gedanken habe er dem damals nicht beigemessen. Das sei heute anders: „Ich mache das nicht mehr.“ Natürlich fragt er jetzt eine Ministrantin oder einen Ministranten, ob er das Gewand anfassen darf. Oder er bitte gleich einen anderen Messdiener das Gewand zurechtzurücken.

Oder Freizeiten mit Kommunionkindern: Übers Wochenende wegfahren – das macht Semmet noch. Aber die Schlafräume der Kinder betritt er nicht mehr. Früher habe er natürlich Kindern geholfen, die um Unterstützung beim Beziehen von Betten baten. Große Laken, kleine Arme. Aber seit den Missbrauchsfällen bittet Semmet die Katechet*innen, den Kindern zu helfen. So schwer es fällt: Aber es entlastet ihn in seiner Rolle und deren durchaus öffentliche Wahrnehmung.

„Seit meiner eigenen Präventionsschulung stelle ich mir die Frage von Nähe und Distanz nun viel bewusster“, betont Semmet: „Das würde ich gerne auch anderen Erwachsenen vermitteln.“ Denn nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Gesellschaft werden Kinder immer wieder in die Ecke gedrängt. Sie müssen sich wehren, weil ihnen Erwachsene zu nahe kommen. „Wenn es uns als Kirche gelänge, dass dieses Bewusstsein überall stärker wird und wir dazu beitragen könnten, dass Kinderrechte respektiert werden – dann wäre ich zufrieden“, meint der Pfarrer.

Natürlich wirbt Semmet in Gesprächen dafür, die Kirche differenzierter wahrzunehmen und nicht alles, auch nicht alle Priester, über einen Kamm zu scheren: „Wir dürfen aber auch nichts unter den Teppich kehren.“ Es ist passiert, und es hat Auswirkungen – auch auf sein Verhalten: „Ich versuche darauf zu reagieren, indem ich mich frage, was ich tun kann, um die Situation zu verbessern. Das ist dann mein Part.“

Nachdenken über Macht, über für zu selbstverständlich genommenes Verhalten. Regeln finden, einüben, Kinder und Jugendliche beteiligen. Das hilft beim Finden der Haltung, beim Hinterfragen von Tun und Handeln. In der Kita und in der Sakristei.

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news-27757 Fri, 18 Jun 2021 11:46:00 +0200 Ein Gebet, reich an Licht ... https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/ein-gebet-reich-an-licht-27757/ „Beten für den Bischof“: Bistumsweite Initiative versammelt sich zu Gottesdienst und eucharistischer Anbetung in St. Maria in Hannover – mit Rosenkranzgebet in fünf Sprachen. „Jesus, der von Johannes getauft worden ist“, …, „Jesus der uns, das Reich Gottes verkündet hat“ und immer wieder „Gegrüßest seist du Maria“: Es sind die 2002 von Papst Johannes Paul II. dem Rosenkranz angehängten „lichtreichen Geheimmisse“, die in der Kirche St. Maria in der Nordstadt von Hannover gebetet werden.

Traditionell sind 15 „Geheimnisse“, eher kurze Glaubenssätze über das Leben Jesu, in Fünfer-Gruppen mit dem Rosenkranz verbunden: von der Menschwerdung Gottes über den Tod am Kreuz bis zur Auferstehung. Papst Johannes Paul II. hat mit seinen hinzugefügten Geheimnissen den Blick auf das öffentliche Wirken von Jesus gelegt: die Taufe im Jordan, die Hochzeit zu Kana, die Verkündigung des Reiches Gottes, die Verklärung auf dem Berg Tabor und schließlich die Stiftung der Eucharistie.

Aktion dreier Gebetsgruppen

Öffentlich beten und damit wirken – das ist ein Leitmotiv einer Initiative, zu der sich im Februar 2020 Katholik*innen aus dem Bistum Hildesheim zusammengeschlossen haben: „Beten für den Bischof“. Getragen wird die Initiative von der Hildesheimer Gebetsgruppe „Quelle des Friedens“, den „ErbenGottes“ in Hannover und der „Herz Jesu Anbetung“, die im Urheiligtum der Schönstatt-Bewegung in Bad Salzdetfurth ihre Heimat hat. Doch sind es nicht nur diese drei Gruppen allein: „Es sind auffallend viele Menschen aus den muttersprachlichen Gemeinden dabei“, berichtet Janusz Bukala, Sprecher der Initiative. Daher wurde der Lichtreiche Rosenkranz auf italienisch, kroatisch, französisch, arabisch und deutsch gebetet.

So auch bei Gottesdienst und Anbetung in St. Maria. Neben der Kirche ist das Katholische Internationale Zentrum, beheimatet. In der Einrichtung des Bistums Hildesheim arbeitet die Pfarrei St. Maria mit der kroatischen, der italienischen und der spanischsprachigen Mission zusammen. „Wir haben die Heilige Messe ausdrücklich für Bischof Heiner Wilmer und die Priester des Bistums gefeiert“, betont Bukala: „Auf dass sie glaubhaft das Evangelium verkünden, den Menschen von der Schönheit des katholischen Glaubens Zeugnis geben und das Lehramt tapfer verteidigen, gerade in Zeiten rückläufiger Kirchenbindung.“

Pfarrer Bernd Langer, Seelsorger von St. Maria, erinnerte in seiner Predigt daran , was Anbetung ausmacht. Es sei ein absichtsloses Schauen auf Gott: „Ich schaue ihn an, er schaut mich an.“ Für berichtet Janusz Bukala liegt darin die besondere Kraft der Anbetung im Blick auf das Allerheiligste, das in St. Maria in einer Monstranz aus dem Jahr 1819 ausgesetzt war. Musikalisch wurden Gottesdienst und Anbetung von den „ErbenGottes“ gestaltet. Die nächste Gebetsaktion der Initiative ist für Samstag, 11.September, geplant. Zu Fuß geht es von Hildesheim in den Wallfahrtsort Ottbergen.

Die fünf lichtreichen Geheimnisse

Die fünf Geheimnisse wurden durch Papst Johannes Paul II. 2020 durch das apostolische Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ ("Der Rosenkranz der Jungfrau Maria) hinzugefügt. 

 

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news-27684 Fri, 11 Jun 2021 12:10:00 +0200 Leidenschaft – filmreif und virtous https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/leidenschaft-filmreif-und-virtous-27684/ Zweite Kulturandacht in der Basilika St. Clemens mit Geschichten und Tönen voller Leidenschaft – und was Hoffnung ausmacht. Und Gott. „Leidenschaft, die – Substantiv, feminin“ schreibt der Duden. Und weiter zur Erklärung: große Begeisterung, ausgeprägte Neigung, Passion für etwas, was man sich immer wieder zu verschaffen, was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet.“

Passion, Hingabe, Leidenschaft: Das haben Wiebke und Johannes Thomsen. Denn wie sonst könnte man auf die Idee kommen, einfach mal das kleineste Kino der Welt zu gründen – das Lodderbast, kurz „LDRBST“. Früher ein Eckkiosk, heute ein Lichtspieltheater auf 39 Quadratmetern mit 20 Plätzen. Die Cocktailsessel sind liebevoll zusammengewürfelt, die Limo ist selbstgemacht und – klar – Popcorn und bunte Tüten gibt es auch.

Die beiden Kino-Macher*innen zeigen seit 2018 Filme, die ihnen gefallen. Wilde, aneckende, emotionale, verstörende, klamaukige oder unfreiwillig komische Filme. Wieder kurz: mit Leidenschaft gemachte Filme.

Doch die Pandemie bremst das Ehepaar aus, wie sie bei der Kulturandacht eindringlich berichten. Am 11. März letzten Jahres entschließen sich Wiebke und Johannes Thomsen den Betrieb im Lodderbast zu schließen. Aber auch das leidenschaftlich, mit Hingabe. „Wir haben lange darüber nachgedacht“, schildert Johannes Thomsen. Aber eine Haltung hat sich dabei herausgeschält: „Wenn wir untergehen, dann mit Pauken und Trompeten – Hauptsache, es sieht gut aus.“ Filmreif. Oder leidenschaftlich.

So erklärt sich aber auch die Textauswahl der Thomsens: „Der Lenz verschiebt seine Premiere“, ein Gedicht von Erich Kästner. Wiebke und Johannes Thomsen dichten es etwas um. Oder anders ausgedrückt: Sie adaptieren das Thema. Wie bei einer Literaturverfilmung. Damit die Botschaft klar rüberkommt: Nicht den Kopf hängen lassen, sondern weitermachen.

Verrechnungsschecks im Briefkasten

Filme kennen göttliches Eingreifen zum Zeichen der Hoffnung. War es Gott, der Hoffnung verleiht. „Nein, nicht Gott“, sagt Johannes Thomsen. Damit hat er nichts zu tun. Aber Unterstützung für den Kino-Kiosk kommt trotzdem überraschend: Verrechnungschecks, die bisherige Besucher*innen in den Briefkasten stecken, die Vermieterin verzichtet auf die Miete.

Für die Thomsens wird klar: „Kino ist kreativ, also können wir mit einer Krise kreativ umgehen.“ Sie entwickeln Online-Kinoabende, laden zu Videogesprächen mit Regisseur*innen ein. Zählen sie über die Monate ihre Zuschauer*innen zusammen ergibt sich eine atemberaubende Zahl: 60 000.

Da kommt für die Thomsens wieder vom Drehbuch her wieder Gott auf die Leinwand: „Für uns ist das eine kulturelle, eine kreative Kraft. Aber ich verstehe, dass diese Chiffre für Euch Gott heißen kann“ Es entsteht etwas, ausgelöst durch die harte Pandemie, was es sonst nicht gegeben hätte. Der Anstoß, eingefahrene Wege zu verlassen.

Hingabe, Passion – das sind auch Themen der Musik. Erst recht für ein Instrument wie die Orgel. Musikalisch wird die Andacht von David Thomas gestaltet. 19 Jahre jung, die Haare hoch, die Hosen kurz. Organist an der evangelisch-lutherischen Münstergemeinde St. Bonifatius in Hameln, Student der Kirchenmusik an Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Virtuos. Und leidenschaftlich.

Zerbrechlichkeit („fragile“) ist der Leitgedanke des Kulturandachten. Das will Thomas mit seiner Musikauswahl unterstreichen: „Die A-Dur Sonate von Mendelssohn kombiniert einen majestätischen homophonen Satz mit einer vierstimmigen Fuge über den Bußchoral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“, die sich aus einem geheimnisvollen Anfang im pianissimo zurück zum lauten Anfangsthema entwickelt.“

Oder der „Étoile du soir“ (Abendstern) aus dem Zyklus „Piéces de fantaisie“von Louis Vierne. Für Thomas ein empfindsames impressionistisches Charakterstück, in welchem durch raffinierte kompositorische Techniken ein hoher Bezug zur Natur hergestellt wird.“ Eine Leidenschaft für die Schöpfung.

Hingabe, Passion. Gott als kulturelle, kreative Kraft. Oder: „Leidenschaft, die – Substantiv, feminin“ …

Die weiteren Andachten:

  • Ausdrucksstarke Fotos stehen im Mittelpunkt der Kulturandacht am Mittwoch, 23. Juni. Die Fotografin Kwanho Yuh wird Fotos zeigen, die die persönliche und gesellschaftliche Situation der Corona-Pandemie widerspiegeln – im musikalischen Zusammenspiel mit ihrer Tochter, der Sängerin Sara Zwingmann. Am Klavier werden sie von Nicolai Krügel begleitet.
  • Jazzklänge mit dem Kontrabassisten Johannes Keller setzen die musikalischen Akzente in der Andacht am Mittwoch, 7. Juli. Der Wortbeitrag kommt von Professorin Susanne Rode-Breymann, der Direktorin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH).
  • Die Abschlussandacht vor den Sommerferien am Mittwoch, 21. Juli wird musikalisch von „Cream Flow“ mit den Musiker*innen Agnes Hapsari und Pit Schwaar gestaltet, den textlichen Impuls gibt Jörg Breiding, Professor an der Essener Folkwang-Hochschule und Leiter des Knabenchors Hannover.

Beginn ist immer um 19:30 Uhr. Eine Anmeldung ist aufgrund der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich – entweder unter Telefon 0511/1640520 oder per E-Mail: propstei(ät)kath-kirche-hannover.de. Es stehen in der Basilika 38 Einzelplätze zur Verfügung, bei gemeinsamen Haushalten entsprechend mehr. Die Kulturandachten werden von der Stiftung „Kirche sein – Region Hannover“ finanziell unterstützt

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news-27663 Wed, 09 Jun 2021 19:58:08 +0200 "Alle wieder zu Hause" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/alle-wieder-zu-hause-27663/ Kampfmittelfund und Evakuierung in Hannover-Misburg: Ehrenamtliches Team des Malteser Hilfsdienstes versorgt Anwohner*innen in Sammelunterkunft mit Getränken, Suppe und aufmunternden Worten. Kurz vor Mitternacht kann Christian Cossmann aufatmen: „Alle wieder zu Hause“. Alle – das meint nicht nur die insgesamt 34 Malteser*innen aus Hannover, Hildesheim, Celle, Göttingen und Braunschweig, hinter denen ein langer Tag lag. Sondern auch die gut 220 Bürger*innen aus dem Hannoverschen Stadtteil Misburg, um die sich Team von Ehrenamtlichen über zehn Stunden lang gekümmert hat.

Cossmann ist bei den Maltesern Hannover stellvertretender Leiter der Einsatzdienste. Um zehn Uhr wurden die Schnell-Einsatz-Gruppen alarmiert. Bei Bauarbeiten im Stadtteil Misburg wurde am Vorabend eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden – ein Blindgänger. Das rief zunächst die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdiensts auf den Plan. Weitere Sondierungen wurden durchgeführt. Das Ergebnis: eine weitere Fliegerbombe wurde ausgemacht. Zweimal zehn Zentner Sprengstoff.

Keine Seltenheit in einer durch den Krieg so zerstörten Stadt wie Hannover. Mehr als 23000 Tonnen Bomben sollen bei rund 129 Angriffen über Hannover abgeworfen worden sein. Nicht alle Kampfmittel sind explodiert – Expert*innen gehen von einer Quote von 10 Prozent aus. Die Blindgänger sind eine erhebliche Gefahr. Bisherige Kampfmittelfunde haben deutlich aufgezeigt, dass die Sprengmittel ihre Brisanz nicht eingebüßt haben. Damit ist klar: Ehe die Bomben entschärft oder kontrolliert zur Explosion gebracht werden können, müssen die im Umkreis lebenden Hannoveraner*innen in Sicherheit gebracht und versorgt werden.

