Aktion Sternsingen: "Schule statt Fabrik"

Sternsinger*innen bringen den Segen zu Oberbürgermeister Belit Onay ins Neue Rathaus Hannover

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hat über 40 Sternsinger*innen aus den Innenstadtgemeinden St. Heinrich, St. Elisabeth und St. Clemens empfangen. Die Mädchen und Jungen im Alter von vier bis 16 Jahren segnen dabei die Ratsstube im Neuen Rathaus und die Büros der Bürgermeister*innen durch die mit Kreide geschriebenen Worte „Christus mansionem benedicat“ (Christus segnet dieses Haus) – oder kurz: 20*C+M+B+25.

Die Sternsinger*innen verkünden mit Liedern nicht nur die frohe Botschaft von der Geburt Jesu Christi, sondern stellen den Leitgedanken der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen vor: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Viel zu jung, kein Schulbesuch mehr, schädlich für Gesundheit und Entwicklung: Das ist Kinderarbeit. Ausbeuterische Kinderarbeit verletzt Kinderrechte und ist international verboten. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, nicht erreicht. 138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. 

„Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch in Deutschland in den Handel“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay: „Ihr richtet mit der Aktion den Blick auf ein großes weltweites Problem.“ Gemeinsam könne man dafür sorgen, dass Kinder in allen Ländern die Möglichkeit erhalten, die Schule zu besuchen: „Nur das sichert unsere gemeinsame Zukunft – daher danke für Euren Einsatz.“

Wie im gesamten Bundesgebiet waren auch in der Katholischen Kirche in der Region Hannover zahlreiche Gruppen unterwegs, um den Segen an die Türen zu schreiben, über die Aktion zu berichten und Spenden zu sammeln. Die Aktion, getragen vom Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, besteht bereits seit 1959. 

„Sie gilt heute als die weltweit größte Hilfsaktion, bei der Kinder für andere Kinder sammeln, um Notlagen zu mildern“, erläutert Propst Wolfgang Semmet beim Empfang im Rathaus. Rund 1,4 Milliarden Euro sammelten die Sternsinger*innen seit dem Aktionsstart, mehr als 80000 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa wurden in dieser Zeit unterstützt.

„Doch genauso wichtig wie das Sammeln von Spenden, sind die Besuche mit Liedern und dem Segen“, betont Semmet. Deshalb gehen die Sternsinger von Tür zu Tür, in Rathäuser und in Krankenhäuser und Pflegeheime: „Das sind jedes Mal berührende Momente, die ein wenig Wärme in diese kalte Zeit bringen.“

pkh/wala