Lichter für den Frieden

Mahnwachen, Gebete, Kundgebungen für die Ukraine

Glocken werden geläutet, Kerzen entzündet, Gebete gesprochen: In der ganzen Region Hannover wird am heutigen Freitag der Wunsch nach Frieden in der Ukraine zu hören sein. Für Bischof Heiner Wilmer ist der Einmarsch Russlands ein klarer Bruch des Völkerrechts.

Heute am Freitag, 24. Februar, wird es um 18 Uhr in der Kirche der ukrainisch-katholischen Kirchengemeinde St. Wolodymyr in Hannover-Misburg still werden. Zusammen mit Bischof Heiner Wilmer werden Pfarrer Roman Maksymtsiv und die ukrainischen Katholik*innen um Frieden für das Land bitten, das ihre Heimat ist. Mit all der Angst um Familienmitglieder, Verwandte und Freund*innen, mit all der Trauer um die ersten Toten und Verwundeten des Krieges, mit der Sorge um Flüchtende und Vertriebene – aber auch mit aller verzweifelter Wut über den Überfall Russlands. 

Bischof Dr. Heiner Wilmer hat in einem Statement zum Einmarsch Russlands in die Ukraine sein Entsetzen geäußert: „Ich bin entsetzt über den Einmarsch Russlands in die Ukraine. Das ist ein klarer Bruch des Völkerrechts."  An diesem kriegerischen Konflikt werde deutlich, wie wenig selbstverständlich und wie brüchig der Friede grundsätzlich ist und wie sehr immer wieder aufs Neue um ihn gerungen werden muss. "Ich bete dafür, dass die Kampfhandlungen so schnell es geht beendet werden", betont Wilmer: "Ich hoffe, dass im Kreml die Einsicht Einzug hält, dass es letztendlich nur Verlierer geben kann." Tote, Verletzte, Vertriebene, menschliches Leid in unfassbarem Ausmaß, zerstörte Staaten und ruinierte Volkswirtschaften – das seine die schrecklichen Folgen von Kriegen. Die Eskalation in der Ukraine berge genau dieses Risiko. Deshalb sei es unbedingt erforderlich, mit diplomatischen Mitteln weiteres Blutvergießen zu verhindern. Mein Mitgefühl gilt allen Menschen, die infolge dieses Konflikts um ihr Leben, ihre Familien, ihre Existenz bangen", sagt Wilmer: "Möge Gott sie beschützen. Meine Solidarität gilt denen, die sich in diesen dramatischen Tagen für den Frieden einsetzen. Möge dieser Einsatz erfolgreich sein.“

Bereits für 17 Uhr laden der Rat der Religionen und der lutherische Stadtkirchenverband Hannover zu einem Friedensgebet in die Marktkirche im Zentrum von Hannover ein. Der Leitgedanke: "Wir füllen die Stadt mit Frieden - mit Kerzen und Lichtern."

Zu einer anschließenden Kundgebung auf dem Marktplatz um 17.30 Uhr rufen die Veranstalter in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover, der Region Hannover, dem Bündnis ‚bunt statt braun‘, dem Landesverband der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen und dem Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen auf. Sprecher*innen auf der Kundgebung werden sein: Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes, Ministerpräsident Stephan Weil, Oberbürgermeister Belit Onay, Regionspräsident Steffen Krach, Marina Jalowaja als Vizepräsidentin des Landesverbands der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen und Nicola Lopopolo, DGB-Stadtverbandsvorsitzender für das Bündnis bunt statt braun.

In der ganzen Region finden darüber hinaus Mahnwachen, Gebete, Kundgebungen für den Frieden in der Ukraine und ein Ende der russischen Aggression statt. Glocken werden läuten, Kirchen sind für Friedensgebete geöffnet. Vielfach in ökumenischer Zusammenarbeit werden auch Mahnwachen stattfinden.

pkh