„Das ist eine Aufgabe, die wir Malteserinnen und Malteser übernommen haben“, sagt Cossmann. Sein Team richtet eine Betreuungsstelle im Schulzentrum Misburg ein. Bierzeltgarnituren werden herangeschafft und aufgebaut, Verpflegung wird organisiert. In Zeiten der Pandemie müssen zusätzlich besondere Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen getroffen werden. Angefangen bei notwendigen Namenslisten und Thermometern zur Fiebermessung.

Gegen 14 Uhr ist alles vorbereitet, die ersten Misburger*innen, die nicht in ihre Wohnung können, betreten das Schulzentrum. Namen aufnehmen, Temperatur messen, auf die Masken achten und zum Platz führen – das sind die ersten Aufgaben der Einsatzkräfte des katholischen Hilfsverbandes. Tische und Bänke sind großzügig in der Halle verteilt. Notwendige Abstände müssen gewahrt bleiben. Familien mit Kindern sind dabei, aber auch viele alte Menschen. Und manches Haustier.

Gut 220 Menschen werden von den Maltesern versorgt, mit Getränken, aber auch mit einer Suppe und immer wieder mit aufmunternden Worten. Bei manchen macht der Kreislauf nicht mit, sei es aus Aufregung oder wegen des doch schwülen Wetters: „Diese Menschen haben wir natürlich medizinisch versorgt“, sagt Cossmann. Eine Person aber musste ins Krankenhaus verlegt werden. „Große medizinische Versorgungen sind aber ausgeblieben“, berichtet Cossmann.

Sein Fazit: „Ich bin sehr glücklich, dass wir alle gemeinsam diesen Einsatz so super abgearbeitet und stets extrem professionell und lösungsorientiert Hand in Hand gewirkt haben!“. Vor allem freut ihn für sein ehrenamtliches Team das Lob, dass sie für den Einsatz erhalten haben – sei es von der Berufsfeuerwehr oder dem Gesundheitsamt der Region oder von Oberbürgermeister Belit Onay und Ministerpräsident Stephan Weil, die beide bei den Maltesern vorbeischauten. Doch das größte Lob kam von den betreuten Nachbarn aus Misburg selbst.

Um 22 Uhr schließlich die Entwarnung: beide Fliegerbomben konnten entschärft werden. Die Anwohner*innen kehren in ihre Wohnungen zurück, das Team um Cossmann packt wieder alles zusammen. Schließlich ist es kurz vor Mitternacht. Die letzte Rückmeldung der ehrenamtlichen Helfer*innen der Malteser wird durchgegeben: Heimkehr wohlbehalten erfolgt. Aufatmen: „Alle wieder zu Hause.“

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news-27660 Wed, 09 Jun 2021 14:01:48 +0200 Liebe in allen Farben https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/liebe-in-allen-farben-27660/ "Love wins": Das war der Leitgedanke eines Thementages mit digitalen Workshops und einem Gottesdienst, zu dem die Jugendgruppen der Pfarrei St. Maria Immaculata in Mellendorf eingeladen haben. Über die Aktion und den Gottesdienst berichtet Noemí Calderón, die als... Als Reaktion auf das vom Vatikan verhängte Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Liebespaare, haben in den letzten Wochen deutschlandweit viele katholische Kirchengemeinden sogenannte „Liebe-gewinnt“ Gottesdienste veranstaltet. Sie sind ein klares Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen und drücken gleichzeitig Protest aus. In vielen dieser Gottesdienste wurden daher homosexuelle Paare von Priestern zur Segnung eingeladen.

Auch die Jugendgruppen der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Wedemark wollten die Offenheit und Toleranz ihrer Gemeinde repräsentieren und luden zum „Love-Wins-Gottesdienst“ in Mellendorf ein. „Uns ist es wichtig zu zeigen, dass wir mit der Haltung des Vatikans nicht einverstanden sind. Heute wollen wir selbst die Veränderung sein, die wir uns von der Kirche wünschen“ betonen die Jugendlichen.

Im Gottesdienst thematisierten die Jugendlichen die ersehnte bunte Vielfalt mit dem Motiv des Regenbogens. Ob auf großen Bannern vor der Kirche, Fahnen im Kirchenraum, Stickern an der Kleidung, den bunt-beleuchteten Kirchenwänden oder auf der Stola des Priesters – überall strahlten den Gottesdienstbesuchern die Farben des Regenbogens entgegen. Er steht als Symbol für die Vielfalt der LGBTQ- Gemeinschaft (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans-gender and Queer) und gleichzeitig als biblisches Zeichen für den Bund zwischen Gott und den Menschen.

„Dunkle Gewitterwolken als Zeichen der großen Krise türmen sich am Horizont der Kirche auf. Sie stehen für den Missbrauchsskandal, für das Segnungsverbot, für die massenhaften Kirchenaustritte, für den Reformstau, für den Stillstand in der Ökumene, für die internen Streitigkeiten, und für die enorme Wut und Frustration der Menschen über den gegenwärtigen Kurs der katholischen Kirche“ sagte Kaplan René Höfer in seiner Predigt. „

Aber über alldem steht der Regenbogen als ein Zeichen der Hoffnung. Er steht für jeden Neuanfang, für Versöhnung und für Gottes bedingungslose Liebe zu den Menschen. Wenn wir in der Kirche lernen in einer Haltung der Liebe und der gegenseitigen Akzeptanz miteinander um die kritischen Themen zu ringen und wenn wir dazu bereit sind, aufzustehen und Aktionen wie diesen Gottesdienst zu starten, dann kann sich endlich etwas verändern“ so Kaplan Höfer weiter.

Mehr als ein Zeichen der Toleranz und Vielfalt ist der Regenbogen also auch ein Zeichen dafür, sich für genau diese Werte einzusetzen und stark zu machen im festen Vertrauen darauf, dass die Liebe gewinnt.

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news-27654 Wed, 09 Jun 2021 10:29:57 +0200 Schokoriegel und offene Ohren https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/schokoriegel-und-offene-ohren-27654/ Der [ka:punkt] in Hannover hat „Stärkungspakete“ an die Mitarbeitenden der Intensivstationen in der Stadt geschickt – „Nervennahrung“ im doppelten Sinn. Mit Karten, Briefen und Paketen kennt man sich im [ka:punkt], dem Begegnungs- und Beratungstreffpunkt der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover mittlerweile gut aus. Die Pandemie machte es nötig: „Mut-Mach-Karten“, verbunden mit Aufmunterungsgeschenken aus den katholischen Schulen der Stadt, Weihnachten und Ostern „aus der Tasche“ (kleine Tüten mit Gebetsimpulsen), das „Mittagsgebet to go“ (ein Umschlag zum Mitnehmen, befestigt am Gartenzaun vor dem [ka:punkt]) oder Spendenpakete mit Gebäck, die an wohnungs- und obdachlose Menschen weitergereicht werden sind da Beispiele.

Nun wurden wieder Pakete gepackt – für die Mitarbeitenden der Intensivstationen an den Krankenhäusern der Landeshauptstadt. Der Inhalt? „Zum einen Knabbersachen für die schnelle Energiezufuhr, wie Nussriegel, Schokoriegel oder Gummibärchen“, listet die Leiterin des [ka:punkt], Jutta Johannwerner auf: „Alles, was flott in den Mund geht.“ Klassische Nervennahrung zur Stärkung angesichts von Druck und Hektik auf Station. Da kann der Griff in die Knabberkiste im Rückzugsrum für die Pflegekräfte schon hilfreich sein.

Doch sollen die Pakete mehr sein als nur eine Anerkennung in Nuss und Fruchtmark: „Auch wenn die Corona-Zahlen zurückgehen, die Arbeitsbelastung auf den Intensivstationen ist nach wie vor hoch“, betont Jutta Johannwerner. In Großstädten sind die Intensivstationen nach Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) weiterhin zu zwischen 80 oder 90 Prozent belegt. Hannover macht da keine Ausnahme. „Das allein zeigt doch, unter welcher Belastung gerade die Krankenpflegerinnen und -pfleger stehen“, meint Jutta Johannwerner.

Daher liegt den Paketen zum anderen noch ein Brief bei – die Einladung zu Gesprächen und Begegnung: „Wir möchten uns als Gesprächs*partnerinnen anbieten“, erläutert Jutta Johannwerner. Eine Erfahrung hat die Pastoralreferenten aus den unterschiedlichen Beratungsangeboten im [ka:punkt], gezogen: „Es tut gut sich auszusprechen, schon allein um die Gedanken zu ordnen.“

Dabei kann ein Ortswechsel durchaus hilfreich sein: „Belastungen im Krankenhaus müssen nicht unbedingt nur im Krankenhaus besprochen werden.“ Sondern vielleicht sogar gerade an einem anderen Ort: Im [ka:punkt] ist das beispielsweise bei der Beratung im Forum sogar spontan, kostenlos und ohne Terminabsprache möglich – jeweils montags bis freitags in der Zeit von 14 bis 16 Uhr. Auch die Berater*innen der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im [ka:punkt] stehen für Gespräche zur Verfügung.

Die Idee für die Pakete kam von Wolfgang Sender. Der 64-Jährige engagiert sich auf vielerlei Weise ehrenamtlich im [ka:punkt]. Er zeigt Filme (wenn’s möglich ist) oder fährt andere Pakete aus – mit dem Café Abstand zu den Menschen, deren Wohnzimmer die Innenstadt ist. Egal bei welchem Wind oder Wetter. Ob nun obdachlos, auf Almosen hoffend, musizierend oder weil sie sonst nicht wissen wohin. Aber das ist eine andere Geschichte

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news-27608 Wed, 02 Jun 2021 18:24:46 +0200 Licht an, Ton läuft https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/licht-an-ton-laeuft-27608/ Großveranstaltungen, Konzerte oder Spektakel wie der gerade gefeierte Eurovision Song Contest zeigen immer wieder: Es kommt nicht allein darauf an, was auf der Bühne passiert, sondern auch wie es in Szene gesetzt wird. Da geht es um Lichteffekte bei der Show und es geht um guten Ton. Denn wenn nichts zu hören ist, geht die beste Band unter. Aber wie funktioniert das mit Lampen, Leuchten und Lichtpultsystemen? Wie werden Mikrophone und Lautsprecher aus dem Mischpult für den satten Sound abgestimmt? Das können jetzt Interessierte ab 14 Jahren bei einem vierteiligen Workshop im pastoralen Jugendzentrum Tabor in Hannover lernen.

Für die fünfstündigen Einheiten für den Technikführerschein stehen jeweils zwei Termine zur Verfügung. Auftakt ist am Freitag, 18. Juni, 16 bis 21 Uhr oder Samstag, 19. Juni, 10 bis 15 Uhr mit den „Grundlagen“ – um einen ersten Einblick, die wichtigsten Fachbegriffe und die Regeln, die für jede Veranstaltung zu treffen. Teil 2 (Fr, 25. Juni, 16 bis 21 Uhr oder Sa, 26. Juni, 10 bis 15 Uhr) widmet sich dem „Licht“, Teil 3 dem „Ton“ (Fr, 2. Juli, 16 bis 21 Uhr oder Sa, 3. Juli, 10 bis 15 Uhr). Der Abschluss ist dann die Bewährungsprobe: Bei einer Konzertsimulation wird für eine Band eine Lichtshow programmiert und der Ton für den richtigen Sound abgemischt (Fr, 9. Juli, 16 bis 21 Uhr oder Sa, 10. Juli, 10 bis 15 Uhr).

Beim Technikführerschein arbeitet das Tabor mit dem Pariser KunstKollektiv zusammen. Dahinter steckt eine 2019 gegründete Gruppe von Künstler*innen, Filmemacher*innen und Techniker*innen, die auf ungewöhnliche Art Kunst und Musik beispielsweise in Videos in Szene setzen. Auch wenn die französische Metropole den Namen ziert – die Gruppe ist nicht an der Seine, sondern an der Leine In Hannover zu Hause.

  • Anmeldung zum Technikführerschein entweder unter Telefon: 0178/1912990 oder E-Mail: info(ät)pariserkunstkollektiv.de. Das Tabor ist in der Hildesheimer Straße 32 in der Südstadt von Hannoverzu finden.
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news-27605 Tue, 01 Jun 2021 19:32:53 +0200 Gottesdienste zu Fronleichnam https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/gottesdienste-zu-fronleichnam-27605/ Fronleichnam ist das Fest des Leibes Christi. Doch in diesem Jahr wieder ohne die das Fest prägenden Prozessionen Seit dem Mittelalter wird Fronleichnam in aller Welt gefeiert. Der Name Fronleichnam stammt aus dem Mittelhochdeutschen: vron = was den Herrn betrifft, lichnam = Leib. Der Leib Christi wird an diesem Tag in Gestalt einer Hostie in einer Monstranz, einem Zeigegerät, traditionell durch die Straßen getragen.

Das Fronleichnamsfest wird 60 Tage nach Ostern gefeiert immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den eigentlichen Gedenktag des letzten Abendmahles, den Gründonnerstag, an.

Fronleichnam als Verehrung der leiblichen Gegenwart Christi geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich, einer Augustinerchorfrau, im Jahre 1209 zurück. Sie sah auf dem Mond einen Fleck, und dieser, so soll es Christus ihr erklärt haben, sei das im Kirchenkalender noch fehlende Fest zur Verehrung von Jesus in Brot und Wein. Bereits 1246 wurde das Fest Fronleichnam in Lüttich zum ersten Mal gefeiert. Am 11. August 1264 wurde Fronleichnam von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben.

Auch in diesem Jahr können pandemiebedingt keine Prozessionen stattfinden. Auch die große Fronleichnamsprozession, die in der Innenstadt Hannovers von der Marktkirche vor Basilika St. Clemens führt, bei der bis zu 2000 Katholik*innen mitgehen, musste bereits im Februar abgesagt werden.

Dafür werden besondern festliche Heiligen Messen gefeiert, die im Abschluss zu einer stillen Anbetung einladen. In mehreren Gemeinden in Hannover, aber auch in Bokeloh, Großburgwedel, Laatzen und Springe werden Open-Air-Gottesdienste gefeiert. In Langwedel und Garbsen gibt es am kommenden Sonntag besonders gestaltete Gottesdienste – in Garbsen beispielsweise verbunden mit mehreren quer durch die Stadt verteilten Andachten.

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news-27609 Mon, 31 May 2021 12:20:00 +0200 „Love wins – die Liebe gewinnt“ https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/love-wins-die-liebe-gewinnt-27609/ Sexualität und Katholische Kirche – ein schwieriges, ein oftmals problematisiertes Verhältnis. Eines, das sogar schwerwiegende Folgen hat. Für die Lebensgeschichte von Menschen, für Familien. Muss das so sein? Nein, sagen die Jugendgruppen der Pfarrei St. Maria Immaculata in Mellendorf. Sie laden zu... Sie engagieren sich als Ministrant*innen, bei den Pfadfinder*innen oder in der Jugendkirche. Sie ziehen, wenn es möglich ist, als Sternsinger*innen von Tür zu Tür, musizieren oder unternehmen etwas zusammen, bereiten Gottesdienste vor. Und Liebe ist für die Jugendgruppen der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Immaculata in Mellendorf ein entscheidendes Thema.

