Guerilla-Gärtnern mit dem ka:punkt

Die Cityseelsorger bauten friedliche "Bomben" aus Erde, Lehm und Pflanzensamen

Hannover soll bunter werden und der <link http: www.ka-punkt.de external-link-new-window externen link in neuem>ka:punkt hilft tatkräftig mit. Heute konnten Passanten in der Grupenstraße vor dem ka:punkt zusehen, wie eine Samenbombe entsteht - und natürlich die kleinen Bällchen aus Erde, Ton und Pflanzensamen mitnehmen, um sie irgendwo in der Stadt zum Blühen zu bringen. "Die Idee entstand schon vor 30, 40 Jahren in New York", erklärt Thomas Köhler vom Verein Transition Town Hannover e.V., der mit seinen Kindern diese friedliche Art des Bombenbasteln vorführte und die Idee des "urbanen Gärtnerns" oder auch "Guerilla-Gärtnerns" vorstellte. "Damals gab es viele Brachen in der Stadt, die eingezäunt waren. Menschen, die diese Flächen gerne nutzen wollten, warfen die Bällchen über den Zaun. Wenn die Samen aufgingen, hatten sie schon mal einen Fuß in der Tür. Sie konnten sagen: Guckt mal, hier wächst schon etwas, und das ist doch schön so." Seit dieser ersten Konjunktur des urbanen Gärtnerns wurden in NY rund 600 Gärten legalisert.

Die Samenbomben - oder mit einem friedlicheren Begriff "Samenbälle" - kann man überall dort hinlegen oder-werfen, wo man denkt, dass hier etwas Natur in der Stadt fehlt: zum Beispiel am Rand von Parkplätzen, auf "Baumscheiben", den Lücken im Pflaster rund um Baustämme, oder einfach auf dem eigenen Grundstück. Julianna (9), Malu (6) und Jascha (6) machen vor, wie es geht: Ein Gemisch aus Erde und Lehm wird nass gemacht und zu Bällen geformt, dann ein Loch hinein gedrückt für die Samen. Eine Passantin hat gleich erkannt, worum es sich handelt: "Ringelblumen und Wicken". "Zum Schluss noch mal im Lehm rollen, damit sie nicht so matschig sind", erklärt Julianna.

Die Aktion war der Beitrag des <link http: www.ka-punkt.de external-link-new-window externen link in neuem>ka:punktes zu dem Frühlingsfest "Das Grüne Band" in der Innenstadt. Das ganze Halbjahr steht für die City-Seelsorger im Zeichen des Gartens. Dafür kooperiert der ka:punkt mit Transition Town Hannover e.V., der die Küchengärten Limmer als Gemeinschaftsgarten pflegt. "In England gehen viele Gemeinschaftsgarten-Projekte von Kirchengemeinden aus", weiß Thomas Köhler. Deswegen freut er sich über die Zusammenarbeit mit dem ka:punkt. "Wir wollen das Bewusstsein für die Schöpfung, Lebensraum und Lebensqualität wachzuhalten", erklärt Pastoralreferentin Jutta Johannwerner. "Wir vom ka:punkt-Team verstehen uns als eine Art Pioniere und probieren gerne mal neue Sachen aus."

pkh