Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit

Die Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit steht im Mittelpunkt der Aktion Dreikönigssingen 2026

Rund um den Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Januar ziehen die Sternsinger*innen von Haus zu Haus, singen, bringen den Segen und sammeln Spenden für Kinder in Not – auch in der Katholischen Kirche in der Region Hannover.

„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ heißt das Leitwort der 68. Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder die Sternsinger* von Tür zu Tür ziehen. Beispielland der Aktion ist Bangladesch, inhaltlich steht der Einsatz gegen Kinderarbeit im Mittelpunkt.

Viel zu jung, kein Schulbesuch mehr, schädlich für Gesundheit und Entwicklung: Das ist Kinderarbeit.  Ausbeuterische Kinderarbeit verletzt Kinderrechte und ist international verboten. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, nicht erreicht. 138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch in Deutschland in den Handel.

In Bangladesch, dem Beispielland der Aktion, lebt etwa ein Drittel der 167 Millionen Einwohner*innen in Armut. Um zum Familienunterhalt beizutragen, brechen viele Kinder die Grundschule ab und gehen arbeiten. Trotz Fortschritten im Kampf gegen die Kinderarbeit arbeiten in Bangladesch noch rund 1,8 Millionen Kinder, darunter 1,1 Millionen unter ausbeuterischen Bedingungen. Mit der Aktion werden nicht nur Projekte zur (Wieder)Einschulung von Kindern unterstützt, sondern auch ein politisches Zeichen gegen Kinderarbeit gesetzt – „Schule statt Fabrik“.

Wie im gesamten Bundesgebiet sind auch in der Katholischen Kirche in der Region Hannover zahlreiche Gruppen unterwegs, um den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) an die Türen zu schreiben, über die Aktion zu berichten und Spenden zu sammeln. Dabei werden Gruppen auch alle Rathäuser in der Region Hannover besuchen, unter anderem das Rathaus der Landeshauptstadt am 5. Januar. Am selben Tag werden gut 60 Sternsinger*innen aus dem gesamten Bistum Hildesheim den Segen in die Staatskanzlei und den Niedersächsischen Landtag bringen. Sie kommen aus Hildesheim, Vienenburg, Seesen, Uelzen, Lüchow, Walsrode, Gehrden – und aus der Landeshauptstadt selbst.

Das Sternsingen geht auf eine Tradition zurück, die bis ins Mittelalter reicht. Als Könige gekleidet zogen Jungen durch die Gassen und spielten den Zug zur Krippe nach, wie er in der Bibel (hier ist von drei Weisen bzw. Magiern oder Sterndeutern aus dem Morgenland die Rede) geschildert wurde. 1959 hat das Kindermissionswerk diesen Brauch wieder aufgegriffen und veranstaltet (seit 1961 zusammen mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend – BDKJ) die „Aktion Dreikönigssingen“.

Das Sternsingen gilt heute als die weltweit größte Hilfsaktion, bei der Kinder für andere Kinder sammeln, um Notlagen zu mildern. Rund 1,84 Milliarden Euro sammelten die Sternsinger*innen seit dem Aktionsstart, mehr als 80000 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa wurden in dieser Zeit unterstützt. 2025 waren im Bistum Hildesheim 138 Gemeinden und Gruppen aktiv und konnten über 995.000 Euro sammeln. Aus den 23 Pfarrgemeinden der Katholischen Kirche in der Region Hannover kamen dabei 210.000 Euro zusammen.

pkh