Daher laden sie für Samstag, 5. Juni, zu einem Thementag mit digitalen Workshops und zu einem Gottesdienst in der Kirche ein. Der Leitgedanke: „Love wins – die Liebe gewinnt“. Von 13 bis 15 Uhr geht es in den Workshop um „Diskriminierung“, „Segen“, „Familienformen“ und „historische Hintergründe“. Aspekte, die nicht von ungefähr gewählt sind. Schließlich stoße kirchliche Nächstenliebe „schnell an ihre Grenzen, wenn es um Homosexualität geht“, wie die Jugendgruppen in ihrer Ausschreibung zum Thementag deutlich machen. Sie möchten jedoch ein anderes Zeichen setzen: „Love wins – das klingt für uns schon eher nach der Liebesbotschaft Jesu.“ Und weiter: „Daran glauben wir und dafür stehen wir in unserer Gemeinde.

Diesen Glauben aber auch die Offenheit und Toleranz in der Gemeinde und im menschlichen Miteinander möchten die Jugendgruppen um 18 Uhr mit einer Heiligen Messe in der Kirche St. Maria Immaculata vor Gott bringen. „Für uns ist Gottes Liebe etwas Universelles“, betonen sie: „Eine Kraft die jedem Menschen gleichermaßen zuteil kommt, unabhängig von der sexuellen Orientierung.“ Daher seien alle Teilnehmenden eingeladen, sich nach dem Gottesdienst segnen zu lassen.

Anmeldung:

Die Anmeldung für die digitalen Workshops als auch für den Gottesdienst erfolgt über das Pfarrbüro St. Maria Immaculata unter •

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news-27575 Fri, 28 May 2021 11:07:24 +0200 Matthäus trifft Antigone und Mr. Bojangles https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/matthaeus-trifft-antigone-und-mr-bojangles-27575/ Auftakt der Kulturandachten in der Basilika St. Clemens mit Alrun Hofert und „Learning to fly“. Über Privilegien in Pandemiezeiten, die Geringsten und die ausgelatschten Schuhe des Tänzers. Mildes Licht erhellt die Basilika St. Clemens – mit Akzenten in Gelb und Orange. Gitarrentöne erklingen, ein Lied, das wie gemacht ist für das Nachdenken über das Verhältnis von Kultur und Kirche. Der Rhythmus fast fröhlich, der Text nachdenklich: „Ich hab mal einen gekannt – Bojangles, ja, so hat er geheißen – der tanzte. / Tanzte mit seinen ausgelatschten Schuhen, / Seinem ausgefransten Hemd, /Den ausgebeulten Hosen. / Graues, fast silbernes Haar. / Ganz weich hat der getanzt.“ Der Titel: „Mr. Bojangels“, 1968 geschrieben vom Songwriter Jerry Jeff Walker, bekannt geworden durch die Interpretation von Sammy Davies jr. Ein alter Tänzer, ein Trinker, der trotz aller Trauer und Scheitern in einem Gefängnis von New Orleans doch so etwas wie Hoffnung schenkt.

In St. Clemens interpretiert „Learning to fly“ den Klassiker der Musikgeschichte, der weit über 100-mal gecovert wurde. „Learning to fly“ (nach einem Song von Tom Petty and the Heartbreakers) sind das Duo Juan Schmid und Martin Hauke. Sie spielen nicht nur die großen Songwriter der Rockgeschichte. Sie geben den Songs ihre eigene Färbung, mal kraftvoll, mal dosiert, aber immer mit Hingabe. So werden aus Liedzeilen spürbare Gefühle, Worte bekommen Bedeutung. Das verbindet Kunst und Kirche. Im Verlauf der Andacht werden sie auch das Lied spielen, das der Reihe den Titel gab: „Fragile“ von Sting. Sanft im Ton, nachhallend in der Wirkung.

Gesetze aus Gesinnung übertreten?

Alles andere als sanft: die Rezitation von Alrun Hofert. „was hält uns hier was / hält uns hier zusammen hält uns was / hält uns aus was hält die / welt auf der wir stehen aus“ zitiert die Schauspielerin aus „antigone ein requiem“. Für das Schauspiel Hannover hatte der österreichische Dramatiker Thomas Köck die antike griechische Tragödie Antigone einer Rekomposition unterzogen. Alrun Hofert selbst spielte die Titelrolle – die der Königstochter, die alle Gesetze der weltlichen Gemeinschaft übertritt. Nicht für sich selbst, sondern um Tote zu beerdigen.

Als zweiten Text wählt Alrun Hofert Verse aus dem Evangelium nach Matthäus: das „Weltgericht“ (25, 31-46): „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Für die Schauspielerin die zweite Verbindung von Kunst und Kirche in dieser Kulturandacht – die Frage danach, was die Welt zusammenhält.

"Sich halten und aushalten"

Ihre Antwort auf diese Frage wird vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie plastisch: Das Evangelium zeige auf, dass es Privilegien in der Welt gebe. Wo Geringe, da auch Höhere. Aber die frohe Botschaft appelliere an die Verpflichtung, die eigenen Privilegien für die zu nutzen, die sie nicht haben – die hungern, die dürsten, die krank oder im Gefängnis sind. Hier schließt sich für Alrum Hofert der Kreis zum Requiem für Antigone: „Sich halten und aushalten.“ Doch dieses Verhältnis werde immer neu austariert: „Es braucht Orte für den Diskurs und die Auseinandersetzung, zum Beispiel Theater, Musik und die Kirchen.“ Matthäus trifft Antigone und Mr. Bojangles.

Für Thomas Harling, Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover, ist der Auftakt geglückt. „Für eine Andacht mag das ungewöhnlich klingen, aber die Stimmung war sehr gut“, fasst der Pastoralreferent seinen Eindruck zusammen. Ein Beleg dafür: „Es ist ja eher selten, dass in einer Kirche bei einer liturgisch geprägten Veranstaltung Applaus nach Musikstücken und den Impulsen gespendet wird.“ Von Besucher*innen habe er gehört, wie gut es ihnen getan habe zu so einer Veranstaltung mit Musik und Lesung zusammenzukommen. Textlich wie musikalisch werden elementare Fragen von Kultur und Kirche berührt: „Aber mit einer Leichtigkeit und Vielschichtigkeit, die diesen Kulturandachten ein besonderes Format verleiht.“

 

Die weiteren Kulturandachten:

  • Bewegte Bilder werden die Kulturandacht am Mittwoch, 9. Juni, prägen: Wiebke und Johannes Thomsen vom Loderbast Kino-Kiosk werden als Impuls einen Kurzfilm zeigen. Musikalisch begleitet werden die dabei vom Organisten David Thomas.
  • Ausdrucksstarke Fotos stehen im Mittelpunkt der Kulturandacht am Mittwoch, 23. Juni. Die Fotografin Kwanho Yuh wird Fotos zeigen, die die persönliche und gesellschaftliche Situation der Corona-Pandemie widerspiegeln – im musikalischen Zusammenspiel mit ihrer Tochter, der Sängerin Sara Zwingmann. Am Klavier werden sie von Nicolai Krügel begleitet.
  • Jazzklänge mit dem Kontrabassisten Johannes Keller setzen die musikalischen Akzente in der Andacht am Mittwoch, 7. Juli. Der Wortbeitrag kommt von Professorin Susanne Rode-Breymann, der Direktorin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH).
  • Die Abschlussandacht vor den Sommerferien am Mittwoch, 21. Juli wird musikalisch von „Cream Flow“ mit den Musiker*innen Agnes Hapsari und Pit Schwaar gestaltet, den textlichen Impuls Jörg Breiding, Professor an der Essener Folkwang-Hochschule und Leiter des Knabenchors Hannover.

Beginn ist immer um 19:30 Uhr. Eine Anmeldung ist aufgrund der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich – entweder unter Telefon 0511/1640520 oder per E-Mail:propstei(ät)kath-kirche-hannover.de. Es stehen in der Basilika 38 Einzelplätze zur Verfügung, bei gemeinsamen Haushalten entsprechend mehr. Die Kulturandachten werden von der Stiftung „Kirche sein – Region Hannover“ finanziell unterstützt

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news-27380 Fri, 21 May 2021 17:29:00 +0200 "How fragile we are" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/how-fragile-we-are-27380/ „How fragile we are“ ist der Leitgedanke einer Reihe von Kulturandachten, die in der Zeit zwischen Pfingsten und den Sommerferien in der Basilika St. Clemens gefeiert werden. Auftakt ist am Mittwoch, 26. Mai, um 19:30 Uhr. Die weiteren Termine: 9. und 23. Juni sowie 7. und 21. Juli – immer... „Unsere Idee war ganz praktisch, in schwierigen Pandemiezeiten Kulturschaffenden die Möglichkeit zu öffentlicher Sichtbarkeit geben“, erläutert Thomas Harling, Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover, den Anstoß zu der Reihe. Doch soll es nicht bei einer reinen Kulturveranstaltung bleiben: „Wir setzen die musikalischen und textlichen Beiträge in ein Andachtsformat, um die Fragen, was Hoffnung und Haltung verleiht, in einen größeren Zusammenhang zu stellen.“

So erklärt sich auch der Leitgedanke der Kulturandachten: „How fragile we are“ (Wie zerbrechlich wir sind), der einem Song von Sting entnommen ist. Für Harling ist „Zerbrechlichkeit eine der tiefen Erfahrungen dieser Monate“. Sie betrifft Gesundheit und Leben der einzelnen, aber auch Zusammenleben, Kultur und Religion.

„Wir möchten diese Erfahrungen und Fragen bewusst mit einem Wechsel aus Musik- und Wortbeiträgen aufgreifen“, ergänzt Nico Miller. Der Kirchenmusiker und Regionalkantor der Katholischen Kirche in der Region Hannover hat die Andachtsreihe mit Harling konzipiert: „Kultur und Religion haben eine besondere Verbindung, weil es um die Aspekte des Lebens geht, die nicht einfach allein in Worte zu fassen sind.“

  • Den Auftakt am Mittwoch, 26.Mai, macht musikalisch „Learning to fly“: Das Duo Juan Schmid und Martin Hauke spielt die großen Songwriter der Rockgeschichte und werfen dabei einen Blick hinter die Lyrics der Songs. Der textliche Beitrag wird von Alrun Hofert gestaltet. Die Schauspielerin ist seit der Spielzeit 2019/20 im Ensemble des Schauspiel Hannover. Dort war sie unter anderem in der Titelrolle der „Antigone“ sowie in den Inszenierungen „Furien des Erinnerns“ und „Der Ursprung der Welt“ zu sehen.
  • Bewegte Bilder sind die Leidenschaft von Wiebke und Johannes Thomsen: Sie betreiben den Lodderbast Kino-Kiosk, dem wohl kleinstem Kino der Welt. Was sie selbst bewegt wird die Kulturandacht am Mittwoch, 9. Juni, prägen. Musikalisch begleitet werden die dabei vom Organisten David Thomas.
  • Ausdrucksstarke Fotos stehen im Mittelpunkt der Kulturandacht am Mittwoch, 23. Juni. Die Fotografin Kwanho Yuh wird Fotos zeigen, die die persönliche und gesellschaftliche Situation der Corona-Pandemie widerspiegeln – im musikalischen Zusammenspiel mit ihrer Tochter, der Sängerin Sara Zwingmann. Am Klavier werden sie von Nicolai Krügel begleitet.
  • Jazzklänge mit dem Kontrabassisten Johannes Keller setzen die musikalischen Akzente in der Andacht am Mittwoch, 7. Juli. Der Wortbeitrag kommt von Professorin Susanne Rode-Breymann, der Direktorin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH).
  • Die Abschlussandacht vor den Sommerferien am Mittwoch, 21. Juli wird musikalisch von „Cream Flow“ mit den Musiker*innen Agnes Hapsari und Pit Schwaar gestaltet, für den textlichen Impuls ist angefragt Jörg Breiding, Professor an der Essener Folkwang-Hochschule und Leiter des Knabenchors Hannover.

Beginn ist immer um 19:30 Uhr. Eine Anmeldung ist aufgrund der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich – entweder unter Telefon 0511/1640520 oder per E-Mail:propstei(ät)kath-kirche-hannover.de.

Es stehen in der Basilika 38 Einzelplätze zur Verfügung, bei gemeinsamen Haushalten entsprechend mehr.

  • Die Kulturandachten werden von der Stiftung "Kirche sein – Region Hannover" finanziell unterstützt
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news-27520 Fri, 21 May 2021 15:59:11 +0200 "Meine Seele preist die Größe des Herrn" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/meine-seele-preist-die-groesse-des-herrn-27520/ Tradition trifft Lobpreismusik: Bei der Maiandacht am 29. Mai um 17 Uhr in der Basilika St. Clemens verbindet sich ein beständiger Brauch, der die Zeiten überdauert, mit neuer geistlicher Musik. Die Maiandacht wird von Propst Christian Wirz gefeiert. Musikalisch wird sie von der Gemeinschaft Erben Gottes gestaltet.

Der Mai gilt wie der Oktober in der Katholischen Kirche als Marienmonat, als eine Zeit in der besonders die Gottesmutter Maria verehrt wird. beim Blick in die Kirchengeschichte zeigt sich, dass gerade für den Mai mehrere Entwicklungslinien zusammengekommen sind. Schon in vorchristlicher Zeit galten diese Wochen im Jahr als Zeiten des Wachstums, des Aufblühens, der Fruchtbarkeit in der Natur. Die schönsten Blumen blühen – und in der Katholische Kirche gilt die Gottesmutter Maria als wichtigste unter den Heiligen. Sie wird als "schönste Blume" besungen.

Gleichzeitig ist das Wetter noch unbeständig. keimt die Saat, wird aus einer Pflanzenblüte eine essbare Frucht. Dafür haben Christ*innen im frühen Mittelalter gebetet. Maria gilt als Fürsprecherin.  Menschen in Ungewissheit oder Not wenden sich an sie als „Trösterin der Betrübten“ und „Vorbild in schweren Zeiten“ sowie als „Heil der Kranken“ und „Hilfe der Christen“.

Aus diesen beiden Linien  haben sich die Maiandachten zur Gottesmutter entwickelt. Die Marienverehrung, wie wir sie noch heute im Rahmen von Maiandachten pflegen, ging von der italienischen Stadt Ferrara aus. Dort, in der Kirche der Kamillianer, wurden im Jahre 1784 erstmals Maiandachten als eigenständige Gottesdienstform abgehalten. Von Italien aus verbreitete sich die Maiandacht schließlich nach Frankreich und andere europäische Länder.

