Please wait a minute

Kurzinformationen zu den Weltreligionen

Ein neues Kunstwerk ziert Hannover. Die Skulptur aus Edelstahl erinnert an einen Torbogen, durch den man hindurchgehen kann und auch soll. In wechselnden Farben sind die Symbole der großen Weltreligionen Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Bahai und Hinduismus eingearbeitet. Der Innenteil hat die stilisierte Form zwei eng beieinander stehender Menschen. Im Torbogen gibt es beschriftete Sensoren. Wenn man sie streichelt, hört man kurze Informationen zu einer der Weltreligionen in insgesamt sechs Sprachen. Die beiden Menschen sollen das gegenseitige Interesse an der Kultur und Religion des anderen symbolisieren, dass man sich darüber austauscht und miteinander ins Gespräch kommt, sagt Andreas Rimkus. Der Künstler hatte die Idee zu dieser einmaligen Kunstinstallation und rannte damit beim Rat der Religionen Hannover offene Türen ein. Sofort war man von seiner Idee begeistert. Während Rimkus das Kunstwerk schuf, sorgte der Rat der Religionen für den Informationsteil. Bei der Inbetriebnahme der Kunstinstallation sagte Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil: Hannover ist eine multikulturelle Stadt, bei uns sind so ziemlich alle Kulturen und Religionen vertreten. Da ist es gut, auch einmal etwas über den anderen und seine Religion zu erfahren. Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, würdigte die Skulptur wichtigen Schritt zur Völkerverständigung: Ohne viel Mühe bekommt jeder hier knappe Grundinformationen zu seiner eigenen und anderen Religionen. Auch für den Rat der Religionen sei diese Skulptur ein wichtiges Zeichen, ergänzt Dr. Hilal Al-Fahad: Sie zeigt, dass wir im Rat gut zusammenarbeiten, den Mut haben, neues anzupacken und, dass wir aktiv etwas für den interreligiösen Dialog und das Miteinander der Religionen tun. Der aus dem Irak stammende Deutsche ist zusammen mit Regionaldechant Propst Martin Tenge amtierender Sprecher des Rates. Ich wünsche mir, dass viele Menschen stehenbleiben, im Sinne des Titels Please wait a minute, sagt Tenge, dass sie in dieses Kunstwerk hineingehen, sich eine oder auch mehrere Minuten Zeit nehmen und die kurzen Erklärstücke über die Religionen anhören. Dieses informative Kunstwerk kann dazu beitragen, Barrieren und Ängste abzubauen. In den nächsten Monaten wird die mobile Kunstinstallation an zentralen Punkten in der City von Hannover zu sehen sein und es gibt bereits mehrere Anfragen aus anderen Städten, die Interesse haben, sich Please wait a minute einmal auszuleihen.

In einem kurzen offiziellen Akt wurde die Skulptur Please wait a minute seiner Bestimmung übergeben. Und sofort nutzten die ersten Passanten diese neue Informationsquelle zu den Weltreligionen.  Interessant, sehr informativ, schön kurz, ich kann die Infos auch in meiner Sprache hören, so die ersten Urteile. Nur eine Frage tauchte mehrfach bei Christen auf: Wo ist das Kreuz als Symbol des Christentums? Ganz einfach: Es ist nicht da. Das Christentum wird durch die Alpha und Omega vertreten. Der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets stehen für Christus, der gleichzeitig Anfang und Ende ist.

(pkh)