Mitten im Leben: Frauen der Bibel + FrauenLebensKunst

Doppelausstellung in der Medizinischen Hochschule

Schlesische Bockwurst, unverbrüchliche Treue zum Papst und immer wieder Kopfschütteln über die liberalen Ansichten der Nachbarn: Eine Kindheit als Tochter oberschlesischer Vertriebener in Hannover. Am Ende der Kindheit dann die berraschung: Elisabeth ist gut in der Schule und schafft zum Erstaunen der Nachbarn Abitur und Studium.

Jedes Leben ist es wert, erzählt zu werden, ist die Pastoralreferentin Ewa Karolczak überzeugt. Deswegen hat sie eine Schreibwerkstatt im Katholischen Internationalen Zentrum Hannover organisiert, in der Frauen mit und ohne Migrationshintergrund Texte über ihr Leben verfasst haben - mit passenden Fotos, Grafiken und Collagen. Ergebnisse des Projektes FrauenLebensKunst interkulturelle Schreibwerkstatt  sind zusammen mit dem Kunstprojekt Mitten im Leben Frauen der Bibel bis zum 29. Oktober  im <link http: www.mh-hannover.de seelsorge.html external-link-new-window externen link in neuem>Andachtsraum der Medizinischen Hochschule Hannover zu entdecken.

Unter Anleitung der Historikerin Dr. Kirsten Plötz haben sich die Teilnehmerinnen die Frage nach dem roten Faden in ihrem Leben gestellt. Solche roten Fäden können Erfahrungen mit Krankheit sein, das Verlassen des Heimatlandes, Krieg oder der Aufstieg durch Bildung. Bei einem Wochenende im Kloster Helfta in Sachsen-Anhalt haben die Frauen daran gearbeitet, aus diesen Lebensthemen Geschichten zu machen. Anregungen holten sie sich aus der Ausstellung "Frauen der Bibel" mit Bildern von Hilke Schulz und Texten von Jutta Hertell. Hier werden  Frauen gezeigt, die sich in einer von Männern beherrschten Welt behaupten konnten. Die Bibel beschreibt das Leben in allen Facetten, erklärt Ewa Karolczak. Hier werden Menschen geschildert, die oft nicht vorbildlich, sondern ganz alltäglich sind. Zum Beispiel Sara, die Frau Abrahams und wahrscheinlich die erste Migrantin der Literaturgeschichte. Es ging nicht darum, die Frauen aus der Bibel nachzuahmen oder sich mit ihnen zu identifizieren, sagt die Theologin. Vielmehr wollte sie den Teilnehmerinnen die Gewissheit vermitteln: Ich bin Gott genauso wichtig wie die Frauen der  Bibel und mein Leben hat die gleiche Beachtung verdient.