In St. Clemens verbindet sich dieses beständige Brauchtum mit neuer geistlicher Musik – Praise and Worship, Lobpreis und Anbetung, verpackt in Rhythmen, die durchasu radiotauglich wären.  Die Lobpreismusik entstand Ende des 20. Jahrhunderts, zunächst in der evanglisch-freikirchlichen Szene. Oft thematisieren die Texte die individuelle Beziehung zu Gott, die persönliche Begegnung mit Jesus.

Etwas, das auch die Gottesmutter nach der Überlieferung der Heiligen Schrift getan hat, mit ihrem Lied, dem Magnifikat: "Meine Seele preist die Größe des Herrn" wird im Lukas-Evangelium berichtet (1, 46). Dieser Bibelvers bildet auch den Leitgedanken der Maiandacht in der Basilika St. Clemens.

 

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news-27507 Thu, 20 May 2021 13:16:05 +0200 Gottesdienste zu Pfingsten https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/gottesdienste-zu-pfingsten-27507/ Pfingsten bedeutet erst einmal nichts weiter "der Fünfzigste" - und meint damit den 50. Tag nach der Auferstehung Jesu. Weil an diesem Tag Entscheidendes passierte, gilt Pfingsten als Geburtstag der Kirche. Ein Blick in die Bibel, genaur in die Apostelgeschichte: Nach seiner Auferstung zu Ostern ist Jesus vierzig Tage lang den Jünger*innen erschienen. Dann erhob er sich in den Himmel, kehrte zum Vater zurück – das wird mit dem Fest Christ Himmelfahrt gefeiert.  Die zurückbleibenden Apostel  versammeln sich in Jerusalem und "verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern" (Apg 1,14). Eher veränstig und wankelmütig sind sie. Doch neun Tage später fährt mitten hinein in dieses Dunkel der Heilige Geist: "Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt." (Apg 2,2+4).

Jesus selbst hatte dieses Ereignis angekündigt: Doch was es mit dem  Kommen dieses geheimnisvollen Heiligen Geistes auf sich hat, blieb im Unklaren. Das Wort, das Jesus im Aramäischen für den Heiligen Geist benutzt, bedeutet eher Atmung,  heilige Hauchung. Eine Kraft, eine Energiue, die von Gott kommt um Menschen erfüllt.

Darum nennt man Pfingsten auch den Geburtstag der Kirche. Denn das Geist-Erlebnis war der entscheidende Startschuss das Christentum. Seit dem Pfingsttag wächst die Gemeinschaft der Menschen, die an Jesus Christus glauben. Aus dem kleinen Kreis der Apostel und Jünger*innen wurde eine weltumspannende Gemeinschaft – wenn auch mit vielen Irrungen, Wirrungen und verhängnisvollen Taten, wie die Kirchengeschichte zeigt. Aber auch mit Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Ein Geburtstag darf gefeiert werden: EIne Auflistung der festlichen Gottesdienste finden Sie als Dokument auf dieser Seite. Zudem ist es ein Geburtstag, der für alle Christ*innen gilt. Gerade der Pfingstmontag ist ein Feiertag, der vielfach ökumenisch gefeiert wird. Eine Übersicht finden sie ebenfalls auf dieser Seite.

Bitte beachten:

  • Für alle Gottesdienste besteht eine Anmeldepflicht. Das Verfahren ist in den Pfarreien unterschiedlich geregelt. Bitte informieren sich sich auf den Webseiten der Gemeinden (Übersicht Hannover-Stadt; Übersicht Region)
  • Die Angebote können aufgrund der deutlich reduzierten Platzzahl bereits ausgebucht sein.
  • Die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen sind zu beachten. Dazu zählen unter anderem das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes, das Wahren von Abstand, das Desinfizieren der Hände und der Verzicht auf den Gemeindegesang.

Rundfunk

Am Pfingstmontag, 24. Mai,  um 10 Uhr übertragen NDR Info und WDR 5 einen ökumenischen Gottesdienst aus der katholischen Kirche Hl. Geist in Hannover-Bothfeld.

Streaming-Angebote

Fünf Gemeinden und eine Ordensgemeischaft in der Region Hannover werden ihre Gottesdienste auch live im Internet streamen:

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news-27484 Mon, 17 May 2021 19:38:46 +0200 Pfingstnovene: Neun Tage Gebet https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/pfingstnovene-neun-tage-gebet-27484/ Das Kirchenjahr kennt viele besonders geprägte Zeiten – vor allem vor den Hochfesten wie Weihnachten oder Ostern: Advent oder die österliche Fastenzeit sind solch geprägte Zeiten. Pfingsten ist nach Ostern und Weihnachten das dritthöchste Fest im Kirchenjahr und gilt als Geburtstag der Kirche. Das... Was ist das Besondere an diesem Gebet? Ein Hinweis liefert das Wort „Novene“. Es leitet sich leitet sich vom lateinischen Wort "novem" (neun) ab – und umfasst die neun Tage die zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten liegen. Mit Blick auf die Geschichte der Christenzeit eine Zeit der Ungewissheit. Davon zeugt die Apostelgeschichte in der Bibel: Dort wird berichtet, dass Jesus nach seiner Auferstehung zu Ostern vierzig Tage lang den Jünger*innen erschienen ist. Dann erhob er sich in den Himmel, kehrte zum Vater zurück – das wird mit dem Fest Christ Himmelfahrt gefeiert.

Für die Urchrist*innen aber brach eine Zeit der Ungewissheit an: Was tun ohne den Heiland? Wie die frohe Botschaft der Erlösung und Nächstenliebe weiterverbreiten? So versammelten sich die Apostel in Jerusalem und "verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern" (Apg 1,14). Als schließlich "der Tag des Pfingstfestes gekommen war" (Apg 2,1) wurde die ganze Gemeinschaft der betenden Urgemeinde mit dem Heiligen Geist erfüllt. Im Gebet haben sie darauf vertraut, dass das Versprechen Jesu – ich bin bei euch alle Tage – eingelöst wird. Durch den Heiligen Geist, die Kraft der Veränderung, die Menschen erfüllt und sie stärkt. Auch um weiter vom Reich Gottes, von Barmherzigkeit und Hoffnung erzählen zu können.

"Betet ohne Unterlass"

„Betet ohne Unterlass“. Es war der Apostel Paulus der im ersten Brief an die Thessalonicher dazu aufgerufen hat (5,17). Dieser Brief in der Bibel gilt als eines der ältesten Schriftstücke des Christentums. Fünf Buchstaben. Ein kurzes Wort und doch von so großer Bedeutung. Beten. Reden mit Gott, reden mit jemand, reden mit etwas, das größer ist als die eigene Vorstellungskraft. Probleme oder Herausforderungen im Leben gehören vor Gott. Das ist die Kraft des Gebets – auch und gerade in besonders geprägten Zeiten. Wie diese doch für die christliche Urgemeinde von Ungewissheit geprägte Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten – dem Fest, das durch die Erfüllung der Menschen durch den Heiligen Geist als Geburtstag der Kirche gilt.

Etwa ab dem 12. Jahrhundert etabliert sich eine christliche Tradition vor großen Ereignissen, auch den Kirchenfesten, mehrere Tage zu beten. Im Barock entstehen dann neuntägige Andachten. Ob bewusst auf das urchristliche, biblische überlieferte Vorbild zurückgegriffen wird, ist historisch nicht gesichert. Verbindlich wird die Pfingstnovene aber im Jahr 1897 Papst Leo XIII. verordnet in seiner Enzyklika „Divinum illud munus“ („Über den Heiligen Geist“), dass in der gesamten Katholischen Kirche dem Pfingstfest eine neuntägige Gebetszeit vorausgehen solle. Mit der Neuordnung des Kirchenjahres durch das Zweite Vatikanische Konzil (1969) wurde die Pfingstnovene Teil der offiziellen Liturgie der Kirche. Die Grundordnung des Kirchenjahres und des Neuen Römischen Generalkalenders legt fest: „Die Wochentage nach Christi Himmelfahrt bis zum Samstag vor Pfingsten einschließlich bereiten auf die Herabkunft des Heiligen Geistes vor."

Die Bitte um den Geist („Komm herab, Heiliger Geist“) steht auch heute noch im Mittelpunkt der Pfingstnovene. Doch christliche beten gilt immer den Herausforderungen, die die Zeit mit sich bringt. Vor allem das katholische Hilfswerk Renovabis hat seit 25 Jahren mit Pfingstnovenen immer den Blick auf obdachlose oder Menschen mit Behinderungen, alte Menschen in Not, arme Familien, ausgegrenzte Minderheiten oder – wie aktuell – zur Bewährung der Schöpfung. Für all das braucht es die Kraft des Heiligen Geistes.

In der Region Hannover werden Pfingstnovenen unter anderem gebetet in

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news-27482 Fri, 14 May 2021 16:51:00 +0200 12 Frauen. 12 Orte. 12 Predigten. https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/12-frauen-12-orte-12-predigten-27482/ Zum zweiten Mal ruft die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) zum bundesweiten Predigerinnentag am 17. Mai 2021 auf. 12 Frauen, die als Geistliche Leiterinnen oder Begleiterinnen in der kfd aktiv sind, werden an 12 Orten bundesweit predigen – darunter ist Sr. Hildegard Faupel aus... Am Tag der Apostelin Junia (17. Mai) geht die kfd mit ihrer Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche wieder dorthin, wo es an Gleichberechtigung bislang fehlt: In die katholischen Kirchen. In der Pfarrkirche Christ König wird Sr. Hildegard Faupel, Geistliche Begleiterin der kfd in der Diözese Hildesheim, predigen im Wortgottesdienst zum Fest der Apostelin Junia am Montag, 17. Mai um 18 Uhr.

"Ich will ein Zeichen setzen: Frauen, die zur Glaubensverkündigung berufen und von der Kirche gesandt sind, sollten dies auch im öffentlichen Raum der Eucharistiefeier tun", betont Sr. Hildegard: "Jesus hat eine Frau, Maria von Magdala, beauftragt, die zentrale Botschaft von seiner Auferstehung seinen Jüngern und Jüngerinnen als Hoffnungsbotschaft für alle zu 'predigen'. Deshalb bin ich mir sicher, dass Frauenpredigten im Sinne Jesu sind. "

Wer war Junia? Junia war eine Apostelin, die Paulus in seinem Römerbrief (Röm 16,7) erwähnt. Sie war eine der ersten bekennenden Christinnen und kam wegen ihres Glaubens ins Gefängnis.

Warum Junia bis heute unbekannt ist? Junia war jahrhundertelang unsichtbar. Sie wurde im frühen Mittelalter aus den Schriften verbannt, indem man sie zum Mann machte. Junia wurde zu Junias. In den 1970er Jahren gelang der amerikanischen Theologin Bernadette Brooten die Wiederentdeckung der Junia. Doch bis zu ihrer Anerkennung dauerte es noch bis 2016. Seitdem ist Junia in der Einheitsübersetzung der Bibel sowie in der Lutherbibel als Frau benannt. Seit 2021 trägt auch das neue Mitgliedermagazin der kfd den Namen Junia.

Webhinweis: https://www.kfd-bundesverband.de/predigerinnentag2021

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news-27464 Fri, 14 May 2021 10:09:21 +0200 Freiluftgottesdienst zum 3. Ökumenischen Kirchentag https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/freiluftgottesdienst-zum-3-oekumenischen-kirchentag-27464/ Die Zachäuskirche im Stadtteil Burg lädt gemeinsam mit der katholischen Nachbargemeinde St. Maria für Samstag, 15. Mai, um 19.00 Uhr im Rahmen des 3. Ökumenischen Kirchentag zu einem Freiluftgottesdienst auf der Kirchwiese ein. Der Pastor der evangelisch-lutherischen Zachäus-Gemeinde, Dr. Stephan Goldschmidt, wird mit seinem katholischen Amtsbruder Pfarrer Bernd Langer eine ökumenische Dialogpredigt halten. Weitere Mitwirkende: ein Team ehrenamtlicher Jugendlicher mit Diakonin Susanne Hache sowie die Band „Young and old“.

Der Gottesdienst greift das Leitwort des Ökumenischen Kirchentages auf: „Kommt und seht!“ Bundesweit sind die christlichen Gemeinden eingeladen, zu einer einheitlichen Zeit Gottesdienste unter diesem Motto zu feiern und die Gläubigen der anderen Konfessionen dazu einzuladen. Damit kann die Vielfalt der unterschiedlichen Traditionen als Bereicherung der eigenen christlichen Spiritualität erfahren werden.

Maximal 80 Personen können an dem Gottesdienst teilnehmen. Anmeldung unter Telefon (0511) 793021 (Zachäus-Gemeinde).

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news-25156 Fri, 14 May 2021 09:51:00 +0200 Was wissen wir über die heilige Corona? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/was-wissen-wir-ueber-die-heilige-corona-25156/ Es gab sie wirklich. Aber mit dem Virus hat sie nichts zu tun – eher etwas dagegen. Die Märtyrerin wird gegen Seuchen angerufen. Über ihr Leben ist wenig bekannt. Zumindest aber ihr Gedenktag: der 14. Mai. Kirchenamtlich festgelegt. Was hat die heilige Corona mit dem Virus zu tun?

Sie ist nicht die Namensgeberin. Das Verhältnis zwischen Heiliger und Virus ist rein sprachwissenschaftlich: Corona kommt aus dem Lateinischen und lässt sich mit die Gekrönte übersetzen. Coronaviren erscheinen unter dem Mikroskop kronenartig.

Woher und was wissen wir über das Leben der Heiligen?

Es ist wenig bekannt, nicht einmal der genaue Zeitraum, wann sie der Überlieferung zufolge gelebt haben soll. Griechische Quellen geben das zweite, lateinische Quellen das vierte Jahrhundert als Lebenszeitraum an. Uneinigkeit besteht auch über ihren Lebens- und Sterbeort. So schwankt je nach Quelle der Ort des Geschehens zwischen in Antiochien (heute Türkei) Damaskus (Syrien), Alexandria in Ägypten oder gar Sizilien. Das Martyrologium Romanum, das Verzeichnis aller Heiligen und Seligen der römisch-katholischen Kirche, verortet das Geschehen in Syrien allerdings auch ohne Jahresangabe.

Was wird über das Leben der Heiligen überliefert?

Als junge Frau mit etwa 16 Jahren wurde Corona Zeugin der grausamen Marterung und späteren Hinrichtung des römischen Soldaten Victor auf Befehl des römischen Statthalters in Syrien, Sebastian. Manche Quellen sagen, sie sei mit Victor verheiratet gewesen. Ob nun als seine Frau oder als Braut eines seiner Kameraden, wie es andere Überlieferungen berichten: Sie hat ihn getröstet und bis zu seinem Tod begleitet. Sie wurde daraufhin von römischen Soldaten festgenommen und zum Verhör geführt.

Was wird über das Martyrium von Corona berichtet?

