Regionaldechant, Propst Martin Tenge, ist Mitglied im Rat der Religionen in Hannover.

Rat der Religionen Hannover

Presseerklärung

zum antisemitischen Vorfall in Hannover-Sahlkamp

Der Rat der Religionen Hannover ist bestürzt und empört über die Tatsache, dass

Kinder und Jugendliche eine jüdische Tanzgruppe in Hannover-Sahlkamp mit Steinen

beworfen und mit antisemitischen Parolen beschimpft haben. Er verurteilt diesen

Vorfall aufs schärfste.

Die im Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften Christen, Muslime,

Juden, Hindus, Buddhisten und Bahai erklären einmütig:

Rassismus ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Antisemitismus verstößt gegen die Grundprinzipien der im Rat vertretenen

Religionsgemeinschaften.

Der Rat der Religionen fordert alle Bürger Hannovers auf, sich gegen jede Form von

Antisemitismus und Rassismus einzusetzen. Die nicht unumstrittene Politik des Staates

Israel darf nicht dazu missbraucht werden, den Frieden unter den Religionsgemeinschaften

zu zerstören und Hass zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft

zu säen.

Die muslimischen Mitglieder im Rat der Religionen nehmen Augenzeugenberichte,

die die Täter als Muslime identifizieren, zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass der

Islam jede Form von Rassismus und Verachtung Andersgläubiger kategorisch ablehnt.

Ein rechtschaffener Muslim achtet Juden und bewirft sie nicht mit Steinen.

Wir appellieren an Eltern und Familien, sich ihrer Verantwortung für den sozialen und

interreligiösen Frieden bewusst zu sein und sich für diesen einzusetzen. Wir bitten die

vielen interkulturellen und interreligiösen Dialoginitiativen in der Stadt Hannover,

ihre gute Arbeit fortzuführen und alle Anstrengungen für ein friedvolles Miteinander

der Religionen und Kulturen zu unterstützen.

Für den Rat der Religionen Hannover

Thomas Höflich, Dr. Hilal Al-Fahad