Little Boy – Fat Man
Ausstellung in der Basilika St. Clemens vom 6. bis 29. August | Künstlerische Perspektiven auf Hiroshima und Nagasaki
Little Boy – Fat Man – so lauteten die Codenamen der Atombomben, die im August 1945 auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Mit der gleichnamigen Ausstellung in der Basilika St. Clemens vom 6. bis 29. August verwandeln die Künstler*innen Anna-Kristina Bauer, Thomas Damm, Andreas Graf, Kai Löffelbein und Mario Wezel die Kirchenräume in einen Ort des Gedenkens und der künstlerischen Reflexion. Initiatorinnen der Ausstellung sind die Katholische Akademie des Bistums Hildesheim und die Katholische Kirche in der Region Hannover. Sie wird durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover gefördert.
Der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vor 80 Jahren gehört für die Künstler*innen der Ateliergemeinschaft Goethe Exil zu jenen historischen Zäsuren, die jedes menschliche Vorstellungsvermögen übersteigen. Da Worte das Ausmaß des Schreckens kaum zu fassen vermögen, bringen die Künstler*innen mit ihren Bildwelten das Grauen von damals in die Gegenwart. Fünf eindrucksvolle, vielschichtige Installationen transformieren das Kirchenschiff und die Krypta der Basilika St. Clemens zu einem Ort des Innehaltens, der Trauer, der Erinnerung – und der Hoffnung.
Für Thomas Harling, Direktor der Katholischen Akademie, ist die Erinnerung an historische Ereignisse und Katastrophen eine wichtige Frage: „Die Ausstellung verlässt die oft praktizierten Erinnerungsrituale, sie stellt über die Bildwelten von damals und heute direkte Verbindungen zur Gegenwart her.“ Dabei steuert die Basilika St. Clemens, die immer ein Ort für das Untröstliche war, ihre eigene Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau, von Tod und Leben bei.
„Unsere Ausstellung konfrontiert mit Tod und Zerstörung, die die Atombomben hinterlassen haben“, betont Propst Wolfgang Semmet für die Katholische Kirche in der Region Hannover. Gleichzeitig darf in einer an Spannungen zunehmenden Welt der Ruf nach nuklearer Abrüstung nicht überhört werden: „Als Katholische Kirche in der Partnerstadt von Hiroshima setzen wir uns für das Ziel einer atomwaffenfreien Welt ein.“
Die Ausstellung „Little Boy – Fat Man. Künstlerische Perspektiven auf Hiroshima und Nagasaki“ ist daher nicht nur Rückschau, sondern zugleich Gegenwartsdiagnose und stellt Zukunftsfragen: Was hat die Menschheit aus Hiroshima und Nagasaki gelernt? Wie wird mit der heutigen kollektiven Geschichte umgegangen? Wie steht es um eine Welt, die Menschlichkeit über Machstreben setzen will.
Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr geöffnet, Samstag von 14 bis 17 Uhr (Platz an der Basilika 1, 30169 Hannover). Öffentliche Führungen jeweils dienstags um 12 Uhr und mittwochs um 18 Uhr. Gruppenführungen auf Anfrage.
Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 6. August, um 18 Uhr mit einer thematischen Andacht, gefeiert von Propst Wolfgang Semmet. Im Anschluss führt Akademiedirektor Thomas Harling in die Ausstellung ein. Mitglieder des Goethe-Exils werden ihre Kunstwerke vorstellen. Musikalisch wird die Eröffnung von Regionalkantor Francesco Bernasconi begleitet.
- Das Begleitprogramm:
Sa., 9. August, 18:30 Uhr: Nagasaki. Die zweite Stadt. Wort, Bild, Musik
So., 10. August, 10 Uhr: Gottesdienst „Finsternis und Licht“
Sa., 16. August, 18:30 Uhr: Lesung. „Hiroshima ist überall“ – Der Briefwechsel des Philosophen Günther Anders mit dem Hiroshima-Piloten Claude Eatherly. Vortragende: Alrun Hofert und Helene Krüger, Schauspielerinnen am Schauspielhaus Hannover. Musik: Regionalkantor Francesco Bernasconi. Die Lesung findet auf der Empore der Basilika statt (nicht barrierefrei). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung unter www.kath-akademie-hannover erforderlich
Fr., 29. August, 19:30 Uhr: Finissage.
Alle Veranstaltungen finden in der Basilika St. Clemens statt. Die Ausstellung ist durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover gefördert.
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