Vor dem Statthalter bekannte sie sich wie Victor zum Christentum. Sie soll Victor für seinen Märtyrertod gepriesen haben. Überliefert sind diese Worte: Siehe, ich habe zwei vom Himmel gebrachte Kronen vor Augen, eine ist größer als die andere; diese wird von Engeln getragen und gehört dir, die kleinere wird mir bleiben; denn obschon ich eine schwache Frau bin, so bin ich dennoch bereit, um Christi willen zu leiden. Daher leitet sich ihr Name ab. Ihr Tod war grausam: Der Statthalter befahl, zwei Palmen gegenseitig niederzubeugen und Corona mit Seilen daran zu binden, je eine Hand und ein Fuß an jedem Baum. Die Seile an den Palmen wurden gekappt, sie schnellten in die Höhe und Corona wurde in der Luft zerrissen.

Wie hat sich die Verehrung der Heiligen entwickelt?

Über Zypern und Sizilien sollen die Gebeine der Heiligen nach Norditalien gelangt sein. Bereits für das 6. Jahrhundert ist eine Verehrung von Corona und Victor dort überliefert.  Seit dem 9. Jahrhundert werden die Gebeine im Hauptreliquienschrein der Basilika der heiligen Viktor und Corona bei Feltre in der norditalienischen Region Venetien aufgebahrt. Das Gotteshaus wurde von 1096 bis 1101 erbaut. Das war die Zeit des Ersten Kreuzzugs. Die Kirche war teil einer Verteidigungsanlage, die wuchtig auf den Ausläufer des Monte Miesna der Dolomiten errichtet wurde. Es hört sich fast schon nach bitterer Ironie an, dass 2020 die Region Venetien eine der ersten Landstriche war, die wegen des Coronavirus SARS-CoV-2 abgeriegelt werden mussten. Die Reliquien, beziehungsweise was davon übrig ist, wurden zweimal untersucht, zuletzt 1981. Festgestellt wurde, dass es sich um die Gebeine eines Mannes und einer Frau handelt. Auch wurden Pflanzenpollen gefunden. Ihr Alter wurde auf das zweite Jahrhundert geschätzt.

Im Aachener Domschatz befinden sich Gebeine der heiligen. Wie kamen sie dorthin?

Bereits 997 soll Kaiser Otto III. unmittelbar nach seiner Krönung berreste der heiligen Corona nach Aachen gebracht und sie dort beigesetzt haben. Ihre Grabplatten sind im Dom zu sehen. So wurde die heilige Corona Mitpatronin des bedeutenden Aachener Marienstiftes, das bis 1802 bestand. Im Zuge von Ausgrabungen im Jahr 1910 wurden die Reliquien zusammen mit Gebeinen des heiligen Leopardus aus einer Gruft geholt und später in einem Schrein bestattet. Dieses 1912 gefertigte Reliquiar hat die Form einer byzantinischen Kirche und ist reich verziert. Seit 25 Jahren lagerte der Schrein im Depot des Aachener Domschatzmuseums. Zurzeit wird er entstaubt und konserviert. Das Museum plant das 100 Kilogramm schwere Kunstwerk wieder zu präsentieren sobald die Ausstellung wieder für die Öffentlichkeit geöffnet werden kann.

Wo wird die Heilige besonders verehrt?

Neben Norditalien ist ihre Verehrung vor allem in Bayern und Österreich ausgeprägt. Mehrere Wallfahrten werden zu ihren Ehren abgehalten. Ihre Verehrung haben seit dem 14. Jahrhundert die Benediktinermönche des Klosters Niederaltaich gefördert. Aber auch im Norden, im Bremer Dom, finden sich aus dem 10. Jahrhundert Spuren eines Kultes um die heilige Corona.1504 soll in Kirchberg am Wechsel (heute Erzdiözese Wien) eine Corona-Statue in einer Linde gefunden worden sein. Ihr zu Ehren wurde zunächst eine Holzkapelle, dann eine Steinkirche und schließlich von 1689 bis 1690 die heutige Wallfahrtskirche erbaut, wobei die Ursprungskapelle als Anbau eingebunden wurde. Aus St. Corona am Wechsel wird auch von Anrufung um Standhaftigkeit im Glauben, bei Bitten gegen Unwetter und Missernte überliefert und zum Abwenden von Seuchen, sei es nun Mensch oder Vieh. Hier ist der Ursprung der Tradition, die Heilige gegen Seuchen anzurufen und zur Hilfe in den Nöten des Alltags.  Fast schon passend zur Corona-Pandemie.

Welche Attribute und Patronate sind mit der Heiligen verbunden?

Attribute, also Kennzeichen der Heiligen, sind entsprechend dem Martyrium Krone und Palmwedel, aber auch Goldstücke oder ein Schatzkästlein. Denn Corona gilt auch als Patronin der Schatzgräber und Fürsprecherin in Geldangelegenheiten. Bis 1924 hieß die Währung Österreichs Krone angeblich nach Corona. Während der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn hatte die Krone die bisherige Standardwährung, den Gulden, abgelöst. In Ungarn wurde die neue Währung Korona genannt.

Warum ist der 14. Mai der Gedenktag der heiligen Corona?

Auch wenn das Martyrologium Romanum keine Jahreszahl nennt, beim Tag ist es eindeutig: Das Martyrium geschah an einem 14. Mai – gewissermaßen kirchenamtlich festgelegt.

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news-27453 Wed, 12 May 2021 10:08:22 +0200 Brühe per Bollerwagen … https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/bruehe-per-bollerwagen-27453/ Mit dem „Café Abstand“ auf Tour durch die Innenstadt von Hannover: Eine Aktion des [ka:punkt], dem Treffpunkt der Katholischen Kirche  Das riecht doch nach … Suppe? Ein Geruch, dem man nicht unbedingt im Café des [ka:punkt], dem Treffpunkt der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover, vermutet. Doch jetzt steht Wolfgang Sender an einem großen Topf auf einer Kochplatte. Der 64-Jährige hat gerade Suppenpaste im heißen Wasser aufgelöst, schmeckt sie mit Instant-Hühnerbrühe ab: „Das bringt noch Salz und Würze rein“, meint Sender, der sich ehrenamtlich und gleich auf mehrere Weise im [ka:punkt] engagiert.

Sender war es auch, der den Anstoß zu einer Aktion gegeben hat, die sich „Café Abstand“ nennt. Die Brühe hat dabei besondere Bedeutung. Und ein umgebauter Bollerwagen. Beides verbunden mit einem besonderen Prinzip des [ka:punkt]: Begegnung ermöglichen.

„Normalerweise sind ja die Leute in den [ka:punkt] gekommen, viele auch spontan auf einen Kaffee“, sagt Sender. Eine nicht kleine Zahl von Cafébesuchern hat gleiche zwei Kaffee bezahlt: Einen für sich und eine zweite Tasse als Spende, die dann an Besucher*innen ausgegeben werden konnte, die ihn nicht zahlen kann. Ein solidarisches Prinzip für die, deren Wohnzimmer die Innenstadt ist – egal bei welchem Wind oder Wetter. Ob nun obdachlos, auf Almosen hoffend, musizierend oder weil sie sonst nicht wissen wohin.

Doch mit Beginn der Pandemie ist natürlich auch das Café im [ka:punkt] geschlossen. Hoffnung, irgendwann wieder im Außenbereich zu öffnen, gab es immer wieder. Doch irgendwann war klar: So schnell geht das nicht. „Also brauchte es eine andere Idee“, sagt Sender. Wie aber kommt nun ein Stück – oder besser ein Schluck – [ka:punkt] in die Innenstadt. Wenn auch auf „Abstand“ – Infektionsschutz verlangt nach Hygieneetikette.

Coffee-to-go einmal andersherum

Beim Blick auf übrig gebliebenes Material von Bau im eigenen Garten, entwickelte Sender seine Idee weiter: Aus den Resten baute er einen Aufsatz für einen Bollerwagen, damit Warmhaltekannen, Pappbecher, die „Milchflasche“ (eigentlich eine Spritzflasche aus dem Labor), Kekse und Bonbons sicher auf dem Pflaster der Innenstadt chauffiert werden können. Coffee-to-go am Nachmittag einmal andersherum. Oder Brühe per Bollerwagen.

Die klare Suppe ist jetzt fertig und wird in eine Thermoskanne gefüllt. „Die ist immer als Erstes weg“, berichtet Sender. Der Kaffee ist auch durch. „Brauchen wir noch roten Tee – oder nur schwarzen?“, fragt Lucienne Christ. Die 70-Jährige ist heute mit Sender unterwegs: „Egal, ich mache beides“, sagt die noch und zieht die Einmal-Handschuhe an. Die beiden sind eingespielt. Schnell füllt Lucienne Christ noch den Behälter für die Zuckertüten auf, Sender befestigt eine Tüte für den Abfall. Maske auf, startbereit in Richtung Bahnhof. Also dort, wo sich Gestrandete in einer Stadt immer einfinden.

Der erste Kaffee geht an einen Musiker. Ein älterer Mann, graues Jahr blitzt durch die Strickmütze, graue Stoppel durch die Maske, die Weisen, die er auf dem Akkordeon spielt, klingen osteuropäisch. „Möchten Sie einen Kaffee?“, fragt Sender. Eine Frage, die Lucienne Christ und er in den nächsten zweieinhalb Stunden schier unendlich wiederholen. Oder in der Variante mit Tee. Oder mit Brühe.

Der Musiker möchte. Kaffee. Mit Milch. Und bitte viermal Zucker. Das zeigt er mit seinen Fingern an. „Das ist aber nicht gesund“, sagt Lucienne Christ. Sie füllt die vier Päckchen trotzdem ein. Denn sie weiß: Wer nichts im Bauch hat, nimmt den Zucker gegen Hunger.

„Das ist gut, nichts gegessen heute“

Die erste Brühe nimmt ein junges Paar, das etwas abseits auf einer Decke sitzt. Davor ein Pappbecher. Ein paar kleine Münzen sind drin. „Das ist gut, nichts gegessen heute“, sagen sie. Mehr nicht. Ihr Blick geht eher zu Boden. Scham? Verzweiflung? Furcht? Im niedergeschlagenen Blick spiegelt sich vieles. Nur nichts Gutes.

„Das ist etwas, was mich beim Weg durch die Innenstadt immer beschäftigt“, erzählt Wolfgang Sender: „Wir schauen Menschen an und blicken in Augen, in denen es keine Hoffnung mehr gibt.“ Da stelle sich für ihn schon die fast schon klassische Frage, warum es in einem wohlhabenden Land immer noch eine so große Zahl von Menschen gibt, die durch das soziale Netz fallen.

Doch erst einmal werden Christ und Sender freudig begrüßt: „Schön , dass ihr wieder da seid“, sagt der Mann, der die Obdachlosen-Zeitschrift Asphalt verkauft. Täglich steht er an diese Stelle, versucht das Blatt an die Passanten zu bringen. Er ist einer von knapp 80 Verkäufern im Stadtgebiet von Hannover, die alle vorher – oder aktuell – wohnungslos sind. Heute aber kein Kaffee für den Verkäufer: „Nicht gut für den Magen“, sagt er und lacht. Aber ein paar Bonbons nimmt er gerne. Sender zückt die Suppenkelle. Übergabe auf Abstand.

So geht die Tour weiter. Immer wieder die Frage, immer wieder eine Antwort. Der Bettler, der gern die Brühe nimmt, aber nicht die Augen vom Boden. Die junge Frau mit Tattoos und Piercing, die sich fast schon euphorisch über den Kaffee und die Handvoll Kekse freut, sich wieder und wieder bedankt. Vielleicht auch, weil sie ein bisschen high ist. Der Straßenmusiker, der tatsächlich roten Tee möchte und eine Pause einlegt. Der offenkundig verwirrte Mann, der in eine speckige Decke gehüllt durch die Innenstadt geht. Ohne Maske. Polizeibeamte sprechen ihn an, Christ und Sender helfen mit einer Maske aus.

Lebensgeschichte ins Gesicht gezeichnet

Vorm Hauptbahnhof bleiben die beiden noch mal kurz stehen. „Mal sehen, wie’s heute läuft“, meint Sender und erklärt: „Manchmal gibt es leichte Probleme mit den Sicherheitsleuten im Bahnhof.“ Weil kostenlos Getränke vom Bollerwagen verteilt werden. Doch diesmal bleiben Nachfragen oder Ermahnungen aus.

Der Bahnhof wird zwischen den Reisenden und Pendlern durchquert. Ein Kaffee hier, eine Brühe da. Zwei Polizeibeamte lehnen das Angebot freundlich ab: „Aber da hinten sitzen Leute, die das sicher brauchen.“ Da hinten, am anderen Ende des Bahnhofs, hat auch die ökumenische Bahnhofsmission ihre Räume. Hier sitzen und stehen, ja wanken und schlafen auf dem nackten Boden Menschen, denen ihre Lebensgeschichte und Armut den Körper und das Gesicht gezeichnet hat. Schlecht verheilte Wunden auf Armen und Händen, aufgerissene Äderchen im Gesicht.

Die Brühe ist alle. Als Erstes. Sender hat recht behalten. Mit dem letzten Kaffee und Tee geht es zum Raschplatz hinter dem Bahnhof. Ein Platz, an dem viele soziale Probleme und Herausforderungen der Stadt wie unter einer Lupe zu sehen sind. Ein Platz mit einer Polizeiwache, die zentimeterdicke Stahltüren hat.

Der Ton um den Bollerwagen wird etwas rauer. Nicht dramatisch, aber Christ und Sender müssen auf den notwendigen Abstand und die Reihenfolge hinweisen. Mehrfach fällt die Frage, ob die beiden ein Stück Brot dabei haben. „Leider nicht“, müssen sie zur Antwort geben. Nach dem ersten Ansturm wird es ruhiger. Christ und Sender drehen noch eine letzte Runde über den Platz. „Halbe Tasse reicht“, hören sie an einer Stelle, „da kommt noch Eierlikör rein“. Freundlich wird zugezwinkert. Auch die Bonbonkiste wird geleert. Alles geht an eine Gruppe von Kindern, die sich in der Passerelle unter dem Hauptbahnhof aufhält.

„Zu Ostern hatten wir sogar kleine Pakete dabei“, erzählt Sender auf dem Rückweg: „Mit Keksen, Eiern, Würstchen und Toastbrot.“ Für die Kekse hatten Schülerinnen und Schüler der katholischen Ludwig-Windthorst-Schule gesammelt und einen ordentlichen Vorrat in den [ka:punkt] gebracht. Auch Osterkarten waren dabei. „Solche Spenden sind wichtig für uns“, sagt Sender.

Zwei kleine Spenden gibt es sogar an diesem Nachmittag. „Finde ich gut was Sie machen“ sagt auf einmal ein junger Mann, wirft ein paar Münzen in eine Spendenbox – und ist so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht war. Eine halbe Stunde später nimmt ein Familienvater einen angebotenen Kaffee, möchte aber einen kleinen Obolus dafür geben. Aber eine Münze gibt es noch obendrauf. Das Solidarprinzip im [ka:punkt] – zahle einen Kaffee und spende einen zweiten – funktioniert auch unterwegs.

  • Der [ka:punkt] ist eine Einrichtung der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Er ist ein Treffpunkt für Begegnung, Beratung und Seelsorge in der Innenstadt von Hannover. Kontakt: Grupenstraße 8, 30159 Hannover, Telefon: 0511/270 73 90 E-Mail: info(ät)ka-punkt.de, Internet: www.ka-punkt.de.
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news-27451 Tue, 11 May 2021 20:57:37 +0200 Ökumenischer Abendsegen mit Musik zu Himmelfahrt https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/oekumenischer-abendsegen-mit-musik-zu-himmelfahrt-27451/ Erleben Sie den ersten Abend des Ökumenischen Kirchentags beim ökumenischen Abendsegen mit Musik – per Livestream oder in Hannovers Aegidienkirche: Himmelfahrt, 13. Mai, 20.15 bis 21.15 Uhr. Der Ökumenische Kirchentag findet nicht wie gewohnt als Großveranstaltung statt, sondern digital und mit Veranstaltungen deutschandweit. Der Abendsegen ist eine besinnliche Andacht bei den Kirchentagen zum Ende des Tages.

In Hannover wirklen mit:

  • Laura Berman, Intendantin der Oper Hannover
  • Prof. Dr. Julia Helmke, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages – DEKT (live aus Frankfurt)
  • Belit Onay, Oberbürgermeister der Stadt Hannover
  • MdL Thela Wernstedt, Mitglied im Präsidium des DEKT

Musik: Fritz Baltruweit (Gitarre, Gesang), Valentin Brand (Piano) und Thomas Zander (Saxophon)

Weitere Mitwirkende: Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann, Pastoralreferent Thomas Harling, Kulturbeauftragter der katholischen Kirche in der Region Hannover und Pastor Joachim Lau Es laden ein: Katholische Kirche der Region Hannover, Marktkirchengemeinde Hannover und der Landesausschuss Hannover des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Es laden ein: Katholische Kirche der Region Hannover, Marktkirchengemeinde Hannover und der Landesausschuss Hannover des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Alle Informationen: kirchentag-hannover.de

Anmeldung für den Abendsegen vor Ort: marktkirchehannover.gottesdienst-besuchen.de

Zum Livestream: www.youtube.com/watch?v=AhsIohiZvlg

Ort: Mahnmal St. Aegidien | Breite Straße / Osterstraße, 30159 Hannover

Im zweiten Weltkrieg wurde die Aegidienkirche Hannover weitgehend zerstört. Ihre Ruine ist seit 1954 ein Mahnmal für den Frieden. Einmal im Jahr, am 6. August wird hier an den Hiroshimatag 1945 erinnert, mit Meditationen, an denen sich Vertreter*innen christlicher Konfessionen, der Bahai, des Islam und des Buddhismus sowie der Zen-Meditation beteiligen – in Stille und mit stündlichem Anschlagen der Friedensglocke aus Hiroshima.

Bei Regen: Marktkirche Hannover | Hanns-Lilje-Platz 11, 30159 Hannover

Infos zum Ökumenischen Kirchentag: www.oekt.de

 

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news-27378 Tue, 04 May 2021 14:56:16 +0200 "Wollt ihr nicht für immer bleiben?" https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wollt-ihr-nicht-fuer-immer-bleiben-27378/ Ob An-, Um- oder Neubau ist noch nicht geklärt: Klar ist aber, dass sich die katholische Corpus-Christi- und die evangelische Versöhungsgemeinde auf den Weg zu einem ökumenischen Zentrum machen. Die Evangelisch-lutherische Versöhnungskirchengemeinde und die katholische Kirchengemeinde Corpus Christi in Havelse planen ein neues ökumenisches Kirchenzentrum. Die Versöhnungskirchengemeinde benötigt ein neues Gebäude, da das Dach des bisherigen Gemeindehauses vor einem Jahr, am 27. April 2020, eingestürzt ist. Das Gebäude, das auch einen Sakralraum enthielt, ist seitdem nicht mehr benutzbar.

Das neue Kirchenzentrum soll auf dem Gelände der Kirche Corpus Christi durch Erweiterung des Pfarrheims oder durch einen Neubau entstehen. Ein jetzt geschlossener Vertrag der Gemeinden sieht die gemeinsame Nutzung der Kirche, des Gemeindehauses und der Büroräume vor.

Die Versöhnungskirchengemeinde ist seit dem Dacheinsturz bereits in den Räumlichkeiten der katholischen Nachbargemeinde zu Gast, beide Gemeinden pflegen seit Jahren eine gute ökumenische Zusammenarbeit. Anfang Juni wird auch das Gemeindebüro der Versöhnungskirche in dem Gemeindezentrum der Corpus-Christi-Kirche seinen Standort haben. Erste Planungsgespräche der Gemeinden finden jetzt statt. Dabei sollen die Anforderungen an ein ökumenisches Kirchenzentrum abgestimmt werden.

„Wir sind sehr dankbar für die Gastfreundschaft, die uns die katholische Gemeinde Corpus Christi jetzt seit einem Jahr gewährt, das ist nicht selbstverständlich“, sagt Superintendent Karl Ludwig Schmidt, Amtsbereich Nord-West: „Die jetzt geplante gemeinsame Nutzung eines Gemeindezentrums und der Kirche ist ein zukunftsweisender Weg.“ Es gebe eine „große Schnittmenge“ zwischen Protestanten und Katholiken. Für ihre Zusammenarbeit sei das geplante ökumenische Zentrum „zeichenhaft“, nicht zuletzt auch angesichts der bei beiden Konfessionen sinkenden Mitgliederzahlen.

Martin Miehlke, Pastor an der Versöhnungskirche, bezeichnet den Dacheinsturz vor einem Jahr als „trauriges Jubiläum“. Seine Gemeinde stehe noch immer unter Schock und trauere. „Doch das Ziel, gemeinsam mit der katholischen Nachbargemeinde ein ökumenisches Gemeindezentrum zu errichten, ist klar“, sagt Miehlke. Er wies darauf hin, dass es keine Versicherungsentschädigung für das eingestürzte Dach gebe. Der Grund liege in einem baulichen Fehler während der Errichtung des Gemeindezentrums vor rund 50 Jahren. Nach 25 Jahren seien diesbezügliche Versicherungsansprüche erloschen, fügt der Pastor hinzu. „Mit dem neuen ökumenischen Zentrum wollen wir in Havelse eine Kirche der Zukunft gestalten“, erläutert Miehlke. Dies sei die leitende Vision bei den jetzt beginnenden Planungen.

Für den katholischen Pfarrer von Garbsen, Christoph Lindner, war es schlicht eine Selbstverständlichkeit, die evangelische Gemeinden in der Kirche Corpus Christi aufzunehmen: „Dann kommt doch zu uns“, beschreibt Lindner seinen ersten Gedanken. Doch aus der Nothilfe nach dem Dacheinsturz sei schnell mehr geworden: „Bis hin zu der Anfrage, bleibt nicht nur als Gäste, sondern für immer.“

Die Kooperation zeigt nach Einschätzung von Lindner Möglichkeiten auf, die die beiden Gemeinden für sich allein nicht gehabt hätten: „Wir können an diesem Standort etwas Gemeinsames entwickeln, die Kirchen bleiben vor Ort präsent.“ Das sei in Zeiten, in denen evangelische wie katholische Kirchengemeinden vor großen Umbrüchen stehen, eine wichtige Botschaft. Die Landeskirche Hannovers und das Bistum Hildesheim hätten bereits Zustimmung zu dem ökumenischen Projekt signalisiert.

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands der Versöhnungskirchengemeinde, Klaus Peter Jürgens, bekräftigt die „seit Jahrzehnten bestehenden guten ökumenischen Beziehungen“ in Havelse, angesichts derer die Gemeinde sich „mit großer Überzeugung“ zu einem gemeinsamen Neubauprojekt entschlossen hatte.

Weiter plant die Versöhnungskirchengemeinde den Neubau einer Kindertagesstätte auf ihrem Grundstück in der Schulstraße 5. Dort befindet sich das ehemalige evangelische Gemeindehaus, dessen Dach eingestürzt ist. Die Gemeinde Corpus Christi wird die neue Kindertagesstätte auch für Angebote ihres Familienzentrums wie beispielsweise DELFI-Gruppen nutzen. Die Gemeinde der Versöhnungskirche stellt ihr Grundstück für den Neubau zur Verfügung, Bauherr ist der Stadtkirchenverband Hannover, Garbsen, Seelze. In Planungsgesprächen mit der Stadt Garbsen würden zurzeit noch Details des Bauvorhabens wie die beispielsweise die Größe der Kita geklärt, erläutert Superintendent Schmidt. Voraussichtlich werde die Kita über vier Gruppen verfügen, eine davon ist als Integrationsgruppe geplant.

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news-27376 Mon, 03 May 2021 12:20:00 +0200 Der zweifache Blick auf Glaube, Liebe und Hoffnung https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/der-zweifache-blick-auf-glaube-liebe-und-hoffnung-27376/ Glaube, Liebe, Hoffnung: Grundlegende Aspekte im menschlichen Leben. Und Anfragen durch die Kultur. Und Themen der Kirche. Als Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in  der Region Hannover will Thomas Harling den Dialog zwischen Kultur und Kirche intensivieren. Thomas Harling ist neuer Kulturbeauftragter der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Der 59-jährige Theologe hatte zuletzt das bis 2015 über fünf Jahre gefeierte 1200-jährige Jubiläum des Bistums Hildesheim koordiniert und war bis Ende 2020 Leiter des Projektbüros Hildesheim zur Bewerbung um die Europäische Kulturhauptstadt 2025.

„Wir freuen uns, mit Thomas Harling einen klugen und erfahrenen Beauftragten gewonnen zu haben, der den Dialog zwischen Kunst, Kultur und Kirche in unserer Region intensivieren wird“, betont Hannovers Regionaldechant Propst Christian Wirz: „Gerade die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt hat hier in Hannover gezeigt, dass es in der Kultur um mehr geht als um Werke, Aufführungen oder Konzerte. Es geht um grundlegende Fragen des Lebens – auch des gesellschaftlichen Zusammenlebens.“ Das habe große Nähe zu den Anliegen der Kirche. „Der Blickwinkel der Kultur ist ein anderer“, betont Propst Wirz: „Das wird den Dialog erfreulich kreativ machen.“

"Unsagbar, unsichtbar ... und doch vorhaben"

Auch für Thomas Harling ist die Kultur eine Brücke zur Verständigung zwischen Kirche und Zivilgesellschaft. Dabei gibt es einen gemeinsamen Ausgangspunkt: „Kultur und Religion suchen einen Ausdruck für das Unsagbare, das Unsichtbare und dennoch Vorhandene.“ Entsprechend weit ist seine Vorstellung von Kultur. Das umfasse sowohl eher klassische Sparten wie Literatur, Museen, Musik, Theater als auch alltägliche oder soziale Fragen. „Einschließlich Fußball“, meint Harling: „Denn das ist schon eine ganz besondere Form der Verbindung von Kultur und Religion.“

Harling kann mit seiner neuen Aufgabe an das 300-jährige Jubiläum der Basilika St. Clemens, der Mutterkirche der Hannoverschen Katholik*innen anknüpfen: Ein Jahr lang wurde 2018/19 mit über 80 Veranstaltungen das Verhältnis zwischen Stadt und Kirche ausgeleuchtet – auch in kultureller Hinsicht. „Dabei hat sich gezeigt, dass der kulturelle Beitrag von Kirchen für eine Stadtgesellschaft nach wie vor bedeutsam ist“, unterstreicht Harling. Orientierung in entscheidenden Lebensfragen, Spiritualität, Glaube, Liebe, Hoffnung oder Verzicht in einer Überflussgesellschaft: „Es gibt nach wie vor ein großes Bedürfnis sich mit den Aspekten auseinanderzusetzen, die über das rein Faktische und Materielle hinausgehen.“

Die Kirche benötigt nach den Worten von Harling eine „kulturelle Zweisprachigkeit“. Sie müsse eigene Themen und Fragen in Worte fassen können und gleichzeitig gesellschaftliche Entwicklungen wahrnehmen. Ein Beispiel ist eine Reihe von Kulturandachten, die nach Pfingsten in der Basilika St. Clemens gefeiert werden: „Zusammen mit Kulturschaffenden der Stadt möchten wir dabei dialogisch Erfahrungen ausgreifen, die wir als Gesellschaft in der Corona-Pandemie gemacht haben.“ Entsprechend ist der Titel der Reihe: „How fragile we are ...“

  • Zur Person: Thomas Harling, 1962 in Braunschweig geboren, hat Theologie und Germanistik studiert. Seit 1990 ist er als Pastoralreferent im Bistum Hildesheim tätig, zunächst vor allem in der Hochschulseelsorge. 2011 übernahm er die Leitung der fünf Jahre andauernden Feiern zum 1200-jährigen Jubiläum des Bistums Hildesheim, danach 2017 die Leitung des Projektbüros der Stadt Hildesheim zur Bewerbung um die Europäische Kulturhauptstadt 2025.
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news-27320 Wed, 28 Apr 2021 22:15:33 +0200 Persönliche Beratung wieder möglich https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/persoenliche-beratung-wieder-moeglich-27320/ Beratung und Hilfe lebt vom direkten Kontakt, von Augenhöhe und Nähe. Doch das war in den letzten Wochen und Monaten nur per Telefon, online oder in Videoschalten möglich. Im Doch jetzt ist wieder persönliche Beratung möglich: im [ka:punkt] sofort und ohne Termin, bei der Katholischen Ehe-,... Die Beratung im Forum des [ka:punkt], dem Treffpunkt der Katholischen Kirche in der Region Hannover in der Innenstadt, kann ab sofort von Montag bis Freitag in der Zeit von 14 bis 16 Uhr persönlich erfolgen. „Wir allen kennen Situationen, in den wir das Gefühl haben, dass uns alles über den Kopf wächst“, sagt Jutta Johannwerner, die Leiterin des [ka:punkt]. Gerade in diesen Zeiten können Gespräche hilfreich sein: „Schon allein, um die vielen Gedanken zu sortieren“, betont die Pastoralreferentin. Dafür stehen bei der Beratung im Forum des [ka:punkt] verschiedenen Berater*innen zur Verfügung – spontan, ohne Terminabsprache und kostenlos. Der notwendige Infektionsschutz ist durch ein Hygienekonzept gewährleistet: „Wir bitten allerdings nach Möglichkeit um die Vorlage eines Schnelltests, der nicht älter als 24 Stunden ist“, erläutert Jutta Johannwerner.

Auch der bei Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im [ka:punkt] können ab Mai wieder persönliche Termine vereinbart werden. „Wir haben in den letzten Monaten unser Angebot ausschließlich telefonisch, online oder per Video-Chat aufrechterhalten“, berichtet EFL-Leiter Gregor Branahl. Durch die Corona-Pandemie sind in Partnerschaften oder Familien seien grundsätzliche Konflikte oder schwelende Probleme viel stärker zum Ausbruch gekommen, schildert Gregor Branahl seine Erfahrungen: „In der Beratung sind wir auf direkte Kontakte angewiesen – daher öffnen wir die EFL wieder für das persönliche Gespräch nach Terminabsprache.“

Der [ka:punkt] ist eine Einrichtung der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Er ist ein Treffpunkt für Begegnung, Beratung und Seelsorge in der Innenstadt von Hannover. Kontakt: Grupenstraße 8, 30159 Hannover, Telefon: 0511/270 73 90 E-Mail: info(ät)ka-punkt.de, Internet: www.ka-punkt.de.

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) ist unter Telefon: 0511/270 73 940 oder E-Mail: hannover(ät)efl-bistum-hildesheim.de zu erreichen.

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news-27267 Thu, 22 Apr 2021 20:41:17 +0200 Alles so anders https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/alles-so-anders-27267/ Kirchen - gebaut für den Gottesdienst. Wirklich nur? Ein Beispiel aus St. Oliver in Laatzen zeigt das Gotteshäuser auch Menschenhäuser sind. Für Ruhe und Stille, für Nachdenken und Geschichten. Für Gebete, die mehr sind als Worte. Kirche – ein dem Herrn gehörendes Haus, wie es aus der griechischen Wortwurzel übersetzt heißt. Gemeinhin gebaut, um Gottesdienst zu feiern. In manchen Gotteshäusern auch nur einmal in der Woche für eine Stunde, danach wird sie wieder abgeschlossen. Was aber passiert in den anderen 167 Stunden der Woche im dem, dem Herrn gehörendem Haus, dem Gotteshaus?

In St. Oliver in Laatzen wird dreimal in der Woche Gottesdienst gefeiert. In der Regel ist die Kirche zudem tagsüber geöffnet. Für das persönliche Gebet, für das Anzünden einer Kerze, für einen Moment der Ruhe. So weit, so bekannt.

Doch es gibt Zeiten, da wandelt sich der Innenraum von St. Oliver. Mit Licht und Farben, mit Pflanzen und leiser Musik. Mit Dingen, die nicht zur Grundausstattung eines Sakralbaus gehören, wie ein Seil und ein Schwert, ein Spiegel oder Sand. Und das nicht nur für wenige Stunden oder einen Tag.

„Wir wollen besondere Zeiten im Kirchenjahr auch besonders gestalten“, sagt Gemeindereferentin Martina Teipel. Zu Weihnachten war es die „Kirche im Kerzenschein“, jetzt „Von Hosianna zu Halleluja“ – von „Hilf doch“ zu „Lobet Gott“, von Klage zur Freude.

Eine Klagemauer und ein Spiegel

Ein Team von zehn Gemeindemitgliedern hatte im Vorfeld Ideen gesammelt, wie der Kirchenraum anders gestaltet werden kann: sowohl für einen „Ruhetag für die Seele“ als auch für sich sprechende Szenarien, die den letzten Lebensstationen Jesu nachzeichnen. Beim Ruhetag gab es regelmäßig vorgetragene Impulsgedanken, die „zur Besinnung und zum eigenen Nachdenken anregten“, wie es Martina Teipel beschreibt. Ein Zettel konnte in die Fugen einer kleinen Klagemauer gesteckt werden, ein Spiegel erinnerte an die Ebenbildlichkeit Gottes.

Danach wandelte sich die Szenerie im Kirchraum. Fünf Stationen zeichnen die letzten Lebenstage Jesu nach. Ganz unterschiedlich. Mit Bilder und Texten, mit Pflanzen und Symbolen, mit dem Spiel von Licht, Farbe und Schatten. Da wird alles anders in dem sonst so bekannten Kirchenraum von St. Oliver: „Das setzt auch Schwellenängste herab, gerade für Menschen, denen die Kirche doch fremd geworden ist“, betont Christine Braun. „Und nicht erst seit Corona“, fügt die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates hinzu.

Bilder und Symbole machen die letzten Stationen vom Lebensweg Jesu, ja überhaupt die zahllosen biblischen Geschichten anders erfahrbar: „Sonst haben wir ja nur einen Zugang durch Texte“, erläutert Christine Braun: „Unsere Gestaltung spricht mehr Sinne an.“

Sogar regelmäßige Gottesdienstbesucher haben sie den ihnen eigentlich vertraut erscheinenden Kirchenraum neu entdeckt. „Dazu gehört sicher auch, dass sie sich frei im Kirchenraum bewegen konnten“, ist sich die Lehrerin an der katholischen Ludwig-Windthorst-Schule sicher. Sonst werde die Kirche nach dem Gottesdienst ja meist schnell wieder verlassen. Keine Zeit für den Wechsel des Blickwinkels.

Die Rückmeldungen: durchweg positiv. Eine Rückmeldung hat Christine Braun besonders gefreut: „Unser Kirchenraum wurde als Oase bezeichnet.“ Mehr Wertschätzung geht nicht in so schweren Zeiten.

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news-27258 Wed, 21 Apr 2021 21:14:51 +0200 Offene Kirchen in Stadt und Region Hannover https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/offene-kirchen-in-stadt-und-region-hannover-27258/ Welche Gotteshäuser sind wann und wo geöffnet? Für ein Gebet, für das Anzünden einer Kerze, für einen Moment von Stille und Kraft tanken in der Atmosphäre einer Kirche? Unsere Bitte dabei: Beachten Sie unbedingt die Angaben zum Infektionsschutz. Hier eine Übersicht: Region Hannover:

Altwarmbüchen: Heilig Kreuz Kirche (Bothfelder Str. 15): Geöffnet donnerstags von 15 bis 18 Uhr.

Burgdorf: St. Nikolaus (Im Langen Mühlenfeld 19). Geöffnet jeden Tag von 9 Uhr bis 17 Uhr.

Burgwedel: St. Paulus (Menngarten 2): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 17 Uhr.

Garbsen: St. Raphael (Antareshof 5): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 17:30 Uhr.

Garbsen-Beerenbostel: Maria Regina (Böckeriethe 43): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 12 Uhr.

Laatzen: St. Oliver (Pestalozzistraße 24): Geöffnet jeden Tag von 8 bis 18 Uhr.

Laatzen: St. Mathilde (Eichstr. 16): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 18 Uhr.

Langenhagen: Liebfrauen (Karl-Kellner.Str. 67): Geöffnet montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr.

Langenhagen: Zwölf Apostel (Weserstr. 3): Geöffnet montags bis freitags 9 bis 12 Uhr.

Lehrte: St. Bernward (Feldstraße 10). Geöffnet montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr.

Neustadt a. Rbge: St. Peter und Paul (Bischof-Ketteler-Platz 1): Geöffnet jeden Tag von 8 bis 18 Uhr.

Nienburg: St. Bernward (Stettiner Straße 1a): Geöffnet jeden Tag von 8 bis 20 Uhr.

Pattensen: St. Maria in Pattensen (Ostlandplatz 2): Geöffnet montags bis samstags von 9 bis 12 Uhr.

Rehburg-Loccum: St Marien (Weidendamm 14): Geöffnet jeden Tag von 10 bis 17 Uhr.

Springe: Christ-König (Erzbischof-Joseph-Godehard-Platz 1): Geöffnet montags, dienstags, mittwochs und freitags vom 9 bis 11 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 17 Uhr.

Seelze: Hl. Dreifaltigkeit (Südstraße 9): Geöffnet jeden Tag von 8 bis 18 Uhr.

Uetze: St. Matthias (Marienstraße 17): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 17 Uhr.

Wunstorf: St. Bonifatius (Hindenburgstraße 17): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 18 Uhr.

Wunstorf-Steinhude: St. Hedwig (Schlesierweg 10): Geöffnet jeden Tag von 10 bis 17 Uhr.

 

 

Stadt Hannover:

Bothfeld: Heilig Geist (Niggemannweg 18): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 18 Uhr.

Döhren: St. Bernward (Hildesheimer Str. 241): Geöffnet jeden Tag von 9.30 Uhr bis 18 Uhr.

Groß-Buchholz: Kirche Maria Frieden (Stilleweg 12): Geöffnet jeden Tag von 15 bis 17 Uhr.

Kirchrode: Hl. Engel (Böhmerwaldstr. 8): Geöffnet jeden Tag von 8 Uhr bis 18 Uhr.

Kleefeld: St. Antonius (Kirchröder Straße 12 A): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 17 Uhr.

List: St. Joseph (Isernhagener Str. 64): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 18 Uhr.

Misburg: St. Anna (Anderter Str. 9). Geöffnet jeden Tag von 9 bis 16 Uhr.

Mitte: St. Elisabeth (Gellertstr. 42): Geöffnet dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.

Mitte/Calenberger Neustadt: Basilika St. Clemens (Platz an der Basilika 1): Geöffnet montags von 9 bis 16 Uhr, dienstags bis sonntags von 9 bis 19 Uhr

Mittelfeld: St. Eugenius (St.-Eugenius-Weg 3): Geöffnet jeden Tag von 8 Uhr bis 17 Uhr

Mühlenberg: St. Maximilian Kolbe (Mühlenberger Markt 5): Geöffnet montags 9 bis 12 Uhr, mittwochs 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 12 Uhr.

Oststadt: St. Martin (Nußriede 21): Geöffnet von montags bis freitags von 8 bis 12:30 Uhr. Mittwochs auch 15 bis 18 Uhr.

Ricklingen: St. Augustinus (Göttinger Chaussee 145): Geöffnet dienstags, mittwochs, freitags von 9 bis 11 Uhr.

Südstadt: Herz Jesu (Hildesheimer Str. 30). Geöffnet jeden Tag von 9 bis 20 Uhr.

Südstadt: St. Heinrich (Sallstraße 74): Geöffnet dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.

Vahrenheide: St. Franziskus (Dresdener Str. 29): Geöffnet jeden Tag von 9 bis 18 Uhr.

 

  • Vieles in der Katholischen Kirche in der Region Hannover ist die Sache von Ehrenamtlichen, vielerorts auch das Auf- und Abschließen von Kirchen. Insofern sind die Zeiten gute Orientierungen, es kann aber auch hin und wieder vorkommen, dass ein Gotteshaus später geöffnet oder früher geschlossen werden muss. Wir bitten um Nachsicht.
  • Bitte besonders beachten: Grundsätzlich ist dabei Sorge zu tragen, dass die aktuell geltenden Regelungen zum Infektionsschutz eingehalten werden. Auf diese Regelungen wird durch Aushänge an den Kirchentüren und anderen zentralen Orten in einer Kirche aufmerksam gemacht. Gleichzeitig werden die Menschen, die zum Beten in eine Kirche kommen, eindringlich gebeten, sich ihren Mitmenschen gegenüber verantwortungsbewusst zu verhalten. Das heißt konkret, den so wichtigen Abstand zueinander zu wahren und die Hygieneregeln zum Gesundheitsschutz unbedingt zu beachten.
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news-27217 Thu, 15 Apr 2021 11:50:12 +0200 Katholische Schulen: Anmeldeverfahren für Klasse 5 https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/katholische-schulen-anmeldeverfahren-fuer-klasse-5-27217/ Angesichts der weiterhin hohen Coronazahlen läuft das Anmeldeverfahren für die neuen 5. Klassen an der St.-Ursula-Schule und an der Ludwig-Windthorst-Schule online und per Post. Für beide Schulen gilt: Unterlagen online herunterladen, ausfüllen, weitere Unterlagen hinzufügen und dann per Post an die Schule schicken.

Für die Ludwig-Windthorst-Oberschule (Altenbekener Damm 81, 30173 Hannover) läuft dieses Verfahren vom 27. bis zum 30. April. Das Antragsformular sowie weitere detaillierte Angaben über das Verfahren und einzureichende Unterlagen finden Sie hier: Anmeldung LuWI

Für das Gymnasium St. Ursula (Simrockstraße 20, 30171 Hannover) läuft dieses Verfahren vom 26. bis zum 30. April. Das Antragsformular sowie weitere detaillierte Angaben über das Verfahren und einzureichende Unterlagen finden Sie hier: Anmeldung St. Ursula

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news-27211 Tue, 13 Apr 2021 16:20:05 +0200 Was uns bewegt – Online-Glaubensgespräche https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/was-uns-bewegt-online-glaubensgespraeche-27211/ Was trägt im Leben? Eine Frage, die sich angesichts der vielen Veränderungen im Alltag von jungen Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, häufig stellt. Jetzt laden Sr. Regina Köhler und Propst Christian Wirz zu Online-Gesprächen ein. Auftakt ist am 16. April, danach alle 14 Tage, immer von 20 bis 21... Online-Glaubensgespäche für junge Leute, so zwischen 20 und 40 Jahren. Wie soll das von statten gehen?

Wir möchten mit jungen Leuten ins Gespräch kommen, die gerne nachdenken und sich nicht mit vorgegebenen Antworten und Formaten zufrieden geben mögen. Da die Gespräche nur einstündig sind, wird das Thema jeweils zu zweit nur kurz anmoderiert und zwar so, dass es möglichst weit öffnet. Der Austausch findet in Kleingruppen statt. Daher gibt es auch die Möglichkeit auch mal nach ungefähr 20 Minuten die Gruppe zu wechseln. Für den Start war das Thema gewünscht: „An wen glaubst du? Wer ist Gott für dich? Im Gespräch erfahren, wer Gott für mich und für andere ist.“ Die Folge-Themen sind nicht vorgegeben und sollen aus der Gruppe entstehen. Der Rest entsteht also im Gehen.

Für alle, die jetzt schon sagen: "Da machen wir mit". Alle 14 Tage, mittwochs oder freitags, immer 20-21 Uhr, Start am 16. April. Wie kann man sich anmelden?

Ganz einfach: Eine Mail an online-glaubensgespraeche(ät)web.de. Dann gibt es den link. Und natürlich gibt es auch einen Flyer.

Für die, die noch mehr wissen möchten: Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Im Herbst war ich für ein Seminar des Cusanuswerks, das beispielsweise Studierende fördert, als Geistliche Begleiterin engagiert. Jedoch musste das Seminar kurzfristig auf Zoom umgestellt werden. Ich war überrascht, wie dicht die Gespräche und Gebetszeiten waren – ob auf Zoom oder im „Kreuzgang“ auf Gatherly. Immer wieder tauchte die Frage auf, wie kann man (auch gerade als Frau) in dieser Kirche bleiben, mit der ich mich nicht mehr identifizieren kann? Wie betest du, war eine andere Frage. Oder: Wo finde ich Gleichgesinnte, mit denen man über Glaubens- und Lebensfragen reden kann?

Also führen Sie jetzt mit den Glaubensgesprächen diese Gleichgesinnten zusammen?

Das ist die Idee. Ganz schnell war und ist man bei Gesprächen über Spiritualität der Suche, was Halt gibt, was trägt, auf der Spur. Oftmals eine Rückbesinnung, dass da mal was im Leben war und im Zusammenhang mit Kirche positiv erlebt wurde. Zurück zu den spirituellen Quellen, die mal da waren oder die man ahnt und auch neu entdecken möchte. Ein Stück Sehnsucht steckt darin, da bin ich mir sicher.

Rückbesinnung, Sehnsucht, Neuentdeckung – wonach?

Ich habe die für mich überraschende Erfahrung gemacht, dass in der katholischen Kirche sozialisierte junge Leute oft nur festgelegte Formate wie die heilige Messe und den Rosenkranz als spirituelle Praxis kennen, aber keine eigene persönliche Spiritualität entwickelt haben. Als Kind wurde geglaubt und gebetet, aber jetzt als Student*in oder junge*r Erwachsene passt das nicht mehr. Das Leben ist weitergegangen, aber nicht die eigene Gebetspraxis. Selber beten, Bibel lesen, sich eine eigene Meinung bilden, scheint für viele eher unbekannt zu sein. Hinzu kommt: Die Kirche hat als Antwortgeber für Fragen des Glaubens ausgedient.

Wie wollen Sie diese Fragen nach dem Glauben wieder aufgreifen?

Es braucht Gespräch und Begegnung auf Augenhöhe. Es braucht Räume, in denen eine gemeinsame Suche möglich ist, wo man sich gemeinsam auf dem Weg sieht. Ganz wichtig: Alles sein darf, ohne Wertung, aber mit der Wertschätzung. Jede und jeder hat etwas Wichtiges zum gemeinsamen Suchweg beizutragen. Wo das angeboten wird, wird es sehr dankbar angenommen.

Spiegelt sich darin Ihr persönlicher, sicher auch suchender Glaubensweg?

Im Laufe meines Lebens habe ich sehr verschiedene Welten kennengelernt habe. Ich war lange Zeit evangelisch, habe mich in unterschiedlichen Frömmigkeitsformen bewegt, bin oft umgezogen, habe im Studium und Ausbildungen unterschiedliche Perspektiven und Menschen jenseits frommer Kategorien kennengelernt bevor ich katholisch wurde. Das alles hat meinen Blick und mein Herz geweitet. Ich bin Such-Wege gewohnt, und habe ein Herz für junge Menschen auf der Suche.

Gemeinsam auf der Suche ein, sprechen über das, was im Leben trägt – schwierig in Zeiten der Pandemie …

Die Zeit der Pandemie hat mich auch unruhig gemacht – unruhig darüber, dass wir uns als Kirche in einer Blase bewegen, dass ein Gap zur nächsten Generation entsteht, der kaum noch zu überbrücken scheint. Das betrifft auch die Art der Kommunikation, zum Beispiel über social media. Ich kenne das Überforderungsgefühl, mit den sozialen Medien, den technischen Anforderungen nicht mithalten zu können, mit der jungen Generation schon gar nicht. Nur wollte ich dabei nicht stehen bleiben, versuche meinen Teil zu tun, diese Kluft nicht größer werden zu lassen. Die Begegnung und Gespräche mit den jungen Leuten machen mir einfach Freude. So bin ich in diesen Tagen nun doch auf Instagram gegangen, selbst wenn ich das alles noch gar nicht recht kapiere. Eben: auf dem Weg, auf der Suche – nach Gleichgesinnten und Begegnung mit Menschen, die sich ebenso auf dem Weg verstehen.

Sie bieten diese Glaubensgespräche zusammen mit Propst Christian Wirz, dem Regionaldechanten der katholischen Kirche in der Region Hannover an. Wie ist es dazu gekommen?

Für mich war es kein Zufall, dass ich parallel zu meinen Überlegungen in den Predigten in der Basilika St. Clemens oder bei den Worten zur Zeit auf der Internetseite der Katholischen Kirche in Hannover immer wieder Sätze hörte, die in anderen Worten dort andockten, wo ich innerlich auch dran war. Da habe ich Propst Wirz gefragt, ob er Lust hätte, für dieses Experiment mit ins Boot zu steigen. Siehe da, er hatte!

  • Wann: 14-tägig mittwochs oder freitags, 20-21h, Start am 16.4.21 ( 30.4., 7.5., 26.5., 9.6., 23.6.,14.7?).
  • Was: Die Themen entstehen aus der Gruppe.
  • Wie: kurze Anmoderation & Austausch (Kleingruppen).
  • Wer: Junge Erwachsene zw. 20 und 40 Jahre.
  • Wie teilnehmen: Mail an online-glaubensgespraeche(ät)web.de. Dann gibt es den link.
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news-27134 Thu, 01 Apr 2021 09:58:37 +0200 Wie geht Beten mit der Bibel? https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/wie-geht-beten-mit-der-bibel-27134/ Karfreitag – ein stiller Feiertag. Für manche zu still. Oder: Wie kann die Stille ausgefüllt werde? Mit Gedanken oder Eindrücken? Dazu lädt Schwester Regina Köhler ein – „Bibel & Beten“ per Zoom. „Karfreitag ist für mich ...“ Wie diese drei Punkte am Ende des Halbsatzes ergänzt werden, das möchte Schwester Regina Köhler hören. An diesem Karfreitag, 2. April, zwischen 18 und 19.30 Uhr. Von jungen und auch ‚mittelalten’ Erwachsenen, so zwischen 20 und 40 Jahren. Für all die, für die der stille Feiertag zu unausgefüllt ist. Für alle die, die Bibel entdecken wollen.

Was erwartet Interessierte? „Eineinhalb Stunden Entdeckungsreise“, beschreibt es Sr. Regina, die zur Ordensgemeinschaft der Congregatio Jesu in Hannover gehört. Am Anfang steht eine Kennenlernrunde: „Damit man weiß, mit wem man betet“, erläutert die Ordensfrau. Daran schließt sich kurzer Text aus der Bibel – am Karfreitag wird es aus dem Lukas-Evangelium sein – gefolgt von einem der- bis fünfminütigem Impuls. Dann ist Stille.

Wie wird diese Stille ausgefüllt? Bildschirme und Mikros werden in dieser Zeit ausgeschaltet. „Das hilft, in dieser Zeit wirklich ‚bei sich’ bleiben zu können, ohne sich beobachtet zu fühlen“, sagt Sr. Regina. 20 bis 30 Minuten verbleiben die Teilnehmer*innen in Stille und Schweigen. Dann geht es zurück – entweder ins Plenum oder in Kleingruppen: „Das hängt von der Anzahl der Interessierten ab.“

Einen biblischen Text hören, ihn in Stille wirken zu lassen, nachspüren, wie er das eigene Leben berührt – das ist für Sr. Regina Beten mit der Heiligen Schrift: „Ich begebe mich mit allen Sinnen hinein in den Text wie in ein Theaterstück.“ Was ist zu sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen? Der Umgang mit dem folgt eigenen Regeln: „Bei dem, was mich anspricht und berührt verweile ich.“ Vor allem eine Frage, das ist die Erfahrung von Sr. Regina, taucht immer wieder auf: „Wo dockt das in meinem Leben an?“

Auch ganz Persönliches darf geteilt werden. Alle Erfahrungen und Meinungen sind willkommen. „Fragen, Zweifel, Ärger genauso wie Freude, Glaube“, listet Sr. Regina auf: „Voraussetzung ist nur Offenheit, Entdeckerfreude und Respekt vor der Meinung und Erfahrung anderer.“

Der Karfreitag, der stille Feiertag, bleibt aber keine einmalige Veranstaltung: „Bibel & Beten“ per Zoom setzt sich fort. Alle zwei bis vier Wochen, mal ein Mittwoch, mal ein Freitag, aber immer zwischen 18 und 19:30 Uhr (siehe Plakat). Technische Voraussetzung: eine stabile Internetverbindung, Kamera, Mikro und evtl. Kopfhörer.

Bei Interesse einfach eine Mail an Sr. Regina Köhler (reginakoehler.cj(ät)web.de) schicken. Oder anrufen: 0160-99869550. Dann gibt es rechtzeitig den Zoom-Link.

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news-27133 Thu, 01 Apr 2021 07:04:26 +0200 Das Kreuz für die Ohren https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/das-kreuz-fuer-die-ohren-27133/ Normalerweise spürt man ein Kreuz auf den Schultern. Es drückt, es hindert am Aufrichten. Es ist ein Zeichen, das etwas nicht in Ordnung ist.Auch bei einem Weg, der die Stadt durchKREUZT. Wenn ein Kreuzweg durch eine Stadt führt, nimmer er genau diese Stadt mit ins Gebet: die Notlagen, die Widersprüche, die Herausforderungen einer Gesellschaft. Mal im Kleinen, mal im Großen.

Dieser Gedanke steckt auch hinter der ökumenischen Aktion Hannover durchKREUZT. Gemeinsam laden die evangelisch-lutherische Marktkirche und der [ka:punkt], der Treffpunkt der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover, zu einem Karfreitagsweg ein, der markante Stellen aufsucht, wo diese gesellschaftlichen wie sozialen Widersprüche einer Stadt sichtbar werden – wenn auch manchmal nicht auf den ersten Blick. Jahr für Jahr als Prozession an dem Tag, an dem die Christinnen und Christen weltweit das Leiden und Sterben Christi nachempfinden. Symbolisch mit dem Kreuz auf den Schultern.

Doch die Pandemie, der Infektionsschutz und daraus folgende durch die Region Hannover verordnete Ansammlungsverbote verändern die Position des Kreuzes. Es wandert gewissermaßen von den Schultern zu den Ohren. „Wir haben unseren Karfreitagsweg jetzt als Hör-Tour gestaltet“, erläutert Gregor Branahl vom [ka:punkt].

Das Prinzip: Vom Startpunkt an der Marktkirche können Paare oder Familien den Karfreitagsweg für sich gehen. Sie werden dabei durch einen Audio-Guide geleitet, der sie zu insgesamt fünf Stationen führt: „Dort begegnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unterschiedliche Weise dem Leid, das Menschen aktuell betreffen kann“, betont Branahl. Der Weg ende dann wieder am [ka:punkt].

Dieser Audio-Guide für den Karfreitagsweg erfordert ein Smartphone mit mobilen Daten und einem QR-Reader. So werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur zu den einzelnen Stationen geführt: „Über die App können sie sich Impulse zu den Stationen anhören.“ Die Impulse werden über die QR-Codes gescannt und so auf das Mobiltelefon geladen. Die QR-Codes hängen von 11:00-13:00 Uhr an den Stationen.

„Der Karfreitagsweg kann auch unabhängig von diesen Zeiten erlebt werden“, sagt Gregor Branahl. Dazu müssen die Dateien vorab aufs Handy geladen werden. Als mobiler Audioguide steht der Weg auch in den nächsten Tagen noch zur Verfügung und kann von der Homepage www.ka-punkt.de heruntergeladen werden.

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news-27125 Wed, 31 Mar 2021 18:29:24 +0200 Gottesdienste zu den Kar- und Ostertagen https://www.kath-kirche-hannover.de/aktuelles/nachrichten/artikel/news-title/gottesdienste-zu-den-kar-und-ostertagen-27125/ Es ist das höchste Fest der Christenheit: Ostern. Von Gründonnerstag bis Ostermontag feiern die Katholikinnen und Katholiken in der Region Hannover mit vielen Gottesdiensten – in Präsenz und im Internet. Eigentlich ist es ein Gottesdienst, der sich über mehere Tage hinzieht. Es beginnt am Gründonnerstag mit der Feier des letzten Abendmahles.  Der Karfreitag steht im Zeichen der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Die Osternacht ist der Höhepunkt – Halleluja, Christ ist erstanden. Am Ostersonntag und Ostermontag wird dieser neue Morgen, diese neue Hoffnung gefeiert.

In diesem Jahr können Christinnen und Christen Ostern wieder in Präsenz feiern – unter notwendigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. "Wir haben lange im Dekanat und im Bistum erwogen, ob wir angesichts der steigenden Coronazahlen Präsenzgottesdienste feiern", sagt Propst Christian Wirz, Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover. Zwei Gründe sprechen dafür: "Zum einen haben alle Pfarreien erprobte und bewährte Hygienekonzepte, die ein Höchstmaß an Infektionsschutz gewährleisten"

Zum anderen passe  die Botschaft von Ostern genau in diese schwierige Zeit: "In der Karwoche erinnern wir uns daran, dass Jesus selbst unsere menschlichen Sorgen und Nöte durchlitten hat." Seine Auferstehung bringt Licht in das Dunkel, spendet neue Hoffnung. "Christus überwindet den Tod und schenkt uns das ewige Leben als ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott", betont Wirz:  "Daher werden wir in unseren Gottesdiensten für die Menschen beten, die krank, arm, vernachlässigt oder einsam sind. Und wir beten für die, die sich um sie kümmern."

Wirz ist den Gemeinden im Regionaldekanat Hannover dankbar für die kreativen neuen Wege, die sie während der österlichen Fastezeit nach Aschermittwoch gegangen sind: "Mit Andachten, Fastenwegen, Fastenfenstern, digitalen Fastenimpulsen, Kreuzwegen und offenen Kirchen haben sie sich im Gebet der Menschen angenommen, die Trost und Hoffnung benötigen." Genau das ist die Kraft des Glaubens.

EIne Auflistung der Gottesdienste finden Sie als Dokument auf dieser Seite. Zur besseren Übersicht sind die Gottesdienste in Gründonnerstag/Karfreitag und Ostern aufgeteilt.

Bitte beachten:

  • Für alle Gottesdienste besteht eine Anmeldepflicht. Das Verfahren ist in den Pfarreien unterschiedlich geregelt. Bitte informieren sich sich auf den Webseiten der Gemeinden (Übersicht Hannover-Stadt; Übersicht Region)
  • Die Angebote können aufgrund der deutlich reduzierten Platzzahl bereits ausgebucht sein.
  • Die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen sind zu beachten. Dazu zählen unter anderem das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes, das Wahren von Abstand, das Desinfizieren der Hände und der Verzicht auf den Gemeindegesang.
  • Die Teilnahme an einem Gottesdienst zur Osternacht ist von der Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr, die die Region Hannover erlassen hat, ausdrücklich ausgenommen.

Streaming-Angebote

Fünf Gemeinden und eine Ordensgemeischaft in der Region Hannover werden ihre Gottesdienste auch live im Internet streamen:

 

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